Werbung wegen Namensnennungen ohne Auftrag
Im Juni haben Nicole und ich bei ihr im Blogtalk über Sommervorlieben und -abneigungen gesprochen. Heute erfüllen wir mit dem Talk den Wunsch von Caro und unterhalten uns über Handtaschen.
Im Juni haben Nicole und ich bei ihr im Blogtalk über Sommervorlieben und -abneigungen gesprochen. Heute erfüllen wir mit dem Talk den Wunsch von Caro und unterhalten uns über Handtaschen.
Im April haben Nicole und ich bei ihr im Blogtalk über Hobbys gesprochen. Heute wird es wirr oder geradlinig: Es geht um Muster.
Heute erfüllen Nicole vom Blog Life with a glow und ich mit dem Blogtalk den Wunsch einer Leserin.
„Interessieren würde mich Deine Meinung dazu, dass viele Blogger(innen) inzwischen zu Bezahlplattformen mit Abomodellen wechseln und ihren Content so nur noch einem „elitären Kreis“ zur Verfügung stellen. Bei Dir gibt es die Trinkgeldkasse – aber eben auf freiwilliger Basis. Und das wahrscheinlich aus Gründen, oder?“
biberkreativ
Ines: Über kurz oder lang wollen die meisten Blogger_innen, die viel Zeit in ihren Blog investieren, damit Geld verdienen – auch wenn es als Hobby begann. Seit 2020 ist es erheblich schwieriger geworden, lohnenswerte Kooperationen an Land zu ziehen und einen Blog zu monetarisieren.
Das liegt an den gekürzten Marketingbudgets und der Verlagerung der Anzeigen auf andere Plattformen wie Instagram und TikTok. Nichtsdestotrotz ist es auch im Jahr 2026 noch möglich, mit einem Blog Geld zu verdienen.
Mit meinem Blog meyrose – fashion, beauty & me erziele ich aktuell Einnahmen über die Kaffeekasse, bezahlte Anzeigen von Firmen in Form von Blogbeiträgen und über Ausschüttungen von VG Wort.
Affiliate-Links nutze ich seit 2020 nicht mehr, weil sie sich nicht gelohnt haben – zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag. Und dann ist da auch die Sache mit dem Tracking. Das passte für mich nicht mehr.
Nicole: Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, habe ich mir das Erlangen von Kooperationen viel einfacher vorgestellt. Ich habe vorher gastgebloggt und da wirkte es so leicht.
Ich nutze aktuell VG Wort, Affiliate-Links und wünsche mir faire und gute Kooperationen/Anzeigen. Das alles reicht nicht zum Überleben, was es bei mir aber auch nicht muss zum Glück. Dennoch würde es mich natürlich sehr freuen.
Allerdings sind Zahlen meiner Meinung nach stark in den Fokus gerückt. Das ist einerseits verständlich, aber mir geht es oft zu Lasten der Glaubwürdigkeit.
Ines: Du hast leider exakt zu dem Zeitpunkt 2020 mit Bloggen begonnen, als der Markt zusammengebrochen ist. Ich habe kürzlich meine Ordner aufgeräumt und bin die Kooperationen von 2015-2019 durchgegangen. Das war ein Paradies im Vergleich zu heute. Leider hat sich der Markt nicht wieder erholt. Dein Eindruck 2020 auf die Vergangenheit geblickt war richtig – als Ableitung auf die Zukunft falsch.
Die Zahlen standen übrigens schon immer im Fokus. Die Gegenleistung für Kooperationen hängt von der Reichweite ab. Ohne Reichweite macht Werbung keinen Sinn. Aber natürlich ist es wichtig, dass die richtige Zielgruppe über den Blog erreicht wird und dass die Werbung glaubwürdig ist – also zur Bloggerin passt.
Ines: Feste Anzeigen, die zu mir passen, würde ich sofort wieder in meinem Blog schalten, wenn sie pauschal bezahlt werden und nicht über Klicks. Mit solchen Bannerschaltungen habe ich jahrelang sehr schöne Einnahmen erzielt. Leider hat keiner mehr Interesse daran, obwohl mein Blog die gleiche Reichweite wie damals hat. Auch das ist den Einsparungen bei den Marketingbudgets zum Opfer gefallen.
Was es bei mir nicht geben wird, sind dynamische Anzeigen, die über Affiliate-Partner geschaltet werden, bei denen man nur wenig Einfluss auf das hat, was gerade beworben wird. Die finde ich furchtbar.
Nicole: Die dynamischen Anzeigen sind schrecklich.
Nicole: Da ich sehr häufig auch Dinge zeige, die hier schon länger wohnen, ist das Aufwendigste an den Affiliate-Links, die Dinge zu finden. Das würde ich mit ca. 30 Minuten pro Tag im Durchschnitt beziffern, wobei sich ja Outfits oder Teile wiederholen, die dann schon vermerkt sind.
Der eigentliche Einbau in den Blog geht über mein aktuelles Affiliate-Programm ruckzuck. Bei Collagen dauert es etwas länger. Da hoffe ich, dass die sich noch ein wenig bewegen und das Erstellen einfacher machen. Mir macht das bisher Spaß. Nur wenn ich kein Pendant finde, dann bin ich frustriert.
Ines: Das ist ganz schön viel Zeitaufwand. Hoffentlich belohnen das deine Leserinnen mit Käufen über die Links. Ich denke mal, dass du dir die Arbeit nicht machen würdest, wenn es sich nicht lohnen würde.
Bis 2020 habe ich das Partnerprogramm von Amazon genutzt. Das war praktisch, weil sich Buchcover und Produktbilder darüber visualisieren ließen. Finanziell hat sich das nicht gelohnt und mir war der Aufwand mit dem Erstellen der Partner-Links und der umsatzsteuerlichen Abrechnung über Luxemburg zu mühsam. Das stand in keinem Verhältnis.
Nicole: Der Zeitaufwand ist wirklich groß. Meist mache ich das aber gerne, weil ich hoffe, die Leserinnen so auch zu unterstützen. Reich werde ich damit nicht. Bei Amazon hatte ich mich auch angemeldet. Da das aber auch über meinen Affiliate-Partner geht, ist es so einfacher und bleibt in einer Hand.
Ich würde mir wünschen, dass größere Händler generell so etwas anbieten, weil ich glaube, dass das durchaus ein Markt ist, auch wenn es für uns nicht sooo umsatzstark ist.
Ines: Es gibt bei mir seit 2024 beides; zuvor waren es nur eigene Texte. Wenn der Text von der Agentur geliefert wird, steht Von Gastautor_in als Verfasser_in beim Beitrag. Wenn da Ines steht, habe ich ihn geschrieben.
Eigene Texte mag ich lieber, weil sie besser zu mir passen. Wenn der vorgegebene Text gut ist, veröffentliche ich auch gerne einen fremden – das macht viel weniger Mühe. Das ist ein Punkt, in dem sich meine Einstellung geändert hat.
Ines: Du möchtest selbst gerne Geld mit deinem Blog verdienen. Wie gehst du in der Hinsicht mit anderen Blogger_innen um? Bezahlst du dort für Content, Werbefreiheit oder spendierst mal einen Espresso? Warum gibt es bei dir keine Kaffeekasse?
Nicole: Ich habe ein bisschen auf diese Frage gewartet ;). Ich lese bisher keine Blogs, die eine Paywall verwenden, so, wie ich bisher keine Kaffeekasse habe. Es gibt so viele Abo-Modelle mittlerweile, dass ich Paywalls schwierig finde …
Bisher lese ich (so glaube ich) nur bei dir mit der Kaffeekasse und du bekommst gerne einen Espresso, wenn wir uns treffen. Eine andere Bloggerin (wo ich inzwischen weniger lese), hat sich mir zu offensichtlich aufs Geld konzentriert.
Ich verstehe das, aber es ist mir zu platt, wenn nach jedem Absatz ein Angebot kommt. Weißt du, wie ich meine? Für Werbefreiheit zahle ich nicht – siehe Abo-Modelle. Warum ich keine Kaffeekasse habe, frage ich mich manchmal auch. Ich habe da eine Hemmschwelle. Warum auch immer.
Ines: Kaffeekassen gibt es auf den Blogs in meiner Leseliste viele, da ist das total üblich. Es sind aber keine Modeblogs.
Wenn nach jedem Absatz ein Werbeblock für die eigene Dienstleistung oder eine Zahlungsaufforderung kommt, bin ich auch genervt. Den Blog entfolge ich züzig, wenn sich das so entwickelt.
Letzte Woche habe zum ersten Mal auf einem Blog beim Cookie-Banner gesehen, dass ich die Werbung und personalisiertes Tracking für 3,99 Euro im Monat ausblenden lassen kann, wenn ich bei contentpass Mitglied werde. Die damit erzielten Einnahmen aus dem Abo verteilt contentpass an die Publisher je nach Artikelaufrufen. Für den monatlichen Betrag kann man weitere Mitgliedsseiten werbefrei ansehen.
Dass besagter Blog in den letzten Monaten verstärkt mit Werbebannern und Video-Anzeigen bestückt war, ging mir schon auf den Keks. Zehn Werbebanner in einem Monatsrückblick sind mir zu viel. Dieses Pressing war wohl die Vorarbeit dafür, die Leser_innen zum Bezahlen für Werbefreiheit zu bringen. Bei mir hat es zu etwas anderem geführt: Ich habe den Blog, den ich seit 2013 durchgehend gelesen habe, aus meiner Leseliste entfernt.
Nicole: Ich sehe es mit der Werbung wie du: Es ist manchmal einfach drüber und ich lese dann auch nicht mehr weiter. Vor allen Dingen dann nicht, wenn ich weiß, dass derjenige ohnehin gut mit Kooperationen dabei ist. Wo ich mich immer mitfreue, aber wenn ich nur noch Dollarzeichen sehe, geht mir die Persönlichkeit verloren.
Ines: Ja, ab und an. In jedem Fall zeige ich meine Wertschätzung der Blogger_in gegenüber, wenn ich einen Blog gerne lese oder mir ein Artikel besonders gut gefällt. Die ist nicht immer monetär. Auch einen Kommentar zu schreiben, ist eine Form der Wertschätzung und schenkt der Person etwas.
Ines: Nein. Und das beantwortet auch die Eingangsfrage von biberkreativ, warum ich die Kaffeekasse als freiwillige Bezahloption anbiete: Ich strebe maximale Seitenaufrufe und Klickzahlen des Blogs an. Das sorgt für eine optimale Sichtbarkeit in Suchmaschinen und KI-Suchergebnissen. Der Blog meyrose – fashion, beauty & me ist ein Firmenblog, kein Privatvergnügen. Ich möchte darüber Kund_innen für meine Imageberatung image&impression gewinnen.
Würde ich bestimmte Inhalte hinter eine Paywall setzen, wäre mir die Gefahr zu groß, damit regelmäßige Leser_innen zu verschrecken. Außerdem sollen potenzielle Kund_innen einen möglichst umfassenden Eindruck von meiner Arbeitsweise und meiner Person erhalten, um sich zum Beispiel für eine Farbberatung in Hamburg bei mir zu entscheiden.
Trotzdem freue ich mich natürlich riesig, wenn die Inhalte freiwillig entlohnt werden, wenn sie jemandem weiterhelfen. Für meine Stammleser_innen schreibe ich gerne und habe schon sehr viele Beitragswünsche erfüllt. Diese finanzielle Wertschätzung ist ein (kleiner) Teil meines Einkommens.
Nicole: Ich weiß (und schätze das sehr), dass du ein gerader Mensch bist. Bist du dennoch in den langen Jahren deiner Blogzeit eine Kooperation eingegangen, hinter der du nicht gestanden hast?
Ines: Es gab und gibt Kooperationen, die ideal zu mir passen. Natürlich waren in den vielen Jahren welche dabei, wo ich später gedacht habe, dass ich heute nicht mehr hinter dem Produkt stünde. Aber das ist eher im Rückblick so zu sehen. In dem Moment war das immer passend für mich. Als ich die Kooperationen von 2015-2019 durchgegangen bin, war ich im Nachhinein ganz schön stolz, für wie viele wirklich große, bekannte Firmen ich schon werben durfte.
Für Firmen haben Anzeigen und Kooperationen über Produktvorstellungen auch heute den großen Vorteil im Vergleich zu schnelllebigen Socials, dass die Beiträge jahrelang über Suchmaschinen und KI gefunden werden.
Ein Blogbeitrag hat erheblich mehr Substanz als ein Bild im Feed, ein Reel, Karussell Post oder eine Story in den Socials. Es ist wirklich schade, dass Firmen das offenbar anders einschätzen und es nur noch so wenig direkt bezahlte Werbung in Blogs gibt.
Da Jammern unsexy ist, wenden wir uns lieber der Zukunft zu und sehen zu, dass wir und unsere Leser_innen Freude an unseren Blogs haben und für uns das Aufwand-Nutzen-Verhältnis passt, oder? Im Zuge der ständigen Veränderungen in der digitalen Welt kann ich mir vorstellen, dass Blogs tatsächlich nochmal wieder trendy werden.
Nicole: Ich verstehe diese Einschätzung von Firmen auch nicht. Genauso wie ich immer noch finde, dass Werbung ehrlich sein sollte. Du kannst mit Sicherheit stolz sein und ich freue mich mit dir. Und wäre es auch gern.
Ich denke auch, dass Blogs nicht weg sein werden. Denn in dieser schnelllebigen Zeit sind ruhige und konstante Dinge besonders wertvoll. Ich mag und mochte Blogs. Schon immer. Auch oft lieber als Zeitschriften, weil viel tiefer erklärt wird. Darum gehen wir weiter unseren Weg mit unseren treuen und neuen Leserinnen und bleiben uns treu – im doppelten Wortsinn :).
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Im November haben Nicole und ich bei ihr im Blogtalk über Haare gesprochen. Heute wird es bunt, es geht um Farben. Hast Du Themenwünsche? Bitte kommentieren. Viel Spaß beim Lesen!

