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Lesetipp: Drei Generationen der McAllister-Frauen

Werbung – Rezensionsexemplar

Muetter und Toechter von Claire Alexander

Mütter und Töchter
Claire Alexander

Paperback, Klappenbroschur, 416 Seiten
ISBN 978-3-442-49664-8
Übersetzt aus dem Englischen von Bettina Hengesbach
Originaltitel The Pieces of Us, Originalverlag Penguin UK
Deutsche Erstausgabe
Erschienen am 18. März 2026 im Goldmann Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.

„Die Floristin Cat McAllister nimmt das Leben, wie es kommt. Sie hat ihre 16-jährige Tochter Ruby allein großgezogen und einen eigenen kleinen Blumenladen aufgebaut. Als ihre Mutter Minnie mit nur 58 Jahren an Alzheimer erkrankt, zögert Cat keine Sekunde und nimmt sie bei sich auf. Doch dann stößt sie bei der Auflösung von Minnies Haus auf ein bestürzendes altes Dokument. Ist Minnie gar nicht die Mutter, die Cat so gut zu kennen glaubte? Unterdessen steht auch Cats Tochter Ruby vor einer schweren Entscheidung, als sie im Badezimmer auf zwei kleine blaue Striche starrt. Doch sosehr das Schicksal die drei McAllister-Frauen auch herausfordert, gemeinsam lässt sich das Leben einfach besser meistern …“

Verlagstext Claire Alexander, Mütter und Töchter, Goldmann Verlag 2026

Seit vor einiger Zeit eine Leserin kommentierte, dass sie nicht so gerne Bücher liest, die aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, nehme ich beim Lesen bewusster wahr, wie es mir damit geht. Die Erkenntnis ist, dass ich Geschichten mit einer Ich-Erzählerin deutlich intensiver fühle. Das bedeutet, dass mich die Geschichte mitgenommen hat im doppelten Sinne, denn sie wird aus der Sicht von Cat heute und Beth in Rückblenden ab 1976 erzählt. Wer Beth ist, erfährst du im Verlauf des Buchs.

Cat geht sehr liebe- und verständnisvoll mit ihrer Mutter Minnie um und versucht, die Belastung irgendwie zu wuppen, als Minnie wegen der Alzheimer-Erkrankung nicht mehr alleine leben kann. Es fällt ihr schwer, Hilfe anzunehmen. Doch sie lernt, dass es ohne Hilfe noch schwerer für sie würde. Zu schwer. Unterstützung von der Pflegerin Lena und ihrer besten Freundin Lisa anzunehmen, macht es ihr möglich, den Alltag zu überstehen.

Und dann ist da noch Asim, Immobilienmakler, der Minnies Haus im Auftrag von Cat verkauft, damit mittelfristig die Pflege Minnies davon bezahlt werden kann. Der charmante Mann findet den richtigen Weg, damit Cat Vertrauen zu ihm fasst.

Ruby ist einerseits natürlich mit der Situation total überfordert, mit 16 versehentlich schwanger zu sein. Anderseits ist sie sich recht schnell klar, wie sie damit umgehen möchte. Da Cat selbst die Erfahrung einer frühen Schwangerschaft gemacht hat, kann sie sich gut in ihre Tochter hineinversetzen. Diese Herausforderung nehmen die drei McAllister-Frauen gemeinsam an.

Es ist ein gefühlvolles Buch, das nicht ins Kitschige driftet. Im ersten Drittel steht mir die Alzheimererkrankung von Minnie und Cats Umgang damit zu lange im Vordergrund. Mit Rubys Schwangerschaft und Cats Suche nach ihrer leiblichen Mutter nimmt die Geschichte Tempo auf und war ab da für mich spannender zu lesen. Die Auflösung zum Ende hin hat es für mich rund gemacht.

Ist das ein Roman für dich?

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Lesetipp: Ein Neuanfang zwischen Tieren, Chaos und Selbstfindung

Werbung – Rezensionsexemplar

Gekommen um zu bleiben von Madeleine Becker

Gekommen, um zu bleiben
Unser Haus im Wald – Von Hühnern, Hürden und dem Zauber eines Neuanfangs
Madeleine Becker

Originalausgabe, Paperback, Klappenbroschur, 288 Seiten
ISBN 978-3-442-30241-3
Erschienen am 11. März 2026 im Goldmann Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.

