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Was am 13. September 1986 geschah

… möchte Kristin wissen und hat sich diesen Beitrag gewünscht. Hintergrund dazu ist der Spruch

“Es gibt Tage, die vergisst man nie. Egal, wie lange sie her sind.”

Verfasser unbekannt

den ich im Blog bei was eigenes im Adventskalender der guten Gedanken am 17. Dezember 2021 gefunden und auf Instagram mit dem Datum 13. September 1986 geteilt habe.

Mein erster Alleinflug im Segelflugzeug

Ines Meyrose 1988 im Segelflugzeug

… ist die Antwort auf die Frage. Fotos davon gibt es keine, das Beitragsbild ist von 1988. 1986 hatte ich kurze Haare und weiß noch genau, was ich an dem Tag getragen habe: eine verwaschene blaue Bundfaltenjeans und einen Oversized-V-Pullover aus glattgestrickter Baumwolle, den alle drei Frauen der Familie getragen haben, ich aber am meisten.

Was hat den 13. September 1986 so besonders gemacht?

Das erste Mal ganz alleine in einem Flugzeug in der Luft zu sein, ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Seit mein Vater 1976 mit der Segelfliegerei begann, wollte ich das auch.

1978 durfte ich das erste Mal mitfliegen am 66. Geburtstag meines Opas – wir kamen natürlich deshalb zu spät nach Hause zum Kaffeetrinken im heimischen Garten, aber das war jedes Gezeter von Mutter und Oma wert. Spätestens danach war klar, dass ich in den Himmel möchte. Hat dann noch ein paar Jahre gedauert und war so schön, wie erhofft.

Meine Mutter ist immer 1000 Tode gestorben, wenn sie mich beim Fliegen wusste, deshalb habe ich ihr von den ersten Alleinflügen – man macht drei direkt nacheinander zum Bestehen der A-Prüfung – erst hinterher erzählt. Und bis zum Ende meiner Segelfliegerzeit ist es immer gut gegangen. Das Hobby hatte seine Zeit und ich denke heute noch gerne daran zurück.

Ohne Motor durch die Luft zu gleiten, ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Man fliegt wortwörtlich über den Dingen und alles, was unten am Boden passiert, ist so weit weg, dass es für den Moment keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt.

So ein Segelflug befreit von Alltagsnöten und lenkt den Blick auf den Moment. Denn wenn man sich dabei nicht auf den Moment konzentriert, ist der schöne Flug schneller vorbei, als man gucken kann.

Deshalb ist der 13. September 1986 ein Tag, den ich nie vergessen möchte und der das Potenzial hat, am Lebensende nicht nur einer der schönsten, sondern der schönste gewesen zu sein.

Welchen schönen Tag vergisst Du warum nicht?


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20 Antworten auf „Was am 13. September 1986 geschah“

Liebe Ines,
Wow- erstens überraschst du und zweitens lässt du mich gerade bewundernd zurück. Durfte man so früh schon allein fliegen?
Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Mutter Blut und Wasser geschwitzt hat.

Ich liebe (also so die Erinnerung) das Fliegen, aber ich gestehe, dass mir Segelflugzeuge immer einen gewissen Respekt abgenötigt haben, weil der Laie sich ja doch eine gewisse Hilflosigkeit vorstellt.
Aber gleichzeitig beim Ausblenden dieser kann ich dieses unglaubliche Gefühl und auch die Demut, die damit einher geht, total nachempfinden.

Es ist wunderbar, dass du so etwas erleben und erfahren durftest und es so konservierst.

Kleine Anmerkung am Rande: man erkennt dich sofort auf dem Bild, aber die kurzen Haare haben eine für mich ganz besonderes Dynamik.

Einen schönen Samstag und Danke für das Teilen dieses besonderen Erlebnisses.
Nicole

Man darf mit 14 Segelfliegen lernen in einem Doppelsitzer und dann unter Aufsicht eines Fluglehrers nach dem Erfüllen gewisser Fertigkeiten mit einem sogenannten Flugauftrag alleine fliegen. D.h dass ein Fluglehrer am Boden steht und den Fluschüler im Blick haben muss am Himmel und über Funk ansprechbar ist. Wenn man sich aus dem Sichtfeld des Fluglehrers wegbewegen möchte, geht das mit einem schriftlichen Flugauftrag, den man bei sich führen muss als eine Art Fluglizenzersatz für den Fall einer Außenlandung. Jedenfalls war das damals so – vielleicht gibt es heute eine App dafür? Keine Ahnung. Die vollständige Privatpilotenlizenz für Segelflugzeuge kann man ab 17 erwerben, was ich auch getan habe.

