dies & das #45

Werbung ohne Auftrag durch Namensnennungen und Verlinkungen

Herbstblatt

Hallo Herbst!

Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September hat sich der Sommer in Hamburg verabschiedet. Ich kann wieder atmen und aufleben, so fühlt sich das Leben gut an. Ich freue mich auf viele schöne Herbststunden und Pullover. Ich gehöre zu den Menschen, die angezogen besser aussehen als ausgezogen und die sich angezogen besser fühlen als ausgezogen – außer beim Baden. Die Sommerkleider verstaue ich leichten Herzens in der hintersten Kleiderschrankecke.

Danke für die Blumen!

Ich habe mich ausnehmend über die lieben, wertschätzenden Kommentare zum gesponserten 10. Blog-Geburtstag gefreut. Es haben einige stille Leserinnen erstmals dabei kommentiert. Es freut mich immer besonders, wenn ich auf dem Weg ein bisschen mehr erfahre, wer diesen Blog regelmäßig liest. Kommentare sind (ja, neben bezahlten Beiträgen) des Bloggers Lohn. Wenn Leser mich damit entlohnen, bin ich dankbar.

Weniger Plastikmüll bei Herstellern fordern: REPLACE PLASTIC

Bei Bloggerin Sunny habe ich im Beitrag Von der Realität, Blogger-Blasen und heißen Eisen erstmals von der App REPLACE PLASTIC gelesen. Hat ein bisschen gedauert, bis sie bei mir Anwendung gefunden hat, aber jetzt ist sie im regelmäßigen Einsatz. Es geht dabei darum, über die App mit dem Barcode der Verpackung zu melden, dass Du der Meinung bist, dass bei dem Produkt Plastikverpackung vermieden werden könnte.

Ab einer gewissen Menge an Rückmeldungen über die App pro Produkt informieren die Betreiber den Hersteller der Ware über den Verbraucherwunsch der Reduktion von Plastik bei dem Produkt. Dabei kann es darum gehen, weniger Plastik zu verwenden oder die Verpackung komplett durch ein anderes Material zu ersetzen. Mehr über die App findest Du im Blog Küste gegen Plastik (Werbung) bei den Erfindern.

Bei mir hat den Ausschlag für die Installation der App und das erste Melden eines Produkts Räucherlachs von Aldi Nord gegeben. Es ist unglaublich, in was für einem Verpackungsberg 200 g konventioneller Räucherlachs bzw. 100 g Bio-Räucherlachs verschwinden.

Und nun möchte ich hier bitte keine Diskussion über Überfischung haben und dass ich den Lachs gar nicht erst kaufen sollte. Den Lachs möchte ich haben, aber mit weniger Verpackungsmüll bitte. Ich könnte ihn alternativ auf dem Wochenmarkt am Fischstand direkt vom ganzen Filet in gewünschter Menge abschneiden und in eine mitgebrachte Dose verpacken lassen. Das hat dann aber einen Preis, den ich jenseits von Gut und Böse finde, nämlich 100 % mehr als bei Aldi. Ich fange also in diesem Fall erstmal damit an, den Hersteller über meinen Verpackungsreduktionswunsch zu informieren. Zum Marktstand komme ich später vielleicht irgendwann.

Ich lese übrigens immer wieder im Blogs oder den Socials, dass es immer noch Läden gibt, die sich weigern, in mitgebrachte Gefäße abzufüllen. Auf unserem Wochenmarkt ist das kein Thema, da wird auch frisch aufgeschnittene Wurstware direkt in die eigene Dose verpackt. Antwort des Verkäufers auf meine Frage danach: Warum auch nicht? Genau!

Am Gemüsestand zuckt kein Verkäufer, wenn man einen Wäschesack herüber reicht, um die Kartoffeln darin verpacken zu lassen. Bei Äpfeln und andere loser Ware wurde schon immer gefragt, wenn ein Einkaufskorb zu sehen ist: “Direkt in den Korb?”

