Was ich heute gelernt habe – März 2019

Werbung – Rezensionsexemplar, Affiliate Links von Amazon und Namensnennungen ohne Auftrag

Azalee

  1. Das Wasser auf der wilden Meerseite von Sylt heißt Nordsee, das auf der Wattseite Ostsee. Erklärt gerade eine Touristin einer anderen. Bei einer ähnlichen Gesprächsbelauschung habe ich vor ein paar Jahren gelernt, das die Buhnen dafür da sind, dass die Wellen nicht so doll werden, damit man besser baden kann. Nun ja. Soviel dazu.
  2. Meine Wimpern werden im Zugucken spärlicher. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Immerhin sind sie noch dunkel.
  3. Beim Abfluss in der Dusche kann man ein Teil mehr rausnehmen, als ich bisher wusste. Du willst nicht wissen, wie es darunter aussah und roch.
  4. Aus dem Leben einer Personal Shopperin: In einem Laden in der City hält eine Verkäuferin es offenbar für eine Zumutung, acht Teile zur Anprobe für meine Kundin auf meine Bitte hin eine (!) Stunde vorher beiseite zu hängen. Dass ihre Chance auf mehr Umsatz steigt, wenn ich meiner Kundin schnell mehr auf einmal zeigen kann, ist ihr offenbar egal. Ich glaube kaum, dass ihr montags um 10 Uhr bei strömendem Regen in den Hamburger Ferien ernsthaft im leeren Laden Umsatz dadurch entgeht, dass die Teile anderen Kundinnen nicht zur Verfügung stehen. Da sind andere Läden erheblich kooperativer. Da weiß ich doch gleich wieder, warum ich in einige gerne mit Kunden gehe und andere meide. Provision bekomme ich vor Ort übrigens nirgends. Meistens schaue ich vor einer Einkaufsbegleitung in der Stunde vorher schnell in den Läden in der Nähe des Treffpunkts, was aktuell dort hängt und lasse dann etwas zurücklegen, damit meine Kundin in den zwei Stunden möglichst effizient anprobieren und entscheiden kann. Wenn der Laden vor Ort so blöd geführt wird, verstehe ich wieder einmal mehr, warum Menschen Onlineshopper sind. Dass ich deren Sachen im Laden verkaufe und die Wahl habe, wo ich hingehe, ist der Dame offenbar nicht klar.
  5. So früh hat die zarte erste Azalee noch nie geblüht.
  6. Die gepolsterte Liegedecke für den Zausel hätte ich mir sparen können. Er liegt offenbar nicht gerne weich.
  7. Jetzt weiß ich, wie die Corneliuskirche von innen aussieht. Auf dem Trauerband für den Nachbarn stand ein Spruch von Matthias Claudius, den ich sehr schön finde. “So, wie ein Blatt vom Baum fällt, so geht ein Mensch aus dieser Welt und alle Vögel singen weiter.” Nicht nur passend zur Friedwaldbestattung. Wir sind alle nur ein winziges Puzzleteil dieser Erde und sie dreht sich ohne uns weiter, auch wenn es sich manchmal ganz anders anfühlt. Aber für einen wunderbaren Menschen, der 87 geworden ist, kann ich das so hinnehmen.
  8. Gestern Abend habe ich noch etwas gelernt: Wie man eine Anzeige bei der Polizei vor Ort aufgibt, wenn Fotos aus meinem Blog auf dubiosen Onlineshops ohne mein Einverständniserklärung verwendet werden.
  9. Mehl wird bei 900 Grad verbrannt, um den Typ zu bestimmen. Typ 405 heißt, dass nach dem Verbrennen 405 mg Mineralien von 100 g Mehl übrig bleiben.
    Und Schuhe sollten beim Imprägnieren mit Spray vorher mit einem feuchten Lappen abgerieben werden, damit sie das Spray besser aufnehmen können. Wie komme ich darauf? Ich habe Wer weiß denn sowas im Fernsehen geguckt.
  10. Auf nasser Straße keine hellen Velourslederloafer zu tragen, werde ich wohl bedauerlicherweise niemals lernen.
  11. Schluppenbluse heißt auf Englisch Pussy Bow. Das hat Bloggerin Claudia mich lernen lassen.
  12. Welcher Arzt die Urlaubsvertretung für meinen HNO macht.
  13. Amazon weist inzwischen auch auf E-Books Umsatzsteuer aus. Schön! Sind sogar 19%.
