Beim Beitrag zu T-Shirts und Blusen hat Cora kommentiert, dass Tipps für eine große Oberweite in dem Zusammenhang hilfreich wären. Gerne erfülle ich diesen Beitragswunsch.
Viele Frauen fragen sich, welche Shirts und Blusen bei großer Oberweite am vorteilhaftesten wirken. Entscheidend sind Ausschnitt, Ärmel, Schnitt, Muster und der passende BH.
Ich setze voraus, dass BH und Oberteil in der passenden Konfektionsgröße getragen werden. Viele Frauen tragen nach wie vor eine zu große Unterbrustweite und zu kleine Cups. Im Zweifel lass dich bitte in einem Fachgeschäft vermessen und beraten.
Mit Körbchengröße 80G/H habe ich diese Empfehlungen über Jahre im Alltag ausprobiert. Deshalb zeige ich in diesem Beitrag ausschließlich Beispiele, die ich selbst trage und deren Wirkung ich aus eigener Erfahrung kenne.
Natürlich lassen sich die Tipps auch auf Pullover & Co. übertragen. Wer einen kleinen Busen größer wirken lassen möchte, kehrt meine Empfehlungen einfach um.
Der Beitrag bezieht sich nur auf die Oberweite. Gesichtsform, Halslänge, Schulterbreite, Oberkörperlänge, Körpergesamtlänge, Konfektionsgröße und Bedürfnisse einer konkreten Person bleiben dabei außer acht. Im Rahmen einer individuellen Stilberatung werden diese Aspekte einbezogen und können zu anderen Empfehlungen führen.
Großen Busen kaschieren: Darauf kommt es bei Shirts und Blusen an
- Ausschnittform
- Ärmeleinsatz
- Ärmelform
- Ärmellänge
- Farben und Mustern
- Unterwäsche
Welche Ausschnitte sind bei großer Oberweite vorteilhaft?

Foto: Sabine Gimm
Dekolleté zeigen hilft! Ein V-Ausschnitt ist in allen Variationen gut. Mittlere und tiefere Rundhalsausschnitte funktionieren auch. Bei Hemdblusen kann ein V-Ausschnitt-Effekt erzielt werden durch das Öffnen der Knopfleiste im oberen Bereich.
Außerdem lenken Hemdblusenkragen den Blick zum Gesicht und rahmen es mit dem Kragen ein, was vom Busen ablenkt. Kelchkrägen machen das besonders elegant.

Blusen mit sichtbarer Knopfleiste haben noch einen weiteren Vorteil: Sie teilen den Oberkörper optisch in zwei schmalere Hälften und strecken, weil sie den Blick vertikal lenken.

Weniger günstig sind enge Rollkrägen, Rundhalsausschnitte und U-Boot-Ausschnitte. Sie verbreitern optisch die Fläche über dem Busen und lassen den Oberkörper massiger aussehen. Wenn es ein halsnaher Ausschnitt sein soll, wirkt ein Wasserfallausschnitt noch besser als ein glatt anliegendes Oberteil, weil der Stoff den Busen im oberen Bereich umspielt.

Suboptimale Ausschnitte lassen sich mit Tüchern überdecken. Gerade kleine Nickitücher lenken den Blick von der Oberweite zum Gesicht. Davon könnte ich dir unzählige Bilder zeigen, weil ich viel damit arbeite. Beim Ausschnitt mache ich für mich nämlich am ehesten Kompromisse beim Kauf. Wichtiger ist mir, dass der Rest des Oberteils ordentlich sitzt.
Tipps zur Länge des Ausschnitts findest du im Beitrag Die perfekte Ausschnitt-Tiefe zu Deinem Gesicht.
Diese Ärmeleinsätze sind am besten bei großer Brust

Am besten sind eingesetzte Ärmel, weil sie die Schulter dort betonen, wo sie von Natur aus sitzt. Durch die vertikale Nahtlinie wird der Oberkörper in dem Bereich gestreckt.

