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Was Du schon immer über mich wissen wolltest #3

Zum ersten Mal gab es 2021 gab es die erste Fragerunde, 2022 folgte #2. Die Fragen fand ich in ihrer Vielfalt spannend und es sind teilweise weitere Blogbeiträge aus den Antworten entstanden. Ich finde es schön, auf diesem Weg zu erfahren, was Dich interessiert.

Lust auf eine neue Fragerunde?

Stelle bitte Deine neugierigen Fragen in den Kommentaren. Ich trage sie hier im Beitrag ein und beantworte alle. Versprochen!

Fakten über mich

“Meine Frage bezieht sich auf deine Fotos, die du machst. Selbst wenn mich das ein oder andere vorgestellte Produkt inhaltlich nicht anspricht, so fallen mir stets die Produktfotos als ästhetisch und professionell gemacht auf, so dass ich sie gerne betrachte. Wie bist du auf die Produktfotografie gekommen und wo hast du sie erlernt?”

Michael V.
Geschenke aus der Küche: Scharfe Nussmischung und Schoko-Zimt-Mandeln

Danke für Dein Kompliment! Lass mich raten – bei diesem Bild gefällt Dir auch der Inhalt? Learning by doing lautet die Antwort. Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, habe ich bei anderen Bloggern schnell gesehen, was für ein Bilderstil mir gefällt und was ich nicht mag. Fotografie ist bereits seit dem Grundschulalter mein Hobby.

Schon damals stand ich mit meinem Vater in der Dunkelkammer und wir haben zusammen Schwarz-Weiß-Filme entwickelt und Fotos abgezogen. Ab und an durfte ich bereits als Kind mit der Spiegelreflexkamera selbst fotografieren. Das Konzept, wie man fotografiert – vom Bildaufbau bis zu manuellen Belichtungseinstellungen – und mit welchen Details man beim Abziehen der Bilder – heute der digitalen Nachbearbeitung – habe ich also früh verstanden. Gerne hätte ich das zu meinem Beruf gemacht, hatte aber zu viel Angst vor den Kosten in der Ausbildung und den damals nur wenig vorhandenen Stellenangeboten für Fotograf_innen.

Während ich in den ersten 40 Jahren primär Natur und Menschen aufgenommen habe, kam erst mit dem Bloggen die Produktfotografie dazu. Um da besser zu werden, habe ich einige Bücher gelesen und probiere immer wieder Neues aus.

Auf einem kurzen Workshop, der mal auf einem Blogger-Event von einem Kosmetikanbieter angeboten wurde, habe ich Kleinigkeiten gelernt, zum Beispiel lieber weiter weg zu gehen mit der Kamera und das Bild hinterher zu beschneiden, um Verzerrungen zu vermeiden. Bei Food-Fotografie habe ich noch viel zu lernen, mit der bin ich selbst am wenigsten zufrieden.

Die Bilder erstelle ich sowohl mit dem Smartphone als auch einer Systemkamera, die einer Spiegelreflexkamera ähnelt und wechselbare Objektive hat. Je nach Produkt und Licht funktioniert mal das eine, mal das andere besser. In der Regel arbeite ich nur mit natürlichem, indirektem Licht, unabhängig davon, ob ich die Bilder draußen oder drinnen erstelle.

Meine Bilder werden nur wenig bearbeitet. Die Ränder werden manchmal beschnitten, etwas mit Helligkeit, Kontrast und Intensität gespielt – aber das ist es in der Regel auch schon. Wirkliche Retusche mache ich selten. Wer sich vor dem Abdrücken des Auslösers mehr Mühe macht, hat hinterher am Rechner weniger Arbeit.

“Wie war der Übergang zu diesen kurzen Haaren für dich? Ich meine unmittelbar nach dem Schnitt.”

Nicole

Dafür gibt es nur ein Wort: erleichtert. Wenn meine Haare mehrere Zentimeter Länge verlieren, fühle ich mich körperlich wie um einige Kilo erleichtert. Ich fühle direkt nach dem Kürzen der Haare, wie ich innerlich wachse, leichter atmen kann.

Es fühlt sich viel frischer an als vorher, als wäre eine schwere Last von mir genommen. Beim Blick in den Spiegel sehe ich dann mein wahres Ich, was vorher unter den Haaren verschüttet war.

“Mich interessiert, wie Du dazu kamst so doch recht unterschiedliche Beratungsformen wie Stil- und Farbberatung und Mediation auszuüben.
Oder vielleicht ist es gar nicht so unterschiedlich?”

Sieglinde

So unterschiedlich ist das gar nicht. Bei beidem geht es um Kommunikation. Über Kleidung kommunizieren wir mit anderen Menschen ebenso wie mit Sprache/Verhalten bei Konflikten, die mit Mediation gelöst werden können.

Wie kam ich zur Mediation? Die Farb- und Stilberatung war zuerst da. Das war die Geschäftsidee und Grundlage von image&impression. Zum Ende des Studiums zur Kommunikationswirtin, das ich parallel zur Firmengründung absolviert habe, gab es in einer Zeitschrift der Handelskammer monatliche Beiträge, in denen Mediatoren jeweils einen konkreten Mediationsfall vorgestellt haben. Das fand ich spannend. Gerade die nicht stromlinienförmigen Lösungswege haben mich fasziniert.

Eine damalige Freundin war zu dem Zeitpunkt auf der Suche nach einer beruflichen Neuorientierung nach der Elternzeit. Ihr habe ich die Beiträge immer geschickt, weil ich der Überzeugung war, dass das etwas für sie wäre. Sie hatte aufgrund des finanziellen und familiären Rahmens leider nicht die Möglichkeit, die Ausbildung zu machen. Mich lies es aber auch nicht los.

Also war irgendwann der Anruf fällig, ihr zu sagen, dass ich jetzt genau das machen werde, was sie auch gerne würde, sich aber nicht ermöglich kann. Eingeleitet mit den Worten: Ich weiß, dass Du gleich wütend wirst und auflegen möchtest, aber bitte lass mich zu Ende reden … Natürlich hat sie geschluckt, aber zum Glück hat sie sich großherzig gezeigt und sich mit mir gefreut.

Zu Beginn der Ausbildung zur Mediatorin dachte ich, dass das ein ganz anderes Arbeitsfeld sein würde als die Imageberatung. Am Ende habe ich ganz schnell gemerkt, ebenso nach einer angeschlossenen Business-Coaching-Ausbildung, dass die im Bereich Konfliktmanagement und Coaching gelernten Kommunikationsfertigkeiten meine Imageberatungen erheblich verbessern. Warum? Ich bekomme aus Kund_innen im Erstkontakt schneller heraus, was ihre wirklichen Bedürfnisse sind und kann konkreter helfen.

“Warst du schon immer so gut strukturiert und organisiert, auch in der Schule? Oder gab es das berühmte Aha-Erlebnis?”

Caro

Oh weh, ja es gab das berühmte Aha-Erlebnis und ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen. Strukturiert und organisiert war ich in der Schule insofern schon, als dass ich – zumindest meiner Erinnerung nach – selten Sachen komplett vergessen habe und meine Hefte und Bücher sahen wohl einigermaßen ordentlich aus, weil ich das hübsch fand.

ABER … mein Zimmer sah immer aus wie nach einem Orkantief. Ich habe nie freiwillig aufgeräumt und war alles durcheinander. Meine Mutter fand das schlimm, hat das aber toleriert, solange das nur in meinem Zimmer so aussah.

Aber auch an der Garderobe am Eingang habe ich Taschen, Schuhe, Jacke einfach hingeworfen, wenn ich nach Hause gekommen bin. Das gab täglich Zoff. Ich war ein extrem unordentliches Chaoskind – bis zum Spätsommer 1983.

