Stilreise – lebenslange Entwicklung des Kleidungsstils

Bei meinem Beruf als Stilberaterin ist es wichtig, dass ich mich selbst gut kenne. Es ist meine Aufgabe, meinen persönlichen Geschmack bei Beratungen herauszulassen oder mindestens zu benennen und im Rahmen der Möglichkeiten objektiv zu beraten. Das ist einer der Gründe, warum ich auch bei mir regelmäßige Kleiderschrankinventuren mache und meine Käufe analysiere. Dazu gehört auch, Biographiearbeit zu leisten. Wie das aussehen kann, zeigt diese Stilreise.

Stilreise – ein Blick auf 45 Jahre Kleidung einer Hamburgerin

Im letzten Monat habe ich mir die Zeit genommen, eine Stilreise in die Vergangenheit zu unternehmen und mir Gedanken zu machen, wie sich mein Stil verändert hat im Lauf des Lebens und was konstant geblieben ist. Auslöser dafür war der Beitrag bei here I am über die Betrachtung ihrer Outfits in den 1990ern.

Vorgehensweise

Bei Überlegungen zur lebenslangen Entwicklung des Stils und dem zeitgleichen Überdenken einer Freundschaft fiel mir auf, dass nicht nur Freundschaften und Hautbeschaffenheit einem 7-Jahre-Zyklus1 unterliegen. Auch die Veränderungen in meinem Stil und bevorzugten Farben folgen dem 7-Jahre-Zyklus mit +/- einem Jahr. Das wurde deutlich, als ich eine Tabelle mit folgenden Spalten erstellt habe

  • Jahreszahlen von meiner Geburt 1971 bis heute
  • einschneidende Erlebnisse
  • Konfektionsgröße
  • Basisfarben
  • Akzentfarben
  • Stil
  • Marken
  • Schmuck (Farbe, Größe, Stil)
  • Einheitslook
  • Key Piece

Außerdem habe ich notiert, welche Kleidungsstücke Dauerbrenner sind und was mir noch nie stand. Den sich herauskristallisierenden Phasen habe ich Namen gegeben. Fotos werde ich Dir nur sehr wenige neue bieten, denn bei den meisten habe ich keine Möglichkeit, den Fotografen um Erlaubnis zu fragen, so dass sie im Familienalbum bleiben. Meine Worte werden bestimmt trotzdem die entsprechenden Bilder vor Deinem inneren Auge entstehen lassen.

1971 – 1976 Fremdbestimmt

Ines Meyrose 1973 in HH-Bergstedt

1973 in Hamburg-Bergstedt

Die ersten Jahre haben meine Eltern und Großeltern die Kleidung ausgesucht. Als Kind der 1970er gab es natürlich große Karos und Gelb als Akzentfarbe. Für feine Anlässe dunkelblaue Trägerkleider mit weißen Spitzenblusen. Angeblich war ich aber schon als Kind eigen darin, was ich letztendlich von den Sachen tragen wollte und was nicht.

1977 – 1984 Erste Schuljahre und Schulwechsel

Ines Meyrose 1977 Einschulung

1977 Einschulung

Schmetterlingsmotiv auf Kinderohrring in Gelbgold

Der Rest meines ersten Ohrrings

Jeans oder Shorts und T-Shirt im Alltag und dunkelblaue Cordhose mit rotem Nickypullover als bessere Alltagskleidung gefielen mir. Dass 1980 H&M nach Hamburg kam, hat mein Kleidungssortiment erweitert. 1980 gab es zu Weihnachten das erste edle Seiden-Nickituch in wunderbarem Rot. Das hat mich ewig begleitet.

Zarten Schmuck gab es aus Gold und Silber. 1981 starb mein Vater, was mich erst 1983 das Lachen hat wieder finden lassen. 1984 hat mich ein Schulwechsel zwei Freundinnen finden lassen, die auch heute noch an meiner Seite stehen. Damit sind die ersten beiden Septennia modisch unspektakulär abgeschlossen.

Ines Meyrose ca. 1979

1979 oder 1980 mit meiner Mutter auf unserer Terrasse mit Blau und Rot

1985 – 1992 Segelfliegerzeit im Anti-Look

Ines Meyrose 1985 in Zürich

1985 in Zürich beim Besuch einer Brieffreundin – man beachte die Swatch der 1. Generation

1985 habe ich Mode entdeckt und angefangen, den Kleiderschrank meiner Mutter für Tanzstunden zu plündern. In der Zeit hätte ich gerne viel mehr Geld für all die schönen Sachen gehabt. Mit Größe 34 passte ich nämlich überall rein!

Ines Meyrose 1988 beim Segelfliegen in Fischbek

1988 im Segelflugzug – auf dem Flugplatz in Fischbek zu Gast, bei dem ich jetzt in der Nähe wohne

1986 habe ich mit Segelfliegen angefangen und seitdem fast die gesamte Freizeit auf dem Flugplatz verbracht. Im Winter in der Werkstatt, den Rest des Jahres draußen. Da wurde ständig etwas dreckig und der bis heute lebende M-51 Parka war der beste Begleiter neben anderen großen, langen Mänteln. Ohne Tuch – von meiner Mutter uncharmant Schweinelappen genannt – war ich kaum zu sehen. Mein dunkelrosa Seidenschal wurde bis zum Zerfetzen getragen. Der Schmuck ist aus Silber und zierlich. 1988 war es mit dem dünnen Leben vorbei und Größe 38/40 ein persönliches Desaster.

