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Lesetipp – Der Freundinnen-Urlaub

Werbung – Rezensionsexemplar

Freundinnen bleiben wir immer
Heike Abidi, Ursi Breidenbach

Freundinnen bleiben wir immer
Heike Abidi, Ursi Breidenbach

Originalausgabe, Broschur, 336 Seiten
ISBN 978-3-328-11055-2
Erschienen am 13. März 2024 im Penguin Verlag (Werbung)
Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.

Zwei Freundinnen, ein Ferienhaus, bunte Tulpenfelder, weite Dünen und die Gewissheit: Auf die beste Freundin ist immer Verlass!
Seit Kindertagen sind Eva und Judith die besten Freundinnen. Und auch wenn das Leben sie inzwischen in verschiedene Richtungen geführt hat, das alljährliche Freundinnen-Wochenende ist Pflicht! Gerade Judith freut sich auf einen aufregenden Städtetrip – in ihrer Ehe steht es nicht zum Besten und sie hat das Gefühl, der Alltag frisst sie auf … Als Eva aber ein Ferienhaus an der niederländischen Küste bucht, fernab von Kultur und Trubel, ist Judith zunächst etwas enttäuscht. Doch dann kann sie sich an der herrlichen Dünenlandschaft, der unendlichen und beruhigenden Weite des Meeres und den farbenfroh blühenden Tulpenfeldern kaum sattsehen. Auch die sonst so rastlose Eva scheint ganz verändert. Hat sie ein Geheimnis vor Judith? Wie ehrlich waren die Freundinnen zueinander in den letzten Jahren? Alte Konflikte kommen zur Sprache und die Frage: Wie viel hält eine Freundschaft aus?”

Verlagstext

Judiths Perspektive wurde von Heike Abidi geschrieben, Evas von Ursi Breidenbach. Diese Rollenverteilung finde ich gerade zu Beginn und am Ende schön, weil dort Teile als Chat geschrieben sind. Leider werden auf dem Kindle Paperwhite nicht alle Emojis korrekt dargestellt, aber man kann sich denken, was da stehen soll oder in der Kindle App auf dem Smartphone nachsehen.

Die Erfahrung mit Freundinnen-Reisen, die am Ende ganz woanders hinführen, als ursprünglich angedacht, andere Dauer und Begleitpersonen inklusive kenne ich … und dass mein Planungsbedürfnis ein anderes ist als das anderer Menschen auch …

Dass Judith enttäuscht ist, dass Eva den Reisetermin samt Planung, die in diesem Jahr bei ihr lag, verschusselt hatte, ist keine Überraschung. Nicht nur, weil sie sich selbst immer extrem viel Mühe mit der Gestaltung der gemeinsamen Urlaube macht, sondern weil sie sich auf die Auszeit mit viel Kultur und gemeinsamen Erlebnissen als Ausgleich zu ihrem Alltagsleben wirklich gefreut hat. Da es um das Ferienhaus herum aber nicht nur schöne Tulpen und Dünen gibt, sondern auch nette Menschen, ist sie damit schnell versöhnt.

“Wahrscheinlich ist das genau das, was ich Frank am übelsten nehme: Er hat Judiths Selbstbewusstsein massiv geschadet.”

Heike Abidi, Ursi Breidenbach, Freundinnen bleiben wir immer, Seite 256 im E-Book

Frank, Ehemann von Judith, vereint nicht gerade die besten Eigenschaften, die ein Ehemann haben kann. Beide arbeiten Vollzeit, haben zwei fast erwachsene Söhne und sie hat dazu noch 100 % Care-Arbeit. Klar hat sie auch Schuld an der miesen Aufteilung, aber er tut auch nicht gerade etwas dafür, das zu ändern. Lieber widmet er sich regelmäßig neuen Hobbies. Wie es um seine Treue steht, gilt es noch zu klären. Eva war noch nie ein Fan von Frank.

In dem kurzen Freundinnen-Urlaub wird Judith klar, dass sie mehr gesehen werden und neben ihrem langweiligen Job das Buch schreiben möchte, von dem das Manuskript schon lange bereit liegt.