„Madeleine Becker hat den Schritt gewagt: Gemeinsam mit Freund Lukas und zahlreichen borstigen, gefiederten und befellten Tierfreund*innen zieht sie in das Haus im Wald – einen alten Bauernhof in der Steiermark, den es erst einmal zu renovieren gilt. Klar, dass dabei nicht immer alles reibungslos läuft, vor allem aber findet die »Wald-WG« heraus, was es wirklich zum Glücklichsein braucht. Eine von der Abendsonne in goldenes Licht getauchte Obstwiese zum Beispiel, Krähen, die die Hühner vor Bussarden retten, einen Kater, der am liebsten im Gewächshaus schläft, und jede Menge Tomaten.

In der idyllischen Landschaft im Süden Österreichs kann Madeleine sich auf das Wesentliche besinnen: Wie kann ich Menschen- und Tierwohl bestmöglich vereinen? Was kann ich als einzelne Person im Kleinen für die Umwelt tun? Mit welchen Menschen möchte ich mich umgeben? Und nicht zuletzt die alles entscheidende Frage: Welches Leben möchte ich leben?

Verlagstext Madeleine Becker, Gekommen, um zu bleiben, Goldmann Verlag 2026

Auf das Buch bin ich über eine Promotion des Verlages gekommen. Ich kannte die Autorin zuvor nicht. Auf Instagram ist sie bekannt unter dem Profil @frau_freudig. Sie hat bereits zwei Bücher übers Landleben veröffentlicht: Erstmal für immer. Vom Hörsaal in den Kuhstall und Hin und weg. (Über)Leben auf dem Bauernhof – zwischen Kühen, Krisen und Kohlrabi. Das aktuelle Buch Gekommen, um zu bleiben beschreibt ihr Leben in ihrem Haus im Wald, das sie mit ihrem Partner Lukas 2023 bezogen hat.

Das Buch spielt zwischen 2023 und 2025 und ist tagebuchartig geschrieben, nicht wortwörtlich das ganze Jahr durch – es ist ein tagebuchartiges Resümee ihrer letzten zwei Jahre im Haus im Wald.

Madeleine und Lukas haben das Haus in der Weststeiermark in den Bergen als kleinen Bauernhof gekauft, um dort mit sieben Kühen, neun Wollschweinen, Hühnern, Katern, Kaninchen und auch ein paar unfreiwillig dazu gezogenen Tieren ein Zuhause zu finden.

Vorher waren die beiden von 2019 bis 2023 zusammen auf dem Hof seiner Eltern, die Milchviehwirtschaft betreiben. Dort gab es heftige Generationskonflikte und ziemlich viel Knatsch, sodass die beiden dann beschlossen, sich was Eigenes aufzubauen.

Der Untertitel des Buchs Unser Haus im Wald – Von Kühen, Hürden und dem Zauber eines Neuanfangs ist wörtlich zu nehmen. Es beginnt mit dem Neuanfang auf dem Hof im September 2023. Lukas und Madeleine sind fluchtartig aus Kärnten abgereist. Sie haben ihre Sachen quasi über Nacht eingepackt und mussten zusehen, dass sie irgendwie alles mitkriegen. Sie konnten noch ein paar Tiere nachholen und das war’s dann.

Es hat einen glatten Schnitt zu Lukas‘ Familie gegeben. Was davor passiert ist in dem Generationenkonflikt, weiß ich nicht. Das wird man vermutlich in den beiden Büchern erfahren. Fakt ist, sie haben komplett den Kontakt zur Familie abgebrochen und wollen sich im Haus im Wald was Neues ausbauen.

Madeleine geht neben der umfassenden Arbeit auf dem Hof weiter ihrer Berufstätigkeit als Autorin und Content-Creatorin nach, Lukas arbeitet als Rettungssanitäter – erst noch in Vollzeit, dann reduziert er auf halbtags.

Bei der Renovierung des Hauses im Wald fallen ihnen immer wieder Hürden vor die Füße. Tiere büxen aus, machen irgendwas kaputt, Dinge stellen sich als ganz anders raus, als sie sich das vorher vorgestellt haben.

