Zu einer Farbberatung gehört, dass du eine Übersicht über die Farben bekommst, die dir am besten stehen. Damit kannst du zu Hause bei Anproben, beim Aussortieren und unterwegs beim Einkaufen einschätzen, ob Farben damit harmonieren oder nicht.
Farbberatung im Lifestyle-Blog „meyrose – fashion, beauty & me“ von Imageberaterin Ines Meyrose aus Hamburg
Zu einer Farbberatung gehört, dass du eine Übersicht über die Farben bekommst, die dir am besten stehen. Damit kannst du zu Hause bei Anproben, beim Aussortieren und unterwegs beim Einkaufen einschätzen, ob Farben damit harmonieren oder nicht.
Hier sammle ich, was diesen Monat geprägt hat. Schöne Momente, kleine Beobachtungen. Bilder und Erlebnisse, an die ich mich am Jahresende erinnern möchte.
Das Erlebnis hatte ich vor 21 Jahren. Der Klassiker bei nicht harmonischer Farbwahl ist, dass warme Herbstfarbtypen fast nur Schwarz tragen oder kühle Sommerfarbtypen eine ausgeprägte Vorliebe für Beige haben, was dem jeweiligen Farbtyp so gar nicht entspricht. Anhand dieser beiden Beispiele zeige ich dir heute, wie du vorhandene Kleidung besser kombinieren kannst.
Im November haben Nicole und ich bei ihr im Blogtalk über Haare gesprochen. Heute wird es bunt, es geht um Farben. Hast Du Themenwünsche? Bitte kommentieren. Viel Spaß beim Lesen!

Nicole: Generell finde ich Farben oder Farbe sehr wichtig. Auch wenn das doof klingt: Sie machen das Leben bunter. Den Kleiderschrank, das Essen, die Natur. Auch wenn es welche gibt, die ich nicht mag oder nicht trage. Ich mag mir nicht vorstellen, dass mein Leben farblos wäre. Hast du eine außerberufliche Beziehung zu Farben?
Ines: Unbedingt! Ich liebe Farben! Klar gibt es welche, die ich nicht schön finde, aber ich liebe die Vielfalt der Farben an sich auf dieser Welt. Ich bin dankbar, dass ich Farben sehen und damit arbeiten darf.
Nicole: Diese Frage kann ich nicht mit einem Wort beantworten. Ich mag Lila, Pink. Wenn es nur eine wäre, dann wäre es wohl Blau. In vielen Schattierungen. Ist es bei dir Orange? Unterscheidest du wie ich zwischen Kleidung und Leben?

Ines: Spontan war meine Antwort auf die Frage nach der Lieblingsfrage lange Zeit Rot. Dann kam Dunkelblau. Seit einigen Jahren hat Orange in der Praxis Rot den Rang abgelaufen. Daher lautet die Antwort heute Orange und Dunkelblau. Diese Farben spiegeln sich stark in meiner Kleidung wieder neben Braun.

Bei Farbvorlieben unterscheide ich zwischen Kleidung und dem restlichen Leben. Mal davon abgesehen, dass ich keine schwarzen Autos mag, ist mir die Farbe meines Autos ziemlich egal. Im privaten Wohnbereich bevorzuge ich warme Beige-Brauntöne mit Holz und Leder.

Im Büro habe ich gerne kühles, sachliches Grau und Blau mit Farbtupfern um mich. Im Küchen- und Essbereich sind kühle Rottöne mit Weiß und Buchenholz kombiniert mit einem bisschen Pink-Magenta-Bunt dabei.




Nicole: Ich habe ein pinkfarbenes Kleid und liebäugele mit einer lilafarbenen Strickjacke. Blau gibt es viel. Im Lebensraum mag ich gerne Grau, Weiß, Braun und Beige. Im Kleiderschrank auch. Aber das sind für mich irgendwie andere Lieblingsfarben. Bei Blumen mag ich Pink. Da findet es sich. Aber ich brauche es tendenziell überall ruhig. Das klingt vielleicht schräg. Vielleicht finde ich ein Abendkleid in Lila.

