Im April haben Nicole und ich bei ihr im Blogtalk über Hobbys gesprochen. Heute wird es wirr oder geradlinig: Es geht um Muster.
Welche Muster bestehen unseren Mode-Check?
Ines: Moin, wie ist dein Verhältnis zu Mustern auf Kleidung und Accessoires?
Nicole: Moin, bis vor ca. fünf Jahren hatte ich keines. Ich besaß und besitze zwar gemusterte Tücher, aber die habe ich nie unter Muster abgelegt. Und klein gestreifte Blusen waren für mich auch irgendwie keine Muster. Dann habe ich mein erstes echtes Ringel-/Streifenshirt gekauft und es ging los. Also für mich wild, für dich eher mau, glaube ich. Wie stehst du dazu?

Ines: Das finde ich lustig. Natürlich zählen gemusterte Tücher zum Mustersortiment im Kleiderschrank und schmal gestreifte Blusen sind auch nicht einfarbig. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Mau finde ich das Mustersortiment in deinem Kleiderschrank gar nicht.
Mir fallen spontan diverse Kleidungsstücke von dir ein, die gemustert sind. Das geht los mit dem blau-weißen Sommerkleid, das du 2021 bei unserem ersten Treffen getragen hast und geht über Blusen mit kleinen und größeren Blumenmustern hin zu Ringelshirts, karierter Hemdbluse und diversen gestreiften Blusen. Deine meisten Kleidungsstücke sind einfarbig, aber es gibt auch viele Musterteile.
Unterm Strich geht es mir ähnlich wie dir: Die Mehrheit meiner Kleidungsstücke sind einfarbig, vor allem Hosen und Strickoberteile. Meine Tücher und Schals sind fast alle gemustert. Damit bringe ich Leben in meine Looks. Bei T-Shirts gibt es viele Ringel. Bei gemusterten Blusen trage ich Streifen, Punkte, grafisches Muster und Blumen. Das gleiche gilt für meine Kleider. Lass uns über Musterformen ein Ping Pong machen. Was denkst du über …
Punkte
Nicole: Mit Punkten habe ich ein ganz komisches, ambivalentes Verhältnis. Länger als vor fünf Jahren hatte ich einmal ein schwarz-weißes Kleid. Da mochte ich es. Ich habe eine Bluse mit Pünktchen, die ich fast nie trage. Sonst gibt es hier keine Punkte. Ich mag es an mir nicht, vor allen Dingen, wenn sie dunkler sind als der Grundstoff.
Ines: Ich lieeebe Punkte! Auf Tüchern, auf Blusen und überhaupt. Am liebsten habe ich sie auch heller als den Grundstoff. Das geht mir bei Ringelshirts auch so – die mit dunkleren Grundfarben wurden nie Lieblingsteile.

Ringel und Streifen
Nicole: Das ist bei mir bei Ringeln und Streifen auch so. Nur bei einem rosé Shirt ist das anders. Aber da sind die Ringel fast farbgleich. Gestreifte Blusen hatte und liebe ich schon immer. Das finde ich so frisch. Nur beim Bügeln macht das manchmal etwas dizzy.
Bei Shirts ist es immer noch ambivalent. T-Shirts ja, wohl dosiert. Bei Langarmshirts bin ich immer noch zögerlich, obwohl ich sie liebe. Das hat auch stark mit der Aufteilung der Ringel/Streifen zu tun, das weißt du viel besser als ich. Was ist deine Lieblingsringelkombi bei Farbe und Aufteilung?

Ines: Ringel finde ich fröhlicher – Streifen eleganter, strenger. Ich trage nur Ringelshirts, bei denen die Streifen unterschiedlich breit sind. Das gibt einen Leitereffekt, man schaut von oben nach unten. Wenn die Ringel gleich breit sind, schaut man von links nach rechts. Das macht breiter.
Außerdem dürfen die Ringel nicht zu schmal sein, dann flimmert der Stoff. Zu breit ist mir zu plakativ. Deshalb trage ich keine Rugby-Shirts. Bei Ringelshirts habe ich am liebsten einen cremeweißen Hintergrund und darauf Streifen in Braun, Orange, Rot oder Blau. Der breite Teil hat idealerweise 10-15 mm, der schmale 5 mm. Für dich nachgemessen.

Nicole: Rugby Shirts mag ich für mich auch nicht. Ich finde, die erschlagen mich.
Blumen, Ornamente & Paisley
Ines: Ich liebe sie alle, vor allem auf Tüchern.

Nicole: Ich habe einen totalen Paisley Crush. Und besitze (leider) nicht ein Tuch damit. Als Bluse würde ich es nicht tragen, als Tuch in fröhlichen Farben sofort.

Blumen mag ich gerne, wie ich auch gerade nochmal feststellen konnte. Allerdings dürfen sie – außer auf Tüchern, wo sie geknautscht werden – nicht zu groß sein. Die auf der dunkelblauen Bluse sind bei extremer Farbe das Maximum.