Ines Meyrose 1988 in Hörmun auf Sylt

1988 in Hörnum auf Sylt

Ansonsten trug ich am liebsten Jeans mit Sweatshirt, gerne in lila von Jean Pascale. 1991 zog ich direkt nach dem Abitur von zu Hause aus vom Stadtrand mitten in die Stadt nach Eimsbüttel und machte eine Ausbildung zur Speditionskauffrau. Mit Segelfliegen hörte ich 1992 auf, womit sich dieser Zyklus schließt.

1993 – 1999 Klassische Jahre

Im Januar 1993 hatte ich letztmalig lange Haare, also bis zum Kinn auf einer Länge außer dem Pony. Seitdem trage ich kurze Haare in verschiedenen Längen. Mit inzwischen Größe 40/42 wurde der Look im Büro klassischer und Sophia Szagun mein Lieblingsladen. Kennen vermutlich nur Hamburger. Diese sechs Jahre stehen unter dem Stern einer Beziehung, die 1997 zu einer Hochzeit und 1999 mit Größe 44 zu einer Scheidung führte. Passend zum klassischen Lebensplan gab es klassische Kleidung. Etwa 1997 habe ich eine Vorliebe für schwarze Kleidung entwickelt, die bis 2005 anhielt. Das ist der einzige Zeitraum, der sich über zwei halbe Septennia erstreckt, in sich aber auch sieben Jahre gedauert hat.

Ines Meyrose 1997 in Dänemark

1997 beim Drachensteigenlassen in Dänemark

Am Anfang dieser Vorliebe gab es noch Sonnenblumengelb dazu bei einer Winterjacke und einem Nickituch. Außerdem war ein riesiger kobaltblauer Seidenschal an mir festgewachsen. Schmuck ist aus Silber oder Bi-Color mit Gold und deutlich größer und mit farbigen Steinen.

Der schwarze Lieblingswollpullover hatte einen V-Ausschnitt, war weit, gerade geschnitten und lang genug für enge Hosen. Er wurde bis zum Auseinanderfallen zusammen mit einer schwarzen engen Stretchhose von Closed getragen, die Modemathematik ging trotz hohem Preis auf. Ich erinnere ich mich heute noch genau an den Kauf in einer Timmendorfer Boutique. Kleider hatten eine im Nachhinein betrachtet ungünstige, der Mode entsprechende 7/8-Länge. Immerhin hatten sie als Kleider eine durchgehende Farbfläche und waren nicht noch Röcke …

2000 – 2007 Schwarze Jahre

2000 habe ich verwendet, um mich – wieder bei Größe 42 – zu sortieren. Der neue Look dazu bestand aus kurzen, engen Oberteilen. Neujahr 2001 war mir klar, dass ich ein neues berufliches und teilweise auch privates Umfeld brauche. Auf Umwegen hat sich dann beides gefunden.

Ines Meyrose 2006

2006 mit roten Haaren

Seit 2002 bin ich mit meinem Mann zusammen. 2003 haben wir ein Haus zusammen gekauft und meine Mutter ist gestorben. Die Hochzeit 2004 hat mir gut getan und den Anstoß zu weiteren Veränderungen gegeben. 2005 habe die Ausbildung zur Farb- und Stilberaterin gemacht, meine Firma gegründet und das Studium zur Kommunikationswirtin begonnen. Damit endeten die schwarzen Jahre in der Kleidung. In der schwarzen Phase hatte ich meistens rot gefärbte Haare. Ein bisschen Farbe musste wohl doch sein. Die kurze Rosa-Phase bei Oberteilen hätte ich mir allerdings besser geschenkt. Bis 2007 habe ich meinen Look durch das neue Umfeld verjüngt und wurde kurzzeitig markenaffiner.

2007-2014 Bunte Phase

Meyrose #ootd 20140727 mit Pullover von TE Hamburg

2014 im Oversized-Pullover

Mit den Ende des Intensiv-Studiums 2007 begann ich, bis zu Größe 48 dicker zu werden, weil ich mehr im Home-Office war als vorher. Bei der Kleidung hat sich seit 2005 die Basisfarbe von Schwarz auf Dunkelbraun verschoben. Akzentfarben wurden Orange und Pistaziengrün. Lila und Petrol gab es auch immer wieder.

Ines Meyrose Frühlingsoutfit 2015

2015 in tuffig-weiter Bluse

Dann wurden die Farben heller, immer mehr weite weiße Blusen kamen in den Schrank und Rot wurde liebste Akzentfarbe. Im Zuge des immer runder werdenden Körpers wurde der Kleidungsstil verspielter und extravaganter im Stil von TE Hamburg. Ich trug ganzjährig fast nur Kleider.

Allerdings wurde ich immer betrübter, weil mir die Ziele im Leben fehlten. Alles Gewünschte erreicht zu haben, ist so schön. Aber Stillstand ist Rückschritt. Ich wollte und will auch heute keinen Rückschritt. Aber wohin ich wollte, wusste ich nicht.

Mit dem plötzlichen Ende einer Freundschaft, die mich das halbe Leben lang begleitet hat, war meine Krise auf dem Höhepunkt. Ich habe dann ernsthaft überlegt, ob ich anfange Golf zu spielen oder einen Hund haben möchte. Das Ergebnis kennst Du. Ich bin froh, mich für den Hund entschieden und genau diesen gefunden zu haben!

