Können Paare gemeinsame Freunde haben?

Schattenpaar

… fragte ich auf Twitter.

  • Drea schrieb “Jap :)”
  • Ela antwortet, dass sie ein lebendes Beispiel sei und
  • Angelika fragt “Warum denn nicht?”

Ich finde die Frage nicht so klar zu beantworten. Natürlich können Paare gemeinsame Freunde haben und sich die beteiligten Personen alle untereinander gut verstehen. Sonst würde es nicht so viele Pärchentreffen geben, die es auch bei uns gibt. Es gibt Freunde, die ich 1:1 alleine treffe, 2:1 Treffen und 2:2 Treffen mit anderen Paaren + ggf. deren Kindern und/oder Hunden. Wir haben beide Männer und Frauen als Freunde, auch in 1:1 Freundschaften. Ich will also nicht auf die Harry und Sally-Frage hinaus.

Worauf ich mit der Frage jedoch hinaus will ist, dass ich denke, dass Paare meiner Erfahrung nach selten gleichberechtigt befreundet sind. Mir fällt kein passenderes Wort ein als gleichberechtigt, obwohl es das auch nicht ganz trifft, was ich meine. Ich meine damit, dass es für mich immer eher seine Freunde oder meine Freunde sind.

Ich lerne Person A kennen und irgendwann trifft man sich das erste Mal zu viert. Der andere Partner und mein Partner – Geschlechter sind dabei auf allen Seiten egal – sind für mich immer eher die Dazugekommenen. Wirklich im gleichen Moment lernt man sich eher selten kennen. Eine Ausnahme ist bei uns das Paar, über das wir uns kennengelernt haben. Oft verstehen sich zwei Frauen gut und die Männer ebenso. Aber dass eine tiefere freundschaftliche Bindung auf allen Seiten entsteht, kommt eher selten vor.

Einerseits finde ich gemeinsame Freundschaften schön, weil man etwas gemeinsam mit seinem Partner in der Freizeit unternehmen kann. Anderseits muss man auch nicht alles zusammen machen und nach getrennt verbrachten Stunden hat man sich etwas zu erzählen. Mich stört es jedenfalls nicht, wenn mein Partner alleinige Freundschaften pflegt. Ich bin hingegen manchmal eher froh, wenn ich alleine zu Hause bleiben darf. Und es dennoch auch völlig O.K. für mich, die Freunde des Partners zu treffen. Nur sind es eben seine Freunde.

Letztlich sehe ich das bei angeheirateter Familie nicht anders. Für mich bleibt das immer seine oder meine Familie. Wir zwei sind eine eigene Familie. Vielleicht hat meine Einstellung mit Selbstschutz zu tun, weil ich bei Trennungen oder Veränderungen der Lebensumstände schon zu oft erlebt habe, wie sich bisherige Freunde und Familie verhalten haben. Oder leben Menschen, die an wirklich gemeinsame Freunde glauben, eine Illusion?

Was denkst Du über gemeinsame Freundschaften und Schwiegerfamilien?