Kategorien
Lesetipps

Lesetipp **** für Thriller-Fans

Werbung – Rezensionsexemplar

Todesschmerz von Andreas Gruber

Todesschmerz
Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez 6
von Andreas Gruber

Originalausgabe
Taschenbuch, Klappenbroschur, 592 Seiten
ISBN 978-3-442-49109-4
Erschienen am 13. September 2021 im Goldmann Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.

“Mitten in den brisanten Ermittlungen um einen Verräter in den eigenen Reihen werden BKA-Profiler Maarten S. Sneijder und sein Team abgezogen und nach Norwegen geschickt, um den Mord an der deutschen Botschafterin aufzuklären. Doch das Motiv bleibt rätselhaft, und die norwegische Polizei verweigert die Zusammenarbeit. Sneijder muss kreativ werden – und macht damit einen besonders mächtigen Gegner auf sich aufmerksam. Als dann noch ein erstes Mitglied von Sneijders Team einem kaltblütigen Killer zum Opfer fällt, steht Sneijder vor seiner bisher größten Herausforderung …”

Klappentext

Kennst Du die Serie mit Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez?

Falls nicht, fang bitte mit einem der früheren Bände an zu lesen, am besten mit dem ersten, der heißt Todesfrist. Du kannst sie in einem Schung verschlingen – vorausgesetzt, Du hast kein Problem mit extrem brutalen Morden und Selbstgerechtigkeit eines Ermittlers (in Büchern natürlich nur, nicht im wahren Leben), der vieles recht ungerührt betrachtet:

“Ja, die Sterberate um ihn herum war in den letzten Jahren tatsächlich bedenklich gestiegen – wobei sie eigentlich immer schon hoch gewesen war, wenn er sich das recht überlegte.”

Sneijder, Seite 579

Die Thriller sind extrem spannend. Zum Inhalt dieses Bandes möchte ich hier gar nicht mehr sagen, als im Klappentext steht, weil ich dabei schnell zu viel verraten würde.

Es bietet sich an, die Bücher in der Reihenfolge der Veröffentlichung zu lesen, weil die persönlichen Geschichten der Teammitglieder darauf aufbauen. Ich jedenfalls fände es doof, in Band 6 zu lesen, wer vorher bereits im Einsatz gestorben ist oder auf welchem Weg auf seinen Posten gelangt ist, weil das in den vorherigen Bänden die Spannung darum nimmt.

Außerdem ist Herr Sneijder ein ziemlich spezieller Kerl, dessen Eigenarten nicht in jedem Band von neuem erklärt werden. Wobei dazu sogar ein bisschen im Einband des Taschenbuchs steht. Schön finde ich den Dialog zwischen Nemez und Sneijder zur Sichtweise auf Normalität:

“”Das ist doch nicht normal, was wir hier tun, oder?”, fragte sie.
Sneijder rührte gedankenverloren in seinem Kakao. “Was ist denn schon normal, Nemez?”
“Normal ist, was die Menschheit tut.”
Er nahm den Löffel aus der Tasse, lies in abtropfen und zeigte dann damit auf sie, als hätte er genau diese Antwort von ihr erwartet. “Das würde bedeuten, dass die Mehrheit der Menschen normal ist. Sehen Sie, und genau das bezweifle ich. Zum Glück sind wir beide nicht so – und genau da deshalb sind hier.””

Seite 259

Fazit

Warum bekommt das Buch von mir nur vier von fünf Sternen, obwohl es mir gefallen hat? Die Geschichte war mir im Verlauf um eine Schlinge zu verworren. Es waren dermaßen viele Fälle ineinander verwickelt, so dass es für mich auch einer weniger getan hätte. Außerdem dauert der Showdown am Ende gute 100 Seiten. Das fand ich ein bisschen arg lang. Super gewählt finde ich das Titelbild. Wofür es steht, erfährst Du beim Lesen. Ich freue mich auf Band 7, der im September 2022 erscheinen soll.

Ist das ein Thriller für Dich?


Wer Lust hat, mir das Bloggen mit einem Espresso zu versüßen, kann meine Kaffeekasse bei PayPal => Ines’ Kaffeekasse klimpern lassen. Eine klassische Bankverbindung findest Du hier. Herzlichen Dank!