Ich durfte ein Jahr schon eigenverantwortlich fliegen, bevor ich Auto auf der Straße fahren durfte. Da Segelflugplätze Privatgelände sind, kann man Autofahren dort bestens üben. Spart später Fahrstunden. Der Fahrlehrer war nur etwa überraschend bei meiner ersten Fahrstunde. Er hat mich nicht gefragt, ob ich schon mal gefahren sei :). Er meinte dann, dass ich das offenbar nicht zum ersten Mal machen würde und ich sagte ihm, dass er gefälligst seinen Fuß von meiner Kupplung nehmen solle, denn ich wüsste wohl offenbar, was ich tue. Gewöhnen musste ich mich an den Schilderwald und da übersehe ich bis heute gerne was …

Mit kurzen Haaren fühle ich mich einfach wohler. Lange Haare, selbst nur Halblange, wollen zuviel von mir.

Wünsche Dir einen ebenso schönen Samstag!

Dass Du eine mutige Segelfliegerin bist, wusste ich ja schon, liebe Ines. Aber, dass Du so jung dabei warst, war mir nicht bewusst. Auf jeden Fall bin ich voll Bewunderung, dass Du das damals so für Dich gewollt hast und gekonnt hast. Dass dieser Tag ein ganz besonderer ist, kann ich gut verstehen. Sich so fast lautlos über alles erheben zu können und dabei ganz auf sich allein gestellt zu sein, das hat definitiv was!
Solch eine Erfahrung machen nur wenige Menschen. Frauen noch dazu. Da hast Du eine sehr besondere, großartige Erinnerung.
Bei uns in der Umgebung gab und gibt es viele Segelflugplätze und ich habe sie oft am Himmel gesehen, auch als Kind. Ich fand es immer toll, aber ich hätte es nicht selbst machen mögen… da war ich viel zu ängstlich.
Mein direktestes Flugerlebnis war ein Rundflug über Nürnberg im Helikopter, den ich mit meinen Kindern gemacht habe als sie ca. 10 und 7 waren. Aber lautlos war das nicht… 🙂
In meinem Leben gabs zum Glück viele Tage, die schön waren.
Einige auch besonders schön. Der Tag unserer Hochzeit im September z.B.: Vormittags romantisch und ganz entspannt mit unseren erwachsenen Kindern und Freunden zum Standesamt in einem Stadtschlösschen mit anschließendem Sekt im Park und dann zum edlen Frühstück in ein smartes Restaurant. Und nachmittags gleich noch nach Weimar in ein feines Hotel auf Hochzeitsreise, das war ein wunderschöner Tag ganz nach meinem Geschmack.
Das Schönste: Es folgten dann bisher noch 20 wunderschöne Jahre.
Herzlich grüßt Dich Sieglinde

Mutig fand ich mich dabei gar nicht. Ich wollte das einfach …

Eure Hochzeit klingt ganz nach meinem Geschmack. Fein, aber ohne viel Brimborium. Ich wünsche Euch noch viele schöne Jahre zusammen!

🙂 Das muss ein wahnsinniges Erlebnis gewesen sein, liebe Ines!
Ich kann verstehen, dass Dir damals jegliches Gezeter wurscht war.
Schönes Wochenende und liebe Grüße
Claudia 🙂

Immerhin ist es einer der Momente im Leben, dessen Gefühle noch abrufbar sind und der nicht von höher, schneller, weiter, mehr in den Schatten gestellt wurde. Tatsächlich auch nicht von solchen wortwörtlichen Flügen. Wobei das erste Mal nah an 3000 m über der Heide (höher darf man in Deutschland nicht wegen des Linienflugverkehrs) schon auch unvergesslich war … und das erste Mal 270 km/h fliegen auch … Bei weiter habe ich es über 100 km nicht hinaus gebracht, war gar nichts ist.

Mich hätte das Gezeter auch nicht gestört. Finde ich wahnsinnig klasse. Mein Problem ist eher die Höhenangst und die grundsätzliche Angst vorm Fliegen. Ich gehe nicht mal über eine Hängebrücke ohne Schwindel. Trotzdem finde ich es immer faszinierend in luftiger Höhe.

