ü30Blogger-Special: Herbst-Accessoires

Gewonnen – Werbung ohne Entgelt

Ines Meyrose #fotd 20150830 mit Tragefoto Cliccessory Signature Armband / Kette Bizaro

Das Accessoire, das ich Euch heute zeige, ist im doppelten Sinne für den Herbst. Es passt mit den Farben in die kalendarische Jahreszeit und ebenso zum Herbst-Farbtyp im Sinn der Farbberatung. Dieses wunderschöne Armband bzw. Kette von Cliccessory habe ich bei Tanja über Instagram gewonnen. Tanjas Blog Rougerepertoire ist einer der ersten, die ich in meinen Bloganfängen begonnen habe zu lesen.

Am 13. September 2015 zeigen Euch die ü30Blogger ihre Lieblings-Herbst-Accessoires und das passende Styling dazu - vom fröhlich-bunten Gummistiefel oder der neuen Haarfarbe über die DIY-Kastanienkette bis zum saisonal passenden Make-up erwartet Euch auf den teilnehmenden Blogs jede Menge Schönes rund um den Herbst.

Noch mehr Freude als erhofft

Als das Armband ankam, war ich völlig überrascht von der Wertigkeit, die ich für eine Instagram-Verlosung nicht erwartet hatte. Schön fand ich es schon auf den Fotos, sonst hätte ich nicht mitgemacht. Aber in der Hand spürt man gleich das Gewicht und die hochwertige Textur und Verarbeitung des Lederteile. Danke auch hier noch einmal, liebe Tanja, für diesen tollen Gewinn!

Tragefoto Cliccessory Signature Armband

Modular Jewelery Combinations

Das Konzept Modular Jewelery von Cliccessory sieht vor, dass man das Lederteil als festen Bestandteil hat und den Glitzerstrang, genannt Bizaro Signature, an den Magnetverschlüssen aus Stahl nach Lust und Laune austauscht. Die Kombination lässt sich als kurze Kette tragen und hat etwa 45 cm Länge. Gut gefällt mir, dass die Labelung nur ganz dezent auf dem Verschluss bzw. dem kleinen Stäbchen daran ist. Die Bilder werden mit einem Klick für Details größer, dann könnt Ihr das genau sehen.

Cliccessory Signature ArmbandCliccessory Signature ArmbandVerschluss Cliccessory Signature Armband

Der Glitzerstrang lässt sich einzeln wunderschön als Armband tragen und ist in verschiedenen Längen zu bestellen. Schön finde ich dabei, dass der Lederstrang der Grundkette auch in dem Glitzerstrang einmal enthalten ist. Anstelle von Leder gibt es auch Stoffe und andere Materialien zum Austauschen.

Herbstliches Bling-Bling

Tragefoto Cliccessory Signature Armband / Kette Bizaro

Da dieses Schmuckstück für mich wirkilich viel Bling-Bling hat, ist es für besondere Gelegenheiten, an denen ich auch etwas glitzern mag. Da ich gerade für solche Momente keinen passenden Modeschmuck habe, ist es eine feine Ergänzung meiner Schmucksammlung. Weil die Farben insgesamt so weich und warm sind, ist das Silberfarbene an den Verschlüssen ein schöner Akzent. Natürlich verlinke ich dieses Accessoire bei Sunnys aktuellem Um Kopf & Kragen. Mit der schmalen Silhouette verlinke ich den Beitrag im Modejahr 2015 im September beim Motto schmale-linie.

Neuer Look für Kleid aus dem Bestand

Ines Meyrose #ootd 20150830

Paul HütehundmischlingDas Kleid (Joachim Bosse 2011) kennt Ihr als Unterkleid unter einem ärmellosen Sommerkleid. Es war 2014 so eng, dass ich es nicht pur tragen konnte und der Ausschnitt ist zu tief. Wir haben das damals in den Kommentaren disktutiert und es kamen einige Anregungen, die jedoch auch keine Tragbarkeit erzielten.

Ines Meyrose #ootd 20150830

Eine kleine Rettung für das Kleid ist – neben zwei Kleidergößen Verkleinerung meines Körpers durch Paule-Spaziergänge – die Anregung aus dem Buch Fashion – Was verrät mein Stil über mich (Rezensionsexemplar) von Dr. Jennifer Baumgartner, das Ausschnittproblem mit einer Bluse darunter zu lösen.

Ines Meyrose #ootd 20150830

Eine Bluse (Mootz 2014) macht nicht nur den Ausschnitt besser wählbar, der Stoff zeichnet damit auch nicht mehr so ab. Beides Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind. Das ändert zwar nichts daran, dass die Schultern des Kleides jetzt zu breit sind, macht es aber immerhin wieder als sichtbares Kleid tragbar. Mit der sommerlich-hellen Tasche (iim’s, Freundinnen-Geschenk 2015) und den Sommerstiefeletten mit Rosenmuster (Paul Barrit 2011) gefällt es mir. Und ich finde, die Kette passt perfekt dazu, oder?

Ines Meyrose #ootd 20150830

Schaut an, was die anderen Bloggerinnen Euch für schöne Accessoires zeigen!

40+Style

Dresses for women over 40
Es gibt Frauen und Männer, die denken, dass sie altersunabhängig alles tragen können.* Dazu gehöre ich nicht. Selbst wenn man mit 40 das gleiche Kleidungsstück trägt wie mit 20, bin ich mir sicher, dass es anderes kombiniert wird als mit 20, wenn es ein alters- und typgerechtes Outfit ist.

Bei 40+Style findet Ihr klasse Outfits für Frauen, die mit Spaß an Mode haben und einen eigenen Stil pflegen. Mein Blog ist inzwischen auch dabei. Auf Instagram freue ich mich schon länger über die schönen Inspirationen, die Seitenbetreiberin Sylvia mit dem Hashtag #40plusstyle in die Welt schickt.

Was hat sich in Eurem Stil zwischen 20 und heute am meisten verändert?

  1. * Klar KANN man das machen, aber es geht darum, gut darin auszusehen. []

Leser_innen-Interview #5: Üffi

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Liebe Leser_innen,

heute ist eine Berlinerin an der Reihe, die mehr Interessen hat als ein einziges Leben erfüllen kann.

Liebe Bärbel,

Leser_inneninterview by meyrose Iconoder sage ich besser Üffi oder Eau Minerale? Seit 2012 springst Du unter diesen Namen mit dem Blog Ü 50 durch die virtuelle Welt. Wir kennen uns von den ü30 Bloggern und hatten bereits das Vergnügen, uns persönlich zu treffen. Dabei war mein erster Eindruck im wahren Leben von Dir:

Bärbel ist genauso, wie ich sie mir vorgestellt habe. So etwas mag ich. Bin gespannt, was wir hier jetzt von Dir erfahren!

Dein Blog hat den Untertitel „Um was geht es hier eigentlich? Um Pflanzen, Tiere und Seniorensport? Oder doch lieber um Mode, Taschen und Kosmetik? Ü50 was? Businessjackets? Urlaubsreisen? Parfüms? Handtaschen? Nagellacke? On verra!*” Bleibt die Frage: Um was geht es denn wirklich? Was hat sich in den Jahren der Bloggerei alles in Deinen Blog geschlichen? Gibt es ein Kernthema?

Liebe Ines, es würde mich glücklich machen, wenn ich ein Kernthema hätte, eine Nische, in der ich mich gemütlich einrichte und in der mich Leute, die ähnlich gestrickt sind oder für die es irgendwie passt, besuchen kommen. Aber in meinem Leben passiert so viel und ich möchte vieles davon mit meinen Lesern teilen, so verzettele ich mich doch immer wieder auch mit Beauty- oder Lifestylethemen, weil ich plötzlich der Meinung bin, meinen Lesern den neuesten roten Nagellack oder glitzernden Cremetopf UNBEDINGT zeigen zu müssen.

In meinem Traum hätte ich gerne einen feinen Ü50-Fashion-Blog. Mit launigen Texten, guten Fotos und abgefahrenen Locations im Hintergrund. Mein Untertitel stammt noch von dem Tag, als ich den Blog begann. Er hat nur inzwischen ein paar Zeilen verloren, weil ich auch da viel zu viel reingepackt hatte.

Und von diesem Tag stammt auch die Sache mit den Namen. Weil ich meinen Vornamen nicht sehr mag, für den vollständigen Realnamen keine Traute hatte und wie immer eine Flasche Wasser neben mir stand, kam es zu Eau Minerale und im Forum war Annemarie der Name uefuffzich zu unaussprechlich und so wurde schnell Üffi daraus. Inzwischen habe ich mich irgendwie sogar an meinem Vornamen gewöhnt, vielleicht, weil er im Internet nur geschrieben und gelesen wird und nicht gesprochen.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen und was bedeutet es Dir?

Ich bin seit zehn Jahren in verschiedenen Gemeinschaften unterwegs. Zuerst war da ein Faden bei eBay: Ein Dutzend Mädels und ein paar Jungs halfen anderen eBay Usern dabei, nicht auf Designerfakes reinzufallen. Daraus haben sich zwei bis drei Foren entwickelt, die ich zeitweise parallel besuchte, und davon blieb für mich das Taschenforum als meine Taschenheimat übrig. Dort schrieb ich anfangs Bildergeschichten über Taschen, Reisen und Events und bekam viel Zuspruch dafür. Das war mir irgendwann nicht mehr genug :) und außerdem griff ein Blogfieber um sich. Viele Foruminen hatten plötzlich einen Blog – allerdings waren sie alle erheblich jünger als ich – und eines schönen Tages wollte ich es einfach auch mal versuchen.

Als ich im Herbst 2012 meinen Blog startete, tat ich es hauptsächlich, weil die Altersgruppe 50+ im Internet noch immer eher mit beiger Kleidung im Partnerlook, Kochrezepten, Dekowahn, Handarbeiten und Enkelbetreuung in Verbindung gebracht wird. Das wollte ich ändern. Und so blogge ich ein- bis zweimal wöchentlich über mein Leben, meine Reisen, meine Mode, meine Marken und ich schätze den direkten Austausch mit meinen Lesern  in Form von zahlreichen Kommentaren sehr.

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Viele Deiner Fotos sind ein absolutes Highlight. Mich beeindruckt dabei oft die gewählte Perspektive und ungewöhnliche Umgebung, auch bei fotografierten Dingen. Wie kommst Du auf diese Ideen? Wie entstehen Deine Fotos?

