Leser_innen-Interview #8: Stephanie

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Stephanie,

in Deinem Blog Die Modeflüsterin – Stil für starke Frauen schreibst Du seit 2012 sonntags über Mode, gibst umfassende Tipps für typgerechte Kleidung und das ganze Drumherum.

Ob es um Figurtypen, passende Farb- und Musterverteilung geht oder modische Accessoires – Dir fällt immer etwas Neues dazu ein. Als Künstlerin illustrierst Du in Deinem ganz eigenen Stil mit Zeichnungen die Themen. Deine Leserinnen schätzen den intensiven Austausch in den Kommentaren und auch per E-Mail mit Dir.

Was ist Deine Motivation, den Blog in dieser Form zu betreiben?

Modeflüsterin Logo http://blog.modefluesterin.de/Die Modeflüsterin ist meine Herzensangelegenheit. Ich habe mich schon immer sehr intensiv mit Mode, Proportionen und Farben auseinander gesetzt.

Mit zunehmenden Jahren und nachdem ich gefühlte Millionen von Mode-Zeitschriften, Mode-Büchern und – später – auch Online-Ratgebern durchforstet habe, stellte ich fest, dass die meisten Tipps entweder viel zu oberflächlich oder eben für mich nicht gültig sind. Dass es niemals darum geht, Frauen wie mir nützliche, umsetzbare Tipps an die Hand zu geben, die sie wirklich attraktiver machen. Sondern vielmehr darum, mit immer neuen, vermeintlichen Must-haves und Trends eine Art kontinuierlichen Kaufzwang herzustellen.

Meinen Freundinnen schien es auch nicht besser zu ergehen: Trotz überfüllter Kleiderschränke hatten sie nie das Richtige zum Anziehen und der Frust in der Umkleidekabine war groß, wenn mal wieder ein aktueller Trend nicht zum eigenen Körper passen wollte. Frauen haben eine selbstmörderische Tendenz, in solchen Situationen sofort die Schuld beim eigenen Körper zu suchen. Das Selbstbewusstsein rutscht in den Keller.

Das wollte ich ändern. Ich dachte mir: Wenn meine Freundinnen und ich diese Probleme haben, dann gibt es sicherlich noch viel mehr Frauen mit unterschiedlichsten Körperformen, Farb- und Mode-Stilen, denen es ähnlich ergeht. Ich wollte meine Leidensgenossinnen einfach an meinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben lassen. Ich will ihnen zurufen:

“Ihr seid gut so, wie Ihr seid! Ihr müsst Euch nicht schlecht fühlen, wenn Ihr in angesagte Trendteile nicht reinpasst oder einen trendy Look nicht tragen könnt! Das liegt nämlich nicht an Euch, sondern an der Mode-Branche. Ihr könnt mit einer ganz normalen weiblichen Figur – ob klein, groß, dick oder dünn – toll aussehen, stolz auf Euch sein und selbstbewusst durchs Leben gehen!”

Ich habe sozusagen meine Mission gefunden.

Illustration von Stephanie Grupe - http://blog.modefluesterin.de/

Da ich hauptberuflich PR-Beraterin bin, war mir klar, dass ein Blog ein tolles Instrument sein würde, um mit anderen Frauen Kontakt aufzunehmen und in den Dialog zu treten. Meine jahrelange künstlerische Betätigung machte es mir leicht, meinen eigenen visuellen Ausdruck für die Modeflüsterin zu finden. Und mein Psychologie-Studium – auch wenn es lange her ist – hilft mir dabei, mich in die psychologischen Aspekte von Mode und Stil einzuarbeiten.

Die Modeflüsterin vereint all das zusammen mit meiner absoluten Loyalität und Wertschätzung für Frauen, die selbstbewusst im Leben stehen, die ihr Leben aktiv, aber auch rücksichtsvoll und achtsam gestalten und die es einfach verdient haben, auch modisch nach ihren eigenen Maßstäben zu leben. Jede Frau kann attraktiv sein – egal wie alt sie ist und wie viele Kilos sie gerade auf die Waage bringt. Das ist meine feste Überzeugung, für die ich als Modeflüsterin stehe.

Was ist für Dich eine starke Frau und was bedeutet Stil für Dich?

Starke Frauen sind für mich Frauen, die ihr Leben vielleicht nicht immer im Griff haben – wer hat das schon? -, aber zumindest immer in Angriff nehmen, anpacken, Probleme lösen. Die ihr Leben aktiv gestalten und sich niemals etwas einreden oder aufdrücken lassen, das nicht ihrer eigenen Persönlichkeit, ihren Werten, Zielen und Träumen entspricht.

Starke Frauen sind Frauen, die konsequent sind, loyal und treu – aber aus den richtigen Gründen und keinesfalls blind. Die Kompromisse eingehen können, für andere da sein können, eine gute Freundin, Partnerin, Mutter, Tochter, Schwester sind – aber ohne sich dabei verbiegen zu müssen. Frauen, die sich nicht ständig mit anderen vergleichen, sondern die ganz normalen menschlichen Unterschiede respektieren – und es einfach aushalten können, dass andere anders denken, anders leben, anders sind. Ohne sie deshalb schlecht zu machen oder sich selbst klein zu fühlen. Frauen, für die Abgrenzung nicht gleich Ausgrenzung bedeutet.

