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Wann geht die Modemathematik auf?

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“Mich würde interessieren, wann für dich die Modemathematik aufgeht? Je nach Kleidungsstück wird das ja vermutlich sehr unterschiedlich sein, oder? Gibt es bei dir klare Regeln oder ist es eher eine Entscheidung nach Gefühl, wann sich der Kauf gelohnt hat?”

fragt Stephanie beim Beitrag Was Du schon immer über mich wissen wolltest

Auf meine Rückfrage, ob es eine bestimmte Art Kleidungsstück gibt, bei dem ihr Entscheidungen dazu besonders schwer oder leicht fallen, konkretisiert sie

“Ich überlege meistens bei Sommersachen, ob ich es wirklich benötige. Zum Beispiel Leinenhosen oder einen Maxi-Rock. Bisher habe ich erfolgreich die Sommerzeit ohne diese beiden Varianten verbracht aber denke immer mal wieder daran, ob es nicht eine sinnvolle Ergänzung wäre.

Im Grunde kann ich die Frage aber nicht auf eine bestimmte Kategorie einschränken, da ich mich auch bei einem Cocktailkleid für Hochzeiten frage, ob da je die Modemathematik aufgehen wird und wenn ja, wie die wohl aussieht.

Bei Blusen für die Arbeit, Stoffhosen oder Unterwäsche fällt es mir leichter, da alles regelmäßig zum Einsatz kommt. Wenn ich so drüber nachdenke bin ich überwiegend bei saisonaler und anlassbezogener Kleidung zögerlich.

Teilweise frage ich mich auch, ob man nicht für Unterwäsche am meisten Geld ausgeben sollte bzw. auf die beste Qualität achten sollte, weil man sie nicht nur täglich auf der Haut trägt, sie gewaschen wird und dann wieder getragen wird, sodass es gut sein kann, dass ich Unterwäsche/Socken jede Woche aufs Neue trage, sie also quasi im Dauereinsatz sind.”

Stefanie

Weil ich die Fragen umfassend beantworten möchte, bekommt das Thema einen eigenen Beitrag und wird nicht im Ursprungsbeitrag mit den Fragen an mich beantwortet.

Was ist Modemathematik?

Zur Begriffsklärung für alle, denen der Begriff Modemathematik nicht geläufig ist: Ich verwende die Formulierung, dass die Modemathematik aufgeht, wenn die Kosten pro Tragen bei einem Teil für mich wie beim Kauf erwartet oder geringer sind.

Ein Beispiel: Wenn ich beim Kauf eines T-Shirts für 30 Euro denke, dass ich es dreißigmal tragen werde, kostet es pro Tragen 1 Euro und das ist O.K. für mich. Wenn es 30 Tragetage oder mehr geschafft hat, geht für mich die Modemathematik auf.

Löst es sich aber vorher in irgendeiner Form auf und verlässt mich, bevor ich es dreißigmal tragen konnte oder wollte, geht die Modemathematik nicht auf. Auf Englisch wird das im Netz auch gerne als costs per wear bezeichnet.

Wann geht die Modemathematik auf?

Es ist je nach Kleidungsstück unterschiedlich, wann die Modemathematik für mich aufgeht. Das lässt sich nicht an einem Euro-Betrag pro Tragen festmachen. Ein Anlasskleid wird mich pro Tragen immer mehr kosten als eine Jeans, weil ich gar nicht so viele Anlässe für schicke Kleider habe oder mir schaffen möchte, wie zum Tragen von Jeans oder derben Boots. Es gibt für mich keine klaren Regeln, wann sich der Kauf gelohnt hat. Das ist eine Mischung aus Gefühl und einer Überschlagskalkulation.

Saisonale Kleidung

Bei der von Stefanie eventuell gewünschten Sommerkleidung – konkret Leinenhose oder Maxi-Rock – würde ich vor der Anschaffung fragen, welche Teile sie dafür weniger tragen würde, ob die dann immer noch genug getragen würden oder ob die Leinenhose oder der Maxirock Vorteile bieten können, die der Bestand nicht hat.

Konkret: Nehmen wir an, Du hast sieben Sommerkleider für wirklich sommerliches Wetter. Die trägst Du jeweils an einem Tag pro Woche. Bei zehn Wochen Sommer wird jedes Kleid zehnmal getragen. Nun kaufst Du eine Leinenhose und einen Maxi-Rock.

Hast Du passende Oberteile dazu? Oder kommen da Folgeanschaffungen hinzu? Würdest Du die Oberteile nur dazu tragen oder auch zu anderen Röcken oder Hosen? Wenn Du jetzt an einem Tag pro Woche die Hose trägst – danach muss sie eh in die Wäsche, weil sie verknüllt ist – und an einem Tag den Maxi-Rock, werden zwei Kleider pro Woche weniger getragen. Für den Maxi-Rock spricht, dass er vermutlich nicht nach einmal Tragen in die Wäsche kommt.

Wenn Du die Kleider dafür länger im Sortiment hast und sie dennoch trägst, bis sie auseinanderfallen, schadet das deren Modemathematik nicht. Wenn Du aber deutlich zu- oder abnimmst oder sie Dir modisch irgendwann nicht mehr zusagen und Du sie deshalb vor dem Ende ihrer Lebenszeit weggibst, werden ihre Kosten pro Tragen für Dich höher, als wenn Du auf die Leinenhose und/oder den Maxi-Rock verzichtet hättest.

Auch wenn Du bisher erfolgreich ohne die beiden Teile durch den Sommer gekommen bist, haben sie vielleicht aber ungeahnte Vorteile, die Dir das Sommerfeeling verschönen können. Leinenhosen sorgen dafür, dass die Beine weder im Stehen noch im Sitzen aneinanderkleben. Schön, oder? Maxiröcke lassen blasse Beine im Frühling (oder auch im Sommer je nach Typ …) verschwinden und geben Deinem Stil vielleicht eine legere Hippie-Note?

