Werbung – Das Buch habe ich selbst gekauft, mit dem Verlag kooperiere ich ansonsten mit Rezensionsexemplaren.

Wie schön es ist, nicht dazugehören zu müssen
Rami Kaminski
Paperback, Klappenbroschur, 240 Seiten, Illustrationen mit s/w-Grafiken und Tabellen
ISBN 978-3-424-63283-5
Übersetzt aus dem Amerikanischen von Marion Zerbst
Originaltitel The Gift of not belonging, Originalverlag Little Brown/Spark
Deutsche Erstausgabe
Erschienen am 24. September 2025 im Verlag Kailash (Werbung)
„Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie nie das Bedürfnis hatten, „dazuzugehören“?
Warum Sie sich auf großen Partys oder Veranstaltungen unwohl fühlen, aber die Gesellschaft weniger vertrauter Menschen genießen? Warum Sie ein wacher Beobachter sind, der schon immer unkonventionelle Ideen hatte, ohne sich jemals den gesellschaftlichen Normen anpassen zu müssen?
Willkommen in der Welt der Otrovertierten – der Andersdenkenden und stillen Beobachter. Während Introvertierte nach mehr Teilhabe suchen und Extrovertierte die Liebe und Anerkennung anderer brauchen, schätzt der otrovertierte Mensch seinen Platz am Rand des Geschehens. Ein Plädoyer für alle, die die eigene Individualität leben, sich auf wenige, tiefgehende Beziehungen konzentrieren und ihre Einsamkeit genießen.
Was ist mit Otrovertiert gemeint?
Ein otrovertierter Mensch ist eine Person, die zwar empathisch und freundlich ist, aber dennoch ein dauerhaftes Gefühl verspürt, nirgendwo wirklich dazuzugehören. Sie kann sich nicht mit Gruppen oder Gemeinschaften identifizieren und bleibt dauerhaft das, was man als Außenseiter bezeichnen würde. Diese Eigenschaft, die als „Otherness“ (Andersartigkeit) beschrieben wird, ist keine Störung, sondern ein besonderes Persönlichkeitsmerkmal. Die fehlende Zugehörigkeit wird dabei häufig als okay oder sogar angenehm empfunden und führt nicht zwangsläufig zu einem Leidensdruck. Problematisch für Otrovertierte ist jedoch die gesellschaftliche Erwartungsnorm, sich einer Gruppe anpassen zu müssen.“
Verlagstext Rami Kaminski – Wie schön es ist, nicht dazugehören zu müssen – Kailash Verlag 2025
Das Buch als Augenöffner
Beim Lesen des Buchs über Otroversion fielen mir sprichwörtlich 1000 Steine vom Herzen. Ich war den Tränen nahe vor Erleichterung. Endlich gibt es einen Begriff für das Gefühl, das ich schon mein ganzes Leben lang spüre.
Wenn ich Menschen beschreibe, wie ich mich auf oder nach einer Party fühle, stößt das auf Unverständnis. Entweder glaubt man mir nicht oder erklärt meine Wahrnehmung für falsch. Im besten Fall wird es akzeptierend zur Kenntnis genommen. Verstanden hat es bisher niemand.
Und das, obwohl ich kein Problem habe, vor Gruppen zu sprechen. Im Gegenteil: Das kann ich gut und mache es gern. Im direkten Austausch mit einzelnen Menschen bin ich schnell tief im Gespräch und das fühlt sich stimmig an. Das sind meinen großen Stärken als Moderatorin und in Einzelberatungen.
Nach dem Lesen des Buchs und dem anschließenden Test war für mich klar: Ich bin otrovertiert. Nicht introvertiert, auch wenn es manchmal so wirkt. Nicht extravertiert, auch wenn manche mich so wahrnehmen. Otrovertiert beschreibt es für mich am treffendsten.
Der Begriff setzt sich aus dem spanischen otro für anders und vert für Richtung zusammen. Wörtlich ist ein otrovertierter Mensch jemand, der in eine andere Richtung schaut. 1. Er muss nicht dazugehören, um glücklich zu sein.
Otroversion bedeutet für mich keinen Rückzug aus Angst, sondern eine klare Präferenz. Ich kann mit Menschen, ich kann auch mit Gruppen – aber ich wähle bewusst, wann und wie viel. Genau das tut mir gut.
Weil ich otrovertiert bin,
- komme ich im 1:1 sehr schnell in tiefen Kontakt.
- halte ich gern Vorträge, leite erfolgreich Seminare, bin eine gute Moderatorin und Trainerin. Mit der speziellen Rolle am Rand der Gruppe komme ich gut klar.
- arbeite ich lieber eigenverantwortlich als im Team.
- bin ich bewusst Solo-Selbständig.
- ist die Mischung aus intensivem Kundenkontakt im Außen und der Ruhe im Homeoffice perfekt für mich.
- feiere ich meinen Geburtstag nicht mehr und habe wenig Bedürfnis, Teil von klassischen Anlassfeiern zu sein. Wenn sich die Teilnahme nicht vermeiden lässt, übernehme ich gerne Organisatorisches vor Ort oder bin für Fotos zuständig.
- gehe ich oft früh oder leise von Veranstaltungen mit vielen Menschen. Der polnische Abgang könnte Ines heißen. 2
- treffe ich Freundinnen am liebsten einzeln.
- habe ich Sozialkater, wenn ich viel Zeit in Gruppen verbracht habe.
- meide ich volle Orte wie Einkaufszonen zur Rush Hour, große Konzerte oder Demonstrationen.
- löse ich Beziehungen, die mir nicht guttun, konsequent auf.
- ist mir ein individueller Kleidungsstil wichtig, unabhängig von Trends.
- wusste ich schon früh ziemlich genau, was mir guttut und was nicht.
Was bedeutet das für mich?
Die Klarheit, die ich durch diese Erkenntnisse gewonnen habe, ist für mich unbezahlbar. Sie hilft mir, künftig bewusster zu entscheiden, welchen Situationen ich mich aussetze, weil sie mir wichtig sind, und welchen ich mich entziehe.
Auch meine Begründungen werden klarer. Damit werden sie für andere hoffentlich nachvollziehbarer und leichter zu akzeptieren.
Fühlst du dich eher introvertiert, extrovertiert oder kennst du dieses Anders-ausgerichtet-sein auch?
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- (Vgl. Vgl. Rami Kaminski – Wie schön es ist, nicht dazugehören zu müssen – Kailash Verlag 2025 Seite 16) ↩︎
- Fun Fact: Polnischer Abgang: besonders im Nordosten Deutschlands gebräuchlich. Französischer Abgang: häufig im Westen Deutschlands verwendet. Internationale Varianten: In Polen, Frankreich und Italien heißt es englisch gehen. In England sagt man to take a French leave. ↩︎