Wenn man die obigen Kriterien für starke Frauen einmal modisch betrachtet, ergibt sich daraus genau mein Anspruch für guten Stil: Am eigenen Stil muss aktiv gearbeitet werden, er fliegt nicht automatisch zu. Man muss sich damit auseinandersetzen, wer man ist, was man will, was einem wichtig ist, wie man gesehen werden will. Guter Stil bedeutet, seiner Persönlichkeit treu zu bleiben, sich aber gleichzeitig anpassen zu können, wenn es der Anlass erfordert. Guter Stil ist, wenn Mode nicht zur gesellschaftlichen Ein- oder Ausgrenzung genutzt wird, sondern ein integraler Bestandteil des Selbstausdrucks, der eigenen Identität ist.

Was ist Dein konkretes Lieblingsteil im Schrank, auf das Du am wenigsten verzichten möchtest und warum?

Diese Frage ist für mich zunehmend schwieriger zu beantworten. Denn ich arbeite ja seit mehreren Jahren daran, nur noch Lieblingsteile im Schrank zu haben. Aber wenn ich einmal Revue passieren lasse, für welche Kleidungsstücke ich – neben Jeans und schwarzen Hosen – am meisten Geld investiert habe, dann kommt eine ganz interessante Liste zusammen:

  • Meine Trenchcoats von Burberry
  • Meine Biker-Jacke von Belstaff
  • Meine drei Kleinen Schwarzen von Talbot Runhof, St. Emile und Laurél
  • Meine Blazer von Max Mara, Ralph Lauren, Marc Cain und Chanel
  • Mein klassischer Hosenanzug von Boss
  • Meine Hemdblusen- und Tageskleider von René Lezard und Marina Rinaldi
  • Meine Seidenblusen von St. Emile, Diane von Fürstenberg und Windsor
  • Meine Hemdblusen von Strenesse, Jil Sander und VanLaack
  • und meine tolle Schuh-Auswahl von Miu Miu, Dolce & Gabbana, Philip Lim, Roger Vivier, Bally und Tods.

Bevor ich jetzt noch mehr Schleichwerbung betreibe, fasse ich einfach mal zusammen: Ich sammle seit Jahren hochwertige, relativ zeitlose Kleidungsstücke. Und wenn ich so über die obige Aufzählung blicke, dann könnte man meinen, ich sei das Luxusgeschöpf schlechthin. Das ist aber nicht so. Denn ich kaufe sehr, sehr wenig.

Da ich sehr genaue Vorstellungen davon habe, was mir steht und was ich brauche, finde ich nur wenig wirklich Passendes. Wenn ich es aber dann doch entdecke, weiß ich, dass ich es jahrelang intensiv tragen werde und kann mir die beste verfügbare Qualität leisten. Dann reden wir von der berühmten Modemathematik oder cost per wear, die wir beide ja auch schon einmal in unserem Interview zur Nachhaltigkeit in der Mode angesprochen hatten.

Welches Kleidungsstück würdest Du gerne erfinden?

Auch das ist eine schwierige Frage. Ich denke, eine perfekt sitzende Jeans, die einen zwei Größen schlanker erscheinen lässt und einen tollen Knackpo macht, wäre nicht schlecht. Nach coolen Jeans suche ich immer ewig. Und dann wäre mein Traum, ein Kleid zu erschaffen, das so wandelbar ist, dass man eine Kleidergröße zu- oder abnehmen kann und immer noch blendend darin aussieht – elegant, stark und eben Best-of-Ich. Und das natürlich so bequem ist, dass man sich darin fühlt wie im Schlafanzug. Und das auch mit flachen Schuhen nichts an Eleganz verliert. Der ganz normale Mode-Wunschtraum eben.

Deine ursprüngliche Haarfarbe ist dunkel, heute bist Du blond. Wie ist Deine Einstellung zu grauen Haaren?

Ich mag graues Haar sehr gerne. Besonders bei kühlen Farbtypen passt das hervorragend. Und ich werde definitiv irgendwann selbst silbergraue Haare haben. Aber wann es so weit sein wird, weiß ich noch nicht. Derzeit überprüfe ich diese Möglichkeit jedes Jahrzehnt aufs Neue ;-) .

Bisher hat mir meine Friseurin Astrid davon abgeraten. Sie sagt, ich wäre noch zu jugendlich für graue Haare. Aber sobald ich 60 werde, werde ich das sicherlich noch einmal neu überdenken. Und dann wieder mit 70 … – wenn das Leben mir diese Chance dann noch einmal gewährt. Es bleibt spannend.

Wenn Du fremde Menschen auf der Straße siehst, was begeistert Dich optisch und worüber schüttelst Du den Kopf?

Ich finde es schade, wenn ich Frauen entdecke, die weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Die ihr Potential nicht ausschöpfen. Weil sie es entweder nicht besser wissen oder vielleicht weil sie aus Frustration irgendwie aufgegeben haben, sich wirklich hübsch zu machen. Ich erkenne in ganz vielen Frauen wunderschöne Details und frage mich dann, warum die Frau dieses Detail nicht modisch mehr betont. Viele Frauen wissen gar nicht, wie schön sie eigentlich sind.

