Wie läuft eine Farbberatung ab?

Farbberatungstücher von ColorCircus in der Farbe Orange - verschiedene Nuancen von hell bis dunkel von gedeckt bis leuchtend - Farbberatung warmer Farbtyp - Frühlingsfarbtyp - Herbstfarbtyp

“Liebe Ines, mich würde interessieren, wie ein Gespräch in Sachen Farbberatung bei Dir verläuft und vielleicht magst Du auch ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, was man in dem Zusammenhang alles erlebt (natürlich ohne, dass Personen erkennbar sind).”

fragt Rena vom Blog Dressed With Soul bei der Wunschliste für Blogbeiträge in 2020. Die Frage beantworte ich gerne, denn je mehr Interessenten vorher über eine Farbberatung wissen, umso besser können Sie sich entscheiden, sie (hoffentlich bei mir!) zu buchen.

Wie komme ich an eine Farbberatung?

Greenery Pantone Farbe des Jahres / Color of the Year 2017 Farbberatungstücher von ColorCircus für individuelle Farbberatungen

Kunden finden mich über die Website, den Blog, die Beschriftung auf dem Auto oder melden sich auf Empfehlung bei mir. Der erste Kontakt findet per E-Mail oder telefonisch statt. Dabei gibt es Kunden, die vor der Terminbuchung keine Fragen haben, weil sie genau wissen, dass sie eine Farbberatung bei mir buchen möchten. Es gibt aber auch potenzielle Kunden, die vor der Entscheidung einige Punkte klären möchten, was den Inhalt und Ablauf der Beratung angeht, und mehr über mich wissen möchten.

Wenn alles geklärt ist, werden ein Termin und der Ort der Beratung ausgemacht. Privatkunden buchen mich am liebsten möglichst kurzfristig, Firmen planen bis zu über einem Jahr im Voraus. So füllt sich mein Kalender mit langfristigen und spontanen Terminen. Der Artikel hier bezieht sich inhaltlich auf zweistündige Beratungen von Privatkunden jeden Geschlechts. In Hamburg und Umgebung findet die Beratung meistens zu Hause bei Kunden statt und ich bringe das Arbeitsmaterial mit. Alternativ kommen Kunden zu mir.

Vorbereitung einer Farbberatung

Farbberatungstücher von ColorCircus in Blautönen

Bei der Terminvereinbarung gebe ich Kunden auf, was sie für die Farbberatung vorbereiten können. Dazu gehört unter anderem

  • Bitte keinen Selbstbräuner verwenden, weil der die Haut gelblich-warm einfärbt. Wenn jemand ein kühler oder warm-kühler Farbtyp ist, würde das mit Selbstbräuner auf der Haut nicht zu erkennen sein.
  • Eventuelle Haarfärbetermine bitte nicht kurz vor der Beratung wahrnehmen, damit ich Deine echte Haarfarbe mindestens am Ansatz sehen kann.
  • Für die Farbberatung ist es wichtig, ungeschminkt zu sein, damit zu sehen ist, was zu den natürlichen Farben passt.
  • Ich bitte darum, Kleidung und Accessoires herauszulegen oder mitzubringen, die farblich und ggf. im Stil ideal erscheint, aber auch Fragezeichenteile zu zeigen. Nach der Bestimmung des Farbtyps ist dann meistens schon klar, warum Lieblingsteile so gemocht werden und warum die Fragezeichenteile besser an jemand anderem aussehen oder was zur Kombination fehlt.