Nicole: Generell finde ich Farben oder Farbe sehr wichtig. Auch wenn das doof klingt: Sie machen das Leben bunter. Den Kleiderschrank, das Essen, die Natur. Auch wenn es welche gibt, die ich nicht mag oder nicht trage. Ich mag mir nicht vorstellen, dass mein Leben farblos wäre. Hast du eine außerberufliche Beziehung zu Farben?
Ines: Unbedingt! Ich liebe Farben! Klar gibt es welche, die ich nicht schön finde, aber ich liebe die Vielfalt der Farben an sich auf dieser Welt. Ich bin dankbar, dass ich Farben sehen und damit arbeiten darf.
Nicole: Diese Frage kann ich nicht mit einem Wort beantworten. Ich mag Lila, Pink. Wenn es nur eine wäre, dann wäre es wohl Blau. In vielen Schattierungen. Ist es bei dir Orange? Unterscheidest du wie ich zwischen Kleidung und Leben?

Ines: Spontan war meine Antwort auf die Frage nach der Lieblingsfrage lange Zeit Rot. Dann kam Dunkelblau. Seit einigen Jahren hat Orange in der Praxis Rot den Rang abgelaufen. Daher lautet die Antwort heute Orange und Dunkelblau. Diese Farben spiegeln sich stark in meiner Kleidung wieder neben Braun.