Meine Großeltern hatten einen Optikerladen. Sie verkauften auch Fotoapparate und hatten ein Fotolabor. Schon als Schulkind bekam ich einen Fotoapparat und knipste sehr überlegt, weil es ein recht teures Hobby war. Ein Grund, mit meinem Blog zu starten war auch, dass ich hoffte, die Unmengen von schönen Fotos, die hier auf meinen Festplatten lagern, mal der Welt zeigen zu können. Das ist allerdings eine Illusion. Bevor ich in alten Dingen herumkrame, ziehe ich lieber los und fange neue Eindrücke ein. Um Gestaltung und Perspektiven mache ich mir gar keine Gedanken. Sobald ich weiß, was ich fotografieren möchte, bekomme ich eine Idee für den Hintergrund oder begleitende Fotodeko.

Ich sehe bei Instagram oder auf Blogs oft diese sehr hellen zarten Fotos, so romantisch und verträumt. Ich liebe es, diese Fotos zu betrachten, habe aber nie versucht, diesen Stil nachzuahmen. Meine Fotos haben immer einen gewissen Kontrast – wie mein Leben – das passt zu mir!

Wie viele weiße Blusen hast Du aktuell im Kleiderschrank?**

Nur für Dich habe ich aktuell durchgezählt und ich weiß, dass eine in Nordfriesland hängt, aber gerade keine in der Reinigung ist. So komme ich auf 37 – aber nur 36 sind meine. Ich habe meine Mutter (Leserin der ersten Stunde) im März getroffen und sie brachte mir für Deinen Blog ganz ungefragt ihre DDR-Hochzeitsbluse vom Tag der zweiten Eheschließung 1988 mit. Also: Wenn es mal passt, bekommt Ihr sie zu sehen und danach hängt sie wieder bei meiner Mutti im Schrank.

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Du hast eine Vorliebe für Designeraccessoires und -bekleidung. Welches ist Dein Lieblingslabel bzw. -designer und warum?

Ich habe kein Lieblingslabel, ich greife mir von jedem, was mir am besten gefällt. Chanel für Abendtaschen, Ketten und Nagellack. Hermes für Stadttaschen, Gürtel, Schuhe und Bekleidung und Accessoires aus den edelsten Materialien. Louis Vuitton für modische Tücher, bunte Plastetaschen und beeindruckendes Reisegepäck. Christian Lacroix für Blusen und T-Shirts, Jean Paul Gaultier und Martin Margiela für ausgefallene Sichtweisen auf Althergebrachtes. Ich mag gerne klassische, zeitlose Kleidung, aber wenn diese beiden Herren die Klassiker leicht verfremden dann bin ich schnell zu begeistern.

Ich denke, man muss im Kleiderschrank lediglich ein paar echte Kracher haben, dann braucht man nur ab und zu ein paar Basics nachzukaufen. Ob das jetzt Marke oder Primark ist, entscheidet jeder für sich.

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Wie ist Deine Vorliebe für diese besonderen Dinge entstanden?

Meine Vorliebe für teure Klamotten ist geboren aus einer gewissen Not in der Kindheit. Es gab zu meiner Schulzeit fast nichts, das mir richtig gut passte. So lang und dünn war keiner vorgesehen bei der 0815-DDR-Mode und so bestrickte meine Mutter mich mit ihrer Strickmaschine. Nicht immer schön und als Schulkind habe ich echt gelitten. Zum Beispiel wenn ich zur Tanzstunde einen Minirock zu meinen Storchbeinen anziehen musste, obwohl die anderen alle Mädchen schon Midiröcke trugen, die gerade IN waren.

Sobald ich eigenes Geld hatte, gab ich es für Mode aus. Schon in der DDR kaufte ich mir einzelne Stücke im Exquisit. Wenn die Studienkumpels abends Bier trinken gingen, war mein Geld alle, aber ich hatte eine rote Bluse aus (Kunst-)Seide.

Wie geht Dein reales Umfeld mit Deiner Bloggerleidenschaft um?

In meiner Partnerschaft bekomme ich volle Unterstützung. Sei es, um mir den Rücken freizuhalten, wenn ich am PC hocke, sich um den Lebensmittelerwerb zu kümmern und für deren Zubereitung zu sorgen und letztendlich auch, wenn es darum geht, dass regelmäßig neue Fotos von mir benötigt werden – noch ist genug Geduld vorhanden.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinem Blog ansprechen? Auf welche Gedanken möchtest Du sie bringen?

Eigentlich müsste ich wohl mit Frauen Ü50 antworten, das stimmt aber nicht. Mein Lieblingsradiosender heißt im Untertitel NUR FÜR ERWACHSENE – und genau da sehe ich auch mein Blog. Egal, ob man Ü30, Ü40, Ü50 oder ÜXYZ ist – wenn man sich für modischen Schnickschnack, Tücher und Taschen interessiert, schaut man vielleicht gerne bei mir vorbei und kommt auch wieder. Und sei es nur, um auf andere Gedanken zu kommen. Ich möchte einfach nur etwas unterhalten.

LET ME ENTERTAIN YOU!

Wenn Du fremde Menschen auf der Straße siehst, was begeistert Dich optisch und worüber schüttelst Du den Kopf?