  14. Dank des kostenfreien Netflix-Zugangs für 30 Tage habe ich einen Blick in Marie Kondos Aufräumserie geworfen. Inspirierend fand ich daran allerdings: nichts.
  15. Mein roter Daunenmantel hat mich verlassen. Er war nicht nur nicht mehr wasserabweisend, sondern ich in dieser Woche in Kürze durch bis auf die Haut im Regen, was bisher nie der Fall war. Was besonders blöd ist, wenn man eine Kehlkopfentzündung hat. Und in der Wäsche ging der Schmutz nicht ab. Fazit: Retour zu Lands’ End. Deren umfassende Garantie hat definitiv ihre Vorzüge und ich bekomme mein Geld zurück. Gibt es also in der kommenden Saison wohl mal wieder einen neuen Daunenmantel. Hoffentlich.
  16. Auch Fotos in jeder Form gehören zu den Dingen, die ab und an mal ausgemistet werden können. Am Wochenende war bei mir der große Bereich der Bilder aus den 1970ern bis Anfang der 2000er dran. Dabei ist das Schottlandalbum gleich komplett in den Müll gepflogen. Warum soll ich mir ein dickes Album in mein Zimmer stellen, von einem Urlaub, an den ich mich nicht gerne erinnere? Im Kopf sind die Erinnerungen eh.
  17. Wer glaubt, dass Rotwein die Zähne verfärbt, hat noch nicht tagelang Salbeitee getrunken. Da wird meine Zahnpflegerin – ich darf sie so nennen – im Mai ihre Freude dran haben.
  18. Wie man eine schöne kleine Bluetooth-Soundbox installiert. Es gibt Marken, auf die ist Verlass.
  19. Ich reagiere definitiv allergisch auf Tulpen im Haus. Mir jucken die Augen wie blöd und dabei ist der Strauß so schön. Ab vor die Tür damit. Vorteil: Bei den Kühlschranktemperaturen draußen halten sie ewig.
  20. Rohrreinigergel taugt zum versehentlichen Bleichen einer Badezimmerfußbodenduschmatte. Spotz. In den 1980ern habe ich mit Chlorreiniger absichtlich Jeans gebleicht und versehentlich Löcher in einen Baumwollpulli geätzt. Ich hätte es also wissen können. Hätte …
  21. Ich habe die nackte Panik vor dem kommenden Sommer und das Bedürfnis, jedes schöne passende Kleid zu kaufen, um den Sommer zu überleben, falls er auch nur annähernd so schlimm wird wie 2018. Teure Panik.
  22. Der neue Joona Linner Thriller/Krimi von Lars Kepler war mir deutlich zu widerlich-unnötig-brutal. Das wäre für die Handlung aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen. Künftig erscheinende Bände aus der Reihe möchte ich aus heutiger Sicht nicht lesen. Das Buch würde ich nicht wieder kaufen.
  23. Das Hundeliegekissen war nun doch eine gute Investition. Paul hat sich an die weiche Unterlage und den Rand gewöhnt und kuschelt sich abends gerne darauf ein, wenn wir Fernsehen gucken.
  24. Von den Gemüsesorten Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco mag ich Romanesco am liebsten.
  25. Im Wohnzimmer habe ich zwei große Aquarelle von der Wand genommen, die dort seit 2004 gehangen haben. Ich hätte gedacht, dass sie mir schon aus reiner Gewohnheit mehr fehlen würden. Tun sie aber nicht. Ich freue mich auf den neuen Wandschmuck, der in diesem Jahr dorthin kommt.
  26. Es ist soweit – ich brauche meine Lesebrille jetzt auch für Restaurantbesuche. Gestern konnte ich erstmals den zu begleichenden Endbetrag nicht ohne Brille sicher lesen. Krass wie das im Zugucken schlechter wird.
  27. Wie man in die .htaccess Datei in WordPress bearbeiten kann.
  28. Bei Bloggerin Sabine Gimm das wunderschöne Wort Sekundenglück.
  29. Die Gewissheit, eine goldrichtige Entscheidung getroffen zu haben.
  30. Meine alte Sonnenbrille tut auf der Nase weh durch ihr Eigengewicht. Autsch. Wie kann sich ein Gesicht nur so verändern? Sie ist in sehr gutem Zustand. Möchte sie jemand gegen Portoübernahme geschenkt haben?
  31. Tesa Poster Strips lassen sich selbst nach über zehn Jahren restlos von Holzfensterrahmen und Raufasertapete entfernen.