Mein Tipp: Gönn Dir erstmal eins der beiden Teile, wenn Du Dich für die Sortimentserweiterung entscheidest. Wenn Du eher der Hosentyp bist, nimm die Leinenhose. Bist Du eher der Rocktyp, nimm den Maxi-Rock. Bist Du Kleiderträgerin, kauf es nur, wenn Du mindestens zwei passende Oberteile dazu hast.

Anlasskleidung

Cocktailkleider für Hochzeiten, Abendkleider für Bälle oder andere wirklich festliche Outfits sind die Pest für die Modemathematik. Wenn Du nicht gerade Hochzeitsrednerin oder -planerin bist wirst Du nie genug Gelegenheiten haben, um die Kleider aufzutragen oder auch nur ihrem Preis ansatzweise gerecht häufig zu tragen. Was ist die Lösung?

Sorge wenigstens dafür, dass Deine Schuhe, Schmuck und Abendtasche zu mehreren Kleidern passen, damit Du sie über Jahre hinweg anziehen kannst, selbst wenn die Kleider wechseln. Dafür empfehle ich Sandaletten und eine Clutch in Gold oder Silber je nach Farbtyp.

Du kannst ein billiges Kleid kaufen, damit es pro Tragen nicht so teuer wird. Nachteil: Der Stoff wird sich nicht gut anfühlen, es wird vermutlich nicht toll sitzen und am Ende haben vielleicht noch andere Frauen das Kleid auf der Veranstaltung an, wenn es ein großer Ball ist. Habe ich alles schon gesehen und meistens treffen Größe 34 und 44 aufeinander … für beide nicht schön. Man denke an Samantha in SATC, der das mit Jung und Alt im gleichen Kleid passiert ist – sie hatte Glück, dass die junge Frau es mit Humor genommen und beide gerettet hat.

Wenn absehbar ist, dass es in den nächsten zwei bis drei Jahren mehrere Anlässe zum Tragen gibt, würde ich ein schönes Kleid kaufen und im mittleren Preissegment schauen. In Deinem Freundeskreis steht eine Hochzeit nach der anderen an oder die großen Silberhochzeiten gehen los? Trage immer das gleiche Kleid!

Die Zeiten, in denen man in einem Kleid nur einmal gesehen werden durfte, wenn man Stil hatte, sind sowas von vorbei! Das ist gelebte Nachhaltigkeit. Dabei ist es egal, ob es das kleine Dunkelblaue oder das pinkfarbene Cocktailkleid ist. Man darf Dich wiedererkennen. Dann bist Du halt die, die wieder mal das pinkfarbene Kleid trägt. Egal.

Eine Freundin von mir trägt seit zehn Jahren das gleiche schwarze mittelalterliche Samtkleid zu feierlichen Anlässen. Ich freue mich jedes Mal, sie darin zu sehen, weil sie in dem Kleid fantastisch aussieht! Und wenn Dir das zu langweilig ist, kaufe halt ein paar bunte Sandaletten oder Pumps zur Abwechslung, die Du zum Feiern auch mal in einer Bar zu Jeans oder dunklen Hosen tragen kannst.

Du gehst davon aus, dass das die einzige Festlichkeit auf absehbare Zeit bleibt und möchtest dennoch kein Kaufhausfähnchen, sondern ein richtig tolles Kleid tragen? Dann leih Dir eins aus! Das erscheint im ersten Moment teuer, ist aber billiger als kaufen, wenn Du es wirklich nur einmal trägst.

In Hamburg gibt es schöne Läden dafür, die Kleider verkaufen und ausleihen. Es steht der Leihpreis auf dem Kleid und auch der Übernahmepreis, falls Du es doch behalten möchtest. Das ist die nachhaltigste Lösung, bei der die Kosten pro Tragen vorher feststehen und kein Glücksspiel werden. Oder Du hast ganz viel Glück und kannst eine Freundin oder Schwester fragen, ob sie Dir ein Kleid borgt.

Pflichtblusen und -hosen

Bei Blusen und Stoffhosen für die Arbeit und Hosen schreibt Stefanie, dass es ihr da leicht fällt, Entscheidungen zu treffen. Das kann ich gut verstehen. Wenn man im Grunde neun Monate – also in Hamburg ist das meistens so, ich weiß aber nicht, wo Stefanie lebt – die gleichen Sachen im Büro trägt, weil im drinnen durchgehend ähnliches Raumklima herrscht, lernt man schnell abzuschätzen bei der Anprobe, welche Teile man gerne und oft tragen wird und welche nicht gut sind.

Man findet seine Marken und kauft bei denen meistens jahrelang ähnliche Sachen. Ob eine Bluse dann 60 oder 80 Euro kostet oder eine Hose 80 oder 120 Euro ist dann fast egal, weil die Sachen bis zum Auseinanderfallen getragen werden.

Ein teureres Teil aus dem Sortiment wird durch ein Sale-Schnäppchen ausgeglichen. Am Ende kosten die Teile pro Tragen alle etwas das gleiche. Bei solchen Sachen denke ich auch nicht lange nach. Brauche ich? Gefällt mir? Kaufe ich.

Unterwäsche und Socken

Stefanie fragt sich, ob sie nicht vielleicht für Unterwäsche und Socken am meisten Geld ausgeben bzw. auf die beste Qualität achten sollte, weil man sie nicht direkt auf der Haut trägst, sondern Lieblingsteile davon wirklich jede Woche trägt.

Dazu gebe ich meine volle Zustimmung. Nichts ist direkter auf der Haut als Unterhosen, BHs, Unterhemden und Socken bzw. Kniestrümpfe, Strumpfhosen, Leggings. Und deshalb ist es mir dort besonders wichtig, dass Haptik und Qualität stimmen. Das sind die Kleidungsstücke, die man häufigsten trägt und die deshalb die größte Aufmerksamkeit verdienen.

Außerdem macht die Unterwäsche etwas damit, wie wir uns fühlen. Rutschende oder einschneidende Unterhosen oder Socken können einem definitiv den Tag verderben, oder? Dazu kommt, dass die Unterwäsche die Basis für die Oberbekleidung ist. Die sauber grundierte Fläche für den Lack sozusagen. Je besser das Darunter sitzt, umso schöner fällt das Darüber.

