Werbung – Rezensionsexemplar

Denken. Fühlen. Fotografieren.
Ein Wegweiser zu mehr Ausdruck, Wahrnehmung und fotografischer Selbstsicherheit
Pia Parolin / Joachim Feigl
Auflage: 1. Neuausgabe, Hardcover, 300 Seiten
ISBN 978-3-98889-072-6
Erschienen am 24. September 2026 im dpunkt.verlag (Werbung)
„Die Psychologie der Fotografie
- Mit Empathie, Intuition und Achtsamkeit Menschen fotografieren
- Durch Flow, Fokus und innere Klarheit zu dir selbst finden
- Zweifel und Blockaden als Teil des kreativen Prozesses erkennen
- Eine Bildsprache entwickeln und Mut zur Sichtbarkeit finden
Dieses Buch verbindet Fotografie und Psychologie auf praxisnahe, verständliche Weise. Es richtet sich an alle, die spüren, dass Technik allein nicht reicht – und dass ihre Bilder dort stärker werden, wo Wahrnehmung, Emotion und innere Klarheit zusammenfinden. Im Zentrum steht der fotografische Prozess: Was geschieht in unserem Inneren, bevor wir auslösen? Wie beeinflusst, was wir sehen und fühlen, unsere Bilder? Wie wirken sich innere Prozesse auf Begegnung, Bildsprache und Sichtbarkeit nach außen aus?
Theoretische Grundlagen werden bewusst niedrigschwellig gehalten und durch Übungen, Reflexionsfragen und konkrete Praxisimpulse ergänzt. Ergänzend kommen Interviewpartner zu Wort, die ihre Arbeitsweise, Haltung und Erfahrungen einbringen. So entsteht ein dialogisches Buch, das nicht belehrt, sondern begleitet – hin zu einer Fotografie, die nicht nur sichtbar, sondern spürbar wird.
Klappentext, Pia Parolin / Joachim Feigl, Denken. Fühlen. Fotografieren., dpunkt.verlag 2026
An dem Buch finde ich besonders spannend, dass es aus der unterschiedlichen Sicht der Streetfotografin Pia Parolin und dem Psychologen Joachim Feigl geschrieben ist. Beide sind unter anderem Mitglieder in der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) und arbeiten intensiv mit der Verbindung von Fotografie und Psychologie.
Der Ansatz des Buchs setzt voraus, dass du technisch mit einer Kamera umgehen kannst. Zielgruppe sind ambitionierte Hobbyfotografierende. Es geht darum, deinen Gedankenspielraum und Blickwinkel beim Fotografieren zu erweitern und dir zuzutrauen, mit deinen Fotos etwas Besonderes zu schaffen.
Von den Fotos im Buch und den Geschichten dazu gefällt mir mit Abstand am besten die Serie Promenade Moments von Pia Parolin, die sie 2017 in Nizza nach dem Anschlag fotografiert hat. Eines der Fotos ist das Titelbild des Buchs. Es ist ihre erste Serie und sie wurde ausgestellt. Auf den ersten Blick sind es Postkartenmotive. Dahinter steht ein Zeichen gegen Angst und für Licht, Nähe, Alltag und Schönheit (vgl. Seite 238). Schade, dass ich die Ausstellung in Hamburg verpasst habe.
Pia Parolin und Joachim Feigl arbeiten beide gerne mit Unschärfe. Was ein gutes Bild ausmacht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Dieses hier ist zum Beispiel mein liebstes Selfie:

Für einen fremden Betrachter ist es vielleicht ein unscharfes Bild von einer Frau, die sich in einer Glasscheibe spiegelt und dabei auf ihr Smartphone schaut. Für mich ist es eine schöne Erinnerung an einen Sommerabend und eine daran, dass ich mal ein Leben in hohen Schuhen geführt habe. Die damit verbundene Emotion schafft für mich die Ausstrahlung des Bildes.
Der Teil über den Flow beim Fotografieren hat mich daran erinnert, mich wieder einmal darauf einzulassen. Das Ergebnis ist eine tolle Fotostrecke, die es zwar nicht in den Blog schafft, mir aber Freude gemacht hat.
Das Buch ist ein Lesetipp für alle, die (wieder) (mehr) Spaß beim Fotografieren haben und sich mehr trauen möchten. Für alle, die dabei den Menschen und seine Gefühle stärker in den Fokus rücken möchten als das zu fotografierende Motiv. Und für alle, die am Ende vielleicht sogar Lust haben, mit ihren Fotos in die Sichtbarkeit zu gehen.
Wo wünscht du dir mehr Mut beim Fotografieren?
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