Seit 2015 Hundejahre

Ines Meyrose mit Sneaker Nike Elite Leather SI

2015 mit Sneakern und Paul

Im Januar 2015 hat Paul mein wohl sortiertes Leben aufgewirbelt. Das brachte nach ein paar Monaten – anhaltend bis heute – einen Schwung neuer Klamotten mit sich. Braun ist immer noch viel vertreten, aber es gibt auch wieder mehr Marineblau. Rot und Gelb setzen Farbtupfer und Oliv taucht bei mir immer wieder mal auf. Die im Schrank am meisten vertretene Marke ist Armor Lux und wider Erwarten trage ich sogar freiwillig Sneaker.

Ines Meyrose #ootd 20160228 mit Ringelshirt von Armor Lux, Lederjacke von Lindgroen, Jeans von Please und Camper-Boots - Schal Scandic

2016 Marine on the Rocks

Sportlich-funktionale Kleidung hat sich breit gemacht. Form follows function ist das Motto. In Größe 42 mag ich mich in sportlicher Kleidung auch wieder leiden und bin wieder angekommen in dem, was in den anderen Perioden Standard war: High Class Leger Chic.

No Gos

Niemals standen mir Hellgrau, Türkis, ausgestellte 3/4 Hosen und weite, lange Röcke – trotz einiger Versuche.

Dauerbrenner

Ines Meyrose #ootd mit Rollkragenpullover A4 in schokoladenbraun von Wool Overs

2015 im Dauerbrenner Rollkragenpullover

Immer wieder und völlig modeunabhängig gerne trage ich Rollkragenpullover, V-Ausschnitt-Pullover, Jeans, Stretchhosen, farbig-dunkle Strumpfhosen, weiße (weite) Blusen, feingestrickte Wolle und Kaschmir, matte Stoffe, Kleider mit Bewegungsspielraum, Kapuzen, Halbschuhe, Boots, Tücher aus leichtem Material und Einzelteile bei Schmuck. Marineblau und Dunkelbraun sind meine Basisfarben, Rot und Gelb die dominanten Akzentfarben. Olive und Orange tauchen auch immer wieder auf.

Außerdem kaufe ich schon mein Leben lang das Hochwertigste, was ich mir mit meist gutem Gewissen leisten möchte. Wie heißt es in der Werbung so schön: Weil ich es mir wert bin!

Fazit

Mein Stil unterliegt eindeutig den 7-Jahres-Zyklen und ist gewichtsabhängig. High class leger chic passt insgesamt am besten zu mir. Je schlanker ich bin, umso sportlicher ist meine Kleidung – was nichts mit sportlicher Betätigung zu tun hat.

Je dicker ich wurde, umso extravaganter und verspielter wurde die Kleidung in der Vergangenheit. Das liegt daran, dass Übergewicht bei mir in Jeans und T-Shirt einfach nicht gut angezogen aussieht. Außerdem lenken ungewöhnliche Schnitte und verspielte Details ebenso von ungeliebten Zonen ab wie Muster.

Jetzt bin ich gespannt auf 2021. Im Moment möchte ich gar keine Veränderung und 2 x 7 geht ja auch. Wir werden es sehen …

Wie sieht Deine Stilreise aus?

  1. Interessante Artikel dazu findest Du hier http://anthrowiki.at/Siebenjahresperioden und http://www.fuersie.de/lifestyle/kultur/artikel/phaenomen-7-jahres-zyklus/page/2 und http://www.gehvoran.com/2015/04/sieben-jahres-zyklus-der-menschheit-mut-zur-wahrheit/ und http://andy-beyer.de/die-lebenszyklen.html. []

Buchreview: Ihr perfekter Auftritt

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Ihr perfekter Auftritt: Erfolgreich durch Farbe, Stil, Image (Affiliate-Link)
von Waltraud Böhme

An Kleidung und Umgangsformen führt kein Weg vorbei, wenn man beruflich erfolgreich sein möchte. “Wer sich richtig anzieht, zieht die richtigen Menschen an.” schreibt die Autorin im Vorwort so treffend. Oder wie mein Mann gerne sagt: “Jeder bekommt die Kunden, die er verdient.”

Wenn das Außen zum Innen passt

Waltraud Böhme schreibt, dass wer bei Farben und Stil passend gekleidet sei, Komplimente für sich und nicht für sein Aussehen bekäme (Seite 45). Das unterschreibe ich sofort. Der Unterschied zwischen ich finde Dein Kleid schön und ich finde Dich attraktiv ist immens, oder? Um das zu erreichen, kannst Du auf viele Dinge achten.

Farbe

In Teil I stellt die Autorin Farben mit ihren Wirkungsbereichen vor in Kultur, Sprache, Psychologie, Räumen, Kunst und Kleidung. Der allgemeine Teil ist ausführlich, der Teil zu Farbtypen bei Menschen knapp gehalten. Anschauliche Beispiele machen die Texte lebendig. Es gibt im Anhang des Buchs ein Literaturverzeichnis, zu dem mir allerdings die Bezüge in den Texten fehlen.

Stil + Image

Teil I umfasst Stil, Image und Dresscodes. Der Teil zu Stiltypen bei Menschen wird nur kurz angerissen, sechs Seiten inkl. Bildern sind für meinen Geschmack zu wenig dafür. Da entschädigt auch der zweiseitige Persönlichkeitstest im Anhang dazu nicht. Der Teil zu körperlichen Proportionen kommt ebenfalls meines Erachtens nach zu kurz. Auf Dresscodes und Kleidung im beruflichen (Büro-)Umfeld geht die Autorin umfassend ein. Das Thema Image – also der Eindruck, den andere Menschen von uns bekommen – das Bild, das sie sich von uns machen – findet an mehreren Stellen Raum. Die Autorin weist auf für mich angenehme Weise immer wieder darauf hin, dass Kleidung und Auftreten eine große Rolle haben.

