Aus dem Englischen von Wiebke Krabbe Originaltitel Cook Like a Real Italian, Hardie Grant Hardcover, Pappband, 176 Seiten, 4-farbig, ca. a. 90 farbige Fotos ISBN 978-3-517-10394-5 Erschienen am 16. April 2025 im Verlag Südwest (Werbung) Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten findest du auf der Verlagswebsite.
„Angelo ist ein waschechter Italiener und hat seine Leidenschaft fürs Kochen von seiner famiglia geerbt. Er ist der kreative Kopf des erfolgreichen Accounts @cookingwithbello auf Instagram und TikTok. In seinem Buch verrät er seine 70 Lieblingsrezepte der heißgeliebten »Mamma-Küche«. Sie sind alle extrem leicht nachzukochen und schmecken dabei verblüffend echt italienisch. Schlemm dich durch Lasagne, Pizza, Pasta, Vitello Tonnato, Calamari … bis hin zu unwiderstehlichen Dolci, wie Tiramisù und Panna Cotta. Das kennst du alles schon? Das kannst du als Italienfan aus dem Handgelenk kochen? Ja, aber … dieses Buch stellt alles in den Schatten! Denn Angelo gelingt es, die italienischen Klassiker mit einfachen und überall erhältlichen Zutaten so simpel aufzubereiten, dass das Kochen zum Kinderspiel wird.“
Verlagstext – Angelo Coassin, Kochen wie eine echter Italiener, Verlag Südwest 2025
Das Buch ist ein Lesetipp für alle, die
gerne einfache italienische Gerichte essen.
mit Zutaten kochen möchten, die sie meist zu Hause haben.
ihr Essen schnell auf dem Tisch haben wollen ohne viel Chichi.
gerade erst mit Kochen in der eigenen Wohnung anfangen.
mit wenig Zubehör präsentable Ergebnisse zaubern wollen.
eine Zusammenstellung von Klassikern der italienischen Küche suchen.
Wert auf Bilder bei Rezepten legen – die gefallen mir besonders gut.
Gerichte mit Nudeln sowie Tomaten– und Hacksoßen koche ich selbst ähnlich. Gut finde ich die Reduktion auf die Basiszutaten. Das Rezept für die Parmesan-Biscotti probiere ich aus, wenn wir das nächste Mal Besuch bekommen. Die kommen mit einem kleinen Dipp als Vorspeise bestimmt gut an.
Was ist dir bei einem italienischen Kochbuch wichtig?
Du magst meine Beiträge und schätzt meine Arbeit? Über einen virtuellen Kaffee via PayPal => Ines’ Kaffeekasse freue ich mich!
Smarter texten mit KI von Ursula Martens herausgegeben von Felix Beilharz
1. Auflage, Softcover, 302 Seiten ISBN 978-3-96009-275-9 Erschienen am 30. Oktober 2025 im O’Reilly Verlag (Werbung)
„Schreib Zukunft. Kreativ und smart texten mit KI.
Starke Texte: Mit cleveren Prompts für jedes Projekt
Mit erprobten Mensch-KI-Workflows 50 % Schreibzeit sparen
Dein Vorsprung: So wirst du zum KI-Textprofi
KI revolutioniert das Texten: Es wird schneller, strukturierter, überzeugender. Mit diesem Guide machst du ChatGPT, Claude & Co. zu deinem Sparringspartner – mit präzisen Prompts, smarten Workflows und der perfekten Balance zwischen Tempo und Textqualität.
KI verstehen: zielgerichtet zu brillanten statt beliebigen Ergebnissen
Prompt-Techniken meistern: exakte Briefings für Posts, Newsletter & Landingpages
Textqualität optimieren: Workflows für jeden Texttyp – von der Idee bis zum Feinschliff
Smart arbeiten: Personas entwickeln, Content planen, Texte recyceln & verbessern
Tools vergleichen: ChatGPT, Claude & Perplexity – wann welches Modell punktet
Strategisch skalieren: Custom GPTs & Projekte für eine konsistente Markensprache
Zeitlose Prinzipien: Was gute Texte ausmacht
Praxisnah umsetzen: Erste-Hilfe-Prompts & sofort nutzbare Use Cases
EXTRA: Austausch & Impulse in der LinkedIn-Gruppe »Smarter Texten mit KI«“
Verlagstext – Ursula Martens, Smarter texten mit KI, O’Reilly Verlag 2025
Warum ich das Buch zum Texten mit KI gelesen habe
2025 habe ich begonnen, mich intensiver mit künstlicher Intelligenz (KI) im Bereich Bloggen, Bildgenerierung und Texten auseinanderzusetzen. Dazu habe ich Bücher wie Wie KI dein Leben besser macht von Franz Himpsl und Dirk von Gehlen sowie Recht für Online-Marketing und KI von Thomas Schwenke gelesen.
