Werbung – Rezensionsexemplar

Ist doch schön hier
Miriam Burdelski
Hardcover, mit Schutzumschlag, 384 Seiten
ISBN 978-3-89667-801-0
Erschienen am 29. Juli 2026 im Blessing Verlag (Werbung). Ich habe es als E-Book gelesen.
„Als Liesel ihre Großmutter Emmi auf eine Reise in die ehemalige Provinz Ostpreußen begleitet, sucht sie mehr als nur einen Ort – sie sucht Antworten. Antworten auf die Fragen, die zwischen den Generationen stehen, auf die Geheimnisse, die sich in vergilbten Kalendern und in Emmis Schweigen verstecken. Zwischen Birkenalleen, alten Gutshäusern und dem Rauschen der Ostsee entfaltet sich eine Geschichte von Verlust und Hoffnung, von Schuld und Liebe. Doch je näher Liesel der Vergangenheit kommt, desto deutlicher spürt sie: Heimat ist kein Ort, den man auf der Landkarte findet. Heimat sind die Menschen, die bleiben, wenn alles andere verschwindet.“
Verlagstext Miriam Burdelski, Ist doch schön hier, Blessing 2026
Liesels Lebensthema ist bis zu der Reise nach Ostpreußen, dass sie von ihrer Oma Emmi aufgezogen wird, weil ihre eigene Mutter Melanie mit 16 Jahren zu jung war, um die Mutterrolle einzunehmen, und der Vater von der Schwangerschaft nie erfahren hat.
In engen finanziellen und räumlichen Verhältnissen leben die drei zusammen, wobei Melanie in Depressionen versunken mehr im Weg sitzt, als sich um Liesel oder den Haushalt zu kümmern. Emmi ist für Liesel eine liebevolle Oma-Mutter, für ihre eigene Tochter Melanie hingegen scheint sie nichts Gutes zu empfinden.
Mit Müh und Not schafft Liesel das Abitur und jobbt in einer Autowaschanlage. Zur gleichen Zeit bleibt ihr nichts anderes übrig, als Emmi in ein Pflegeheim zu geben, weil diese wegen zunehmender Demenz nicht mehr zu Hause gepflegt werden kann. Emmi im Pflegeheim, Melanie zu Hause auf dem Sofa – und Liesel hat keine Ahnung, ob sie wirklich studieren kann und will und wie sie das alles schaffen soll.
Durch Erinnerungsfetzen von Emmi und Dinge, die Liesel findet, kommt sie auf die Idee, Emmis Geburtsort zu suchen und sich auf eine Zugfahrt nach Ostpreußen zu machen. Sie möchte alleine unterwegs sein und sich viel Zeit dafür nehmen, den Herkunftsort ihrer Oma zu finden und dort zu sehen, was das mit ihr macht.
Betreuungspersonen im Heim finden allerdings, dass Emmi diese Reise begleiten sollte, um ihren eigenen Frieden zu finden und die Zeit zu nutzen, um Liesel Familiengeheimnisse zu gestehen. Zum Beispiel, warum sie Liesel heißt …
Altenpfleger Jascha begleitet Liesel und Emmi mit dem Auto bis Danzig auf dieser Reise, weil er etwas in Polen zu erledigen hat. Zusammen begeben sich die drei auf einen skurrilen Roadtrip, der Gegenwart und Vergangenheit aufeinander zulaufen lässt.
Am Ende der Reise begreift Liesel, was das Ziel dieser Reise war. Sie hat etwas über sich und ihren familiären Hintergrund erfahren. Liesel kommt zu der Erkenntnis, dass die Welt viel schöner ist, als man ihr die ersten zwanzig Jahre weismachen wollte, und dass sie mehr ist als das Mädchen ohne Freunde mit einer asozialen Mutter (vgl. Seite 271 im E-Book).
Es gelingt ihr zu entscheiden, im Hier und Jetzt zu leben und ihr Leben auf eigene Füße zu stellen. Du willst wissen, wie Liesel das schafft? Lies den Roman!
Wo liegen die Wurzeln deiner Familie?
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12 Antworten auf „Lesetipp – Eine Reise nach Ostpreußen zur Familiengeschichte“
Es klingt nach einer bewegenden Geschichte, ich habe schon beim Lesen deines Textes Gänsehaut.
Darum könnte ich mir auch gut vorstellen, das Buch zu lesen.
Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
Nicole
Es würde dir gefallen. Hab auch einen schönen Sonntag!
Wenn sich Generationen gemeinsam auf eine Reise begeben, noch dazu eine solche, kann das mit großem Gewinn für beide Seiten verbunden sein. Das Buch jedenfalls klingt danach.