Nicole: Wenn ich sie ansehe, sie einfach da sind, mich und meinen Blick ruhen lassen. Pink macht zwar fröhlich, aber es ruft einen immer an. Weißt du, wie ich meine? Ich wollte mal eine ochsenblutrote Wand. Aber dann fand ich das wild.
Ines: So verstehe ich, was du meinst. Ich dachte erst, du würdest Pink ruhig finden. Das hat mich irritiert. Ach ja, die berühmte ochsenblutrote Wand aus den Nuller- und 2010er Jahren … Ich kenne bestimmt zehn Leute, die diese Wand hatte. Einige haben sie sich schnell übergesehen, einer hat sie bis heute.

Zurück zu den Farben, die ruhig oder schreiend sind: Rot, Orange, Pink werden von den meistens Menschen als Farben mit hoher Energie und Lebendigkeit verbunden. Die von uns beiden geliebten Blautöne gelten als ruhig.

Trägst du das Kleid in Pink, wenn du Power brauchst oder wenn du dich eh schon besonders lebendig fühlst? Verstärkt Blau deine vorhandene Gelassenheit oder gibt Blau dir Ruhe, wenn deine Seele unruhig ist?
Nicole: Wow, wieder eine richtig gute Frage. Es ist mal so, mal so. Auf jeden Fall ist es Verstärkung. Immer. Wenn ich das Gefühl habe, ich müsste mich selber etwas hochziehen, ob nun im Außen oder Innen, dann kann es der Gegenpol zur Verstärkung einer besseren Befindlichkeit sein.
Komischerweise gibt Beige mir Ruhe. Es entspannt mich. Blau ist Kraft für mich. Eine angenehme Kraft. Auch wenn es andere Ansichten dazu gibt. Das Kleid in Pink ist für mich der Inbegriff von Sommer: Power, Leichtigkeit, Freude, Strahlen.

Aber tatsächlich geben mir das Kleid und auch das Top und die Bluse in Orange mir so einen Kick. Dann denke ich immer, ich sollte mehr Farbe tragen. Ich mag es generell aber immer noch lieber ruhig.


Wie ist das bei dir? Ich habe dich in dem hellen Cordhemd so gefeiert, weil es dich auf eine besondere Weise leuchten ließ. Und auch wenn du Orange trägt, schimmert da für mich etwas durch, was man nicht immer sieht. Das wirkt kraftvoll. Und mit dem dunkelblauen Pulli aus unserem letzten Talk ist das auch zu spüren.

Ines: Du meinst dieses Bild? Der Pulli gibt mir viel, weil alles an ihm für mich stimmt: Farbe, Schnitt, Material ergänzt mit der Erinnerung an einen schönen Urlaubsmoment beim Kauf. Dunkelblau ist für mich auch eine kraftgebende Farbe in der Art von in der Ruhe liegt die Kraft.
Beige steht dir gut, keine Frage. Ich finde aber auch, dass du mehr Farbe tragen könntest. Mehr Apricot, mehr Orange zum Beispiel. Das unterstreicht deinen sonnigen Geist.
Dass es Farben gibt, die mich mehr strahlen lassen als andere und besondere Facetten damit zeigen, empfinde ich auch so. Ich habe eine Hose in vier Farben – Navy, Braun, Taupe, Orange. In jeder der drei fühle und bewege ich mich anders.




Nicole: Ich finde, dass es ein ganz besonderes Blau ist. Auf dem Bild passt einfach alles… Es ist eines meiner Lieblingsfotos von dir.
Ines: Danke – das Blau ist wirklich besonders und ich erinnere den Moment der Aufnahme des Fotos noch genau.
Nicole: Ja und nein. Es gibt Farbkombis, die für mich nur so gehen: (Schuhe ausgenommen) Schwarz und Dunkelblau zum Beispiel. Ich mag es nur leiden, wenn das Schwarz im Oberteil und das Blau im Unterteil ist. Umgekehrt empfinde ich es komisch. Orange und Pink (Kleider ausgenommen) trage ich nur oben. Helleres Khaki eher unten.

Ines: Lustig, Schwarz und Dunkelblau würde ich genau umgekehrt kombinieren. Khaki und Oliv mag ich an den Beinen nicht tragen, nur oben. Es fühlt sich an den Beinen falsch an.
Nicole: Warum trägst du so selten helle Oberteile? Hat das praktische Gründe, ist es eine bewusste Entscheidung?
Ines: Es ist eine bewusste Entscheidung, primär auf dunkle Bekleidung zu setzen, weil sie mir besser steht. Ich bin ein Farbtyp mit den Dominanzen warm und dunkel. Dunkle Farben ergänzen immer einen Teil meiner natürlichen Farben.