Sonst noch gelesen

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Die Herrin des Winterpalasts

Das Buch Die Herrin des Winterpalasts: Historischer Roman (Affiliate Link) von Christopher W. Gortner aus dem Goldmann Verlag (Werbung) wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte Europas von 1863 bis zur Revolution in Russland ersten Weltkrieg. Man lernt viel über die politischen Zusammenhänge der Monarchien und die sich verändernden Rollen in dieser Zeit. Leider hat mir der Roman nicht gefallen, weil es aus Sicht der Hauptperson Minnie, die zu Beginn Prinzessin von Dänemark wird und dann nach Russland in die Zarenfamilie einheiratet, in der Ich-Form geschrieben ist.

Die Erzählweise von Minnie ist sehr einfach und wirkt an vielen Stellen naiv. Das mag an der Zeit liegen, in der das Buch spielt. Vielleicht ist es aber auch eher für eine jüngere Zielgruppe geeignet. Wer könnte es mögen? An der Entwicklung von Königshäusern und Politik im 19. Jahrhundert interessierte Leserinnen, die sich gerne in eine Hauptperson beim Lesen einfühlen.

Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags

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Den Bestseller Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten – Gerümpelfrei bleiben (Affiliate Link) von Karen Kingston habe ich nach dem Kauf umgehend verschlungen. Mit Feng Shui habe ich mich bisher nicht beschäftigt. Ich bilde mir ein zu spüren, was mir in Räumen gut tut und was nicht. Aber wegen meines momentanen Ausmüllwahnsbedürfnisses hat mich der Titelteil Gegen das Gerümpel des Alltags angesprochen. Karen Kingston Faustregel lautet

“Wenn ich morgen ausziehen sollte und mehr als ein bis zwei Müllsäcke voll bekäme, muss ich umgehend aussortieren.”

Mülleimer der Stadtreinigung Hamburg: „Was Du heute kannst entsorgen …“

Das ist eine Maxime, an der ich mich gerne orientiere. Für alle Teile im Haus, die alleine mir gehören und nur von mir genutzt oder gelagert werden, wird das auch mein neuer Leitsatz. Dass es ab und an fürs eigene Wohlbefinden gut ist, sich nicht nur von Dingen zu trennen, sondern auch Freundschaften zu hinterfragen, ist klar. Was zu der Frage führt, ob es derzeit jemanden gibt, der mich aussortieren möchte.

Zu welchen Erkenntnissen bist Du im März gekommen?

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12 Länder – 12 Briefe

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Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr (Affiliate Link)
von Meike Winnemuth
erschienen im Penguin Verlag 2017 erstmals als Taschenbuch

Wenn Journalistinnen Bücher schreiben, bin ich skeptisch. Bisher habe ich beim Lesen doch meistens gedacht: Wäre sie mal lieber bei Kolumnen und Zeitschriftenbeiträgen geblieben. Diese Erfahrung hat mich davon abgehalten, das Buch von Meike Winnemuth zu lesen. Das war dumm von mir. Durch eine Empfehlung habe ich es nun doch zur Hand genommen und was soll ich sagen: Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Und dass, obwohl mich das Thema Reisen nicht sonderlich interessiert.

Rahmenhandlung

Meike Winnemuth gewinnt bei Günther Jauch 500.000 Euro und nimmt das als Startschuss für eine einjährige Weltreise, von der sie parallel in ihrem Blog Vor mir die Welt … (Werbung) berichtet und später dieses Buch daraus gemacht hat. Sie bereist zwölf Großstädte für jeweils einen Monat, die sie entweder noch nicht kennt oder dort tiefer eintauchen möchte als bisher.

Da sich ihre Arbeit von jedem Ort der Welt mit Laptop und WLAN erledigen lässt, zieht die Arbeit mit um die Welt. Am Ende steht die Erkenntnis, dass sie den Geldgewinn für die Reise gar nicht gebraucht hätte, ohne diese Sicherheit aber nie losgeflogen wäre.