Ich trage all die genannten Unterwäscheteile nur einen Tag. Ich weiß von einer früheren Umfrage, dass viele Leserinnen BHs mehrfach tragen. Das habe ich mit zwei Tagen versucht, aber das funktioniert für mich nicht, weil mir die BHs dann schon zu ausgeleiert sind und im Sommer auch zu verschwitzt. Also gehe ich bei der Modemathematik von einem Tragetag aus.

Konkret bedeutet das, dass ich bei Unterwäsche, Socken & Co primär auf die Qualität achte und der Preis ein untergeordnete Rolle spielt. Meine Unterhosen sind von Schiesser Modell Panty seamless Invisible light und kosten regulär 15 Euro. Es gibt sie aber ab und an für 7 Euro im Angebot in bestimmten Farben und dann ist es mir egal, dass ich eigentlich schwarze kaufen wollte, aber für weniger als den halben Preis himbeerfarbene bekomme. Beim Schreiben des Beitrags sind gerade zwei Blautöne im Angebot, auch hübsch. So wichtig mir Farben bei Oberbekleidung sind, so flexibel bin ich da bei Unterhosen. Da die etwa zwei Jahre halten, sind die Kosten je Unterhose am Ende zu vernachlässigen. Trotzdem freue ich mich natürlich, wenn ich über 50 % dabei sparen kann.

BHs gehören zu den teuersten Sachen in meinem Schrank, weil sie im Durchschnitt 80 Euro kosten, Bodys noch mehr. Länger als zwei Jahre halten sie aber leider nicht … Das Tragen eines gut sitzenden BHs, über dem die Kleidung gut aussieht und der mich nicht umbringt, kostet mich pro Tag etwa 75 Cent. Das sind Momente, in denen ich vor Neid platzen könnte auf alle Frauen, die mit Bustiers aus dem Wäsche-Discounter auskommen, weil sie einen kleinen Busen haben, der mehr oder minder von alleine bleibt, wo er sein soll. Meine liebsten und neuesten sind von PrimaDonna, die sitzen mit Abstand am besten.

Als Unterhemden kaufe ich bei Palmers locker fallende Tanktops aus Viskosejersey. Die fühlen sich wie Seide an, halten seit Jahren – bisher ist keins kaputt. Die 30 Euro pro Stück sind die sowas von Wert! Die Unterhemden lasse ich mir meistens aus einem Palmers-Laden in Hamburg gegen Rechnung portofrei nach Hause schicken, denn im Onlineshop gibt es nicht.

Socken und Kniestrümpfe von dünner Ware bis zu Wandersocken und Strumpfhosen kaufe ich am liebsten von Falke, Sportsocken bei Aldi, Sneakersocken von nur die. Bei dünnen Socken und Kniestrümpfen nehme ich die aus der Serie Cotton Touch von Falke, bei Wandersocken Walkie light. Selbst die dünne Ware hält unzählige Jahre.

Um die Kosten zu minimieren, kaufe ich meistens drei bis fünf Paar gleiche Socken in einem Schwung, dann bleiben noch lange Paare übrig, wenn einzelne Socken sich am Zeh oder der Ferse verabschiedet haben. Auch das trägt dazu bei, die Kosten pro Tragen insgesamt zu verringern.

Mein Tipp: Kaufe Dir die hochwertigste Unterwäsche, die Du bezahlen kannst. Auch hier gilt wer billig kauft, kauft zweimal, weil billig hergestellte Sachen meistens nicht so lange halten.

Modemathematik bei Alltagskleidung

Zurück zur Eingangsfrage von Stefanie: Es gibt bei mir keine klaren Regeln, was etwas pro Tragen am Ende gekostet haben darf. Eine Unterhose wird bei mir pro Tragen immer billiger sein als ein BH, eine Jeans immer billiger als eine Seidenbluse.

Beim Kauf versuche ich abzuschätzen, wie lange das Teil in meinem Kleiderschrank sein wird, wie oft ich es in der Zeit tragen werde und wie viel Freude es mir dabei machen wird. Wenn ich nach Abwägung der Kaufkriterien auf meiner Checkliste zu der Entscheidung komme, dass das Teil mir gefällt und ich es haben möchte, überschlage ich die Möglichkeiten, es zu Tragen.

Wenn mir entweder viele Alltagsanlässe oder einige besondere Termine spontan einfallen, ist das für mich ausreichend, um mich den Kauf zu entscheiden. Zur Orientierung, was meine Sachen etwa kosten und wie lange ich sie trage

  • T-Shirts von Armor Lux je 60 Euro halten vier Jahre, wenn ich sie nicht vorher verfärbe (ist mir nur einmal passiert …) und werden von Frühling bis Herbst viel getragen. Pro Tragen sind sie am Ende günstiger als der hohe Kaufpreis es erwarten lässt. Ich vermute, dass sie etwa 120 Wäschen überstehen. Wenn ich eins im Jahr nachkaufe, hält sich die Investition in Grenzen.
    Wie lange die neuen T-Shirts aus 2020 von ARMEDANGELS für 30-40 Euro halten, weiß ich noch nicht. Ich bin mir aber nach einigen Wäschen sicher, dass es keine vier Jahre sein werden, ich tippe auf maximal zwei Jahre. Dafür sind sie nachhaltig produziert. Dass sie dafür schneller im Müll landen werden, was wenig nachhaltig ist, ist ein anderes Thema, dass der Nachhaltigkeitsmathematik. So können Dinge, die konventionell hergestellt werden, bei gleichen Kosten pro Tragen auf Dauer nämlich durchaus umweltfreundlicher sein als Öko-Fashion.
  • Jeans von s.Oliver oder Lands’ End für 80 Euro halten zwei Jahre bei regelmäßigem Tragen. Mittlere Waschungen überleben länger als dunkle, sind als pro Tragen preiswerter. Wenn ich eine Jeans quasi nur trage, ist die auch mal nach sechs Monaten hinüber, aber dafür wurden andere in der Zeit dann ja nicht abgetragen. Durchschnittlich zwei Jahre Tragezeit kommt hin.
  • Blusen für 60 Euro halten im Schnitt drei Jahre (günstigere nur ein bis zwei, hochwertigere vier bis fünf Jahre), werden aber nicht so viel wie T-Shirts getragen (bisher – für 2021 gibt es das Projekt der vier gleichen Blusen, aber das ist ein anderes Thema).
  • Kaschmirrollis für 130 Euro (mal Originalpreis, mal nach Abzug von 50 %) trage ich zwischen drei und fünf Jahren, im Schnitt also vier Jahre. Eine Kaschmirstrickjacke hat sogar 200 Euro gekostet, die war ein Weihnachtsgeschenk meines Mannes 2014. Die trage ich dafür aber auch schon im siebten Winter und sie sieht noch sehr gut aus. Die Kosten pro Tragen werden am Ende also auch da gleichen sein wie bei den Pullis, die nach drei bis vier Jahren ihr Leben aushauchen, weil sie unter den Armen vom Deo zu verfilzt sind, Motten zugeschlagen haben (zum Glück scheint das Problem derzeit gelöst zu sein!) oder sie irgendwann beim vielen Tragen und Waschen doch die Formstabilität oder ihre Flauschigkeit verloren haben. Wenn ich einen Kaschmirrollkragenpullover pro Winter 30 Mal über vier Winter hinweg trage, bin ich bei etwa 1 Euro pro Tragen.