Nonverbale Kommunikation

Zum Auftreten gehört neben der Kleidung die Körperspräche in den Bereich der nonverbalen Kommunikation. Mein Gegenüber bekommt einen Eindruck von mir aufgrund von Kleidung, Gestik, Mimik und Haltung. Dann erst hört er irgendwann meine Stimme und vielleicht sogar, was und wie ich etwas sage. In Teil III wird der Bereich Körpersprache anschaulich betrachtet. Entsprechende Umgangsformen schließen das Auftreten ab. Dazu werden Beispiele aus der beruflichen Praxis vorgestellt.

Businesskleidung

Bücher über Farben, Stil und Image gibt es viele. Meine Empfehlungen findest Du dazu bei image&impression unter Tipps & Tricks => Buchempfehlungen. Dieses Buch von Waltraud Böhme wird dort einen Platz darin finden in der Rubrik Businesskleidung für Männer und Frauen, weil der Schwerpunkt des Buchs im geschäftlichen Bereich liegt.

Fazit

Das große DIN A4 Format gefällt mir. Das Buch ist schön aufgemacht und ich spüre beim Lesen die Begeisterung der Autorin für das Thema. Gut gefällt mir ebenfalls, dass Fotos einige Aussagen illustrieren und dass es für Männer und Frauen gleichermaßen geschrieben ist. Wer sich eine professionelle Farb- und Stilberatung sparen und anhand des Buchs selbst erarbeiten möchte, wird dabei meiner Einschätzung nach nicht die gewünschte Anleitung finden. Wer ein Buch für Image und Auftreten sucht, wird gute Anregungen erhalten.

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Das Buch wurde mir vom R. G. Fischer Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Buchreview: Stil – Der perfekte Look für jede Frau

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Stil: Der perfekte Look für jede Frau (Affiliate Link)
von Kathrin Hunold

Auf der Basis grundlegender Farb- und Stiltypen gibt die Berliner Stilberaterin Tipps für Frauen, wie ein passender, persönlicher Look zu komponieren ist. Die Autorin stellt fünf Stiltypen mit ihren Merkmalen und Fallstricken vor. Der Teil zur Farbberatung ist kurz gehalten, die abgedruckten Farbbeispiele perfekt passend. Wer dazu mehr wissen möchte, kommt um eine persönliche Beratung nicht herum. Wer anhand der groben Richtung schon genug zur Umsetzung weiß, findet gute Anregungen.

Figurtypen

Bekleidungsstipps passend zur eigenen Figur findest Du mit der Einteilung in A-,H-,O-,V-, und X-Typ, was ergänzt wird mit Tipps für kleine und lange Frauen. Die Tipps zu den Figurtypen sind an sich nicht neu, das Rad lässt sich schwerlich neu erfinden. Was aber neu ist oder sich in diesem Buch besonders von anderen mir bekannten abhebt, ist die Tiefe der Details.

Konkrete Stylingtipps

Die Beschreibungen der passenden Teile sind sehr konkret und zeitgemäß in der Benennung der Stoffe, Farben, Texturen. Cremeweiße Perlenkugelohringstecker mit einem Durchmesser von 5 mm kann ich mir viel besser vorstellen als nur kleine Ohrringe. Das Beispiel habe ich mir ausgedacht, aber es steht für die Idee dahinter. Schwarzer Tweetwollstoff ist auch konkreter als dunkler, schwerer Stoff. So entstehen beim Lesen Bilder vor Deinen Augen, die die Übertragung und Umsetzung auf Deine Bedürfnisse erleichtern.

Ergänzend dazu gibt es Tipps für Businessoutfits, Interviews mit Prominenten aus dem Bereich der Mode, einen Einkaufsleitfaden und den obligatorischen Garderoben-Check. Warum obligatorisch? Weil die Gedanken zur eigenen Garderobe wenig Sinn machen, wenn ich keinen Überblick über meinen Bestand habe.

Bei diesem Buch gefällt mir besonders gut, dass es konkrete Kundenbeispiele aus der Praxis der Autorin beinhaltet. Anhand der Veränderung weniger Details lässt sich oft bereits die gewünscht Wirkung erzielen, ohne dass ein neues Kleidersortiment fällig ist.

Fazit

Ein gelungenes Buch für alle, die an ihrem äußerlichen Stil arbeiten möchten. Die Beispiele regen zu eigenen Gedanken an. Die Fotos und die wertige Aufmachung des Buchs wirken ansprechend. Ich nehme es bei den Buchempfehlungen bei image&impression auf.

Die dfv Mediengruppe Fachbuch hat mir das Buch als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Es ist über die üblichen Quellen und im Webshop bei der dfv Mediengruppe Fachbuch zu bestellen.

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Leser_innen-Interview #8: Stephanie

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Stephanie,

in Deinem Blog Die Modeflüsterin – Stil für starke Frauen schreibst Du seit 2012 sonntags über Mode, gibst umfassende Tipps für typgerechte Kleidung und das ganze Drumherum.

Ob es um Figurtypen, passende Farb- und Musterverteilung geht oder modische Accessoires – Dir fällt immer etwas Neues dazu ein. Als Künstlerin illustrierst Du in Deinem ganz eigenen Stil mit Zeichnungen die Themen. Deine Leserinnen schätzen den intensiven Austausch in den Kommentaren und auch per E-Mail mit Dir.

