Ideen für den Ehering Verstorbener #1 Statement-Ring

Statementring mit Mondsteinen, Saphiren und einer Perle gearbeitet aus Eheringen in Weißgold für die Witwe – Goldschmied Neugebauer

In der Artikelreihe Ideen für den Ehering Verstorbener stelle ich Dir Schmuck vor, der aus Eheringen entstanden ist. Meine verstorbenen Eltern hatten zwei Paar Eheringe, eins aus Gelbgold und eins aus Weißgold. Für meine Mutter kam es nicht in Frage, ihren Ehering nach dem Tod meines Vaters weiter zu tragen. Zum einen war sie erst 36 Jahre als sie Witwe wurde, zum anderen hatte sie recht schnell einen neuen Partner. Das passte beides nicht dazu, einen Witwenring zu tragen.

Aus den Gelbgoldringen haben meine Schwester und ich je einen neuen Ring unter Goldzugabe gefertigt bekommen. Meinen zeige ich Dir in #6 am Freitag. Heute geht es um die Umarbeitung der Weißgoldringe. Die beiden Ringe wurden umgearbeitet, blieben aber sichtbar. Meine Mutter liebte Schmucksteine, besonders blaue Saphire und Mondsteine, und den Stil von Goldschmied Neugebauer. Dieser Ring ist eine seiner letzten Arbeiten aus Anfang der 1980er, er ist kurz darauf selbst verstorben.

Leider gab es bei der Designabsprache ein Missverständnis. Meine Mutter wollte, dass die Eheringe verarbeitet werden, aber sie sollten nicht mehr erkennbar sein. Der Goldschmied hat sie so verstanden, dass sie sichtbar sein dürfen. Er dachte wohl, dass es ihr genau darum ginge. So war sie mangels Abstimmungsschleifen bereits bei Abholung des Rings ziemlich enttäuscht. Weil sich der Ring mit den gefassten Steinen nicht einfach mal so eben schnell ändern lässt, blieb er so.

Statementring mit Mondsteinen, Saphiren und einer Perle gearbeitet aus Eheringen in Weißgold für die Witwe – Goldschmied Neugebauer

Für meine Mutter sah der Ring mit den verbundenen Ringschienen offensichtlich nach Witwenring aus. Ich habe das nie so empfunden und liebte den Ring vom ersten Moment an. Es hat nur ein paar Jahre gedauert, bin ich ihn als dauerhafte Leihgabe bekommen habe. Irgendwie hing sie dann doch daran und hat ihn erst rausgerückt, als er ihr viel zu eng war und eine Vergrößerung wegen der Steine nicht in Frage kam.

Eine dauerhafte Leihgabe nennen wir in meiner Familie das, wenn der Schmuck den Besitzer, aber nicht den Eigentümer, wechselt und man ihn gebrauchen darf, als ob es der eigene wäre, und gegebenenfalls entstehender Verlust oder Beschädigung nicht ersetzt werden muss. So trägt meine Schwester zum Beispiel seit Jahren täglich meine Schrankhüter-Brillant-Ohrringe und ich habe einen tollen Cocktailring zur Verfügung.

Statementring mit Mondsteinen, Saphiren und einer Perle gearbeitet aus Eheringen in Weißgold für die Witwe – Goldschmied Neugebauer

Zurück zu dem Ring, den man heute Statement-Ring nenne würde: Er ging nach dem Tod meiner Mutter in meinen Besitz über. Ich habe ich ihn viele Jahre fast täglich getragen und hätte ich mich nur für einen Ring aus der Schmuckschatulle meiner Mutter entscheiden dürfen, wäre es dieser gewesen.

Obwohl er so hoch ist, bleibe ich mit ihm nicht hängen. Er trägt sich trotz Größe und Gewicht absolut organisch und war in den Jahren meiner Schwarzphase immer ein besonderer Hingucker. Da ich seit einigen Jahren kaum noch silberfarbenen Schmuck trage, liegt er heute meistens im Tresor.

Siehst Du die einzelnen Eheringe in diesem Ring oder den Ring als Ganzes?

Hier geht es zu den anderen Artikeln der Reihe: Ideen für den Ehering Verstorbener.