Der Grund für mein Interesse an der Arbeit mit künstlicher Intelligenz liegt nicht darin, dass ich sie komplette Texte schreiben lasse. Mir geht es vielmehr darum, eigene Ideen und Gedanken präziser zu formulieren.
Die Kunst des Promptens, das gezielte Formulieren von Anweisungen an die KI, ist der Schlüssel zu effizienter Arbeit mit KI-Tools und möglichst guten Ergebnissen. Ich nutze Prompts zur Erstellung von Bildern für den Blog. Bis zum Sommer 2025 habe ich Word zur Rechtschreib- und Grammatik-Korrektur genutzt. Heute bevorzuge ich dafür Chat GPT, weil es bessere Begründungen für Änderungsvorschläge liefert.
Für meine selbst ausgedachten Überschriften, URLs und Meta Description lasse ich mir Änderungsvorschläge machen für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und neuerdings auch für die lokale Auffindbarkeit (GEO). Ich würde am liebsten verbieten, dass meine Inhalte für KI-Zusammenfassungen genutzt werden. Das empfinde ich als Verletzung meines Urheberrechts. Gleichzeitig hilft es enorm, damit meine Websites und mein Blog bei Google besser gefunden werden.
Arbeiten mit Text-KI heißt für mich keinesfalls, dass ich alles übernehme, was mir vorgeschlagen wird. Es schärft meinen Blick dafür, was in Bezug auf SEO/GEO vielleicht hilfreich sein könnte. Die entscheidende Frage lautet: Was braucht die KI von mir, damit meine Texte noch besser werden?
Es ist mir seit Tag 1 meiner Webpräsenzen wichtig, bei Google optimal gefunden zu werden. Alles andere wäre fahrlässig als Selbstständige, die von der Auffindbarkeit im Netz abhängig ist. Mit ChatGPT verbessere ich meinen Content effizient und zielgerichtet. Die künstliche Intelligenz von Google nutzt wiederum meine Veröffentlichungen für ihre KI-Zusammenfassungen, wenn sie meinen Beitrag als die beste Antwort auf eine Frage einstuft.
Was dir das Buch mit Tipps zum smarteren Texten mit KI bringt
Eine Übersicht über die Inhalte des Buchs findest du oben in der Verlagsbeschreibung. Die meisten Beispiele sind aus dem Marketing. Die Grundprinzipien klarer, emotional ansprechender Texte gelten allgemein. Gut finde ich bei den Beispielen, dass es konkrete Übungstexte gibt, die von den Lesenden umzuformulieren sind, um die Aussagen zu schärfen und auf den Punkt zu bringen.
Das Highlight ist die Liste auf Seite 69 mit 28 Fragen zum Prompt-Check. Dazu kommen Hinweise, wie du mit Prompt-Ketten dafür sorgst, schrittweise das Ziel mit weniger Korrekturen zu erreichen anstatt gleich den großen Wurf zu machen (vgl. Seite 86ff). Prompt-Ketten sind mehrere aufeinanderfolgende KI-Anweisungen, die Schritt für Schritt zum Ziel führen.
Die Tipps, wie du dafür sorgst, dass ein KI-Tool möglichst deinen Schreibstil übernimmt, sind besonders hilfreich, wenn du über persönliche Themen schreibst. Die praxisnahen Hinweise aus dem Buch helfen dir, deine Sprache direkter und positiver zu machen. Konkrete Techniktipps zu, Einstellungen in ChatGPT helfen, sich in die App einzuarbeiten.
Fazit
Das Buch ist spannend für alle, die mit Texten arbeiten. Ich bin mir sicher, dass auch Profis Anregungen darin finden und sei es nur für den Feinschliff. Die Art zu schreiben, wird durch KI-Tools verändert, die Grundsätze guter Texte bleiben unverändert.