Ein wichtiger Bestandteil des Looks ist dabei die Frisur und das Makeup. Selbst mit dünnen, kurzen Haaren kann eine Frau gepflegt und schick aussehen – mit dem richtigen Haarschnitt und einem dezenten Makeup. Ich würde am liebsten allen Frauen zurufen: Suchen Sie sich den besten Friseur, den Sie sich leisten können! Dieser verwandelt Sie auch in Jeans und T-Shirt zur schicksten Version Ihres Selbst.

Apropos Haare, Makeup und Pflege: Ich sehe leider sehr viele Frauen – aber auch Männer -, die nicht sehr gepflegt sind. Und das geht aus meiner Sicht gar nicht. Denn wer aufgibt, sich selbst zu pflegen und auch seine Kleidung in ordentlichem Zustand zu halten, hat auch im Leben aufgegeben. Selbst einfachste Kleidung sieht attraktiv aus, wenn der Mensch darin gepflegt wirkt und die Kleidung sauber, frisch und glatt ist. Dabei geht es nicht um Geld. Sondern um Disziplin, Selbstwertgefühl, ein bisschen Stolz und eine bestimmte Haltung gegenüber dem eigenen Körper, dem eigenen Leben und den Mitmenschen. Sich hängen lassen und aufgeben kann jeder. Auch unter schwierigeren Umständen einen Rest von Haltung – und Würde – zu bewahren, ist man sich selbst und dem wertvollen Gut Leben einfach schuldig.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Ich liebe es, mich mit anderen starken Frauen auszutauschen. Blogs sind eine hervorragende Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu verbinden, einen Einblick in ihr Leben und ihre Gedankenwelt zu erhaschen. Man merkt recht schnell zwischen den Zeilen, wie Menschen ticken, ob sie authentisch, positiv und lebensfroh sind oder ob sie nur versuchen, sich auf irgendeine Art zu inszenieren. Im besten Fall entwickeln sich freundschaftliche Gefühle.

Bloggen ist ja eine Art Brieffreundschaft zwischen der Bloggerin und ihren Leserinnen, aber eben auch zwischen Bloggerinnen untereinander.

Solche Brieffreundschaften kann man gar nicht genug schätzen. Sie sind oft ein sehr starkes, menschliches Band. Denn von beiden Seiten wird ein gewisser Aufwand erwartet. Dieser setzt ein großes Interesse am anderen voraus. Es ist schon lange meine Überzeugung, dass Frauen viel mehr netzwerken, in entscheidenden Dingen des Lebens zusammen halten, sich auch mal gegenseitig bestärken und Kraft geben sollten. Aus meiner Sicht hervorragende Blogs und die starken Frauen dahinter machen genau das.

Welcher Satz steht für Dein Leben?

Die Quintessenz von über 50 Jahren Leben in einen Satz zu fassen, ist kaum möglich. Und ich möchte jetzt auch nicht zu esoterisch klingen. Aber wenn ich über alles nachdenke, dann komme ich immer wieder auf bestimmte Grundfesten zurück, die für mich das Leben ausmachen: Ich bezeichne diese als Herzenswerte. Diese sind es, die dem Leben Tiefe und Sinn geben.

Dazu gehört es für mich, aufrecht und aufrichtig durchs Leben zu gehen, Menschen mit Neugierde und offenem Herzen zu begegnen. Rücksichtnahme und Respekt in allen Lebenslagen zu beweisen. Niemanden wissentlich zu verletzen. Und möglichst alles, was man tut, mit Liebe, Leidenschaft, Hingabe und Überzeugung zu tun. Es heißt ja immer: “Leben heißt Lernen”. Und ich denke, es könnte tatsächlich sein, dass wir dieses Leben nur geschenkt bekommen haben, damit unsere Herzen Zeit zum Lernen haben.

Vielen Dank für das Interview!

Hast Du weitere Fragen an Stephanie? Dann besuche ihren Fashion-Blog und stell sie dort im Kommentarfeld oder hier. Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir.

Hier findest Du die bisherigen Interviews: Leser_innen-Interview by meyrose.

Das magische Mode-Dreieck: Jeans, T-Shirt und Blazer

Das magische Mode-Dreieck: Jeans, T-Shirt und Blazer - Copyright Grafik Stephanie Grupe http://blog.modefluesterin.de/

Es gibt Kombinationen, die in den meisten Lebenslagen und an den meisten Frauen funktionieren. Dazugehört der Dreiklang aus Jeans, T-Shirt und Blazer. Damit kommt man vom Dresscode Casual über Business bis Party gut durchs Bekleidungsleben. Modeflüsterin Stephanie hat dazu das Blogger-Projekt Das magische Mode-Dreieck ins Leben gerufen.

Ines Meyrose #ootd 20151003 mit dem magischen Mode-Dreieick aus Jeans, T-Shirt und Blazer

Teilnehmende Bloggerinnen zeigen dazu heute legere Looks, am kommenden Sonntag Business-Variationen und am 25. Oktober 2015 Party-Styling. Heute bin ich mit einem Casual-Look dabei. Bei der Modeflüsterin findet Ihr ganz viele Stylingtipps, worauf Ihr beim Kombinieren achten könnt. Danke liebe Stephanie für das tolle Blogger-Projekt!