Was ist Deine Motivation, den Blog in dieser Form zu betreiben?

Modeflüsterin Logo http://blog.modefluesterin.de/Die Modeflüsterin ist meine Herzensangelegenheit. Ich habe mich schon immer sehr intensiv mit Mode, Proportionen und Farben auseinander gesetzt.

Mit zunehmenden Jahren und nachdem ich gefühlte Millionen von Mode-Zeitschriften, Mode-Büchern und – später – auch Online-Ratgebern durchforstet habe, stellte ich fest, dass die meisten Tipps entweder viel zu oberflächlich oder eben für mich nicht gültig sind. Dass es niemals darum geht, Frauen wie mir nützliche, umsetzbare Tipps an die Hand zu geben, die sie wirklich attraktiver machen. Sondern vielmehr darum, mit immer neuen, vermeintlichen Must-haves und Trends eine Art kontinuierlichen Kaufzwang herzustellen.

Meinen Freundinnen schien es auch nicht besser zu ergehen: Trotz überfüllter Kleiderschränke hatten sie nie das Richtige zum Anziehen und der Frust in der Umkleidekabine war groß, wenn mal wieder ein aktueller Trend nicht zum eigenen Körper passen wollte. Frauen haben eine selbstmörderische Tendenz, in solchen Situationen sofort die Schuld beim eigenen Körper zu suchen. Das Selbstbewusstsein rutscht in den Keller.

Das wollte ich ändern. Ich dachte mir: Wenn meine Freundinnen und ich diese Probleme haben, dann gibt es sicherlich noch viel mehr Frauen mit unterschiedlichsten Körperformen, Farb- und Mode-Stilen, denen es ähnlich ergeht. Ich wollte meine Leidensgenossinnen einfach an meinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben lassen. Ich will ihnen zurufen:

“Ihr seid gut so, wie Ihr seid! Ihr müsst Euch nicht schlecht fühlen, wenn Ihr in angesagte Trendteile nicht reinpasst oder einen trendy Look nicht tragen könnt! Das liegt nämlich nicht an Euch, sondern an der Mode-Branche. Ihr könnt mit einer ganz normalen weiblichen Figur – ob klein, groß, dick oder dünn – toll aussehen, stolz auf Euch sein und selbstbewusst durchs Leben gehen!”

Ich habe sozusagen meine Mission gefunden.

Illustration von Stephanie Grupe - http://blog.modefluesterin.de/

Da ich hauptberuflich PR-Beraterin bin, war mir klar, dass ein Blog ein tolles Instrument sein würde, um mit anderen Frauen Kontakt aufzunehmen und in den Dialog zu treten. Meine jahrelange künstlerische Betätigung machte es mir leicht, meinen eigenen visuellen Ausdruck für die Modeflüsterin zu finden. Und mein Psychologie-Studium – auch wenn es lange her ist – hilft mir dabei, mich in die psychologischen Aspekte von Mode und Stil einzuarbeiten.

Die Modeflüsterin vereint all das zusammen mit meiner absoluten Loyalität und Wertschätzung für Frauen, die selbstbewusst im Leben stehen, die ihr Leben aktiv, aber auch rücksichtsvoll und achtsam gestalten und die es einfach verdient haben, auch modisch nach ihren eigenen Maßstäben zu leben. Jede Frau kann attraktiv sein – egal wie alt sie ist und wie viele Kilos sie gerade auf die Waage bringt. Das ist meine feste Überzeugung, für die ich als Modeflüsterin stehe.

Was ist für Dich eine starke Frau und was bedeutet Stil für Dich?

Starke Frauen sind für mich Frauen, die ihr Leben vielleicht nicht immer im Griff haben – wer hat das schon? -, aber zumindest immer in Angriff nehmen, anpacken, Probleme lösen. Die ihr Leben aktiv gestalten und sich niemals etwas einreden oder aufdrücken lassen, das nicht ihrer eigenen Persönlichkeit, ihren Werten, Zielen und Träumen entspricht.

Starke Frauen sind Frauen, die konsequent sind, loyal und treu – aber aus den richtigen Gründen und keinesfalls blind. Die Kompromisse eingehen können, für andere da sein können, eine gute Freundin, Partnerin, Mutter, Tochter, Schwester sind – aber ohne sich dabei verbiegen zu müssen. Frauen, die sich nicht ständig mit anderen vergleichen, sondern die ganz normalen menschlichen Unterschiede respektieren – und es einfach aushalten können, dass andere anders denken, anders leben, anders sind. Ohne sie deshalb schlecht zu machen oder sich selbst klein zu fühlen. Frauen, für die Abgrenzung nicht gleich Ausgrenzung bedeutet.

Wenn man die obigen Kriterien für starke Frauen einmal modisch betrachtet, ergibt sich daraus genau mein Anspruch für guten Stil: Am eigenen Stil muss aktiv gearbeitet werden, er fliegt nicht automatisch zu. Man muss sich damit auseinandersetzen, wer man ist, was man will, was einem wichtig ist, wie man gesehen werden will. Guter Stil bedeutet, seiner Persönlichkeit treu zu bleiben, sich aber gleichzeitig anpassen zu können, wenn es der Anlass erfordert. Guter Stil ist, wenn Mode nicht zur gesellschaftlichen Ein- oder Ausgrenzung genutzt wird, sondern ein integraler Bestandteil des Selbstausdrucks, der eigenen Identität ist.

