Selbst gestrickt – selbst getragen!

Werbung ohne Entgelt

Leichtgewicht aus Gotlandschaf-Lammwolle Foto: Rotlilie Strickmanufaktur

Leichtgewicht aus Gotlandschaf-Lammwolle – Foto: rotlilie Strickmanufaktur

Gastbeitrag von Susanne Nagel

Seit gefühlt 10 Jahren schwappt eine Welle der DIY-Blogs und Ratgebern quer durch alle Medien. Weil Stricknadeln zu mir gehören, wie Bücher und schöne Klamotten und quasi immer griffbereit liegen, nahm ich den Trend gerne auf. Ich brauchte dringend Ablenkung, mein Job ging mir auf die Nerven, eine wirkliche Alternative war nicht möglich, also besann ich mich auf mein zyklisch gepflegtes Hobby.

Immerhin reichte mein Enthusiasmus diese Mal bis zum Marktstand mit zwei gleichgesinnten Damen. Unter dem Namen rotlilie-Strickmanufaktur (Werbung) stehen wir auf dem Karl-August-Platz in Charlottenburg, einem der ältesten Märkte in Berlin. Mein Beitrag dafür beschränkt sich aus vielerlei Gründen zwar nur auf Accessoires, aber der Spaß an der Sache ist die Motivation und ich muss davon auch nicht leben!

Was macht das Selberstricken aus?

Die Läden sind voller Jacken, Pullover, Kleider aus Wolle, quer durch alle Preisklassen … Sparsamkeit ist es eher nicht. Qualitätswolle ist teuer geworden, Handelsrabatte gibt es nur bei Abnahme großer Mengen. Rechnet man die Arbeitszeit dazu, steht unterm Strich eine stattliche Summe. Nur ein bestimmtes Publikum schätzt Unikate und ist bereit, den Preis dafür zu bezahlen. Wir spüren das auf dem Markt.

Nachhaltigkeit hin oder her, die Herstellung von Wolle ist, wie die gesamte Textilproduktion, nicht gänzlich frei von Kompromissen an die Natur und Umwelt. Liegt was im Trend, wird der Rohstoffmarkt auch irgendwie ausgebeutet, denn so viele Ziegen, die ihr Unterfell für edles Kaschmir hergeben, existieren nun auch nicht auf der Welt! Man muss die Dinge immer von zwei Seiten aus betrachten.

Auf der Nadel: Alpaca und Schurwolle mit Maulbeerseide - Foto: rotlilie Strickmanufaktur

Auf der Nadel: Alpaca und Schurwolle mit Maulbeerseide – Foto: rotlilie Strickmanufaktur

Es ist die Leidenschaft, aus schönem Material etwas herzustellen. Der Trend hat den Wollmarkt quasi revolutioniert – noch nie wurden so viele verschiedene Wollqualitäten angeboten. Ein Fest für die Sinne, wenn das Garn durch die Finger läuft und im Kopf ein Muster entsteht. Dank strickender und nähender Vorfahren in der Familie, lege ich großen Wert auf gute Qualität. Somit ist die Versuchung groß, Wolle anzuhäufen. Eine süße Qual, sich zu beschränken …

Die Massenware in den Geschäften erschlägt und ermüdet mich gleichermaßen. Modisch bin ich gern individuell unterwegs und selbst gestrickt ist immer Unikat!