In Norddeutschland muss man schon seit ich denken kann eher sagen, wenn man eine Tüte haben möchte, als dass man ungefragt eine bekommt. Spart übrigens nicht nur Müll, sondern auch Geld für den Marktstand für das Verpackungsmaterial. Wäre schön, wenn Eigen- und Verbrauchernutz immer so harmonieren würden.

Kennst du die App? Nutzt die sie?

Lesetipp: Ein Verbrechen – eine Schuld und die Frage nach Rache und Vergebung

Werbung – Rezensionsexemplar und Affiliate Links von Amazon

(Affiliate Link auf dem Cover)

Der Verrat
von Ellen Sandberg

Puh, das Buch ist schwer zu rezensieren. Warum? Weil es schwierig ist, darüber zu schreiben, ohne etwas vom Inhalt zu verraten. Diese Familiengeschichte verbirgt dermaßen viele Lügen und Verstrickungen, dass es die wahre Pracht ist. Aber keine Sorge, man kommt beim Lesen mit. Aber weil ich eben auf keinen Fall etwas verraten möchte, was die Lesespannung trüben könnte, hier ausnahmsweise der Klappentext:

“Ein Weingut an der Saar. Ein altes Verbrechen. Und eine Schuld, die nie verjährt …

Als Nane nach zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles verändert. Nicht aber die Schuld, die weiter auf ihr lastet. Nicht die Erinnerung an die Nacht, die ihr Leben zerstörte und schon gar nicht das Verhältnis zu ihrer Schwester Pia.

Pia hat es gut getroffen. Die erfolgreiche Restaurateurin lebt mit ihrem Mann auf einem idyllischen Weingut an der Saar. Da lässt es sich gut verdrängen, auf welch zerbrechlichem Fundament ihr Glück gebaut ist. Doch dann tritt ihre Schwester Nane wieder in ihr Leben und Pia ahnt: Es ist Zeit für die Wahrheit. Und damit Zeit für Rache – oder Vergebung.”

Ein fesselnder Roman über

  • drei Schwestern, denn es gibt neben Nane und Pia noch Sandwichkind Birgit, die Kümmerin der Familie, die Nane nach der Haft wieder ins freie Leben verhilft.
  • die Frage, wie Schuld gesühnt werden kann. Wie kann eine Schuld vergeben werden? Von wem?
  • Gerechtigkeit.
  • Fassaden von Menschen.
  • Liebe, Hass und Wut.
  • Leben und Tod.

Das Buch, das mir als Rezensionsexemplar vom Penguin Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt wurde, ist spannend bis zur letzten Seite und ich habe die finale Lösung der Kernfrage nicht vorhergesehen.

Ich empfehle den Roman allen, die spannende Familiengeschichten mögen!

Von der Autorin habe ich kürzlich im Blog bereits das Buch Die Vergessenen, ebenso ein Rezensionsexemplar, vorgestellt. Am 28. Oktober 2019 soll Das Erbe von Ellen Sandberg erscheinen. Ich freue mich schon jetzt darauf! Nachtrage: Das Erbe habe ich auch Rezensionsexemplar erhalten und im Beitrag Hast Du schon geerbt oder redet Ihr noch miteinander? vorgestellt.

(Affiliate Link)

Was ich heute gelernt habe – August 2019

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Art Journal Kalenderblatt August