Wie nutzt du KI für Texte?
Du magst meine Beiträge und schätzt meine Arbeit? Über einen virtuellen Kaffee via PayPal => Ines’ Kaffeekasse freue ich mich!
Originalausgabe, Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten ISBN 978-3-328-60437-2 Erschienen am 12. November 2025 im Penguin Verlag (Werbung) Eine Leseprobe und Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.
Ellen Sandberg ist das Pseudonym von Inge Löhnig. Unter ihrem bürgerlichen Namen veröffentlicht sie Kriminalromane. Dem Roman Raunächte liegt der 2014 im Arena Verlag unter dem Titel Die Flammen flüstern dein Lied von Inge Löhnig veröffentliche Jugendroman zugrunde. Die Geschichte wurde als Raunächte von der Autorin vollständig neu erzählt. Falls dir das Buch bekannt vorkommt, hast du es in der früheren Fassung vielleicht bereits gelesen.
Leider finden sich diese Hinweise nur im Buch selbst und nicht auf der Website des Verlags. Das finde ich schade, denn ich habe wegen solcher Überarbeitungen und neuem Titel schon mehrfach Bücher gekauft, die sich mir inhaltlich bereits bekannt herausgestellt haben. In diesem Fall hatte ich Glück: Das Lesevergnügen war ein frisches für mich und Raunächte ist absolut verschlingenswert.
„„Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen!“ Wie ein Faustschlag trifft dieser Satz die 22-jährige Pia an Heiligabend, als sie ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht. Als sie kurz darauf herausfindet, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis dahin gekannte Welt vollends zusammen. Schon ihr Leben lang fühlte sie sich anders, seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Nun scheint all das bestätigt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in den winterlichen Inn Auen und durch das mittelalterliche Städtchen tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte, gut gehütete Geheimnisse wieder an die Oberfläche. Und je näher Pia der Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt …“
Verlagstext – Ellen Sandberg, Rauhnächte, Penguin Verlag 2025
Pia spürt schon am Abend des 24. Dezember das in der Luft liegenden Drama ihrer Eltern. Mutter Katrin stürzt sich in Perfektion, ihr Vater tut extrem entspannt – beide trinken an dem Abend zu viel. Es eskaliert in einem Ehekrach der Eltern. Auf der einen Seite weiß Pia, dass sie ihrer Geschichte auf den Grund gehen muss. Auf der anderen Seite hat sie enorme Angst davor, denn sie mag keine Veränderungen.
Das Gefühl falsch auf der Welt und nicht liebenswert zu sein, hat sie 21 Jahre lang begleitet. Weil das so nicht für sie weiter gehen kann, begibt sie sich auf die Suche ihrer leiblichen Eltern. Ihre Mutter ist verstorben, der Vater laut Geburtsurkunde unbekannt. Herauszufinden, wer ihr Vater ist, scheint unmöglich zu sein – oder nicht? Das große Thema des Romans ist ungewollte Kinderlosigkeit und was das aus Menschen machen kann.
Pia fährt in die Nähe von Wassersleben, wo ihre Familie mütterlicherseits lebt, sie selbst die ersten vier Jahre ihres Lebens verbracht hat und von ihrer Tante Sonja Land und Gebäude geerbt hat. Das Erbe wird bis zum 25. Lebensjahr von ihrer Adoptivmutter verwaltet.
Sonja hat bis zu ihrem Tod dort mit ihrer besten Freundin Bettina das Verve-Meditationszentrum betrieben. Nach Sonjas Tod hat Bettina es mit ihrem Mann Stefan übernommen und modernisiert. Pia quartiert sich dort in einem kleinen alten Waschhäuschen auf dem Grundstück ein, der Villa Lavanda, in der sie schon als Kind gespielt hat.
Drei Jahre schon hat Pia ihre Großeltern in Wasserburg nicht mehr gesehen. Wollten ihre Eltern das bewusst seit dem 18. Geburtstag nicht mehr? Was wissen sämtliche Dorfbewohner von alt bis jung offenbar über sie, wovon sie keine Ahnung hat?
