Geht doch! #7 Marineblau am Herbstfarbtyp & Gehrock an kleiner Frau

Ines Meyrose #ootd auf der Seebrücke Timmendorfer Strand mit Gehrock Clément Design, Bikerjeans Please!, Ledersneaker New Balance, Bluse gelb Different Fashion - Marineblau am Herbstfarbtyp - Gelb kombinieren - Gehrock an (fast) kleiner Frau - ü40 Bloggerin

Im Beitrag Was siehst Du auf diesem Bild? konntest Du abstimmen, was für einen Artikel ich zu dem Foto schreibe. Die Mehrheit hat sich Farbberatung: Marineblau am Herbstfarbtyp oder: Wie trage ich am besten Farben, die nicht zu meinem Farbtyp gehören? gewünscht. Geht doch! Gehrock an (fast) kleiner Frau – Stylingtrick vertikale Linie kam auf Platz 2, Herbsttrend Tweed auf 3.

Wie fandst Du, dass Du darüber abstimmen konntest?

Einerseits ist das Ergebnis überraschend für mich, weil Platz 1 und 2 hier im Blog schon so oft Thema waren. Anderseits gar nicht überraschend, weil das die Themen sind, zu denen die meisten Besucher auf den Blog finden. Ich hätte auch gerne über #seebrückenliebe geschrieben. Aber wenn es kaum einer Lesen möchte? Dann nicht. Mein Mann hätte sich bevorzugt bei Das Leiden des Fotografen einer Lifestyle-Bloggerin von genervt bis geduldig bedauern lassen.

Ein Mäuschen hat den Dialog zu den Bildern angeblich so gehört

Bloggerin (freudig-strahlend): “Lass mal auf die Seebrücke gehen. Oh, das Licht ist hier schön. Kannst Du bitte ein paar Bilder von mir machen?”

Blogger Husband (Stirn kräuselnd): “Äheyurgs … das war also der Grund, warum Du an die Ostsee wolltest? Dann mache ich aber nur 2-3 Bilder. Ich habe keine Lust.”

Bloggerin (süffisant): “Nein, ich wollte an die Ostsee für den Blick und die Luft. Aber dass man das Kombinieren kann, kam mir gestern Abend bereits durchaus in den Sinn. Mach einfach 2-3 perfekte Bilder. Dann reichen mir 2-3 völlig aus. Danke :*.

Ja, so ein Blogger Husband hat es schon schwer. Ein Instagram Husband auch. Das verstehe ich. Deshalb möchte an dieser Stelle erwähnt sein, wie froh ich bin, dass ich immer wieder Bilder bekomme! Auch wenn ich dabei nicht immer nur zauberhaft im Tonfall bin … Mein Mann ist froh, wenn anderen Bloggerinnen den Job für ihn übernehmen, wie neulich Andrea und immer wieder Bärbel und Gunda. So, genug bedauert  – ja, ja, ja, ich weiß, das geht nicht … Kommen wir zu dem, was gewünscht wurde!

Farbberatung: Marineblau am Herbstfarbtyp
oder: Wie trage ich am besten Farben, die nicht zu meinem Farbtyp gehören?

Ines Meyrose #ootd auf der Seebrücke Timmendorfer Strand mit Gehrock Clément Design, Bikerjeans Please!, Ledersneaker New Balance, Bluse gelb Different Fashion - Schal s.Oliver -Marineblau am Herbstfarbtyp - Gelb kombinieren - Gehrock an (fast) kleiner Frau - ü40 Bloggerin - Herbsttrend 2017 Tweed

Dem sogenannten Herbstfarbtyp stehen am besten passend zu seinen natürlichen Farben warme, gedeckte, eher dunkle Farben. Warm heißt, dass die Farben einen hohen Gelbanteil haben. Bei Wärme denke ich an Sonne, bei Sonne an Gelb. Marineblau ist eine kühle Farbe. Kühle = Assoziation Luft = hoher Blauanteil.

Im Gegensatz zu Schwarz und Schneeweiß ist zwar Marineblau die Farbe, die am ehesten allen Menschen steht, weil sie nicht so hart ist, aber Marineblau ist am Herbstfarbtyp trotzdem nicht ideal. Als dunkler Blauton wäre Petrol besser. Da ich Marineblau liebe und gerne blaue Jeans trage, findet es sich dennoch in meinem Sortiment.

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Wenn ich Farben in Gesichtsnähe – da ist die Wirkung am stärksten – trage, die nicht ideal sind, baue ich eine Brücke. Ich trage unter einem dunkelblauen Blazer eine gelbe Bluse, die zwischen Hals und Revers zu sehen ist. Oder ich binde ein Tuch oder Schal um. Auf den folgenden Bildern siehst Du die Brücke für eine schneeweiße Bluse und eine hellblaue Jeansjacke durch warmes Grün bzw. Gelb-Orange-Mix.

Ines-Meyrose Outfit 20170908 weiße Bluse kombinieren im Komplettlook mit Greenery - Bluse COS - Schal Deerberg

Am Ende ist das immer das gleiche Geheimnis und Du kannst es auf alle Farbtypen übertragen: Nimm eine Farbe aus Deinem idealen Spektrum direkt ans Gesicht als Brücke.

Ines Meyrose Outfit 20170912 Jeansjacke H&M, Schal Hippie Fraas - Foto: Bärbel Ribbeck

Foto Bärbel Ribbeck

Übersicht zu idealen Farbnuancen der jeweiligen Farbtypen

Farbtypen - Farbnuancen - Farbberatung nach Jahreszeiten Copyright Ines Meyrose

Geht doch! Gehrock an (fast) kleiner Frau – Stylingtrick vertikale Linie

Beim Artikel zur Bootcutjeans haben einige kommentiert, dass ich mit 1,65 m nicht klein wäre. Deshalb das (fast) in der Überschrift. In Deutschland gilt man als Frau in der Bekleidungsindustrie als klein unter 1,65 m. Demnach bin ich also knapp an klein vorbei geschrammt … Je nach Anbieter ist es auch mal ein Zentimeter mehr oder weniger bei den Größentabellen.

In meinem persönlichen Umfeld gelte ich tatsächlich als klein. Die meisten Menschen sind länger als ich. Das zusammen mit dem Fakt, dass ich den Oberkörper einer wirklich kleinen Frau habe, trägt dazu bei, dass ich mich in Bezug auf Körperlänge als klein empfinde und optisch strecken möchte. So lange ich keine hohen Absätze zu tragen brauche, nehme ich mit, was ich dafür bekommen kann.

Ines Meyrose #ootd auf der Seebrücke Timmendorfer Strand mit Gehrock Clément Design, Bikerjeans Please!, Ledersneaker New Balance, Bluse gelb Different Fashion - Marineblau am Herbstfarbtyp - Gelb kombinieren - Gehrock an (fast) kleiner Frau - ü40 Bloggerin - Herbsttrend 2017 Tweed

Dieser Gehrock hat kein Revers. Er wird mit Haken und Ösen auf Kante geschlossen. Wenn er offen getragen wird, entsteht eine schön lange vertikale Linie in der Mitte. Die Körperbreite wird so optisch in der Breite geteilt und in der Länge verlängert. Das Auge des Betrachters verlängert automatisch Linien.

Hier ist die dominante Linie die in der Mitte und Du schaust von oben nach unten und wieder hoch zum Gesicht. Der Effekt wäre noch stärker, wenn Bluse und Hose die gleiche Farbe hätten und gemeinsam einen Kontrast zum Gehrock bilden. Dieser Effekt gleicht aus, dass der lange Gehrock an sich die Körperlänge kleiner aussehen lässt. Deshalb sage ich: Geht doch!

Aus Plus-Size wird Over-Size

Gekauft habe ihn 2013 als Gehrock für die kalte Jahreszeit für drinnen. Damals trug ich Größe 48. Die lange Version war schmeichelhaft für Po, Hüften und Bauch und ich habe mich trotz meiner kleinen Statur für ihn entschieden. Mit einer hellen Bluse darunter oder hellem Ringelshirt ergab sich in der Mitte eine schöne Längslinie im Kontrast zum Strecken.

Nun ist der Stoff immer noch gut, das Teil kaum getragen und ich habe es 2017 zum Over-Sized-Herbstkurzmantel erklärt. Seitdem hatte ich es öfter an als in den vier Jahren davor zusammen. Auch das war eine Artikeloption, die auf Platz 4 in der Abstimmung lag. Hat sich beim Schreiben ergeben, dazu ein paar Worte zu verlieren.

Die wenigsten Sachen lassen sich wirklich über mehrere Größen gut tragen. Ponchos gehören natürlich dazu, aber eben auch einige Blazer und Wollmäntel. Gerade weil die aktuelle Mode sehr weit ist, lässt sich dieser Gehrock gut leger als Kurzmantel tragen. Da macht es gar nichts, dass viel Luft darunter ist.

Herbsttrend Tweed

Ich vertippe mich ständig und schreibe Tweet. Eine gewisse Social Media Schädigung meines Gehirns lässt sich leider nicht leugnen … Zum Herbsttrend Tweed fällt mir ein

  1. Tweed ist gefühlt jeden Herbst und Winter in. Wie nennt man etwas, dass immer oder immer wieder zum Zeitgeist passt? Klassiker! Tweed ist für mich kein Trend, sondern ein Klassiker.
  2. Klassiker empfehle ich, in neutralen Farben zu kaufen, damit Du sie lange tragen und vielfältig kombinieren kannst. Oder wähle eine richtig auffällige Farbe aus Deinem Spektrum und kombiniere sie als Gute-Laune-Farbe. Dann rate ich Dir noch mehr als sonst, das Kleidungsstück nicht tot zu schonen, sondern möglichst oft zu tragen, falls Du Dir die Farbe dennoch übersiehst.
  3. Neutrale Farben in der Grundfarbe des Tweeds sind Grau- und Blautöne für kühle Farbtypen. Warme Farbtypen sind mit Braun-, Beige und Olivtönen gut bedient, wobei Oliv je nach restlichem Sortiment manchmal schwieriger zu kombinieren ist.
  4. Wenn der Tweed ein Karo hat, kann da gerne eine Knallerfarbe drin sein, die Du im restlichen Outfit aufnehmen kannst. Ob das Orange, Rot, Hellblau, Pistaziengrün oder Pink ist – egal, Hauptsache Du magst es.
  5. Tweed ist ein volumiger Stoff, kann also auftragen. Wenn er ungefüttert ist, kann er leicht ausleiern bei schlechter Stoffqualität. Guter Tweed kann lebenslang halten bei richtiger Pflege und Lagerung. Wenn Du breite Hüften hast, nimm einen Tweedblazer oder Gehrock. Du hast schmale Hüften und mehr Volumen am Oberkörper? Dann können Rock oder Hose aus Tweed perfekt für Dich sein.

Hier geht es zu den anderen Beiträgen der Reihe Geht doch! – Kleidungsstücke und Accessoires, die Risiken und Nebenwirkungen haben können.

5 Themen in einem Beitrag … welches war für wen? Gut so kompakt oder lieber das nächste Mal in Einzelbeiträgen?

Was siehst Du auf diesem Bild? Wünsch Dir einen Beitrag dazu!

Ines Meyrose #ootd auf der Seebrücke Timmendorfer Strand mit Gehrock Clément Design, Bikerjeans Please!, Ledersneaker New Balance, Bluse gelb Different Fashion - Marineblau am Herbstfarbtyp - Gelb kombinieren - Gehrock an (fast) kleiner Frau - ü40 Bloggerin

Kennst Du Bücher oder Filme mit alternativen Enden? Ich liebe so etwas. Deshalb hast Du heute die Wahl, welchen Beitrag ich zu dem Foto schreibe. Mir fallen spontan exorbitant viele Themenschwerpunkte ein. Manchmal habe ich erst einen Beitrag fertig und brauche noch Fotos zur Illustration. Manchmal möchte ich mit einem Foto etwas gezieltes Aussagen, lasse es entsprechend erstellen und schreibe dann den Text dazu.

Mal ist das Huhn zuerst da, mal das Ei

Dieses Bild habe ich gezielt machen lassen. Bin gespannt, ob Deine Auswahl meine Intention trifft. Wenn nicht, macht es auch nichts. Ich habe zu jedem der Themen mindestens zehn Punkte im Kopf für einen Beitrag.

10 mögliche Blogbeiträge zu diesem Foto

  1. Aus Plus-Size wird Over-Size
  2. 10 km Wanderoutfit – schön und bequem gekleidet für einen Sonntagsausflug
  3. Farbberatung: Marineblau am Herbstfarbtyp oder: Wie trage ich am besten Farben, die nicht zu meinem Farbtyp gehören?
  4. Klassik (Dunkelblau, Tweed, Bluse) trifft Moderne (Gelb, Sneaker, Bikerjeans)
  5. Das Leiden des Fotografen einer Lifestyle-Bloggerin von genervt bis geduldig
  6. #seebrückenliebe
  7. Herbsttrend Tweed
  8. Gelb herbstlich kombiniert mit Dunkelblau
  9. Helle Sneaker kombinieren
  10. Geht doch! Gehrock an (fast) kleiner Frau – Stylingtrick vertikale Linie

Enorm, wie viele Blogartikel sich mit einem Foto bespielen ließen, oder? Ich bekomme ab und an Kommentare á la “Was Dir alles dazu einfällt – für mich wäre das einfach Sneaker, Jeans, Bluse, Mantel, fertig”. Wenn in den Beiträgen dann von verlängert hier, verkürzt da, macht hier schmaler und betont dort die Rede ist, kann der eine mehr damit anfangen und der andere weniger. Einige Leser kommen genau für diese Beiträge vorbei, andere klicken sie weg. Deshalb heute die Frage an Dich:

Was siehst Du auf diesem Bild und was möchtest Du dazu lesen?

Um das Sammeln der Beitragsinteressen zu vereinfachen, kannst Du Deinen Wunschartikel in der Abstimmung auswählen. Mehrfachauswahl ist möglich. Wenn Deine Option fehlt, kommentiere sie bitte. Danke für Deine Stimme!

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Wie findest Du die Idee der alternativen Artikel?

Leser_innen-Interview #10: Stephan E.

Lieber Stephan,

Leser_inneninterview by meyrose Iconzur Blogparade Klassische Armbanduhren hast Du hier im Januar einen Gastbeitrag über Deine Omega Moonwatch geschrieben.

Auch wenn hier im Blog Themen für Frauen überwiegen, freuen sich meine männlichen Leser, wenn es um sie geht. Außerdem haben viele Leserinnen das Vergnügen, Männer an ihrer Seite zu haben und beim Styling beraten zu dürfen.

Auf Instagram bist Du als hozzenplozz unterwegs und zeigst regelmäßig Deine Outfits. Danke, dass ich daraus Bilder einbinden darf.

Du liebst den klassischen Stil bei Deiner Kleidung und lebst das beruflich und privat aus. Wenn ich Deine Outfits betrachte, fällt mir oft ein Farbtupfer ins Auge, den Du wiederholt einsetzt.

Klassisch ist zunächst einmal ein weiter Begriff. Wenn Du damit aber meinst, dass ich gerne Hemden, Krawatten, Sakkos oder Anzüge trage, dann stimmt das. Ich bin selten ohne Sakko unterwegs … Casual bedeutet für mich eher Hemd und Jeans als T-Shirt und Jogginggose – die ich nicht mal besitze.

Sicherlich gibt es hin und wieder auch das Bedürfnis nach monochromen, schlichten Looks, aber es hat sich tatsächlich zu einer Art meines Stils entwickelt Farbe einzusetzen und nicht unbedingt täglich uniformiert grau, wie ich es gerne nenne, daher zu kommen.

Nach welchen Kriterien wählst Du diese Akzentfarben aus? Was für einen Tipp hast Du für Neulinge dabei?

Wenn Du genau wissen willst, wie ich die Farben auswähle, dann muss ich leider gestehen, dass ich mir eigentlich gar keine Gedanken mehr mache. Das ist mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Das einzige, was ich noch beachte ist, ob etwas vielleicht zu grell oder zu knallig erscheinen mag.

In der Regel ist es so, dass ich mir überlege, wohin die Reise meines Outfits gehen soll. Hier achte ich normalerweise auf Farben, von denen ich weiß, dass ich sie entweder gut tragen kann oder aber, dass es eine Farbe ist, die mit anderen gut kombinierbar ist. Oft kommt die Eingebung durch ein Einstecktuch, welches mehrere Farben beinhaltet, oder auch eine Krawatte – im Grunde genommen kann man sich dann an dieser Farbpalette, in Bezug auf die Akzente, orientieren.

Natürlich sind auch die Komplementärfarben in all ihren Nuancen immer eine gute Wahl.
Ein wichtiger Tipp ist auf jeden Fall, dass Männer keine Angst haben sollten, Farben zu wählen – auch nicht solche, die sie vielleicht als zu feminin einordnen. Ich liebe zum Beispiel Rosa/Pink und Lila …

Gibt es so etwas wie ein Grundschema, mit dem man Deiner Erfahrung nach selten falsch liegt?

In der Tat gibt es so etwas wie eine sichere Bank der Farbkombinationen, also Kombinationen mit denen man eigentlich nie daneben liegt. Auf diese greife ich z.B. gerne mal zurück, wenn ich mal nicht ganz so farbenfroh bin. Diese sichere Bank wäre vielleicht auch noch ein Tipp, den ich gerne an diejenigen weitergeben möchte, die sich bislang nicht so richtig an Farbe(n) herantrauen.

Ein gutes Beispiel aus dieser Bank wäre meines Erachtens Navyblau. Dies ist für mich die Grundfarbe der Wahl, da sie sich mit wirklich allen anderen Farben kombinieren lässt. Viele nennen gerne Schwarz, aber ich finde, das sollte man nur zu Abendveranstaltungen oder bei Beerdigungen tragen.

Navyblau lässt sich besonders gut mit Hellblau, Rot, Weinrot, Rosa/Pink, (Senf)Gelb, Orange/Rostrot, aber auch mit Braun und Grau kombinieren. Sogar einige Grüntöne sind denkbar, auch wenn das Sprichwort uns was anderes lehrt. Navyblau ist so dunkel, dass es fast schwarz, aber eben doch blau ist und somit auch, meiner Meinung nach, edler wirkt.

Wie kann die konkrete Umsetzung mit Basics aussehen?

Ein navyblaues Sakko oder eine Chino sind sozusagen die Allroundwaffen und sollte in jedem Kleiderschrank zu finden sein. Ebenso ist eine navy-unifarbene Krawatte durchaus als solche einzuordnen. Wenn ich nur eine einzige Krawatte besitzen dürfte, so wäre das ganz sicher eine navyblaue Grenadine-Krawatte in Garza-fina.

Last but not least sollte man auch navyblaue Strickwaren wie einen V-Neck-Pullover oder einen Cardigan besitzen. Mit Hilfe dieser vier oder fünf Kleidungstücke bzw. des Einsatzes von Navyblau erscheinen die dazu gewählten Farben zum einen auffälliger, aber gleichzeitig sind sie eingerahmt oder, wenn man so will, eingedämmt, ohne zu sehr in den Vordergrund zu treten. Es ergeben sich Unmengen toller Kombinationen.

Wenn man mit Farben beginnt, zumindest war es bei mir so, dann sollte man zunächst weniger grelle, sondern eher gedeckte bzw. gedämpfte Farbakzente setzen, außer man fühlt sich gleich pudelwohl damit, die grellrote oder knallpinke Krawatte zu tragen – wobei ich zugeben muss, dass ich das eher den Socken oder den Hosen vorbehalte. Hier kann ein Mann ruhig mal ein Statement setzen.

Das Einstecktuch ist ein Accessoire, bei dessen Einsatz viele Männer Hemmungen haben. Seit der Fernsehserie Mad Men achte ich noch mehr als vorher darauf, wie ein Einstecktuch gefaltet ist. In der Serie hatten die Hauptdarsteller jeweils eine Falttechnik als Markenzeichen, die genau zum Charakter passt in Präsenz und Zackigkeit oder Lockerheit. Warum trägst Du Einstecktücher?

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich Mad Men überhaupt nicht kenne.
Aber nun gut, warum trage ich Einstecktücher. Eigentlich hab ich damit angefangen zu einer Zeit, als kaum jemand Einstecktücher trug.

Erlaube mir einen kleinen Rückblick: Früher, noch bis in 1970er Jahre hinein, trugen Männer regelmäßig Einstecktücher zum Anzug. Das galt dann aber irgendwann als extrem spießig und die Jüngeren ließen um gegen das Althergebrachte zu rebellieren vermehrt selbiges einfach weg. Man erschien weniger förmlich, wenn man schon Anzug oder Sakko trug. Irgendwann wurde aus dem Spießertuch dann vielleicht eher ein Dandy-Tuch, also eher exzentrisch als spießig. Die Tücher wurden zunehmend bunter und waren nicht wie früher einfach weiß. Damit konnte man bzw. in dem Fall auch ich wunderbar Akzente setzen und sich ein wenig von der Masse abheben.

In England zum Beispiel oder in Italien hat man allerdings seit jeher einen anderen Bezug zum Einstecktuch. Die Engländer sehen es als Teil des Gesamtbildes, die Italiener spielen gerne mit ihrer Mode und nutzen es als Eyecatcher. Irgendwo dazwischen bin ich dann auch zu finden. Ohne Einstecktuch wirkt die Brusttasche für mich verloren und öde.

Wie wählst Du sie in Bezug auf Muster und Farben zum restlichen Outfit und vor allem zur Krawatte aus? Was für einen Tipp hast Du, um die passende Falttechnik herauszufinden?

Ich habe mittlerweile eine recht große Auswahl an Einstecktüchern. In der Regel schaue ich, dass ich bereits, wenn ich sie kaufe, überlege, wie man sie kombinieren kann. Ich versuche nach Möglichkeit eine Farbe aufzugreifen, die in meinem Outfit vorkommt. Das kann die Farbe der Krawatte sein, die Farbe des Hemdes, der Hose oder aber gerade im Herbst/Winter auch die Farbe von Pullover oder Cardigan.

In Bezug auf die Muster versuche ich es in der Regel einfach zu vermeiden, zu viele zu kombinieren, da das sehr schnell chaotisch wirken kann. Manchmal kann das allerdings das Tüpfelchen auf dem i sein. Dann lege ich es auch drauf an. Einfarbige Einstecktücher, am besten aus Leinen, Baumwolle oder Wollmischungen, finde ich allerdings immer recht praktisch, da man hier nicht viel falsch machen kann.

Ich rate dazu, alles zusammen aufs Bett zu legen, was man kombinieren möchte, oder es auf einem Bügel aufzuhängen. Also das Sakko über das Hemd hängen, dann Krawatte und Einstecktuch dazu usw. Am Ende dann zwei, drei Meter weggehen und sich das Ensemble aus der Entfernung anschauen. Wenn alles auf einen selbst stimmig wirkt, dann dürfte es in der Regel auch so auf andere wirken.

Letztendlich zählt aber nur, dass man es selbst für stimmig hält, denn nur dann kann man es mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein tragen, die dazu benötigt wird, dass es überzeugend rüberkommt.

Was die Falttechnik angeht, so ist das Netz von Anleitungen übersäht. Man findet sehr viele Techniken, wenn man sich einfach mal ein wenig durchgoogled – ich für meinen Teil hab ein paar Falttechniken für mich gefunden, mit denen ich am besten fahre. Ich weiß nicht mal ob sie Namen haben, ob es sie irgendwo gibt oder ob ich vielleicht sogar eine erfunden habe, wer weiß?

Ich glaube es sind drei oder vier, die eigentlich immer wieder vorkommen. Hier gilt einfach mal ausprobieren und schauen, welche man für sich wählt – ich bin sicher, dass jeder irgendwann seine Lieblinge finden wird.

Beim Thema Einstecktuch erwähnte ich eben schon das Wort Markenzeichen. Damit ist kein Label im Sinn eines Firmenlogos gemeint, sondern ein persönliches Markenzeichen im Kleidungsstil. Etwas, von dem andere Menschen sagen, das ist typisch Stephan. Was ist Dein Markenzeichen im Gesamtlook? Wie hast Du es gefunden?

Das Einstecktuch war sicherlich eine ganze Zeit lang etwas wie ein Markenzeichen. Heute tragen wieder viele Männer eins, weswegen ich mich damit nicht mehr so hervorhebe, aber das ist ok, ich begrüße es sogar. Wenn man mich heute fragt, was ist typisch Stephan, dann ist es schwierig, eine entsprechende Antwort zu geben. Allerdings wundern die Leute sich oft, wenn ich mal nicht in Krawatte oder Schleife und Sakko daherkomme, also ist eher mein Look selbst zu einer Art Markenzeichen geworden.

Was ist Dein Tipp für Männer, die erst damit beginnen, sich einen eigenen Look zu erarbeiten. Womit fangen Sie am besten an? Für welche Teile nimmst Du das größte Budget? Was kann man erstmal vernachlässigen oder etwas Günstiges kaufen?

Eine sehr interessante Frage, die ich auch gar nicht so pauschal beantworten möchte. Idealerweise würde ich den Männern raten, mal vom Standard etwas abzuweichen. Heutzutage ist doch Jeans und Hemd, vielleicht auch Jeans und Pulli zu einer Art Uniform verkommen. Auch wenn es Bluejeans sind, hat es doch eher was von den grauen Männern bei Momo: Alle sehen gleich aus, keiner hebt sich hervor.

Ich möchte jetzt auch nicht unbedingt dazu raten, dass jeder sich eine Krawatte um den Hals schlingt. Ich kenne viele Männer, die eine Abneigung dagegen haben und sie ist letztendlich auch gar nicht wichtig.

Das wichtigste, finde ich, ist ein Sakko – für mich das universellste Kleidungsstück überhaupt. Es hat viele Taschen, man kann alles mitnehmen, was man mitzunehmen hat und man wirkt gleich eine Spur angezogener, wenn ich das so formulieren kann. Ebenso wichtig sind gute Schuhe. Nichts kann einen Look mehr ruinieren als die Wahl der falschen Schuhe – hier würde ich am allerwenigsten sparen.

Wenn Du sagst, bei Schuhen sparst du am wenigsten, was ist hier Dein Tipp?

Bei Schuhen gebe ich gern den Rat: Designerware ist oft teuer, aber deswegen nicht gleich von besserer Qualität. Man sollte sich ein wenig mit dem Thema auseinandersetzen und schauen, worauf man achten muss.

Das sind insbesondere die Macharten. Gute Schuhe sind rahmengenäht oder genagelt, nicht nur verklebt. Es ist sicher nicht schlimm, wenn zusätzlich mit Kleber gearbeitet wird, aber vernähte Schuhe bleiben jahrelang in Form und können immer wieder repariert werden. Ein einfacher Tipp: Im Laden den Schuh anheben, ein guter Schuh ist schwerer als ein schlechter.

Außerdem sollte man Schuhe meiner Meinung nach, nur von namhaften Herstellern kaufen, die mitunter auch schon Jahrzehnte lang auf dem Markt sind und eben nur Schuhe vertreiben. Wer lange besteht, bietet in der Regel auch Qualität, sonst bestünde das Unternehmen nicht auf dem Markt.

Kannst Du hier einige Hersteller nennen?

In Deutschland fällt oft als erstes der Name Lloyd. Über viele Jahrzehnte hat Lloyd wirklich sehr gute Schuhe hergestellt. Ich selbst besitze ein Paar, dass ich 1994 gekauft habe, bereits mehrfach neubesohlt und immer gepflegt habe und auch heute noch trage. Diese Schuhe haben damals 450 DM gekostet, auf die ich damals auch eine ganze Weile hingespart habe.

Bei Lloyd gab es dann aber am etwa Anfang der 2000er Jahre wirklich eine Zeit lang, wie mir schien, den Versuch mit dem guten Namen billigeres, fast schon schlechtes Schuhwerk auf den Markt und an den Mann zu bringen um die Gewinne zu maximieren. Das hat mich dazu gebracht mich nach Alternativen umzusehen. Hier landete ich zum Beispiel bei Dinkelacker, aber unter anderem auch bei britischen Herstellern wie Loake oder Church’s. Ein weiterer Favorit sind die amerikanischen Schuhe der Marke Alden.

Hier sind wir allerdings schon in einer anderen Liga, wo sicherlich viele Männer nicht einsehen, das Geld in die Hand zu nehmen. Wenn man jedoch überlegt, dass ein Paar Schuhe für 600-800 Euro dann auch 10-15 Jahre hält und man in dieser Zeit vielleicht noch 200-300 Euro für Reparaturen einplant, dann kommt man im Schnitt auch auf die 100-150 Euro pro Jahr die Männer für Schuhe ausgeben, die sie nach eben ein-zwei Jahren entsorgen müssen. Nur hat man dann eben einen wirklich gut gemachten Schuh.

Kommen wir aber zurück zu den Marken, mit denen man vielleicht anfangen kann, denn vor allem im Internet findet man natürlich alle möglichen Marken und Qualitäten. Eine sehr gute Seite ist herringshoes.co.uk – dieser englische Hersteller bietet nahezu alles was die englische Schuhindustrie zu bieten hat und im Sale kann man auch den einen oder anderen Schnapper machen.

Wenn wir schon im Netz unterwegs sind, kann ich aber auch dazu raten mal bei Shoepassion, Prime-Shoes, Meermin, Velasca oder Scarosso zu schauen. Diese Schuhe werden nur im Direktvertrieb über einzelne ausgewählte, eigene Läden aber eben vornehmlich online vertrieben. Das spart die Margen der Zwischenhändler ein und man bekommt für den Preis mittelmäßiger Schuhe der meisten Standard-Schuhläden in den Städten hier für sein Geld wirklich gutes Schuhwerk.

Wenn Du eine Liste erstellen müsstest, welche Basics braucht man(n) Deiner Meinung nach?

Wenn ich jemandem eine Art Liste erstellen müsste, was man sich kaufen sollte, um einen Look zu kreieren, bzw. eine Grundausstattung zu haben, dann wären das

  • Ein sportliches Sakko, farblich hier vielleicht das zuvor bereits erwähnte Navyblaue
  • Chinos in Navyblau und vielleicht Beige oder Grau/Olive als Alternative zur Jeans
  • Zwei Paar gute Schuhe in Braun und Schwarz, dazu jeweils ein passender Gürtel
  • Ein halbes Dutzend Hemden in Weiß und Hellblau, wer es mag auch Rosa – und vor allem bitte, bitte niemals Kurzarm!
  • Ordentliche Socken/Strümpfe – Du wirst lachen, aber das ist definitiv ein wichtiger Punkt. Wir alle wissen, dass weiße Tennissocken schrecklich sind. Aber glaub mir, deren schwarze oder graue Pendants sind nicht weniger schlimm.
  • Wenn man sich dazu noch ein paar Accessoires besorgt, wie Einstecktücher oder auch den ein oder anderen Schal, dann ist man durchaus in der Lage vielseitige Looks zu kreieren. Mit dieser Grundausstattung kann man dann die Garderobe immer weiter ausbauen.

Deine Kleidung sieht auf den Fotos immer perfekt sitzend aus. Ist das alles maßgeschneidert, angepasste Konfektion oder hast Du das unverschämte Glück, so exakt in Sachen von der Stange zu passen?

Vielen Dank! Meine Kleidung ist unterschiedlichster Herkunft. Ich kaufe sowohl maßgeschneiderte bzw. maßkonfektionierte Kleidung, aber auch sehr vieles von der Stange. Genauso kaufe ich sehr gerne Vintage-Kleidung. Insbesondere bei Tweed, welchen ich sehr gerne trage, findet man oft alte Schätzchen, die in einer Qualität gefertigt wurden, die man heute kaum noch findet.

Dennoch muss ich zugestehen, dass ich sehr oft das große Glück habe, dass ich mit Stangenware – welche in gewissen Kreisen verpönt ist – durchaus wunderbar zurechtkomme. Man muss halt wissen, wie die Kleidung sitzen soll. Dann kann man oft mit kleinen, wenig kostspieligen Änderungen wunderbar zurechtkommen.

Ich denke auch, dass wir heutzutage bereits für verhältnismäßig kleines Geld sehr ordentliche Kleidung bekommen können – ob das allerdings in Bezug auf die Arbeitsbedingungen der Hersteller zu begrüßen ist, ist natürlich ein anderes Thema.

Deine geliebte Omega-Uhr kennen wir. Was für andere Schmuckstücke trägst Du im Alltag? Wie stehst Du zu Schmuck bei Herren?

Bei Schmuck bin ich sehr pragmatisch. Ich finde Ringe bei Männern noch akzeptabel. Der Ehering zum Beispiel ist etwas, das Männer natürlich tragen können. Ansonsten sollten sie sich aus konservativer Sicht eher zurückhalten. Ich trage zum Beispiel an jeder Hand, am Ringfinger einen Ring. Beides sind Stücke, die mir besonders wichtig sind und eine emotionale Bindung mit sich bringen. Allerdings ist so eine Aussage natürlich stark pauschal. Jemand, der in seinem Stil zum Beispiel einem Rockstar oder Biker ähnelt, der kann diesen Stil natürlich auch durch mehrere Ringe zum Ausdruck bringen.

Armbänder aus Stahl, Silber oder Gold zum Beispiel finde ich persönlich bei Männern deplatziert. Das sollte man den Damen überlassen. In den 70ern und 80ern war das mal sehr schick, heute wirkt es allerdings nicht mehr. Wer denkt da zum Beispiel nicht an Dieter Thomas Heck?

Allerdings ist die Mode immer ein Kommen und Gehen. Wer weiß, vielleicht kommen die Armbänder aus Metall ja wieder? Im Sommer kann z.B. ein Holzperlenarmband durchaus zu einem Casual-Look passen, vorausgesetzt es sticht nicht zu sehr hervor. Jedenfalls ist dieses Thema derzeit recht aktuell und das Angebot vielfältig.

Halsketten trage ich persönlich überhaupt nicht und finde dass, wenn Männer sie tragen, diese auf jeden Fall unsichtbar bleiben sollten – außer vielleicht Sie sind ein gutgebauter, gutaussehender südländischer Playboy. Dann darf sie unter dem weit offen geknöpften Hemd und zur Sonnenbrille gerne Ihr Playboy-Image unterstreichen.

Vielen Dank, lieber Stephan, für das Interview. Ich wünsche Dir weiter viel Freude an Deinem persönlichen Stil!

Hier findest Du die bisherigen Interviews: Leser_innen-Interview by meyrose.
Lesetipp von mir hier im Blog: Männermontage – Bücher für Männer mit Stil.

Hellblau am Herbstfarbtyp

Schaltuch Camel Active Blau-Beige

Dieses zweifarbige Schaltuch aus Baumwolle von Camel Active habe ich mir ausgesucht, weil ich nach der Analyse der Outfits aus dem wahren Leben zu der Erkenntnis gekommen bin, dass ich mehr helle Tücher tragen möchte als bisher. Mein Mann hat es mir im letzten Urlaub geschenkt. Ich liebe es, Kleidung und Accessoires im Urlaub zu kaufen, weil sie mich beim Tragen dann an die schöne Zeit erinnern.

Ines Meyrose im Marine-Look mit Hellblau auf Sylt in Kampen im Mai 2017 - Shirt Armor Lux, Schaltuch Camel Active, Jeans Please!

Ein Tuch in reinem Beige würde mich zu blass aussehen lassen. Das funktioniert zu meiner hellen Haut und den durch das Grau heller werdenden Haaren nicht gut. Ich bin ein sogenannter Herbstfarbtyp. Das heißt, zu meinen natürlichen Farben in Haut, Augen und Haaren passen am besten warme, dunkle, gedämpfte Farben in Gesichtsnähe und am Oberkörper. Wenn ich mich von den Farben weg bewege für mehr Abwechslung, achte ich darauf, dabei mindestens eine Dominanz der Farben zu behalten.

  • Wenn ich kühle Farben trage, achte ich darauf, dass es eine dunkle Farbe ist oder eine gedeckte, z.B. Marineblau, tiefes Lila oder Dunkelgrau. Ich trage keine kühlen, leuchtenden Farben wie Pink oder Cyan in Gesichtsnähe.
  • Wenn ich leuchtende Farben trage, achte ich darauf, dass sie warm sind, z.B. Orange oder Sonnenblumengelb. Das Leuchtende der Farben überstrahlt mich allerdings meistens, so dass ich leuchtende Farben eher meide.
  • Wenn ich helle Farben trage, kombiniere ich eine warme oder dunkle Farbe. Zur weißen Bluse und Hose trage ich zum Beispiel den Schal aus diesem Beitrag mit dem warmen Beige dabei und trage Schuhe in Beige dazu. So bilden die warmen Farben den Rahmen zum kühlen Weiß.

Das T-Shirt mit den Streifen in einem hellen Petrolton ist elfenbeinweiß im Untergrund. Das Tuch nimmt die Farben auf. Ich mag gerne farbliche Wiederholungen bei Kleidung und Accessoires. In diesem Fall habe ich das Tuch bewusst so gebunden, dass die Schalenden relativ gerade sind und den Fadenverlauf nicht schräg genommen, wie im Beitrag Schal binden schöner gemacht gezeigt, weil dieser Schal so besser sitzt.

Referenzfarben zum Vergleich

Blaugrau / helles Petrol / Blau am Herbstfarbtyp, Farbfächer ColorPocket ColorCircus Herbst pur

Wenn Du unsicher bist, ob eine Farbe dir steht, lege sie zu Farben, von denen Du sicher bist, dass sie zu Dir passen. Hier siehst Du am Farbfächer ColorPocket mit 36 Farben für den Herbstfarbtyp von ColorCircus, dass der Blauton vom Tuch zwar heller ist als der Petrolton im Farbfächer, sich die Farbe aber insgesamt ins Bild einfügt.

Die Farbe des Tuchs sieht übrigens je nach Lichteinfall unterschiedlich aus – von Aqua über Blaugrau bis Babybleu sind viele Interpretationen möglich. Deshalb passt sich das Tuch chamäleonartig vielen Farben in der Umgebung an. Ob der Blauton nun warm oder kühl ist, spielt beim Beige dabei dann eine geringere Rolle für mich, denn die Dominanz gedämpft erfüllt es in jedem Licht.

Wie nennst Du die bläuliche Farbe in dem Tuch? Ist sie für Dich warm oder kühl?

Buchreview: Das Kleiderschrank-Projekt

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Das Kleiderschrank-Projekt: Systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum (Affiliate-Link) von Anuschka Rees*

Sieht es bei Dir so aus?

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Dein Kleiderschrank ist voll, aber jeden Morgen die Frage: Was ziehe ich an? Das ist Dir ein Gräuel? Dann stimmt etwas nicht mit Deinem Sortiment. Entweder passt es nicht zueinander oder nicht zu Dir. Oder Du kaufst ständig neue Sachen einfach um des Haben Willens und ziehst die Sachen nur selten an? Fast Fashion ist Dein Motto, aber es gefällt Dir nicht mehr? Damit bist Du Kernzielgruppe des Buchs Das Kleiderschrank-Projekt von Anuschka Rees. Mehr über die Autorin Anuschka Rees findest Du übrigens in ihrem Blog.

Das Kleiderschrank-Projekt: Reduktion für Einsteiger

Im Kleiderschrank-Projekt werden einfache Strategien und Übungen gezeigt, um Deinen eigenen Stil zu entwickeln und Kleidung bewusster zu kaufen. Die Empfehlungen sind unabhängig von Trends, Figur-, Stil-, Farbtypen. Alle, die allergisch auf Schemata und Schubladendenken reagieren, werden den Anregungen gegenüber offen sein. Letztendlich geht es darum, auf Deine Intuition zu hören und zu schauen und selbst zu entscheiden, in was Du Dich am besten fühlst und leiden magst.

Inhaltlich behandelt die Buch die Grundlagen der Bestandsaufnahme, die Entdeckung des eigenen Stils, die Zusammenstellung einer zu Dir passenden Garderobe und die Kunst des Einkaufens mit Hinweisen zu Qualität und Sitz der Kleidung.

Dokumentation des echten Lebens

Bei der Bestandsaufnahme empfiehlt Anuschka Rees, zwei Wochen lang eine Fotodokumentation der getragenen Outfits zu machen mit den Hinweis zum Anlass, z.B. Kundentermin, Treffen mit einer Freundin oder Sofatag. Wenn Du diese Übung in zwei Wochen machst, die Deinem durchschnittlichen Wochenablauf entsprechen, siehst Du schnell, welche Sachen Du oft trägt und welche im Schrank bleiben. Damit sind wir wieder bei meiner Grafik oben mit den Lieblingsklamotten …

Auf Seite 39f im Buch findest Du einen Fragebogen zur Bestandsaufnahme, den Du bei Betrachtung der Fotos auswerten kannst. Die Fragen dazu finde ich klug formuliert und durchdacht. Die Leser_innen kommen mit wenigen Gedanken dazu, den Kern des eigenen Stils und der Bedürfnisse zu reflektieren.

Praxisbeispiel

Gunda vom Blog Hauptsache warme Füße! hat bereits 2016 einige aufschlussreiche Beiträge mit der Überschrift What I wore mit Fotodokumentation veröffentlicht, in denen sie ihre Bürooutfits von Montag bis Freitag mit Fotos dokumentiert und kommentiert hat. Spaßeshalber mache ich das für mich auch gerade ausgelöst durch das Lesen des Buchs. Die Spiegelselfies werden hier nicht veröffentlicht. Ich überprüfe damit nur, ob meine Selbsteinschätzung stimmt. Die Liste der getragenen Sachen und Anlässe dazu mit Auswertung würde ich bei Interesse hier im Blog zeigen. Bitte kommentiere das bei diesem Beitrag, wenn Du es gerne lesen würdest.

Auch wenn ich ziemlich genau weiß, warum ich welche Sachen aus meinen Schrank oft trage und welche seltener, ist es interessant, das auf Fotos gesammelt zu sehen. Bei anderen Menschen – sprich meinen Kunden und Bloggerinnen, die ich lese – ist das auch für mich als Imageberaterin immer einfach als bei mir selbst. Mit ein wenig Betriebsblindheit ist jeder geschlagen. Deshalb also auch für mich der kleine Test.

Outfit-Formel

Der zweite Punkt, der mich neben den Fragen zur Bestandsaufnahme dazu bringt, das Buch gerne zu empfehlen, sind Praxisbeispiele zur Outfit-Formel. Die Outfit-Formel ist bei Anuschka Rees das, was bei mir Einheitslook heißt oder auch Uniform genannt wird. Die Kunst ist dabei, Kombinationen zu wählen, die zu Deinem Stil perfekt passen und in denen Du Dich wohlfühlst. Bei mir sind das zum Beispiel

  • Frühling: Gerade geschnittene dunkle Jeans, langärmelige weiße Bluse, Boots
  • Sommer: Bikerjeans von Please!, Ringelshirt mit minimal 3/4-Arm, Sneaker
  • Herbst/Winter: Jeans, Kaschmirrollkragenpullover, Stiefeletten oder Stiefel

Im Buch findest Du ab Seite 152 einen Outfit-Plan für zwei Wochen, der auf zwei Outfit-Formeln basiert. Es ist immer wieder spannend, mit wie wenig Teilen gefühlt unendlich verschiedene Looks funktionieren. Wir brauchen alle viel weniger als wir denken.

Fazit

Leser dieses Blogs und Menschen, die sich schon länger mit ihrer Kleidung und Ihrem Konsumverhalten in Form von Kleiderschrankinventuren, Bewertungen der Käufe im Rückblick und Fehlkäufe beschäftigen, werden wenig Neuigkeiten im Kleiderschrank-Projekt finden. Aber gerade wer am Feinschliff arbeiten möchte, wird mit dem Fragebogen zur Bestandsaufnahme noch Denkanstöße bekommen. Einsteiger in das Thema finden mit Sicherheit diverse praktikable Anregungen.

Danke an den DuMont (Werbung) Buchverlag für das Rezensionsexemplar. Weil es in dem Buch um kontrolliertes und reduziertes Konsumverhalten geht, verlinke ich es bei Traude Rostroses Aktion A New Life.

(Affiliate-Link)

  1. * Aus dem Englischen von Rasha Khayat – Originaltitel The curated closet. A simple system for discovering your pesonal style and building your dream wardrobe bei Ten Speed Press, Berkeley. []

Geht doch! #3 Plissee

Werbung ohne Entgelt

Ines Meyrose #ootd 20170212 mit Ponté-Shirt Plissee von Lands' End, Lederhose von Oakwood

Foto: Bärbel Ribbeck

In der Reihe Geht doch! stelle ich Dir Kleidungsstücke und Accessoires vor, die Risiken und Nebenwirkungen haben können. Es ist wie bei Medizin: Die richtige Dosis macht das Gift. Oder hilft! Nach dem Start der Serie mit der #1 Beanie habe ich bei den bereits vorher veröffentlichten Beiträgen #2 helle Lederhose im Jogpantstlye und #4 Rollkragenpullover die # ergänzt, weil sie so gut zum Thema passen.

Plissee, oh weh?

Warum nehme ich Plisseestoff in die Serie auf? Er hat seine Tücken, denn er kann übel auftragen. Außerdem ist er in der Textur nicht so ganz einfach zu kombinieren. Wenn Du ein paar Aspekte beachtest, kannst Du besondere Outfits damit gestalten. Ein Hingucker ist Plissee immer!

So geht Plissee!

Ines Meyrose #ootd 20170212 mit Ponté-Shirt Plissee von Lands' End, Lederhose von Oakwood

Foto: Bärbel Ribbeck

Mein Lands’ End Ponté-Shirt mit Plissee-Rückseite (Werbung) ist in der Farbe Frisch Sahne, Größe M (40/42) Petite. Ich habe es zusammen mit dem roten Kleid gekauft. Und nein, ich habe bei Frisch kein e vergessen. Der Elfenbeinweißton passt ideal zu Herbstfarbtypen.

Weil es in der Kurzgröße zu meinem kurzen Oberkörper passt, endet es vor meiner breitesten Stelle an der Hüfte, die ich als A-Figurtyp habe. In Normallänge wäre unvorteilhaft, weil es genau an der breitesten Stelle enden würde. Ich liebe Kurzgrößen bei Oberteilen. Der Plisseeeinsatz vorne macht zwar eine breite horizontale Linie, jedoch wird sie durch die Längsrichtung der Plisseefalten wieder aufgehoben.

Bei dem Shirt mag ich den Bewegungsspielraum am Rücken. Das ist gut bei Arbeiten am Flipchart, z.B. in Seminaren, und in Kundenterminen. Die 3/4-Ärmel sorgen für freie Hände zum Arbeiten und für genug Wärme am Arm.

Ines Meyrose #ootd 20170212 mit Ponté-Shirt Plissee von Lands' End, Lederhose von Oakwood, Boots Camper

Foto: Bärbel Ribbeck

Kombiniert habe ich dazu die legere Lederhose im Jogpantstyle und Boots von Camper. Die matten und derben Stoffe bilden den Kontrast zum feinen Plissee. Ein heller Winterlook, der Lust auf Frühling macht.

Der weiche Ponté-Jersey ist feminin, elastisch, pflegeleicht – so mag ich das. Bestimmt wünschen sich einige Leser_innen eine Taillenbetonung bei dem Shirt. Wäre es kurviger geschnitten, hätte ich auch nichts dagegen. Durch den weichen Fall hinten stört es mich aber auch nicht, dass es seitlich und vorne weit fällt. Gerade im Job muss nicht jeder meine Kurven sehen. Deshalb schätze ich bei dem Shirt auch den hohen Ausschnitt. Ich kann mich in dem Teil bewegen, ohne Angst zu haben, zu viele Einblicke zu gewähren. Das gibt Sicherheit und Sicherheit gibt Ausstrahlung.

