Werbung – Rezensionsexemplar

Die Kryptografin (Band 1)
Für Träume braucht man Mut
Hanna Aden
Paperback, Klappenbroschur, 480 Seiten
ISBN 978-3-328-60411-2
Erschienen am 10. Dezember 2025 im Penguin Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.
„München in den frühen 1950er Jahren: Die junge Margot ist stolz, als eine der wenigen Frauen einen Studienplatz für Mathematik an der LMU bekommen zu haben. Bei einer Vorlesung fällt sie durch außergewöhnlich kluge Fragen auf und erregt damit die Aufmerksamkeit eines Gasthörers, der für die Operation Gehlen, den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes, arbeitet. Aufgrund ihrer Begabung bietet er Margot eine Stelle in der Decodierungsabteilung an, welche sie voller Aufregung annimmt. Doch die Freude über die neue Aufgabe weicht bald Ernüchterung, denn in dieser für Margot vollkommen neuen Welt haben immer noch die Männer von früher das Sagen und es fällt ihr schwer, sich zu behaupten. Ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft scheinen vergebens und sie steht kurz davor, zu kündigen. Einzig ihre Freundin Sue bestärkt sie darin, ihren Weg zu gehen. Sie träumt von einem besseren Leben und davon, eines Tages als Journalistin für die Rechte der Frau zu kämpfen.
Gemeinsam besuchen die beiden jungen Frauen Diskussionsabende im Amerika-Haus, wo Margot auf den einfühlsamen und politisch aktiven Willi trifft. Doch ihre Aufgabe beim Geheimdienst macht es Margot nicht leicht, Privates und Berufliches zu trennen …
Ein spannender und emotional bewegender Roman über eine junge Frau zwischen Pflicht und Freundschaft und über den Mut, seinen Träumen zu folgen.“
Verlagstext Hanna Aden, Die Kryptografin (1) , Für Träume braucht man Mut, Penguin Verlag 2025
Vom ersten Moment an hat mir dieser Roman gefallen. Einen wichtigen Aspekt verschweigt der Verlagstext: Margot hat eine Fähigkeit, die sich Synästhesie nennt. Ich mag Margots Beschreibungen der Farben und Strukturen, mit denen sie Menschen und deren Stimmungen wahrnimmt, sehr.
Genau diese besondere Wahrnehmung hilft Margot auch bei ihrer Arbeit als Kryptografin. Sie erkennt in verschlüsselten Nachrichten Muster und Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben. Deshalb möchte der Geheimdienst ihre außergewöhnliche Begabung unbedingt nutzen. Die Autorin ist übrigens ebenfalls Synästhetikerin, was sich in den lebendigen Beschreibungen bemerkbar macht.
Synästhesie ist Margot erst namentlich bekannt geworden nach dem ersten Kontakt mit dem Geheimdienst. Sie hatte vorher Angst, dass es eine Psychose wäre, und hat ihre inneren Bilder und Farben – verbunden mit Gefühlen – deshalb für sich behalten. Seit sie weiß, dass es keine Krankheit ist und sie damit nicht alleine ist, beginnt sie sich zuzutrauen, diese Fähigkeit positiv für sich zu nutzen.
Margot ist Vertriebene aus Pommern und hat auf der Flucht schlimme Erfahrungen gemacht. Zusammen mit ihrer Mutter lebt sie bei ihrer Tante in München auf engem Raum. Ihre Mutter will unbedingt den Wunsch des in Russland verschollenen Vaters erfüllen, dass Margot im Gegensatz zu ihren beiden älteren Schwestern studiert.
Der Vater, ein Pastor, hat früh erkannt, welches Potenzial in Margot steckt. Die Entscheidung, ob sie das Mathematikstudium zugunsten einer Stelle als Kryptografin beim Geheimdienst aufgeben soll, ist für sie sehr belastend.
Nachbarssohn Jasper studiert ebenfalls und macht sich Hoffnungen auf eine Ehe mit Margot. Leider ist er sehr übergriffig in seiner Art und würde sie in einer Ehe nur als Hausfrau sehen. Das ist ein Plan, der für Margot indiskutabel ist. Sie will den Wunsch des Vaters erfüllen und die dafür erbrachten Mühen der Mutter ehren. Es fällt Margot schwer, ihren Weg zu finden, weil sie es dabei nie allen recht machen kann.
Sue ist erst 20 Jahre alt und nach dem Tod der Eltern für ihre beiden jüngeren Geschwister Elsa und Birgit verantwortlich. Eigentlich ist ihr älterer Bruder Richard der Vormund, weil man damals erst mit 21 volljährig war. Als Kriegsversehrter ist Richard, der ein Bein verloren und ein Kriegstrauma erlitten hat, leider nicht in der Lage, diese Aufgabe auszufüllen. Richard trägt seine Rente in die Kneipe, anstatt die Familie damit zu unterstützen.
So bleiben nicht nur die Versorgung der Geschwister zu Hause und der Haushalt an Sue hängen, sie muss auch noch das Geld für die Familie als ungelernte Näherin im noblen Mode-Atelier Perlach verdienen und sich von der Chefin schikanieren lassen.
Diese Lage vor dem Jugendamt geheim zu halten, ist eine zusätzliche Herausforderung. Trotzdem gelingt es ihr, ihren Traum von einer Karriere als Journalistin aufrecht zu erhalten. Der Zorn auf die Ungerechtigkeit, dass Menschen je nach Herkunft unterschiedlich gute Chancen haben, ist dabei ein starker Antrieb. Sie will über Politik schreiben und strebt Gleichberechtigung in jeder Hinsicht an.
Margot ist die Hauptfigur des Romans. Die Freundschaft zwischen Margot und Sue entwickelt sich im Lauf der Geschichte. Mir hat es Freude gemacht, Margot auf ihrem Weg zu begleiten. Vor allem die Beschreibungen ihrer Wahrnehmungen und die Art, wie sie erkennt, dass sie darauf vertrauen darf, haben mir besonders gefallen.
Für den 10. Dezember 2026 ist Die Kryptografin (2) – Der Preis der Freundschaft angekündigt. Darin werden die Freundschaft und die Vereinbarkeit der Job der beiden eine große Rolle spielen. Ich freue mich schon aufs Lesen! Wer historische Romane mit starken Frauenfiguren, Nachkriegsgeschichte und einer besonderen Protagonistin mag, dürfte an diesen Büchern Freude haben.
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