Weil ich wenige Sachen habe, die viel getragen und gewaschen werden, sind meine Sachen schneller hinüber als bei Menschen, die einen vollen Schrank haben. Die meiste Oberbekleidung dürfte zwischen 50 Cent und 1 Euro pro Tragen liegen. Das gilt auch für Jacken. Westen trage ich seltener, die dürften höher liegen. Ein Grund, nicht noch eine zu kaufen, wenn mich mal wieder eine anlacht.

Wie wichtig sind Dir die voraussichtlichen Kosten pro Tragen bei einer Kaufentscheidung?


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34 Antworten auf „Wann geht die Modemathematik auf?“

Guten Morgen Ines,

wow, vielen vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag! Vor allem den Aspekt, dass bei einem neuen Kleidungsstück (z.B. Maxirock) andere Kleidungsstücke weniger getragen werden, werde ich in Zukunft noch mehr berücksichtigen. Auch wenn es ein naheliegender Gedanke ist, hat mein Gehirn das bei der Kaufentscheidung nicht wirklich berücksichtigt. Vor einer Kaufentscheidung habe ich mir bislang immer überlegt, ob ich das Kleidungsstück öfters bzw. regelmäßig tragen werde, es vom Schnitt & Farbe zu mir passt, ich schon so etwas ähnliches zu Hause habe, ob mir das Material gefällt, es waschbar ist und nicht extra in die Reinigung muss. Mein innerer Fragekatalog wird nun aber um einen sehr nützlichen Punkt ergänzt!

Ich komme aus dem Raum Frankfurt am Main und arbeite im Büro. Im Büro gibt es leider keine Klimaanlage aber meine Stoffhosen kann ich mindestens von Oktober bis Mai durchgängig tragen. Kurzärmelige Blusen trage ich im Grunde ganzjährig, im Winter mit Cardigan/ Blazer, im Sommer ohne, sodass die Modemathematik wie auch bei dir dargestellt, auf jeden Fall aufgehen wird.

Danke auch für die Info, dass es keinen bestimmten Faktor gibt, wann sich “offiziell” das Kleidungsstück gelohnt hat, sondern es eine Entscheidung nach Gefühl ist. So habe ich es bislang auch gehandhabt aber manchmal ist es ja ganz ratsam sein Verhalten zu hinterfragen.

Nochmal ein herzliches Dankeschön! Ich lese deinen Blog sehr gerne. Er ist so informativ, regt zum nachdenken an und man lernt einiges dazu. Ich werde mich gleich mal schlau machen wie ich dir was Gutes tun kann. Viele Grüße nach Hamburg

Danke für Dein Feedback, dass der Beitrag Dir weiter hilft. Das freut mich! Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Kaufeintscheidungen.

Der Gedanken, welches Kleidungsstück durch den Neukauf ggf. weniger getragen wird, hat mir geholfen, meine Käufe zwischen 2012 und 2020 pro Jahr zu halbieren – siehe Grafik im Beitrag https://www.meyrose.de/2021/01/02/gute-kaeufe-schlechte-kaeufe-2020/ . Gerade bei Sommersachen und feineren leichten Kleidern, für die ich nicht so viele Trageanlässe habe, sind mit der Fragestellung seit Jahren viele schöne Sachen im Laden geblieben und wenn ich mich am Ende des Sommers gefragt habe, ob das optionale Teil mir gefehlt hat, war die Antwort bisher immer Nein.

Herzlichen Dank für Deinen Kaffeekassenbeitrag!

Wieder mal ein sehr essentieller Beitrag, liebe Ines.
Deine Modemathematik hat ja viel Charme, obwohl sie einem das Shoppen nicht leicht macht. Dafür das Tragen umso mehr!
Ich muss mal bei mir im Shop schauen, welches Stück sich dafür sehr gut eignet, um es ” modemathisch à la Ines” zu behandeln für meine KundInnen. Verlinken auf Dich werde ich auf jede Fall. Super Artikel!
Herzliche Grüße aus dem sonnigen und warmen Süden,
Sieglinde

Eins davon habe ich gerade heute um den Hals und bearbeite gerade Fotos davon :). Leichte Seidentücher lassen sich ganzjährig tragen, was mehr Tragetage bringt (und auch ganze Tage und nicht zu Wege draußen) als bei dicken Winterschals. Im Winter trage ich draußen einen dicken Schal darüber, drinnen sind mir die Seidentücher außer an ganz heißen Tagen angenehm und an heißen Tagen brauche ich sie im Auto gegen Zug von der Klimaanlage, weil ich sonst sofort Halsschmerzen bekomme. Da sie meistens auch weniger Kosten als dickere Wollschals oder große Wolltücher, haben sie im Vergleich schon im Vorwege bessere Chancen, dass die Modemathematik aufgeht.

Danke, dass Du den Beitrag verlinken möchtest!