  1. Es kann so heiß sein, dass sogar kleine Ohrstecker zu viel Schmuck sind.
  2. Die Leimmottenfallenklebeditscher sind mit Waschbenzin von der Marmorfensterbank ablösbar.
  3. Grillen finde ich so überbewertet, wie man das nur überbewertet finden kann.
  4. Per Anhalter zu fahren, scheint out zu sein. Ist jeder mobil oder ist der ÖPNV so dicht und bezahlbar geworden? Zu meinen Oberstufenschulzeiten auf dem Dorf war es normal, täglich auf Daumen zu fahren, wenn Mutti das Auto nicht für den Schulweg rausgerückt hat (oder die 18 zum Führerschein noch fehlte).
  5. Die kombinierte IKEA-Andronaco-Ausbeute passt in den Kofferraum meines Autos. Da sage nochmal jemand, der Cityfloh sei klein!
  6. Selbstmitgefühl klingt viel schöner als Selbstmitleid.
  7. Erstaunlich, was man für eine Wissenschaft aus Wanderstöcken machen kann. 2004 habe ich ohne tiefsinnige Gedanken dazu das Angebot bei Tchibo gekauft. 2019 – die alten sind vergammelt – gibt unzählige Testberichte und Features. Der Testsieger ging allerdings nach einmaligem Gebrauch retour. So viel dazu. In gebügelter weißer Bluse und rotem Lippenstift wird man im Outdoor-Laden übrigens nicht als sportlich angesehen. In solchen Momenten verstehe ich nicht, dass es Menschen gibt, die leugnen, dass Kleidung eine Rolle spielt. Ich habe trotzdem bekommen, was ich wollte.
  8. Interessante Frage: Wer bin ich ohne meine Dinge? => Was bleibt von mir übrig ohne meine Dinge?
  9. Ich weiß jetzt, wo tonnenweise Motten im Garten wohnen: In den Rhododendren. Wenn man die Blätter von oben gießt mit dem Gartenschlauch, ist die Luft voller Motten. Motten sind Nachtfalter. Ich sollte unseren Garten weniger falterförderlich machen. Denn: Kein Kaschmir ist auch keine Lösung. Hmmm. Keine Schmetterlinge ist aber auch doof. Keine Lösung in Sicht.
  10. Man kann ein Einserabitur machen, ohne Zeichensetzung zu beherrschen.
  11. Es heißt nicht das Napf sondern der Napf.
  12. “Die Art, wie wir auf Fehler reagieren, macht uns aus.” gehört. Kluger Satz.
  13. Man kann auch mit 93 noch die Vorzüge von Amazon Prime entdecken.
  14. Jetzt weiß ich, welcher Wadenmuskel, wenn er verspannt ist, den Fußballen nach außen zieht und den Hallux valgus verstärkt und Schmerzen macht. Dehnen mit gestreckten Fuß hilft. Wenn man einmal gesehen hat, wie das auf dem sehnigen Fuß angesteuert wird, ist der Zusammenhang sonnenklar.
  15. Der Trick gegen Mehlklumpen im handgerührten Pfannkuchenteig ist, die Eier erst am Ende unterzurühren. Am besten einzeln, dann wird der Teig am besten.
  16. Das Kaufhaus mit Herz in Neu Wulmstorf freut sich ganzjährig über Spenden von Weihnachtsartikeln. Die gehen außerhalb der Saison ins Winterlager. Hätte ich nicht gedacht. Ich wollte eigentlich nur erfragen, wann ich denn damit Herbst willkommen wäre. Jetzt bin ich sämtliche Weihnachtsdekoration los und freue mich über das leere Regalbrett im blauen Keller.
  17. Der neue Brunetti “Ein Sohn ist uns gegeben” gefällt mir. Er hat Längen, aber das Thema ist schön. Es geht um Liebe, Familie, Wahlverwandtschaften und Betrug.
  18. Die Trendfarbe Riviera von SCHÖNER WOHNEN ist ein tiefes Blau mit einem Hauch Petrol, ist eine gute Wahl für den Windfang. Zusammen mit einer geölten Kiefernholzkommode sieht das sehr schön aus. Noch schöner wäre allerdings, wenn 7 qm Wand trotz Lüftens nicht tagelang furchtbar stinken würden.
  19. Ein Fachmann sagte, ich hätte ein zartes Bindegewebe. Eine nettere Formulierung kann ich mir für das weiche Zeug nicht denken.
  20. Nach dem Wechsel zum Ökostrom ist jetzt auch der Wechsel vom Gasanbieter zum Hamburger Unternehmen geglückt. Die Kündigung durch den neuen Anbieter bei eon funktionierte nur mit exakt falscher Schreibweise meines Namens, der dort vor Jahren in der Datenbank fabriziert wurde. Nein, ich bin keine Bindestrichfrau!!!
  21. Die Entscheidung, nach der Grillparty anstatt vorher zu putzen, war eine weise.
  22. Businesshemden von Olymp soll man geschlossen, auf rechts mit Kragen nach innen waschen, damit die Kragenecken nicht kaputt gehen. Und nicht mit Jeans in einer Maschine! Mal ehrlich: Wer macht das so?
  23. Auf dem Wochenmarkt gibt es Salatgurken. Gerade Gurken kosten an dem einen Stand 1 Euro, krumme 60 Cent. Ich kaufe eine krumme Gurke. Die Frau nach mir ordert vehement: ICH nehme eine GERADE Gurke. Es gibt definitiv Menschen, die zu viel Geld haben, oder? Mal davon abgesehen, dass meine Gurke nach dem Abschneiden der Enden auch fast gerade war.
  24. Ich weiß jetzt, WIE abstrus chauvinistisch ein alter Mann im Jahr 2019 noch sein kann. Kotz.
  25. Ein Tiedress ist ein Bindekleid.
  26. “Morgen wird kommen, ob wir bereit sind oder nicht”. Zitat aus der Fernsehserie BULL.
  27. Wenn man einen Korkuntersetzer im Backofen bei 180 Grad Umluft erhitzt, riecht es in der Küche wie in der Sauna. Bitte nicht nachmachen, auch wenn der Duft genehm ist.
  28. Das Wort Megalomanie für Größenwahn.
  29. Ich habe schon jetzt mein Motto für 2020 gefunden. Das verrate ich aber noch nicht!
  30. Der Thriller “Todesmal” von Andreas Gruber mit den Ermittlern Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez 5 ist fulminant.
  31. Brechbohnen, tomatige Soße und Schafskäse passend hervorragend zusammen. Schon im Lauf des Monats gelernt, aber für heute aufgespart, damit der Beitrag am Samstag online gehen kann.

