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Restaurantbesuch mit Hund

Aktualisierte Fassung des Beitrags vom 6. November 2018

Restaurantbesuch mit Hund Paul

Es gibt genug Anlässe im Alltag, bei denen unser Hund und aus guten Gründen nicht dabei sein kann/darf/soll. In diesen Fällen bleibt er alleine zu Hause oder geht in seine Hundetagesstätte. Das ist beides O.K. für Paul, aber ein Hütehundmischling ist nun mal am liebsten bei seinem Rudel.

Ohne Paul – ohne mich

Wir gehen nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag, regelmäßig außer Haus Essen und dabei finde ich es für alle Beteiligten essentiell, dass der Restaurantbesuch mit Hund für andere Gäste, uns und den Hund möglichst angenehm ist.

Seit November 2020 waren wir wegen der Corona-Vorschriften bis zum Sommer nicht mehr in einem Lokal. Als wir damit im Juli 2021 wieder begonnen haben, haben wir uns gefreut, dass der Zausel noch weiß, wie das geht und wir von ihm erwarten.

Das brachte mich auf die Idee, diesen älteren Beitrag wieder in den Blog einzupflegen, denn er wurde bei der Erstveröffentlichung viel gelesen. Von Seiten der Gastwirte gibt es auf die Frage, ob ein Hund ins Lokal darf, übrigens erfahrungsgemäß nur genau zwei Antworten

  1. Ja, natürlich, selbstverständlich, warum sollte er nicht willkommen sein?
  2. Neeeeeein! Subtext: Wie kommen Sie auf diese absurde Idee?!?

Du kannst Dir vermutlich denken, dass wir unser Geld lieber in Lokale der ersten Kategorie tragen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch gehobene Restaurants, die wir freiwillig ohne Hund besuchen, weil wir ihn da nicht passend finden.


10 Tipps für einen entspannten Restaurantbesuch mit Hund

  1. Such Dir für den ersten Besuch in einem Restaurant mit Deinem Hund ein Lokal aus, wo Hunde wirklich willkommen sind. Er spürt das schon an der Begrüßung durch das Personal und wird sich wohler fühlen, als wenn er nur geduldet wird.
  2. Geh die ersten Male zu Zeiten essen, in denen das Lokal eher leer als voll ist. Das entspannt die Gesamtsituation. Dazu bietet sich in besseren Lokalen mit gutem Personal die Mittagszeit an, wenn es nicht so überfüllt wie abends ist, das Personal Zeit hat und sich gerne Mühe gibt mit Dir und Deiner Fellnase.
  3. Sage bei der Reservierung, dass Du einen Hund dabei hast. In den meisten Lokalen bekommst Du dann einen Tisch, der mehr Plätze als Gäste am Tisch hat und ruhig gelegen ist. Ich bevorzuge Tische in der Ecke, mindestens irgendwo am Rand, weil dann weniger Ablenkung für den Hund entsteht und das Raumsparwunder nicht zur Stolperfalle wird. Wenn ich in dem Lokal nicht bekannt bin, kündige ich einen lieber großen Hund an, auch wenn Paul nur mittelgroß ist. Spätestens mit der Ansage bekommen wir zu zweit mit Hund einen Vierertisch. Wenn ich das Lokal regelmäßig besuche, merke ich mir die bevorzugte Tischnummer und bitte bei rechtzeitiger Reservierung direkt um den Tisch. Das klappt meistens.
  4. In einem Buch über Hundeerziehung habe ich in meiner Anfangszeit als Hundehalter gelesen, dass es unfein sei, wenn Hunde sich im Lokal schütteln und man das als guter Hundehalter zu unterbinden habe. Schön und gut, bei unfein und unangenehm für Gäste an den Nachbartischen stimme ich sofort zu. Nur wie unterbinde ich das? Die Antwort unseres Hundetrainers auf meine diesbezügliche Frage lautete: “Schütteln nach dem Aufstehen, wenn Ihr gehen wollt, ist ein Zeichen von Wohlbefinden beim Hund. Willst Du ihm verbieten, sich wohlzufühlen? Außerdem wird Dir das nicht gelingen.” Was nun tun? Zumal sich Paul gerne das Fell nach seiner Vorstellung wieder drapiert… Ganz einfach: Wenn ich das Signal zum Aufbruch gebe, steht Paul erst auf, wenn ich das erlaube. Ich sorge dafür, dass er sich unter dem Tisch schüttelt und ich davor stehe in Richtung anderer Tische und Gäste. Das sieht dann kaum jemand und ich habe bisher dabei keine Haare auf andere Menschen und Tische fliegen sehen. Die Kunst ist an der Stelle, seinen Hund zu kennen und zu wissen, wann er sich schütteln wird und in welche Richtung.
  5. Nasse Hunde stinken. Da führt kein Weg dran vorbei. Deshalb vermeide ich es tunlichst, im Regen mit einem Hund ein Lokal zu betreten. Entweder fällt der Lokalbesuch aus oder er findet vor dem Spaziergang mit einem trockenen Hund statt. Es reicht schließlich, dass die meisten Hunde in trockenem Zustand schon nicht gerade wohlriechend sind. Da möchte ich das Wohlwollen von Gastgebern und anderen Gästen nicht überstrapazieren. Bei trockenem Wetter ist es natürlich schöner für den Hund, wenn er sich vorher bei einem Spaziergang ein bisschen auspowern und leeren kann.
  6. Einige Hunde frieren leicht oder brauchen einen definierten Platz, um sich entspannen zu können. Dafür kannst Du eine leichte Liegedecke für Deinen Hund mitnehmen. Zum Glück brauchen wir das nicht, Paul legt sich überall hin, wo wir verweilen. Er plustert sich sein Fell von unten warm und friert bei Zeltpartys weniger als ich.
  7. Sicherheitshalber binde ich Paul an. Entweder suche ich mir einen Pfeiler in Tischnähe, ein Tischbein – Achtung: nur bei stabilen Tischen – oder ich lege die Leine mit einer Schlaufe um ein Stuhlbein. In den meisten Fällen würde er eh bei uns bleiben, wenn er erstmal liegt – aber darauf möchte ich mich nicht mit Besteck oder Glas in der Hand verlassen.
  8. Wenn Deinem Hund vom Personal etwas zu trinken angeboten wird, nimm es an. Sonst kommt in guten Lokalen nämlich alle fünf Minuten ein anderer Kellner und fragt, ob der Hund etwas zu trinken haben möchte und warum die Kollegen das noch nicht gebracht haben.
  9. Ignoriere den Hund, wenn alle sitzen. Spätestens dann wird er sich irgendwo in Deiner Nähe einen Platz suchen. Paul muss nicht immer vollständig unter dem Tisch liegen, weil das oft zu eng für ihn ist oder riesige Tischsockel aus Metall mit Kanten im Weg sind. Wichtig finde ich nur, dass er andere Gäste nicht belästigt und dem Personal nicht als Stolperfalle im Weg liegt. Ansonsten darf er gerne auch an der Stirnseite des Tisches liegen und alles überwachen.
  10. Üben, üben, üben!