Liebe Ines, ich bin großer Fan Deiner Modemathematik, öfter habe ich sie schon erwähnt, gerade wenn ich mich freue wenn sie aufgeht.
Das ist für mich eher auch ein Gefühl, welches ich immer habe wenn ich Lieblingssachen oft trage. Nachgerechnet habe ich das tatsächlich auch noch nie.
Durch die Praxiskleidung welche ich an Arbeitstagen trage, wird außer meinen Jeans und ein paar anderen Hosen fast alles geschont. Ich fürchte bei mir geht die Mathematik bei vielen Teilen erst nach Jahren auf. Aber das ist nicht schlimm, wenn es keine allzu trendigen Teile sind.
Bei Unterwäsche, Socken, Nachtwäsche, BH’s und meinen Sachen für Zuhause geht sie am besten auf.
Ich finde es auch gut Abendkleidung zu allen Anlässen zu tragen die man hat. Auch wenn es immer das selbe Kleid ist. Ich finde es eher unverantwortlich für jeden Anlass ein neues Kleid zu kaufen. Da bin ich auch ganz bei Dir. Ein schöner Post. Gefällt mir.
Ich wünsche ein schönes Wochenende, liebe Grüße Tina

Freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt. Ob man die Sachen über viele Jahre oder einen kürzeren Zeitraum aufträgt, ist der Modemathematik egal. Doof ist nur, wenn die Sachen dann zu klein oder groß sind oder sie einem nicht mehr gefallen. Ein bisschen ändert sich der Geschmack ja auch in den Jahren und Änderungen bei aktuellen Schuhformen, Hosenbeinen und Oberteillängen und -weiten machen es irgendwann schwer, Kombinationsteile nachzukaufen.

Na, das wundert mich jetzt aber, da Du ja schon länger hier liest und Modemathematik eines meiner Lieblingsworte ist :).

Liebe Ines,
interessanter Beitrag und immer wieder motivierend. Leider trage ich immer noch nicht alles regelmäßig. Aber es stimmt, das sollte ich unbedingt machen, wie das letzte Jahr zeigt, 12 Blusen wenig getragen aussortiert, weil sie zu groß geworden waren. Das muss ich mir immer wieder bewusst machen.
Liebe Grüsse Greta

Hast Du jetzt 12 Blusen weniger oder hast Du die in 2020 oder 2021 bereits (teilweise) ersetzt?

Mein Tipp: Trotz Deiner Liebe zur Vielfalt schau mal, wie viele Blusen Du wirklich braucht, um über 2 Arbeitswochen zu kommen. Mehr als 12 Blusen brauchst Du sicher nicht, selbst wenn 5 wochenweise im Wechsel immer in der Reinigung sind. Und wenn doch eine fehlt, zieh einfach T-Shirt und Blazer oder ein Kleid an. Versuche in 2021 mal, Dich auf 12 Blusen zu beschränken. Meinetwegen 12 Langarm und 5 Kurzarm, wenn Du Kurzarmblusen im Sommer brauchst. Die kannst Du aber vom T-Shirt-Bedarf abziehen.

Gerade wenn Du jetzt neue Sachen haben möchtest in kleinerer Größe, kauf bitte bloß nicht zu viel.

Und wenn Du jetzt schon weißt, dass Du 2021 viel Homeoffice machen kannst, brauchst Du auch keine 12 Langarmblusen für 2 Wochen, weil Du die 5 schneller aus der Reinigung abholen kannst, als wenn Du außer Haus arbeiten würdest. Mein Mann wird auch 2021 keine neuen Business-Halbschuhe brauchen … der Bedarf verlagert sich da einfach durch die Umstände. Und ich glaube, das Homeoffice wird für die, bei denen das geht, durch 2021 hinweg erhalten bleiben und auch danach mehr Einsatz finden als vorher, weil sich gezeigt hat, wie gut Vieles damit funktioniert.

Das letzte Jahr im Homeoffice hat einige meiner Sachen geschont. Ich will das unbedingt abstellen und auch zu Hause versuchen, alle meine Sachen zu tragen.

Deinen Beitrag verlinke ich gern nächste Woche bei mir.

Liebe Grüße Sabine

Das geht mir auch so. Stiefeletten mit dünnen Sohlen hatte ich in diesem Winter genau zweimal für Seminare an. Zwei Paar wurden gar nicht getragen. Dafür die derben Boots und Wanderstiefel täglich. Aber das ist nicht schlimm, weil ich die Stiefeletten auch nächsten Winter noch mögen werde. Das Schonen verbessert zwar nicht die Kosten pro Tragen, aber zögert immerhin die Suche nach Ersatz hinaus. Na ja … dafür kann ich zum Herbst dann neue derbe Boots kaufen, denn die werden nicht frischer beim Tragen. Aber so werden sie wenigstens bis zum Ende abgenutzt.

Meine älteren Blusenshirts und Blusen habe ich im Februar bewusst alle einmal angezogen, auch wenn das optisch nicht nötig gewesen wäre, damit die frisch sind, wenn ich sie im Frühjahr anziehen mag. Vom Hängen und Liegen werden Sachen nicht formvollendeter … ansonsten freue ich mich darauf, die neuen blauen Blusen zu tragen!

Wenn Du den Beitrag verlinken magst, freue ich mich natürlich!