Helle Farben kann ich durchaus in Gesichtsnähe tragen, wenn sie warm sind – zum Beispiel das von dir so geliebte Cordhemd in Cremeweiß, Apricot, Lachs oder Beige. Jetzt komme ich zum ABER: Cremeweiß verwäscht sich leicht in grimmeliges Offwhite oder wird Schneeweiß. Dann sehe ich darin aus wie in einem Krankenhausnachthemd.

Bei Beige fehlt mir der Kontrast zu meinen natürlichen Farben, seit meine Haare grau sind. Früher mit dunklen Haaren habe ich Beige getragen und war auch bei Weiß flexibler. In Beige fühle ich mich wie ausgewaschen. Bei hellen Kleidungsstücken schaue ich also sehr genau hin, ob ich die wirklich haben möchte und kombiniere mit Farben, die mir perfekt stehen, zum Beispiel Orange.

Dunkle Oberteile finde ich zudem wirklich praktischer, weil Unterwäsche und Hosen nicht so leicht durchscheinen – das mag ich nämlich überhaupt nicht leiden. Wenn ich helle Oberteile, meine Ringelshirts in cremeweiß-orange zum Beispiel, oder den hellen Hoodie trage, bevorzuge ich dabei undurchsichtige Stoffe.

Außerdem streckt es die Körperlänge, wenn ich am Unter- und Oberkörper ähnliche Farben in Bezug auf die Helligkeit trage. Weil ich wegen meiner im Verhältnis zu den Schultern breiteren Hüften dunkle Hosen bevorzuge, die machen optisch schmaler als helle, kombiniere ich gerne oben dunkle Sachen dazu. Die Kombination dunkel mit dunkel macht mich insgesamt optisch schmaler und länger.
Nicole: Die Argumente kann ich nachvollziehen. Mag dich dennoch gern in hell … Witzig, dass wir so umgekehrt bei Blau, Schwarz und Khaki unterwegs sind.
Ines: Monochrome Looks mag ich sehr gerne. Die Farben müssen nicht exakt gleich sein, eine gewisse Ähnlichkeit reicht. Die Kleidungsstücke werden von den Farben dann so schön verbunden.
Ines: Gibt es! Es ist der Farbbereich Pink-Magenta-Fuchsia-Zyclam.
Nicole: Bei mir ist es Rot. Ganz definitiv Rot. Ich mag es leiden, an anderen Menschen finde ich es toll und ich fühle mich damit blass und verkleidet. Auch, wenn ich mal ein rotes Abendkleid besessen habe. Inklusive farblich passendem Lippenstift. Und Gelb, inklusive Currygelb. Habe ich früher rauf und runter getragen samt Brille. Heute nicht mehr.
Ines: Spannend. Ich möchte dich mal in warmem Korallenrot und in Zinnoberrot sehen – also eher in Orangerottönen. Vielleicht ergibt sich das bei einem Bummel mal. In kühlem Kirschrot kann ich mir dich auch nicht gut vorstellen. Gelb hat bei mir Phasen. Bei dir kann ich es mir mit Petrol als großer Schwester kombiniert auch heute noch gut vorstellen.

Nicole: Das mit dem Petrol ist interessant. Da sind wir wieder bei dem Hamburger Kleid, da waren Petrol und Curry drin. Für dich würde ich Rot beim Bummeln anziehen. Vielleicht verliebe ich mich? Lass uns das im Hinterkopf behalten.
Ines: Wenn ich mich richtig erinnere, trägst du helle Farben lieber im Sommer – dunkle im Winter und versuchst bewusst, die hellen Farben auch in der dunklen Jahreszeit mehr einzusetzen. Stimmt das so? Was löst die Hell-Dunkel-Vorlieben auf und warum hast du das Bedürfnis, bewusst die hellen Phasen zu verlängern?
Nicole: Ja, es stimmt. Vor zwei Jahren habe ich im Sommer bewusst auf helle Farben umgestellt, auch häufig bei Schuhen. Ich empfand mehr Leichtigkeit dabei. Im Winter bin ich ambivalent: ein absolutes No-Go sind im Winter weiße Hosen. Aus Schmutzgründen und weil ich mir einbilde, in ihnen zu frieren. Lange, helle Unterteile trage ich nicht gern im Herbst und Winter. Außer in Beige, besonders bei Röcken und meinem Strickkleid. Aber es muss einen warmen Akzent haben.