Eva ist zum ersten Mal im Leben wirklich so richtig doll verliebt. Die Frage ist, ob sie es schafft, sich auf eine echte Beziehung mit Timo und seinen Scheidungskindern einzulassen oder ob sie wieder davon läuft aus Angst, dass sie niemals so glücklich sein wird in einer langjährigen Beziehung, wie ihre Eltern es ihr vorleben. Die Maßstabslatte hängt so hoch, dass sie bisher keinen ernsthaften Versuch gewagt hat.

Wie das in Freundschaften so ist: man sagt sich nicht alles und schluckt einiges herunter nach dem Motto so ist sie halt oder der Moment passt nicht, um darüber zu sprechen, oder man möchte höflich oder nicht übergriffig sein. Das mache ich auch. Manchmal fliegt einem sowas Jahre später um die Ohren, mitunter war das Schweigen richtig. So ergeht es Eva in dem Urlaub, als es um das Thema Ratschläge bei Kindererziehung geht.

“Mit einer besten Freundin ist selbst das tiefste Tal nicht völlig dunkel – sondern bunt wie die Tulpenfelder Nordhollands.”

Heike Abidi, Ursi Breidenbach, Freundinnen bleiben wir immer, Seite 275 im E-Book

Der Kurzurlaub wird ganz anders, als die Freundinnen geplant haben. Es fließen ein paar Tränen, die Verbindung hält und am Ende gehen beide mit guten Ideen zurück ins Leben in Köln bzw. München. Schön finde ich, dass das Ende offen ist, was Details angeht. Es zeigt nur den Weg auf.

Machst Du Urlaub mit Freund_innen?

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Lesetipp – Vom Hafer zur Flocke – Band 1

Werbung – Rezensionsexemplar

Das Haus Koelln Glaenzende Zeiten von Elke Becker

Das Haus Kölln. Glänzende Zeiten
Die Kölln Saga, Band 1
Elke Becker

Originalausgabe, Klappenbroschur, 432 Seiten
ISBN 978-3-453-42717-4
Erschienen am 11. Januar 2024 im Heyne Verlag (Werbung)
Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.

Über ein halbes Jahrhundert lang kämpfen die Frauen der Familie Kölln – um ihre Existenz, um ihr Glück
Elmshorn 1886: Viel zu früh wird Charlotte Köllns Mann durch einen Arbeitsunfall aus dem Leben gerissen. Zeit für Trauer bleibt ihr nicht, die Kornmühle muss weiterbetrieben werden, sonst steht die Familie vor dem Ruin. Als Frau darf Charlotte weder Kredite aufnehmen noch offiziell die Geschäfte führen, doch davon lässt sie sich nicht aufhalten. Als ihr ältester Sohn die Arbeiterin Bertha heiraten will, ist Charlotte gar nicht begeistert. Sie bangt um den Status der Familie, den es zu erhalten gilt. Die beiden willensstarken Frauen müssen sich wohl oder übel miteinander arrangieren – und sie erkennen, dass sie alles bewältigen können, wenn sie zusammenstehen.”

Verlagstext

Kölln-Saga in 3 Bänden

  1. Das Haus Kölln. Glänzende Zeiten – erschienen am 11. Januar 2024
  2. Das Haus Kölln. Große Hoffnung – erschienen am 11. April 2024
  3. Das Haus Kölln. Wahres Glück – erscheint am 10. Juli 2024

Wenn Du die Geschichte gerne in einem Rutsch mit insgesamt gut 1200 Seiten lesen möchtest, warte einfach bis Juli 2024. Oder Du startest heute mit Band 1 und 2 und freust Dich auf das Ende der Geschichte im Juli.

“Nun wird sich zeigen, ob Du die richtige Frau geheiratet hast.”