Outfitdetails Casual-Look mit Jerseyblazer

  • Jeans Lee Modell Marion Sraight dunkelblau (2015)
  • T-Shirt Konkon Zwo aus Hanf in natur (2014)
  • Blazer Gerry Weber aus Jersey in beige-wollweiß (2013)
  • Stiefeletten (PR-Muster) DUO helles taupe  (2014)
  • Schultertasche iim’s (2015)
  • Brille FreudenHaus (2015)
  • Uhr Bering (2013) und Ring roségold
  • Ohrstecker Bernstein orangebraun (2013)

Meine Proportionen und natürlichen Farben

  • 1,65 m Körperlänge
  • Kleidergröße 42/44
  • Schuhgröße 38
  • lange Beine
  • kurzer Oberkörper
  • ovales Gesicht
  • A-Figurtyp mit Tendenz zum X
    breite Hüften, Taille vorhanden, normale Schultern und Oberarme, großer Busen
  • Herbstfarbtyp mit braunen Augen und Haaren zu heller Haut
    warme, gedeckte Farben

Ines Meyrose #ootd 20151003 mit dem magischen Mode-Dreieick aus Jeans, T-Shirt und Blazer - Taschendetails

Gedanken zu meinen Casual-Look

  • Das Material des Blazers wirkt sportlich, weil es weich ist. Dass der Blazer zu groß ist, ignoriert Ihr bitte. Beim Kaufen vor gut zwei Jahren saß er komplett figurbetont und passte in der Schulterbreite. Da ich gerade nicht alle Sachen neu kaufen kann und will, habe ich ihn für noch tragbar gefunden.
    Aber zurück zum Material: Jerseyblazer haben die Gemütlichkeit eines Sweatshirts und passen schon deshalb zum Casual-Look. Ich trage diesen Look allerdings auch für Geschäftstermine, z.B. als Trainerin bei Seminaren. Auch bei beruflichen Anreisen mit dem Flugzeug hat sich das Material bewährt, weil es nicht knittert. Dass der Stoff maschinenwaschbar ist und sich beim Trocknen auf dem Bügel von alleine glatt zieht, sind nette Nebeneffekte. Die Tasche ist aus grobem Baumwollstoff mit glatten Lederdetails und passt damit ebenfalls zum sportlichen Stil. Die Schuhe aus Rauleder ergänzen das matte Material der Tasche.
  • Im Stil ist der Blazer ein Widerspruch in sich. An sich trägt man Blazer meistens, wenn es formlicher zugeht. Deshalb sind Blazer ansonsten eher aus festeren Webstoffen gefertigt. Durch den gestrickten Jersey wirkt dieser hier sportlich. Außerdem hat er keine Schulterpolster. Diese Art von Blazern gibt es seit einigen Jahren in jeder Saison.
    Im Zug der immer lockerer werdenden Bekleidungsgewohnheiten haben sie sich entgegen meiner Vorhersage durchgesetzt und ihren Platz in der Modewelt gefunden. Ich weiß noch, wie ich beim Erblicken der ersten Modelle dachte, dass das kein Mensch brauche, weil die Anlässe dafür fehlen würden. Nach genauerer Betrachtung habe ich festgestellt: Es gibt passende Anlässe dafür und ich fühle mich durchaus angezogen darin. Somit ist der Jerseyblazer auf ähnlichem Weg in mein Repertoire eingezogen wie die leichte Steppjacke.
  • Die Farben in Gesichtsnähe entsprechen alle meinem Farbtyp. Die hellen Farben lenken den Blick zum Gesicht. Die dunkle Jeans verschmälert optisch die Hüften, die hellen Farben am Oberkörper gleichen schmalere Schultern aus. Die Schuhe ergänzen die Farben am Oberkörper und bilden eine Farbklammer. Lange Beine vertragen helle Schuhe. Mit dunklen Schuhen würden die Beine, Füße und Gesamtlänge gestreckt werden. Die runden Kappen ergänzen den sportlichen Look. Die Handtasche passt farblich zu Schuhen, Blazer und Shirt.
  • Das Muster ist bei Tasche und Blazer in ähnlichen Farben gehalten. So funktioniert der Mustermix aus Streifen und verwischten Fleckchen. Beim Blazer ist mir wichtig, dass die dunkleren Streifen dominieren, damit er nicht zu flächig wirkt. Zum Thema Streifen an Oberteilen findet Ihr hier mehr => Marine Look Sylt 2015.
    Die Muster von Blazer und Tasche passen in der Größe zur Körperfläche. Die Faustformel kleine Frau = kleine Muster, große Frau = große Muster lässt sich hier übertragen auf eher kleine Frau mit größerer Körperfläche = mittlere Mustergröße. Zu dem Thema findet Ihr mehr Infos in meinem Beitrag => 10 Stylingtipps zum Trend Blumenmuster.
  • Der Blazer hat einen optischen V-Ausschnitt, streckt damit den kurzen Oberkörper und die Gesamtlänge. Das Revers mit mittlerer Breite lässt den Busen kleiner erscheinen und betont gleichzeitig die Schultern. Die Länge des Blazers ist so, dass sie gerade eben vor meiner breitesten Stelle an der Hüfte aufhört, so dass er den Oberkörper maximal verlängert, ohne die Hüfte zu betonen. Der vorne gerundete Saum lenkt zusätzliche von der seitlichen Hüfte ab. Die leichte Taillierung macht eine etwas geschwungene Silhouette. Zu starke Taillierung würde Busen, Hüfte und die kurze Taille zu sehr betonen.
  • Der Ausschnitt des kurzärmeligen, locker fallenden T-Shirts ist ein breites oval und mit nur mit einer kleinen Paspel farblich abgestimmt eingefasst. Ich habe es in die Hose gesteckt, damit es unten nicht unter dem Blazer hervorschaut und nicht den Blick auf die Hüfte lenkt. Weil die Farbe nur wenig Kontrast zur Haut bildet, dominiert die Wirkung des V-Ausschnitts des Blazers trotz des halsnahen Shirts. Weil der Ausschnitt hoch ist, verzichte ich auf eine Kette. Der hohe Ausschnitt hat den Vorteil, dass es keine ungewollten Einblicke gibt.
  • Die Jeans ist durchgehend dunkel gefärbt und gerade geschnitten. Das streckt am besten die Silhouette ohne Betonung der Hüfte. Dieser schmale Schnitt lässt sich mit verschiedenen Oberteillängen und -weiten, Schuharten und Absatzhöhen für viele Anlässe kombinieren – wie eine neutrale Leinwand, die zum Bemalen einlädt.
    Auf einen Gürtel verzichte ich, weil mir bereits genug Blickpunkte in dem Outfit sind und die Hose bestens den ganzen Tag an Ort und Stelle oben bleibt. Das ist der Vorteil einer taillenhohen Jeans, die hinten schön hochgeschnitten ist. Außerdem würde ein Gürtel den Blick auf den Bauch lenken, wo ich keine Blicke habe möchte, oder sich schlimmstenfalls unter dem Blazer abzeichnen. Deshalb bin ich froh, darauf verzichten zu können.
  • Das Make-up ist unauffällig mit dem Ziel, ungeschminkt zu wirken. Ich habe die Haut mit Kompaktpuder ausgeglichen, Augenbrauen mit Puder leicht betont, trage Rouge in weichem Rotbraun, dezenten goldenen Lidschatten und rosenholzfarbenes Lipglos. Zu einem legeren Casual-Look passt für mich dieser reduzierte Nude-Look ebenso wie die schlichte Frisur. Roter Lippenstift als Farbtupfer würde allerdings passen.
  • Die Accessoires bestehen aus Ring, Uhr, Brille und Ohrsteckern in schlicht und der Tasche mit auffälligen Verzierungen. Dass die Verzierungen an der Tasche messingfarben sind und der Schmuck roségold stört mich hier nicht, weil alles relativ dunkel ist. Die Sterne an der Tasche geben noch einen kleinen Musterakzent hinzu. Die Lederriemen der Tasche passen farblich und in der optischen Wiederholung zu den Streifen des Blazers. Es gibt keine Zufälle …