Zur 7. Klasse wurden die Klassen neu zusammengewürfelt nach der zweiten Fremdsprache sortiert und ich war erstmals nach der Schule bei einer neuen Klassenkameradin zu Hause verabredet. Wir haben uns etwas gelangweilt und sie schlug vor, dass wir doch zu mir fahren könnten. Dann würde sie auch mal sehen, wie ich wohne.

Mir setzte fast der Herzschlag aus vor Panik bei der Vorstellung, dass dieses nette Mädchen, was ich zur Freundin haben wollte, deren Zimmer ganz ordentlich war, mein Chaoszimmer sehen könnte. Ich hatte Angst, dass nie wieder jemand in der Klasse jemals mit mir reden würde, wenn diese Peinlichkeit passieren und sie davon erzählen würde. Und das sah so schlimm aus, das hätte niemand für sich behalten.

Panisch habe ich die Ausrede erfunden, dass wir nicht zu mir können, weil meine Mutter spontanen Besuch nicht erlaubt und ich großen Ärger bekommen würde, wenn ich jetzt mit ihr ankäme. Fand sie doof, hat es aber geglaubt.

Zu Hause habe ich abends dann bei meiner Mutter gebeichtet, was sie sagen muss, falls sie das Mädchen mal kennenlernt – gab natürlich Ärger, zurecht, denn die Wahrheit wäre genau das Gegenteil gewesen. Dann habe ich sie darum gebeten, dass wir bitte zusammen einmal mein Zimmer von Grund auf ausmisten und in Ordnung bringen, damit ich spontan jemanden zu Gast haben kann.

Das haben wir gemacht und seitdem bin ich – bis auf ein paar kleine Ausrutscher – ein ordentlicher Mensch. Der Grundstein für meine Ordnung liegt also in der Angst vor Gesichtsverlust. Vielleicht bin ich deshalb heute Imageberaterin?

Ordentlich ist übrigens bei mir nicht gleichbedeutend mit sauber. Bis ich 28 war, stand mein Geschirr gerne mal eine Woche in der Küche (ordentlich gestapelt …), der Staubsauger kam nur alle paar Wochen zum Einsatz und gewischt wurde quasi nie.

Mich hat das gestört, aber nicht genug, um was daran ernsthaft zu ändern. Das hat sich erst schlagartig geändert mit dem Umzug in eine andere Wohnung, bei der ich von Anfang an den Vorsatz hatte, sie nicht nur ordentlich, sondern auch sauber zu halten. Ist mir gelungen und das hat sich dauerhaft verankert.

“So wie ich dich kennengelernt habe, bist du jemand, der genau weiß, was du willst und da auch keine Gefangenen machst. Du stehst zu deiner Meinung und sagst sie auch recht deutlich.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit einer solchen Haltung recht oft aneckt und viele Menschen damit überhaupt nicht umgehen können. Wie gehst du damit um? Fasst dich das nicht manchmal an?”

Fran

Deine Einschätzung im ersten Satz ist richtig. Deine dazu Frage ist, ob es mir etwas ausmacht, wenn mich jemand wegen meiner direkten Art ablehnt? Nein, mir fällt da gerade keiner ein. Das war bis 2005 anders, als ich noch als Angestellte gearbeitet habe. Da hatte ich den Eindruck, dass stromlinienförmige Menschen es deutlich leichter im Job haben und da wäre ich deshalb auch gerne angepasster gewesen.

Aber bevor ich an etwas platze, ecke ich lieber damit an. Gerade bei meinen Firmenkunden kommt meine klare Art gut an, weil ich Dinge ausspreche, die sie sich selbst manchmal nicht zu sagen trauen – sowohl in Bezug auf das gewünschte äußere Erscheinungsbild der Mitarbeitenden als auch im Umgang mit Konflikten. Privat suche ich mir Menschen, die mit meiner Art klarkommen und mir sagen, wenn ich es damit für sie übertreibe.

Was mich anfasst ist, wenn ich mich in einem Menschen getäuscht habe oder angelogen werde. Das nehme ich zutiefst persönlich. Beim ersten ärgere ich mich schwarz über mich selbst, beim zweiten über den anderen.

„Ich würde gern wissen, ob Du bei Deinem Zeitmanagement ebenso strukturiert bist, wie bei allem anderen. Für eine Selbständige wird das sicher so sein. Vielleicht kannst Du dazu etwas Genaueres sagen.“

Greta

Ja, das bin ich. 2022 habe ich die Frage zu meinem Tagesablauf an sich beantwortet, daran hat sich nichts geändert. Ich arbeite nach wie vor nur Teilzeit und es zupft nach wie vor keiner an mir, das macht es natürlich leichter. Von alleine läuft das aber trotzdem nicht.

Damit ich alles möglichst stressfrei erledigt bekomme, mache ich mir abends vorm Schlafengehen Gedanken, wann ich aufstehen möchte. Wenn ich ab 7 Uhr aufstehe, nehme ich mir 90 Minuten für einen entspannten Start in den Tag, wenn es 6 Uhr oder früher ist, muss eine Stunde reichen.

Den Wecker stelle ich nie auf Wiederholung, stehe sofort auf. Jede Schlafminute ist kostbar, deshalb stelle ich den Wecker lieber gleich auf die späteste Zeit und vertue den Schlaf nicht mit Unterbrechungen durch die Snooze-Taste.

Ich arbeite viel mit Erinnerungen im digitalen Kalender. Da steht alles drin, was zu erledigen ist: von der regelmäßigen Waschmaschinen- und Geschirrspülerreinigung als Serientermine bis zu durchzuführenden PC-Sicherungen. Diese Termine schiebe ich durchaus mal auf Wiedervorlage, wenn es gerade nicht passt, aber nach Möglichkeit nicht mehr als ein paar Tage.

Innerhalb eines Tages stelle ich immer wieder den Wecker im Smartphone. Jetzt steht er zum Beispiel auf 12:00 Uhr, weil ich um 13:00 Uhr hier im Haus jemanden erwarte. So habe ich ausreichend Zeit, um mir ein schnelles Mittagessen zu kochen und um 13:00 Uhr bereit zu sein.

Vorher stand er auf 9:30 Uhr, weil ich meine Schwiegermutter telefonisch an einen gleich stattfindenden Termin erinnern wollte. Wenn ich sowas als Wecker einrichte, ist es bis dahin aus meinem Kopf und der ist dann wirklich frei für das, was ich bis dahin mache – in diesem Falls meine Mails und Blogkommentare lesen und beantworten.

Außerdem nehme ich mir nie zu viel auf einmal vor. Wenn etwas eine Terminsache ist, plane ich das zeitlich realistisch durchführbar ein. Alles, was schnell zu erledigen ist, mache ich nach Möglichkeit sofort, alles andere plane ich mit Termin ein.

Ein Beispiel: Letzte Woche kam der Bescheid für die Grundsteuer und der war fehlerhaft, eine nachträglich eingereichte Änderung war nicht berücksichtigt. Das habe ich bei nächster Gelegenheit, in der ich in Ruhe Zeit hatte, direkt erledigt, auch wenn die Einspruchsfrist vier Wochen betrug und ich keinerlei Lust hatte, mich damit zu beschäftigen.

Jetzt ist der Ordner wieder im Keller und mein Kopf hat Platz für andere Dinge. Aufschieberitis, Prokrastination klänge eleganter, kostet meiner Ansicht nach unnötig Zeit, Nerven und macht ein schlechtes Gewissen. Etwas zügig an einem sinnvollen Zeitpunkt zu erledigen, macht mir ein gutes Gefühl.

Ablage erledige ich sofort. Das kostet in Summe zwar pro Blatt Papier mehr Zeit, weil man die Ordner oder den Scanner öfter anfasst, aber es sorgt für guten Überblick, dauerhafte Ordnung und es entsteht kein Berg, der einem immer gemeiner erscheinen kann und der sich dann eben nicht mehr nebenbei abarbeiten lässt. Das gleiche gilt für den Abwasch in der Küche, das Verräumen von Einkäufen oder einen vollen Wäschekorb.