Elke Becker, Das Haus Kölln. Glänzende Zeiten, Seite 84 im E-Book

Die Saga beginnt mit dem plötzlichen Tod von Charlottes Mann Peter Ferdinand, genannt Ferdi, und endet mit einem Cliffhanger, so dass man direkt Band 2 lesen möchte. Charlottes Sohn Peter, die erstgeborenen Männer der Familie Kölln tragen alle den ersten Vornamen Peter, muss nach dem Tod des Vaters umgehend sein Studium zum Kaufmann beenden und die Firma übernehmen, da Charlotte das nicht möglich ist.

Vorbei sind für Peter damit die Zeiten in der Welt der Künstler und Theater, die er als Student genossen hat. Bestand hat allerdings seine Liebe zu Bertha und er heiratet sie entgegen dem Willen seiner Mutter. Charlotte findet eine Heirat unter ihrem Stand indiskutabel und wird das Bertha vermutlich spüren lassen, bis eine der beiden ins Grab geht, selbst wenn sie ihr nach der Geburt der Enkelkinder und ihrem Einsatz für die Familie mehr Entgegenkommen zeigt.

Bertha möchte eine eigene Konditorei führen. Die Ausbildung zur Konditorin in Pinneberg bricht sie drei Monate vor dem Ende ab, als sie Peter heiratet. Wird sie den Abschluss nachholen und ihre Pläne verfolgen trotz der Gründung ihrer Familie? Das kannst Du beim Lesen selbst herausfinden.

Dass Bertha keine grobe Hafergrütze mag, weil sie ihr zu pieksig am Gaumen ist, trägt nicht zur Beliebtheit bei der Schwiegermutter bei, denn dieses Produkt bildet das Kerngeschäft der Familie Kölln. Sie versucht immer wieder, ein feineres Produkt daraus zu erarbeiten. Wird es ihr gelingen? Ja, denn sonst würden wir die berühmten Haferflocken nicht kennen. Bis dahin vergehen aber noch viele Jahre, Diskussionen und Enttäuschungen.

Peters Bruder Hinrich unterstützt ihn bei der Übernahme des Mühlenwerks nach dem Tod des Vaters, aber es ist klar, dass die Fabrik nicht beide Söhne standesgemäß ernähren kann und es dort auf Dauer keinen Platz für ihn gibt. Er ist verliebt in die Apothekertochter Luisa, die selbst gerne Pharmazie studieren würde.

Hinrich und Luisa versuchen einen Weg zu finden, dass er die Apotheke ihres Vaters übernehmen und sie dort arbeiten kann, ohne selbst einen Abschluss zu haben. Leider ist damals Frauen in Deutschland ein Studium noch untersagt.

Luisa kann als Gasthörerin mit Hinrich die Universität besuchen, darf aber in Deutschland keine Prüfungen ablegen und kann so keinen Abschluss erlangen. In Zürich könnte Luisa nach einem dortigen Abschlusssemester das Pharmazie-Diplom erhalten.

Wird das gemeinsame Studium der beiden gelingen, obwohl Hinrichs Interesse für Heilkunde im Grunde gering ist – es geht ihm nur um die Apotheke – und er nicht sehr begabt darin ist? Wie kommt er damit klar, dass seine intelligente Freundin eine exponierte Stellung in ihrer Rolle als Gasthörerin hat und seine Freunde das lächerlich finden?

Ist Hinrich der richtige Ehemann für Luisa? Zweifel daran kommen schrittweise auf. Ihr Dozent Professor Jacob Stöver unterstützt sie auf ganz andere Weise als Hinrich.

Ansonsten gibt es noch drei weitere Geschwister von Peter: Gertrud, verheiratet mit William – Katharina, verheiratet mit Bäcker Wilhelm – Ernst, verbandelt mit Margarethe – und das Nesthäkchen Marie.

Marie spielt neben Peter und Hinrich auch eine bedeutende Rolle in dem Roman. Sie ist ein Freigeist und hat hohes Interesse an technischen Dingen. Marie will Maschinenbau studieren – mindestens als Gasthörerin, aber eigentlich natürlich richtig.

Zur Strafe für ihr ungebührliches Verhalten wird Marie als Teenager irgendwann von Charlotte in ein Internat in Zürich verfrachtet. Ziemlich zügig wird ihr klar, dass die scheinbare Strafe ein versehentliches Geschenk der Mutter an sie ist.

