Lesetipp: Wie viel Mut braucht man, um Schweigen zu brechen, und was ist der Preis fürs Reden?

Werbung – Rezensionsexemplar

Amelie Fried: Die Spur des Schweigens

Die Spur des Schweigens
von Amelie Fried

Hardcover mit Schutzumschlag, 496 Seiten
ISBN 978-3-453-27048-0
Erschienen am 31. August 2020 im Heyne Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.

“Journalistin Julia schlägt sich mühsam als freie Schreiberin durch und träumt von der großen, investigativen Story. Sie erhält einen Hinweis auf mögliche sexuelle Übergriffe in einem renommierten Forschungsinstitut. Der Me-too-Debatte überdrüssig, geht sie dem Verdacht zunächst nur halbherzig nach. Als sich aber die erste Betroffene bei ihr meldet und Julia den attraktiven Hauptverdächtigen kennenlernt, ist ihr Reporterinnen-Instinkt geweckt.

Am Institut stößt sie auf ein gefährliches Gemisch aus Machtmissbrauch, Schweigen und Vertuschung – und auf eine schockierende Verbindung zu ihrem Bruder Robert, der zwölf Jahre zuvor spurlos verschwunden ist.” Klappentext

Was passiert mit den Opfern der sexuellen Übergriffe? Was mit den Tätern? Was mit deren Beschützern? Was ist mit Robert passiert? Lebt er vielleicht noch? Bekommt Julia ihr Leben auf die Reihe oder versinkt sie in dem Sumpf?

Je tiefer Julia in die Geschichte einsteigt, umso mehr verweben sich die Vorkommnisse mit ihrem eigenen Leben. Sie stellt fest, dass sie ihren Bruder in den letzten gemeinsamen Jahren überhaupt nicht mehr kannte. Sein Verschwinden in einem Treckingurlaub in Skandinavien erscheint ihr immer merkwürdiger. Sie wusste nicht einmal, dass er eine chinesische Freundin hatte, die am Institut geforscht hat, und dass sie zwei Wochen vor diesem Urlaub Selbstmord begangen hat.

Julia macht sich einerseits erneut auf die Suche nach ihrem Bruder und versucht anderseits die Geschehnisse am Institut zu verstehen und aufzudecken. Ihr verkorkstes Privatleben wird davon, vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade besser. Eine Mutter auf dem Weg in die Demenz macht es nicht einfacher.

Erschreckend ist immer wieder, wie noch der Preis ist, denn Missbrauchsopfer bezahlen, wenn sie damit an die Öffentlichkeit gehen. War der Rock nicht doch zu kurz und der Blick zu flirty? sind wohl noch die harmlosesten Unterstellungen. Opfer werden so zu doppelten Opfern und ich verstehe durchaus, dass einige Opfer auf diese zusätzliche Qual verzichten möchten und das Schweigen vorziehen. Selbstverständlich gibt es auf der anderen Seite leider mieseste Falschanschuldigen, die ausgesiebt gehören, aber das rechtfertigt nicht die einseitige Ermittlung und Fragestellung, die immer wieder vorkommt. Die Autorin beleuchtet beide Aspekte.

Wie stehst Du zur Me-too-Debatte?


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23 Gedanken zu „Lesetipp: Wie viel Mut braucht man, um Schweigen zu brechen, und was ist der Preis fürs Reden?

  1. :-) Liebe Ines,
    das ist leider noch immer ein heisses Eisen! Ich finde es gut, dass es die Me-Too -Debatte gibt und finde es grausam, dass es noch immer so viel Machtmissbrauch gibt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich immer erst Menschen zusammen rotten müssen, bevor etwas passiert: Ob es um die Abschaffung des Abtreibungsparagraphen ging oder um die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.
    Machtmissbrauch muss ja nicht zwangsweise sexuellen Missbrauch einschließen – Machtmissbrauch von Vorgesetzten (egal welchen Geschlechts) kann auch sehr schwer zu ertragen sein und psychische und physische Folgen haben.
    Deswegen empfinde ich es extrem wichtig, dass sich die Menschen wehren. Und wenn sie das nicht allen schaffen, dann auch in Gruppen.
    Um Deine Frage zu beantworten: Ja, ich halte die Me-Too Bewegung für sehr wichtig!
    Das Buch klingt sehr vielversprechend!
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