Zuerst mal: Ich schüttele sehr viel öfter den Kopf, als dass ich mich nochmal bewundernd umdrehe. Ich bin total kritisch und ein fürchterliches Lästermaul. Mich begeistert es, wenn Menschen Kleidung und Accessoires aufeinander abgestimmt haben und vor allem, wenn sie sich irgendwie dem Anlass entsprechend kleiden. Zerrissene (Designer-)Jeans und (diamantenbesetzte) Sneaker in der Oper finde ich schlimm, dann doch lieber ein Polyesterabendkleid. Aufgebrezelt bei LIDL in der Kassenschlage finde ich zwar auch übertrieben, aber lustig!

Du lebst in Berlin, kommst von der Ostseeküste, bist in Hamburg, Paris und an der Nordseeküste aber genauso zu Hause. Was macht für Dich das Lebensgefühl dieser verschiedenen Orte aus? Wo trifft man welche Facette von Dir?

In Berlin bin ich gedankenlos ICH – egal was ich trage oder mache. Ich gehe unter in diesem Schmelztiegel, fühle mich wohl dabei und picke mir raus, worauf ich gerade Lust habe.

In Paris lebe ich meinen Traum und sehe auch so aus. Wenn ich für Paris packe, dann nehme ich Sachen mit, die mir in Berlin zu fein wären. Und sei es nur, weil ich sie danach nicht einfach waschen kann, sondern in die Reinigung geben muss. Pflichthosen statt Jeans, Hermes Sneaker statt Adidas, Vuittontasche aus Leder statt aus Canvas. Es ist aber nur MEIN Bild von Paris. Das ist nicht die Realität. Ich weiß das und es ist mir egal!

Natürlich denke ich, wenn ich in Paris bin, auch immer daran, wie viele Menschen alleine bei dem Wort PARIS ins Schwärmen geraten und so versuche ich immer, Fotos für einen Blogbeitrag mitzubringen. Das ist total simpel: etwas Ladurée oder Diptyque, ein Stück vom Eiffeltum, einen Schluck von der Seine, ein Glas Champagner und dazu eine orange Schachtel und die Likes flattern einem ins Haus!

Wenn ich Paris mit einem Wort beschreiben soll, dann fällt mir echt nur LIEBE ein. Ich liebe alles dort, denn alles ist besser oder schöner: Die Straßen, die Häuser, die Leute, die Taschen, das Essen, die Gerüche…aber es ist auch teurer und ich kann die Sprache nicht – deshalb lebe ich in Berlin.

In Hamburg übe ich noch – die großen, schlanken, leicht gebräunten und gesträhnt erblondeten Hanseatinnen mit ihrem stolzen geraden Gang und in ihrem klassischen und leicht maritimen Look samstags auf dem Neuen Wall haben meine volle Anerkennung – allerdings würde ich ihnen gerne etwas Steife nehmen.

An der Ostseeküste bin ich zu Hause und sehe dann auch so aus :) . Bei der Familie ist Styling nicht nötig. Da werde ich auch mal zur Karoblusentante!

In Nordfriesland ist es etwas anders: da ist es entweder kalt, regnet oder es ist sehr warm. Darf ich hier von praktischer Kleidung reden? Denn dort trage ich es tatsächlich eher praktisch – naja, für Sylt packe ich auch gerne etwas aus dem Schrank mit den teuren Fummeln mit in den Koffer.

Was wird es auf Deinen Blogs voraussichtlich nie zu sehen geben?

Mein Zimmer – das ist meins, das teile ich nicht gerne. Auch im RL nicht. Man darf dort nix anfassen, alles meins. Ich habe mich total übertrieben damit. Kennst Du das, wenn Du Dir Deine Lieblingszeitung oder einen teuren Bildband gekauft hast, jemand nimmt es vor Dir in die Hand und blättert es gedankenlos durch und hinterlässt solche halbrunden Knicke auf dem Hochglanzpapier?*** Ich kann damit nicht umgehen, also: TÜR ZU – von außen bitte.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Bei anderen Blogs inspirieren mich recht viele Dinge: Die Leute, deren Outfits, Fotoideen, Geschichten, Hintergründe, Testergebnisse…etc. Und, ja – irgendwie ist es auch fein, dass die kleine Portion Voyeurismus in mir etwas zu sehen bekommt. Dafür bloggen Blogger doch – oder?

Deinen Blog lese ich, weil ich mit Deinen Beiträgen immer etwas anfangen kann, sie kurzweilig sind, überlegt, wohlformuliert und gut recherchiert und weil ich Dich im RL kenne und Dich mag, auch Deine Art zu bloggen. Ich fühle mich Dir einfach irgendwie verbunden und – es ist ganz einfach: Ohne Deinen Blog würde mir etwas fehlen.

Ich mag auch Deine Beiträge, an denen ich mich reiben kann, wie an dieser Minimalismusdiskussion. Ich habe nichts gegen Konsum- oder Mülleinschränkungen, Ressourcenschonung oder Wassersparen, aber wieso ich meinen Kleiderschrank regelmäßig rigoros ausmisten soll, um zweimal im Jahr neue Sachen zu kaufen, die qualitativ nicht besser als die alten sind und mir daraus dann auf Krampf sieben verschiedenen Outfits basteln soll, werde ich nie verstehen.

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Besser geht immer!

Vielen Dank für das Interview!Copyright http://uefuffzich.blogspot.de/http://uefuffzich.blogspot.de/

Habt Ihr weitere Fragen an Bärbel? Dann besucht einfach ihren Blog – dort findet Ihr heute auch noch mehr Bilder aus der pinken Session – und stellt sie dort im Kommentarfeld oder hier. Ich habe mich sehr gefreut, wieder neue Seiten an Bärbel zu entdecken. Vielen Dank an diese spannende Frau!

Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir, gerne auch als Nicht-Bloggerin!

Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_inneninterview by meyrose.

  1. * frz. „on verra“ bedeutet „das wird sich zeigen“, habe ich erstmal ergoogelt … []
  2. ** Die Frage ist ein kleiner Insider, weil ich fasziniert davon bin, wie viel Kleidung Bärbel im Fundus hat und wir ganz unterschiedlich über das Thema Minimalismus denken. []
  3. *** Ja, das kenne ich nur zu gut … []

Leser_innen-Interview #4: Sabina

Liebe Leser_innen,

heute darf ich Euch eine Bloggerin vorstellen, die wie ich ein Faible für Farben hat.

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Sabina,

seit Sommer 2013 kenne ich Dich virtuell von den ü30 Bloggern. Dort bist Du mit den Blogs So nur in Frankfurt und Oceanblue Style vertreten. Ich glaube über Dich zu wissen, dass Du eine Vorliebe für ungewöhnliche Stylings hast, Kalifornien liebst, für New York schwärmst, aber auch die Nordfriesischen Inseln magst und gern in Frankfurt lebst. Mal sehen, was davon stimmt und was wir sonst noch erfahren!

Du bist in der Bloggerwelt in zwei Bereichen vertreten. Womit beschäftigst Du Dich beim Bloggen am liebsten? Was unterscheidet Deine beiden Blogs voneinander?

Du redest von Streetstyle So nur in Frankfurt, wo es um Mode und Design in unserer Mainmetropole geht. Der Blog ruht gerade, weil nach nur etwa einem Jahr aktiven Bloggens ein Frankfurter Verlag mir eine freie Mitarbeit angeboten hat. Dafür teile ich nun Insidertipps rund um Mode und Lifestyle auf Frankfurt-Tipp. Meine eigene Modeliebe ist komplett in Oceanblue Style, meinem Ü40 Fashionblog, aufgegangen.

Ich mag beide Babies gleich gern: berichte aus Frankfurt, wie schön es sich hier lebt, was sich hier in Sachen Mode tut, wo es sich gut shoppen lässt. OB Style zeigt tragbare Trends für Beruf und Freizeit für Frauen über 40, bietet auch Shoppingideen rund um Frankfurt sowie Reisetipps zu Kalifornien und New York.

Erwachsene Frauen schätzen den direkten Ideenaustausch mit einer gleichaltrigen Modeinteressierten enorm. Sie fühlen sich inspiriert und ermutigt, ähnliche Looks selbst auszuprobieren. Gegründet habe ich den Blog vor allem wegen der positiven Resonanz zum eigenen Stil. Ich erzähle meinen Leserinnen am liebsten von Designmarken, deren handwerkliche Qualität man sehen und spüren kann und welche auch noch bezahlbar sind, mache aus Trends tragbare Alltagslooks.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen und was bedeutet es Dir?

Inspiriert hat mich der Pionier der Streetstyle Fotografie, Scott Schuman. Ich bin ehemalige Onlineredakteurin, fand immer schon, dass das äußere Bild von Frankfurt nicht das Lebensgefühl ihrer Bewohner wiederspiegelt. So führte eins zum anderen, rucki-zucki gründete ich zuerst So nur in Frankfurt. Durch die positive Resonanz, die Freude am Austausch mit Gleichgesinnten wie unserem Ü30 Netzwerk, nahm das Bloggen immer mehr Raum ein. Das ist aber von mir auch so gewollt: Ich kann mich mit Mode und Design beschäftigen – Themen, die mich schon seit Kindertagen begeistern und und mir immer neue Möglichkeiten eröffnen: In Frankfurt biete ich im Sommer einen Englischkurs mit dem Titel Fashion in Frankfurt an – eine Kombination aus Englisch lernen, Modegesprächen und Stadtrundgang.

Deine Blogartikel haben wenig Text. Wie schaffst Du es, Dich so kurz zu fassen?

Das habe ich ja gelernt (siehe oben.) Aber das kann jede Bloggerin auch für sich üben, indem sie regelmäßig schreibt. Wer im Internet liest, mag selten scrollen. Daher schreibe ich nutzwertorientiert: Meine Leserinnen können viele Modeeindrücke, neue Inspiration in sehr kurzer Zeit mitnehmen. Eine Ausnahme bilden da natürlich die Reiseposts zu Kalifornien oder NYC. Aber wer die Tipps liest, will sich entspannen, der Muße hingeben und beim Anschauen der Bilder ins Träumen geraten.

Deine Outfitfotos entstehen an verschiedenen Stellen. Wie findest Du die passenden Orte?

Frankfurt macht es mir mit seiner Widersprüchlichkeit leicht. Als ich vor mehr als 15 Jahren in die Rhein-Main Region zog, habe ich mir die Stadt gründlich angesehen, bin viel herumspaziert. Manchmal ist der Ort aber auch Zufall, dann bin ich vielleicht gerade vom Einkaufen nach Hause marschiert und habe eine verfallene Kirchenmauer oder eine neue Häuserwand entdeckt. Oder meinem Mann fällt etwas ein. Ich überlege auch, wie sich das Outfit spannend präsentieren lassen könnte.  Meistens spielen aber praktische Überlegungen wie Nähe und Zeitaufwand eine Rolle. Denn wir fotografieren – wie Du und viele andere Bloggerinnen auch – nach Feierabend oder am Wochenende neben dem Fulltime Job.