Fazit: Mein Leben wird nach dem Eisenhower-Prinzip organisiert. Die “kompetenten Mitarbeiter” an C/III sind mein Mann und externe Dienstleister wie Handwerker oder IT-Profis.

“Viele erfragte Sachen sind sehr rational, mich interessiert Deine emotionale Seite. Bei welchem Tun kannst Du die Welt um Dich herum vergessen bzw. wobei geht Dir so richtig das Herz auf?”

Tanja

Beim Lesen vergesse ich die Welt um mich herum. Das Herz geht mir so richtig auf, wenn der Zausel mir tiefe Blicke schenkt und ich meinen Kopf in seinen Kragen kuscheln darf; es hat viele Jahre gedauert, bis ich das das erste Mal durfte. Außerdem macht es mich glücklich, eine Katze zu streicheln oder auf dem Arm zu haben.

Himbeereis und Schokoladenköstlichkeiten verzücken meinen Gaumen. Jemand hat mal gesagt, dass er mir so gerne beim Essen zusieht, weil ich dabei so zufrieden aussehen würde. Das ist so! Satisfying heißt das in Jugendsprache, habe ich gestern gelernt.

“Ich weiß nicht, ob du schon mal eine Frage zu deinem Musikgeschmack beantwortet hast – aber wenn nein, würde es mich freuen, darüber zu lesen.”

Traude

Hat bisher keiner wissen wollen, wenn ich mich recht entsinne. Mein Musikgeschmack ist nichts Besonderes – Rock-Pop-Blues von den 1960ern bis heute. Es gibt kein Lieblingslied oder -band bzw. -musiker. Ich mache mir mehr aus Stille denn aus Musik.

Wenn mir nach Musik ist, mag ich dazu allerdings auch singen und tanzen – das geht schon morgens um 6 in der Küche mit vollem Körpereinsatz. Dein Musiktipp – siehe Kommentar – ist mir zu sehr Easy Listening.

Was möchtest Du wissen?

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Was Du schon immer über mich wissen wolltest #2

Ines Meyrose – Outfit 2021 – Rollkragenpullover dunkelblau, Jeans blau, Chelseaboots braun, Regenjacke gelb - Ü50 Bloggerin mit Hund Paul

Vor einem Jahr gab es hier im Blog die Fragerunde #1 an mich. Ich fand die Fragen vor allem in ihrer Vielfalt spannend und es sind sogar weitere Blogbeiträge aus den Antworten entstanden.

Lust auf eine neue Fragerunde?

Stelle bitte Deine neugierigen Fragen in den Kommentaren. Ich trage sie hier im Beitrag ein und beantworte alle. Versprochen!

Fakten über mich

“Welche Schwimmstile kannst du und wie sind deine Zeiten?”

Claudia

Die Antwort wird Dich vielleicht überraschen: Ich kenne keine Zeiten, denn ich schwimme nicht auf Zeit. Also nicht auf Tempo. Meine maximale Zeit ist 2 Stunden für Brustschwimmen am Stück, danach lösen sich meine Finger und Füße auf, ich bekomme Hunger und werde müde.

Das letzte Mal Strecken auf Zeit musste ich in der 8. Klasse im Schwimmunterricht bei einem Sportlehrer aka Drill Sergeant schwimmen und danach ist mir die Lust darauf vergangen. Ich mag meinen Körper nicht schnell bewegen, deshalb mag ich auch nicht Joggen oder Sprinten. Beim Schwimmen mag ich eher das Gefühl, vom Wasser getragen zu werden.

Bei Schwimmstilen bin ich recht vielfältig. Ich würde behaupten, jeden erlernen zu können, weil ich im Wasser eine gute Körperbeherrschung habe. Ich kann Brustschwimmen, Kraulen und Butterfly. Letzteres aber nur 50 Meter, danach bin ich im Eimer.

Rückenschwimmen mag ich nicht in der offiziellen Technik, ich bevorzuge die Armbewegung vom Brustschwimmen, denn Brustschwimmen ist der organische Schwimmstil für mich.

Ich kann aber noch eine Schwimmart, die nur wenige kennen: Seitenschwimmen. Das war die Lieblingsschwimmart meiner Mutter und ich mag die auch.

Gegenfrage: Wie hoch war Dein höchster Turmsprung? Meiner 7,5 Meter. Einmal und nie wieder.

“Wohin und wann ging deine letzte Fernreise?”

Claudia

Wirklich in die Ferne? 1978 nach Canada. Ein Bruder meines Vaters lebt in der Nähe von Toronto und den haben wir da besucht samt einer Autorundreise zu den Niagarafällen und anderen besonderen Orten.

Zählt Türkei als Fernreise? 2002 war ich eine Woche Segeln in der Türkischen Rivera. Madeira, 2004, mit bester Wanderung ever auf den Pico Rivo und Gomera, 2005, mit tollen Wanderungen sind auch nicht gerade um die Ecke.

Seit 2005 war ich nur in der Schweiz, Österreich, Dänemark und Deutschland auf Reisen. Anderes ist aktuell auch nicht geplant und das hat gar nichts mit Corona zu tun, sondern damit, dass ich finde, dass im Umkreis von 300 km von Hamburg noch so viele schöne Orte zu entdecken und wiederholt zu bereisen sind, dass ich weder meinen Körper noch die Umwelt mit einer Fernreise belasten muss.

“Welches sind oder waren deine liebsten amerikanischen Fernsehserien“?

Claudia

The Big Bang Theory ist meine amerikanische Lieblingsserie. Wir schauen sie gerade mal wieder von vorne durch. Ich bin eine Mischung und Sheldon und Penny und mein Mann leidet mit Leonard. Lachen können wir beide dabei.

Die frühen Folgen, in denen die Forschungsarbeit noch eine wesentliche Rolle spielte, mag ich am liebsten. Ich bin immer noch stolz darauf, auf einer Tafel von Sheldon einmal auf den ersten Blick einen Rechenfehler gesehen zu haben, den mein Mann erst viel später gefunden hat.

Früher mochte ich auch noch gerne Navy CIS mit Ziva und DiNozzo und Bones. Bei Navy CIS wurde ich mir irgendwann zu gleichförmig, bei Bones war ich raus, als Booth wieder in die Spielsucht gerutscht ist. Ich mag keine Filme mit Süchtigen sehen.

Jeansjacke mit Jeanshose kombiniert: ja oder nein?”

Simon via Instagram
Ines Meyrose - Outfit 2017 - Texas Tuxedo mit Jeansjacke, weißer Bluser und Bootcutjeans - Foto Bärbel Ribbeck
Copyright Foto: Bärbel Ribbeck

An der Frage nach dem Texas Tuxedo scheiden sich die Geister … Einen echten Jeanshosenanzug, also aus demselben Stoff gefertigt und nicht nur so ähnlich, finde ich für Frauen cool – für Männer … nun ja … nicht.

Wenn es sich bei der Jeansjacke um einen andern anderen Stoff als bei der Jeanshose handelt, lautet meine Antwort: jein. Wenn Jeansstoff auf Jeansstoff trifft, weil das Oberteil unter der Jeansjacke in der Hose steckt oder die Jacke so lang ist, dass das Oberteil darunter verschwindet: nein, das ist aus wie gewollt und nicht gekonnt.

Wenn die Jeansjacke eine ähnliche Waschung hat, kann der Look funktionieren, wenn der Stoff vom Oberteil den Kontakt von Jacke und Hose unterbricht, wie meine weiße Bluse das hier macht. Im Sommer trage ich das in Ermangelung einer anderen kurzen Sommerjacke durchaus mal so.

Wenn die Waschungen ganz anders sind, also zum Beispiel dunkle Jeanshose und helle Jeansjacke, mag ich persönlich die Kombination gar nicht leiden – auch nicht mit Hemd, Shirt oder Pulli dazwischen. Das sieht mir zu bunt gemixt aus. Außerdem staucht das die Silhouette – das wollen am Ende die wenigsten. Also wer das will, kann das ja machen …

Am schönsten finde ich Jeansjacken allerdings zu quasi allen anderen Hose: Chinos, Stoffhosen, Cordhosen – wie zum Beispiel auf dem Bild mit der gemusterten Bluse, die die Farbe der Hoseim Muster aufnimmt.

Ines Meyrose – Outfit 2020 mit dunkelblauer 7/8-Cordhose

“Ach interessieren würde mich ob Du in HH einen Lieblingsladen hast?”

Tina

Nein, habe ich seit einigen Jahren schon nicht mehr. Im Beitrag Wo finde ich schöne Kleidung für mich? habe ich aber verraten, in welchen Straßen in Hamburg ich gerne für mich nach Dingen schaue.

“Ich weiß, dass Du viel und gern kochst. Was trägst Du dabei. Hintergrund meiner Frage: ich bin eine absolute Kleckerelli. Ich schaffe es fast nie, beim Kochen, häufig leider auch beim Essen ohne Flecke zu bleiben. Die machen Arbeit und gehen zuweilen nicht mehr raus. Bekannte tragen Kochpullis. Da vergesse ich dann oft das Umziehen. Wie bleibst Du fleckfrei oder -arm?”

Greta
Küchenschürze mit Tasche

Kleckerelli ist ein schönes Wort :). Das bin ich bei Tischtüchern, die verziere ich anstatt meiner beim Essen gerne mal.

Mein Lösung heißt ganz klar: Küchenschürze. Die trage ich grundsätzlich beim Kochen bei allem, was über Nudeln mit Parmesan hinaus geht – also allem, was farblich oder fettig spritzen könnte.

Das ist inzwischen ein Automatismus, mir die Schürze umzubinden, wenn ich beginne, die Anrichte auf das Kochen vorzubereiten. Ich habe ein Schürzenmodell in zwei Farben – ist hier nicht anders als in meinem Kleiderschrank. Die sind bügelfrei aus einem Baumwoll-Poly-Mix und werden etwa wöchentlich im Wechsel getragen. Wenn ich sehe, wie die nach einer Woche bei genauem Hinsehen bespritzt sind, weiß ich genau, wofür ich die getragen habe.

Bei mir müssen es Schürzen mit Latz sein – eine Tasche vorne ist O.K., aber kein Muss. Den Latz brauche ich aber, weil da viel gegen spritzt. Bei einer größeren Person mag eine Kellnerschürze reichen – bei mir nicht.

Einen Kochpulli hätte ich keine Lust, nach dem Kochen zu wechseln und der würde dann ja auch irgendwo herumliegen oder hängen. Da hänge ich lieber die Schürze an einen Haken neben Geschirrtuch, Händehandtuch und Topflappen an der Wand.

Wenn ich Pullover mit überlangen Ärmeln oder sehe dicke Wollpullover trage, ziehe ich die unter der Schürze aus und zum oder nach dem Essen wieder an. Da meine Unterhemden schwarze oder cremeweiße Tank-Tops aus schönem Material sind, finde ich den Anblick mit Schürze darüber zumutbar, falls ein Nachbar am Küchenfenster vorbei kommt. Wer sich daran stört, möge bitte nicht in mein Fenster sehen. Bisher hat sich keiner beschwert.

Eine weiße Bluse oder helles Shirt würde ich beim Kochen von Tomatensoße auch unter der Schürze ausziehen. Wenn das Unterhemd dabei mal einen Minispritzer abbekommen hat, ist das bisher in der Wäsche immer entfernbar gewesen. Warum ich die Schürze beim Essen nicht trage, verrate ich bei der Frage von Gabriele.

“Mich würde auch interessieren, was du beim Kochen und beim Putzen trägst, beim Kochen patze ich mich immer an, etwas spritzt immer, eine Haushaltsschürze ist ein no go für mich.”

Gabriele

Beim Kochen trage ich eine Küchenschürze und die finde ich gar kein No-Go, solange sie hübsch ist und ihren Dienst tut. Ein No-Go wäre für mich eine Kittelschürze aus 100 % Poly wie in den 1950ern, aber selbst die wäre mir lieber als eingespritzte Oberbekleidung. Was hast Du gegen Schürzen?

Ein No-Go ist für mich nur, die Schürze beim Essen zu tragen, das passt für mich optisch einfach nicht. Ich setze mich nach der Gartenarbeit ja auch nicht in Arbeitskleidung an den Tisch und die Schürze ist für mich Arbeitskleidung.

Beim Putzen, ich mache das ganze Haus in der Regel wöchentlich in einem Schwung sauber mit Saugen, einige Böden Wischen, Staubwischen und Bäder reinigen, trage ich im Winter meinen Schlafanzug, der danach in die Wäsche geht, oder eine Sporthose plus Unterhemd vom Vortrag oder ein Sportshirt, was danach dann auch alles in die Wäsche geht – samt mir.

“Du hast eine sehr gute Freundin in Zürich, darüber schreibst Du ab und an. Wie hast Du sie kennengelernt und wie pflegst Du diese Freundschaft?
Und wann besuchst Du sie und fährst mit ihr zum Bodensee? :)”

Sieglinde

Wie haben uns Mitte der 1980er in der 7. Klasse auf dem Gymnasium kennengelernt, wir sind in der gleichen Ecke des Hamburger Umlands aufgewachsen und hatten eine gemeinsame Freundin, über die ich in deren Klasse gekommen bin.

Sie lebt seit Mitte der 1990er nicht mehr in Hamburg – über Leipzig und Berlin hat es sie nach Zürich verschlagen. Wir haben es bisher immer geschafft, uns mindestens einmal im Jahr persönlich zu sehen, sogar 2020 und 2021. In einigen Jahren sogar mehrfach, denn Teile ihrer Familie leben noch in/bei Hamburg, so dass es sich dann auch ausgeht, sich für ein paar Stunden zu treffen, wenn der Reisegrund eigentlich ein Familienbesuch ist.

In Zürich war ich 2017 das letzte Mal, die für 2020 gebuchten Flüge fielen aus bekannten Gründen aus. Ich werde auch für 2022 nichts buchen – keine Lust auf Stornodiskussionen mit Fluggesellschaften und kurzfristige Flüge sind mir zu teuer. Vielleicht passt es 2023 mal wieder und dann würde ich gerne einen Abstecher zum Bodensee machen. Meine Mann hat auch Lust, mich zu begleiten. Wir werden sehen …

Um den Kontakt im Rest des Jahres zu pflegen gibt es Videoanrufe. Ohne die fände ich es auf Dauer schwer, den Draht zu behalten. Das Schöne bei den Videocalls ist, dass man nicht nur die Person sieht, sondern auch das sich verändernde Umfeld.

“Du hast letztens so begeistern vom Segelfliegen erzählt, warum um alles in der Welt hast Du das aufgegeben?”

Trulla
Ines Meyrose 1988 im Segelflugzeug
1988 im Segelflugzug – auf dem Flugplatz in Fischbek zu Gast, bei dem ich jetzt in der Nähe wohne

Das war in dem Beitrag, Was am 13. September 1986 geschah. Die Segelfliegerei habe ich Mitte der 1990er aufgegeben, weil ich es damals gesundheitlich nicht mehr vertragen habe. Es ist mir extrem schwer gefallen, es bleiben zu lassen, aber inzwischen halte ich es sogar gut aus, direkt in der Nähe eines Segelflugplatzes zu wohnen.

Heute würde dieser Sport nicht mehr in mein Leben passen, denn man verbringt den meisten Teil seiner Freizeit damit, was sich mit ein Leben in einer Partnerschaft mit Job und Hund nicht verträgt. Segelfliegen ist ein Gemeinschaftssport, bei dem man viele Menschen am Boden braucht, damit einer fliegen kann.

“Bei Deiner Suche nach Nordsee-Alternativen hast Du Ziele mit Schiff/Fähre ausgeschlossen. Warum das? Die schönsten Flecken, die mir einfallen, sind auf Inseln …”

Trulla

Oh ja, Inseln sind wunderbare Flecken! Das liegt an dem Hund, denn ich möchte nicht mit dem Hund Fähre fahren. Weder möchte ich unter Deck mit ihm im Auto sitzen, noch mit ihm über die Fähre laufen. Er würde das mitmachen, aber es wäre Quälerei für ihn. Das Ziel darf sehr gerne eine Insel sein, aber deshalb über einen Damm zu erreichen.

“Wo und wie würdest Du gerne leben/wohnen, wenn Du nicht Dein jetziges Leben hättest (in der Richtung von z. B. in einer Juchte mit einer Huskyfamilie …).”

Susa Berg
Heideblüte mit Hund Paul

Hmmm … die berühmte Wunderfrage – wenn eine Fee käme und ich mir etwas wünschen dürfte und Geld und bisherige Verpflichtungen keine Rolle spielen würden … Nachdem ich einen Tag darüber nachgedacht habe, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich gar nicht viel verändern wollen würde.

Mein Körper ist für norddeutsches Klima gemacht. Der Wohnort Hamburg gefällt mir, ich würde sogar im selbem Stadtteil Neugraben-Fischbek leben wollen, allerdings – Achtung Luxusproblem – in einem anderen Haus. Ich mag unser Haus sehr gerne, aber wenn Geld egal wäre (und die Besitzer es verkaufen würden), hätte ich gerne eins von zwei Häusern, die etwa 1 km von uns entfernt in der Straße Heidblick stehen.

Die beiden Häuser haben gar keinen Blick in die Heide, der Straßenname täuscht. Das eine hat direkten Waldblick, das andere steht waldnah. Beides sind große, moderne Einfamilienhäuser, bei denen die Autos auf dem Grundstück stehen können und die Eingänge ohne Treppen erreichbar sind. Meine Garage ist 200 m und diverse Treppen vom Haus entfernt, was echt unpraktisch ist. Ich sagte es bereits – Luxusproblem.

Vor Corona hätte ich gesagt, dass ich auf Sylt leben möchte. In den letzten zwei Jahren, in denen ich so viel zu Hause war, wie nie zuvor, und ein Urlaub dort gar nicht so schön war, schätze ich die Infrastruktur der Großstadt vor der Haustür um so mehr. Ich fühle mich wohl in meinem jetzigen Leben.

Da ich kein Fan von Zweitwohnsitzen bin, möchte ich mir keinen wünschen. Aber wenn der Pflicht wäre, dann wäre ein Zweitwohnsitz an der Nord- oder Ostsee wunderbar. Dann bitte unbedingt mit Wasserblick!

Meinen Mann würde ich in das neue Leben mitnehmen und es wäre definitiv – wie in diesem – ein Leben ohne Kinder und mit einem Hund. Ein Hund wäre Pflicht. Ich bin zu 100 % für ein Leben mit Haustier geboren.

Tigerkatzen mag ich nach wie vor sehr gerne, aber es stört mich, dass sie zu Hause betreut werden müssen im Urlaub. Es schränkt zwar bei den Reisezielen ein, den Hund mitzunehmen, aber immerhin kann man ihn oft relativ problemlos mitnehmen oder für ein paar Tage in der Hundepension abgeben, die er von der Tagesbetreuung kennt.

Ich möchte keinen Katzensitter mehr bei mir im Haus wohnen haben, wenn ich weg bin, und die Katze im Urlaub den Nachbarn zu überlassen, finde ich auch für alle Beteiligten nicht gut. Außerdem tun mir die vielen Spaziergänge an der frischen Luft auch nach sieben Jahren mit Hund noch gut.

Es wäre in jedem Fall nur ein Hund, denn ich mag es nicht, wenn zwei Lebewesen gleichzeitig etwas von mir wollen. Das zerrt zu sehr an mir. Ich nehme gerne mal einen befreundeten Hund mit auf Spaziergänge, aber auf Dauer wäre mir das zu viel. Ich mag Ruhe, habe ich das schon mal erwähnt?

“Warst du von Kindheit an ein Zahlenmensch?”

Traude “Rostrose”

Ja, ganz eindeutig. Bei der Einschulung konnte ich nur meinen kurzen Namen schreiben und habe eine Weile gebraucht, bis das S kein Fleischerhaken mehr war (also verkehrt herum). Zahlen konnte ich locker bis 100 und auch schon relativ weit damit rechnen. Mathe ist mir bis in die Mittelstufe immer viel leichter gefallen als Deutsch. Fremdsprachen – Englisch und Latein – waren immer eine Tortur für mich, von den ersten Stunden an.

Erst ab der 9. Klasse habe ich zu deutscher Sprache einen Zugang bekommen, aber Zahlen sind mir bis heute nah. Ich kann mir die merken und verbinde Dinge und Gefühle damit. Wenn ich die Berufswahl zurückdrehen könnte, hätte ich vielleicht Fachinformatikerin lernen sollen anstatt einen kaufmännischen Beruf.

In meinem jetzigen Beruf verbinde ich beides, zum Beispiel beim Bloggen die Sprache und die Zahlen bei der Buchhaltung, die ich selbst mache. Die persönlichen Beratungen haben den menschlichen Aspekt. Das ist ein guter Mix für mich.

“Dein jetziger Beruf ist ja nicht dein erster erlernter. Wärst du lieber nicht den Umweg über deine Erstausbildung gegangen und direkt im jetzigen gelandet?”

Claudia

Für alle, die es nicht wissen: Ich habe nach dem Abi 1991 eine Ausbildung zur Speditionskauffrau gemacht, bis 2005 im Hamburger Schifffahrtsumfeld im weltweiten Seegeschäft gearbeitet und erst danach Marketing/Werbung studiert. Seitdem bin ich selbstständige Imageberaterin und Mediatorin,

Die Antwort ist insofern schwierig, als dass die Umstände zu berücksichtigen sind. Ein Studium kam 1991 für mich aus finanziellen Gründen nicht in Betracht, weil ich sofort nach dem Abi zu Hause ausziehen wollte. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass es dennoch möglich gewesen wäre. Und nur mit entsprechender Weiterbildung hätte ich meinen jetzigen Beruf nicht ergreifen können.

Farbberaterin zu sein, kam mir schon Ende der 1980er in den Sinn, als ich die erste Berührung damit hatte, als ich einer Freundin meiner Mutter zum Farbfächer passende Seidenmaltücher gefertigt habe. Aber dass ich davon leben kann, hätte ich nicht gedacht. Zudem wäre ich damals viel zu jung gewesen, um entsprechende lebensunterhaltsichernde Aufträge zu bekommen.

Dass ich vor der Selbstständigkeit einen kaufmännischen Beruf erlernt habe, finde ich bis heute gut. Das ermöglicht mir zum Beispiel, meine Buchhaltung kostengünstig selbst zu machen und den Überblick über die Firmenfinanzen zu haben. Das ist es etwas, an dem viele kreative Selbstständige scheitern. Ich weiß monatsgenau, wie viel Umsatzsteuer und Steuern das Finanzamt nach dem Jahresabschluss von mir haben möchte und lege das beiseite. Das empfinde ich wertvolle Fertigkeit. Die Arbeit mit Zahlen liegt mir durchaus, ist mir singulär auf Dauer nur zu langweilig.

Wenn ich die Frage so auffasse, ob ich etwas anderes gelernt hätte, wenn man die Zeit zurückdrehen könnte: ja. Ich hätte mir im Nachhinein mehr Informationen über verschiedene Berufe gewünscht. Ich kannte über das Segelfliegen viele Berufe von Vereinskollegen, habe mich mit denen unterhalten und habe mich beim Arbeitsamt informiert. Aber von zu Hause aus kam da zu wenig. Da kam nur Ablehnung, weil ich nicht studieren wollte, und keine Unterstützung für anderes.