Ablauf einer Farbberatung

  • Die Beratung beginnt mit einem Gesprächsteil, bei dem ich herausfinde, was meinen Kunden wichtig ist, um sie entsprechend beraten zu können. Ich habe einen ausgedruckten Analysefragebogen dabei, den ich durchgehe und mir dazu Notizen mache. Selbstverständlich frage ich vorher, ob es in Ordnung ist, wenn ich Notizen mache und unterlasse das, wenn jemand das ablehnt. Anhand der Notizen checke ich am Ende der Beratung, ob wir alle Punkte beachtet haben. Die Notizen helfen mir nebenbei auch hinterher, mich an die Beratung zu erinnern, wenn Kunden nach Jahren erneut auf mich zukommen mit einer Frage oder einer ergänzenden Buchung für eine Stilberatung oder Einkaufsbegleitung. Zu meinen häufig gestellten Analysefragen gehören zum Beispiel
    • Was ist der Anlass für die Beratung?
    • Was ist das Ziel der Beratung?
    • Wie reagiert Dein Umfeld, wenn Du etwas veränderst?
    • Was machst Du beruflich? Wie ist der (ungeschriebene) Dresscode?
    • Was für Kleidung trägst Du in der Freizeit?
    • Was ist Dein Lieblingskleidungsstück? Weshalb?
    • Gibt es jemanden, der für Dich immer gut angezogen aussieht? Was gefällt Dir an dieser Person?
    • Was sind Deine Fehlkäufe?
    • Was ist Deine Lieblingsfarbe? Welche Farbe magst Du gar nicht?
    • Trägst Du Make-up? Accessoires? Welche Farben bevorzugst Du dabei?
    • Was für ein Typ bist Du? Offen oder eher im Hintergrund?
    • Wie möchtest Du auf andere Menschen wirken?
  • Anhand von kleinen Farbkreisen mit Farbauszügen der jeweiligen Farbtypen gebe ich dann eine Einführung in die zehn Farbtypen. Dabei erkläre ich das System mit den Unterscheidungen der Farben in warm/kühl, hell/dunkel, leuchtend/gedeckt und den möglichen Mischungen daraus. Anhand kleiner Stoffstücke in Silber und Gold demonstriere ich mit Hilfe der Farbkarten, wie zueinander passende Farben wirken und wie ein harter Bruch aussieht. Silber ist die kühlste Farbe, Gold die wärmste, deshalb kann man es mit diesen beiden Farben im Kontrast am besten erkennen. Ich frage, welcher Farbtyp jemand gerne wäre und welcher er vermutet zu sein.
  • Jetzt beginnt die eigentliche Farbtypbestimmung. Der Kunde nimmt seinen Platz vor einem Spiegel mit Tageslichtlampen ein. Ich betrachte die Haar-, Augen- und Hautfarbe und schätze ein, wie warm/kühl, hell/dunkel und leuchtend/gedeckt sie sind. Wenn jemand gefärbte Haare hat, werden die mit einer weißen Einmal-Papierhaube abgedeckt. Außerdem wird die Kleidung mit einem weißen Umhang abgedeckt. Dabei fühlt man sich dann ein bisschen wie beim Friseur: Das Licht ist fies und man sitzt unter einem Umhang.
  • Ich beginne damit, Farbtücher in vier verschiedenen Nuancen einer Farbe in Gesichtsnähe auf den Umgang zulegen. Dabei sind die Analysefarbtücher immer in der gleichen Reihenfolge passend zu den Farbtypen nach Jahreszeiten sortiert. Damit sich die Augen langsam an die verschiedenen Farben gewöhnen können, beginne ich mit hellen Farben und ende mit den dunklen.
  • Zuerst schauen wir Weißtöne an: Gelbliches Cremeweiß für die Frühlingsfarbtyp, leicht gebrochenes Eierschalweiß für den Sommerfarbtyp, Elfenbeinweiß für den Herbstfarbtyp und Schneeweiß für den Winterfarbtyp. Meistens sieht man schon bei diesen kleinen Unterschieden in den Weißtönen, ob die wärmeren oder kühleren besser sind. Es geht dann weiter mit den Viererfarbreihen Rosa, Rot, Grün, Gelb, Blau und Braun. Meistens gibt es von jeder Farbe eine passende Nuance. Zwischendrin lege ich auch große Tücher in Gold und Silber auf.
  • Nach dem Betrachten der Wirkung der Viererfarbreihen ist klar, aus welcher Farbrichtung der Farbtyp ist. Wenn immer Farben aus genau einer Jahreszeit am besten sind, betrachten wir weitere dazu passende Farbtücher. Wenn aber aus mehreren Jahreszeiten Farben passen, ist derjenige ein Mischfarbtyp, der dann mit ergänzenden Tüchern genauer bestimmt wird. Am Ende lege ich alle passenden Farbtücher zusammen fächerartig auf, die ein schön stimmiges Bild mit dem Gesicht ergeben. Dann händige ich den entsprechenden Farbfächer aus und zeige, wie man damit arbeiten kann, um dazu passende Farben zu erkennen.
  • Jetzt ist der Moment gekommen, um die vorher herausgelegten Sachen mit den neuen Erkenntnissen zu betrachten und die mögliche Umsetzung zu besprechen. Auf Wunsch gebe ich dann unter Beachtung der Gesichtsform auch Tipps zur Haarfarbe, Frisur, Brille und Schmuck.
  • Bezahlt wird nach der Beratung in bar gegen Quittung.