Wie geht Dein reales Umfeld mit Deiner Bloggerleidenschaft um?

Es hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass ich beim Essen immer die Kamera zücke. Um eine bessere Work-Life Balance zu erzielen, bezeichne ich mittlerweile selbst manche Treffen als privat und als nicht für den Blog bestimmt. Das ist für alle Beteiligten entspannend und befriedigender.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinen Blogs ansprechen? Auf welche Gedanken möchtest Du sie bringen?

Ob ich sie auf Gedanken bringen möchte, weiß ich nicht. Und wenn, dann auf gute *g* Sicherlich möchte ich Gleichaltrige und Modeinteressierte stilistisch anregen und ihnen Inspirationen bieten.

Ich stelle mir vor, dass es vielen erwachsenen Frauen so geht wie mir: Ich habe die Nase voll davon, Kleidung angeboten zu bekommen – im Modemagazin, in Katalogen – die Anfang 20jährige präsentieren. Eine erwachsene Frau bestimmt doch ihren eigenen Stil und setzt eigene Normen. Und wenn es um Mode geht, gibt es nur Vorschriften?

Fragen wie „Kann man mit 40 Minirock tragen?“. Das bekomme ich nicht zusammen. Ich denke, es wird Zeit, dass Magazine und Designer mehr Frauen statt Mädels zeigen. Das ist eine Frage der Wertschätzung für die kaufkräftige Ü40 Altersgruppe. Warum soll ich etwas kaufen oder ansehen, was die kritische Nörgelstimme im Kopf anschaltet und wo ich beim Blick in den Spiegel natürlich älter aussehe als die glatten 14jährigen. Wer sich als erwachsene Frau schön und gut fühlen will, liest einen anspruchsvollen Modeblog. Da findet sich für jeden Geschmack die passenden Anregung.

Was wird auf Deinen Blogs voraussichtlich nie zu sehen geben?

Meinen Mann, den Herrscher hinter der Kamera, und meine beiden Wellensittiche, Felix (14,5/blau) und Albert (9/grün). Sie haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Anonymität, was ich respektiere. :)

Wie würdest Du Deinen eigenen Stil beschreiben?

Als Europäerin im lässigen Südkaliforniern gelebt zu haben, hat meinen Stil entspannt. Genauso wie meine langjährige Vorliebe für Coco Chanel und Audrey Hepburn ihm Schliff verliehen hat. Ergebnis? Eine Kleidungsstil mit lockerer Eleganz, manchmal trendy, meistens ein bißchen edgy, also unangepasst und doch erwachsen. Also trage ich etwa zum enganliegenden Marinekleid keine Pumps, sondern coole Wildledersandalen. Trage das kleine Schwarze, aber auch Jogginghosen.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Mehr noch als andere Blogs inspiriert mich aktuell Pinterest. Das ist ein endloser Schatz an Ideen, die ich gern neu umsetze. Deinen Blog lese ich seit langem, eigentlich seitdem ich Dich durch das fabelhafte Ü30 Bloggernetzwerk kennenlernen durfte. Deine verbindliche und sympathische, zugleich kompetente Art hat mich sofort angesprochen. Das spiegelt sich für mich auch in der hohen Qualität deiner Beiträge wieder. Ich schätze den Austausch über Mode und Farben mit Dir, Deine Kreativität ist ansteckend. Ein Besuch bei Dir bereichert mich auf vielen Ebenen.

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Man lebt nur einmal.

Habt Ihr weitere Fragen an Sabina? Dann besucht einfach ihren Blog und stellt sie dort im Kommentarfeld oder hier. Ich habe mich sehr gefreut, Sabina so etwas besser kennenlernen zu dürfen. Vielen Dank an diese facettenreiche Frau!

Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir, gerne auch als Nicht-Bloggerin!

Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_inneninterview by meyrose.

Buchreview: Goldschnitte

Werbung zum Lesen

(Affiliate Link)
Goldschnitte: Für alle Frauen, die sich mit 40 noch nicht erschießen wollen (Affiliate Link) von Sabina Wachtel

1. Gedanke: Was für ein bekloppter Titel!
2. Gedanke: Ja, genauso ist es!

Krönchen gerade rücken und weiter geht’s. So ist das Leben und ab 40 ist das nicht anders. Die unverblümte Sprache der Autorin macht das Lesen zum Vergnügen. Es geht um das Leben als Frau in den 40ern oder danach, es ist ein Plädoyer für Lebensfrohsinn, Spaß und Vergnügen und Mut zu Mut.