Bei Farbvorlieben unterscheide ich zwischen Kleidung und dem restlichen Leben. Mal davon abgesehen, dass ich keine schwarzen Autos mag, ist mir die Farbe meines Autos ziemlich egal. Im privaten Wohnbereich bevorzuge ich warme Beige-Brauntöne mit Holz und Leder.

Im Büro habe ich gerne kühles, sachliches Grau und Blau mit Farbtupfern um mich. Im Küchen- und Essbereich sind kühle Rottöne mit Weiß und Buchenholz kombiniert mit einem bisschen Pink-Magenta-Bunt dabei.




Nicole: Ich habe ein pinkfarbenes Kleid und liebäugele mit einer lilafarbenen Strickjacke. Blau gibt es viel. Im Lebensraum mag ich gerne Grau, Weiß, Braun und Beige. Im Kleiderschrank auch. Aber das sind für mich irgendwie andere Lieblingsfarben. Bei Blumen mag ich Pink. Da findet es sich. Aber ich brauche es tendenziell überall ruhig. Das klingt vielleicht schräg. Vielleicht finde ich ein Abendkleid in Lila.

Nicole: Wenn ich sie ansehe, sie einfach da sind, mich und meinen Blick ruhen lassen. Pink macht zwar fröhlich, aber es ruft einen immer an. Weißt du, wie ich meine? Ich wollte mal eine ochsenblutrote Wand. Aber dann fand ich das wild.
Ines: So verstehe ich, was du meinst. Ich dachte erst, du würdest Pink ruhig finden. Das hat mich irritiert. Ach ja, die berühmte ochsenblutrote Wand aus den Nuller- und 2010er Jahren … Ich kenne bestimmt zehn Leute, die diese Wand hatte. Einige haben sie sich schnell übergesehen, einer hat sie bis heute.

Zurück zu den Farben, die ruhig oder schreiend sind: Rot, Orange, Pink werden von den meistens Menschen als Farben mit hoher Energie und Lebendigkeit verbunden. Die von uns beiden geliebten Blautöne gelten als ruhig.

Trägst du das Kleid in Pink, wenn du Power brauchst oder wenn du dich eh schon besonders lebendig fühlst? Verstärkt Blau deine vorhandene Gelassenheit oder gibt Blau dir Ruhe, wenn deine Seele unruhig ist?
Nicole: Wow, wieder eine richtig gute Frage. Es ist mal so, mal so. Auf jeden Fall ist es Verstärkung. Immer. Wenn ich das Gefühl habe, ich müsste mich selber etwas hochziehen, ob nun im Außen oder Innen, dann kann es der Gegenpol zur Verstärkung einer besseren Befindlichkeit sein.
Komischerweise gibt Beige mir Ruhe. Es entspannt mich. Blau ist Kraft für mich. Eine angenehme Kraft. Auch wenn es andere Ansichten dazu gibt. Das Kleid in Pink ist für mich der Inbegriff von Sommer: Power, Leichtigkeit, Freude, Strahlen.

Aber tatsächlich geben mir das Kleid und auch das Top und die Bluse in Orange mir so einen Kick. Dann denke ich immer, ich sollte mehr Farbe tragen. Ich mag es generell aber immer noch lieber ruhig.


Wie ist das bei dir? Ich habe dich in dem hellen Cordhemd so gefeiert, weil es dich auf eine besondere Weise leuchten ließ. Und auch wenn du Orange trägt, schimmert da für mich etwas durch, was man nicht immer sieht. Das wirkt kraftvoll. Und mit dem dunkelblauen Pulli aus unserem letzten Talk ist das auch zu spüren.

Ines: Du meinst dieses Bild? Der Pulli gibt mir viel, weil alles an ihm für mich stimmt: Farbe, Schnitt, Material ergänzt mit der Erinnerung an einen schönen Urlaubsmoment beim Kauf. Dunkelblau ist für mich auch eine kraftgebende Farbe in der Art von in der Ruhe liegt die Kraft.
Beige steht dir gut, keine Frage. Ich finde aber auch, dass du mehr Farbe tragen könntest. Mehr Apricot, mehr Orange zum Beispiel. Das unterstreicht deinen sonnigen Geist.
Dass es Farben gibt, die mich mehr strahlen lassen als andere und besondere Facetten damit zeigen, empfinde ich auch so. Ich habe eine Hose in vier Farben – Navy, Braun, Taupe, Orange. In jeder der drei fühle und bewege ich mich anders.




Nicole: Ich finde, dass es ein ganz besonderes Blau ist. Auf dem Bild passt einfach alles… Es ist eines meiner Lieblingsfotos von dir.
Ines: Danke – das Blau ist wirklich besonders und ich erinnere den Moment der Aufnahme des Fotos noch genau.
Nicole: Ja und nein. Es gibt Farbkombis, die für mich nur so gehen: (Schuhe ausgenommen) Schwarz und Dunkelblau zum Beispiel. Ich mag es nur leiden, wenn das Schwarz im Oberteil und das Blau im Unterteil ist. Umgekehrt empfinde ich es komisch. Orange und Pink (Kleider ausgenommen) trage ich nur oben. Helleres Khaki eher unten.

Ines: Lustig, Schwarz und Dunkelblau würde ich genau umgekehrt kombinieren. Khaki und Oliv mag ich an den Beinen nicht tragen, nur oben. Es fühlt sich an den Beinen falsch an.
Nicole: Warum trägst du so selten helle Oberteile? Hat das praktische Gründe, ist es eine bewusste Entscheidung?
Ines: Es ist eine bewusste Entscheidung, primär auf dunkle Bekleidung zu setzen, weil sie mir besser steht. Ich bin ein Farbtyp mit den Dominanzen warm und dunkel. Dunkle Farben ergänzen immer einen Teil meiner natürlichen Farben.

Helle Farben kann ich durchaus in Gesichtsnähe tragen, wenn sie warm sind – zum Beispiel das von dir so geliebte Cordhemd in Cremeweiß, Apricot, Lachs oder Beige. Jetzt komme ich zum ABER: Cremeweiß verwäscht sich leicht in grimmeliges Offwhite oder wird Schneeweiß. Dann sehe ich darin aus wie in einem Krankenhausnachthemd.

Bei Beige fehlt mir der Kontrast zu meinen natürlichen Farben, seit meine Haare grau sind. Früher mit dunklen Haaren habe ich Beige getragen und war auch bei Weiß flexibler. In Beige fühle ich mich wie ausgewaschen. Bei hellen Kleidungsstücken schaue ich also sehr genau hin, ob ich die wirklich haben möchte und kombiniere mit Farben, die mir perfekt stehen, zum Beispiel Orange.

Dunkle Oberteile finde ich zudem wirklich praktischer, weil Unterwäsche und Hosen nicht so leicht durchscheinen – das mag ich nämlich überhaupt nicht leiden. Wenn ich helle Oberteile, meine Ringelshirts in cremeweiß-orange zum Beispiel, oder den hellen Hoodie trage, bevorzuge ich dabei undurchsichtige Stoffe.