Auf meiner orangefarbenen Bluse ist das nicht so schlimm, weil es verschmilzt. Schöne Ornamente finde ich klasse, aber da muss es sehr farbharmonisch sein.

Ines: Das Muster deiner orangefarbenen Bluse hat einen geringen Kontrast. Das trage ich selbst auch am liebsten. Hohe Kontraste erschlagen mich, deshalb auch die cremeweißen und nicht hochweißen Ringelshirts. Neben dem Kontrast ist die Größe des Musters ist wichtig. Bei meiner Körperlänge und -fläche bevorzuge ich mittelgroße Muster auf Kleidung, auf Tüchern dürfen sie zum Gesicht hin auch klein sein.
Nicole: Was ist mit Leo?
Ines: Wie trägt man Leo? Am besten gar nicht!
Grafische Muster
Ines: Grafisches Muster ist bei mir eher schwierig, zu plakativ. Kommt vor, aber nur selten.

Nicole: Ich habe eine grafische Bluse mit kleinem Muster, wo ich damals von Kind und Freund angefixt wurde, die anzuziehen, und die sah wirklich gut aus. Sonst bin ich da raus. Ich mag dein Kleid. Mich würde es kirre machen, da zu wild. Bei Mustergrößen gehen wir offenbar sehr konform.

Bedeutung von Mustern
Ines: Wie hältst du es mit der Bedeutung von Mustern. Es gibt viele Muster mit Hintergründen in anderen Kulturen, zum Beispiel Kufiya-Muster. Was beachtest du dabei?

Nicole: Das ist eine gute Frage. Ich habe die Tücher nie getragen. Und habe, so glaube ich, auch noch keine mit Bedeutung besessen. Nur eins meiner Tücher hat einen Schriftzug/Symbol, das Schönheit heißen soll. Allerdings würde ich alles vermeiden, was die falschen unterstützt, stärkt oder mich in eine falsche Richtung drängt.

Karos
Ines: Karos mag ich bei anderen, nicht bei mir. Sind mir zu hart, selbst mit geringem Farbkontrast. Immer mal wieder versucht. Nie damit glücklich geworden.
Nicole: Ich bin da hin und hergerissen. Hart mag ich sie auch nicht. Nicht mal als Bettwäsche. Kleinkariert ist grenzwertig, gefiel mir aber früher. Und mein Verhältnis zur Bluse ist dir ja bekannt.

Wie findest du Mustermix?
Ines: Mustermix mag ich inzwischen. Vor zehn Jahren noch gruselig. Heute liebe ich es. Ich trage besonders gerne gemusterte Tücher zu Ringelshirts. Dabei achte ich immer darauf, mindestens eine Farbe in beiden Teilen ähnlich zu haben oder die Form zu wiederholen, um Ruhe ins Gemixe zu bringen. Du trägst Muster eher solo, oder?

Nicole: Ich mixe schon auch. Allerdings meist dezente Muster mit mehr Muster. Oder wie du im Farbschema. Zu wild ist nichts für mich, das macht mich unruhig.
Ines: Geht mir auch so. Das ist einer der Gründe, warum ich Animal Prints furchtbar finde.
Nicole: Ich mag Animalprint als Tuch ganz gern und wollte immer mal Ballerinas mit Animalprint. Aber das ist durch. Findest du auch, dass es manchmal bei hübsch gemusterten Tüchern ganz grausame Farbkombinationen gibt?

Ines: Grausame Farbkombinationen will ich es gar nicht mal nennen. Eher ungewöhnliche. Die Tücher sind damit für viele Menschen und zu vielen Kleidungsfarben kombinierbar. Aber ja: Manchmal frage ich mich schon, wer sich sowas ausgedacht hat. Es gibt Muster, die durch die Farbkombination niemandem richtig gut stehen.
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Eine Antwort auf „Moin! Ines & Nicole reden über Muster auf Kleidung“
Guten Morgen ihr Beiden, da sieht man wie unterschiedlich die Menschen Muster mögen oder auch nicht. 😁 Aber das war klar. Die Animalprints, ich mag den Leo mittlerweile gerne leiden, spalten oft die Gemüter. Auch sehr große und sehr kleine Muster. Ich finde Muster schön, all eure Beispiele tun meinem Auge gut. Ich habe Blusen da würde ich eher Fantasiemuster sagen, das sind nur Farbflächen ich könnte sie nicht einordnen. Keine Blumen, keine grafischen Muster.
Mustermix mag ich gerne, meist mit Streifen und harmonischen Farben. Was mir auffällt, ich mag es weniger, wenn ein Kleidungsstück schon im Mustermix daherkommt. Es gibt so Blusen und Hosen, die mehrere Musterflächen schon mitbringen. Ganz „schlimm“ für mein Auge, wenn eine Hose gemustert ist z.B. Blumen und unten dann am Saum, so die letzten 20 cm etwa, Blockstreifen kommen. Geht das nur mir so? Wisst ihr was ich meine?
Ich wünsche ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina