Die schönen Seiten des Älterwerdens – Gastbeitrag

Gabriele Plank mit Sando

Gastbeitrag von Gabriele zur Blogparade Die schönen Seiten des Älterwerdens

Das Leben ist ein laufender Prozess, wobei der Zahl an gelebten Jahren zu viel Bedeutung beigemessen wird.

In allen Abschnitten des Lebens kommt es zu neutralen, positiven und negativen Geschehnissen, die bestenfalls zu einer Reifung des Menschen führen. Dieser Reifungsprozess führt zur Weiterentwicklung unabhängig von gelebten Jahren. Ergebnis dieses Reifungsprozesses sind Akzeptanz und Gelassenheit für die Endlichkeit des Lebens.

Alt fühle ich mich erst, wenn es keine älteren Menschen mehr als mich in meinem Umfeld gibt.

Leben, lieben, lachen, hier und jetzt!

Alles Liebe
Gabriele und Sando

Danke an Gabriele für diesen Gastartikel und das Foto! Du findest Gabriele und Sando auf Instagram als Gaby Plank.

Blogparade: Die schönen Seiten des Älterwerdens

Ü40 Bloggerin Ines Meyrose 20170903 auf der Seebrücke Timmendorfer Strand Teehaus

Der Beitrag Suchbegriffe, die auf diesen Blog geführt haben #1 ist Auslöser für diese Blogparade. Jemand hat nach den schönen Seiten des Älterwerdens gesucht und kam damit auf meinen Blog. Bisher gab es keinen expliziten Beitrag dazu. Künftig finden Suchende nicht nur diesen hier, sondern weitere Artikel dazu bei anderen Bloggerinnen.

Es bloggen über die schönen Seiten des Älterwerdens

Nun kommen wir zu meinem Beitrag. Was ist denn nun schön am Älterwerden? Sicher alles eine Frage der Perspektive. Meine Sichtweise ist die einer 46-jährigen Frau, die in Hamburg am Stadtrand mit Mann und Hund lebt, berufliche Freiheit als Selbständige lebt und versucht, sich das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

10 schöne Seiten am Älterwerden für mich

  1. Ich habe viele besondere Sachen erleben dürfen. Meine Unbucket-List ist gut gefüllt.
  2. Jede meiner Lachfalten ist verdient.
  3. Die Kinderfrage wird mir nicht mehr gestellt. Weder, warum ich keine habe oder will, noch die Frage, ob ich schwanger sei. Dazu hat Chrissie in diesem Jahr einen lesenswerten Beitrag verfasst, auf den ich gerne hinweise: Wenn Frauen keine Kinder wollen.
  4. Ich gehöre zwar zu der Generation, deren staatliche Rente ein Witz sein wird im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten, dafür konnte ich aber Wohnraum erwerben, als er noch bezahlbar war.
  5. Mir ist deutlich egaler, was andere Menschen über mich denken, als noch vor 15 Jahren. Da ist zwar noch Spielraum nach oben, aber der gedankliche Weg passt.
  6. Die Freiheit zu haben, weiterhin kindische Dinge zu tun wie Schaukeln, Zuckerwatte essen und Schokoeiszauber lieben.
  7. Es gibt negative Erlebnisse, die mir in diesen Leben nicht noch mal passieren können. Die überstanden zu haben ist positiv und dass sie nicht nochmal passieren können auch. Konkretes Beispiel: Die Pflege der leiblichen Eltern.
  8. Im Bett den Bauch einziehen? Ist keine Option mehr.
  9. Einfach mal machen als Lebensmotto zu haben. Aus Erfahrung zu wissen, dass auch ungute Entscheidungen nicht den Kopf kosten. Also bisher jedenfalls nicht … sonst könnte ich das hier nicht schreiben.
  10. Ein Gespür dafür entwickelt zu haben, welche Menschen mir gut tun.

Mach mit!

Veröffentliche bis zum 30. Oktober 15. Oktober 2017 einen Beitrag zu dem Thema und hinterlasse den Link dazu bei diesem Beitrag als Kommentar. Nach Abschluss der Blogparade schreibe ich einen Nachlesebeitrag, in dem alle Beiträge erwähnt werden.

Was sind für Dich die schönen Seiten des Älterwerdens?

10 Vorzüge des Älterwerdens – RDL #5

Ines Meyrose 20150524

Im Mai betrachtet Rostrose Traude die Lachfalten unter dem Aspekt der Vorzüge des Älterwerdens. RDL ist die Abkürzung für Rettet die Lachfalte. Tja, hat das Älterwerden denn Vorzüge? Ganz gewiss! Ganz ehrlich? Ich bin froh um jeden Tag, den ich älter bin. Jeder geschaffte Tag – und der bringt Älterwerden nun mal mit sich – ist ein Tag, an den ich ein Häkchen setzen kann. Ich liebe Listen und Abhaken von Erledigtem.