    • Jeglicher Machtmissbrauch ist schwerwiegend. In dem Roman gibt es durchaus auch Frauen, die sich gegen die sexuellen Übergriffe gewehrt haben, dann aber fachlich vom Vorgesetzen ausgebremst und erledigt wurden, was für andere Frauen zur Erkenntnis führte, dass Schweigen besser ist, wenn sie ihre Karriere (und bei Beteiligten Chinesinnen auch noch die Finanzierung die Ehre der Familie) nicht verlieren möchten. Diese Frauen versuchte die Journalistin zum Reden zu bringen. Ich kann mir vorstellen, dass Dir das Buch gefällt.

  2. Hallo Ines,
    das ist ein Thema!
    Es braucht mit Sicherheit viel Mut, das Schweigen zu brechen. Sonst würden die Opfer nicht so lange brauchen, um anzufangen, darüber zu reden. Und weil viele glauben, sie sind allein mit ihrer Geschichte, halten sie erstmal den Mund. Erst durch das Öffentlichmachen und social media haben viele erfahren, dass sie nicht die einzigen Opfer sind.
    Wem nützt das Schweigen am meisten? Den Tätern. Sie haben durch’s Reden viel zu verlieren.
    Einen Einwand habe ich allerdings. Was vor 20-30 Jahren als flapsige Bemerkung angesehen wurde, ist es heute vielleicht nicht mehr und wird als sexistsch empfunden. Da müsste schon differenziert werden. Ich meine nicht die übergreifenden Bemerkungen, sondern wirklich was harmloses. Das nach so vielen Jahren hochzukochen, das würde ich persönlich nicht tun.
    Die Opfer sind geschädigt, vielleicht hilft ihnen ihr Reden, sich etwas von der Seele zu reden.

    Viele Grüße
    Claudia

    • PS.
      Und auf welcher Ebene der Missbrauch stattgefunden hat, ist noch mal ein Thema.
      Hierarchisch? Dann ist es noch mal viel schwieriger, sich zu wehren. Sexuelle Belästigung unter Machtmissbrauch finde ich noch abscheulicher.

    • Zu differenzieren finde ich genauso wichtig, wie etwas in den Kontext zu setzen. Die eine Frau freut sich, wenn ein Kollege ein Kompliment zur neuen Frisur, Kleid oder hübschen Gesamterscheinung macht, für die andere ist das schon sexuelle Belästigung. Zwischen „man muss die Kirche im Dorf lassen“ und „was zu weit geht, geht zu weit“, liegt ein weiter Weg.

      Ob ich einen Übergriff nach vielen Jahren hochkochen würde, kann ich nicht beurteilen, weil ich zum Glück nie wehrlos einem Übergriff ausgesetzt war. Ich habe in meiner beruflichen Karriere als Angestellte zwei unangenehme Situationen erlebt, denen ich aber zum Glück beiden gewachsen war.

      Einmal hat sich ein Kollege vor der kompletten Abteilung im Großraumbüro daneben benommen. Ich hatte einen kurzen roten Bleistiftrock mit blickdichter Strumpfhose an und er hat, als ich auf dem Schreibtischstuhl in seine Richtung gedreht saß und er vor mir stand, lachend mit Schwung beide Beine an den Füßen gepackt und hochgezogen, um zu sehen, wie weit der Rock wohl hochrutschen würde. Den habe ich vor allen so dermaßen gefaltet, dass der mich nie wieder angefasst hat und er im Boden versunken ist.