Liebe Ines, was für ein langer und informativer Beitrag und was mir bei deinen derartigen Beiträgen immer so besonders gefällt ist, dass sie so praxisbezogenen, greifbar und mit Beispielen aus der Realität versehen sind. Vom Begriff der Modemathematik habe ich zwar immer mal wieder gehört oder gelesen, aber ihn bisher für mich nicht wirklich angewendet. Ich hatte zwar unbewusst das Gefühl, dass sich ein elegantes Kleid aufgrund der geringeren Anlässe nicht so rechnen wird wie etwa eine Jeans-Hose. Doch mit deiner so nachvollziehbaren Aufstellung habe ich gleich mal überlegt, wie das bei mir aussieht. Da gibt es etwa einen Overall, den ich mir vor einigen Jahren gekauft habe und obwohl ich mich eigentlich damit wohl habe, haben sich bisher nur wenige Gelegenheiten geboten, ihn auch tatsächlich zu tragen – mit der Modemathematik sieht es da wohl eher mau aus, auch wenn einen Bonus auf Anlasskleidung abziehe. Daneben habe ich schon seit fast zehn Jahren eine schwarze Winterleggings, die immer noch regelmäßig zum Einsatz kommt und einfach immer passt. Da ich diese damals schon als Schnäppchen gekauft habe, ergibt sich hier wohl bei den vielen, vielen Tragetagen schon ein Guthaben auf dem Modemathmatikkonto 😉
Hab einen wunderbaren Sonntag und alles Liebe Gesa

Kannst Du nach dem Lockdown Anlässe schaffen, den Overall zu tragen? Zum Beispiel ein Date mit Deinem Mann oder ein Treffen mit Freunden in einem schicken Lokal, wo Du sonst vielleicht eine dunkle Jeans oder Stretchhose und Seidenbluse tragen würdest und stattdessen der Overall ausgeführt wird?

Das Bild mit dem Guthaben auf dem Modemathematik-Konto gefällt mir :). Das braucht man, um sowas wie den Overall auszugleichen.

Liebe Ines,
das ist eine ziemlich kluge Betrachtungsweise und relativiert auch viele Kleidungsstücke.
Da hast du dir wirklich sehr viel Mühe gemacht und es gilt das wohl auch einmal beim Kauf zu bedenken.
Im Moment nicht so, aber gerade früher habe ich festlicheren Kleidern immer mit mir gehadert. Zu günstig- knistrig und unbequem. Zu teuer- zu wenig getragen.
Heute wäre mir egal, wenn jemand sagt: Oh, das hattest du aber schon oft an. Sagt bei einem Smoking ja auch kein Mensch ;).
Vielen Dank und einen schönen Sonntag
Nicole

“Sagt bei einem Smoking ja auch kein Mensch ;).”

Genauso ist es. Ein Mann kann in einer Arbeitswoche mit zwei Anzügen auskommen und für Festlichkeiten mit einem Smoking, ohne dass es je jemandem überhaupt nur auffällt.

Guter Hinweis. Den merke ich mir für den Fall, dass mal jemand anderer Meinung ist, was das Tragen bereits bekannter Kleidung angeht.

Liebe Ines,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Im Moment lasse ich einige Blusen ändern, kleiner machen. Ich möchte nur neu ergänzen, wenn es wirklich fehlt, z.B. Wäsche und eine Sweat-Jacke, die ich ersetzen möchte. Sonst habe ich noch immer zu viel, aber einen besseren Überblick. Liebe Grüße Greta

Wir sollten uns viel öfter vor Augen halten, was ein Kleidungsstück pro tragen kostet. Früher habe ich für „Anlasskleidung“ viel ausgegeben und bei den anderen Sachen „gespart“. Das ist eigentlich völlig unsinnig und inzwischen involviere ich lieber in Alltagskleidung. Auch bei Unterwäsche ist das Geld gut angelegt, das wir sie häufig und eben direkt auf der Haut tragen. Wer mag schon einen zwickenden BH oder Wäsche, die sich unschön unter der Kleidung abzeichnet? Das ruiniert im schlimmsten Fall das ganze Outfit.
Schöne Grüße
Andrea

Ging mir früher mit Anlasskleidung ganz genauso. Ich war auf einigen Hochzeiten, auf denen mein Outfit dafür erheblich mehr gekostet hat als die Gastgeber als Geschenk bekommen haben. Als mir das bewusst wurde, habe ich meine Einstellung zu Anlasskleidung geändert. Und ich schaffe bewusst Anlässe, um feine Sachen öfter tragen zu können, wenn ich gerade welche habe. In Hamburg ist das einfach, Anlässe zu schaffen.

Modemathematik ist eine interessante Angelegenheit und ich habe mir schon mal überlegt, wie ich das praktisch untersuchen könnte. Mit Strichliste? Tatsächlich habe ich zu viele Sachen, die dadurch auch viel zu lange halten. Aber auch tatsächlich kann man das fast immer nur von den hochwertigen Teilen behaupten (auch wenn man hier Überraschungen erleben kann)
Ich habe mir für einen Anlass vor 2 Jahren ein “Kleines Schwarzes” gekauft und ich sehe darin aus, wie meine eigene Großmutter. Für den Fasching brauchte ich dann ein ähnliches Kleid und das ist viel schicker, als das teure schwarze Ding. Es ist echt ein Dilemma. Wenn man eine solche Bekleidung nicht regelmäßig braucht, hat man kaum Erfahrung.
Bei der Unterwäsche und Socken stimme ich dir unumwunden zu. Ich habe mal gesehen, was Billigsocken mit der Haut eines Kleinkindes angestellt haben. Der Zwerg war zwar einfach noch empfindlich, aber die Socken waren angeblich mehrfach vorgewaschen. Trotzdem.
LG
Sabiene

@Hautreaktion Das kommt bei mir bei manchmal auch vor. Rote, juckendd Pusteln noch und nöcher – auch bei teuren Sachen … hört dann nach meistens nach drei Wäschen auf.

@Beweis der Modemathematik
Ja, da hilft nur eine Strichliste. Für zwei teure Teile – eine Lederhose und ein Kleid – habe ich das mal gemacht. Bei den beiden Sachen war es mir wichtig, das exakt zu wissen. Es lang dafür ein Zettel mit kleinem Bleistift im Schrank. Könnte man ja mit einer Bestandsliste ausweiten, wenn es einem wichtig wäre und die in den Schrank legen oder an die Türinnenseite kleben, wenn man Scharniertüren hat.

@Kleid Ärgerlich. Warum hast Du es überhaupt gekauft, wenn es Dich alt aussehen lässt?