Was ist Dein konkretes Lieblingsteil im Schrank, auf das Du am wenigsten verzichten möchtest und warum?

Diese Frage ist für mich zunehmend schwieriger zu beantworten. Denn ich arbeite ja seit mehreren Jahren daran, nur noch Lieblingsteile im Schrank zu haben. Aber wenn ich einmal Revue passieren lasse, für welche Kleidungsstücke ich – neben Jeans und schwarzen Hosen – am meisten Geld investiert habe, dann kommt eine ganz interessante Liste zusammen:

  • Meine Trenchcoats von Burberry
  • Meine Biker-Jacke von Belstaff
  • Meine drei Kleinen Schwarzen von Talbot Runhof, St. Emile und Laurél
  • Meine Blazer von Max Mara, Ralph Lauren, Marc Cain und Chanel
  • Mein klassischer Hosenanzug von Boss
  • Meine Hemdblusen- und Tageskleider von René Lezard und Marina Rinaldi
  • Meine Seidenblusen von St. Emile, Diane von Fürstenberg und Windsor
  • Meine Hemdblusen von Strenesse, Jil Sander und VanLaack
  • und meine tolle Schuh-Auswahl von Miu Miu, Dolce & Gabbana, Philip Lim, Roger Vivier, Bally und Tods.

Bevor ich jetzt noch mehr Schleichwerbung betreibe, fasse ich einfach mal zusammen: Ich sammle seit Jahren hochwertige, relativ zeitlose Kleidungsstücke. Und wenn ich so über die obige Aufzählung blicke, dann könnte man meinen, ich sei das Luxusgeschöpf schlechthin. Das ist aber nicht so. Denn ich kaufe sehr, sehr wenig.

Da ich sehr genaue Vorstellungen davon habe, was mir steht und was ich brauche, finde ich nur wenig wirklich Passendes. Wenn ich es aber dann doch entdecke, weiß ich, dass ich es jahrelang intensiv tragen werde und kann mir die beste verfügbare Qualität leisten. Dann reden wir von der berühmten Modemathematik oder cost per wear, die wir beide ja auch schon einmal in unserem Interview zur Nachhaltigkeit in der Mode angesprochen hatten.

Welches Kleidungsstück würdest Du gerne erfinden?

Auch das ist eine schwierige Frage. Ich denke, eine perfekt sitzende Jeans, die einen zwei Größen schlanker erscheinen lässt und einen tollen Knackpo macht, wäre nicht schlecht. Nach coolen Jeans suche ich immer ewig. Und dann wäre mein Traum, ein Kleid zu erschaffen, das so wandelbar ist, dass man eine Kleidergröße zu- oder abnehmen kann und immer noch blendend darin aussieht – elegant, stark und eben Best-of-Ich. Und das natürlich so bequem ist, dass man sich darin fühlt wie im Schlafanzug. Und das auch mit flachen Schuhen nichts an Eleganz verliert. Der ganz normale Mode-Wunschtraum eben.

Deine ursprüngliche Haarfarbe ist dunkel, heute bist Du blond. Wie ist Deine Einstellung zu grauen Haaren?

Ich mag graues Haar sehr gerne. Besonders bei kühlen Farbtypen passt das hervorragend. Und ich werde definitiv irgendwann selbst silbergraue Haare haben. Aber wann es so weit sein wird, weiß ich noch nicht. Derzeit überprüfe ich diese Möglichkeit jedes Jahrzehnt aufs Neue ;-) .

Bisher hat mir meine Friseurin Astrid davon abgeraten. Sie sagt, ich wäre noch zu jugendlich für graue Haare. Aber sobald ich 60 werde, werde ich das sicherlich noch einmal neu überdenken. Und dann wieder mit 70 … – wenn das Leben mir diese Chance dann noch einmal gewährt. Es bleibt spannend.

Wenn Du fremde Menschen auf der Straße siehst, was begeistert Dich optisch und worüber schüttelst Du den Kopf?

Ich finde es schade, wenn ich Frauen entdecke, die weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Die ihr Potential nicht ausschöpfen. Weil sie es entweder nicht besser wissen oder vielleicht weil sie aus Frustration irgendwie aufgegeben haben, sich wirklich hübsch zu machen. Ich erkenne in ganz vielen Frauen wunderschöne Details und frage mich dann, warum die Frau dieses Detail nicht modisch mehr betont. Viele Frauen wissen gar nicht, wie schön sie eigentlich sind.

Ein wichtiger Bestandteil des Looks ist dabei die Frisur und das Makeup. Selbst mit dünnen, kurzen Haaren kann eine Frau gepflegt und schick aussehen – mit dem richtigen Haarschnitt und einem dezenten Makeup. Ich würde am liebsten allen Frauen zurufen: Suchen Sie sich den besten Friseur, den Sie sich leisten können! Dieser verwandelt Sie auch in Jeans und T-Shirt zur schicksten Version Ihres Selbst.