Nachtrag zum 31. August 2019: SUP ist nicht mein Sport. Neu definiert: SitUpBoard, dann macht es Spaß, aber dann kann ich auch ein Paddelboot nehmen. Das ist komfortabler. Stehen auf einem Board finde ich überbewertet.

Nachdem ich in den letzten Wochen teilweise sogar mehr als drei Blogbeiträge in der Woche veröffentlicht habe, trete ich in der nächsten Zeit ein bisschen kürzer. Mein Ziel: Jeden Samstag gibt es einen frischen Beitrag. Wenn mir zwischendrin noch etwas einfällt, bemühe ich mich, es wie gewohnt am Dienstag oder Donnerstag zu veröffentlichen.

Was hast Du im August gelernt?

Wie finde ich die richtige Sportart?

Sportkleidung zum Nordic Walking im SommerErfolgreiche Sportversuche, die bis heute Bestand haben

  • Nordic Walking
  • Spazieren
  • Wandern

Erfolgreiche Sportversuche, die ihre Zeit hatten

  • Turnen
  • Ballett
  • Jazz-Gymnastik aka Aerobic
  • Tischtennis
  • Skilaufen
  • Schlittschuhlaufen und Inlineskating
  • Segelfliegen
  • Fahrradfahren
  • Jollensegeln
  • Schwimmen und Wassergymnastik

Erfolglose Versuche mit Sportarten, die nicht wiederholt werden

  • In Basketball in der 11. Klasse im Ballsportpflichthalbjahr habe ich nur 3 Punkte im Zeugnis bekommen obwohl ich mit den Fehlstunden im zulässigen Rahmen lag. Das ist eine 5 +, falls jemand das Punktesystem nicht kennt. Aus der Basketball-AG wurde ich in der 7. oder 8. Klasse herauskomplimentiert wegen Talentfreiheit.
  • Von den Leichtathletik-Bundesjugendspielen wurde ich in der Grundschule in der 3. Klasse befreit, weil ich in der 2. Klasse von den Mitschülern wegen meiner mangelhaften Leistungen traumatisierend gehänselt wurde. In der 7. oder 8. Klasse hätte ich meinen Ballwurf wiederholen dürfen, obwohl die drei zulässigen Versuche durch waren. Bei meiner besten Leistung dachte der Lehrer, dass mir der Ball aus der Hand gerutscht wäre.
  • Fassen wir zusammen: Alles mit Bällen ist raus. Jeder, der mir mal einen Ball zugeworfen hat, weiß warum. Volleyball ist zudem auch noch raus, weil meine Hände das nicht mitmachen. Wenn ich auf meine Daumengelenke an einer bestimmten Stelle drücke, kann ich mit leichtem Druck den Daumen aus dem Gelenk drücken.
  • Yoga habe in verschiedenen Formen ausprobiert, Pilates ebenso. Gefällt mir beides nicht. Bei Yoga ist dann auch noch das Problem da, dass ich von Haus aus zu beweglich bin, das macht ausgiebiges Dehnen nicht gerade besser.
  • Beim Joggen verrecke ich nach wenigen Metern und meine Hüfte – leichte Dysplasie – jault.

Innerer Schweinehund – was ist das?

Wenn andere Menschen sagen, ihr innerer Schweinehund würde sie vom Sport abhalten, kann ich das nicht nachfühlen. Entweder will ich das, dann mache ich das, oder ich will das nicht, dann lasse ich das. Ganz einfach. Und wenn Sport im Kalender steht, dann mache ich den, wenn mich nichts wirklich Widriges davon abhält.

Nach dem Sport geht es mir so toll! Nicht.

Tja, auch an der Stelle kann ich den Glücksmoment nicht nachfühlen. Bevorzugt Leute mit besagtem Tier im Körper erzählen mir dann, wie großartig sie sich fühlen, wenn sie sich trotz des inneren Schweinehundes überwunden haben, zum Sport zu gehen. Leider bleibt mir dieser Endorphin-Kick, oder was auch immer das ist, verwehrt.

Ich fühle mich nach Sport, der Muskeln oder Kreislauf intensiv belastet einfach nur: scheiße. Mir ist zum Heulen zu Mute und ich schaffe nicht mal immer, die Tränen erst zu Hause fließen zu lassen. Mir ist kalt. Es kommt vor, dass ich danach weinend und frierend in der heißen Badewanne liege und mich einfach nur frage, was mit mir verkehrt ist.

Muss Sport Mord sein?

Komischerweise empfinde ich alles, was mich nicht so fertig macht, gar nicht so sehr als Sport. Alleine das Wort Sport scheint in meinem Kopf negativ verankert zu sein. Ist das der Denkfehler “wenn ich es kann, kann es jeder, und dann kann es nicht schwer sein”?

Die Unbeschwertheit dabei hat mich in der 2. Klasse im Schulsport verlassen, als ich erstmals als Versager in der Klasse stand, weil mich kein Mitschüler in seine siegreiche Völkerballmannschaft wählen wollte. Der Sportlehrer hatte leider für die nächsten drei Jahre nicht anderes drauf, als die Klasse Völkerball spielen zu lassen oder im Sommer kurz für die BJS trainieren zu lassen. Seinen Namen weiß ich heute noch. In Mathe war er ein ähnlich guter Lehrer, zum Glück bin ich in Mathe aber talentierter.

Ein anderer Lehrer ließ mich in der 5. Klasse beim Laufen durch Glinde zurück. Er war stocksauer, dass er zurücklaufen musste, um mich bei über 25 Grad – es gab danach Hitzefrei – auf der sonnigen Straße einzusammeln. Hätte er nicht die Umkleide nach mir abschließen müssen, bin ich mir nicht sicher, ob er noch nach mir geschaut hätte. Ein Wunder, dass er nicht einfach meine Sachen vor die Sporthallentür gestellt hat.

Den gleichen Lehrer hatte ich in der 8. Klasse in Mathe und er fand mich zu dämlich für Mathe. Wenn ich für eins mit meinem klar strukturiert denkenden Gehirn nicht zu blöd bin, ist es Mathe und der Umgang mit Zahlen. So viel dazu. Kleiner Exkurs meiner Traumata. Hatte ich schon mal erwähnt, dass Schule und ich nicht zusammen gepasst haben?