Marie lernt die schnell die Freiheiten zu genießen, die Frauen in der Schweiz haben. Die Freiheiten erstaunen mich, weil das Wahlrecht für Frauen erst 1970 in Zürich eingeführt wurde, aber Frauen im 19. Jahrhundert dort offenbar schon studieren durften. Fest steht: Marie geht ihren Weg.

Die böse Rolle des ersten Bands hat eindeutig Charlotte, die sehr egoistisch und auf Konventionen bedacht ist und Bertha das Leben schwer macht, während die ihren Söhnen alles verzeiht. An Luisa als Verlobte lässt sie ebenso wenig ein gutes Haar.

Band 1 endet 1898 mit einem Cliffhanger auf Band 2, der im Jahr 1912 startet. Da springe ich jetzt hin und tauche in die Fortsetzung der Geschichte ein. Bald dazu mehr im Blog …

Ist das eine Saga für Dich?

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Lesetipp – Bunt ist meine Lieblingsfarbe

Werbung – Rezensionsexemplar

Claudia Schaumann
Sommer ist meine Lieblingsfarbe

Sommer ist meine Lieblingsfarbe
Claudia Schaumann

Originalausgabe, Taschenbuch, Klappenbroschur, 464 Seiten
ISBN 978-3-442-49489-7
Erschienen am 20. März 2024 im Goldmann Verlag (Werbung)
Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.

Was passiert, wenn du alles hast, was du immer wolltest? Und trotzdem nicht glücklich bist?
Ava ist 43 und hat alles, wovon sie immer geträumt hat: einen tollen Mann, drei bezaubernde Kinder, drei Hühner und ein wunderschönes Haus in Hamburg Vierlanden, gleich hinter dem Deich. Dennoch fragt sie sich in letzter Zeit immer öfter, ob das schon alles war und ob sie wirklich glücklich ist. Oder ist sie irgendwo falsch abgebogen? Als sie völlig unerwartet eine Nachricht von ihrem Ex-Freund Pinto erhält, wirbelt das ihren Alltag ganz schön durcheinander. Ava entdeckt das Kribbeln im Bauch und ihre Leidenschaft für Farbe und alte Möbel wieder. Und verliebt sich noch einmal ganz neu. In sich selbst – und in ihren Traummann …”

Verlagstext

Eigentlich ist Sommer Avas Lieblingsfarbe. Warum? Weil der Sommer bunt ist! Da braucht sie sich nicht für eine Farbe zu entscheiden (vgl. Seite 207 im E-Book). Bunt hätte Avas Lebensmotto sein können, aber ihr Architekten-Ehemann Jan hat es lieber weiß und klar anstatt bunt und wild. Irgendwie gefiel ihr das bis jetzt auch – aber eben nur irgendwie und jetzt eben vielleicht nicht mehr?

“Ich glaube, wer Angst vor Farbe hat, hat auch Angst vorm Leben.”

Claudia Schaumann, Sommer ist meine Lieblingsfarbe, Seite 207 im E-Book

Avas Frage, ob man irgendwo falsch abgebogen ist, hat sich vermutlich jeder schon mal gestellt. Entscheidend sind die Antwort – ja, nein, vielleicht – und der Umgang mit der Erkenntnis – kann/möchte ich den Kurs korrigieren.

Von einem sexy Ex-Lover angeschmachtet zu werden, ist ja ganz nett. Gerade über eine nächtliche Suche nach Verflossenen in den Socials kommen manchmal Kontakte wieder zustande, die zu solchen Gedanken führen können. Aber will man diesen Typen jetzt wirklich a) überhaupt wieder sehen b) als Partner haben und c) dafür Ehe und Familie aufgeben?

Die Fragen gilt es für Ava zu klären, während sie dem Dorfklatsch auszuweichen versucht und das bunte Leben wieder entdeckt – zwischen Abenden in Schanze und in Eimsbüttel mit ihrer Stadt-Freundin Sam. Dates mit Pinto und alten Möbeln, den sie in der Scheune auf dem häuslichen Grundstück mit bunter Farbe ein zweites Leben einhaucht.