Farbberatung Sommerfarbtyp Blaunuancen

Nachsorge

Wenn sich im Nachhinein Fragen zur Farbberatung ergeben, stehe ich dafür per E-Mail und telefonisch zur Verfügung. Wenn mir jemand Links zu Onlineshops schickt mit der Frage, ob das ausgesuchte Teil dem entspricht, was wir besprochen haben, oder Fotos von eigenen Outfits, gebe ich gerne ein Feedback dazu. Weil das dazu beiträgt, dass die Beratung umgesetzt wird, investiere ich diese Zeit gerne.

Geplauder aus dem Nähkästchen einer Farbberaterin

Wie Rena in ihrer Frage bereits durchklingen lässt, ist es schwer zu erzählen, was ich als Farbberaterin erlebe, ohne meinen Kunden gegenüber indiskret zu sein. Die Beratung ist deutlich dichter an der Persönlichkeit und der Privatsphäre, als es im ersten Moment den Anschein hat. Kleidung ist unsere zweite Hülle nach der Haut und die ist von der Seele nicht weit entfernt. Außerdem lassen mich Kunden in ihre privaten Räume.

Eine meiner ersten Kundinnen brach in Tränen aus bei meiner Einstiegsfrage, was der Grund für die Beratung sei. Dabei habe ich gelernt, dass es hilfreich ist, Taschentücher griffbereit zu haben. Außerdem habe ich gelernt, mitzufühlen, aber nicht mitzuweinen – auch wenn es das in Einzelfällen echt tiefes Durchatmen erfordert. In solchen psychologisch anspruchsvollen Momenten hilft mir meine Erfahrung als Mediatorin, wertschätzend und unterstützend damit umzugehen.

Gerade weil viele Menschen eine Farb- und/oder Stilberatung buchen, wenn sie sich in Veränderungsprozessen befinden, spielen Gefühle eine immense Rolle dabei. Wer bin ich? Wer will ich sein? Wie kann ich das äußerlich zeigen? Klar habe ich auch Kunden, die sich eine Beratung einfach nur so außer der Reihe gönnen, weil sie sowas schon immer mal machen wollten. Die meisten haben aber einen Anlass dafür, zum Beispiel

  • berufliche Veränderungen durch Jobwechsel oder Beförderungen, die anderes Auftreten erfordern, bis hin zum Ende der Berufslaufbahn und Eintritt in die Rente ohne Dresscode und dem Wunsch nach einem neuen passenden Look.
  • körperliche Veränderungen nach Schwangerschaften, Wechseljahren, Krankheit.
  • private Veränderungen wie Trennungen und Todesfälle in der Familie.

Was ich dabei immer wieder erlebe, ist die Erleichterung meiner Kunden, wenn sie sehen, mit wie wenig Mitteln sich positive Veränderungen erzielen lassen. Bei den meisten Menschen passen bereits 80% und ich arbeite mit ihnen gemeinsam an der Optimierung der letzten 20 %. Herausfordernder für alle Beteiligten sind die Beratungen, bei denen vielleicht erst 20 % passen und größere Veränderungen anstehen.

Ich werde manchmal gefragt, ob es Kunden gibt, bei denen fast alle Farben im Schrank nicht passen und wie das dann für diese Personen sei, das zu sehen und zu hören. Ja, gibt es. Selten, aber ja. Im ersten Moment ist es für denjenigen hart, zu erkennen, dass fast alle Sachen keinesfalls optimal sind. Aber im zweiten Moment kommt meistens die Erkenntnis: ENDLICH weiß ich, was mein Problem bisher mit Kleidung war!