Kategorien
Lesetipps

Lesetipp: Schwedische Pageturner

Werbung – Rezensionsexemplar

Mohnblumentod: Thriller (Die Charlie-Lager-Serie, Band 3) von Lina Bengtsdotter

Mohnblumentod
Die Charlie-Lager-Serie, Band 3
von Lina Bengtsdotter

Deutsche Erstausgabe, Paperback, Klappenbroschur
384 Seiten, ab Seite 363 Leseprobe des ersten Bands
Originaltitel: Beatrice
ISBN 978-3-328-10397-4
Erschienen am 14. Juni 2021 im Penguin Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.

Ein leerer Kinderwagen. Ein Wettlauf gegen die Zeit. Jede Spur eine Sackgasse.

In Karlstad wird ein neun Monate altes Baby entführt. Das reiche Elternpaar steht unter Schock, die Medien berichten sensationsheischend über die vergebliche Suche. Eine Lösegeldforderung bleibt aus, vielversprechende Spuren verlaufen im Sand – doch dann erhält die brillante Stockholmer Kommissarin Charlie Lager einen Hinweis, der alles verändert: Der Fall scheint mit ihrer eigenen Familie und ihrer Vergangenheit verknüpft, die sie für immer begraben wollte. Mit jeder Stunde, die verstreicht, werden die Chancen geringer, das junge Leben zu retten. Charlie ist gezwungen, sich nicht nur um Beatrice‘ willen bis an ihre Grenzen zu treiben – sondern auch aus Angst um sich selbst.”

Klappentext

Die Story beginnt mit dem für Charlie typischen Totalabsturz nach einem aus dem Ruder gelaufenen Kneipenabend. Wobei mir dazu gerade einfällt, dass ein Teil davon bis zum Ende offen bleibt, an den man im vierten Band anknüpfen könnte. Ihr Lebensstil hat sich bis auf eine neue Wohngegend nicht geändert.

Auch dieser Thriller der Serie, der für mich ebenso wie Teil 1 und 2 eher ein Krimi ist, denn er ist spannend, aber nicht extrem spannend, spielt in zwei Ebenen. In der einen versucht Charlie zusammen mit ihren Kollegen aus der Spezialeinheit das verschwundene Baby Beatrice zu finden. In der anderen begleiten wir die Jugendliche Sara, die vom Jugendamt nach dem Tod ihres Vaters in ein Heim verfrachtet wurde. Neben Sara spielt dabei auch ihre Zimmergenossin Lo eine Rolle.

Die Frage ist letztlich, wie die beiden Geschichten zusammenhängen und was es mit Beatrice auf sich hat, denn dass um dieses Kind herum einiges nicht stimmen kann, wird beim Lesen schrittweise deutlich.

Das Buch habe ich ebenso wie die ersten beiden Bände an einem Wochenende verschlungen. Von mir gibt es eindeutig fünf Pageturnerpunkte!

Mein Tipp: Lies erst Band 1 und 2

Die beiden Vorgänger von Mohnblumentod, ebenfalls Rezensionsexemplare, habe ich Dir 2019 bzw. 2020 vorgestellt. Da die Rezensionen vor dem Reboot des Blogs erschienen und als Beiträge nicht mehr online sind, fasse ich sie hier für Dich zusammen, falls Du die Serie noch nicht kennst.

Die Bücher in der Erscheinungsreihenfolge zu lesen empfehle ich, weil ich es für die Komplexität der Handlung wichtig finde, die persönlichen Hintergründe der Ermittlerin zu kennen. Die Familiengeschichte um ihre Mutter Betty, ihr Heimathaus mit dem Namen Lyckebo in Gullspång und Opfer aus vorherigen Bänden ziehen sich als roter Faden durch die Geschichten.

“Doch was spielte die Ursache für eine Rolle? Sie war der Mensch, der sie war, unabhängig davon, was sie dazu gemacht hatte. Und sie konnte nur ihr Bestes geben, um sich und anderen Leid zu ersparen. So einfach war es und doch so schwer.”

Mohnblumentod, Seite 359

Den jeweils aktuellen Fall verstehst Du auch ohne das Hintergrundwissen. Es würden Dir aber viele Details entgegen, die das Hintergrundgeflecht von Charlie bilden und sie zu dem gemacht haben, der sie jetzt ist.

