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Grünkohlsuppe

Auf die Idee hat mich Nicole in ihrem November-Blogbeitrag gebracht. Sie schwärmte da von Grünkohlcremesuppe als einem leckeren Experiment. Da ich sowohl Grünkohleintopf als auch kräftige Suppen liebe, hat mich das selbstverständlich herausgefordert, ein Rezept dafür zu entwerfen.

Grünkohlsuppe mit Kohlwurst und Cashewkernen

Rezept für 4 große Portionen

  • 500-600 g frischer Grünkohl, gewaschen und geputzt bereits beim Kauf, oder TK-Ware – auf KEINEN FALL bereits gekochten Grünkohl aus dem Glas oder der Dose und auch AUF KEINEN FALL frischen Grünkohl samt Strunk und ganzen Blättern verwenden – mehr dazu unten.
  • 3 mittelgroße Kartoffeln, das sind bei mir etwa 220 g ungeschält
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 große Knoblauchzehen
  • 4 Kohlwürste, das sind bei unserem Fleischer etwa 400 g
  • 1 Handvoll Cashewkerne, gerne Bruch
  • 1200 ml Hühner- oder Gemüsebrühe, zum Beispiel selbst gekochte Hühnerbrühe als Rest von einer Hühnerfrikassee oder Gemüsebrühe aus der Gemüsepaste
  • 75 ml weißer Portwein, alternativ Apfelsaft, wenn das Essen alkoholfrei sein möge
  • 200 ml Soja-Cuisine
  • Butter zum Braten
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Vorbereitung des frischen Grünkohls

Bei uns wird ab dem ersten Frost auf dem Wochenmarkt frischer Grünkohl in Tüten verkauft, die etwa 1100 g Einlage haben. Der Grünkohl ist bereits gewaschen und in handliche Stücke zerrupft.

Wenn Du diesen Kohl roh essen möchtest als Salat oder im Smoothie, sollte er nochmal gründlich gewaschen werden, weil sich in der Plastiktüte Keime vermehren können. Wenn Du ihn aber, wie gleich im Rezept beschrieben, blanchierst und hinterher nochmal kochst, kannst Du Dir meiner Ansicht nach das nochmalige Waschen sparen. Das entscheidet aber bitte jeder für sich selbst. Wichtig ist, dass der Kohl bereits sandfrei ist.

Für die Suppe habe ich so einen großen Sack gekauft und die überschüssige Hälfte nach dem Blanchieren eingefroren. Daraus wurde später ein Grünkohleintopf mit Kartoffeln und Kohlwurst.

Warum rate ich vom Kauf von frischem Grünkohl mit Strunk ab? Du hast ein Volumen zu bewältigen, das keine Freude macht, und Berge von Sand herauszuwaschen. Am besten macht man das – kein Scherz – mehrfach in einer Badewanne und das macht wirklich keine Freude.

TK-Grünkohl kannst Du meiner Erfahrung nach ebenso gut für so eine Suppe verwenden wie frischen, wenn Du auf das Blanchieren keine Lust hast.

Bereits vorgekochter Grünkohl aus Dosen und Gläsern ist meiner Erfahrung nach … nun ja … sagen wir einfach … nicht besonders lecker. Der hat nichts mit frischem Grünkohl mehr am Hut. Was anderes sind bereits fertig gekochte Grünkohlgerichte samt Gewürzen und Einlagen, wie sie unser Fleischer und einige Bio-Marken vakuumiert anbieten, die können durchaus lecker sein – aber sind als Suppengrundlage ebenso ungeeignet.

Damit Du gleich mit dem Kochen der Suppe loslegen kannst, blanchiere den frischen, zerzupften, sauberen Grünkohl. Dazu lasse ich Wasser in einem großen Topf, zu 2/3 gefüllt, aufkochen und gebe mit Hilfe eines Kochlöffels max. 600 Kohl mit Salz ins Wasser und lasse ihn ein paar Minuten köcheln.

Alle Blätter müssen die Farbe in Richtung eines leuchtenden Grüns verändert haben und etwas zusammen fallengefallen sein. Dann gieß den Kohl in eine großes Sieb – ich nehme das von der Salatschleuder, das ist das größte Sieb in unserer Küche – und spüle ihn gründlich mit fließendem, kalten Wasser ab.

Eiswürfel sind beim Abschrecken nicht erforderlich, weil der Kohl bei der weiteren Verarbeitung erneut gekocht wird und dann seine Farbe eh nochmal verändert.

Wenn Du eine größere Menge blanchierst, wie ich hier zum Beispiel, nimm für jede Charge frisches Kochwasser. Warum? Das siehst Du, wenn Du das erste Kochwasser anschaust. Es ist grün und am Topfboden leicht sandig. Das möchtest Du nicht in der frischen Charge haben.

Es gibt Rezepte, in denen auf das Blanchieren vom frischen Grünkohl verzichtet und er nur gewaschen und zerkleinert wird. Davon rate ich eindeutig ab, weil mir der Kohl dann erheblich zu bitter schmeckt. Eine leichte Bitternote hat er auch nach dem Blanchieren noch, aber eben nur noch eine dezente.

Zubereitung

  • Grünkohl auftauen oder blanchieren und gut abtropfen lassen, gerne in einer Salatschleuder vom Wasser befreien.
  • Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln.
  • Kartoffeln waschen, schälen und in etwa 1 x 1 cm kleine Stückchen schneiden.
  • Butter in Menge nach Deinem Geschmack in einem großen Topf schmelzen lassen. Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffelstückchen glasig dünsten.
  • Grünkohl – bis auf eine kleine Handvoll – hinzugeben, unterrühren, Brühe angießen, aufkochen lassen und 15 Minuten mit Deckel bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Ab und zu umrühren.
  • Soja-Cuisine hinzugeben, Suppe pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Kohlwurst in mundgerechte Scheiben schneiden. Wenn Du Kalorien sparen möchtest – lustiger Gedanke bei der Verwendung von Kohlwurst – kannst Du die Wurst in Scheiben geschnitten in die Suppe geben. Sie zieht schnell warm und gibt dann noch etwas Fett Geschmack an die Suppe ab. Wenn Du gar keine Angst vor Kalorien hast, brätst Du die Wurstscheiben auf jeweils beiden Schnittseiten in Butter in einer Pfanne an und gibst sie als Topping auf die aufgefüllten Teller. Das Braten in Scheiben mache ich auch bei Bratwurstgerichten gerne so, weil es mehr Röstaromen gibt.
  • Für etwas Farbe auf dem Teller kannst Du den anfangs nicht mit in den Topf gegebenen, blanchierten Grünkohl hacken und als Deko auf die Teller geben zusammen mit den Cashewkernen.

Alternativen zur Kohlwurst

Wenn Du keine Kohlwurst magst oder es bei Deinem Fleischer keine frische, leckere gibt, kannst Du alternativ Kassler in Scheiben kaufen, mundgerecht würfeln und in der Suppe warm ziehen lassen oder wie die Wurststückchen anbraten und auf die Suppe geben.

Variation vegetarisch oder vegan

Veganer oder Vegetarier können Olivenöl anstatt Butter zum Anbraten nehmen und zum Beispiel Croutons aus Brot anstatt der Kohlwurst als Einlage servieren.

Wie ist Dein Verhältnis zu Grünkohl?