Der Kauf war den äußeren Umständen geschuldet. Mit anderen Worten: Ich war nicht ganz bei der Sache 😉
Strichliste werde ich mal bei ein paar Teilen ausprobieren.
LG
Sabiene

Ich gehöre ja auch zu den überdurchschnittlich strukturierten Menschen. Planen, Organisieren sind meine 2. Vornamen. Ich bin sparsam. Nicht geizig bitte. Qualität (vor allem bei Lebensmitteln) hat definitiv ihren Preis. Ich gucke was ich wirklich brauche und kaufe, was den aufgerufenen Preis für mich wert ist.
Aber es kann durchaus sein, dass bei Kleidung der Nutzen den Preis nicht rechtfertigt. Solange ich in wichtigen Bereichen keine Abstriche machen muss und mir immer noch genügend über bleibt. Und ich Spaß an dem Teil habe. Einen blinden Fleck in dieser Hinsicht gestehe ich mir zu. BG Sunny

Ich habe noch nie von Modemathematik gehört und gebe zu, es ergibt keinen Sinn für mich. Was ist z.B. mit einem Pelz- bzw. Plüschmantel? Es ist Saison- und von Wetterverhältnissen abhängig. Trotzdem ist es gut, einen warmen Mantel parat zu haben. Ich kann schlecht abschätzen wie oft ich die Gelegenheit habe ihn zu tragen. Wenn auf einmal die Temperaturen auf -10°C runter gehen (Seltenheit in NRW) bin ich froh, so ein Teil im Schrank zu haben. Die andere Sache ist mit der verrechneten Ausgabe pro Tag. Es gibt Menschen, die 1€ pro Tag ausgeben würden, es gibt auch welche die 10€ pro Tag sich erlauben können. Da sowieso die “Tagespreise” pro Kleidungsstück schwanken würden, kann es dafür keine Regeln geben. Somit kommen wir auf anders Thema, nämlich Basic. Also Kleidungstücke, die mir Jahrelang treu bleiben und hier wird sich der Anschaffungspreis lohnen. Obwohl Modemathematik cool klingen mag, für mich handelt sich um das altbewährtes Thema Basic- Nachhaltigkeit. Sachen, die man selten oder nur saisonal tragen würde, sind für mich sowieso uninteressant, aber da wäre ich schon wieder beim Thema klassisch- nachhaltig kaufen. Modemathematik- neue Name- altes Thema. Liebe Grüße und schöne Woche!

Du hast völlig Recht: Alters Thema, hübscher Name: Wenn man seine Sachen viel trägt, ist das nachhaltig und die Anschaffungen lohnen sich. Ob ein Basic ein Leopardenmusterkleid ist, dass man jede Woche trägt oder schlichte T-Shirts ist dabei egal – Hauptsache, es passt zur Trägerin und sie hat Lust, es oft anzuziehen.

Das Wort Modemathematik habe ich nicht erfunden, ich verwende ich aber häufig und gerne, weil es viele Menschen gibt, für die das Thema dadurch greifbarer wird.

Den Begriff habe ich erstmals in Nina Garcias Buch „Der perfekte Kleiderschrank“ gelesen. sie schreibt dort auf Seite 91: “Der Preis ist bedeutungslos, er lässt sich immer durch die Regel der Modemathematik rechtfertigen: Kosten geteilt durch die Male, die das Teil getragen wird, ergibt unschätzbar wertvoll.”

Für mich gibt die Fragestellung, ob sich eine Anschaffung lohnen wird in dem Sinn, ob ich das Teil abtragen werde, auch bei einem Pelz- oder Plüschmantel Sinn. Natürlich gibt es Winter, in denen man solche Teile öfter tragen mag oder nicht, je nachdem wie die Temperaturen und die Feuchtigkeit ist. Aber wenn ich schon drei andere Mäntel, brauche ich vielleicht selbst in einem kalten Winter keinen vierten, weil ich die ersten drei dann dafür weniger tragen würde. Wenn ich aber nur einen im Stil anderen Mantel oder für andere Temperaturen geeigneten Mantel habe, kann sich eine Anschaffung dennoch lohnen.

Ob man 1 Euro pro Tag für Kleidung oder 10 Euro ausgeben kann oder mag, ist natürlich verschieden und davon abhängig, was einem zur Verfügung steht und wie viel Wert man auf seine Kleidung legt. Die konkreten Beispiele von mir sind nicht zur Übertragung auf Jedermann gedacht, sondern nur, um vom Abstrakten wegzukommen.

Liebe Ines,
den Begriff “Modemathematik” habe ich durch dich kennengelernt und benutze ihn ab und an auch mal ganz gerne bei einer Kundinnen-Beratung, wenn ein (oft hochwertiges) Teil zum Beispiel gut bzw. flexibel kombinierbar/veränderbar ist.
Die Kundinnen nicken dann manchmal ganz andächtig, wenn ich ihnen anhand von Accessoires, Shirts, etc. die Wandelbarkeit (und somit das Aufgehen der Modemathematik) demonstriere, so kommt es ab und an zu einem Zusatzverkauf oder es fallen der Kundin begeistert Kombi-Teile aus dem eigenen Schrank ein (worüber ich mich genauso freue).

Für mich geht bei Lieblingsteilen, die ich gerne und oft trage, die sich immer mal wieder ein bisschen anders kombinieren und gut pflegen lassen, eindeutig die Modemathematik auf.

Was ich dich aber schon lange fragen wollte… was ist eigentlich aus deinem “Vorsatz” … “Falls am 10. Februar 2021 beschlossen wird, dass Friseurgeschäfte über den 14. Februar hinaus geschlossen bleiben, greife ich noch am 10. Februar selbst zur Schere.”…. geworden?

Neugierige Grüße
Uschi

Das war heute mal wieder Gedankenübertragung, liebe Uschi, dass wir beide aneinander gedacht haben. Ich habe heute Morgen einen Pullover angezogen von 2019 und habe beschlossen, dass bei dem die Modemathematik nicht aufgehen wird. Viskose und ich … ein schwieriges Verhältnis. Der Pullover hat zwar nur leichtes Pilling, ist dafür aber bei den Wäschen so aus der Form gegangen, dass ich mir nur noch mit dem Trockner zu helfen musste und das Risiko eingegangen bin, denn sonst wäre er direkt in den Müll gegangen. Im Trockner ist er so eingelaufen, dass die Länge schöner für mich ist, aber die Ärmel sind jetzt drei Zentimeter zu kurz und dass muss man bei mir erstmal schaffen … Und warum habe ich dabei an Dich gedacht? Wegen Deiner eigenen Erfahrungen und mit der Ware bei Euch im Geschäft. Kaufst Du selbst Pullover aus oder mit Viskose?