Nach vier Jahren Dauerstress auf dem Hof von Lukas’ Familie in Kärnten ist die neue Situation ungewohnt. Auf dem neuen Hof in der Weststeiermark versuchen sie, gemeinsam Fuß zu fassen. Zum ersten Mal sind sie wirklich nur auf sich selbst gestellt. Dieses Leben zu zweit kannten sie vorher so noch gar nicht.

Über die zwei Jahre hinweg, in denen das Buch spielt – es endet im September 2025, kommen immer wieder Praktikant_innen, Freund_innen und Helfer_innen auf den Hof, um die beiden zu unterstützen. Das klappt mal besser und mal schlechter. Am Ende entwickelt sich das Ganze zu einer Art Wald-WG mit wechselnden Bewohner_innen neben der Stammbesetzung Madeleine und Lukas.

Beide sind sehr glücklich mit der Situation, dass so viele Menschen, mit denen sie sich gut verstehen, auf den Hof kommen. Sie selbst haben kaum die Möglichkeit, den Hof zu verlassen, um Freund_innen oder ihre Familie zu besuchen, weil die vielen Tiere versorgt werden müssen.

Es ist eine sehr besondere Form von Lebensraum, die Madeleine und Lukas sich dort geschaffen haben. Sie bietet viel Gestaltungsspielraum und Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln. Manche Dinge gehen schief, manchmal sogar wortwörtlich. An anderen wächst man schnell. Und manchmal wächst einem dabei auch eine unbezähmbare Glyzinie über das Dach.

Vom ersten Satz an war ich beim Lesen direkt drin in der Geschichte. Ich hatte das Gefühl, ich lebe mit auf diesem Hof. Ich sehe das, ich fühle das. Es gibt einen Schwung Farbbilder in dem Buch zur Vervollständigung der Eindrücke.

Die Bilder habe ich erst an den jeweiligen Stellen im Buch angeguckt und nicht vorgeblättert, weil ich mich davon nicht beeinflussen wollte in meiner Vorstellung. Die Bilder, die beim Lesen in meinem Kopf entstanden sind, vielleicht auch ein bisschen geprägt vom Titelbild, passten zu den Fotografien, die dann im Buch zu sehen sind. Das spricht für die bildhaften Texte der Autorin.

Für wen ist das Buch was?

Wer Interesse daran hat, das Leben einer Anfang-30-jährigen Frau kennenzulernen, die einen unkonventionellen Lebensweg gewählt hat, wird Freude am Buch haben. Sie stürzt sich mit Kopf, Herz und Händen in Projekte, geht darin völlig auf und handelt mit Leidenschaft – manchmal bis zum Verzweifeln und darüber hinaus.

Auch Menschen, die gerne mit Tieren leben oder sich so ein Leben vorstellen können, werden Gefallen an der Geschichte finden. Wer denkt, ein kleiner Hof mit ein paar Tieren sei einfach zu bewirtschaften, kann außerdem noch einiges lernen: Was gut klappt, was man besser anders macht und was man besser bleiben lässt.

Madeleine Becker fasst ihre Learnings im Buch teilweise in Listen zusammen. Sie zeigt, was der Garten, die Tiere oder das Haus ihr im Laufe dieser zwei Jahre beigebracht haben. Sie ist Gekommen, um zu bleiben. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob es so ist.

Wie würdest du gerne leben?

PS: Falls du dich wunderst, dass meine Sprache in diesem Blogbeitrag ein bisschen anders als gewohnt klingt, liegt das daran, dass ich den Text nicht getippt, sondern ihn als Sprachnachrichten eingesprochen und in Text habe umwandeln lassen. Ich spreche ausführlicher, als ich schreibe. Dazu interessiert mich dein Feedback.

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Lesetipp: Jeanne, Iris & Théo – Wenn Fremde Familie werden

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Unser Tag ist heute von Virginie Grimaldi

Unser Tag ist heute
Virginie Grimaldi

Paperback, Klappenbroschur, 336 Seiten
Deutsche Erstausgabe
Aus dem Französischen von Maria Hoffmann-Dartevelle
Originaltitel Il nous restera ca
Originalverlag Éditions Fayard, Paris 2022
ISBN 978-3-328-60329-0
Erschienen am 13. März 2024 im Penguin Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten und eine Leseprobe findest du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.