Schöne Restaurantbesuche wünsche ich Dir, Deinem Hund und den beteiligten Gästen!


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8 Antworten auf „Restaurantbesuch mit Hund“

Hallo Ines,
ich war schon lange nicht mehr draußen essen, das letzte Mal tatsächlich vor den Lockdowns, also vor mindestens anderthalb Jahren.

Wenn ich das nächste Mal wieder gehe, werde ich darauf achten, ob die anderen Hunde, die das Restaurant besuchen, auch so wohlerzogen sind wie der Zausel. Aber wie meistens, wenn sie es nicht sind, liegt es nicht an den Hunden, sondern an den Erziehungsberechtigten. 🙂

Liebe Grüße
C

Es liegt meistens an den Haltern …

Total schlimm finde ich immer, wenn Halter kleiner Hunde die Tiere auf die Bänke steigen lassen. Das finde ich genauso schlimm, als wenn Kinder mit Straßenschuhen auf Stühlen und Bänken herumturnen – der Straßendreck auf der Unterseite der Schuhe und der Pfoten ist der gleiche. Sieht man beides leider oft.

Ein kleiner Ausflug in den Unterschied Intelligenz Mensch – Hund:
Ich musste in die Stadt, fragte meinen Mann, ob das dicke ausgeliehene Buch zurück in die Bibliothek gebracht werden kann. Seine Antwort war ja.

Als ich abends zurück kam, lag auch das andere dünnere Buch bereit zum Wegbringen.
Meine Frage: “Bist du damit auch fertig? – Ja. – Warum hast du mir nicht gesagt, dass das mit weggebracht werden kann. – Du hattest ja nur nach dem dicken Buch gefragt.”

– ohne Worte –

Manchmal weiß ich nicht, ob ich nicht einfach heulen soll und mir stattdessen einen Hund anschaffen. Zausel wäre sicher intelligenter gewesen.
LG

Für die Nummer verdient Dein Mann den Nicht-Mitdenker-Preis des Monats 🙂 . Das ist wirklich ohne Worte.

Ihr macht das einfach vorbildlich! Es ist so schön, dass Ihr Pauls Wohl bedenkt, aber auch das Eure und der anderen Gäste.
Leider erlebe ich es öfters anders. Irgendein Wohl wird gern vergessen…
Besonders gut fand ich den Tipp mit Annehmen von Wasser vom Personal, weil sonst dauernd jemand nachfragt… 🙂 und auch das unauffällige Schütteln von Paul unterm Tisch :-).
Sehr durchdacht und angenehm für alle Beteiligten. Echt Ines!
Herzlich, Sieglinde

Auf Pauls Wohl achten wir dabei vermutlich noch am wenigsten – er musste sich schon unter Barhockern zusammenkringeln, aber sowas muten wie ihm immer nur einmal zu, bis wir daraus gelernt haben …

Ich glaube in der Tat, Du hast nichts vergessen, was man in dieser “Situation” beachten muss. Ich habe es zwar durchaus schon gesehen, dass ein Restaurantbesuch mit Hunden “unauffällig” abläuft. Aber so umfassend beleuchtet ist es natürlich eine Schau.
BG Sunny

Was noch fehlt: freundlich-interessierte Hundeliebhaber am Nachbartisch davon abhalten, die ganze Zeit mit dem Hund unter unserem Tisch zu kommunizieren. Sonst braucht man sich nämlich nicht zu wundern, wenn der Kopf nicht unter unserem Tisch bleibt :).

Bei unserem Stammgriechen hat Paul schon seine eigenen Freunde unter den Gästen. Die kommen immer bei uns am Tisch längs und täscheln ihn. Und ich kann dann sehen, wie ich den Hund wieder unter den Tisch bekomme. Aber da ist das nicht so störend, weil der Laden groß ist und wir immer zu zweit an einem Tisch für mindestens vier Personen sitzen.

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