Alleine als ich die Leseprobe von Löwenzahnkind hinten im Buch nochmal angelesen habe, fiel mir sofort ein Bezug zum aktuellen Buch auf, die ich vergessen hatte. Es ist das Wort Erfolgsgeschichte. Was es damit auf sich hat, verrate ich Dir nicht.

Löwenzahnkind (Band 1) – Rezension von 2019

Löwenzahnkind: Thriller (Die Charlie-Lager-Serie, Band 1) von Lina Bengtsdotter

Selbstzerstörung, Intelligenz, Sex als Medizin zur Ablenkung, ein Alkoholproblem – das Ermittlerkonzept aus Schweden ist bekannt. Hier ist es aber ausnahmsweise mal die Frau und nicht ein Kerl, die mit den eigenen Dämonen kämpft.

Charlie Lager ist Stockholms beste Ermittlerin, der aktuelle Fall überfordert sie dennoch. Er führt sie in die kleine Stadt Gullspång in Westschweden, in der die Zeit stehengeblieben scheint. Ihr Geheimnis ist, dass sie selbst bis zum 14. Lebensjahr in Gullspång aufgewachsen ist.

Zum Fall: Annabelle, 17, ist nach einer ausufernden Party, auf der sie gar nicht hätte sein dürfen, verschwunden. Charlie soll die scheinbar überbehütet aufwachsende Jugendliche zusammen mit einem Kollegen auffinden. Dabei kommt sie ihrer eigenen Familiengeschichte näher, als es ihre eigene psychische Gesundheit verkraftet.

Löwenzahnkind fand ich spannend, mir ist aber zu keiner Sekunde das Herz beim Lesen gefühlt stehen geblieben. Es ist für mich eher ein Krimi als ein Thriller. Ich hätte das Buch alleine zu Hause im Dunkeln lesen können. Es sind keine Bilder in meinem Kopf entstanden, die schwer zu vertreiben gewesen wären.

Die Spannung entsteht durch die Vernetzungen der Geschichten von früher und heute. Ich habe das Buch in neunzigseitigen Schüben an zwei Tagen verschlungen. Es ist der beste Krimi, den ich seit langem gelesen habe.

Zum Titel: Ein Löwenzahnkind ist demnach ein Kind, das es allen Widrigkeiten zum Trotz zu etwas gebracht hat (Seite 29). Was auch immer zu etwas gebracht hat heißen soll … und ob das nun auf Charlie zutrifft oder nicht, finde am besten selbst heraus.

Hagebuttenblut (Band 2) – Rezension von 2020

Hagebuttenblut: Thriller (Die Charlie-Lager-Serie, Band 2) von Lina Bengtsdotter


Wie bereits in Band 1 wollte die Stockholmer Ermittlerin Charlie Lager nie wieder in ihren Heimatort Gullspång zurückkehren. Nun ist es allerdings so, dass sie ihr Leben immer noch nicht so im Griff hat, wie ihr Chef sich das für eine verantwortungsvolle Ermittlerin vorstellt, und er ihr nahelegt, Urlaub zu nehmen.

Dass sich ein Journalist, den sie aus dem letzten Fall kennt, für einen alten ungelösten Fall interessiert, der in Gullspång passiert ist, lässt sie dem Wunsch ihres Vorgesetzten zustimmen. Sie nimmt sozusagen privaten Ermittlungsurlaub und verbindet es damit, ihrer Freundin vor Ort zu helfen, die mir vier Kindern sitzen gelassen wurde.

Bei dem ungelösten Fall geht es um die sechszehnjährige Francesca, die vor 30 Jahren spurlos verschwunden ist. Das für der Familie für Ferien genutzte riesige Herrenhaus steht seitdem leer, die Eltern und Schwester von Francesca sind nie wieder dorthin zurückgekehrt.

Als Charlie vor dem Gebäude steht, kommen Erinnerungsfetzen hoch, die verdeutlichen, dass sie selbst in irgendeiner Form mit dieser Familie verbunden ist und ihre Mutter dort bekannt ist. Beim Nachforschen stellt sich heraus, dass keiner im Ort Interesse daran hat, den alten Fall zu lösen.

Die Perspektivwechsel machen das Buch spannend. Dabei gefällt mir besonders, dass der Schreibstil der Autorin sich in den jeweiligen Rollen deutlich ändert. Teile sind aus Sicht von Francesa geschrieben, was ich besonders gelungen finde.