Das sind nämlich genau die Menschen, die sich immer irgendwie unwohl gefühlt haben und das Gefühl hatten, dass schöne Kleidung unheimlich schwer zu finden wäre. Lustigerweise haben diese Menschen meistens bereits ein Kleidungsstück in optimaler Farbe im Schrank, das sie lieben und für das sie in der Vergangenheit schön häufiger Komplimente bekommen haben. Während der Beratung erkennen sie dann, warum!

Besonders wichtig ist dann, die Veränderung langsam anzugehen. Es geht auch in so einem krassen Fall nicht darum, alles farblich nicht Ideale aus dem Schrank zu schaffen, sondern vor allem bei Neuanschaffungen die Erkenntnisse umzusetzen. Mit kleinen Farbakzenten in Gesichtsnähe kann man nicht so gute Farben aus dem bisherigen Sortiment an das neue Farbschema anpassen. Ein einziger Schal in einer idealen Farbe, die sich gut kombinieren lässt, kann da schon Wunder bewirken.

Was möchtest Du wissen, bevor Du Dich für eine Farbberatung entscheidest?

26 Gedanken zu „Wie läuft eine Farbberatung ab?

  1. Hallo Ines,
    sehr interessant, dein Beitrag.
    Du hast das so gut beschrieben, dass ich eigentlich keine Frage mehr habe. Außer einer: Wäre Z. P. auf Wunsch bei der Beratung dabei?
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

    • Du meinst Du den Bürohund Zausel Paul? Gute Frage! An den habe ich beim Schreiben des Beitrags gar nicht gedacht. Warum? Weil er bei Farbberatungen nicht dabei ist. Sein Spitzname Zausel kommt nicht von ungefähr. Der Zauselkopp haart unablässig und die Haare möchte ich weder an der Kleidung meiner Kunden noch an meinen Farbtüchern haben. Was nämlich leider nicht funktioniert ist, ihn in einem anderen Raum stundenlang auf einer Decke zu parken. Sein Lebensmotto ist „mittendrin statt nur dabei“. Er liegt dann bevorzugt unterm Tisch oder im Weg.

      Bei Farbberatungen ist er nicht dabei wegen der Tücher, bei Make-up-Beratungen nicht aus hygienischen Gründen und bei kombinierten Farb-/Stil-/Make-up-Beratungen nicht, weil die vier bzw. fünf Stunden dauern und er dann zwischendrin mal an den nächsten Baum müsste. Bei reinen Stilberatungen kann er auf Wunsch dabei sein, wenn die bei mir stattfinden. Da frage ich meistens bei Buchung, ob der Hund ab- oder abwesend gewünscht ist. Es kommt auch vor, dass Kunden für Termine bei sich im Haus sagen, dass er gerne mitkommen kann. Das lehne ich bisher ab, weil ich mich in fremden Räumen dann nicht vollständig auf die Beratung konzentrieren könnte, weil Paul dort meine Aufmerksamkeit fordert. Da wäre er nicht so entspannt wie in seinem Zuhause. Außerdem ist der Weg dorthin manchmal nicht zu unterschätzen, zum Beispiel Wendeltreppen, die man als Nicht-Hundehalter nicht auf dem Schirm hat, die dann zu einem Hindernis werden können.

      Ein Thema mit dem Hund sind ja leider auch Allergien, für die niemand etwas kann. Da habe ich die Erfahrung gemacht, dass bisher (möge bitte so bleiben!) noch keiner bei mir im Haus Probleme damit hatte – weder beim Hund noch früher bei der Katze, die bei Kundenterminen die Zeit im Garten verbracht hat. Die Böden im dafür genutzten Bereich sind gefliest, die Holzstühle haben keine Kissen oder andere Stoffbezüge. Ich sauge und wische vorher und räume alles Hundezeug weg. Das führt dann eher zu positiven Überraschungen bei Allergikern, wenn sie aus irgendeinem Grund doch sehen, dass hier eigentlich ein Tier lebt, sie aber nichts davon spüren.

      Die Kurzform der Antwort lautet also: Eingeschränkt ja. Wie wäre Dir das am liebsten?