Zurück zum Sport: Nordic Walking gilt als Sport und macht mir Freude. Allerdings ist das wieder etwas, worüber lange Zeit gelacht wurde. Das mit den Stöckern? Ha, ha, wo sind denn Deine Skier? Lustig, lustig. Nicht. Auch das wird dazu beitragen, dass es für mich nicht so wirklich in der Sportecke verortet ist. Vielleicht gut so? Sonst hätte ich auch dabei Versagensangst? Na ja, wenigstens ist Nordic Walking inzwischen so etabliert, dass kaum noch blöde Sprüche kommen.

Warum tu ich mir das an?

Sein Ende letzten Jahres gehe ich zum Schlingentraining in einer Physiotherapiepraxis. Das Training in einer Gruppe mit max. 8 Personen wird von einem Physiotherapeuten angeleitet. Theoretisch macht mir das Spaß und ich spüre und sehe durchaus, dass mein Körper Muskeln aufbaut an Stellen, an denen vorher kaum welche waren.

Praktisch ist das für mich so dermaßen zu anstrengend, dass es mir in den meisten Fällen dabei hinterher schlecht geht und ich viel zu erschöpft bin => siehe oben bei Tränen und Badewanne. Theoretisch kann man das Training abgestuft intensiv durchführen. Praktisch neige ich dabei offenbar zur Überforderung. Mal sehen, ob ich das noch in den Griff bekomme. Einen Monat gebe ich mir noch dafür.

Das Problem ist, dass die ganzen Hundespaziergänge und Nordic Walks meinen Körper vor allem an den Beinen zu einseitig trainieren und mir dann die Knie schmerzen. Es fehlen die Gegenspielermuskeln. Durch das viele Sitzen PC tut es meinem Körper durchaus gut, den Rumpf zu trainieren. In den Armen finde ich ein bisschen mehr Kraft nett, um mein Arbeitsmaterial besser zum Kunden schleppen zu können.

Um Optik geht es mir dabei weniger. Ja, ich möchte nicht wieder zunehmen, aber das würde ich wohl auch nicht, wenn ich eine Walkingrunde in der Woche mehr einlegen würde. Ist das ganze Problem also mein Optimierungswahn? An welcher Stelle ist genug optimiert?

Was sind alternative Sportarten für mich?

Fahrradfahren und Schwimmen fallen aus, keine Lust mehr darauf. Alles auf Kufen auch, weil das Verletzungsrisiko als Selbständige ohne Krankengeldversicherung zu hoch ist. Ich will in kein Fitness-Studio, in keine große Gruppe und eine stinkende Turnhalle soll es auch nicht sein. Ein Heimtrainer kommt nicht in Frage und ich mag nicht schwitzen.

Segeln geht nur in der warmen Jahreszeit und passt zeitlich gerade nicht in mein Leben mit Hund am Stadtrand – ist also auch raus. Außerdem soll es ohne weiten Anfahrtsweg erreichbar sein. Vielleicht ein leichtes Workout mit einem Terraband? Hat da jemand Videotipps für Anleitungen, die sich zu Hause umsetzen lassen?

Fragen über Fragen

  • Was bleibt da noch als Ganzjahressport?
  • Hast Du einen Tipp für mich?
  • Was macht Du für Sport? Warum? Wie geht es Dir davor, währendessen und danach?

Danke fürs Zuhören und für konstruktive Ideen!

Was nicht Betroffene über Depressionen wissen sollten

Gastbeitrag von bu

Dunkle Nordsee s/w

Disclaimer: Es handelt sich bei dem folgenden Beitrag um einen persönlichen Erfahrungsbericht und keinesfalls um medizinische oder psychologische Beratung.

Tabuthema Depression

Aufgrund eines Kommentares von mir und weil die Krankheit Depression oft leider immer noch ein Tabuthema ist, hatte Ines die spontane Idee, dass ich einen Gastbeitrag darüber in ihrem Blog veröffentlichen darf. Danke Ines!