„Jeanne, 74, hat kürzlich ihren Mann verloren und findet sich in einer einsamen und finanziell prekären Situation wieder. Iris, 33 und schwanger, ist einer toxischen Beziehung entflohen, versteckt sich in Paris, wo sie aus dem Koffer lebt, und sucht nach einer Unterkunft. Théo, 18, Konditorlehrling ohne festen Wohnsitz, hat Jahre im Heim hinter sich, Erinnerungen an eine desolate Kindheit im Gepäck und braucht ebenfalls dringend eine Bleibe.

Geplagt von Geldsorgen kommt Jeanne auf die Idee, einen Untermieter in ihre große Pariser Wohnung aufzunehmen. Aus einem werden zwei, und so findet sich eine auf den ersten Blick ungewöhnliche WG zusammen. Eine Schicksalsgemeinschaft, aus der bald so viel mehr wird: Ersatzfamilie und Freunde fürs Leben.“

Verlagstext – Virginie Grimaldi, Unser Tag ist heute, Penguin 2025

Weil Jeanne sich nicht zwischen Iris und Théo als Untermieter entscheiden kann, räumt sie ein Zimmer mehr frei als geplant und stürzt sich als Rentnerin ins WG-Leben. Zuerst zieht sich Jeanne sehr zurück, weil sie die Anwesenheit fremder Menschen in ihrer Wohnung nicht gewohnt ist.

Es dauert nicht lange, bis die drei wie zufällig gemeinsam zu Abend zu essen beginnen und sich die Leben verweben. Sogar Jeannes Lust aufs Nähen, das sie nach Pierres Tod eingestellt hat, kommt zurück. Sie war über 40 Jahre Schneiderin bei Dior und kann aus Stoffresten Traumstücke zaubern. Jeannes Dackel Boudine freut sich über das neue Gassi-Personal.

Ein zaghaftes Abtasten von Nähe- und Distanzbedürfnis führt am Ende dazu, dass die drei erst Freunde und dann eine Ersatzfamilie füreinander werden und sich gegenseitig beschützen.

„Es gibt Bindungen, die Jahrzehnte brauchen, um sich zu festigen, während andere schon nach kurzer Zeit unauflöslich sind. Diese Bindungen sind Gewissheiten.“

Virginie Grimaldi, Unser Tag ist heute, Penguin 2025, Iris auf Seite 301 im E-Book

Iris braucht Schutz vor ihrem Ex-Partner Jérémy, der sie stalkt und klein halten will. Er spielt sich als ihr Retter und Beschützer auf, will ihr jedoch nur schaden. Sie hat lange gebraucht, um das zu erkennen. Jetzt gibt es für sie kein zurück mehr.

Théo hat so lange im Schutz der Einsamkeit im Heim gelebt, dass er sich sofort in seine Höhle zurückzieht, wenn irgendetwas ihm zu nahe kommt.

Die beiden bringen Leben in Jeannes Bude und finden Mut, sich ein erwachsenes Leben aufzubauen.

„Inzwischen glaube ich nämlich, es ist normal, nicht normal zu sein.“

Virginie Grimaldi, Unser Tag ist heute, Penguin 2025, Théo auf Seite 163 im E-Book

Jeanne wird von dem betrügerischen Medium Monsieur Kafka ausgenutzt, der angeblich mit Pierre kommuniziert. Sie besucht Pierre täglich zu einer festen Zeit auf dem Friedhof als Ritual des Trauerns und zum Aufrechterhalten der Bindung. Ihr Weg in dem Roman ist der in ein Leben ohne Pierre, der immer in ihren Gedanken bleiben wird.

Fazit: Das ist der schönste Roman, den ich seit Offene See gelesen habe.

Wie möchtest du im Alter leben?

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Lesetipps Rezepte

Lesetipp Kochbuch: Einfache italienische Rezepte für den Alltag

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Kochen wie ein echter Italiener von Angelo Coassin

Kochen wie ein echter Italiener
Angelo Coassin

Aus dem Englischen von Wiebke Krabbe
Originaltitel Cook Like a Real Italian, Hardie Grant
Hardcover, Pappband, 176 Seiten, 4-farbig, ca. a. 90 farbige Fotos
ISBN 978-3-517-10394-5
Erschienen am 16. April 2025 im Verlag Südwest (Werbung)
Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten findest du auf der Verlagswebsite.