Apropos Haare, Makeup und Pflege: Ich sehe leider sehr viele Frauen – aber auch Männer -, die nicht sehr gepflegt sind. Und das geht aus meiner Sicht gar nicht. Denn wer aufgibt, sich selbst zu pflegen und auch seine Kleidung in ordentlichem Zustand zu halten, hat auch im Leben aufgegeben. Selbst einfachste Kleidung sieht attraktiv aus, wenn der Mensch darin gepflegt wirkt und die Kleidung sauber, frisch und glatt ist. Dabei geht es nicht um Geld. Sondern um Disziplin, Selbstwertgefühl, ein bisschen Stolz und eine bestimmte Haltung gegenüber dem eigenen Körper, dem eigenen Leben und den Mitmenschen. Sich hängen lassen und aufgeben kann jeder. Auch unter schwierigeren Umständen einen Rest von Haltung – und Würde – zu bewahren, ist man sich selbst und dem wertvollen Gut Leben einfach schuldig.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Ich liebe es, mich mit anderen starken Frauen auszutauschen. Blogs sind eine hervorragende Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu verbinden, einen Einblick in ihr Leben und ihre Gedankenwelt zu erhaschen. Man merkt recht schnell zwischen den Zeilen, wie Menschen ticken, ob sie authentisch, positiv und lebensfroh sind oder ob sie nur versuchen, sich auf irgendeine Art zu inszenieren. Im besten Fall entwickeln sich freundschaftliche Gefühle.

Bloggen ist ja eine Art Brieffreundschaft zwischen der Bloggerin und ihren Leserinnen, aber eben auch zwischen Bloggerinnen untereinander.

Solche Brieffreundschaften kann man gar nicht genug schätzen. Sie sind oft ein sehr starkes, menschliches Band. Denn von beiden Seiten wird ein gewisser Aufwand erwartet. Dieser setzt ein großes Interesse am anderen voraus. Es ist schon lange meine Überzeugung, dass Frauen viel mehr netzwerken, in entscheidenden Dingen des Lebens zusammen halten, sich auch mal gegenseitig bestärken und Kraft geben sollten. Aus meiner Sicht hervorragende Blogs und die starken Frauen dahinter machen genau das.

Welcher Satz steht für Dein Leben?

Die Quintessenz von über 50 Jahren Leben in einen Satz zu fassen, ist kaum möglich. Und ich möchte jetzt auch nicht zu esoterisch klingen. Aber wenn ich über alles nachdenke, dann komme ich immer wieder auf bestimmte Grundfesten zurück, die für mich das Leben ausmachen: Ich bezeichne diese als Herzenswerte. Diese sind es, die dem Leben Tiefe und Sinn geben.

Dazu gehört es für mich, aufrecht und aufrichtig durchs Leben zu gehen, Menschen mit Neugierde und offenem Herzen zu begegnen. Rücksichtnahme und Respekt in allen Lebenslagen zu beweisen. Niemanden wissentlich zu verletzen. Und möglichst alles, was man tut, mit Liebe, Leidenschaft, Hingabe und Überzeugung zu tun. Es heißt ja immer: “Leben heißt Lernen”. Und ich denke, es könnte tatsächlich sein, dass wir dieses Leben nur geschenkt bekommen haben, damit unsere Herzen Zeit zum Lernen haben.

Vielen Dank für das Interview!

Hast Du weitere Fragen an Stephanie? Dann besuche ihren Fashion-Blog und stell sie dort im Kommentarfeld oder hier. Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir.

Hier findest Du die bisherigen Interviews: Leser_innen-Interview by meyrose.

Buchreview: How To Be Parisian wherever you are

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How To Be Parisian wherever you are: Liebe, Stil und Lässigkeit à la française - Deutsche Ausgabe (Affiliate Link) von Anne Berest, Audrey Diwan, Caroline de Maigret, Sophie Mas – Deutsch von Carolin Müller

Ich gestehe hier über etwas zu schreiben, von dem ich keine Ahnung habe. Ich kenne nur den Mythos der Pariserin, aber um genau den geht es hier. Man muss nicht Pariserin sein, um deren Lebensstil zu pflegen. Und sicherlich passt nicht jede Pariserin zu den teilweisen Klischees. Da gehen beim Hamburger Chic (Rezensionsexemplar) und Berliner Stil die Meinungen ja auch bereits auseinander … wobei ich die Hamburger Arroganz durchaus schätze …

Laissez-faire jetzt!

Warum schreibe ich trotzdem darüber? Weil ich das Buch gerne gelesen habe. Es ist kein Fashionguide wie Paris in Style von Isabelle Thomas und Frédérique Veysset oder Pariser Chic (Rezensionsexemplar) von Inès de la Fressange und Sophie Gachet. Es nimmt mit in die persönliche Welt der vier Pariser Autorinnen und schafft schon beim Lesen entspannte Stimmung.

Um das Ziel zu erreichen, sich nie anmerken zu lassen, dass man sich Mühe gibt, geben sich die Pariserinnen offensichtlich viel Mühe, denn “Alles sollte leicht und unangestrengt wirken.” (Seite 17) Mich erinnert es an meinen geliebten High Class Leger Chic.

Sind wir nicht alle ein bisschen Pariserin?

Ines Meyrose im Oktober 1987 in Paris

Die Vorliebe der Autorinnen für Jeans, weiße Blusen und obligatorischen Kaschmirpullover teilen viele von uns. Flache Männerschuhe (Seite 105) sind immer in meinem Repertoire. Die Vorliebe für schwarze Komplettlooks (Seite 121) ist seit Anfang der 2000er bei mir vorüber, aber die Kombination mit Dunkelblau (Seite 126) ist auch in Deutschland immer beliebter.

Auf dem Foto seht Ihr mich im Herbst 1987 auf der bisher einzigen Reise nach Paris. Wenn man mal von den weißen Socken absieht, sind Trench, Rucksack und zu kurze Hosen auch heute wieder in. So viel zum Thema alles kommt wieder :) .