Auch Band 2 ist für mich kein Thriller, sondern ein spannender Krimi. Ein Pageturner ist es in jedem Fall. Ich habe das Buch ebenso in einem Rutsch verschlungen wie Band 1.

Deutsche Titelwahl

Was ich nicht verstehe, ist die völlig andere Wahl der deutschen Titel als im Original. Die Originaltitel lauten von Band 1 bis 3 Annabelle, Francesca und Beatrice. Das sind die Namen der verschwundenen Mädchen, die von Charlie gesucht werden.

Löwenzahnkind bezieht sich auf Charlie, den Titel fand ich perfekt gewählt. Hagebuttenblut hat, wenn ich es richtig erinnere, etwas mit dem Garten des Herrenhauses zu tun. Falls ich mich irre, lass es mich bitte wissen. Mit dem Wort Mohnblumentod verbinde ich allerdings gar nichts im dritten Fall.

Vielleicht mag es eine Anspielung auf die Drogengeschichten sein, die bei einigen Protagonisten eine Rolle spielen, aber die sind meiner Ansicht nach nicht so zentral, dass sie titelgebend sinnhaft sind. Wenn Du das Buch gelesen hast, lass mich bitte wissen, wie Du den deutschen Titel verstehst.

Kennst Du einen der beiden ersten Teile? Wie gefällt Dir die Serie? Ich hoffe auf einen vierten Band!


Kategorien
Lesetipps

Lesetipp: 1 Hochzeit – 13 Gäste – 1 Leiche

Werbung – Rezensionsexemplar

Sommernacht von Lucy Foley

Sommernacht
von Lucy Foley

Deutsche Erstausgabe
Aus dem Englischen von Ivana Marinović
Originaltitel The Guest List, Originalverlag HarperCollins, London 2020
Paperback, Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN 978-3-328-10616-6
Erschienen am 1. März 2021 im Penguin Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.

Von Lucey Foley habe ich Dir bereits den Thriller Neuschnee empfohlen, den ich 2020 von einer Freundin ausgeborgt und verschlungen habe. Der Blogartikel hieß Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Im neuen Thriller von Lucey Foley steht eine Sommerhochzeit in Irland im Fokus des Geschehens.

“Eine abgelegene Insel vor der wilden Küste Irlands: An einem Sommertag versammeln sich Familie und alte Freunde, um die Hochzeit von Julia und Will zu feiern. Alles ist bis ins kleinste Detail geplant, es soll ein rauschendes Fest werden – doch der Wind dreht, und ein heftiger Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab. Bald macht das Gerücht die Runde, dass dieser Ort ein schreckliches Geheimnis verbirgt. Und auch unter den Gästen dringen immer unaufhaltsamer alte Feindseligkeiten und lang begrabene Geheimnisse ans Licht. Dann wird einer der Feiernden tot draußen im Moor gefunden. Und die Situation auf der Insel eskaliert …”

Klappentext

Auch für diesen Thriller hätte ich den Titel Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde wählen können, wobei man hier bei Freunde auch noch Familie addieren könnte. Die Hochzeitgesellschaft besteht im Kern aus dem Brautpaar, der Schwester der Braut, den Eltern des Brautpaars und engen Freunden mit Partner_innen. Bei der eigentlichen Hochzeitsfeier sind weitere 150 Gäste auf der einsamen Insel, die aber für den Plot keine Rolle spielen.

Hochzeitsplanerin Aoife richtet mit ihrem Mann Freddy die mehr als exklusive Hochzeit für Jules und Will auf dem Anwesen Folly auf der ansonsten unbewohnten Insel Inis an Amplóra aus. Aoife möchte mit der spektakulären Hochzeit den Start für eine erfolgreiche Wiederbelebung der Insel gestalten. Will ist Star einer Survival-Fernsehserie, Jules betreibt ein erfolgreiches Online-Lifestyle-Unternehmen – PR für Aoifes Unternehmen ist durch die Hochzeit an dem Ort also gesichert.

Der Thriller spielt an nur zwei Tagen: dem Tag vor der Hochzeit und dem Hochzeitstag. Er beginnt im Jetzt fast mit dem Ende, als das Drama sich zuspitzt, aber keiner weiß was passiert ist. Die Story springt dann hin und her zwischen dem Beginn am Tag zuvor schrittweise bis zum Verlauf der Feier hin und dem Moment im Jetzt.