Der Weg ist das Ziel: auf dem Sofa, mit Stöpsel im Ohr für das Hörbuch oder die neueste Serie auf der Mattscheibe, da erdulde ich sogar Fußballlärm – der Gatte muss ja auch die klappernden Nadeln ertragen. Abschalten und kreativ sein – das ist meine Art von Meditation. Wunderbarerweise kommt manchmal auch etwas dabei heraus, was sich vorzeigen lässt …

Mein Lieblingsteil ist ein Mix aus Seide und Mohair - Ito Garn aus Japan - Foto: privat

Mein Lieblingsteil ist ein Mix aus Seide und Mohair – Ito Garn aus Japan – Foto: privat

Meine Prämissen sind

  • Selbstgestricktes darf auch so aussehen, ich will keine Maschinenware kopieren. Ich verstricke nur mittelstarke bis dicke Wolle. Feinstrick kaufe ich besser.
  • Je natürlicher die Wolle, umso mehr Spaß macht es, deshalb greife ich auch oft zu Schafwolle. Sie liegt beim Stricken gut in der Hand, lässt sich gut verarbeiten, wärmt und ist mit Sicherheit nachhaltig, weil sehr lange haltbar.
  • Ich dränge niemandem was auf, meine Angehörigen werden nicht ungefragt von mir bestrickt. Außer die Enkel, die können sich nicht wehren.
Für Elise - Lettlopi, reine isländische Schafwolle - Foto: Rotlilie Strickmanufaktur

Für Elise – Lettlopi, reine isländische Schafwolle – Foto: rotlilie Strickmanufaktur

Am liebsten arbeite ich nach meinen oder vorgegebenen Entwürfen, ohne dass mir jemand dazwischen funkt. Deshalb stricke ich nicht unbedingt nach Auftrag. Es wird immer anders als in der Vorstellung des Auftraggebers und führt manchmal zu Enttäuschungen. Der Überraschungseffekt fertiger Produkte birgt keine Erklärungsnöte. Aber ich mache auch Ausnahmen, gerade ist ein Pullover für meine Schwägerin in Arbeit.

Ungern gehörte Gegenargumente

Strick trägt auf – ach was! Mut zur Form kann ich da nur sagen! Die richtigen Maße und das richtige Material sorgen für einen perfekten Figurschmeichler!

Starkes Bündnis - Lettlopi, isländische Schafwolle und Nordatlantik - Foto: privat

Starkes Bündnis – Lettlopi, isländische Schafwolle und Nordatlantik – Foto: privat

Wolle kann man nicht einfach so waschen – gilt nicht, die modernen Waschmaschinen haben alle ein Wollwaschprogramm, da kann man überhaupt nichts falsch machen. Ein Waschbecken mit lauwarmem Wasser plus ein Spritzer Shampoo tut es auch. Außerdem muss man reine Wolle nicht immer gleich nach dem Tragen waschen – feuchte Nachtluft bringt jedes Strickstück wieder in die ursprüngliche Form und reicht völlig aus.

Mein Islandkleid wasche ich sehr selten. Wolle kratzt – stimmt nicht immer, aber man trägt sie auch selten auf nackter Haut, sie wärmt enorm und ist robust. Wolle bietet bestes Klima für die Haut, nicht umsonst haben  immer mehr Hersteller Wollprodukte für den Outdoorsport im Programm. Die Wolle für die dicke Jacke hat mir wunderbar weiche Hände hinterlassen, weil sie noch viel Wollfett enthält. Den Geruch muss man mögen – eine Prise Landluft ist garantiert.

Wärmende Hülle aus reiner Schafwolle mit Ärmeln aus Alpaka - Foto: Rotlilie Strickmanufaktur

Wärmende Hülle aus reiner Schafwolle mit Ärmeln aus Alpaka – Foto: rotlilie Strickmanufaktur

Warum ich für diesen Post Ines’ Blog okkupiere?

Mode, Stil, Image, Wohlfühlprogramme – hier bin ich richtig und Ihr auch, deshalb meine Fragen an die geschätzte Leserschaft von Ines

  1. Tragt ihr selbstgestrickte Pullover, Strickjacken, Kleider?
  2. Wenn ja, was schätzt Ihr an diesen Kleidungsstücken besonders?
  3. Wenn nicht, warum nicht?
  4. Welche Art Stricksachen mögt Ihr am liebsten?