Mit dem Wissen von heute hätte ich mir einen ausführliches Berufseignungstest und ein Coaching gewünscht. Hätte ich Teenagerkinder, würde ich denen das ermöglichen. 1991 hat niemand in meiner Familie an so etwas gedacht. Am Geld wäre das jedenfalls nicht gescheitert.

So gesehen ist die Antwort: nein. Aber vielleicht wäre ich heute in einem ganz anderen Beruf gelandet, wenn ich eine andere Erstausbildung gemacht hätte. Ich hätte vielleicht Fotografin lernen sollen. Das war etwas, was mich interessiert hat und auch von zu Hause aus unterstützt worden wäre, was mir an finanziellen Aussichten aber zu gering war. Die Tochter von Bekannten war damals grandios daran gescheitert – wobei die eigentlich an fast allem gescheitert ist und mich das hätte nicht beindrucken sollen.

Das habe ich zu kurzsichtig betrachtet. Ich denke, dass ich mit entsprechender Ausbildung eine gute selbstständige Fotografin geworden wäre. Das hätte meinen jetzigen Beruf nicht ausgeschlossen.

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Was Du schon immer über mich wissen wolltest #1

Werbung wegen Namensnennungen ohne Auftrag

Ines Meyrose – Outfit 2020 mit Cabanjacke aus Wolle als Alternative zu Steppjacken und Daunenmänteln – Ü40 Bloggerin mit Hund Paul

Immer wieder gibt es Blog-Stöckchen á la 10 Fakten über mich. Aber was nützt es, wenn ich hier 10 Fakten über mich erzähle, die Dich gar nicht interessieren oder die Du schon kanntest? Stelle bitte Deine neugierigen Fragen in den Kommentaren. Ich trage sie hier im Beitrag ein und beantworte alle. Versprochen!

Fakten über mich

“Mit den verschiedensten Menschen habe ich auch tagtäglich zu tun. Mich interessiert, wie du mit dieser Unterschiedlichkeit umgehst, um allen Kund*innen gerecht zu werden?”

Michael V.

Oh, da hat es direkt die erste Frage in sich. Ich arbeite gedanklich dabei mit dem Riemann-Thomann-Modell, das darauf basiert, dass die meisten Menschen Vorlieben haben, was Distanz und Nähe sowie Dauer und Wechsel angeht.

Ich versuche im Startgespräch – online schriftlich mit einem Fragebogen, offline im verbalen Gespräch – herauszufinden, ob jemand Typ Vielfalt, Zahlen-Daten-Fakten, schneller Entscheider oder Harmoniemensch ist. Wenn ich eine Einschätzung dazu habe, entwerfe ich entsprechende Empfehlungen für die Kund_innen und wähle dementsprechende Tonspuren, d.h. ich erkläre Inhalte durchaus mit anderen Worten, je nachdem, wie jemand es am besten auf- und annehmen kann.

Seit ich Mediatorin bin und mich in dem Zug intensiv mit verschiedenen Kommunikationsmodellen beschäftigt habe, fällt es mir deutlich leichter, schnell und zielsicher zu erkennen, wie ich mit verschiedenen Menschen am besten in Kontakt komme.

“Wenn du nur drei Beautyprodukte (Reinigung außen vor) nutzen dürftest, welche wären das?

Nicole von Life with a glow

Das ist einfach zu beantworten, denn das sind genau die drei Produkte die ich auch zu Hause und nur für mich JEDEN Tag verwende

  • Foundation: MAC Studio Fix Powder Plus Foundation N4 trage ich mit einem Kabuki-Pinsel (Backstage B30) auf, um Rötungen auszugleichen und einen gleichmäßigen Teint zu haben.
  • Augenbrauen: MAC Eye Shadow Coquette Satin A79 zweckentfremde ich als Augenbrauenpuder und trage ihn mit einem kleinen Schrägpinsel (MAC B266) auf.
  • Lippen: Clinique Pop in der Farbe 23 Blush Pop.

“Flippst Du manchmal aus? Aus Freude? Aus Ärger?”

Susa Berg

Manchmal?!? 😉 Ausflippen vor Ärger kann ich exzellent – laut, expressiv und vulgär schimpfend. Ärger zeigt sich bei mir volle Lotte nach außen (es sei denn, ich muss ich ihn höflichkeitshalber erst einmal wegatmen – aber dann bekommt er später seinen Raum).

Ausflippen vor Freude findet bei mir im Gegenzug innerlich statt und zeigt sich nach außen nur in ein einem seligen Grinsen oder vielleicht einem kleinen Freudentänzchen, aber nie laut. Ich schreie bei Ärger und schweige ergriffen vor Freude.

“Bist Du ein nachtragender Mensch oder eher schnell wieder zu einem Friedensangebot bereit?”

Susa Berg

Ich habe ein Gedächtnis wie ein Elefant, vergesse quasi nichts. Im Lauf des Lebens habe ich mühsam gelernt, zu verzeihen. Aber es ist damit bei mir nie vergessen, es bleibt immer ein Teil der Beziehung wie eine Narbe oder ein verschlossenes Kästchen in einer Ecke.

Eine zweite Chance bekommt man bei mir nur mit verdammt guter Begründung. Das nennt man wohl nachtragend, auch wenn ich das Verzeihen, wenn ich es denn tue, von Herzen meine. Meine Schwester hat mich früher immer hartherzig genannt. Das passt schon ganz gut.

Ich habe dazu im Netz neulich einen Spruch gelesen, der darauf hinaus läuft, dass ein zerbrochenes Glas nicht wieder ganz wird, wenn man Entschuldigung sagt. Das trifft es auf den Punkt.

“Gibt es etwas was Du sammelst? Ich weiß ja eigentlich minimalistisch bei Dir, aber vielleicht gibt es eine geheime Leidenschaft? :)”

Tina von Tinaspinkfriday

Erwischt :). Ich sammle Espressotassen. Gerne Einzelstücke, maximal zwei gleiche – aber auch da gerne im Detail anders. Am liebsten mag ich becherartige ohne Untertassen, weil mein Mann und ich den Espresso beide schwarz trinken, so dass wir die Untertassen nicht als Löffelablagen brauchen. Die anderen verwenden wir natürlich auch, aber dennoch meistens ohne Untertasse – oder für zuckersüße Gäste.

“Ich würde gern wissen, wie Du zu Deiner Beratungstätigkeit und zum Bloggen gekommen bist. Wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du zuvor etwas Anderes gemacht.”

Greta

Stimmt, ich bin im Erstberuf gelernte Speditionskauffrau und habe zwischen 1991 nach dem Abi bis 2005 im Wesentlichen in der internationalen Schifffahrtsbranche gearbeitet, unter anderem als Ausbilderin, Gruppen- und Abteilungsleiterin.

Allerdings war in der Branche klar, dass ich die gläserne Decke nie durchstoßen würde. Mit Anfang 30 wurde mir bewusst, dass der Job zwar gut bezahlt ist und ich ihn beherrsche, er mir aber nicht den Rest meines Lebens Freude machen würde. Das hat mich dazu bewogen, mir ein Coaching zur beruflichen Entwicklung zu gönnen.

Das Ergebnis war das Studium zur Kommunikationswirtin, die Weiterbildungen zur Farb- und Stilberaterin, Gründung von image&impression, gefolgt von den Weiterbildungen zur Mediatorin und Business-Coach. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

Zum Bloggen kam ich 2009 ganz banal, weil ich die Domain meyrose.de ersteigert hatte. Die Domain war vorher schon lange anderweitig vergeben und tauchte in einem Domain-Versteigerungsportal auf. Daran konnte ich nicht vorbeigehen … und als ich sie hatte, wollte ich sie mit Leben füllen. Ich hatte damals gerade erste Kontakte mit Blogs und dachte: Das finde ich gut, darauf habe ich Lust. Frei nach dem Motto: Einfach mal machen!