Außerdem streckt es die Körperlänge, wenn ich am Unter- und Oberkörper ähnliche Farben in Bezug auf die Helligkeit trage. Weil ich wegen meiner im Verhältnis zu den Schultern breiteren Hüften dunkle Hosen bevorzuge, die machen optisch schmaler als helle, kombiniere ich gerne oben dunkle Sachen dazu. Die Kombination dunkel mit dunkel macht mich insgesamt optisch schmaler und länger.
Nicole: Die Argumente kann ich nachvollziehen. Mag dich dennoch gern in hell … Witzig, dass wir so umgekehrt bei Blau, Schwarz und Khaki unterwegs sind.
Ines: Monochrome Looks mag ich sehr gerne. Die Farben müssen nicht exakt gleich sein, eine gewisse Ähnlichkeit reicht. Die Kleidungsstücke werden von den Farben dann so schön verbunden.
Ines: Gibt es! Es ist der Farbbereich Pink-Magenta-Fuchsia-Zyclam.
Nicole: Bei mir ist es Rot. Ganz definitiv Rot. Ich mag es leiden, an anderen Menschen finde ich es toll und ich fühle mich damit blass und verkleidet. Auch, wenn ich mal ein rotes Abendkleid besessen habe. Inklusive farblich passendem Lippenstift. Und Gelb, inklusive Currygelb. Habe ich früher rauf und runter getragen samt Brille. Heute nicht mehr.
Ines: Spannend. Ich möchte dich mal in warmem Korallenrot und in Zinnoberrot sehen – also eher in Orangerottönen. Vielleicht ergibt sich das bei einem Bummel mal. In kühlem Kirschrot kann ich mir dich auch nicht gut vorstellen. Gelb hat bei mir Phasen. Bei dir kann ich es mir mit Petrol als großer Schwester kombiniert auch heute noch gut vorstellen.

Nicole: Das mit dem Petrol ist interessant. Da sind wir wieder bei dem Hamburger Kleid, da waren Petrol und Curry drin. Für dich würde ich Rot beim Bummeln anziehen. Vielleicht verliebe ich mich? Lass uns das im Hinterkopf behalten.
Ines: Wenn ich mich richtig erinnere, trägst du helle Farben lieber im Sommer – dunkle im Winter und versuchst bewusst, die hellen Farben auch in der dunklen Jahreszeit mehr einzusetzen. Stimmt das so? Was löst die Hell-Dunkel-Vorlieben auf und warum hast du das Bedürfnis, bewusst die hellen Phasen zu verlängern?
Nicole: Ja, es stimmt. Vor zwei Jahren habe ich im Sommer bewusst auf helle Farben umgestellt, auch häufig bei Schuhen. Ich empfand mehr Leichtigkeit dabei. Im Winter bin ich ambivalent: ein absolutes No-Go sind im Winter weiße Hosen. Aus Schmutzgründen und weil ich mir einbilde, in ihnen zu frieren. Lange, helle Unterteile trage ich nicht gern im Herbst und Winter. Außer in Beige, besonders bei Röcken und meinem Strickkleid. Aber es muss einen warmen Akzent haben.

Mein Bedürfnis, die hellen Phasen zu verlängern liegt an meinem Bedürfnis nach Licht und Helligkeit. Ich habe das Gefühl, mehr zu leuchten, wenn eine helle Komponente dabei ist und es macht mir die dunkle Jahreszeit leichter und heller. Obwohl ich mich in diesem Jahr das erste Mal dabei erwische, den Herbst gar nicht so schlimm zu finden. Er ist aber auch sehr bunt.
Obwohl ich den Sommer liebe, kauf ich lieber kuschelige Kleidung. Dennoch wird es die Trennung der Hell und Dunkelphasen weiter geben. Es liegt schlicht an den Jahreszeiten.
Ines: Genau deshalb habe ich dir das Kleid gezeigt – aus meiner Sicht deine Farben und nichts, was so es in deinem Schrank gibt. Kommt Zeit, kommt irgendwann Lust auf das Kleid …
Dass helle Schuhe im Sommer mehr Leichtigkeit geben, empfinde ich ähnlich. Als unterschiedlich warm oder kühl von der gefühlten Temperatur empfinde ich helle oder dunkle Farben nicht. Deine hellen Oberteile wirken im Winter angenehm positiv auf mich. Letztes Jahr fandest du den Herbst auch schon nicht so schlimm. Noch zehn Jahre und ihr werdet Freundinnen …
Ines: Das steuere ich nicht bewusst. In der Praxis ergibt es sich, dass mir helle Hosen im Winter zu spritzwassergefärdet sind, ich beschmutze die beim Gehen selbst hinten am Saum, wenn der Boden nass ist. Ansonsten gibt es einige Farben selten bei Winterkleidung.

Meine Hose in leuchtendem Orange würde ich gerne ganzjährig tragen, im Winter ist sie aber zu dünn. Sie ist aus leichterem Stoff als die Schwestern in Blau, Braun und Taupe. So gesehen ist es eher eine Frage von Material und Vorhandensein in der Mode als eine Entscheidung gegen eine Farbe. Dunkle Farben auch im Sommer zu tragen, macht mir gar nichts aus.

Nicole: Ja und nein. Er versucht, bei seiner Krawatte Rücksicht auf mein Outfit zu nehmen, gestern ging das in Ermangelung der passenden Farbe nicht. Das Hemd ist bei förmlichen Anlassen immer weiß.
Bei der Einschulung unserer Tochter waren wir echt ein Thema: Ich trug ein lilafarbenes Etuikleid und er eine Krawatte in Lila. Da gab es den einen oder anderen, der etwas dazu zu sagen hatte. Grundsätzlich mag ich diese Abstimmung sehr gern. Auf Fotos, wenn es denn welche gibt, wirkt das immer sehr harmonisch auf mich.
Interessant finde ich deine Auswahl für Winter- und Sommerfarben, weil ich das auch so fühle. Witzig, dass der Stoff deiner Hose so anders ist. Dein Pulli in Orange, den wir einmal bei einem sehr schönen Treffen gekauft haben, ist eher winterlich kuschelig, oder?
Ines: Hättest du was gesagt – eine cremefarbene oder weinrote Krawatte hätten wir ausleihen können. Dann weiß dein Mann jetzt, was ihm fehlt für den nächsten Ball.
Mein Pulli in Zinnoberrotorange ist aus mitteldünner, glatter Merinowolle. Der ist für Herbst und Frühjahr perfekt. Deshalb trage ich ihn so gerne zur orangefarbenen Hose. Beides ist im Sommer zu warm, im Winter zu kalt.

Ines: Kühle Blautöne greife ich in Tüchern auf. Das Nickituch ist ein Beispiel dafür, wie ich ein leuchtendes, kühles Blau kombiniere. Das funktioniert durch die anderen warmen Farben im Muster.
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Seit Juni 2025 führen Nicole von Life is a glow und ich den Blogtalk, der abwechselnd auf unseren Blogs veröffentlicht wird. Bei mir findest du die Beiträge unter dem Schlagwort Moin! Ines & Nicole reden über …, bei Nicole heißen sie Moin! Nicole & Ines reden über …
Hast Du Themenwünsche? Immer her in den Kommentaren damit! Viel Spaß beim Lesen – und mache dir wie immer vorher einen großen Kaffee oder zwei …