Es freut mich, dass Du mit dem Argument der Modemathematik Kundinnen begeistern und Zusatzverkäufe erzielen kannst. Hier im Blog gibt es demnächst ein Tuch zu sehen, dass ich zu meinem Jeanskleid kombiniere. In einem Gastbeitrag woanders wird es das gleiche Outfit zu sehen geben, aber mit einem farblich und stilistisch so anderem Tuch, dass der ganze Outfit anders wirkt (und mein Gesicht auch). Was es ausmacht, wenn man nur ein Teil verändert, ist enorm.

Ich habe morgens am 11. Februar vorm Duschen zur Schere gegriffen. Ist gut geworden. Ich habe alles nass gemacht und nach vorne gekämmt – meine Haare werden immer ohne Scheitel geschnitten, das macht die Friseurin genauso – und vorne einen Rundbogen an der Kontur geschnitten bis zu den Ohren. Dabei habe ich gute 2 cm abgeschnitten und zu den Haaren vor der den Ohren etwas fedrig angeglichen. Jetzt ist der Pony nicht mehr so schwer und hängt nicht so platschig herunter. Mit dem restlichen Volumen am Kopf und den über die Ohren im Nacken gewachsenen Haaren kann ich bis zum 3. März gut leben. Dann werde ich erlöst. Und Du? Wie sieht Dein Schopf aus?

Pullover aus und mit Viskose kaufe ich auch selbst, habe damit aber auch unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Mal funktioniert es tadellos – bleibt in Form, kein Pilling – ein anderesmal funktioniert gar nix.
Warum? Das wissen nur die Hersteller-Götter samt Zusammensetzungszaubermix 😉
Erkläre das mal einer Kundin. 🙂

Zu deiner haarigen Frage:
Ich trage seit gut drei Jahren Bob.
In Lockdown-Zeiten wird er lediglich ein Stück länger.

Ich habe auch Mathematik studiert, aber zu der Zeit, Modemathematik gehörte nicht zu den Fächern, geschweige denn in meinem 18 Jahre alten Kopf! Ich denke, dieses Bewusstsein für dieses Bewusstsein kam erst später im Erwachsenenalter! Nachgerechnet habe ich noch nie und ich werde es wahrscheinlich nie tun, aber ich finde das Thema sehr interessant und verständlich zu lesen.
Liebe Grüße,
Claudia

Das über alle Sachen hinweg nachzurechnen, finde ich auch nicht erforderlich. Wenn man sich bei einzelnen Sachen bei der Anschaffung aber fragt, ob sich das wohl mit den Kosten pro Tragen lohnt, kann das durchaus mal hilfreich sein, um beim nächsten Kauf dieser Art eine gute Entscheidung treffen zu treffen. Für Abendkleider brauche ich keine Liste, da erinnere ich mich auch so daran, auf welchen Veranstaltungen ich es getragen habe. Aber bei einem besonders teuren Pullover, der ab und an getragen wird, bekomme ich das nicht aus dem Kopf zusammen.

Ich wünsche Dir weiter viel Freude an Deinem Mix aus bewährten und neuen Sachen!

Danke für deinen ausführlichen Artikel. Vorweg: ich habe viiiiel zu viel Kleidung. Einen 3m Kleiderschrank ganz für mich alleine! Voll! Aber ich habe mal 10 Kg zugenommen u in der Phase leider alle Kleidung in 34/36 verschenkt. Weil ich mir sicher war dass ich da nie wieder rein passen werde. Dann konnte ich abnehmen u habe mich über ein paar Teile geärgert – dass die weg sind. Teure Closed Hosen zB. Es kam wie es kommen musste: ich habe wieder zugenommen. 20 Kg. Nun gebe ich aber die Teile in 38 nicht mehr weg weil ich die Hoffnung einfach nicht aufgeben mag, wieder ne 38 tragen zu können. So habe ich Kleidung von 38 bis 42 parat! Allerdings habe ich Shirts von KaffeeRöster, die mich seit 10 Jahren begleiten u in allen Größen passen. Die waren günstig u sehen noch super aus. Da ist der Tragepreis pro Tag im Centbereich! Ein 400,- EuroKleid aus der 38-Phase gebe ich nicht weg weil es nur 2mal getragen ist u noch immer wunderschön. Das gleicht sich für mich aus. Außerdem nähe ich ja auch viel Kleidung, da will ich dann auch dies Teil mal ausprobieren oder mal das…
Ich habe mir auf deinen Tipp hin die reduzierten UH bei Schiesser in Blau gekauft. Die sitzen super!! Danke dafür.
Sonst trage ich meist die Wäsche vom KaffeeRöster. Hier gab es auch schon mal bessere u mal schlechtere Qualität…
hab einen schönen Sonntag. Ich gebe einen LatteMacchiato aus.

Herzlichen Dank für den Latte Macchiato mit Kuchen!

Das besondere Kleid würde ich an Deiner Stelle dann auch behalten. Siehst Du die zu kleinen Sachen, wenn Du den Schrank öffnest, um Dich anzuziehen? Ich empfehle meistens, die Sachen außer Sicht zu lagern – bei 3 m ist dafür ja genug Platz, um morgens nicht vor einer scheinbaren Auswahl zu stehen, die man ja in Wahrheit so gar nicht nutzen kann, wenn Sachen nicht passen. Außerdem macht der Anblick der schönen Sachen, die man nicht anziehen kann, jeden Morgen von Neuem traurig. Beim Garderobenwechsel im Herbst und Frühjahr kann man gut schauen, was man größenmäßig wohin sortieren möchte.

Viel Freude an der neuen Wäsche! Super finde ich, dass der Stoff kein Pilling bekommt und sie die Form behalten. Bei meinen bisher erst zwei defekten hat sich an der Seite die Verklebung gelöst, aber sie waren schon viel getragen. Das war O.K.

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