“Leg Dich nicht mit Zucker an – er ist raffiniert.”

Claudia Schaumann, Sommer ist meine Lieblingsfarbe, Seite 23 im E-Book

Dabei findet sie nicht nur heraus, wie und mit wem sie künftig ihr Leben verbringen, sondern auch, wer das Potenzial für echte Freundschaft hat und welche Menschen sich als falsche Freunde erweisen. Mit folgendem Satz hat Pinto eindeutig recht

“Vielleicht solltest du zu anderen öfter mal Nein sagen, dafür aber öfter Ja zu dir.”

Claudia Schaumann, Sommer ist meine Lieblingsfarbe, Seite 175 im E-Book

Lesen wollte ich den Roman, weil ich Lust auf Hamburg-Bilder im Kopf gepaart mit einer schönen Liebesgeschichte hatte. Der Wunsch wurde erfüllt. Schön finde ich dabei die Erzählperspektiven der Ava heute, Ava als junger Frau und einem jungen Mann, von dem man nicht genau weiß, wer das ist.

Wer auf Sommer-Liebe-Kitsch gepaart mit ernsten Lebensfragen steht, kann sich bei dem Roman auf gute Unterhaltung freuen. Alle Leser_innen, die anspruchsvolle Literatur bevorzugen, waren vermutlich eh schon beim Cover raus.

Widersprechen muss ich ganz dringend bei einer Frage in dem Roman: Natürlich ist die Pizza, die man nach dem Feiern am Albers-Platz auf dem Weg nach Hause essen muss, die mit dem dicken Boden und viel Belag in der Mitte und nicht die dünne vom Laden nebenan. Das beste Mittel gegen Kater überhaupt! Das mit dem Schwelgen in alten Zeiten hat beim Lesen also geklappt :).

Welches ist Deine Lieblingsfarbe?

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Lesetipp – Erben & Familiengeheimnisse

Werbung – Rezensionsexemplar

Das Erbe von Talgrund von Rebecca Martin

Das Erbe von Talgrund
Rebecca Martin

Originalausgabe, Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten
ISBN 978-3-453-42856-0
Erschienen am 13. März 2024 im Heyne Verlag (Werbung)
Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.

“Patriarch Bruno Hofer ist mit 97 Jahre verstorben, und die entzweite Familie wird auf den Familienstammsitz Talgrund gebeten. Alle sind angespannt, hat Bruno doch kürzlich Änderungen im Testament angekündigt. Dann zieht ein heftiges Unwetter auf. Kurz bevor Überschwemmungen das Gutshaus tagelang isolieren, trifft Maya Dudek ein. Wer ist diese junge Frau, die angeblich eine Freundin von Bruno sein soll? Und was fällt ihr ein zu behaupten, auf Gut Talgrund seien im Zeiten Weltkrieg Zwangsarbeiter verpflichtet worden? Auf sich allein gestellt begibt sich die Familie auf die Suche nach einem plötzlich verschwundenen Testament und einer verdrängten Familiengeschichte, die jahrzehntelang im Verborgenen lag.”

Verlagstext

Der Roman umfasst eine spannende Familiengeschichte und spielt in zwei Ebenen – ab 1941 und im Jahr 2021. Familie Bethmann ist die Eigentümerfamilie von Talgrund. Das Gut hat den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden überstanden Beim Erbfall nach dem Tod von Bruno gibt es einiges, das Begehrlichkeiten unter den Beteiligten weckt.