Ines: Sag mal Nicole, hast Du Lust über Urlaub zu plauschen?
Nicole: Aber klar, erstens mag ich ihn, zweitens war das mal mein tägliches Thema.
Ines: Klasse, bin gespannt auf deine Sicht als Freizeit- und Profiurlauberin! Urlaub ist ein Luxus, der sowohl an Urlaubstagen pro Jahr als auch der finanziellen Möglichkeit für Reisen limitiert ist. Urlaub ist für mich immer etwas Besonderes.
Nicole: Profi ist ein großes Wort! Für mich ist Urlaub auch etwas ganz besonders. Es ist ein Gefühl, in das ich eintauchen kann. Es ist eine Auszeit, ein Kennenlernen anderer Dinge. Dazu braucht es einige Attribute. Und was Urlaub für mich nie ist: Inflationär.
Ines: Urlaub ist für mich erst einmal – theoretisch – arbeitsfreie Zeit. Als Selbstständige habe ich seit 2005 nur wenige Urlaubstage ohne Arbeit gehabt. Allerdings versuche ich die Arbeitsanteile möglichst klein zu halten, E-Mails im Bündel zu bearbeiten, nur zu bestimmten Zeiten den Laptop einzuschalten etc.
Ich mache nur das Nötigste, um Kund_innen bei Laune zu halten und Aufträge für nach der Urlaubszeit zu sichern. Es gibt zwar immer wieder auch mal geschäftliche Termine in der Urlaubszeit, so ich zu Hause bin, aber ich bin in diesem Jahr dank eines Coachings viel besser darin geworden, meine Urlaubszeit davor zu schützen.
Wenn ich jetzt hier mit dir über Urlaub spreche, denke ich an Reisen. Urlaub ist für mich eine Abwechslung vom Alltag, ein Perspektivwechsel, frische Luft für Körper und Seele. Das Kennenlernen anderer Dinge ist dabei eher ein Nebeneffekt als ein Ziel. Das Entdecker-Gen fehlt mir.
Nicole: Ich finde, dass wir durch dieses ständige online sein oder die Möglichkeit dazu zu haben, den Urlaubsbegriff oft verwässern. Denn es ist nie nur ein mal eben. Darum finde ich es gut und sehr wichtig, dass du dir das mehr und mehr verinnerlichen kannst.
Kennenlernen ist für mich kein Abhaken von Sehenswürdigkeiten (mehr). Sondern das Erspüren einer Stadt. Ich bewege mich gern auch ein wenig abseits von Touristenströmen. Und freue mich, wenn ich einheimische Menschen sehe und erlebe. In Jerewan war das besonders eindrucksvoll.
Orte, die ein besonderes Flair haben, besuche ich wirklich gern mehrfach. Auch, weil man es dann jedes Mal anders erlebt. Ich lerne gerne neue Destinationen kennen, das macht das Wiederholen manchmal schwierig.
Bei unseren Badeurlauben auf Mallorca und jetzt Kos ist es dieses behagliche Gefühl der sofortigen Erholung und dass das Hotel einfach stimmt.
Mallorca war zu Ende, als sich das Publikum im Hotel verändert hat und auch der Strand nicht mehr schön war.
Ines: Das stimmt, man wird täglich rausgerissen aus dem Urlaub, wenn man aufs Smartphone schaut. Das Gefühl des Erspürens einer Stadt kann ich verstehen. Mir ist das in Großstädten schnell zu viel an Eindrücken. Ich erkunde lieber kleine Orte neu.
Neue Destinationen kennenzulernen ist mir nicht grundsätzlich wichtig. Dass sich das in den letzten Jahren bei uns ergeben hat, ist mehr weg von als ein hin zu. Wir hatten nach den Veränderungen durch die Corona-Zeit keine Lust mehr auf Sylt und Timmendorfer Strand/Niendorf. Deshalb haben wir neue Ziele erkundet – Krautsand, Kappeln, Glückstadt und Eckernförde. Gewonnen haben Krautsand und Eckernförde als neue places to be für uns.
Grundsätzlich buche ich an einem Ort gerne dieselbe Unterkunft, wenn alles passt. Bis es soweit ist, werden schon mal verschiedene Unterkünfte im Ort gebucht. Ich mag es zu wissen, was mich am Urlaubsort erwartet. Ich stehe generell nicht auf Überraschungen. Mit Bewährtem und Bekanntem vor Ort keinen Stress zu haben, ist für mich Teil der Erholung. Die setzt dann schneller ein. In dem Punkt empfinden wir offenbar ähnlich.
Nicole: Es kommt tatsächlich auf die Destination und das Ziel des Urlaubs an. Seit die Kinder nicht mehr als kleine Kinder bzw. kaum mitfahren, haben sich die Prioritäten ein wenig verschoben. Ich sehe gerne Neues, was hier momentan bei Badeurlaub mit unserem neuen Sehnsuchtsort kollidiert. Das Reiseziel darf gern neu sein, Abenteuerurlaub mag ich aber nicht.
Beim Badeurlaub ist mir ein gutes Hotel, das nahest am Strand ist wichtig. Adults only gefällt uns sehr, nachdem wir viele Jahre in Familienhotels unterwegs waren. Ich mag tolle Pools, weil ich dort immer liege und nur zum Strand gehe und im Meer bade. Genug Sonnenschirme sind ein Must have. Da kann es dann auch, wie in diesem Jahr passieren, dass wir unseren Radius um das Hotel herum klein halten.
Bei Städtereisen wähle ich das Hotel gern nach zentraler Lage oder nahem Öffi-Anschluss aus. Schwimmbad finde ich gut, ist aber kein Muss. Ich mag es, Frühstück im Hotel zu haben, wenn man sich nicht gut auskennt oder die Stadt es nicht direkt hergibt, in Jerewan war das zum Beispiel so. Hungrig auf der Suche nach Frühstück zu sein finde ich schwierig, obwohl es immer besser wird. Vor allen Dingen, wenn es echte Metropolen sind.
Städte auf anderen Pfaden als den touristischen zu erkunden, mag ich mittlerweile sehr und habe dort einen tollen Reiseführer gefunden. Sehenswürdigkeiten gehören dennoch dazu. Ich finde es schön, mich auch treiben zu lassen, in einem Café zu sitzen und die Leute zu beobachten. Im Sommer gehe ich nicht gern in Museen. Gibt es etwas Kulturelles, dann bin ich dabei.
Ines: Urlaube werden hier nicht akribisch geplant. Ich mache ein paar Restaurantreservierungen kurz vorher für Wochenenden, weil die Restaurants voll sein können und wir mit Mona einen guten Tisch haben möchte am Rand. Ansonsten lassen wir uns treiben.
Als wir 2019 zum Wandern im Harz waren, habe ich vorher zwei Wanderführer/Reisebücher gelesen und Touren um Bad Harzburg herum herausgesucht, die von Länge und Schwierigkeitsgrad in Frage kamen. Aus denen haben wir dann spontan vor Ort ausgewählt. Das hatte für mich nicht nur mit Planung, sondern mit Einstimmung auf den Urlaub zu tun. Genauso haben wir das 2004 auf Madeira und 2005 auf Gomera gehalten.
Nicole: Das kommt drauf an. Als die Kinder noch mitgefahren sind und zu alt für Kinderermäßigung waren, da waren Fewos der Favorit. Auch aus Kostengründen. Eigentlich mag ich aber lieber Hotels.
Ines: Beides
Beide: Ganz klar mit!