Das Jetzt nimmt dabei vergleichsweise geringen Raum ein, das Spannende ist, wie es zum Jetzt kommen konnte. Das führt dazu, dass man tatsächlich kurz vor dem Ende erst erfährt, wer überhaupt gestorben ist.

Das Jetzt ist aus einer neutralen Erzählperspektive geschrieben. Die Kapitel aus der Vergangenheit vom Tag vor der Hochzeit bis kurz vor dem Moment des Jetzt werden aus der Ich-Perspektive der Hauptprotagonisten erzählt. Über dem jeweiligen Kapitel steht immer der Name und seine Funktion für die Hochzeit, zum Beispiel JULES – Die Braut, JOHNNO – Der Trauzeuge, HANNAH – Die Begleitung.

Neben den Abgründen, die sich bei den Beziehungen der Menschen und den Männerfreundschaften aus Privatschulinternatszeiten auftun, bleiben die spannenden Fragen beim Lesen, wen es erwischt, warum und am Ende natürlich, wer es war. Für mich blieb es bis zur letzten Seite spannend und ich lag in allen Vermutungen daneben. Fazit: Fünf Sterne.

Ist das ein Thriller für Dich?


Kategorien
Lesetipps

Lesetipp: Thriller über die Spaltung der deutschen Gesellschaft

Werbung – Rezensionsexemplar

Die Stunde der Wut von Horst Eckert

Die Stunde der Wut
von Horst Eckert
Ein Fall für Melia und Vincent-Reihe – Band 2

Originalausgabe
Paperback , Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN 978-3-453-44103-3
Erschienen am 8. März 2021 im Heyne Verlag (Werbung)
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.

Den Reichtum der einen bezahlen die anderen. Manchmal mit dem Leben.

Mit Immobiliendeals wurde Hartmut Osterkamp reich. Kompromisslos baut er sein Imperium aus. Ihm ist jedes Mittel recht. 

Kriminalrätin Melia Adan ist überzeugt, dass Neonazis auf einer Osterkamp-Baustelle die Leiche einer ehemaligen Kollegin verschwinden ließen. Noch hat sie keinen Beweis. Aber schon bald gefährliche Feinde. 

Hauptkommissar Vincent Veih hat es mit dem Mord an der Tochter eines Psychiaters zu tun. Was zuerst wie eine Beziehungstat aussieht, führt Vincent auf ein Schlachtfeld von Gier, Korruption, politischen Intrigen – und blanker Wut.”

Klappentext

Band 1 der Serie kenne ich bisher nicht, das hier ist der erste Thriller von Horst Eckert, den ich gelesen habe. Im ersten Band arbeitet Melia für den Verfassungsschutz, im zweiten ist sie zur Polizei zurückgekehrt.

Der zweite Band nimmt mit der verschwundenen Kollegin vom Verfassungsschutz zwar Bezug auf den ersten, aber außer dass es dort um rechtsradikale Vereinigungen geht, ist nichts über den ersten Fall bekannt und ich habe nicht den Eindruck, dass mir Informationen fehlen.

Der Thriller spielt in einem Zeitraum von sechs Tagen, in dem die Beteiligten nicht zur Ruhe kommen. Es geht um die Spaltung der Gesellschaft und was Macht, Geld und Drogenhandel aus Menschen machen können.

“Polizeiarbeit ist politisch.
Du dienst dem Staat. Also denjenigen, die regieren.”

Seite 241

In der Geschichte wird deutlich, wie wenig sich linker und rechter politischer Extremismus zuweilen unterscheiden. Beides macht mir deshalb gleich viel Sorge. Ebenso sorgenvoll sehe ich die Verstrickung der Polizei und Verfassungsschutz in der Politik und die Ränkespiele innerhalb der Organisationen. Beim Lesen möchte ich denken, dass das alles nur ausgedacht ist, und gleichzeitig glaube ich, dass die Realität davon leider nicht weit entfernt ist.

Das Buch ist spannend, allerdings nicht so sehr, dass ich es Thriller nennen würde. Für mich ist es ein Krimi. Es gibt zwar brutale Morde, aber für einen Thriller fehlt mir der Zug. Ich war zwar bis zum Ende gespannt, wie es weiter geht und wie die Lösungen sind, aber ich war nicht gefesselt von der Geschichte, weshalb das Buch bei mir nur vier von fünf Sternen bekommt.

