Werbung – Rezensionsexemplar

Kaskaden
Louise K. Böhm
Originalausgabe, Hardcover, mit Schutzumschlag, 288 Seiten
ISBN 978-3-328-60524-9
Erschienen am 15. Juli 2026 im Penguin Verlag (Werbung)
Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten findest Du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.
„Wenn Jojo ihre Herkunft einfach ausradieren könnte, würde sie es tun. Zwar hat sie das Vorstadtgrau weit hinter sich gelassen, doch an der Uni hat sie trotzdem ständig Angst, jemand könnte herausfinden, dass sie nicht hierhergehört. Einzig die Arbeit im Labor gibt ihr Halt. Als Jakob in ihr Leben tritt, findet Jojo zu einer neuen Leichtigkeit. Doch dann erhält sie ein Lebenszeichen ihrer ehemals besten Freundin, und plötzlich ist alles wieder da: die Jahre mit Yara, mit der sie mehr Zeit verbrachte als mit ihren eigenen Eltern. Die auf jeden Spruch eine Erwiderung parat hatte. Und die von einem Tag auf den anderen verschwand, obwohl sie doch gemeinsam ausbrechen wollten aus der Vorstadt.“
Verlagstext Louise K. Böhm, Kaskaden, Penguin 2026
Warnung: Jojo hat eine Keimphobie und einen Zähltick.
Die Geschichte beginnt damit, dass Jojo von Yaras Mutter auf einer Beerdigung eine DVD überreicht bekommt. Mal davon abgesehen, dass man erst einmal ein DVD-Laufwerk finden muss, um den Film anzusehen, hat Jojo panische Angst vor dem, was sie dort sehen könnte.
Sie überlegt detailliert, was vermutlich darauf zu sehen ist und was auf keinen Fall zu sehen ist. Sie versucht, jede Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Die Frage ist auch, ob sie sich traut, die DVD anzusehen oder ob sie besser direkt entsorgt wird.
Durch diese Gedanken lernen die Leser_innen die Jojo aus der Vergangenheit kennen. Sie tauchen mit ihr in längst verdrängte Erlebnisse ein und erfahren mehr darüber, warum Yara sie nach dem Abi von einem Tag auf den anderen aus ihrem Leben gestrichen hat.
„Das, was einen wirklich fickt, sind nicht die Erinnerungen oder das Vermissen. Es ist das Was wäre wenn.“
Verlagstext Louise K. Böhm, Kaskaden, Penguin 2026, Seite 161 im E-Book
Einerseits vergeht Jojo vor Sehnsucht nach Yara. Andererseits merkt sie inzwischen, dass sie ganz schön stark unter deren Einfluss stand und ohne Yara viel mehr zu sich selbst finden kann. Sprachlich finde ich ihre Bezüge zur Biologie spannend
„Und gleichzeitig haben die Tage einen anderen Aggregatzustand, als hätte jemand die molekurare Symmetrie aufgelöst. Die Strukturformel ist dieselbe, aber die Wirkung ist neu.“
Verlagstext Louise K. Böhm, Kaskaden, Penguin 2026, Seite 68 im E-Book
Mit ihrem Tutor Jakob, in seiner Freizeit DJ, verbindet sie von ersten Treffen an etwas. Sie wehrt sich jedoch vehement dagegen, noch einmal jemanden so nah wie Yara an sich heran zu lassen.
Auch ihre WG-Freundin Melle kennt keine Details ihrer Vergangenheit. Zu peinlich wäre es Jojo, wenn ihre Herkunft aus einem Bürgergeld-Haushalt bekannt würde. Das zu verschleiern, kostet sie viel Energie und beraubt sie vieler Möglichkeiten des sozialen Miteinanders.
Im Lauf des Romans lernt Jojo, dass sie erst im Jetzt richtig ankommen und leben kann, wenn sie die Vergangenheit aufgearbeitet hat. Wenn du Lust hast, sie auf ihrem emotional intensiven Weg zu begleiten, ist das ein Buch für dich. Mir gefällt an dem Roman besonders, wie er zeigt, dass eine enge Freundschaft nicht nur Halt geben, sondern auch die eigene Entwicklung bremsen kann.
Ich habe ganz schön mit Jojo gelitten!
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Eine Antwort auf „Lesetipp – Jojo & Yara“
Ich bin gerade sehr ambivalent… Gefällt mir das? Ist es too much? Ich weiß es nicht.
Konntest du das Buch gut lesen, außer dass du gelitten hast?
Liebe Grüße
Nicole