Mein Bedürfnis, die hellen Phasen zu verlängern liegt an meinem Bedürfnis nach Licht und Helligkeit. Ich habe das Gefühl, mehr zu leuchten, wenn eine helle Komponente dabei ist und es macht mir die dunkle Jahreszeit leichter und heller. Obwohl ich mich in diesem Jahr das erste Mal dabei erwische, den Herbst gar nicht so schlimm zu finden. Er ist aber auch sehr bunt.
Obwohl ich den Sommer liebe, kauf ich lieber kuschelige Kleidung. Dennoch wird es die Trennung der Hell und Dunkelphasen weiter geben. Es liegt schlicht an den Jahreszeiten.
Ines: Genau deshalb habe ich dir das Kleid gezeigt – aus meiner Sicht deine Farben und nichts, was so es in deinem Schrank gibt. Kommt Zeit, kommt irgendwann Lust auf das Kleid …
Dass helle Schuhe im Sommer mehr Leichtigkeit geben, empfinde ich ähnlich. Als unterschiedlich warm oder kühl von der gefühlten Temperatur empfinde ich helle oder dunkle Farben nicht. Deine hellen Oberteile wirken im Winter angenehm positiv auf mich. Letztes Jahr fandest du den Herbst auch schon nicht so schlimm. Noch zehn Jahre und ihr werdet Freundinnen …
Ines: Das steuere ich nicht bewusst. In der Praxis ergibt es sich, dass mir helle Hosen im Winter zu spritzwassergefärdet sind, ich beschmutze die beim Gehen selbst hinten am Saum, wenn der Boden nass ist. Ansonsten gibt es einige Farben selten bei Winterkleidung.

Meine Hose in leuchtendem Orange würde ich gerne ganzjährig tragen, im Winter ist sie aber zu dünn. Sie ist aus leichterem Stoff als die Schwestern in Blau, Braun und Taupe. So gesehen ist es eher eine Frage von Material und Vorhandensein in der Mode als eine Entscheidung gegen eine Farbe. Dunkle Farben auch im Sommer zu tragen, macht mir gar nichts aus.

Nicole: Ja und nein. Er versucht, bei seiner Krawatte Rücksicht auf mein Outfit zu nehmen, gestern ging das in Ermangelung der passenden Farbe nicht. Das Hemd ist bei förmlichen Anlassen immer weiß.
Bei der Einschulung unserer Tochter waren wir echt ein Thema: Ich trug ein lilafarbenes Etuikleid und er eine Krawatte in Lila. Da gab es den einen oder anderen, der etwas dazu zu sagen hatte. Grundsätzlich mag ich diese Abstimmung sehr gern. Auf Fotos, wenn es denn welche gibt, wirkt das immer sehr harmonisch auf mich.
Interessant finde ich deine Auswahl für Winter- und Sommerfarben, weil ich das auch so fühle. Witzig, dass der Stoff deiner Hose so anders ist. Dein Pulli in Orange, den wir einmal bei einem sehr schönen Treffen gekauft haben, ist eher winterlich kuschelig, oder?
Ines: Hättest du was gesagt – eine cremefarbene oder weinrote Krawatte hätten wir ausleihen können. Dann weiß dein Mann jetzt, was ihm fehlt für den nächsten Ball.
Mein Pulli in Zinnoberrotorange ist aus mitteldünner, glatter Merinowolle. Der ist für Herbst und Frühjahr perfekt. Deshalb trage ich ihn so gerne zur orangefarbenen Hose. Beides ist im Sommer zu warm, im Winter zu kalt.

Ines: Kühle Blautöne greife ich in Tüchern auf. Das Nickituch ist ein Beispiel dafür, wie ich ein leuchtendes, kühles Blau kombiniere. Das funktioniert durch die anderen warmen Farben im Muster.
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Aktualisiert am 24. Mai 2026
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