Ihr schlägt offene Feindseligkeit entgegen und die Aufforderung, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Pia hat kein Verständnis für den Umgang der Menschen im Ort mit ihr. Lediglich ein junger Mann, Ansgar, zeigt sich ihr gegenüber hilfsbereit. Das erzeugt trotz der Dankbarkeit dafür gleichzeitig Misstrauen, denn seine Motive sind ihr unklar und im Umgang mit Männern wurde sie bisher nur enttäuscht.
Oma sagte immer, dass sie ein Fuchserl sei. Das bezieht sich auf ihre fuchsroten Haare und dass ihre Urururgroßmutter Barbara als letzte Hexe in Bayern auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Pia mochte ihre roten Haare noch nie und sieht es als Kränkung an, Fuchserl genannt zu werden. Was ihre Oma ihr mit diesem Namen Positives sagen möchte, versteht sie erst am Ende der Geschichte.
Pia hat lebenslang Alpträume, die mit Füchsen, Schlangen und Eishöhlen zu tun haben. In der Zeit in Wasserburg erkennt sie schrittweise die Realität darin. Im Traum will ihr jemand Böses und jemand Gutes. Doch wer steht im wahren Leben für was davon? Die Esoterik ihrer Tante und anderen Vorjahren liegt ihr fern, weltliche Beweise zu finden ist aber auch schwer möglich.
Pia ist im Heute Anfang 20. Dass die Geschichte primär aus ihrer Perspektive erzählt wird, hat mir gefallen, denn ich lese selten Bücher, in denen die Hauptdarstellerinnen so jung sind. Der Roman spielt kompakt zwischen dem 24. Dezember und 6. Januar. Das mag ich, weil es die Handlung angenehm auf den Punkt bringt.
Insgesamt hat mir der Roman genauso gut gefallen wie alle Sandberg-Romane bisher. Es ist ein in einem Rutsch zu lesendes Lesevergnügen trotz des ernsten Themas.
Am Rande: Lustigerweise war ich schon mal in Wasserburg und das zu einer Heldenreise, die in einem abgeschiedenen Seminarhaus stattfand. Dabei habe ich beim Lesen oft gedacht, wenn es um das Verve-Meditationszentrum und Sonjas Ideale ging.
Bist Du auch ein Sandberg-Roman-Fan?
Du magst meine Beiträge und schätzt meine Arbeit? Über einen virtuellen Kaffee via PayPal => Ines’ Kaffeekasse freue ich mich!
Originalausgabe, Taschenbuch, 416 Seiten ISBN 978-3-463-00072-5 Erschienen am 11. November 2025 im Rowohlt Kindler Verlag (Werbung) Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern findest Du auf der Verlagswebsite.
„Hamburg, 1946: In den Trümmern der zerbombten Stadt treffen Gert und Gisela aufeinander. Zwei junge Menschen, die ihre Familien im Krieg verloren haben und die nun in diesem harten Nachkriegswinter nach Hoffnung suchen. Sie finden sie im Keller eines Hauses, das der einstigen Schauspielerin Friede Wahrlich gehört. Eine ungewöhnliche Frau, die in ihrer eigenen Vergangenheit gefangen ist und doch fest daran glaubt, dass sich aus dem Chaos eine hellere Zukunft formen lässt. In ihrer Küche wächst eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig Halt gibt. Aber die Schatten der Vergangenheit sind lang: Was geschah mit Giselas Familie? Lebt Gerts kleine Schwester noch? Und was wurde aus den beiden Männern, die Friede einst liebte?“
Verlagstext – Carmen Korn, In den Scherben das Licht, Rowohlt Kindler Verlag 2025
Von der Autorin habe ich dir bereits Und die Welt war jung, die Jahrhundert-Trilogie Töchter einer neuen Zeit, Zeiten des Aufbruchs, Zeitenwende und den Roman Die geliehene Schuld vorgestellt. Auch im aktuellen Roman widmet Carmen Korn sich der Nachkriegszeit in Deutschland: Er spielt von 1946 bis 1955 in Hamburg.
1946 – bitterkalt ist es und bitterarm sind Gert, 15, und Gisela, 14, als sie sich in Friedes Keller kennenlernen. Beide sind familienlos durch den Krieg. Schnell freunden sie sich an, die Chemie zwischen ihnen stimmt. Trotz der harten Lebensumstände schaffen sie es, sich ein kleines Heim im dunklen, kalten Keller zu bauen und einen Sinn im Sein zu finden.