    • Also ich persönlich würde mich freuen, wenn Zausel dabei sein würde. Das passt aber auch eigentlich nur, wenn deine Kunden Tiere mögen. Dann ist schon gleich mal das Eis etwas gebrochen. Aber du hast natürlich recht, wenn er Haare auf Tüchern hinterlässt, die vielleicht nicht rückstandslos weg gehen, kommt das beim nächsten Kunden nicht gut an.
      Mir ist das beim Besuch einer Bekannten passiert, die schon einige Zeit auf unserem Sofa saß und auf einmal fragte, ob unsere Katze auch manchmal darauf liegen würde. Ja, auf der Lehne, um aus dem Fenster zu gucken. Ich glaube, es war ihr überhaupt nicht recht.
      Liebe Grüße

  2. Hallo Ines,

    du hast den Ablauf der Farbberatung sehr gut beschrieben. Nach zwei Farbberatungen bin ich an eine kompetente Dame und weiß das ich ein Wintertyp bin. Das mittlerweile feinerer Unterscheidungen gibt ist mir neu. Zu dir hätte ich eindeutig Vertrauen 😀.

    Ganz viele liebe Grüße

    Beate

    • Es freut mich, dass ich einen vertrauenswürdigen Eindruck auf Dich mache. In 15 Jahren Berufserfahrung kommt schon einiges zusammen, was mich sicher arbeiten lässen. Dennoch schade, dass Du erst woanders Fehlversuche erlitten hast. Die Winterfarben finde ich sooo schön!

  3. So wie Du sas machst und erklärst, kommt es meinen persönlichen Anspruch Dinge selbst mitzuentwickeln und zu erarbeiten, um sie zu verstehen und für mich zu adaptieren, sehr entgegen.
    Die Wirkung der Farben so direkt zu sehen ist faszinierend. Ich hab es ja schon mal gesagt, wir haben das im Urlaub in einer kleinen Gruppe gemacht.
    Es war faszinierend, wie die richtigen und falschen Farben das Licht in einem Gesicht an und wieder ausknipsen konnten.
    Am krassesten war das weiße Häubchen. Ich sah damit aus, wie eine 17 jährige Braut…. :-) Und Pink. Ich war die einzige die mit Pink strahlte. Und dafür auch die einzige, die mit Maisgelb totkrank aussah.
    Heraus kamen 1 Frühling, 3 Herbst, 1 Sommer, 1 Winter. Wobei mein Vater definitv kein Herbst ist. Er war bloß sehr braun und seine Augen sind einen ticken brauner und weniger grün als meine. Dunkelblau steht im Hervorragend. Dunkelbraun gar nicht.
    Wir sind beide sicher keine klaren Winter. Aber auch kein Sommer. Je älter ich werde, desto farbloser lassen mich die Sommerfarben erscheinen. Aber auch die zu kontrastreichen Winterfarben, vertragen sich nicht mehr so gut mit meinen schwindenden Kontrasten. Aus Schwarz wurde Dunkelblau.
    BG Sunny

    • Es ist viel leichter, das System zu verstehen, wenn es schrittweise erklärt und aufgebaut wird, als wenn man direkt alles auf einem Blatt auf den Tisch legt. Das habe ich nicht von Anfang an so gemacht, sondern erst nach einigen Jahren. Seit dem habe ich den Eindruck, dass meine Kunden – privat und im Seminar – den Ablauf viel besser verstehen. Im Seminar habe ich CD-große Farbkreise, die auf einem Flipchart gezeigt werden, privat arbeite ich mit Mini-Kreisen, die auf ein Blatt in DIN A4 passen. Das passt auf jeden Tisch.

      Danke für die Schilderung Deiner Farbberatung. Warum hattest Du eine weiße Haube auf? Waren Deine Haare damals gefärbt? Ich kenne Farbberater, die auch ungefärbte Haare abdecken, aber ich mache das nicht, weil die natürlichen Farben der Haare für mich ins Gesamtbild gehören. Ich verwende nur bei gefärbten Haaren eine Papierhaarhaube.

      Bei stark gebräunter Haut ist ein Herbst- und Winterfarbtyp manchmal echt schwer auseinander zu halten. Auch wenn da keine Fehleinschätzung passieren sollte, kann ich mir gut vorstellen, wie es dazu gekommen ist.