Liebe Grüße Sabine

Mit Linienflugzeugen fliege ich auch nicht gerne. Da kenne ich in den meisten Fällen den Piloten ja nicht … außerdem mag ich die Enge der Röhre nicht. Zu wenig Fenster, zu viele Menschen auf zu wenig Raum …

Ich haben jetzt Instant gute Laune bekommen. Weil ich nachfühlen kann wie wundervoll dieser Tag für dich gewesen sein muss, wie glücklich!

Selber werde ich nie den Tag vergessen als ich Heißluft Ballon gefahren bin. Ich hatte es mir Jahre gewünscht und dann war es so weit und noch viel viel schöner als gedacht.
Liebe Grüsse Ela

Oh wie wunderbar, dass Dir dieses tolle Erlebnis vergönnt war! Das stelle ich mir großartig vor. Tatsächlich würde ich mir das nicht zutrauen. Da hat man ja keinen Fallschirm dabei …

Weiter gute Laune wünsche ich Dir!

oh ja das kann ich verstehen, dass Dir das viel bedeutet hat. Wahnsinn, ich hatte es vergessen dass Du Segelfliegerin bist. Du hattest es mal nebenbei erwähnt.
Ein schönes Foto von Dir 😊
Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag Abend liebe Grüße Tina

War – nicht bin, aber im Herzen bleibt man wohl ein bisschen immer :). Gemeinerweise kann ich aus meinem Bürofenster den Windenstart des ortsansässigen Segelflugplatzes sehen und hören … Das ist manchmal schon fies. Aber es passt einfach nicht mehr in meine Leben.
Freut mich, dass Dir das Bild gefällt. Mein Mann würde sofort für diese Frisur plädieren. Männer und lange Haare …

Liebe Ines, ich finde es toll, dass du mit der Fliegerei etwas gefunden hast, dass dich von jungen Jahren an begeistert hast und ich bin absolut beeindruckt, wie jung du doch bei deinen ersten Flügen gewesen bist. Damals war Fliegen für mich noch in weiter Ferne und bei einem Segelflug schwingt für mich auch immer etwas Unsicherheit mit. Jedenfalls freut es mich, dass du so eine schöne Erinnerung für dich bewahren konntest und dieses Datum für dich immer eine besondere Bewandtnis hat. Ich finde es interessant, dass du dich auch noch genau an die Kleidung erinnerst, die du an diesem Tag getragen hast – denn auch ich weiß noch, womit ich bei eingeprägten Erlebnissen gekleidet war und oftmals ist es mir dann im Nachhinein schwer gefallen, diese Kleidung zu entsorgen.
Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe Gesa

Lustig, dass Du auch so ein Kleidungserinnerungsgedächtnis hast. Die Kleidung zu entsorgen, hemmt mich die Erinnerung nicht. Die Erinnerung ist ja in meinem Kopf. Ich weiß aber, dass es anderen Menschen da anders als mir geht und eine haptische Erinnerung positiv verstärkend wirkt. Und es nicht so, dass es gar keine physischen Erinnerungsstücke gäbe …

Einen guten Wochenstart wünsche ich Dir!

Liebe Ines,
Dein Foto oben kenne ich ja schon und auch wenn es nicht vom Tag Deines ersten Alleinfluges ist, sprüht es vor Lebensfreude und jugendlicher Zuversicht. Es ist schön, dass Du nach den Tagen fragst, die lebenslang als glückliche Tage im Gedächtnis bleiben. Ich habe mir (gerade) vorgenommen, diese jetzt einmal zu “polieren” damit der Glanz für mich wieder sichtbar wird.
Liebe Grüße,
Susa

…Der Tag, an dem mein Sohn geboren wurde, der Tag, an dem ich in den USA zum ersten Mal Schnee sah, und viele andere sind unvergessliche Momente in meinem Leben. Fliegen muss ein wunderbares Gefühl von Freiheit sein, aber es war nie in meinen Plänen – ich bin mehr Erde als Luft.;) Ich freue mich für dich, dass du dieses Gefühl haben konntest!
Liebe Grüße,
Claudia

Das erste Mal Schnee – das stelle ich mir lustig vor. Ich habe mal gesehen, wie Meerwasser am Strand zu klingenden Eiswürfeln gefror mit jeder Welle und wie ein Drink mit Eiswürfeln Klang. Das werde ich auch nie vergessen.

Och wow…. echt beeindruckend! Es ist bestimmt ein Erlebnis, das man nicht vergessen kann. Ich werde deine Frage jetzt nicht beantworten, denn mir kommt momentan nichts im Sinn, was das übertreffen würde. Einfach nur toll! Liebste Grüße!

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