„Angelo ist ein waschechter Italiener und hat seine Leidenschaft fürs Kochen von seiner famiglia geerbt.
Er ist der kreative Kopf des erfolgreichen Accounts @cookingwithbello auf Instagram und TikTok. In seinem Buch verrät er seine 70 Lieblingsrezepte der heißgeliebten »Mamma-Küche«. Sie sind alle extrem leicht nachzukochen und schmecken dabei verblüffend echt italienisch. Schlemm dich durch Lasagne, Pizza, Pasta, Vitello Tonnato, Calamari … bis hin zu unwiderstehlichen Dolci, wie Tiramisù und Panna Cotta.
Das kennst du alles schon? Das kannst du als Italienfan aus dem Handgelenk kochen? Ja, aber … dieses Buch stellt alles in den Schatten! Denn Angelo gelingt es, die italienischen Klassiker mit einfachen und überall erhältlichen Zutaten so simpel aufzubereiten, dass das Kochen zum Kinderspiel wird.“

Verlagstext – Angelo Coassin, Kochen wie eine echter Italiener, Verlag Südwest 2025

Das Buch ist ein Lesetipp für alle, die

  • gerne einfache italienische Gerichte essen.
  • mit Zutaten kochen möchten, die sie meist zu Hause haben.
  • ihr Essen schnell auf dem Tisch haben wollen ohne viel Chichi.
  • gerade erst mit Kochen in der eigenen Wohnung anfangen.
  • mit wenig Zubehör präsentable Ergebnisse zaubern wollen.
  • eine Zusammenstellung von Klassikern der italienischen Küche suchen.
  • Wert auf Bilder bei Rezepten legen – die gefallen mir besonders gut.

Gerichte mit Nudeln sowie Tomaten– und Hacksoßen koche ich selbst ähnlich. Gut finde ich die Reduktion auf die Basiszutaten. Das Rezept für die Parmesan-Biscotti probiere ich aus, wenn wir das nächste Mal Besuch bekommen. Die kommen mit einem kleinen Dipp als Vorspeise bestimmt gut an.

Was ist dir bei einem italienischen Kochbuch wichtig?

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Lesetipp – Das Fuchserl

Werbung – Rezensionsexemplar

Rauhnaechte von Ellen Sandberg

Rauhnächte
Ellen Sandberg

Originalausgabe, Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten
ISBN 978-3-328-60437-2
Erschienen am 12. November 2025 im Penguin Verlag (Werbung)
Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.

Ellen Sandberg ist das Pseudonym von Inge Löhnig. Unter ihrem bürgerlichen Namen veröffentlicht sie Kriminalromane. Dem Roman Raunächte liegt der 2014 im Arena Verlag unter dem Titel Die Flammen flüstern dein Lied von Inge Löhnig veröffentliche Jugendroman zugrunde. Die Geschichte wurde als Raunächte von der Autorin vollständig neu erzählt. Falls dir das Buch bekannt vorkommt, hast du es in der früheren Fassung vielleicht bereits gelesen.

Leider finden sich diese Hinweise nur im Buch selbst und nicht auf der Website des Verlags. Das finde ich schade, denn ich habe wegen solcher Überarbeitungen und neuem Titel schon mehrfach Bücher gekauft, die sich mir inhaltlich bereits bekannt herausgestellt haben. In diesem Fall hatte ich Glück: Das Lesevergnügen war ein frisches für mich und Raunächte ist absolut verschlingenswert.

„„Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen!“ Wie ein Faustschlag trifft dieser Satz die 22-jährige Pia an Heiligabend, als sie ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht. Als sie kurz darauf herausfindet, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis dahin gekannte Welt vollends zusammen. Schon ihr Leben lang fühlte sie sich anders, seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Nun scheint all das bestätigt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in den winterlichen Inn Auen und durch das mittelalterliche Städtchen tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte, gut gehütete Geheimnisse wieder an die Oberfläche. Und je näher Pia der Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt …“

Verlagstext – Ellen Sandberg, Rauhnächte, Penguin Verlag 2025

Pia spürt schon am Abend des 24. Dezember das in der Luft liegenden Drama ihrer Eltern. Mutter Katrin stürzt sich in Perfektion, ihr Vater tut extrem entspannt – beide trinken an dem Abend zu viel. Es eskaliert in einem Ehekrach der Eltern. Auf der einen Seite weiß Pia, dass sie ihrer Geschichte auf den Grund gehen muss. Auf der anderen Seite hat sie enorme Angst davor, denn sie mag keine Veränderungen.