      Das andere war ein Kunde mit zu viel Alkohol auf einer riesigen Veranstaltung, der seine Hände bei Tisch nicht bei sich lassen konnte, dem ich mich direkt nach dem Hauptgang durch Abstand entziehen konnte (und meinem Chef, der das nicht mitbekommen hat, am nächsten Tag im Büro gesagt habe, dass ich beim nächsten Mal laut werde, wenn das jemals bei diesem Mann wieder vorkommen sollte, und mein Chef mich darin bestärkt hat, dass das Verhalten des Kunden nicht O.K. war und mir angeboten hat, das mit ihm zu klären, was ich aber nicht wollte. Ich wollte nur, dass mein Chef sich nicht wundert, falls ich mich dem Kunden gegenüber künftig reservierter gegenüber gebe).

      Bei der Sache mit der hierarchischen Ebene ist es für mich aber deutlich schwieriger gewesen, mich dem Kunden zu entziehen als einem Kollegen (einem Kollegen hätte ich auf den Fuß getreten unterm Tisch oder den Ellbogen in den Rippen gestoßen).

    • Gut gemacht, Ines. Bei deinem Kollegen, das geht ja gar nicht. Und bei dem Kunden auch nicht. Gut, dass dein Chef Verständnis dafür hatte und ihn auch noch darauf ansprechen wollte. Ist was wert, wenn man den Rücken gestärkt bekommt.

      Mir ist einmal was passiert, im Schwimmbad. Ich schwimme meine Bahnen, ein Mann schwimmt an mir vorbei und klapst mir auf den Hintern. Ich war zuerst perplex. Dann – nicht mit mir – habe gewendet, bin ihm hinterher geschwommen und ihn im Becken lautstark zur Rede gestellt. Der hat sich wohl so geschämt, dass er das hoffentlich bei keiner anderen mehr probiert hat.
      Aber wäre ich jünger gewesen, als Teenie vielleicht, hätte ich vielleicht nicht reagiert.

    • Deine Schwimmbadgeschichte finde ich krass. Was so ein Kerl sich herausnimmt! Du hast offenbar genau das richtige gemacht. Gut so! Und ja: Je jünger man ist, umso schwerer ist es, sich so lautstark zu wehren.

  3. Liebe Ines – Bücher, die solche sensiblen Themen aufgreifen, sind für mich immer eine gute Lektüre, wenn sie gut aufbereitet sind. Leider gibt es da gerne einseitige Darstellungen, die nur eine Seite vertreten und keine objektiven Überlegungen zulassen oder auch nur oberflächliche Betrachtungen ermöglichen. Aber nach deiner Beschreibung werden hier die unterschiedlichen Aspekte ausgeführt und somit ist mein Interesse absolut geweckt. Die Me-Too-Debatte ist sicherlich wichtig und es kann nicht oft genug erwähnt werden, wie sehr die Betroffenen darunter leiden.
    Hab einen wunderbaren Tag und alles Liebe

    • Genauso habe ich das beim Lesen empfunden: Es werden beide Seiten betrachtet. Ich denke, dass Dir das Buch gefallen kann.

  4. “Me too” ist auf jeden Fall ein Thema. Wenn das jemand sagen muss, dann ist es immer eine schlimme Sache. Aber wenn es viele – endlich – sagen, dann wird zugleich das Ausmaß deutlich und für die einzelnen relativiert es sich in gewisser Weise. Man ist nicht mehr so allein. Auch wenn es natürlich dem Erleben selbst nichts vom Schmerz nimmt.
    Wie habe ich mich gefreut, als H. Weinstein verurteilt wurde. Endlich wurde mal einer vom Sockel gestoßen. Aber es gibt sehr viele.

    Dass Du Dich so verwehren konntest, finde ich sehr gut. Und doch hast auch Du den Unterschied vermerkt der in den Machtebenen liegt.
    Amelie Fried ist für mich eine glaubwürdige Journalistin. Insofern ist ihr Buch auf jeden Fall interessant.
    Danke für den Tipp!
    GlG Sieglinde

    • Der Unterschied ist den Machtebenen ist wirklich enorm. Kunde ist König und so … auch ein König darf sich nicht alles herausnehmen, aber man verhält sich eben doch anders. Der Kunde hat danach übrigens nur noch einmal drucksig am Telefon mit mir gesprochen und der Rest ging dann per E-Mail. Der wusste offenbat auch ohne Anpfiff meines Chefs, wie er sich verhalten hatte …

  5. Das Thema ist aktueller dennje. Mich wundert es gar nicht, dass in Corona-Zeiten immer mehr Frauen (vor allem prominente) ihr Schweigen brechen. Was nicht nur sexuellen Missbrauch betrifft. Wenn das alles stimmt, was in der Presse berichtet wir, tun sich richtige Abgründe auf. Es ist auf jeden Fall wichtig, darüber zu sprechen.

    Mich hatte eine ganze Weile ein Kollegen ständig “angebaggert”, als ich am Empfang saß. Das Blöde, ich konnte nicht aus dem “Kasten” im Foyer entfliehen, weil das für einige Stunden mein Arbeitsplatz war. Der Kollege weiß genau, dass ich verheiratet bin und kennt auch meinen Mann, der in der ebenfalls in der Firma arbeitet. Als er mich fragte, ob wir beide nicht mal ein Bierchen zusammen trinken wollen, sagte ich ihm, “Ich frag mal meinen Mann, wann der Zeit hat:” Und ich hab ihm ganz klar gesagt, dass er mich in Ruhe lassen soll. Danach war wirklich Ruhe. Und für mich der Fall erledigt. Anderenfalls hätte ich mich offiziell über den Kollegen beschwert.

    Mit meinem Mann und den Kollegen habe ich damals darüber gesprochen. Auch wenn das noch relativ harmlos war, war es doch eine unangenehme Situation.

    Aber nicht jede Frau ist so mutig und traut sich zu wehren.

    Liebe Grüße Sabine

    • Gute Antwort von Dir! In Situationen, in denen man nicht weg kann, ist das umso schwerer, der Belästigung wortwörtlich aus dem Weg zu gehen. Zum Glück hat es aufgehört.

    • PS: Mit 18 hatte ich einem Verehrer, der heute wohl schon unter Stalker fiele, den erst mein Freund versucht hat, von mir fern zu halten, und dann der Partner meiner Mutter als Vaterersatz ein Gespräch mit ihm geführt hat. Ich glaube, er hat ihm ernsthaft Prügel angedroht. Danach hatte ich endlich Ruhe vor dem Kerl. Er war im gleichen Segelflugverein wie ich.

  6. Liebe Ines,
    ein “ewiges” Thema, jetzt aktuell durch die Me-Too-Debatte und gleichberechtigte und selbstbewusste Frauen in der allgemeinen Aufmerksamkeit. Das ist auch gut so. Ich hoffe, dass künftigen Generationen von Mädchen und vor allem jungen Frauen vieles erspart bleibt. In meinen jungen Frauenjahren wusste ich gar nicht, dass es nicht “normal” war, wie sich z. B. männliche Kollegen benahmen. Dämliche Witze, Anmachsprüche, Zoten… ich glaube, heute würden da die Fetzen fliegen und einige Kündigungen ausgesprochen.
    Überhaupt, was früher für Sprüche “rausgeklopft” wurden… über das andere Geschlecht (beidseitig), über Randgruppen, Menschen anderer Hautfarbe… zum Selbst- und Fremdschämen. Das ist aber in meiner Wahrnehmung und vor allen Dingen in meiner Umgebung, verschwunden!
    Aber: immer aufmerksam bleiben…
    Ein herzlicher Gruß vom Rhein,
    Susa

    • Die üblen Zoten sind in meinem Umfeld auch verschwunden, wobei man immer beachten muss, dass wir alle in Filterblasen leben. Das ist in anderem Umfeld sicherlich auch heute noch anders.

  7. Liebe Ines,
    ich finde die Debatte richtig und auch wichtig. Sehr wichtig. Aber ich schließe mich einigen ‘Vorkommentator*innen’ an: Man muss und sollte es differenziert betrachten.
    Missbrauch geht gar nicht- nie, nimmer und immer. Und er sollte bestraft werden. Und zwar so, dass es weh tut. Denn es ist kein Kavaliersdelikt.
    Ich finde, man muss klar eine Grenze ziehen können. Wie schon erwähnt: Die einen finden es flapsig (vielleicht ist es auch so gemeint), die anderen werten es als Belästigung. Die, die das so empfinden sollten das dann sofort und klar artikulieren und nicht erst hinterher.
    Mir sind Situationen bekannt, so traurig das ist, wo vermeintliche Opfer keine waren, sondern enttäuscht von der Zurückweisung und dabei wurden auch schon Existenzen zerrüttet.
    Aber Machtmissbrauch, ob Kunde oder Chef und das Agieren mit Angst sind absolute No-Gos und gehören entsprechend geahndet.
    Wie gesagt, es ist ein schwieriges Feld. Aber man sollte die Opfer bestärken, sich SOFORT und unverzüglich zu äußern. Und vernünftig gehört zu werden. Denn es gehört auch sofort etwas unternommen.
    Mir tut es unendlich leid, was vielen Frauen passiert ist. Aber um so etwas einzudämmen gehört auch dazu, dass wir unsere Kinder und uns stärken und lernen, klar und deutlich NEIN zu sagen. Die oben beschriebene Schwimmbadsituation finde ich den Hammer von Stärke! Hut ab! Kein Job und kein Geld der Welt sind es wert, dafür mißbraucht zu werden.
    Liebe Grüße
    Nicole

    • Falsche Anschuldigungen sind genauso mies wie echter Missbrauch. Du sagst es: Zeitnah sich dagegen zu wehren, ist entscheidend. Erinnerungen werden nicht klarer nach langer Zeit und Umstände ändern sich.

  8. Liebe Ines, eine späte Antwort, zuviel anderes…
    Me too – sehr wichtig, ohne Frage! Was mich erschreckt dabei ist, dass offensichtlich immer mehr junge Frauen überhaupt nicht mehr unterscheiden können, zwischen männlichem Balzgehabe, Flirten, Komplimenten und richtiger Anmache. Ich sehe darin eine komplette Verschiebung der Definitionen dessen, was man gemeinhin unter sozialer Kompetenz, Empathie und sozialem Miteinander versteht!
    Ich meine hier ausrücklich nicht, die o.g. Übergriffe, die gehören verfolgt und wehrhaft abgestraft. Wir hatten kürzlich so einen Fall, führt hier zu weit – aber anschließend die Diskussion, wie die Geschlechter noch miteinander umgehen sollen, wenn die Toleranzschwelle so extrem niedrig gehalten wird. Ich weiß sehr wohl dass dies alles sehr subjektiv ist, Erziehung, Erfahrungen, Selbstbewußtsein etc hierbei ein große Rolle spielen. Mich hat erschreckt, daß gleich große Geschütze aufgefahren werden, wo man im persönlichen Gespräch den “Verursacher” zur Rede stellen kann. Das ist ein so weites Feld, bei dem ich einen nahtlosen Übergang finden könnte zur zunehmenden Unfähigkeit zu kritisieren, Kritik zu ertragen und Streigespräche zu führen. Mich beschäftigt das sehr….
    Debatten zu Thema oben sind immens wichtig und richtig – was ich persönlich aber ganz schlimm finde, ist der neue Wortschatz, der damit einhergeht und der inflationär gebraucht wird, wo immer es irgendwie zu passen scheint, aber komplett daneben geht: die Boomer und die alten weißen Männer! Schrekclich…

    Amelie Fried hab ich noch nie gelesen, sie könnte ein guter Tipp zu Hören sein. Danke für den Einblick!

    Gruß Susanne

    • Das ist auch bei mir erste Buch von Amelie Fried, das ich gelesen habe. Die Grenze zwischen sexueller Belästigung und Flirt fände ich als jüngere Person vermutlich heutzutage auch schwerer zu ziehen als in meinem Alter – Missbrauch ist klarer abzugrenzen. Letztlich ist das wie so oft eine Frage der Kommunikation. Wenn mir jemand zu nahe tritt, muss ich sagen: “Lass das (bitte)!” Das zu lernen – Grenzen zu setzen und zu akzeptieren – ist das wichtigste im Umgang miteinander.

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