Beide: Meer, auch wenn wir Berge mögen.
Nicole: Süden, du weißt, ich mag den Sommer… obwohl es auch im Norden schön ist.
Ines: Norden.
Nicole: Unterschiedlich. Ich unternehme gerne etwas, aber ich finde chillen wie in diesem Urlaub auch superschön. Und manchmal macht es die Mischung.
Ines: Immer mit Unternehmungen, aber chillen gehört dazu.
Ines: Das Hotel hätte maximal 3 Stockwerke mit hohen Räumen. Im Zimmer muss der Boden aus hygienischen und optischen Gründen glatt sein, im Idealfall ist er mit hellem Holzparkett belegt.
Das Bett ist 2 x 2 m breit, hat keine Stoffelemente und nach innen versetzte Füße. Die Bettdecke ist fluffig, der Bettbezug ist unten richtig verschlossen. Es gibt Kissen zur Auswahl.
Eine Uhr ist im Zimmer, die ich nachts ohne Licht ablesen kann, damit ich das Smartphone ausstellen kann. Ein Sofa oder Sessel mit Fußhockern lädt mich zum Lesen ein. Ein kleiner Beistelltisch ist fein.
Der Blick vom dazu gehörenden Balkon geht direkt aufs Wasser. Die Sonne scheint maximal morgens ins Zimmer. Die Fenster sind bodentief, haben Fliegengitter und können geöffnet werden. Es gibt Plissees, keine Vorhänge. Das Bad ist groß, hat ausreichende Ablageflächen und einen gut beleuchteten Spiegel.
Es gibt nur Dinge mit Funktion in den Räumen oder anders ausgedrückt: keine Deko! Das höchste der Gefühle wären Bilder an der Wand mit schönen Fotos aus der Gegend, in der ich mich befinde.
Das Hotel hat einen Pool, in dem man schwimmen kann, und einen Saunabereich. Ich könnte jetzt noch eine Stunde ins Detail gehen. Reicht dir die Antwort?
Nicole: Ja, das ist richtig gut und vieles davon teile ich. Abstellfläche im Bad ist ein Thema. Und ich mag ECHTE Kleiderschränke MIT Türen.
Ines: Schließbare Kleiderschränke mag ich auch lieber, wenn ich mehr als eine Nacht irgendwo bin. Sonst sieht es so unordentlich im Zimmer aus. Und ein Schuhanzieher gehört in eine Unterkunft. Am ehesten kommt das Elbressort auf Krautsand mit einer Mischung aus dem BeachSide in Eckernförde daran. Immerhin haben beiden keine Deko.
Nicole: Für ein Badehotel ist das Hotel auf kos nahe dran. Wenn sie noch dünne Bettdecken anschaffen. Dieses Getüddel mit Laken nervt mich. Schuhanzieher finde ich auch wichtig. Und genug Kleiderbügel, eine kleine Kaffeemaschine auf dem Zimmer und kostenloses Wasser. Ansonsten ist noch nicht alles super. Obwohl mir unsere letzten beiden kleinen Hotels toll gefallen haben den bei Städtereisen.
Auf unserer Hochzeitsreise damals hat mich das Hotel in Hong Kong gecatcht: Das Doppelbett war mit Blick auf den Hafen durch bodentiefe Fenster und hatte eine leichte Federdecke. Aber das ist 30 Jahre her. Und das Bad war ein Traum.
Ines: Dieses Decken- ohne-Überzug-Laken-Modell ist für mich ein Grund, nicht in Länder zu reisen, in denen so geschlafen wird. Furchtbar ist das! Ich mag weder eingeklemmte Füße noch mit meiner Haut die Decke ohne Überzug berühren. Eine Erfindung aus der Schlafhölle ist das.
Ines: Richtig grottige Hotels hatte ich leider schon öfter, zuletzt 2022 in Berlin. Das schlimmste Hotel war 1999 in Spindlermühle in Tschechien zum Skilaufen. Ein Alptraum von A-Z.
Nicole: Gemessen an meinen Reisen waren es nur vier. Jedes für sich schlimm: In Bochum mit Jugendzimmer Klappbetten, auf Antigua in schmutzig und ohne Fenster im Bad und eines in Miami. Da habe ich aber immerhin wegen Jetlag den schönsten Sonnenaufgang gesehen.
Ines: Gemessen an der Anzahl deiner Reisen geht das wirklich noch. Ärgerlich ist dennoch jedes einzelne Mal.
Ines: Um damit nur einmal richtig luxuriös zu verreisen, ist es mir das Geld nicht wert. Nehmen wir an, ich habe 2000 Euro Urlaubsbudget fürs Jahr. Dann würde ich das Geld nicht für vier Nächte in einem Urlaub auf den Kopf hauen. Ich würde es für 1 x 7-10 Tage und 2 x 3-7 Tage, also eher 20 Tage in Summe, verteilen. Luxus ist eh relativ. Die Hotels und FeWos, die ich buche, findet eine schon sehr luxuriös, während der andere das normal findet.
Meine Maxime lautet: Ich möchte im Urlaub nicht mehr schlechter wohnen als zu Hause. Ich möchte keine liebevoll vom Besitzer in jahrelanger Arbeit persönlich renovierte FeWo mit 1980/90er-Charme mehr mieten oder in einem Hotel mit ollem Teppichboden und schraddeligem Sanitärbereich unterkommen. Wir verreisen seit 2021 ein paar Tage weniger im Jahr als früher und gönnen uns in der Zeit etwas, das uns wirklich zusagt.
Nicole: Meine Maxime ähnelt deiner und würde ich damit ergänzen mögen oder etwas besser. Es ist Urlaub. Ich finde sehr wichtig, dass Urlaub durch Erschwinglichkeit, auch wenn sich das gerade wieder ändert, nicht seine Bedeutung verliert oder inflationär wird. Natürlich sollte man an sich und die Mitreisenden keine höheren Erwartungen hegen. Das geht in der Regel schief. Aber wenn ich sehe, mit welchen Gesichtern Menschen in ihrem Urlaub herumlaufen, dann finde ich das traurig.
Ines: Oh, Verreisen mit Freunden kann seine Tücken haben. Habe ich schon gemacht, war von großartig bis blöd und würde ich heute nur noch mit getrennten Wohneinheiten wollen. Mein Rhythmus passt nicht zu denen anderer Menschen und meine Essensvorlieben sind andere.
Man kann sich sehen, sich treffen, aber nicht 24/7 gemeinsam verbringen. Das geht ja schon damit los, ob man mit Wäschepaket oder ohne bucht und die FeWo/Haus hinterher selbst reinigen möchte oder nicht.
Nicole: Wir sind einmal mit Freunden gereist. Außer der nächtlichen Bustouren nach Paris und einer Büroreise.
Getrennte Zimmer sind Pflicht. Und trotzdem ist man dennoch auch verpflichtet. Ich gestalte meinen richtigen Urlaub lieber allein mit meinem Mann/den Kindern. Bei Kurzreisen/Städtereisen ist das was anderes.
Ines: Reisen buche ich online oder telefonisch nach Onlinerecherche. Wir verreisen privat aktuell nur im Umkreis von etwa 200 km um unseren Wohnort mit dem Auto. Dafür brauche ich kein Reisebüro. Flüge, 2017 den letzten, oder Bahnfahrten buche ich online.