Selbstironisch und amüsant lässt uns die Autorin in ihr Leben mit seinen kleinen Abgründen und großen Vergnügungen blicken. Sabina Wachtel hat sich mein Motto 2013 Einfach mal machen! auch zu eigen gemacht und plädiert ebenso dafür, sich nicht permanent Sorgen über das zu machen, was geht oder nicht, sondern dafür, es einfach zu machen. Mein Lieblingssatz steht auf Seite 24 als Teil 8 der goldenen Liste:

“Den Satz »Dafür sehen Sie aber noch richtig gut aus«
beantworten wir mit

»Ich wäre auch lieber reich und sexy, aber was soll man machen?«

Wenn ich der Autorin glauben schenken darf (siehe Seite 90), warum ich dem Dünnseinwollen schon lange nicht mehr verfallen bin, liegt das übrigens daran, das ich a) einen Mann habe, b) kein Kleid von Victoria Beckham haben möchte und c) mein Mann dicker ist als ich. Und das darf gerne alles so bleiben. Beim Lesen der andere Beispiele im Buch ging mir durch den Kopf, was ich weiter so belassen werde und was ich in diesem Leben wirklich nicht mehr machen möchte. Neugierig?

Ich werde bitte nie wieder

  • Sex mit Männern haben, die ein schmaleres Becken haben als ich.
  • Yoga machen. Nein, wirklich nicht. Das ist so was von nichts für mich.

Ich werde auch in Zukunft nicht reden von oder machen

  • Diäten
  • Ernährungsumstellungen
  • Badezimmerdekoration.

Ich bleibe bei

  • pragmatischem Kochen. Und ja, es gibt mir Pasta, auch abends, auch für Gäste.
  • rosenholzfarbenem Lippenstift. Und wenn mir danach ist auch gerne rotem. Aber Rosenholz darf bleiben (diese Farbe wird von anderen gerne als die Krönung der Unsichtbarkeit und Langeweile verdammt, falls Ihr Euch fragt, warum ich das erwähnenswert finde).
  • Saunagängen, denn die sind für mich nicht modernes Wellnessgedöns, sondern einfach schön durchwärmend schon seit 30 Jahren. Übrigens auch gerne mit Gesabbel in der Sauna. Schweigen ist überbewertet, wenn Menschen zusammen sind.
  • Sportarten, die viele Menschen peinlich finden: Nordic Walking, Wassergymnastik, die modern Aqua Fit heißt, und Brustschwimmen.

Fazit

Last-Minute-Geschenkidee für Freundinnen, die gerade an ihren Altersmucken verzweifeln und alle 40+lerinnen, die Lust haben, über sich selbst zu lachen.

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Onlineshop des Diana Verlags (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Blogrunde: Mode und Alter

Frühlingslook 2013 von Ines MeyroseWie entwickelt sich mein persönlicher Stil mit der Zeit? Welche Grundsätze gibt es oder setze ich mir selbst? Ist unsere Generation vielleicht modemutiger als die vorherigen?

Diese Fragen stellen die Redakteure von Sintre, dem Online Mode- und Lifestylejournal von WITT Weiden, einigen Modebloggern – u.a. auch mir. Die Beiträge der anderen Blogger findet Ihr ab KW 37 in der Blogrunde bei Sintre.

Zielgruppe bei Sintre sind Damen 50+. Zwar bin ich erst 42, wurde aber trotzdem gefragt. Aus meiner letzten kleinen Umfrage weiß ich, dass einige Leser_innen 50+ sind. Bei den Ü30 Bloggern habe ich davon auch schon einige virtuell kennen gelernt.

Wie entwickelt sich mein persönlicher Stil mit der Zeit?

Der Kleidungstil wird aus meiner Sicht viel von Familie und persönlichem Umfeld geprägt. Ich bin ganz klar hanseatisch geprägt. Als Kind gab es feine Kleidung aus den Hamburger Kinderstuben am Jungfernstieg – bezahlt von der hanseatischen Oma – mit gesmokten weißen Kleidern und dunkelblauem Mäntelchen, später dunkelblaue Breitcordhosen mit rotem Nickipullover. Die Vorliebe für Marineblau liegt in der Familie und hält bis heute an.

Von dieser Festtagskleidung abgesehen bin ich ein Kind der 1970er und habe von Orange-Braun mit Schlaghosen, über Lila-Batik in den 1980ern, unendlich weiten Sachen in den 1990ern, und schlichtem Schwarz in den 2000ern alles durch und bin heute bei Braun als Lieblingsfarbe angekommen.

Sommerkleid von Gerry Weber - Dunkelblau mit weißen PunktenGegen zu viel Ordnung in der Kleidung habe ich schnell rebelliert und trage eher immer eine Spur nicht so ganz das, was vermutlich erwartet wird. Tücher sind schon lange mein Markenzeichen. Mein Kleidungstil hat schon lange romantische Anklänge. Ob es 1988 das Secondhand-Brautjungfernkleid aus Berlin war, mit dem ich dann zur Schule gegangen bin, oder heute mein liebstes Frühlingskleid – ein paar Volants dürfen gerne dabei sein.

In meinen 20ern habe ich es mit dem klassischen Look versucht. Die Arbeit beim Schiffsmakler brachte gewisse Dresscodes mit sich. Damals habe ich mich darin wohl gefühlt, weil mich der Look älter gemacht hat und das meiner Ausstrahlung Kompetenz verliehen hat. Seit ich Mitte 30 war, mag ich das gar nicht mehr so gerne leiden und brauche auch die Wirkung nicht mehr.

Ich bin froh, dass mein beruflicher Kontext mich nur selten dazu zwingt. Lieber als Hosenanzüge oder Kostüme mag ich legere Kleider mit unkonventioneller Note. Große Krägen, lockerer Schnitt, auffällige Farbe – alles gerne genommen. Solange ein Tuch oder Schal dazu finde ist: gerne. Mein eigener Stil hat sich durch private und berufliche Lebenserfahrung gebildet und reflektiert meine innere Haltung.