Wer einen Kommentar hinterlässt kommt in den Lostopf für eine kleine selbstgestrickte Überraschung. Weihnachten steht vor der Tür, sie eignet sich auch zum Verschenken.

Teilnahmebedingungen für die Verlosung der Überraschung

  • Hinterlasse zwischen dem 13. November 2017 bis zum 26. November 2017 um 23:59 Uhr deutscher Zeit einen Kommentar bei diesem Beitrag, in dem Du mindestens eine der vier Fragen aus dem Beitrag beantwortest. Jeder, der einen solchen Kommentar schreibt, wird bei der Auswahl mit einem Los berücksichtigt. Der Gewinner wird durch Susanne Nagel gezogen.
  • Bitte gib beim Kommentieren eine gültige E-Mailadresse an, die ich an Susanne Nagel für die Gewinnbenachrichtigung weiterleiten darf.
  • Die Gewinner_in wird aus allen Teilnehmern innerhalb von 2 Tagen nach Ablauf der Teilnahmefrist per E-Mail benachrichtigt.
  • Teilnehmen kann jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist und eine Empfängeradresse in Deutschland oder Österreich hat.
  • Der Ausgang der Blogaktion ist unabhängig von Erwerb von Produkten und Dienstleistungen.
  • Teilnehmer_innen erklären sich damit einverstanden, dass ihr Kommentar-Name im Fall des Gewinns auf der Webseite www.meyrose.de veröffentlicht wird.
  • Susanne Nagel braucht innerhalb von einer Woche nach der Gewinnbenachrichtigung von der Gewinner_in per E-Mail eine Antwort als Bestätigung, dass sie den Gewinn annimmt mit Vorname, Name und Lieferanschrift.
  • Ansonsten gelten meine üblichen Datenschutzbestimmungen.
  • Keine Barauszahlung / kein Umtausch / kein anderes Produkt möglich.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Danke für den Platz auf Deinen Seiten liebe Ines!

Danke an Susanne für diesen Gastartikel und die Fotos!

Buchreview: Ha3k3ln + Str1ck3n für Geeks

Werbung zum Lesen

(Affiliate Link auf dem Cover)
Häkeln + Stricken für Geeks (Affiliate Link) – Wissenswertes, Ideen & Inspirationen
von Verena Kuni

Bastelbuch? Mathematikbuch? Softwarebuch? Für Freeks? Für Geeks? Für Frauen? Oder alles in einem? Von allem etwas … Nicht nur Fashionistas interessieren sich für Bekleidung. Auch Geeks haben Spaß daran, denn

  • Das Prinzip der rechten und linken Maschen ähnelt dem Prinzip der 0-en und 1-en in der digitalen Welt.
  • Mathematische, geometrische Funktionen und Moleküle lassen sich in Strick- bzw. Häkelwerken plastisch nachbilden.
  • Computer, Maschinen der Textilindustrie und Webstühle haben gemeinsame Wurzeln.

Vom Möbiusbandschal zur Kleinschen Flaschenmütze

Geometrische Objekte bieten wunderschöne Vorlagen für tragbare Kleidungsstücke. Trotzdem werde ich meinem Mann die angeforderte Mütze in Form der Kleinschen Flasche nicht stricken. Das Möbiusband hingegen ist perfekt als modischer Schlauchschal und reizt mich durchaus.

Das Buch liefert spannende Anregungen, wie sich diese Objekte neu betrachtet in Alltagskultur umwandeln lassen. Anleitungen sind zwar teilweise enthalten, aber Häkeln + Stricken für Geeks ist dann doch kein Handarbeitsbuch — es ist mehr ein amüsierendes Geek-Buch.

Fazit

Das Buch ist für eine sehr spezielle Zielgruppe. Wer sich allerdings dazu zählt, wird viel Freude daran haben. Vielleicht ist es eine gute Idee für ein Weihnachtsgeschenk für Geeks.
___
Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop bei O’REILLY (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!