Einem Beitrag von Dir habe ich mal entnommen, dass Du 15 Kilo abgenommen hast. Wie konntest Du das schaffen?

Greta

Das hat sich im Grunde über zwei Jahre hinweg ergeben. Es werden irgendwas zwischen 15 und 20 kg gewesen sein. Da mich irgendwann nicht mehr gewogen habe, kenne ich mein Maximalgewicht, nur die Maximalmaße. Die waren 119 – 99 – 119 cm und ich trug Konfektionsgröße 46/48.

Ich wollte eigentlich gar nicht abnehmen, ich wollte nur nicht weiter zunehmen. Zwischen 2006 und 2013 habe ich langsam und stetig zugenommen, primär durch zu wenig Bewegung. Um das zu erreichen, habe ich

  • Aus fünf Malzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen und vormittags ein Joghurt, nachmittags ein kleines Eis oder Schokolade) drei Malzeiten gemacht. Ich lasse seit dem mindestens 4-5 Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten. Eis oder Schoki esse ich seitdem direkt als Nachtisch an einer Mahlzeit dran, wenn ich Lust darauf habe.
  • Um Kohlenhydrate etwas zu reduzieren, esse ich entgegen dem Trend bewusst mehr Fleisch und Eier. Ein Teil des Frühstücksbrots wurde durch Mandeln ersetzt.
  • Zudem koche ich so gut es geht mit Lebensmitteln, die vorher unverarbeitet sind, Stichwort Clean Eating. Damit meine ich in dem Fall kein Vollkorn oder Bio, sondern frisches Gemüse oder Naturjoghurt und ich mache z.B. meine Brühe selbst. So weiß ich wirklich genau, was auf dem Teller landet. Davon nach wie vor gerne reichlich.
  • Außerdem habe ich Sport von einmal auf zweimal pro Woche erhöht.
  • Das führt dazu, dass ich nur durch diese klitzekleine Veränderung in ein paar Monaten 4 cm Körperumfang verloren habe. Dann kam der Hund und mit ihm mindestens 10.000 Schritte pro Tag, was mich in den ersten Wochen vermutlich 10 kg hat verlieren lassen
  • So habe ich dann seit dem Sommer 2013 insgesamt in der Oberweite 20 cm, in der Taille 20 cm und in der Hüfte 14 cm verloren und habe wieder das Gewicht von 2006. Da das das Gewicht ist, was mein Körper von Natur aus mag, kann ich das halten, wenn ich mich an die drei Malzeiten pro Tag halte. Jeder Extrasnack schlägt sich auf der Waage nieder. Der Teller kann ruhig mal voller sein, aber ein Stück Torte zwischendrin sehe ich wochenlang auf der Waage.

“Bist du eine echte gebürtige Hamburgerin?”

Sabiene von Sabienes Welt

Ja, das bin ich. 1971 in der Uniklinik Eppendorf geboren. Die Familie mütterlicherseits stammt bis mindestens zum 30jährigen Krieg aus Hamburg.

Glaubst Du an die Eigenschaften, die Sternzeichen zugeordnet werden? Wenn ja, welche Eigenschaften Deines Sternzeichens sind besonders ausgeprägt? Zwillinge haben bekanntlich zwei Gesichter und Waagen können sich angeblich schwer entscheiden.

Sabine Gimm von Lifestyle by Bine

An Astrologie und Horoskope glaube ich nicht. Aber ich glaube daran, dass es etwas mit einem Menschen macht, in was für einer Jahreszeit er geboren wird und die Mutter mit ihm schwanger war. Es ist einfach ein anderer Start ins Leben, ob man aus Muttis Bauch in einen hellen Sommer hineingeboren wird oder ob einen der dunkle, kalte Winter empfängt, wenn man das erste Mal die Nase in die frische Luft hält. Und es ist auch etwas anderes, ob eine Schwangere an der frischen Luft sein mag und sich luftig-entspannt kleiden kann oder im Winter kaum vor die Tür geht, weil sie Angst hat, auf Schnee zu stürzen.

Insofern denke ich, dass es Gemeinsamkeiten gibt bei Menschen, die in bestimmten Jahreszeiten geboren sind. Da sich gleich und gleich bekanntlich gern gesellt, ist es daher vermutlich kein Zufall, dass meine engsten Freunde nah um meinen eigenen Geburtstag herum geboren wurden.

Zu den nachgesagten zwei Gesichtern der Zwillinge: Die beiden Gesichter werden ja meistens als falsch und ehrlich dargestellt, davon halte ich gar nichts. Jeder Mensch hat mindestens zwei Gesichter, nämlich eins für die Öffentlichkeit, ein privates, ein intimes – und die meisten Menschen haben ruhige und lebhafte Anteile, die sich mal so und mal so zeigen. Wenn ich Zwillingen, die ich kenne, ein Attribut zuschreiben möchte, dann ist es Kommunikationsfreudigkeit.

Bei Waagen denke ich weniger an Entscheidungsneurotiker, sondern an Menschen, die auf Ausgleich und Harmonie bedacht sind. Das nehme ich bei den Waagen in meinem Umfeld durchaus war, auch bei der, mit der ich verheiratet bin.

Als Farb-, Stil- und Imageberaterin unterstützt du deine Kunden dabei, ihnen individuelles Aussehen und Auftreten besser und vorteilhaft zu gestalten. Wie sehr beeinflusst deine eigene Art sich zu kleiden, deine Art Mode zu sehen und zu leben bei deinen Beratungen?

Claudia von Claudias Welt

Das ist eine Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle, vor allem wenn ich auf Kund_innen treffe, deren Kleidungs- und Modeleben ganz anders ist als meins. Wie bei der Antwort zur ersten Frage von Michael V. zu lesen ist, gehe ich mit der Unterschiedlichkeit von Kunden bewusst um, indem ich versuche herauszufinden, was für ein Mensch vor mir steht. Wenn ich das erkannt habe, kann ich auf seine modischen und stilistischen Bedürfnisse eingehen, ohne dass sie meinen Vorlieben entsprechen. Bei einem Blick in Deinen und meinen Schrank würde man zum Beispiel schnell erkennen, dass Du kreative Vielfalt brauchst und ich eine klare, begrenzte Linie.

Ich habe selbst bekanntermaßen hohe Qualitätsansprüche an Kleidung und erkläre Dinge schneller für aufgetragen als einige anderen Menschen. Was den Qualitätsanspruch angeht, mache ich Abstriche, wenn ich sehe, dass jemand das aus gutem Grund anders handhabt. Bei heil und sauber verstehe ich allerdings keinen Spaß, auch wenn jemand kein Geld hat.

Dazu kommt, dass sich meine Kund_innen für mich entscheiden nach dem Bild, das ich im Internet abgebe. Dabei achte ich darauf, dass mein virtuelles Bild dem realen entspricht. Ich bekomme oft von Kund_innen gesagt, dass ich live genau so wäre, wie sie sich das vorgestellt haben. Ein besseres Kompliment gibt es für mich nicht.

Da Menschen sich selten Berater aussuchen, die so total anders als sie selbst sind, gibt es meistens Überschneidungen im Geschmack. Und ein großer Teil der Stilberatungen basiert auf Mathematik, da spielt der Geschmack erst einmal keine Rolle bei der Analyse, nur bei der Umsetzung.

In den Seminaren zur Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche habe ich teilweise extrem heterogene Gruppen und die Teilnehmer_innen sind oft nicht ganz freiwillig dort. Gerade da schaue ich immer besonders darauf, dass ich auf die gewünschte Wirkung der einzelnen Menschen achte – gerade weil die mich nicht ausgesucht haben, sondern der Seminarträger. Auch dort bekomme ich zum Abschluss oft die Rückmeldung, dass sich alle gesehen und erkannt gefühlt haben.