Welche Grundsätze gibt es oder setze ich mir selbst?

Kleidung darf bei mir nicht ordinär wirken. Konnte ein knallroter Bleistiftrock mit Anfang 20 noch auf der Oberschenkelmitte enden und mit formeller Weste schick aussehen, wäre mir das inzwischen too much – oder besser gesagt too less. Bei der Rocklänge ist der Grundsatz: Höchstens eine Handbreit über dem Knie darf das Bein herausgucken, blickdichte Strumpfhose dazu ist ein Muss und getragen wird es so nur für private Anlässe. Geschäftlich trage ich Röcke und Kleider, die das Knie gerade eben bedecken in italienischer Länge.

Ansonsten achte ich darauf, dass meine Ausschnitte nicht zu tief sind und möglichst keine Unterwäsche herausguckt. Wobei das Herausblitzen der Unterwäsche bei mir leider vorkommt – da muss ich wohl mit Leben. Man kann nicht alles haben … Ansonsten ändern sich Grundsätze auch. Ein Beispiel: Bis vor einigen Wochen hätte ich gesagt, dass ich nie Oberteile sichtbar in der Hose oder Rock trage. Jetzt habe ich einen Cordrock, bei dem das OK aussieht und kann mir das auf einmal bei diesem Rock vorstellen. Mein Rat: Wer Grundsätze hat, möge die gelegentlich überprüfen und im Einzelfall bewusste Ausnahmen zulassen.

Ist unsere Generation vielleicht modemutiger als die vorherigen?

Zur Definition von Generationen: Ich bin Jahrgang 1971, meine Mutter 1945, meine Schwiegermutter 1925, meine Oma 1910, Schwiegeroma 1903.

Die Nachkriegsgeneration meiner Mutter – immer alles aus der Sicht einer Großstädterin betrachtet, auf dem Land mag das anders sein – war so sogar modemutiger als meine. Die Miniröcke der 1960er – Holla, war das Hochzeitskleid fürs Standesamt kurz! Die Hippie-Kleidung der 1970er? Gehört alles dazu. Das ist aus meiner Sicht alles modemutiger als das, was mir später in meinem Leben begegnet ist. Ich musste mir keine Rocklänge und Haarschnitt erkämpfen. Diese Nachkriegsgeneration, die heute um die 70 ist, trägt auch heute vielfach Kleidung, die ich selbst auch tragen würde. Es ist vielleicht alles etwas länger, oft eine Spur weiter – aber Farben, Kleidungsstil und Freude an Accessoires und modernen Schuhe sehe ich ganz oft.

In der Generation meiner Oma habe ich immer viel weniger Modemut wahrgenommen. Da zählte nur Qualität, Klassik, Contenance. Meine Oma hat auch mit 80 noch Pumps von Bally getragen und das Haus nicht ohne Hut verlassen. Die Lockenwickler-Frisur war immer gleich – von meinen Babyfotos an bis zu Ihrem Tod. Das habe ich auch bei anderen Frauen dieser Generation oft so erlebt. Meine Schwiegermutter liegt im Altersbereich dazwischen. Ob ihr Spaß an Mode damit zusammen hängt oder sie einfach anders ist als andere Damen dieser Ära, vermag ich nicht zu sagen. Sicherlich ist sie geprägt von den Einflüssen der spannenden 1920er Jahre und dem traditionell-aktuellen Kleidungsstil ihrer Mutter. Auf alle Fälle experimentiert sie mit Farben und kauft immer mal moderne Stücke neben zeitlosen Klassikern wie dem Peter Hahn-Twinset.

Mein Eindruck ist: Die Frauen der Jahrgänge um 1900 und 1940-60er sind modemutiger als heutige junge Erwachsene, die Generation dazwischen nicht.

Wie hat sich Euer Kleidungstil im bisherigen Leben verändert?

Ü30 Blogger

U30 Blogger Netzwerk Fashion, Beauy, Lifestyle

Das Netzwerk für Fashion, Beauty & Lifestyle für Blogger 30+

Wege im Internet sind verschlungen und passen doch so gut zusammen: Durch einen Kommentar von Cla von glam up your lifestyle beim Artikel Happy, but not with the size hier in meinem Blog habe ich einen Blick in ihren Blog geworfen und den Button der Ü30 Blogger gesehen. Ich fühlte mich sofort angesprochen. Mit Ü40 passe ich von Alter her bestens in das Netzwerk – das übrigens nicht nur für Frauen ist (auch wenn meine Überschrift anders klingt). Bei einer Umfrage zu Interessen und Alter meiner Leser_inen kam kürzlich auch heraus, dass die meistens aus dieser Altersgruppe sind. Fashion, Beauty und Lifestyle sind die Themen dieses Blogs.

Da liegt es nahe mitzumachen, oder?

Über die Aufnahme meines Blogs in das Netzwerk freue ich mich sehr. Schon am gleichen Tag, an dem ich den Aufnahmeantrag gestellt und meinen Blog kurz vorgestellt habe, ging das OK bei mir ein. Schnelle Entscheidungen und kurze Wege mag ich. Ein gutes Zeichen für einen lebhaften Austausch und Inspiration.

Kanntet Ihr Ü30 Blogger schon? Was denkt Ihr darüber?

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