Gerts Eltern sind tot, doch die Suche nach seiner jüngeren Schwester Barbara gibt er nicht auf. Gisela hat den Großteil der Erinnerungen verloren bis zu der Bombennacht, in der sie als einzige im Keller überlebt hat. Es ist davon auszugehen, dass ihre Mutter in dem Feuersturm umgekommen ist. Ihr Vater war als Fotograf im Krieg und gilt als Verschollen. Sie steht alleine da und ist bereit, das zu akzeptieren und sich ein neues Leben aufzubauen. Sie hängt nicht an der Vergangenheit, das ist eher ein Thema von Gert.
Von Friedes Haus in der Tornquiststraße stehen nur noch Keller und Erdgeschoss. Der Rest ist dem Krieg zum Opfer gefallen. Ihre einstige Freundin Martha geht ein und aus – die beiden sind heute eher Freindinnen als Freundinnen. Sie hängen aus Nostaligie aneinander, aber Marthas Handeln ist vom Falschheit geprägt.
Zu sehr neidet Martha der ehemaligen Schauspielerin und Salondame Friede den früheren Ruhm, das elegante Leben und das heutige Haus, auch wenn es nicht mehr ganz steht. Selbst hat sie vor dem Krieg als Garderobiere im Altonaer Stadttheater gearbeitet, 1946 schlägt sie sich auf dem Schwarzmarkt durch, später versucht sie sich mit wenig Erfolg an diversen Geschäftsmodellen. Es klebt kein Glück an ihr.
Ein Geheimnis wird um Friedes beiden Liebschaften gemacht, die sie vor dem Krieg hatte. Viktor Franke war bis 1938 Theaterkritiker für den Hamburger Anzeiger. Diesen neun Jahre jüngeren Liebhaber hat Friede im Stich gelassen, als er aus der Haft im Konzentrationslager Fuhlsbüttel kam, in die er als Jude in der Reichspogromnacht genommen wurde. Kurz darauf wurde er nach Lodz deportiert.
Martha meint, Viktor nach dem Krieg in der Stadt gesehen zu haben, doch Friede will davon nichts wissen. Ihm geht es genauso. Viktor und Friede sind sich unabhängig voneinander einig, nicht mehr die Nähe des anderen zu suchen, auch wenn das Umfeld der beiden es immer wieder versucht. Viktor hat es schwer genug, sich in Hamburg ein neues Leben in der Medienwelt aufzubauen. Mit Friede ist er durch. Lieber verbringt er seine Zeit in Ruhe mit anderen Menschen.
„Es gibt noch eine andere Schuld als die strafrechtliche.“
Carmen Korn, In den Scherben das Licht, Rowohlt Kindler Verlag 2025, Seite 267
Friedes anderer Liebhaber war Palutke, der sich im Krieg an jüdischem Eigentum bereichert hat und auch im Nachkriegsdeutschland zu den geschäftlich erfolgreichen Menschen zählt. Friede geht ihm aus dem Weg, weil sie die Befürchtung hat, dass die Deportation von Viktor auf sein Konto geht. Martha hat Kontakt zu Palutke und mischt sich immer wieder ungebeten in Friedes Leben ein.
Robert, Schauspieler und Bühnenbauer, hat Gisela von Franken aus der Verschickung nach Hamburg mitgenommen. Durch ihn bekommt Friede die Möglichkeit, wieder eine Beletage auf ihr Haus zu bauen und eine Künstlerpension aufzubauen. Es finden interessante Menschen zu ihr, die ihr wie Kindern ans Herz wachsen. Die Menschen im Haus in der Tornquiststraße werden zu einer Wahlfamilie.
Ich mag die unaufgeregte Sprache, die sich den Emotionen der Personen entgegenstellt. Die Geschichte baut sich sehr langsam auf und betrachtet die besonders harten Nachkriegsjahre bis zur Währungsreform 1949. Erst danach ging es wirtschaftlich spürbar aufwärts. Bis zum Ende des Romans 1955 wird vieles gut. Auf dem Weg dahin dominiert phasenweise eine gewisse Melancholie.