Perspektive

Mir gefällt die Sicht, aus der die zwölf Kapitel zu den jeweiligen Reisezielen geschrieben sind. Es sind zwölf Briefe aus zwölf Städten an zwölf verschiedene Menschen aus ihrem Leben. Sie schreibt in der Einleitung zur Form des Buchs

“Wie man eine Stadt erlebt, hängt von derart vielen Zufällen ab, dass es eigentlich verboten sein müsste, ein Buch darüber zu schreiben.”

Das führt dazu, dass das Buch keinesfalls ein Reiseführer ist, sondern eher ein Abbild des Stimmungsbarometers der Autorin. Du findest kaum Tipps zu den Dingen, die man dort gesehen haben muss. Hingegen kannst Du lesen, was Orte mit einem Menschen ganz individuell machen können. Weil ich mich gerade von vielen Dinge trenne, hat mich auch der Aspekt interessiert, wie es sich zwölf Monate aus einem Koffer mit nur 22 kg leben lässt.

Fazit

Mich hat an dem Buch gefesselt, wie die Gedanken der Autorin sich während der Reise verändert haben und zu was für einer Entwicklung das für ihr weiteres Leben geführt hat. Du kennst das Buch noch nicht? Los! Lesen!

P.S.

Im Buch findest Du irgendwann die Frage, zu der die Antwort Dank des einzelnen Publikumsjokers das Geld eingebracht hat. Die Antwort kann ich Dir aktiv im Schlaf nennen. Aber so ist das mit Spezialwissen und man muss auch erstmal bis dahin kommen.

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Vom Mitnehmen und Loslassen

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Was bleibt: Über die Dinge, die wir zurücklassen (Affiliate Link)
von Susannah Walker
erschienen 2018 im Verlag Kein & Aber

Hast Du schon mal einen kompletten Haushalt von einem anderen Menschen aufgelöst? Ich zusammen mit der Familie das Haus meiner Mutter. Ihr Haus sah auf den ersten Blick eher spärlich möbliert aus als vollgerümpelt und meine Mutter hatte Jahre zuvor Keller und Dachboden selbst bereits einmal aufgeräumt und aussortiert.

Dennoch ist es krass, wie viel Sperrmüll, 2004 wurde der in Schleswig-Holstein zum Glück noch kostenfrei regelmäßig von der Straße ohne Voranmeldung abgeholt, sich in einem großen Haus befinden kann. Der Fußweg stand mehrfach inklusive dem der Nachbarhäuser voll. Ein großer Container wurde zusätzlich mit Kleinkram gefüllt und ein kompletter Haushalt zog aus.

Wenn man all das weg hat, bleiben die Dinge, die man aus Sentimentalität aufbewahrt oder weil man sie zu schade zum Wegwerfen findet. Ich weiß nicht mehr, wie viele Kombiladungen von dort in unser Haus geschafft und dann stückweise von uns wieder weggeschafft wurden. Ein paar Fragezeichenteile befinden sich immer noch in meinem Besitz.

Genau von diesen Fragen handelt das Buch von Susannah Walker, das ich selbst gekauft habe. Ihre Mutter verstirbt und hinterlässt im englischen Worcester ein bis unter das Dach vollgepacktes Haus. Die Mutter war eine Horterin, in Deutschland Messie genannt. Die Tochter kannte das Problem, aber nicht seine Tiefe. Zwischen Bergen an Müll trifft sie Entscheidungen, was sie aufbewahren, verkaufen oder wegwerfen möchte. Dabei erzählt sie dem Leser viel über die Krankheit des Hortens, mögliche Entstehung und ihren Umgang damit.

Einen Teil der Stücke, die sie mit in ihr eigenes Leben nimmt, stellt sie im Stil eines Museumskatalogs vor. Als Kuratorin ist das ihre Art, damit umzugehen. Familiengeheimnisse werden gelüftet und die Vergangenheit kann sie in Teilen so besser verstehen und den Lebensstil ihrer Mutter anerkennen.

Wenn bei Dir kürzlich jemand gestorben ist, mit dessen Haushaltsauflösung Du zu tun hast, heulst Du Dir beim Lesen vielleicht die Augen aus dem Kopf. Wenn Du etwas mehr Abstand hast oder so etwas noch nie erlebt hast, ist es eine berührende Geschichte, die mich auf gute Ideen gebracht hat, wie ich mit einigen Erbstücken besser umgehen kann.