Kern der Familiengeschichte ist, dass Talgrund traditionell nur an männliche Nachkommen weitergegeben wird, was von Beginn des Romans an ein Thema ist. Ein kleiner Einblick in den Familienstammbaum der Familie Bethmann und deren direktes Umfeld

  • Alfred, geb. Bethmann, und Ehefrau Maximiliane, Herr und Herrin des Guts in den 1940ern, haben gemeinsam Sohn Friedrich, der von ihnen Talgrund in direkter Linie erben soll. Alfred und Maximiliane sind Nationalsozialisten aus Opportunismus und Egoismus.
  • Ilse, geb. Bethmann, und Ehemann Siegfried sind Eltern von Leni und von Bruno. Ilse und Siegfried sind beide überzeugte Nationalsozialisten bis zum Ende. Ilse ist Erstgeborene und verknust nicht, dass sie nicht Herrin des Guts ist und Bruno wegen der Existenz von Friedrich nicht in der direkten Erblinie steht.
  • Leni ist befreundet mit dem jüdischen Mädchen Esther Goldstein, deren Familie 1938 emigriert. Alfred unterstützt die Goldsteins bei der Auswanderung und verwahrt deren wertvollen Kunstbesitz. Bis 2021 ist niemand aus der Familie Goldstein jemals wieder auf Talgrund erschienen.
  • Bruno, der 2021 Verstorbene, um dessen Testament es geht, ist in zweiter Ehe mit Desirée verheiratet, die im Alter seiner Enkelin ist. Seine erste Ehefrau war Herlind, die schon lange verstorben ist.
  • Gerhard, Sohn von Bruno, ist verheiratet mit Angelika. Zusammen haben sie Sohn Ansgar. Gerhard und Angelika sind hinter dem Testament und dem Geld her und wollen offenbar an die Kunstgegenstände der Goldsteins, die nach wie vor auf Talgrund lagern. Allerdings nicht mehr ganz vollständig …
  • Rob ist ein weiterer Sohn von Bruno. Rob ist schon lange verstorben. Er hat ein uneheliches Kind mit Medea gezeugt, seine Tochter Jenny.
  • Neben der Familie Bethmann spielt die Familie um den Knecht Werner, seinen Sohn Georg und Enkel Sam eine wichtige Rolle.
  • Ewa und Hania waren Zwangsarbeiterinnen in den 1940ern auf dem Gut.
  • Und dann ist da ja noch die Journalistin Maja, die auf einmal auftaucht …

Klingt kompliziert? Ich habe ein bisschen gebraucht beim Lesen, um mich in diese drei Generationen einzufinden, deshalb habe ich mir diese Stammbaumnotizen dabei gemacht.

Gefallen hat mir an dem Roman der Spannungsbogen von Beginn der Handlung an, als Friedrich, Bruno und Leni als mittlere Generation jung waren bis zum Ende, an dem es um Brunos Vermächtnis geht und die nachfolgende Generation sich darum prügelt.

Desirèe, Jenny, Gerhard, Angelika, Sam und Maja sind einige Tage auf Talgrund von der Außenwelt abgeschlossen wegen des Unwetters. Eigentlich waren sie dort verabredet, um mit dem Notar das Testament zu besprechen und die Beerdigung von Bruno zu organisieren.

Uneigentlich kommt der Notar nicht zu ihnen durch, Telefone und Strom funktionieren nicht mehr und es passieren merkwürdige Dinge, die dafür sprechen, dass nicht alle Anwesenden die Wahrheit sagen. Es passieren merkwürdige Unfälle, die nicht nach Zufall aussehen und vor allem Jenny und Sam fragen sich, wer hier welche Interessen verfolgt und was Maja mit Bruno besprochen hat, was sie hier zu Ende bringen möchte. Mehr verrate ich Dir nicht, falls Du das Buch lesen möchtest!

Ist das ein Roman für Dich?