Würden wir eine Reise außerhalb Europas machen und vielleicht viele Dinge dazu buchen wollen, würde ich im Reisebüro buchen. Das sehe ich heute noch als deren Kompetenz. Du bis Reiseverkehrskauffrau und hast bis 2019 in einem Reisebüro gearbeitet. Wie buchst du eure Reisen heute?
Nicole: Da ich mich immer noch gut auskenne, buche ich die normaleren Reisen online selbst. Wenn es komplizierter wird, sprich umfangreicher oder wie in diesem Jahr mit verschiedenen An-/Ab- oder Rückreisen, dann buche ich bei einer meiner alten Kolleginnen im Reisebüro.
Das würde ich auch jedem raten, der sich unsicher fühlt oder es das erste Mal versucht. Wenn dann etwas ist, hat man einen kompetenten Ansprechpartner und Unterstützung. Auch bei Visa- und Einreisebestimmungen kann das gut sein. Sowas fällt online oft hinten über.
Nicole: Es gab mehrere, nicht die eine. Der Bedeutung – und nicht des Ziels – wegen, war es unsere Hochzeitsreise. Denn das war ein für uns besonders besonderer Urlaub im Budget und Ziel.
Die Reise nach New York war sehr besonders, der Stadt und der Erlebnisse wegen und weil es nach den Kindern der erste Urlaub zu zweit war. Rom war toll, Kos wegen der neuen Urlaubssituation schön.
Es gab wenige Urlaube, die dieses Kriterium für sich betrachtet, nicht erfüllt haben. Weil jeder Urlaub der für mich und uns zu der Zeit DER schönste Urlaub war. Und ich allen anderen unrecht täte.
Ines: Bei mir waren nicht alle Urlaube so toll. Unterkunft, Wetter, Essen – da habe ich im geringeren Preissegment bis Anfang 30 schon Einiges erlebt. Die Stimmung hat das mal mit Humor und mal schlechter weggesteckt. Nach Reisen habe ich mich schon oft gefragt, wofür ich mir das überhaupt angetan und das Geld dafür bezahlt habe.
Unsere Hochzeitsreise war auch mein schönster Urlaub. Aber wegen der Destination, nicht des Honeymoons. Wir wollten gar keine typische Hochzeitsreise machen, sondern einfach einen besonderen Urlaub nach einem extrem harten Jahr mit der Krebserkrankung und dem Tod meiner Mutter und dem Umzug in unser Haus samt Renovierung und zwei Vollzeitjobs mit reichlich Überstunden buchen.
Es gab ein Upgrade beim Reiseveranstalter für Hochzeitspaare. Das haben wir mitgenommen und vorher schnell geheiratet – oder so ähnlich. Jedenfalls hatten wir zwei traumhafte Wochen in Funchal auf Madeira in einem tollen Hotel mit perfektem Meerblick, köstlichem Essen – Papageifisch, nie wieder so gut gegessen – und traumhaften Wanderungen. Da fliegen wir nicht wieder hin, weil es nie wieder so schön sein kann. Zwei andere Traumurlaube waren Sylt 2007 und 2014. Da stimmte einfach alles und ich war schon sehr oft dort.
Nicole: Mir ist während unseres Gespräches aufgegangen, dass bis auf ganz wenige Reisen (hatte ich Antigua erwähnt?) alles in unserem Rahmen und zu der Zeit richtig war. Und ich verstehe, dass man etwas nicht wiederholt. Genauso, wie man vielleicht noch etwas ergänzen möchte.
Paris war zum Beispiel toll, es nochmal zu machen, weil die Stadt sich noch schöner entwickelt hat. Mallorca haben wir nach Jahren gelassen, weil das Hotel und der Strand immer schlechter wurden. Leider. Und wir wollten, dir ähnlich, die schönen Erinnerungen bewahren.
Nicole: Deutschland, Frankreich, Italien, Türkei, Marokko, Norwegen, Portugal, Spanien, Griechenland, Israel, Benelux, Großbritannien, Irland, Tschechien, Österreich, Armenien, Kosovo, Rumänien, Dominikanische Republik, Antigua, Hong Kong, Singapur, Thailand, Mauritius, USA und Kanada. Meine Reiseliste mit kurzen Kommentaren zu den Reisezielen findest du frisch aktualisiert im Blogbeitrag Wo war ich schon.
Ines: In meinem 54jährigen Leben habe ich keine Lust verspürt, die berühmte große, weite Welt zu entdecken. Es gibt genug spannende Sachen in der Umgebung oder zumindest in Europa. Damit galt ich lange als desinteressiert, uncool, vielleicht sogar ignorant. In Zeiten des Klimawandels bin ich damit auf einmal en vogue.
Wenn ich allerdings überlege, in wie vielen Ländern der Welt ich bereits war, sind das vermutlich mehr als bei den Durchschnittsweltbürgern. Die wenigsten Menschen auf der Erde reisen wirklich weit und nur zum Spaß.
In diesen Ländern bin ich gewesen, teilweise mehrfach und in verschiedenen Landesteilen: Deutschland – in allen Bundesländern bis auf das Saarland. Das kann nicht jeder Deutsche von sich behaupten, oder? Durch Thüringen nur durchgefahren, aber immerhin. Dänemark, Österreich – immerhin in sechs Bundesländern, Schweiz, Niederlande, Belgien, Luxemburg – durchgefahren, Frankreich, Italien, Spanien, Polen – durchgefahren, Tschechien, England, Schottland, Türkei und Kanada.
Ein Vorteil am Leben in einer Großstadt wie Hamburg ist in Bezug auf Weltoffenheit ohne Reisen, dass hier Menschen vieler Nationen leben. Ich komme mit anderen Kulturen in Kontakt, ohne meinen eigenen Lebensraum zu verlassen. Das ist natürlich anders, als wenn ich die Länder bereisen würde, aber definitiv mehr, als wenn ich nur von gebürtigen Deutschen umgeben wäre. Unser aktueller Urlaubsradius liegt bei 150 km.
Nicole: Ich finde deine Liste sehr ordentlich … Dafür, dass du nicht sooo reiseaffin bist … Träume habe ich noch einige. Was davon klappt? Mal schauen …
Ines: Puh, das ist ja eine riesige Liste! Einiges davon wird sicher klappen. Offenbar sind wir beide reisegenetisch recht unterschiedlich gepolt. Es gibt kein Reiseziel, das mich ernsthaft reizt. In Deutschland würde mir bestimmt die Bodenseeregion gefallen. Die stand schon mal auf dem Plan, hat dann wegen der Anfahrt und Urlaub mit Hund verloren gegen Norddeutschland.
Südafrika würde ich bereisen wegen der Natur und der Tiere, wenn ich keine Spinnenphobie hätte. Barcelona und Prag würde ich besichtigen, wenn keine anderen Touristen da wären. Und dass nicht in einer Pandemie, während der man mit seinem Hintern meiner Meinung nach besser zu Hause bleibt und nicht quer durch Europa fährt und sich an leeren Städten erfreut, nur weil es erlaubt ist.

