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Lesetipp: Ein Leben in Formeln und Erinnerungen

Werbung – Rezensionsexemplar

Woran wir uns erinnern von Sofia Lundberg

Woran wir uns erinnern
Sofia Lundberg

Hardcover, mit Schutzumschlag, 384 Seiten
ISBN 978-3-442-31767-7
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
Originaltitel Livets Ekvation, Originalverlag Bokförlaget Forum
Deutsche Erstausgabe, erschienen am 13. Mai 2026 im Goldmann Verlag (Werbung). Ich habe es als E-Book gelesen.

„Stockholm. In einer dunklen Herbstnacht geht Mathematikprofessor Jack Johansson in seinem Arbeitszimmer an der Universität nervös auf und ab. Seit dem Tod seiner Frau Margareta versucht er verzweifelt, seine Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben zu bewahren – doch in wenigen klaren Momenten wie heute weiß er, dass er alles zu vergessen droht. In einem Anflug von Panik ruft er seine Tochter Malin an, zu der er seit Jahren kaum Kontakt hat. Er muss ihr von seiner schwierigen Kindheit erzählen, wie die Mathematik ihn rettete, und was damals geschah, kurz bevor er Malins Mutter heiratete. Denn es gibt ein dunkles Geheimnis in Jacks Vergangenheit, das ihn davon abhielt, der Vater zu sein, den Malin so dringend gebraucht hätte. Kann Jack die Beziehung zu seiner Tochter retten, bevor es zu spät ist?“

Verlagstext Sofia Lundberg, Woran wir uns erinnern, Goldmann Verlag 2026

Der Roman ist tiefgründig, traurig und zugleich schön, denn am Ende findet sich das meiste. Durch Alzheimer verliert Jack die Fähigkeit, sein Leben alleine zu kontrollieren. Durch Jacks Erkrankungen finden Malin und er aber auch auf eine Weise zusammen, die es bis dahin nicht gegeben hat.

Die Kapitel wechseln ab mit den Perspektiven von Jack und Malin. Jacks sind Rückblenden in Kindheit, Jugend und seine Zeit als junger Erwachsener. Dabei lernen wir die wichtigen Stationen seines Lebens kennen und bekommen eine Ahnung davon, warum er wurde, wie er ist.

Malins Kapitel spielen im Jetzt. Malin schlägt sich als alleinerziehende Mutter mit einem Teenagers durch. Ihr Brot-Job reicht kaum zum leben. Ihr Herzblut steckt in der Musik. Sie ist Sängerin in einer Band, die schon viel zu lange auf den Durchbruch wartet.

Weil Malin durch die Verschlechterung von Jacks Zustand gezwungen wird, sich mit ihm auseinanderzusetzen, lernt sie ihn näher kennen, während sie ihn stückweise verliert. Wie sehr Alzheimer die Krankheit der Angehörigen ist, wird ihr schnell und schmerzlich bewusst.

Daran nicht zu verzweifeln, gelingt ihr nicht immer. Beim Lesen tat genau das besonders weh: zu sehen, wie Malin ihren Vater endlich versteht, während er ihr gleichzeitig immer mehr entgleitet.

Ihr Vater versucht, die Erinnerungen und Erlebnisse seines Lebens in mathematischen und physikalischen Gleichungen auszudrücken, die seinen Kapiteln vorangestellt sind. Worte hat er nicht mehr, mathematisch denken kann er noch.

Diese Gleichungen werden Teil der Lösung, als Malin tiefer in sein früheres Leben eintaucht. Dabei lernt sie auch, dass Mathematik und Musik mehr gemeinsam haben, als sie bis dahin für möglich gehalten hat. Und ihr Vater bekommt endlich Zugang zu ihrem Teil des Lebens als Musikerin, der ihr so sehr wichtig ist. Gerade diese Annäherung zwischen den beiden hat den Roman für mich besonders gemacht.

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