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Lesetipp – Das Kochbuch der Geschichte

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Der Pakt der Frauen - Julia Kröhn

Der Pakt der Frauen
Julia Kröhn

Originalausgabe, Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten
ISBN 978-3-453-27421-1
Erschienen am 20. März 2024 im Heyne Verlag (Werbung)
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Zwei Frauen, zwei Leben – und eine Geschichte, die Mut macht

Wien 1976. Die junge Dozentin Katharina Adler sorgt bei den männlichen Kollegen regelmäßig für Schnappatmung. Selbstbewusst trägt sie knalligen Lippenstift und verbotenerweise im Hörsaal Hosen. Außerdem hat sie sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die Geschichtswissenschaft zu revolutionieren. Dafür widmet sie sich Büchern, die von Frauen geschrieben wurden, speziell Kochbüchern. Als ihr dabei eine Rezeptsammlung aus der Feder ihrer Mutter Jule unterkommt, erkennt Katharina, dass sie erst die Geheimnisse ihrer eigenen Familie aufdecken muss, bevor sie die Welt verändern kann. Gemeinsam reisen sie und Jule nach Schlesien, an Katharinas Geburtsort. Dort lernt sie, dass es nichts Stärkeres gibt als Frauen, die zusammenhalten.”

Verlagstext

Historikerin Katharina fällt im Rahmen der Recherche für eine Lehrveranstaltung über Frauengeschichte, ihrem Forschungsgebiet, ein altes Kochbuch in die Hand. Es wurde 1947 in Polen im Ort Hirschberg, das liegt in Niederschlesien im Riesengebirge, auf Deutsch gedruckt mit scheinbar polnischen Rezepten. Das ist merkwürdig, denn 1947 gehörte die Gegend zu Polen und alles Deutsche war dort nach dem Krieg verpönt.

Schnell sieht sie, dass die Verfasserin ihre Mutter Jule ist. Katharina wurde vor Kriegsende in Hirschberg geboren, hat daran aber keine Erinnerung mehr. Schon lange lebt sie in Wien. Ihr Vater Carl ist in den letzten Kriegstagen in Berlin verschollen. 1950 wurde er für tot erklärt. Ihr Stiefvater Gottfried ist einer von Carls Brüdern, also eigentlich ihr Onkel. Viel mehr weiß sie in der Hinsicht nicht über ihre Familie.

Während Katharina an der Universität damit beschäftigt ist, eine begehrte Assistenzprofessur zu bekommen, was damals als Frau besonders schwierig war, versucht sie zeitgleich herauszufinden, was es mit dem Kochbuch und dem damaligen Leben ihrer Mutter in Hirschberg auf sich hat.

“Dieses Kochbuch steht für eine großartige Botschaft: Wenn man zusammenhält, kann man mehr erreichen als allein.”

Julia Kröhn, Der Pakt der Frauen, Heyne, Seite 315f im E-Book

Als Katharina ihre Mutter mit dem Kochbuch konfrontiert, wird sofort klar, dass sie damit in emotionalen Tiefen ihrer Mutter rührt, die diese nie wieder geöffnet wissen wollte. Nach kurzem hin und her und einer überstürzten gemeinsamen Fahrt ins heutige Polen machen sich die beiden auf den Weg, sich zaghaft Jules Geheimnis zu nähern. Dafür braucht Katharina viel Geduld, um Jule Raum und Rahmen zu geben, um sich öffnen zu können.

Das Kochbuch könne ein Wörterbuch sein für eine Sprache, die nicht mühsam zu lernen sei, sondern von denen beherrscht werden würde, die das Leben ehrten.

Vgl. Julia Kröhn, Der Pakt der Frauen, Heyne, Seite 293 im E-Book

Welche Sprachen wurden in dem Kochbuch vereint? Was hat es mit der Herkunft der Rezepte auf sich? Welche Geschichten von Frauen stehen hinter den einzelnen Gerichten? Was hat das alles mit der geografischen Lage von Hirschberg und den damals dort in Lagern arbeitenden sogenannten Ostarbeiterinnen zu tun?

Interessant ist, dass die Autorin in dem Roman Teile ihrer eigenen Familiengeschichte verarbeitet. Welche Teile Realität und Fiktion sind, wird teilweise im Nachwort erläutert. Das Buch hat mir sehr gefallen, weil es Sachlichkeit und Emotionen verbindet und die Autorin immer wieder aufzeigt, wie wichtig Zusammenhalt ist und wie schwer Erlebnisse zu vergessen sind. Das ist nicht nur einfach ein Roman, sondern ein Stück Zeitgeschichte.

Ist das ein Roman für Dich?

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