Das Gefühl falsch auf der Welt und nicht liebenswert zu sein, hat sie 21 Jahre lang begleitet. Weil das so nicht für sie weiter gehen kann, begibt sie sich auf die Suche ihrer leiblichen Eltern. Ihre Mutter ist verstorben, der Vater laut Geburtsurkunde unbekannt. Herauszufinden, wer ihr Vater ist, scheint unmöglich zu sein – oder nicht? Das große Thema des Romans ist ungewollte Kinderlosigkeit und was das aus Menschen machen kann.

Pia fährt in die Nähe von Wassersleben, wo ihre Familie mütterlicherseits lebt, sie selbst die ersten vier Jahre ihres Lebens verbracht hat und von ihrer Tante Sonja Land und Gebäude geerbt hat. Das Erbe wird bis zum 25. Lebensjahr von ihrer Adoptivmutter verwaltet.

Sonja hat bis zu ihrem Tod dort mit ihrer besten Freundin Bettina das Verve-Meditationszentrum betrieben. Nach Sonjas Tod hat Bettina es mit ihrem Mann Stefan übernommen und modernisiert. Pia quartiert sich dort in einem kleinen alten Waschhäuschen auf dem Grundstück ein, der Villa Lavanda, in der sie schon als Kind gespielt hat.

Drei Jahre schon hat Pia ihre Großeltern in Wasserburg nicht mehr gesehen. Wollten ihre Eltern das bewusst seit dem 18. Geburtstag nicht mehr? Was wissen sämtliche Dorfbewohner von alt bis jung offenbar über sie, wovon sie keine Ahnung hat?

Ihr schlägt offene Feindseligkeit entgegen und die Aufforderung, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Pia hat kein Verständnis für den Umgang der Menschen im Ort mit ihr. Lediglich ein junger Mann, Ansgar, zeigt sich ihr gegenüber hilfsbereit. Das erzeugt trotz der Dankbarkeit dafür gleichzeitig Misstrauen, denn seine Motive sind ihr unklar und im Umgang mit Männern wurde sie bisher nur enttäuscht.

Oma sagte immer, dass sie ein Fuchserl sei. Das bezieht sich auf ihre fuchsroten Haare und dass ihre Urururgroßmutter Barbara als letzte Hexe in Bayern auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Pia mochte ihre roten Haare noch nie und sieht es als Kränkung an, Fuchserl genannt zu werden. Was ihre Oma ihr mit diesem Namen Positives sagen möchte, versteht sie erst am Ende der Geschichte.

Pia hat lebenslang Alpträume, die mit Füchsen, Schlangen und Eishöhlen zu tun haben. In der Zeit in Wasserburg erkennt sie schrittweise die Realität darin. Im Traum will ihr jemand Böses und jemand Gutes. Doch wer steht im wahren Leben für was davon? Die Esoterik ihrer Tante und anderen Vorjahren liegt ihr fern, weltliche Beweise zu finden ist aber auch schwer möglich.

Pia ist im Heute Anfang 20. Dass die Geschichte primär aus ihrer Perspektive erzählt wird, hat mir gefallen, denn ich lese selten Bücher, in denen die Hauptdarstellerinnen so jung sind. Der Roman spielt kompakt zwischen dem 24. Dezember und 6. Januar. Das mag ich, weil es die Handlung angenehm auf den Punkt bringt.

Insgesamt hat mir der Roman genauso gut gefallen wie alle Sandberg-Romane bisher. Es ist ein in einem Rutsch zu lesendes Lesevergnügen trotz des ernsten Themas.

Am Rande: Lustigerweise war ich schon mal in Wasserburg und das zu einer Heldenreise, die in einem abgeschiedenen Seminarhaus stattfand. Dabei habe ich beim Lesen oft gedacht, wenn es um das Verve-Meditationszentrum und Sonjas Ideale ging.

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