Lieblingssätze

Aus der Rubrik “Was man nie im Schrank einer Pariserin finden wird” (Seite 22)

  • “Halbhohe Absätze – wozu halbe Sachen?”
  • “Fake-Designertaschen. Das ist wie mit falschen Brüsten, Deine Komplexe wirst Du nicht durch Vortäuschen los.”

Besonders schön finde ich auch den Satz, dass Parisinnen nach einer Grundregel leben, dass man sich über das Gesicht freuen solle, was man heute hat. Es sei das, was man sich in zehn Jahren zurückwünschen würde. (Seite 139) Ein Freud’scher Verleser hat mich Gewicht lesen lassen und dabei ist es nicht anders … An den Lieblingssätzen ist die lockere, klare Sprache deutlich zu erkennen, die das Lesen so leicht macht. Der Weg zu mehr Annahme des Selbst im Jetzt und des um sich Kümmerns würde auch viele deutsche Frauen zufriedener machen.

Fazit

Ein hochwertig aufgemachtes Buch über Frauen und das Leben. Rezensentin Plum Sykes wird auf dem Cover zitiert, dass sie sich beim Lesen viel eleganter und charmanter gefühlt habe, wie eine echte Pariserin. Das beschreibt genau das Gefühl, das auch in mir entstand. Die Autorinnen geben für die Dauer der Lektüre ihren Leserinnen das Gefühl, ihre Freundinnen zu sein und im gleichen Leben zu spielen. Die Fotos ziehen den Betrachter mit ins Bild. Eine kurzweilige Alltagsflucht, die mich auf ein paar gute Ideen gebracht hat.

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Das Buch ist beim btb Verlag (Werbung) direkt bestellbar, es wurde mir von der Verlagsgruppe Random House (Werbung) als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Der Beitrag gibt meine ehrliche, freie und subjektive Meinung wieder. Der Beitrag enthält Affiliate-Links.

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40+Style

Dresses for women over 40
Es gibt Frauen und Männer, die denken, dass sie altersunabhängig alles tragen können.1 Dazu gehöre ich nicht. Selbst wenn man mit 40 das gleiche Kleidungsstück trägt wie mit 20, bin ich mir sicher, dass es anderes kombiniert wird als mit 20, wenn es ein alters- und typgerechtes Outfit ist.

Bei 40+Style findet Ihr klasse Outfits für Frauen, die mit Spaß an Mode haben und einen eigenen Stil pflegen. Mein Blog ist inzwischen auch dabei. Auf Instagram freue ich mich schon länger über die schönen Inspirationen, die Seitenbetreiberin Sylvia mit dem Hashtag #40plusstyle in die Welt schickt.

Was hat sich in Eurem Stil zwischen 20 und heute am meisten verändert?

  1. Klar KANN man das machen, aber es geht darum, gut darin auszusehen. []

Buchreview: Dresscode – Stilikonen zwischen Kult und Chaos

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Dresscode: Stilikonen zwischen Kult und Chaos (Affiliate Link) von Wolfgang Joop

“Bin ich das?”

Welche Frau hat sich diese Frage vor dem Spiegel noch nicht gestellt? Und wie soll jemand anders, außer Dir selbst, diese Frage beantworten können? Wolfgang Joop präsentiert eine interessante Sicht auf diese Sinnfrage, die in “Wer könnte ich eigentlich sein?” mündet (Seite 11).

Die Dresscodes von zwölf Stilikonen – Carine Rothfeld über Iris Apfel, Rhianna bis Kate Middleton werden entschlüsselt. Elemente, die den Kult-Charakter der Looks ausmachen, kommen konkret auf den Prüfstand. Die anregenden Illustrationen bringen Details auf den Punkt. Ob man die Sprache, im Klappentext denglisches Mode-Esperanto genannt, witzig oder schwer erträglich findet, bleibt dem Leser überlassen.

Anerkennen, was ist

Wolfgang Joop schreibt, dass die intelligentesten Frauen verstanden haben, dass es ausweglos ist, gegen den eigenen Typus anzutreten, und dass es besser sei, Freundschaft mit der Natur zu schließen (Seite 55). Diese kluge Sichtweise wünsche ich allen Frauen dieser Welt!

Als Fan der Serie Girls freue ich mich, dass Lena Dunham unter den Portraitierten ist. Joops Analyse ihres Fashion-Statements “Wir können alles diskutieren, nur meinen Look nicht.” (Seite 79) unterschreibe ich sofort.

Zu erkennen, was Schönheit und Eleganz ausmacht ist das eine – die Übertragung auf den eigenen Stil das andere. In dem Buch geht es nicht um Figurtypen oder typische Stilrichtungen, sondern um die Mode-DNA der konkreten Personen. Am Spektrum der ausgewählten Damen sind die Faktoren Auftreten und Persönlichkeit bestens zu erkennen.

Fazit

Das ist kein Buch, was man als modeinteressierte Frau gelesen haben muss. Aber es ist ein Buch, das präzise auf den Punkt bringt, warum bei Frau X genau dieser Look X funktioniert. Wer auf der Suche nach seinem Look ist, bekommt den Blick in die richtige Richtung gelenkt. Das Highlight sind die Illustrationen von Wolfgang Joop.

Im Zweifelsfall gilt: Einfach mal machen!

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Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Es ist über die üblichen Quellen und im Webshop bei Gräfe und Unzer (Werbung) zu bestellen. Vielen Dank!

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