Es gibt zwei Sachen, bei denen meine Objektivität aufhört: Leomuster und Overknees. Wenn ich danach gefragt werde, sage ich genau das: Da hört meine Objektivität auf. Sachlich – welche Mustergröße, Kontrast, Farben, Schaftlängen, Material etc. sage ich natürlich trotzdem etwas dazu – nur käme ich nie auf die Idee, dass jemandem auszusuchen. Solange man dann als Berater sagt, dass man da seine Grenzen stößt, finde ich das völlig in Ordnung.

In meinem langen Berufsleben gab es einige Wechsel. Auch zwischen Angestelltsein und Selbstständigsein.

Du bist freiberuflich tätig, warst aber auch mal angestellt. Nun während der Pandemie ist einiges an Verdienstmöglichkeiten für Dich weggebrochen und es haben sich Rahmenbedingungen verändert. Damit ändern sich vielleicht ja auch berufliche Einschätzungen und Perspektiven. 

Wie ist im Moment Deine Einschätzung: wärst Du lieber wieder angestellt tätig oder ist Deine Selbstständigkeit Dir sehr wichtig?

Oder siehst Du noch ganz andere Alternativen?

Sieglinde Graf

Seit elf Monaten ist die Situation mit dem mehrfachen Lockdown und Einschränkungen bei den Auftragsmöglichkeiten nun wie sie ist. Natürlich habe ich im ersten Schock im März 2020 darüber nachgedacht, wie lange ich das finanziell durchhalte und wann wohl der Moment kommt, an dem ich mich anstellen lassen muss, um über die Runden zu kommen.

Ich möchte aus denselben Gründen wie 2005, als ich meinen letzten Job gekündigt habe, selbstständig arbeiten. Der Hauptgrund ist der, dass ich gerne alleine arbeite. Außerdem liebe ich die freie Zeiteinteilung. Dafür arbeite ich auch gerne jetzt – Freitagabend 19:25 Uhr – und am Wochenende. Also ganz deutliche Antwort: Meine Selbstständigkeit ist mir extrem wichtig.

Finanziell komme ich erheblich länger über die Runden als im März 2020 gedacht, weil ich meine Ausgaben extrem zusammengestrichen habe. Weil eh so vieles geschlossen ist oder ich es aus Kontaktgründen meide, fällt das gar nicht so schwer. Gerade hat die Bundesregierung den dritten Urlaub in Folge verboten – spart ungemein.

Außerdem kompensieren die Onlineberatungen und die Kaffeekasse des Blogs einen Teil der live entgehenden Einnahmen, ohne dass mir Kosten dadurch entstehen. Frühjahr 2020 habe ich als unfreiwilliges Sabbatical gesehen, den Winter 2020/21 betrachte ich als vorgezogene Altersteilzeit, die von den Ersparnissen gesponsert wird. Außerdem wird mein Mann mich nicht verhungern oder nackt durch die Gegend laufen lassen und ich kann damit leben, temporär unter diesen Schutzschirm zu hüpfen.

Zur Frage der Alternativen: Unabhängig von den Corona-Einschränkungen und damit wegfallenden Aufträgen denke ich darüber nach, wie ich das Onlinegeschäft ausbauen kann. Ich sehe mich zum Beispiel eher mit einem eigenen Onlineshop als als Angestellte. Da ist aber nichts konkret. Um dazu Ideen zu entwickeln, nutze ich gerade die auftragsarme Zeit.

Was ich noch gern wissen möchte ist Deine Zeiteinteilung oder Dein Tagesablauf. Ich weiß, dass Du große Runden mit Zausel drehst, viel liest, jedenfalls legen das Deine Buchempfehlungen nah. Du benötigst auch Zeit zum Kochen und dann gibt es ja auch noch den Blog, Kundinnentermine und sicher Vieles, was ich nicht weiß. Wie bekommst Du das alles gut unter einen Hut und organisiert?

Greta

Meine Tage sind so unterschiedlich, dass Dir gar keinen festen Tagesablauf geben kann. Das liebe ich so an meinem Job und meinem Leben! Fest ist der Rahmen: Frühstück und Abendabschluss. Ich stehe normalerweise gegen 7 Uhr auf und frühstücke alleine. Dabei lese ich am Smartphone meine E-Mails, drehe eine Blogrunde, beantworte Blogkommentare und werfe einen Blick auf Instagram und Facebook. Wenn das schnell geht, lese ich noch ein paar Seiten in einem Buch.

Meistens dauert das aber eine Stunde, so dass ich mich dann irgendwann ins Bad spute, so dass ich gegen 9 Uhr in meinem Büro bei uns im Haus bin. Den Tagesabschluss bildet der Sofaabend mit meinem Mann, bei dem wir 90 Minuten zusammen DVDs schauen oder aufgezeichnete Filme. Dass ich einen geregelten Tagesablauf mit meist gleicher Start- und Endzeit habe, mag mein Körper.

Was dazwischen passiert, ist jeden Tag anders. Wenn ich mitten am Tag einen Kundentermin habe, gehe ich vorher mit dem Hund raus und nachher. Wenn ich den ganzen Tag weg bin, ist der Hund in der Tagesbetreuung. Wenn ich den ganzen Tag im Haus ohne Kontakt arbeite, gehe ich mittags mit dem Hund eine große oder, wenn es mir mit dem Wetter oder Verabredungen besser passt, vormittags und nachmittags zwei kleinere Runden.

Wenn ich nur stundenweise Termine habe, schreibe ich vorher und nachher oft Blogbeiträge. Wenn es lange Termine sind, verbringe ich die Zeit danach lieber lesend.

Nach Möglichkeit koche ich zweimal am Tag, weil ich am liebsten mittags und abends warm esse. Mittags dauert das meistens 20 Minuten, da kommen vorgekochte Sachen oder schnelle Gerichte auf den Tisch. Abends kann das auch 1 Stunde dauern mit dem Kochen. Ich sehe dann zu, spätestens ab 17:30 Uhr in der Küche zu stehen. Nach dem Essen spielen mein Mann und ich Gesellschaftsspiele am Esstisch. Vor dem Start des DVD-Abends gibt es Lesezeit und irgendwann will der Hund auch nochmal raus …

Lange am Stück lese ich meistens am Wochenende, aber ich bin flexibel. Konkret: Eben noch lag ich lesend auf dem Sofa, dann klingelte das Telefon mit einer Eil-Online-Gutscheinbestellung und ich sitze jetzt seit 1 Stunde im Büro. Wenn ich schon dabei bin, kann ich ja auch gleich Kommentare beantworten.

Ich bekomme das unter einen Hut, weil ich abends meistens zu Hause bin, wenig ausgehe – auch ohne Corona-Verbote, weil ich gerne Koche und Lese und damit etwas mache, was mir Spaß macht. Was Spaß macht, geht leicht von der Hand. Was sofort zu erledigen ist, erledige ich sofort. Ich schiebe kaum etwas auf. Deshalb bleiben dann auch immer Pufferzeiten. Und wenn ich nachmittags absehen kann, dass es eng wird mit dem Abendessenkochen, bestelle ich halt schnell etwas.

Das Geheimnis ist vermutlich, dass ich mich nicht um jemand kümmern muss, der mir dazwischen funkt. Nach dem Zausel kann man die Uhr stellen wie nach mir und an mir zupft sonst keiner herum.

Mich würde interessieren, wann für dich die Mode-Mathematik aufgeht? Je nach Kleidungsstück wird das ja vermutlich sehr unterschiedlich sein, oder? Gibt es bei dir klare Regeln oder ist es eher eine Entscheidung nach Gefühl, wann sich der Kauf gelohnt hat?

Stephanie

Wie Du vermutest, ist das je nach Kleidungssstück anders. Eine Unterhose kostet pro Tragen weniger als ein BH und beides weniger als ein Abendkleid. Die Frage möchte ich gerne in einem Blogbeitrag umfassend beantworten mit konkreten Beispielen von Kleidungsstücken, Kaufbeträgen und ihrer Lebensdauer.

Nachtrag 20. Februar 2021: Der Beitrag dazu ist Wann geht die Modemathematik auf?

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