Bist Du Typ Horter oder Wegwerfer? Wie gehst Du mit Erbstücken um?

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Die Liebhaber – Band 5 der Lügenhaus-Serie von Anne B. Radge

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Die Liebhaber: Roman (Die Lügenhaus-Serie, Band 5) (Affiliate Link)
von Anne B. Radge

Letztes Jahr habe ich Dir Band 1 und 2 (Rezensionsexemplare aus dem btb Verlag) der Lügenhaus-Serie vorgestellt. Band 3-5 habe ich selbst gekauft. Das ist die Serie, die ich in chaotischer Reihenfolge gelesen und dennoch verstanden habe. Dass es jetzt einen fünften Band gibt, freut mich total. Das Ende von Band 4 ließ mich optimistisch in die Zukunft der Hauptprotagonistin Torrun schauen.

Ich nehme ausnahmsweise mal ohne Spoilervermerk den letzten Satz von Torrun aus Band 5 vorweg, denn er steht exakt für den ganzen Band, ohne etwas über den konkreten Inhalt zu verraten:

“Denn jetzt bin ich an der Reihe.”

Wer Band 1-4 mochte, wird Die Liebhaber verschlingen. Wer Band 4 nicht kennt wird Band 5 nicht verstehen. In diesem neuen Band wird die Familiengeschichte nicht wieder aufgerollt, sondern alles als gegeben genommen. Im Vordergrund steht der Weg, den Torrun auf Neshow für sich privat und beruflich einschlägt. Wird sie ernsthaft in das Bestattungsunternehmen ihres Onkels Margido einsteigen? Verkraftet sie den Umgang mit dem Tod?

Ich habe es übers Wochenende verschlungen und empfehle es gerne weiter. Nur eins hat sich mir nicht erschlossen: Was hat der Titel mit dem Inhalt zu tun? Wenn Du das das Buch gelesen hast, lass mich bitte wissen, ob und wie Du den Titel verstehst.

Kennst Du die Lügenhaus-Serie? Welche Serie kannst Du empfehlen?

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Die vergessene Freundin

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Die vergessene Freundin: Roman (Affiliate Link)
von Rebecca Martin

Carina, frisch gebackene Historikerin, bekommt den Auftrag, eine Festschrift zum 90. Jubiläum des Frankfurter Lichtspieltheaters Odeons zu schreiben. Die Geschichte spielt von 1924 bis 2014. Hauptfiguren sind neben Carina

  • Elly, Tochter des wohlsituierten Gründers des Kinos, das in den 1920ern noch mit Stummfilmen untermalt mit Orchestermusik bespielt wurde.
  • Tonja, vernachlässigte Halbwaise, die zu Beginn der Geschichte 1924 die beste Freundin von Elly wird und in deren Zuhause ein und aus geht
  • Alea, Nichte von Elly und Auftraggeberin der Festschrift
  • Tom, Bruder von Alea und nicht begeistert von der Idee der Festschrift.

Alea und Tom leben mit Elly als Mutterersatz, weil ihre Eltern vor einigen Jahren bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen sind. Alea ist neugierig darauf, die Lebensgeschichte der Familie zu erfahren. Tom möchte in erster Linie seine fast hundertjährige Tante vor Aufregung durch die Erinnerungen schützen.

Der Roman spielt in zwei eben: Der Geschichte von Elly und Tonja ab 1924 und der aktuellen, in der die Festschrift geschrieben wird. Es gibt einige Geheimnisse in der Freundschaft der Mädchen, die Elly sehr aufwühlen. Wird es Carina gelingen, sie zum Erzählen ihrer Lebensgeschichte zu bringen und die Geschichte des Kinos damit persönlich zu machen? Lies selbst!

Das Buch aus dem Diana Verlag (Werbung) habe ich über das Bloggerportal von Random House (Werbung) als Rezensionsexemplar. Mir hat die Geschichte gefallen. Fans von Romanen mit Frauen- und Familiengeschichten, empfehle ich das Buch gerne. Die 490 Seiten haben sich in ein paar Abenden schnell weggelesen.