Zum Vergleich: Die deutsche Thriller-Serie von Andreas Gruber mit Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez finde ich zum Beispiel dichter und spannender. Warum empfehle ich das Buch dennoch? Weil ich gerne politische Krimis lese und ein solcher ist der hier in jedem Fall. Band 3 ist beim Autor in Arbeit, ich mache mich jetzt erstmal an Band 1, denn ich möchte wissen, warum Melia den Polizeidienst vorzieht.

Nachtrag 19. März 2021: Band 1 war mir zu verworren, aber da mir Band 2 so gut gefallen hat, möchte ich Band 3 dennoch lesen.

Kennst Du die Serie oder andere Bücher von Horst Eckert?


Kategorien
Lesetipps

Lesetipp: Was passieren kann, wenn man aus Versehen einen Drogenhändler überfährt

Werbung – Rezensionsexemplar

Wolfssommer Thriller von Hans Rosenfeldt

Wolfssommer
von Hans Rosenfeldt

Hardcover, 480 Seiten
ISBN 978-3-8052-0002-8
Übersetzt von Ursel Allenstein
Erschienen am 13. Oktober 2020 bei Wunderlich (Werbung), Rowohlt Verlagsgruppe
Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.

Der Auftakt einer neuen Thrillerreihe – von einem der größten schwedischen Krimi- und Drehbuchautoren!

In der schwedischen Stadt Haparanda wird ein toter Wolf gefunden. Als die Behörden das Tier untersuchen, finden sie im Magen menschliche Überreste. Nachforschungen führen die Ermittler auf eine Spur: In Finnland ist ein Drogendeal aus dem Ruder gelaufen, es gab mehrere Tote. Und daher tauchen gleich mehrere Kriminelle in Haparanda auf – allen voran Profi-Killerin Katja, die für ihren russischen Auftraggeber Drogen und Geld zurückholen soll. Die leitende Polizistin vor Ort, Hanna Wester, hat noch ganz andere Probleme: Sie befürchtet, ihr Mann könnte sie verlassen, die Affäre mit ihrem jüngeren Chef macht es nicht besser. Doch Hanna steht ihre Frau.”

Verlagstext

Aufmerksam bin ich auf das Buch geworden, weil ich von Hans Rosenfeldt die Sebastian Bergman-Reihe kenne, die er zusammen mit Michael Hjorth schreibt. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem neuen Bergmann-Band, stattdessen wurde mir Wolfssommer vorgeschlagen.

Um es vorweg zu nehmen: Die Sebastian Bergman-Reihe gefällt mir erheblich besser, auch wenn Herr Bergmann kein – vorsichtig ausgedrückt – Sympath ist. Mir gefällt an der Sebastian Bergman-Reihe besser, dass der jeweilige Fall mehr auf den Punkt gebracht ist und nicht jeder Protagonist ein Katastrophenfall ist und am Ende die ganze Stadt verstrickt ist.

Die leitende Polizistin Hanna Wester in Wolfssommer durchaus sympathisch. Sie schafft es, sich durch den komplexen Fall zu winden und nebenbei ihr Privatleben zu sortieren – letztes mehr oder minder. Mit Hanna war ich das ganze Buch über gerne unterwegs. Die anderen Rollen haben es mir teilweise schwerer gemacht, schon weil es so viele sind.

Es gibt gefühlt so viele Protagonisten wie Leichen – keine Sorge, ein paar überleben am Ende dann doch … aber ich habe bis zur Hälfte des Buchs gebraucht, um so richtig in die Geschichte reinzukommen und nicht immer überlegen zu müssen, wer das nun gerade wieder ist. Dass die Personen zum Teil direkt mit ihrem ganzen Lebenstrauma eingeführt werden, macht es nicht gerade weniger komplex.

Ab der Hälfte hat Hans Rosenfeldt mich dann mit der Geschichte aber endlich so gepackt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte. Für die erste Hälfte gibt es einen Stern Abzug, bleiben vier von fünf.

Nicht nur, weil auf dem Cover Auftakt einer neuen Thrillerreihe steht, freue ich mich den nächsten Band, sondern auch, weil das Ende geradezu danach schreit. Dem Nachwort des Autors nach wird das aber dauern. Vielleicht nach dem nächsten Bergmann? Würde mich freuen!

Ist das ein Thriller für Dich?