Mit dem Einstieg in das Buch habe ich mich schwer getan, erst ab der Mitte hatte es mich richtig. Das letzte Viertel hat mir am besten gefallen, als etwas mehr Dynamik in die Handlung kam und lose Fäden zueinander fanden. Welche Fäden das sind, verrate ich dir nicht, um dir die Spannung beim Lesen zu lassen.
Als Hamburgerin hat mir mal wieder besonders gut gefallen, die Straßenzüge in Eimsbüttel, Harvestehude und der Neustadt zu kennen, durch die die Romanfiguren streifen.
Den Roman haben Nicole und ich zeitgleich als Rezensionsexemplare gelesen. Ihre Rezension findest du im Blog Life with a glow. Ich bin gespannt, wie ihr das Buch gefallen hat!
Ist das ein Roman für dich?
Du magst meine Beiträge und schätzt meine Arbeit? Über einen virtuellen Kaffee via PayPal => Ines’ Kaffeekasse freue ich mich!
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten Deutsche Erstausgabe Aus dem Englischen von Andrea Fischer Originaltitel One Winter at the French Chalet Originalverlag Boldwood Books ISBN 978-3-442-49681-5 Erschienen am 17. September 2025 im Goldmann Verlag (Werbung) Bestellmöglichkeiten bei diversen Händlern und eine Leseprobe findest Du auf der Verlagswebsite. Ich habe es als E-Book gelesen.
„Die Reisejournalistin Orla hatte sich so auf die Feiertage mit ihrer Familie in London gefreut, da schickt ihre Chefin sie in die französischen Alpen. Dort soll Orla eine Weihnachtsreportage über ein kleines Dorf und seine Bewohner schreiben, allen voran den schweigsamen Chaletbesitzer Jacques. Ein mürrischer Franzose hat Orla gerade noch gefehlt. Doch das charmante Saint-Chambéry, die atemberaubende verschneite Berglandschaft und die liebenswerte Dorfgemeinschaft erobern schnell ihr Herz. Und umgeben vom Zauber des Winters weckt sogar der verschlossene Jacques wider Erwarten Orlas Neugier …“
Verlagstext – Mandy Baggot, Winterzauber in den Alpen, Goldmann Verlag 2025
Es ist kurz vor Weihnachten und Clickbaiting-Story muss her. Ein schweigsamer Mann, genannt Wolf, und ein angeblich kurz vor der Niederkunft stehendes Rentier sollen die Sensation werden. Allerdings ist der Mann, der in Wahrheit Jacques heißt, gar kein Eremit und Rentiere kalben normalerweise im Frühling. An der Story stimmt gehörig etwas nicht. Doch warum soll Orla unbedingt nach Saint-Chambéry reisen? Wir ahnen es: die Liebe!
Jacques ist absoluter Fan von Orlas Reisereportagen. Delphine, gute Seele des Ortes, will ihn mit dem Besuch von Orla in Saint-Chambéry aus seiner Einsamkeit lösen und die beiden verkuppeln. Dabei gibt sie sich äußerst viel Mühe, diverse Zufälle herbeizuführen, damit Orla Zeit mit Jaques verbringt.
Dass Orlas 16jährige Schwester Erin mitgereist ist, macht die Zeit vor Ort ebenso trubelig, wie das Jacques 18jähriger Bruder zum ersten Mal dort auftaucht. Erin hat allerdings nur Herz und Klick-Finger für ihren geheimnisvollen Onlinefreund Burim neben ihrer Vorliebe für alles, was teuer und instagramable ist. Orla und ihre Mutter haben große Angst, dass Erin von Burim ausgenutzt wird, denn sie steigert sich in die Situationship mit ihm enorm hinein.
Fazit: Eine schöne Geschenk-Liebes-Geschichte für Frauen, die über Weihnachten Lust auf eine winterliche Romanze im Schnee in Buchform haben.
Ist das ein Roman für dich?
Du magst meine Beiträge und schätzt meine Arbeit? Über einen virtuellen Kaffee via PayPal => Ines’ Kaffeekasse freue ich mich!
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Du die Website weiter nutzt, gehen wir von Deinem Einverständnis aus. Weitere Informationen findest Du dazu in der Datenschutzerklärung.