Imageberaterin Ines MeyroseWeitere Casual-Looks findet Ihr heute bei

 Wie kombiniert Ihr den Dreiklang Jeans – T-Shirt – Blazer am liebsten?

Blogger-Projekt Sommer-Stil

Blogger-Projekt: Finde Deinen Sommer-Stil! - Copyright Grafik Stephanie Grupe, www.modefluesterin.de

Dieses Outfit ist mein Ergebnis des Blogger-Projekts Finde Deinen Sommer-Stil. Stefanie Grupe alias Die Modeflüsterin hat das Projekt ins Leben gerufen. Bei Ihr gibt es im Beitrag So finden Sie Ihren Stil Teil 1 die Anleitung, wie Ihr ein Sommer-Outfit – und natürlich lässt sich das auf alle Jahreszeiten übertragen – zusammenstellen könnt, das haargenau zu Euch passt. Heute in Teil 2 seht Ihr die Ausarbeitungen der Muster-Queen Stef und mir.

Danke an Stephanie für diese fantastische Idee und die gemeinsame Umsetzung!

Ines Meyrose Sommer-Freizeit-Stil für das Blogger-Projekt der Modeflüsterin

Mein Sommer-Freizeit-Stil

Ohrringe von Mas Belleza aus der Tenderly Kollektion in Light GreenKleid: Deerberg „Lola“ in der Farbe Wiese (neulich in braun gezeigt)
Leggings: Falke „Pure Matt 50“ in der Farbe Khaki
Pumps: Logan (meine ältesten Pumps von 2006)
Ohrringe: Mas Belleza „Tenderly Kollektion“ in Light Green (gewonnen)
Kette: Sence Copenhagen „New Snake“
Tuch: Salto
Tasche: Ludwig Görtz

Ines Meyrose Sommer-Freizeit-Stil für das Blogger-Projekt der ModeflüsterinInes Meyrose Sommer-Freizeit-Stil für das Blogger-Projekt der ModeflüsterinInes Meyrose Sommer-Freizeit-Stil für das Blogger-Projekt der Modeflüsterin

Wie es dazu kam

In der folgenden Fotodokumentation seht Ihr, wie ich das Outfit entwickelt habe. Auf Flipchartpapier habe ich in einem Mind-Map meine Gedanken gesammelt, wie ich wirken und mich fühlen möchte und was für eigene Charaktereigenschaften mir einfallen.