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Traum des Lebens

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Traum des Lebens: Roman (Affiliate Link)
von Jeffrey Archer

“Was wäre, wenn wir durch eine andere Türe gegangen wären?” fragt Andrea von Blog here I am in Ihrer Rezension des Buchs. Es gibt im Leben entscheidende Weggabelungen, bei denen wir nie eine B-Probe bekommen, wie der andere Weg verlaufen wäre. Andreas Rezension hat mich neugierig auf das Buch gemacht und ich hatte das Glück, es ebenfalls vom Heyne Verlag (Werbung) über das Bloggerportal von Random House (Werbung) als Rezensionsexemplar zu erhalten.

700 Seiten in vier Abenden auf zwei Kontinenten

Kann man einen Pageturner besser beschreiben? Hätte ich an einem Samstagmorgen angefangen, wäre ich spätestens Sonntag fertig mit dem Buch gewesen. Aber worum geht es denn nun?

Alexander flieht 1968 zusammen mit seiner Mutter Elena aus Leningrad, nachdem der Vater vom KGB ermordet wurde, weil er eine Gewerkschaft gründen wollte. Die Flucht erfolgt in einer Kiste mit Wodka auf einem Frachtschiff in den Westen. Die beiden haben die Wahl, in eine Kiste mit dem Ziel USA oder eine andere auf dem Weg nach England zu steigen. Sie lassen eine Münze entscheiden.

Ab dieser Stelle geht das Buch in zwei Teilen parallel weiter, denn der Leser erfährt beide Seiten der Münze. Alexander lebt als Sascha in England und als Alex in den USA. Das Buch endet 1999 in einer Welt, in der sich Russland dem Westen öffnet. Weil die Lebensschritte kapitelweise nacheinander erzählt werden, kann man der Geschichte gut folgen. Ich konnte durch die verschiedenen Spitznamen und Orte die beiden Lebenswege beim Lesen gut trennen.

Alexanders mathematische, strategische, geschäftliche und politische Begabung sowie Elenas Kochtalent bleiben in beiden Versionen erhalten. Sie werden jedoch in unterschiedliche Bahnen gelenkt. Fazit: Es gibt immer mal wieder Weggabelungen im Leben, an denen man so oder so entscheiden kann und beide Wege gut sein können. Das kennen wir alle von privaten und beruflichen Entscheidungen.

Gegen Ende war ich sehr gespannt, wie der Autor die beiden Erzählstränge rund bekommt und ich blieb neugierig bis zur letzten Seite. Es ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe, gewiss werden weitere folgen.

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Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

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Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse (Affiliate Link)
von Thomas Meyer

Kurz gesagt: Ein othodoxer 25-jähriger Jude entdeckt die süßen Seiten des unkoscheren Lebens.

Länger formuliert: Motti geht in Zürich dem braven Leben eines orthodoxen Juden nach. Er lebt in der jüdischen Gemeinschaft, hält sich an die traditionellen Regeln und Gebote, kleidet sich entsprechend und macht, was Vater und Mutter von ihm erwarten. Das geht alles soweit gut bis Motti sich in Laura verliebt und seine übergriffige Mutter es zeitgleich mit den Heiratsvermittlungsversuchen für ihn arg übertreibt. Nun ist Laura nicht nur ausgerechnet die attraktivste Kommilitonin, die man sich vorstellen kann, sondern natürlich auch noch eine Schicke.

Nun hat der gute Motti zu entscheiden, welchen Weg er gehen möchte: konventionelles Leben oder ein Bruch mit den Eltern? Und ist Laura überhaupt für ihn zu haben? Dazu ein Zitat des Klappentextes:

“Und Motti kann schon bald einen vorläufigen Schluss ziehen: Auch schiksn haben nicht alle Tassen im Schrank.”

Bei dem Wort schiksn habe ich mich eben nicht vertippt. Es ist in dem Text im Original so geschrieben. Es ist ein Beispiel für viele Wörter aus dem Jiddischen, die der Autor verwendet. Am Ende gibt es für die wichtigsten Worte ein Glossar. Der Rest erschließt sich beim Lesen. Den Tipp des Autors, die unbekannten Worte laut zu lesen, habe ich erfolgreich befolgt. Geschrieben hatte ich manchmal keine Ahnung von der Bedeutung, laut gelesen war es dann schnell klar.

Den Roman, ein Freundinnen-Geschenk, habe ich verschlungen und mich köstlich beim Lesen amüsiert. Du hast Lust auf leichte Unterhaltung mit ernstem Hintergrund? Lies das!

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