Stockholm und Oslo würde ich mir ansehen, wenn es nicht so voll und teuer wäre dort. Mir reicht schon der Overtourism in Hamburg. Schon bei dem Gedanken an einen Städtetripp verliere ich die Lust darauf. Dennoch bin ich froh, Städte wie Paris, Kopenhagen, Rotterdam, Amsterdam, Antwerpen, Dresden, Leipzig, Berlin oder Köln gesehen zu haben, bevor sie überfüllt und unbezahlbar wurden.
Nicole: Südafrika steht auch auf meiner Liste. Das habe ich glatt vergessen. Aber ich möchte da nicht Autofahren, mein Respekt ist groß. Und Busreisen sind auch nicht sooo mein Ding.
In der Pandemie als Urlaub zu reisen, empfinde ich fast als Blasphemie. Das wäre mir nie in den Sinn gekommen.
Du hast recht, es ist echt enorm, was sich an Touristenmassen getan hat. Wenn ich daran denke, wie wir vor 32 Jahren in London waren und dann heute … Reisen ist sehr erschwinglich geworden. Was einerseits natürlich schön ist. Andererseits aber eben auch was macht. Und da ich aus der Branche komme und mit dem Wissen, dass viele Menschen davon (besser) leben können, bin ich ambivalent.

Ines: Aus meiner Perspektive ist es einfach, auf Flugreisen zu schimpfen, weil mir das Bedürfnis danach fehlt. Im Alltag machst du viele Wege zu Fuß und mit dem Rad. In Deutschland bist du sehr oft mit der Bahn unterwegs. Wie ist deine Einstellung zur Umweltbelastung durch private Urlaubsflüge?
Nicole: Auch hier bin ich ambivalent, weil ich, wie du richtig sagst, ganz viel alternativ auszugleichen versuche … Für mich ist es schräg, wenn ein Flug nach Mallorca weniger kostet als eine Taxifahrt für 62 km zwischen Bremen und Bremerhaven. Und sich die Leute dann beschweren, wenn eine Fluggesellschaft pleite geht oder der Service übel ist. Urlaub wird mir für viele zu alltäglich. Aber das hatten wir am Anfang schon.
Muss es tatsächlich 6 Flüge am Tag geben?. Mir gefällt das spanische Modell, wo es im Inland keine Flüge gibt, wenn das Ziel in fast derselben Zeit mit dem Zug zu erreichen ist. Anschlussflüge finde ich in Ordnung. Fliegen grundsätzlich auch. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich es liebe, zu fliegen. Und es uns eben auch mobil macht.
Es wäre mir lieber, dass Kapazitäten zugunsten von Umwelt und Service besser geplant würden. Und dass Preise realistischer wären. Deutlich intensiver ist ja auch, was diese Menge an Flügen mit den Zielen macht. Und das ist auch ein Umweltaspekt. Dazu könnte ich dir eine Geschichte erzählen, die mir das noch klarer vor Augen geführt hat.
Ines: Da sind sehr viele Fehler im System. Ein Taxi kostet auch in Hamburg zum Flughafen manchmal mehr als ein Flug in den sonnigen Süden. Dass sich die Leute dann beschweren, wenn der Service der Billig-Airline unterirdisch ist und sie ihr Ticket selbst ausdrucken oder dafür horrende Extragebühren zahlen müssen, ist absurd. Wenn man für jedes Gepäckstück bezahlen muss, finde ich das zum Beispiel gut, denn man bezahlt dann nur für die Leistung, die man in Anspruch nimmt.
Eine andere Abstrusität ist, dass eine All-inklusive-Flugreise in ein schickes Hotel in Ägypten weniger kostet als ein Urlaub an der Nord- oder Ostsee. Das motiviert gerade Familien mit nicht so viel Geld, für sich All inklusive lohnt, damit sie nicht jedes Getränk für die Kinder zusätzlich auf der Rechnung habe, solche Reisen zu buchen – Sonnengarantie gibt es obendrein gratis.
Inlandsflüge würde ich komplett streichen und dafür die Bahn endlich mal auf Spur bringen. Wenn man Anschlussflüge zuließe, wären die vermutlich nicht voll – da sind wir dann wieder bei den nicht ausgeschöpft Kapazitäten.
Mein Fazit: Fliegen ist zu billig, jeder Flug müsste einen mega Aufschlag für CO2-Ausgleich beinhalten. Wenn Airlines den günstigen Grundpreis anbieten, ist das deren Problem – die machen das nicht aus Altruismus. Wird sich schon rechnen. Und dass sich Airline eine goldene Nase verdienen wie Lufthansa früher und deren Kapitäne, will ich auch nicht finanzieren.
Nicole: Zum All inclusive Urlaub: Nachdem ich das früher komplett abgelehnt habe, wurde das durch die Kinder anders. Es hat immense Vorteile, gerade freie Getränke zu haben. Und wenn man es achtsam nutzt, auch sonst.
Da ist Deutschland als Urlaubsland für Familien noch etwas hintendran, finde ich. Hinzu kommt; dass ich im Sommerurlaub eine gewisse Sonnengarantie auch angenehm fand. Ich bin da relativ liberal unterwegs. Es ist abstrus, ja, aber ich verstehe dabei jeden, der es nutzt.
Bei den Preisen für Flüge bin ich mir nicht immer sicher, ob es sich wirklich so rechnet. Das zeigen einige Insolvenzen von Fluggesellschaften recht deutlich.
Nicole: Zu Kreuzfahrten habe ich eine höchst ambivalente Meinung aus mehreren Gründen. Ich habe 3,5 Kreuzfahrten gemacht, davon 1,5 aus beruflichen Gründen. Die halbe war eine zwei Tage Rausfahrreise, um ein Schiff und das System kennenzulernen. Die privaten waren eine mit einem kleinen Expeditionsschiff zum Nordkap, die andere eine Mittelmeer Kreuzfahrt mit dem großen, weißen Schiff, dessen Hupe bis heute mein Innerstes berührt. Letztere war damals ein Superangebot.
Als ich damals im Job anfing, waren Kreuzfahrten hierzulande etwas höchst exklusives und besonderes. Sicherlich auch schon umweltbedenklich, aber es war mehr Klasse denn Masse. Es gäbe ein Ziel, das ich mit einem überschaubaren Schiff bereisen würde: Südamerika.
Der Vorteil einer Kreuzfahrt ist, dass du einige Ziele bereisen kannst, ohne dauernd Koffer ein- und auszupacken und ein gutes Paket bekommst. Allerdings ist der Markt und somit die Schiffe derart gewachsen, dass nicht nur der Umweltaspekt bedenklich ist.
Es ist auch die Masse der Touristen, die in den Häfen ausgespuckt werden und diese überlaufen lassen. Kreuzfahrten führen fast alle Schiffe zur besten und jeweiligen Saisonzeit in die jeweiligen und dann gleichen Regionen. Es wird dann sehr voll bei der Kapazität und Größe, die die Schiffe heute aufweisen. Das tut den Städten und Regionen sicher nicht so gut, wie Tourismus es tun sollte.
Ines: Aus genau den Gründen – Umweltschädigung und Massentourismus an kleinen und großen Orten der Erde – finde ich Kreuzfahrten schlimm. Natürlich ist es ein Vorteil, viele Orte ohne erneutes Kofferpacken und ohne erneute Anreise sehen zu können.
Die Frage ist dabei: Muss man das wirklich alles gesehen haben? Ich denke nicht. Und wenn man meint, das zu müssen, steht es mir frei, das falsch zu finden. Der Komplettpreis für alle ist dabei einfach zu hoch.
Es gab tatsächlich mal eine Kreuzfahrt, die ich gerne gemacht hätte: In die Sea Cloud war ich umgehend wahnsinnig verliebt beim ersten zufälligen Anblick im Prospekt. Das ist aber auch kein Ozeanriese, sondern ein Segelschiff. Ich habe mich dagegen entschieden, weil ich nicht in die Karibik will und mir keine Reise auf der Welt so viel Geld wert ist.
Tatsächlich bin ich für einige Reisen einfach zu geizig. Ich sehe bei jedem Euro, den Reisen kosten, wie ich ihn verdient habe. Meine Arbeit macht Spaß, ist aber auf der anderen Seite anstrengend, weil ich oft mit emotional angespannten Menschen zu tun habe – vor Freude, Angst, Unsicherheit auf die Arbeit mit mir. Ich arbeite lieber weniger, habe dafür mehr entspannte Freizeitmomente im Alltag und brauche deshalb weniger Urlaubsentertainment. Work-Life-Balance und so …
Nicole: Mit der Sea Cloud ähneln wir uns. Ich habe diese Kataloge auf der Arbeit immer sehnsuchtsvoll durchgeblättert. Für mich war es unerschwinglich, ein Traum und dennoch zu eng. Auch wenn ich kleine Schiffe mag: Wenn du bei der geringen Kabinenanzahl und der Begrenztheit des Schiffes ein paar komische Menschen dabei hast, wird der Traum schnell flüchtig.
Vernünftigen Tourismus finde ich immer noch gut und möchte viel sehen, auch weil ich es spannend finde, Länder zu erleben. Wobei ich dir recht gebe ist, dass alles zu groß und zu viel ist.
Nicole: Meine nächste Reise wird eine Dienstreise meines Mannes nach Ljubljana sein, auf der ich ihn begleiten werde. Darauf bin ich sehr neugierig.
Ines: Cuxhaven im kommenden Jahr.
Nicole: Ich mag gern in die (leichte) Wärme fahren. Also wohl eher Sommer. Oder im Winter in den Sommer. Ich hätte gerne nochmal echten Schnee, auch wenn der Kofferaufwand extrem ist. Darum ist der Sommer eher mein Favorit, weil man besser und weniger packen kann.
Ines: Nie im echten Sommer zwischen Juli und August. Am liebsten zwischen September und April. Gerne auch im November und Februar, um die dunkle Jahreszeit mit viel Zeit draußen am Tag aufzuhellen.
Ines: Wirklich brennen für nichts, sonst würde ich es einfach tun. Eine Husky-Schlittentour zu den Polarlichtern fände ich wunderschön.
Nicole: Passt super zu dir. Wenn ich alles, auch Geld, außen vor lassen kann? Dann würde ich gerne einmal richtig in die Südsee reisen. Oder in ein richtig gutes Hotel nach Hawaii. Hatte ich Australien erwähnt?
Ines: Danke, liebe Nicole, für den Urlaubs-Plausch!
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