Ines Meyrose Sommer-Freizeit-Stil für das Blogger-Projekt der Modeflüsterin - Gedanken

Dann habe ich nach einigen Tagen als Collage ein Mood Board entwickelt. Es ist für mich hilfreich, einige Tage dafür vergehen zu lassen vor dem Basteln, weil mein Gehirn dann unbewusst im Hintergrund die Sachen zusammenträgt. Beim Beginn des konkreten Suchens der Collagenelemente war auf einmal alles ganz schnell da.

Ines Meyrose Sommer-Freizeit-Stil für das Blogger-Projekt der Modeflüsterin - Mood-Board

Bei der Betrachtung des Mood Boards habe ich diese Design-Elemente wahrgenommen:

Ines Meyrose Sommer-Freizeit-Stil für das Blogger-Projekt der Modeflüsterin - Designelemente

Aus den Design-Elementen des Mood-Boards habe ich dann diese modischen Elemente abgeleitet:

Ines Meyrose Sommer-Freizeit-Stil für das Blogger-Projekt der Modeflüsterin - Modische Elemente

Ausblick

In den kommenden Wochen seht Ihr bei der Modeflüsterin die Entstehung der Outfits dieser Bloggerinnen und auf deren eigenen Blogs dann die Fotos dazu

So umfassend macht man sich sicher nur selten Gedanken zu seiner Kleidung. Was sind die (Teil-) Aspekte, die Ihr davon im wahren Leben beim Kaufen und Zusammenstellung von Outfits beachtet? Was für Gedanken macht Ihr Euch dabei?

Teaser: Blogger-Sommer-Projekt

Blogger-Projekt: Finde Deinen Sommer-Stil! - Copyright Grafik Stephanie Grupe, www.modefluesterin.de

Die Modeflüsterin hat das tolle Blogger-Projekt Finde Deinen Sommer-Stil ins Leben gerufen! Die Anleitung, um Euren Sommer-Freizeit-Stil zu finden, könnt Ihr dort schon jetzt sehen, meine Umsetzung erst nächsten Sonntag. Im Lauf der kommenden Wochen gibt es spannende Interpretationen von sieben weiteren Bloggerinnen zu sehen.

Habt Ihr sie auf den Comic-Zeichnungen von Stephanie schon erkannt? Es sind

Habt Ihr schon eine Idee, wie mein Sommer-Look aussehen wird? Was denkt Ihr?

Nachhaltige Stilberatung? Stilvolle Nachhaltigkeit!

Modeflüsterin trifft Meyrose: Fashion-Dialog über "Mode als Wegwerfware" und Alternativen zum "Schnell&Billig-Schick", Coypright Grafik Stephanie Grupe

Modeflüsterin trifft Meyrose: Ein Fashion-Dialog über “Mode als Wegwerfware” und Alternativen zum “Schnell&Billig-Schick”

Der Blogbeitrag Weg von Viel&Billig-Schick begeistert mich, weil er den Zustand der Modebranche so treffend beschreibt, dass es nicht besser geht. Dr. Kirsten Brodde nimmt darin auf ihrem Blog Grüne Mode die Produktions-Überkapazitäten und Shopping-Auswüchse unserer Gesellschaft aufs Korn. Gefunden habe ich den Artikel über einen Tweet der Modeflüsterin:

https://twitter.com/modefluesterin/status/339022694395822082?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.meyrose.de%2F2013%2F07%2F25%2Fnachhaltige-stilberatung-stilvolle-nachhaltigkeit%2F

Daraus ergab sich ein interessanter Dialog mit der lieben Blogger-Kollegin Stephanie Grupe, der Modeflüsterin. So kam es, dass wir uns gemeinsam darüber Gedanken machten, wie eine so wunderbare Sache wie Mode zu Wegwerfware verkommen konnte und was man – und damit meinen wir uns und andere Frauen, die Mode eigentlich lieben – dagegen tun kann. Nur Eines vorweg: Wir haben festgestellt, dass Nachhaltigkeit in der Mode auch viel mit Stilberatung zu tun hat. Hier ein Auszug aus unserem Dialog:

Modeflüsterin
In ihrem Artikel skizziert Brodde einen Modemarkt, in dem immer mehr, schneller und billiger konsumiert werden muss, damit die Umsatzzahlen der großen Mode-Riesen stimmen. Mode ist zur “Wegwerfware” geworden. Den Verbrauchern wird suggeriert, sie müssten nur immer wieder neue Kleidungsstücke kaufen, um vermeintlich attraktiv, cool oder glücklich zu sein. Aber dass ein übervoller Schrank nicht schöner und schon gar nicht glücklicher macht, dürfte sich herumgesprochen haben. Im Gegenteil: Viele Frauen leiden sogar unter ihrem überfüllten Kleiderschrank.