Einen schönen Plisseerock findest Du bei LoveT im Artikel schlanke Linie mit Plissee. Danke an Bärbel für die Fotos mit Blick auf Hamburg!

Wie stehst Du zu Plissee?

Geht doch! #2 Stylingtipps für Lederhosen und Jogpants

Werbung mit Stil

Ines Meyrose #ootd 20160918 mit Lederhose Jogpant von Oakwood

Nachtrag Januar 2017:
Der Beitrag passt zur neuen Serie Geht doch! und wird dort als #2 geführt.

Helle Farben tragen auf. Dicke Materialien tragen auf. Hosen, die nach unten hin schmaler werden, tragen auf. Das kann ich an den Hüften als A-Figurtyp alles nicht gebrauchen. Aber diese Lederhose, die vom Schnitt eine Jogpant ist, kann ich sehr wohl gebrauchen.

Ines Meyrose #ootd 20160918 mit Lederhose Jogpant von Oakwood

Ines Meyrose #ootd 20160918 mit Lederhose Jogpant von OakwoodVerliebt habe ich mich in die Ziegenvelourlederhose von Oakwood im Schaufenster bei classico im Vorbeigehen auf dem Weg zum Treffen an der Alster mit Typberaterin Angela H. Kneusels. Anprobiert und gekauft habe ich sie auf dem Rückweg. Gesehen, dass das Modell Angela heißt, habe ich erst zu Hause beim Wegsortieren der Rechnung. Das ist ein Zeichen, oder? Das war einfach ein Angela-Tag und der war schön. Die Hose erinnert mich an diesen gelungenen Tag.

Wie kombiniere ich Jogpants bei breiten Hüften?

  • Diese Hose trage ich so lang wie es geht, ohne auf den Saum zu treten. Jegliche Krempelvariationen schenke ich mir.
  • Der Klassiker hohe Absätze funktioniert natürlich, wird aber mangels Lust darauf abgelehnt.
  • Ines Meyrose #ootd 20160918 mit Lederhose Jogpant von Oakwood Ein Oberteil in der gleichen Farbe wie die Hose, streckt die Silhouette. Das geht zum Beispiel mit dem Blusenshirt aus dem Beitrag von Samstag. Das gleiche gilt für Schuhe in ähnlicher Farbe wie die Sneaker auf den Bildern hier. Die Kontrastfarbe der Socken ignorieren wir hier, weil sie im Stehen nicht zu sehen sind. Die kurzen Sneakersocken in passender Farbe waren in der Wäsche. Davon lasse ich mich nicht abhalten, einen Ostseeausflug zu machen und viele Schritte zu gehen.
  • Ein Oberteil mit Muster addiert ebenso optisches Volumen wie helle Farben und gleicht deshalb die helle Jogpant wieder aus. Welches Muster kann das besser als Querstreifen?
  • Der Poncho in spitzer Form vorne und hinten illustriert optisch eine Sanduhr mit schmalerer Mitte.
  • Ines Meyrose #ootd 20160918 mit Lederhose Jogpant von Oakwood Eine leuchtende Farbe in Gesichtsnähe lenkt von den Hüften ab und zieht die Blicke nach oben.
  • Bei dieser Jogpant ist zusätzlich von Vorteil, dass an der Beinseite ein streckender Streifen eingenäht ist und die Taschen in Längsrichtung darin verschwinden. Auf den Bildern trage ich den Poncho von Eva Schreiber via da sempre (Werbung), den Du vielleicht schon aus der aktuellen Verlosung kennst.

Dreiklang mit Komplementärfarben: Natur + Orange + Marineblau

Die Farbe der Hose nehme ich in den Schuhen auf. Das Logo der Schuhe, die Streifen im Shirt und der Rucksack sind marineblau, das Orange des Ponchos findet sich als Komplementärfarbe an den Sneakern und Socken wieder. Das Braun vom Rucksack ergänzt Haare und Brille. Das Naturweiß vom Shirt findet sich an den Schuhen kleinteilig wieder.

Lederhose kürzen

Gekürzt habe ich die Lederhose auf die ideale Hosenlänge für alle Schuhe mit bis zu 6 cm hohen Absätzen. Sie berührt barfuß gerade eben hinten den Boden, ohne Falten zu werfen. Auf den Sneakern stockt sie auf. Das tört mich nicht, weil der Farbkontrast zu den Schuhen gering ist. Bei glatteren, schmaleren Schuhen fällt sie darüber.

Ines Meyrose #ootd 20160918 mit Lederhose Jogpant von Oakwood

Lederhose umkleben

Lederhosen kann man einfach abschneiden und dann nur die Seitennähte am Ende mit ein paar Stichen fixieren. Alternativ kann man Lederhosen umkleben. Dabei ist wichtig, dass der Kleber flexibel bleibt. Ich nehme dafür seit über 20 Jahren Fixogum von Marabu. Das ist ein elastischer Montagekleber für Grafiker und Retuscheure. Also vermutlich ein vom Aussterben bedrohtes Produkt, weil kaum noch etwas von Hand montiert wird, sondern der PC den Job übernommen hat.

Lederhose umkleben bzw. kürzen mit Fixogum

Die Hose drehe ich dafür auf Links, weil ich dann am Saum besser sehen kann, wo ich klebe oder ob etwas vom Kleber an falschen Stellen landet. Den Saum streiche ich beidseitig mit ein paar Streifen ein, lasse die kurz antrocknen, füge sie zusammen und drücke dann mit Handballen schön fest auf die Stellen. Dabei achte ich darauf, dass kein Kleber durch Nähte dringen kann. Bisher ist es bei mir immer unfallfrei und ohne durchdrückende Stellen gut gegangen. Trotzdem ist der Tipp natürlich ohne Gewähr und Umsetzung auf eigene Gefahr! Der Vorteil an dieser Methode ist zusätzlich, dass die Klebestellen wieder gelöst werden können, wenn die Länge doch noch verändert werden soll. Gerade bei Lederhosen ist schwer vorhersehbar, ob sie beim Tragen durch Sitzfalten kürzer oder durch leichtes Rutschen durch Ausdehnung beim Tragen länger werden.

Klammern anstatt stecken

Bei Leder kann man schlecht Stecknadeln zum Abstecken und Fixieren der Länge verwenden, weil die Löcher dauerhaft drin bleiben. Deshalb kannst Du Büroklammern dafür verwenden oder noch besser Foldback-Klammern. Auf YouTube gibt es kreative Videos, was Du mit den Dingern im Alltag noch alles machen kannst: Videos mit Foldback-Klammern.

Klicktipp

Coole Styling mit Jogginghosen findest Du übrigens immer wieder bei Oceanblue Style und collected by Katja. Die beiden tragen diese Art von Hose in alltags- und ausgehfeinen Variationen.

Wie würdest Du diese Hose kombinieren?

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