      Das mit zunehmend heller werdenden Haaren die Sommerfarben zu blass und die Winterfarben zu krass sind, ist nicht unüblich für einen Mischtyp aus Sommer und Winter. Aus Schwarz wird Dunkelblau und aus Rosa vielleicht Fuchsia. Ich finde Pink auch heute bei Dir noch klasse!

    • Die Frau hat für jeden 2 Durchgänge gemacht. Es ging ein paar Std. vor und ein paar Std. nach Mittag. Man durfte auch Kleidung nach dem Mittag mit aus dem Hotelzimmer bringen, wo man nicht sicher war.
      Ich glaube jede von uns Frauen hatten irgendwie Farbe auf dem Kopf. Bei mir waren es blonde Strähnen, mein ich.
      Und ja. Das hat natürlich auch bei mir den Eindruck verfälscht, denn dann läuft das ganze (weil heller am Kopf und dunkler im Gesicht) mehr Richtung Sommer. Braun war ich natürlich auch.
      Mit Haube wars dann aber echt eindeutig. Die schwarzen Augenbrauen tun ihr Übriges.
      BG Sunny

  4. Das ist ja hochinteressant, liebe Ines! Denn ich habe mich schon immer gefragt, wie eine solche Beratung abläuft. Ich habe auch nicht damit gerechnet, dass du die Kunden zuhause besuchst. Aber klar, da kannst du dich viel besser in die Menschen hineinfühlen.
    Hast du eigentlich auch männliche Kunden?
    LG
    Sabienes

    • Wenn ich bei jemandem zu Hause die Beratung mache, kann zum einen viel mehr vom eigenen Bekleidungs- und Accessoiresbestand in die Beratung einbezogen werden – auch spontan mit Sachen, die der Kunde bei seiner Vorbereitung nicht auf dem Schirm hatte, zum anderen bekomme ich natürlich einen viel umfassenderen Eindruck von einer Person und dem, was ihr zusagt. Das macht es einfacher, wirklich individuell zu beraten.

      Wenn Kunden für die Beratung als Tourist nach Hamburg kommen, komme ich auch in deren Hotels, wenn das gewünscht ist. Das kommt ab und an auch mal vor. Diese Kunden freuen sich, weil Ihnen der Weg zu mir erspart bleibt und sie damit mehr Zeit für Hamburg haben.

      Ja, ich habe auch männliche Kunden. Klar! Sowohl Privatkunden als auch Firmenkunden. Es sind über die Jahre deutlich mehr Frauen als Männer unter meinen Kunden, aber dennoch gibt es Männer, die sich gerne bewusst kleiden und sich so eine Beratung wünschen. Bei Männern sind die Anlässe für eine Farb- oder Stilberatung meistens berufliche Veränderungen, zum Beispiel ein Wechsel aus der Fachlichkeit ins Beratungsgeschäft mit persönlichem Kundenkontakt, ein Karriereschritt oder überhaupt der Einstieg ins Berufsleben nach dem Studium, oder es geht darum, einen eigenen persönlichen Geschmack zu entwickeln und den Blick für Kleidung zu schulen.

  5. Ich finde es sehr interessant und spannend, wie unterschiedlich solche Beratungen ablaufen. Habe ja schon einige mitgemacht. Deine Vorgehensweise ist auf jeden Fall gut durchdacht und strukturiert. Ich kann mir vorstellen, dass sich viele Kunden in den eigenen vier Wänden sicherer fühlen. Meistens ist das doch ein wenig aufregend.

    Liebe Grüße Sabine

    • Ich habe selbst auch verschiedene Abläufe kennengelernt bei Kolleginnen. Bei Fortbildungen dazu haben wir uns darüber ausgetauscht und Vor- und Nachteile diskutiert. Ich pflege deutschlandweit Kontakt zu anderen Farbberaterinnen.

      Sicherheit vs. jemand Fremden in seinen Privaträume zu haben – da sind die Prioritäten bei Menschen unterschiedlich. Aber dafür biete ich ja an, dass man alternativ zu mir kommen kann. Dass die meisten den Hausbesuch bei sich vorziehen, spricht für Deine These. Außerdem spart es ihnen Anfahrtszeit, was gerade bei Berufstätigen im eng getakteten Tagesablauf geschätzt wird.

  6. Danke für die ausführliche Schilderung. Ich finde es sehr interessant und vielleicht werde ich mich ja doch irgendwann für eine Farbberatung entscheiden. Es klingt auf jeden Fall gut, sich in der von dir beschriebenen Weise dem Farbtyp zu nähern. Wenn ich heute so darüber nachdenke, hätte ich meiner Mutter das gerne vor 20 Jahren geschenkt. Sie tut sich bis heute schwer, die richtigen Farben zu finden. Vielleicht sollte ich mit ihr mal den Test machen, alles abzudecken und die Stücke aus ihrem Schrank an ihr Gesicht zu halten. Werde ich ihr mal vorschlagen. Und wer weiß, vielleicht mag sie ja doch (noch) eine Farbberatung machen. Ich hatte das mal angeregt aber meine Mutter wollte es nicht so gerne und drängen war für mich keine Option.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Die meisten “Deiner” Farben kennst Du, aber ich bin mir sicher, dass eine Farbberatung Dir beim Feinschliff hilft. Also mach das ruhig mal! Ein teurer Fehlkauf kostet das gleiche, aber von einer Farbberatung hast Du lebenslang etwas.

      Zwang ist nie gut. Warum möchte Deine Mutter keine Beratung?

      Selbst testen kannst Du gut mit Gold (wärmste Farbe) und Silber (kühlste Farbe). Nimm dazu am besten die Rettungsdecke aus dem Verbandskasten und gehe mit einem Spiegel ins fiese Tageslicht nach draußen. Gute Kontraste sind zur einfachen Bestimmung des Farbtyps Orange/Pink, Grasgrün/Tannengrün, Flieder/Aubergine, Brombeere/Burgunder, Beige/Grau. Dafür wird sich etwas in Deinem Schrank finden!

    • Meine Mutter meinte, jetzt, wo sie alt sei…..steter Tropfen höhlt den Stein. Wir werden sehen. Vielleicht mag sie sich ja mal auf den Versuch mit dem Tuch einlassen.
      Liebe Grüße
      Andrea

  7. Das ist ein spannendes Thema! Vielen Dank für den sehr interessanter Beitrag und für deine Mühe!
    Farbberatung habe ich noch nie gemacht. Ist schon interessant ob die Farbe die einem am besten gefällt wohl auch die ist, die einem am besten steht.
    Na, rein nach dem Bauchgefühl, würde ich mich als Sommer-Winter Mischtyp einordnen. Auf jeden Fall gefallen mir die Farben am besten. ;)
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Du liebste so viele Farben und Sachen, so dass eine Farbberatung bei Dir vielleicht gar nicht hilfreich wäre, sondern Du das Ergebnis als einschränkend empfinden würdest – auch wenn die Umsetzung natürlich jedem selbst überlassen bleibt. Dennoch denke ich, dass es Überraschungen dabei für Dich gäbe, die es wert wären, zu erleben. Als Sommer-Winter Mischtyp sehe ich Dich nicht, dafür sind Deine natürlichen Farben zu kräftig – das würde mich überraschen. Dass kühle Farben passen, denke ich schon – aber vielleicht eher die satten Winterfarben oder eher dunkle als die zarten Sommernuancen.

  8. Das hast Du wunderbar beschrieben, liebe Ines. So klar und nachvollziehbar und einladend.
    Meine zahlreichen und sehr eindrücklichen Erfahrungen in Langzeit-Seminaren mit Teilnehmerinnen, die eine Farbberatung erhielten, habe ich ja schon öfters erzählt.
    Auf jeden Fall lohnt sich das, wenn man nur einen Funken Zweifel hat, welche Farben einem stehen. Es macht Spaß die richtigen dann einzukaufen und zu tragen! Das habe ich wirklich oft erlebt und habe mich mitgefreut über das neue Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen.
    Ich wünsche Dir ganz viele neue Kundinnen, denn sie werden Freude daran haben!
    Herzlich grüßt Sieglinde

    • Danke für Deine lieben Wünsche!

      Im Seminar läuft es bei mir etwas anders ab, die Schilderung im Beitrag bezieht sich auf die Beratung von einzelnen Privatpersonen. Im Seminar habe ich viel weniger Zeit pro Person. Manchmal finden die Beratungen in der Gruppe statt, manchmal mache ich nur die Einführung in der Gruppe und die Teilnehmer bekommen dann Einzelslots zugeteilt, in denen sie mit mir alleine sind. Das hängt vom Auftraggeber ab, wie das gewünscht ist.
      Da ich in beiden Fällen meistens nur 10-30 Minuten Zeit pro Person habe, arbeite ich nicht mit den Einzeltüchern zur Farbtypbestimmung, sondern habe so eine Art Harlekinkragen pro Farbtyp, in dem das Spektrum der Farben abgebildet ist. Da lege ich dann nacheinander erst Gold und Silber und dann die Krägen in der Reihenfolge Frühling, Sommer, warm, kühl, Herbst und Winter auf. Da die warm-kühlen Mischtypen nur selten vorkommen, lasse ich sie dabei erstmal raus, habe aber bei Bedarf natürlich auch die Krägen dafür im Sortiment. Mit diesen Krägen kann man ebenso deutlich wie bei den Einzeltüchern sehen, welcher Farbkreis am besten passt, aber man hat nicht die Gelegenheit, die einzelnen Farben in ihren Abstufungen gegeneinander zu betrachten und zu bewerten. Dafür braucht man mehr Zeit. Für eine erste Einschätzung lohnt es sich auf jeden Fall, so eine kurze Farbtypbestimmung zu machen.

  9. Liebe Ines, da freue ich mich jetzt enorm, dass Du meine Frage aufgenommen hast und so ausführlich beantwortest. Wow, da leistest Du wirklich ein ordentliches Stück Arbeit und ich glaube Dir sofort, dass solche Beratungen tiefer gehen, als man zunächst annehmen möchte. Gut, dass Du schon entsprechende Taschentücher bereit hältst und ich bin überzeugt, Du findest darüber hinaus auch noch die richtigen Worte. Ich finde es sehr schön, dass Du mit Deiner Arbeit die Einstellung Deiner Klienten zu sich selbst so positiv beeinflussen kannst! Danke für Deine Einblicke – ich habe jetzt direkt Lust auf eine Farbberatung :)
    Alles Liebe von Rena

    • Danke Dir für die Anregung dazu! Es hat mir durchaus gut getan, durch den Beitrag meine Vorgehensweise zu überprüfen. An meinem Analysefragebogen habe ich in dem Zug zum Bespiel Fragen gestrichen und verändert. Hamburg ist immer eine Reise wert – vielleicht ergibt es sich irgendwann einmal!

  10. Liebe Ines,
    das Thema finde ich natürlich besonders spannend und von Dir super erklärt!
    Es gab Zeiten, da suchten viele Kundinnen nur noch mit ihrer ganz persönlichen Farbkarte in der Hand ihre Kleidung aus und so manche Dame ließ nicht die kleinste Farbabweichung zu, was sich natürlich etwas schwierig gestalten kann, da jede Saison ihre Trendfarben und auch viele Modemarken ihre ganz eigenen Farbnuancen haben.
    Deshalb finde ich deine Vorgehensweise mit dem Farbfächer und vor allem wie man damit arbeiten kann, um dazu passende Farben zu erkennen, absolut professionell. So eine Farbberatung ist jeden Euro wert.

    • Um die Trendfarben macht man meiner Ansicht nach besser einen Bogen, wenn sie nicht zum Farbtyp passen, aber ansonsten finde es viel wichtiger, dass die Farbe ins Spektrum passen könnte, als dass sie exakt im Fächer ist. Ab und an bekomme ich von Kunden später auch nochmal Fragen dazu, wie weit sie sich denn in der Praxis davon wegbewegen können, weil es „ihre“ Farben gerade nicht gibt. Da merke ich dann immer wieder, wie wichtig es ist, eine zu enge Fokussierung zu vermeiden – so lange man die grobe Linie hält.
      Man sieht es auf dem Bild mit den Blautönen und dem Fächer finde ich gut, wie Farben zueinander passen, obwohl sie nicht gleich sind. Das funktioniert, weil es alle kühle, gedeckte Töne sind.

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