Diagnose Depression

Schlaflose Nächte, tagsüber Erschöpfung, ständiges Grübeln und Niedergeschlagenheit. Die Depression kam bei mir das erste Mal im Alter von 38 Jahren, erst nur schleichend, aber mit jeder weiteren depressiven Episode länger und gefühlt noch intensiver bis zur enormen Wucht.

Ein aufmerksamer Hausarzt hatte mich zügig an einen Neurologen überwiesen, der dann die Diagnose Depression stellte. Dieser Neurologe und eine Psychotherapeutin begleiten mich seitdem durch die Krankheit.

Wen trifft die Krankheit?

Grundsätzlich kann eine Depression jeden treffen und ist eine weitverbreitete Erkrankung. Allerdings kann man sie meist nicht auf einen einzigen Auslöser zurückführen, wie zum Beispiel bei einem gebrochenen Bein. Depression entwickelt sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Auf der einen Seite gibt es genetische Faktoren, wie zum Beispiel die Vererbung oder ein Ungleichgewicht von Botenstoffen in bestimmten Hirnregionen. Auf der anderen Seite kann ein Verlusterlebnis, chronische Überbelastung, ein gravierender Einschnitt in den eigenen Lebensplan oder ein traumatisches Erlebnis Auslöser für die Krankheit sein. Beide Seiten schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich oftmals sogar.

Individuelle Ausprägung einer Depression

Jede Depression ist anders, so wie auch jeder Mensch anders ist. Deshalb schreibe ich hier nur über meine klassische Depression, so nannte sie mal der Chefarzt einer Klinik,  und was darüber nicht Betroffene aus meiner Sicht wissen sollten.

In einer schweren depressiven Episode habe ich Lust auf gar nichts mehr. Ich fühle mich kraftlos, schaffe nur noch das Nötigste und würde am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben und die Bettdecke über meinen Kopf ziehen. Dinge, die ich sonst gerne bzw. mit links mache, wie zum Beispiel lesen, Freunde treffen, sportliche Betätigungen und – ja, auch meine Arbeit – reizen mich nicht mehr. Selbst eine E-Mail zu schreiben oder eine Messengernachricht zu beantworten, gestaltet sich zum Kraftakt.

Einzig die regelmäßigen Termine beim Neurologen und der Psychotherapeutin lassen mich jedes Mal wieder durchhalten. Hier fühle ich mich verstanden und muss mich nicht immer erklären, warum ich dies oder jenes einfach nicht mehr schaffe. Oder warum ich eben gerade nicht mehr die lebenslustige, unkomplizierte, umgängliche Frau sein kann.

Du und Depression?

Das werde ich oft in stabilen Phasen verwundert von Leuten gefragt. Depression ist nicht greifbar, es dauert oft lange, bis ein passendes Medikament gefunden ist und vor allem kann es mehrere Wochen dauern, bis das Medikament bzw. die Dosiserhöhung wirkt. Ich würde mir auch wünschen, dass es im Handumdrehen klappt!

Eine Depression ist keine vorübergehende Laune!

Die Stoffwechselstörung im Gehirn bei einer Depression versuche ich immer so zu erklären: In stabilen Phasen läuft der Hirnstoffwechsel rund, wie der Motor bei einem Auto. Nach oft langer, stabiler Zeit gerät der Motor plötzlich ins Stottern und ich weiß in diesem Moment, dass die Depression bzw. die Dame in Schwarz, wie ich sie auch nenne, wieder da ist. Da hilft dann kein Zusammenreißen mehr. Depression ist keine Charakterschwäche, sondern schlicht und ergreifend eine Krankheit wie jede andere auch.

Die richtige Diagnose und eine fachgerechte Behandlung sind (über-)lebenswichtig bei einer Depression! Mindestens genauso wichtig ist ein verständnisvolles und aufgeklärtes Umfeld, denn auch Angehörige, Freunde und Kollegen leiden oftmals ratlos mit oder stehen der Krankheit skeptisch gegenüber. Vielleicht kann ich mit diesem Beitrag für ein besseres Verständnis und mehr Akzeptanz sorgen. Es würde mich freuen.

Was für Erfahrungen hast Du mit Depression persönlich oder im Umfeld?

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