Überschnittene Ärmel funktionieren bei großer Oberweite gut, wenn sie damit einhergehen, dass Shirt oder Bluse insgesamt locker geschnitten sind. So wird das Problem umgangen, dass Oberteile bei großem Busen oft unter dem Arm zu knapp sitzen. Zusätzlich wirken weich fließende Stoffe meist günstiger als steife Gewebe, weil sie die Oberweite sanfter umspielen.
Nicht so gut sind Raglanärmel, deren Nähte vom Hals zu den Achseln verlaufen. Sie lassen die Schultern schmaler und die Brüste größer wirken durch ihre A-förmige Linie.
Wie die Ärmelform den Busen kaschiert


Negatives Beispiel für einen U-Boot-Ausschnitt (der bei mir einen anderen Vorteil hat: gleicht die Schultern den Hüften gegenüber aus)
Foto: Nicole
Es ist gut, wenn bei kurzen Ärmeln das Ende schräg verläuft – durch den Schnitt oder den Fall des Ärmels. Unvorteilhaft sind gerade verlaufende Ärmel, denn sie verbreitern mit ihrer horizontalen Linie optisch die Stelle, an der sie aufhören.
Die Ärmellänge ist wichtig

Lass Ärmel überall enden, wo du Blicke hinziehen möchtest. Also vielleicht nicht direkt auf Brusthöhe, sondern in der Taille, auf Gürtelhöhe oder kurz über der Hüfte.

Negatives Beispiel für eine Pattentasche auf der einen Brust, die den Blick direkt auf die Brust lenkt
Farben und Muster und die Frage, ob Querstreifen bei großem Busen ungünstig sind

Muster haben Vor- und Nachteile. Grundsätzlich tragen sie eher auf und lenken Blicke auf sich. Sie überspielen aber auch Details des Körpers, lenken also vom Busen an sich ab. In den Beiträgen Muster in Kleidung – die Grundlagen und Blumenmuster tragen: So kombinierst du sie findest du mehr dazu.
Und ja: Längsstreifen strecken natürlich mehr als Querstreifen … mehr dazu im verlinkten Beitrag … Und große Muster tragen eher auf als kleine – kommt dabei aber auch auf den Rest des Körpers der Person an – siehe Kasten oben.

Muster tragen erheblich weniger auf, wenn sie mit einfarbigen Teilen kombiniert werden, die eine vertikale Linie bilden. So nimmt man vom Oberkörper fast nur den sichtbaren Musterteil wahr und der Oberkörper wirkt erheblich schmaler, als wenn man das Muster am kompletten Oberkörper sieht. Und schon tragen Querstreifen gar nicht mehr auf.

Dunkle Farben lassen Formen optisch zurücktreten und betonen Rundungen weniger als helle Farben. Deshalb kannst du einen großen Busen besser mit dunklen Farben kaschieren als mit hellen. Wenn ich helle Oberteile trage, setze ich Muster zur Ablenkung ein.

Nur mit guter Unterwäsche sitzt die Oberbekleidung

Am besten sehen Oberteile aus, wenn darunter ein BH getragen wird, der beide Brüste einzeln umschließt und in Richtung der Brustmitte sowie nach oben stützt. Ob das ein Sport-BH ist wie auf dem Foto, ein Body, ein Bügel-BH oder ein anderes Modell ohne Bügel, spielt dabei keine Rolle.
Minimizer sehen zwar von der Seite schlanker aus, haben aber von vorne den Nachteil, dass die Brüste seitlich oft über den Brustkorb hinaus platt gedrückt werden. Das lässt den Oberkörper massiger aussehen.
Am unvorteilhaftesten finde ich Modelle mit Monobrust-Effekt, bei denen der natürliche Abstand der Brüste nicht zu sehen ist. Dieser Effekt entsteht auch leicht, wenn man über einem BH mit separaten Cups ein enges Unterhemd oder Top trägt. Vermeiden lässt sich das mit einem Unterhemd aus leicht fallendem Viskose- oder Seidenjersey und locker geschnittenen Shirts und Blusen.
Welche Erfahrungen hast du mit Shirts und Blusen bei großer Oberweite gemacht? Hast du einen Tipp, der dir besonders gut hilft?
Kaffeekasse: Du magst meine Beiträge und schätzt meine Arbeit? Über einen virtuellen Kaffee via PayPal => Ines’ Kaffeekasse freue ich mich. Herzlichen Dank!
Newsletter: Du möchtest über neue Blogbeiträge per E-Mail informiert werden? E-Mail-Adresse eintragen => Blog-News bekommen!
Eine Antwort auf „Tipps für Shirts und Blusen bei großer Oberweite“
Über den Monobrust-Effekt habe ich mir noch nie Gedanken gemacht – aber ich trage im Winter gerne Tops und enge T-Shirts unterm Pulli 😬. Da werde ich zukünftig jetzt immer ein Auge drauf haben. Wer will schon mit einer Monobrust herumlaufen 😄
Liebe Grüße!