Meine Familie kommt sowas von aus dem Fränkischen mit ein bisschen schwäbischem Einschlag. Wir haben schon des öfteren große Familientreffen mit unserem Namen gehabt als mein Vater noch lebte und diese initiierte. War durchaus interessant, der Stammbaum geht lange zurück. Auch kleinere fränkische Rundreisen zum erweiterten Familienkreis hat es schon gegeben, denn zum Glück kommen einige aus dem Brauerei- und Gastgewerbe :-)). Da lohnt sich ein Besuch immer. 🙂
Herzlich,
Sieglinde
Eine Einkehr im Brauhaus ist immer gut :). Deine Familie ist so süddeutsch wie meine mütterliche Linie hamburgisch.
Ich habe das Buch gelesen und würde es auch wieder tun. Große Empfehlung – ein wunderbares Buch.
Danke für deine Bestätigung meines Eindrucks von dem Roman. Freut mich, dass du auch Lesevergnügen dabei hattest.
Hallo, Ines!
Auch meine Mutter kommt aus Ostpreußen. Ich war noch nie dort. Früher wurde auch nicht darüber geredet, aber jetzt, wo meine Mutter sehr alt ist, erzählt sie doch.
Oft habe ich Schwierigkeiten solche Bücher zu lesen, die so nah an der Wirklichkeit sind. Deshalb weiß ich noch nicht, ob ich es lesen werde. Aber eine Idee spukt mir seit heute Morgen im Kopf herum: Ich frage meine Schwester, ob sie vielleicht mit mir zusammen einmal nach Ostpreußen fahren möchte.
Dir noch einen schönen Sonntag!
Mein Vater wurde in der Nähe von Königsberg im Sommer 1944 in Gumbinnen geboren und seine Mutter ist mit fünf Kindern im Winter geflohen und nur mit vier davon in Westdeutschland angekommen. Da sie gestorben ist, als meine Mutter mit mir Schwanger war, habe ich nie mit dieser Oma als Zeitzeugin reden können, ihr Mann ist in Russland im Krieg geblieben und hat meinen Vater nie gesehen. Da will man nicht tauschen …
Bin gespannt, ob du so eine Reise machst. Bisher waren alle Menschen sehr berührt von dieser Art Reisen, wenn sie hinterher davon berichtet habe. Ich kenne einige, die sich auf diesen Weg gemacht haben. Ich werde das nicht tun. Mir fehlt jeglicher Bezug dazu und in die Oblast Kaliningrad, wo der Gumbinnen heute liegt, werde ich totsicher in diesem Leben freiwillig eh nicht reisen. Bis zum Geburtsort würde ich also nicht kommen.
Hab auch einen schönen Sonntag!
Liebe Ines,
da hast du wieder eine schöne Buchvorstellung für uns! Der Kommentar von Kathrin berührt mich besonders… die Kraft des Lesens.
Ich habe schon einige Bücher zu diesem
Thema und der Lokalität Ostpreußen gelesen. Unerreicht für mich die Trilogie von Christine Brückner „Jauche und Levkojen“, „Nirgendwo ist Poenichen“ und „Die Quints“. Aber das ist schon viele Lesejahre her. Gut, dass sich heute noch Autoren und Autorinnen mit dem Thema beschäftigen und es in unserer Zeit verortet erzählen.
Regnerische Grüße zum Sonntagnachmittag,
Susa
Ich glaube, das Thema ist gerade wieder aktuell, weil die letzte Generation, die aus Ostpreußen geflüchtet ist Richtung Westen, ausstirbt. Es ist die letzte Chance, Informationen von Zeitzeugen zu bekommen. Aus meiner Familie lebt zum Beispiel nur noch ein Onkel, der Ende 80 ist und die Flucht im Winter 1944/45 überlebt hat. Ich habe aber keinen Kontakt mehr zu ihm. Seine Geschwister sind alle schon gestorben.
Im Norden ist es auch immer wieder nass, aber wir hatten unterm Strich Glück mit zwei schönen Hunderunden (fast) ohne Wasser von oben.
Liebe Ines. Ich glaube das ist nicht ganz mein Ding. Die Idee, diese Reise zu machen kann ich nachvollziehen. Ich wünschte ich hätte mit meiner
Oma die Reise in ihre Vergangenheit gemacht, als sie noch konnte. Das bereuen wir echt, der Göga und ich. Meine älma war Sudetendeutsche und hat mir als Kind viel davon erzählt.
Ich wünsche Dir einen schönen Abend, ganz liebe Grüße Tina
Meine Schwiegermutter war auch Sudetendeutsche, sie kam aus Grulich. Sie hat einige Reisen in die Heimat übernommen und den Kontakt über den Heimatverein gehalten, bis sie 98 war. Die Erinnerung daran war ihr sehr wichtig. Jemand aus der Familie hat sie auf mindestens einer Reise dorthin und zu den Treffen begleitet. Wir wollten das nicht.
Komm gut in die neue Woche!