10 Gründe für das Älterwerden

  1. Ein Segelfluglehrer im Rentenalter, den ich sehr geschätzt habe, sagte 1988 zu mir
    “Man wird mit dem Alter nicht weiser, man merkt nur, dass es die anderen auch nicht sind.”
    Das hat mich irgendetwas zwischen beruhigt und beängstigt. Mit 17 hatte ich noch Hoffnung auf Weisheit …  Im Juni werde ich 44 und bin mir sicher: Der gute Arnold hatte Recht.
  2. Ich kann mir das Mittagessen in dem Lokal leisten, in dem ich für das Foto in der Sonne sitze. Bei dem Gedanken denke ich an die Szene aus Thelma & Louise, als sie auf dem Parkplatz selbstbewusst nach absichtlichem Crash sinngemäß sagt: “Du bist jünger, aber ich habe die bessere Versicherung.” Auf die passende Gelegenheit für diesen Spruch warte ich noch.
  3. Mir ist Vieles, das mir früher wichtig war, egal. Ich will keine blauen Augen mehr haben. Es fällt mir leichter, mit Ablehnung umzugehen, auch wenn das immer noch schwer ist.
  4. Meine Löffelliste* ist abgearbeitet. Sie ist leer. Die ist schon ein paar Jahre leer und das ist anderseits ein komisches Gefühl, denn es fehlen Ziele. Aber Ziele nur um der Ziele wegen? Nein Danke. Es bleibt dabei aber das ungute Gefühl, dass es nur noch darum geht, den status quo zu wahren. Kann ich dabei am Ende nur verlieren? Ich hoffe nicht. Und wenn, können ja wieder neue Ziele auf die Liste. Aber das hier wird ein positiver Artikel über Vorzüge. Also liebe Verlustängste, trollt Euch! Es bleibt das gute Gefühl, im Leben viel Schönes erlebt und erreicht zu haben.
  5. Beim Laufen alleine Wald, habe ich keine Angst vor Belästigung mehr. Wer will schon etwas von einer 43jährigen Nordic-Walkerin?
  6. Ich hatte genug Zeit für meinen beruflichen Findungsweg und Möglichkeit & Mut, ihn zu gehen.
  7. Versuch und Irrtum führen auf gute Wege und das braucht einfach Zeit.
  8. Die freie Entscheidung, Nachtisch zu bestellen, auch wenn kein anderer am Tisch einen möchte. Und ihn zu genießen. Löffel, für Löffel, für Löffel …
  9. Sich nicht davon abhalten lassen, den fünften roten Lippenstift in einer nur einen Hauch anderen Nuance zu kaufen.
  10. Zu wissen, was seine Zeit hatte und was seine Zeit noch bekommen wird.

“Altersweisheit wird durch Altersstarrsinn kompensiert.”  fiel meinem Mann beim Sinnieren über das Thema als erstes ein. Das ignorieren wir jetzt mal 🙂 .

Was denkt Ihr über das Älterwerden?

  1. * Ihr kennt keine Löffelliste? Darauf kommt alles, was man erlebt oder haben will, bis man den Löffel abgibt. []

Buchreview: Goldschnitte

Werbung zum Lesen

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Goldschnitte: Für alle Frauen, die sich mit 40 noch nicht erschießen wollen (Affiliate Link) von Sabina Wachtel

1. Gedanke: Was für ein bekloppter Titel!
2. Gedanke: Ja, genauso ist es!

Krönchen gerade rücken und weiter geht’s. So ist das Leben und ab 40 ist das nicht anders. Die unverblümte Sprache der Autorin macht das Lesen zum Vergnügen. Es geht um das Leben als Frau in den 40ern oder danach, es ist ein Plädoyer für Lebensfrohsinn, Spaß und Vergnügen und Mut zu Mut.

Selbstironisch und amüsant lässt uns die Autorin in ihr Leben mit seinen kleinen Abgründen und großen Vergnügungen blicken. Sabina Wachtel hat sich mein Motto 2013 Einfach mal machen! auch zu eigen gemacht und plädiert ebenso dafür, sich nicht permanent Sorgen über das zu machen, was geht oder nicht, sondern dafür, es einfach zu machen. Mein Lieblingssatz steht auf Seite 24 als Teil 8 der goldenen Liste:

“Den Satz »Dafür sehen Sie aber noch richtig gut aus«
beantworten wir mit

»Ich wäre auch lieber reich und sexy, aber was soll man machen?«

Wenn ich der Autorin glauben schenken darf (siehe Seite 90), warum ich dem Dünnseinwollen schon lange nicht mehr verfallen bin, liegt das übrigens daran, das ich a) einen Mann habe, b) kein Kleid von Victoria Beckham haben möchte und c) mein Mann dicker ist als ich. Und das darf gerne alles so bleiben. Beim Lesen der andere Beispiele im Buch ging mir durch den Kopf, was ich weiter so belassen werde und was ich in diesem Leben wirklich nicht mehr machen möchte. Neugierig?

Ich werde bitte nie wieder

  • Sex mit Männern haben, die ein schmaleres Becken haben als ich.
  • Yoga machen. Nein, wirklich nicht. Das ist so was von nichts für mich.

Ich werde auch in Zukunft nicht reden von oder machen

  • Diäten
  • Ernährungsumstellungen
  • Badezimmerdekoration.

Ich bleibe bei

  • pragmatischem Kochen. Und ja, es gibt mir Pasta, auch abends, auch für Gäste.
  • rosenholzfarbenem Lippenstift. Und wenn mir danach ist auch gerne rotem. Aber Rosenholz darf bleiben (diese Farbe wird von anderen gerne als die Krönung der Unsichtbarkeit und Langeweile verdammt, falls Ihr Euch fragt, warum ich das erwähnenswert finde).
  • Saunagängen, denn die sind für mich nicht modernes Wellnessgedöns, sondern einfach schön durchwärmend schon seit 30 Jahren. Übrigens auch gerne mit Gesabbel in der Sauna. Schweigen ist überbewertet, wenn Menschen zusammen sind.
  • Sportarten, die viele Menschen peinlich finden: Nordic Walking, Wassergymnastik, die modern Aqua Fit heißt, und Brustschwimmen.

Fazit

Last-Minute-Geschenkidee für Freundinnen, die gerade an ihren Altersmucken verzweifeln und alle 40+lerinnen, die Lust haben, über sich selbst zu lachen.

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Onlineshop des Diana Verlags (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!