Meyrose
Da haben Sie Recht. Sie sind orientierungslos, stehen hilflos im Geschäft und wissen nicht, was aus dem riesigen Angebot zu ihnen passt. Überfüllte Onlineshops machen die Auswahl trotz Filterfunktionen auch nicht einfacher, wenn das Ziel unklar ist. Frauen möchten ihre Persönlichkeit modisch ausdrücken, attraktiv sein, wissen aber nicht wie. Sie haben eine Vorstellung davon, wie sie gerne sein möchten, wissen aber nicht, wie sie das in der Kleidung zeigen können. Wenn eine Frau zur Stilberaterin kommt, ist sie bereits mehrfach daran verzweifelt, aus der neuen Frühjahrs- oder Herbstmode in den Schaufenstern das für sie Passende herauszufiltern. Die meisten haben bereits unzählige Fehlkäufe hinter sich.

Modeflüsterin
Und genau mit diesen Fehlkäufen und immer wieder neuen Versuchen, sich attraktiv zu stylen, geben Frauen – auch wenn sie nur Billig-Kleidung kaufen – insgesamt dann doch sehr viel Geld aus. Wenn diese Frauen zusammenzählen würden, wie viele Kleidungsstücke nicht richtig sitzen, nicht vorteilhaft wirken oder nicht zu ihrem Stil passen, würden sie erschrecken. Dafür hätten sie auch in ein paar wenige, aber hochwertigere Kleidungsstücke investieren können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich hochwertige Mode immer rentiert, da man sie über einen längeren Zeitraum trägt. Aber ich glaube auch, dass viele Frauen Angst davor haben, sie könnten altmodisch oder langweilig wirken, wenn Sie nicht ständig die aktuellen Trends tragen.

Meyrose
Wenn Kundinnen, die viel und billig kaufen, über ein Jahr ihre Investitionen addieren und ermitteln würden, was jedes Kleidungsstück sie pro Tragen gekostet hat, würde den meisten ganz anders werden. Diese Modemathematik rechne ich bei Einkaufsbegleitungen vor, wenn ich Kundinnen von hochwertiger, langlebiger Ware überzeugen möchte. Oft erzählen mir Kundinnen dann nach Jahren, wie viel Freude sie an diesem Teil haben, wie oft sie es tragen und wie sehr sie es immer noch lieben. Die Modemathematik geht also auf. Ständige Neukäufe sind nicht erforderlich, um zeitgemäß gekleidet zu sein. Eine Garderobe lässt sich schick und aktuell halten, wenn Sie Basisteile in langlebiger Version kaufen und bei Kombinationsteilen sowie Accessoires kurzfristigere Trends aufgreifen. Die Basics Ihres Kleiderschranks sind Teile, die Sie oft und über einen sehr langen Zeitraum hinweg gerne tragen. Das können bei jeder Frau ganz andere Stücke sein. Bei sehr modischen Käufen wiederum ist es wichtig, diese in einer kurzen Zeitspanne so oft wie möglich zu tragen. Dann sind sie aufgetragen und können mit gutem Gewissen entsorgt werden. So geht zum einen die Modemathematik auf, zum anderen ist die Ware nicht vergebens mit all ihren Nebenwirkungen produziert worden.

Modeflüsterin
Um eine Garderobe so nachhaltig aufzubauen, wie Sie das beschreiben, braucht man eine passende Strategie und viel Planung. Zudem ist ein großes Maß an Selbsterkenntnis nötig. Ich muss meinen Charakter, meinen Lebensstil, meinen Figurtyp und meine Bedürfnisse sehr genau kennen und diese quasi in Mode übersetzen können. Ganz alleine ist das für viele Frauen sehr schwierig. Auch mir selbst gelingt es ja nicht immer, das optimale Outfit zusammenzustellen. Bei anderen Frauen fällt es mir viel leichter, die Stärken und Schwächen zu erkennen. Die Stilberatung, die ich vor einigen Jahren absolvierte, hat mir sehr geholfen, mich selbst objektiver zu sehen. Vielleicht sollte jede Frau erst einmal eine Stilberatung machen, bevor sie ihre perfekte Garderobe aufbaut?

Meyrose
Wer sich in seiner Kleidung wohl fühlt, das meiste seiner Sachen gerne und oft trägt sowie kein Bedürfnis nach Veränderung hat, braucht keine Stilberatung. Wer seine Garderobe modifizieren möchte und unsicher dabei ist, findet mit der Stilberatung optimale Hilfe zur Selbsthilfe. Eine Stilberatung führt dazu, dass Frau besser weiß, was ihr steht, was sie wirklich braucht. Sie lernt, sich mit anderen Augen zu betrachten. Das vermeidet Fehlkäufe. Die Verbraucherin kann weniger, dafür hochwertigere Stücke einkaufen und diese lange tragen. Daraus ergibt sich der Vorteil einer Stilberatung: Frau sieht besser aus und spart auf lange Sicht viel Geld. Das schont Umwelt und Portemonnaie. Wie so oft ist ökologisch sinnvoll auch ökonomisch besser!

Modeflüsterin
Dann wäre zusätzlich auch eine Einkaufsbegleitung sinnvoll. Denn ich glaube, dass viele Frauen unsicher sind, ob ein Kleidungsstück hochwertig verarbeitet ist oder das Material eine besondere Qualität hat. Heute ist es nicht mehr selbstverständlich zu wissen, wie die Sachen produziert werden. So können viele Frauen die besondere Handwerkskunst von Designern, Stoffproduzenten, Schnittmachern und Schneidern gar nicht mehr wertschätzen. Dann entscheidet über die Wertigkeit eines Kleidungsstücks nur noch die Werbung, die es natürlich mit emotionalen Werten auflädt. Diese sind schwer zu beweisen – oder zu widerlegen. Überhaupt scheint für mich das Thema Nachhaltigkeit sehr viel mit Wertigkeit zu tun zu haben. Da kommen mir die guten alten Werte, wie Haltbarkeit, Qualität und Pflege in den Sinn.

Meyrose
Nicht umsonst ist das Thema Nachhaltigkeit in aller Munde, spätestens seit durch die Folgen der letzten Wirtschaftskrise viele Menschen in ihren Grundfesten erschüttert wurden. Werte und Wertschätzung bekommen eine neue Bedeutung. Dazu gehört auch der Umgang mit den Ressourcen unserer Welt. Die Aufklärung der Verbraucher ist sinnvoll, weil viele Kundinnen gar keine Ahnung haben, was woher kommt und welche Rohstoffe und Handarbeit in Materialien bzw. fertigen Kleidungsstücken stecken. „Handmade in Italy“ bei Lederwaren hat Ansehen – aber die Jeans im mittleren Osten werden auch von Hand gefertigt. Die Frage ist, wie dort gearbeitet wird. Als Stilberaterin zeige ich der Kundin, woran sie an einem Kleidungsstück die Herkunft und Zusammensetzung erkennt. Ich informiere sie über Hersteller, die möglichst nachhaltige Mode anbieten. An konkreten Teilen zeige ich auf, woran Qualität in der Verarbeitung zu erkennen ist, z.B. an vernähten Fäden, wellenfreien Säumen, eingefassten Kanten und der Haptik des Stoffs. Um die Wertigkeit des Stücks zu erhalten, gebe ich Tipps zur Pflege und Reinigung.

Modeflüsterin
Das ist ein sehr umfangreicher Service, der eine besondere Kompetenz voraussetzt. Wie findet man denn eine gute Stilberaterin, die das alles kann? Haben Sie da einen Tipp? Ich werde oft von meinen Leserinnen gefragt, woran man die Qualität einer Stilberaterin erkennt. Einige haben sogar schon eine Beratung hinter sich, die nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, sondern noch mehr Ratlosigkeit zurückgelassen hat. Wie sollte man bei der Suche vorgehen?

Meyrose
Eine gute Stilberaterin erkenne ich daran, dass sie meine Bedürfnisse für die Beratung erkennt und mit mir gemeinsam das Beratungsziel und dessen Erfüllung erarbeitet. Das gleicht einem Coaching-Prozess, den Sie vielleicht aus Ihrem beruflichen Kontext kennen. Referenzen sind hilfreich. Wenn Sie sehen, wer zu den Kunden der Beraterin gehört, können Sie einschätzen, ob sie zu Ihnen passt. Stilberaterin ist kein geschützter Titel und kein Lehrberuf. Stilberaterin wird man durch Weiterbildungen, Interesse und Talent. Ob Sie eine Stilberaterin wählen, die aus dem Modebereich kommt oder beispielsweise aus der kaufmännischen Richtung, hängt vom Beratungsziel ab. Wenn es um berufliches Styling und Ihre Wirkung geht, ist jemand mit Erfahrung aus ähnlichem Umfeld vorteilhaft. Wenn Ihnen Schnittdetails und Proportionen wichtiger sind, kann eine Schneiderin genau die passende Beraterin für Sie sein. Diese Informationen können Sie vorab im Internet finden und am Telefon oder per E-Mail näher klären. Ich empfehle ein Telefonat, weil Sie dabei einen weiteren Sinneskanal nutzen und die Sympathie spüren können. Denn auch die ist wichtig – Kleidung ist ein sehr intimer Teil des Menschen.

Modeflüsterin
Mode ist eben nicht nur reine Äußerlichkeit, sondern hängt eng mit Persönlichkeit und Werten eines Menschen zusammen. Umso schwieriger ist es, in diesem Bereich etwas zu ändern. Ich glaube nicht, dass mehr Nachhaltigkeit in der Mode mit dem erhobenen Zeigefinger zu bewirken ist. Frauen wollen einfach gut aussehen, sich selbstbewusst und schön fühlen. Es kann daher nur auf ein “weniger, aber dafür intelligenter und besser” hinauslaufen. Dazu müssen die Konsumentinnen jedoch aufgeklärt sein: Sie sollten wissen, was ihnen wirklich steht und was sie wirklich brauchen. Sie sollten die Wertigkeit von Kleidung wieder richtig einschätzen können. Und sie sollten sich nicht mehr von der Mode- und Medienbranche verunsichern lassen. Wir brauchen selbstbewusste, informierte und konsequente Konsumentinnen. Eben richtig starke Frauen.

Meyrose
Ich verfolge da die Politik der kleinen Schritte. Jeder nicht gemachte Fehlkauf, jedes nicht gekaufte Teil und alle intelligent gekauften Lieblinge tragen ihren Teil zu einer besseren Modewelt bei, zu denen Frau sich dann selbstbewusst und voller Freude bekennen kann.

Haben wir Euch mit diesem Einblick in unseren Dialog zum Nachdenken gebracht? Wir freuen uns auf Eure Gedanken dazu hier bei Meyrose oder im Blog der Modeflüsterin.