Sommerpause 2016

Strandkorbvermietung

Zum ersten Mal seit Blogstart 2009 nehme ich mir eine bewusste kleine Auszeit von der Bloggerei und starte in eine Sommerpause. Ich habe keinen Urlaub, möchte jedoch in der Zeit bewusst mehr offline unternehmen. Am 1. August 2016 bin ich spätestens wieder für Dich da mit frischen Fotos, Ideen und Aktionen, die schon bis in den Herbst geplant sind.

Aus dem Archiv

Vielleicht liest Du diesen Blog noch nicht so lange und möchtest ein bisschen mehr über mich wissen? In diesen Beiträgen der letzten Jahre, die immer noch aktuell sind, findest Du persönliche Worte.

Die 5 beliebtesten Beiträge im Hinblick auf Besucherzahlen sind

Immer wieder bin ich überrascht davon, welche Artikel Dauerbrenner sind, welche viele Kommentare bekommen und welche weniger gut ankommen. Eines habe ich in fast sieben Bloggerjahren gelernt: Ich kann das definitiv nicht vorhersehen.

Netzwerken unter Bloggerinnen

Sprechen Dich von den oberen Artikel welche an? Ansonsten findest Du in der Zwischenzeit gute Unterhaltung bei meinen Blogger-Freundinnen

Die Frauen sind aus der Altersklasse Ü40 Blogger bzw. Ü50 Blogger und tragen Kleider, die manch 20- oder 30jährige zu mutig fände. Ich kenne alle über das Ü30 Blogger Forum, uns vereinen die Freude am Bloggen und der Spaß an Kleidung und Accessoires. Neu bin ich im 40+ Blogger Netzwerk, bei dem ich Gleichgesinnte gefunden habe, die z.B. auch bei technischen Fragen bei WordPress, der von mir genutzten Blogsoftware, schon hilfreich waren.

Ich wünsche Dir einen schönen Sommer!

Modejahr 2016: Beim Sport

Modejahr 2016 - Eine Blogaktion bei www.meyrose.de #modejahr2016Indoor, Outdoor, im Wasser und an Land – Was trägst Du beim Schwitzen? Was für Sport machst Du? Warum trägst Du genau diese Kleidung dabei? Zeige Dein Outfit und verlinke es hier!

Ich freue mich auf Deine Beiträge und Bilder in der Collage! Die Spielregeln und Themen für das ganze Jahr findest Du hier: Modejahr 2016.


Was beim Sport tragen?

Sportkleidung zum Nordic Walking im Sommer

In dieser Formulierung wird das Thema am liebsten gegoogelt. Passen soll es in der Konfektionsgröße, zum Wetter und zur Sportart. Dann geht es schon damit los, dass Sportkleidung für Frauen oberhalb von Größe 42 nur in absolut mieser Auswahl zu bekommen ist – darüber hat Sunny sich neulich auch aufgeregt in ihrem Beitrag Verdrehte Welt.

Dürfen Dicke keine schöne Sportkleidung tragen?

Viele Jahre hatte ich das Problem auch und habe mich irgendwann für viel Geld bei Karstadt Sport mit einem Komplettlook eingekleidet. Das hat sich allerdings gelohnt, denn das Shirt von Tao trage ich seit ca. 2008 ein- bis zweimal pro Woche zum Nordic Walking, wenn man keine Jacke braucht. Eine dazu passende lange schwarze Hose lebt auch noch. Das Shirt hat etwa 200 Wäschen hinter sich und ist noch immer in Ordnung. Der Reißverschluss am Kragen lässt sich nicht mehr verstellen, aber das macht nichts. Vermutlich habe ich ihn zur Wäsche mal nicht ganz geschlossen und dann ist das mein Fehler, wenn er kaputt ist. Am besten ist, dass das Shirt eine Tasche hat, in die sogar mein großes Smartphone passt.

Das Shirt ist mitgewachsen von Größe 46 auf gute 48 und ist auch mit 42 zum Sport noch tragbar, denn die Weite ist mir angenehm. Auch dass es einen Polokragen hat mag ich, obwohl ich sonst Polos meide, denn der Kragen schützt gegen Sonne und Wind. Warum es so schwer ist, in Plus Size Sportkleidung zu finden, werde ich nie verstehen. Die Antwort wird in der Marktwirtschaft liegen, weil schlanke Menschen mehr Sport machen und deshalb mehr kaufen und folglich mehr Ware angeboten werden kann. Aber was war zuerst da? Der Dicke, der ohne Sport nicht schlank wird? Oder der Schlanke, der mit Sport schlank bleibt?

Hauptsache was anzuziehen

Vibram Fiver FingersTatsächlich ist es mir beim Sport ziemlich egal, wie ich dabei aussehe. Weil ich jahrelang froh war, mit Größe 46/48 überhaupt irgendein Sportbekleidungsteil zu bekommen, dass nicht zwickt. Ansprüche an Farben hatte ich mir komplett abgewöhnt und auch bei der Passform habe ich alles genommen, was auch nur irgendwie ging. Im Sommer trage ich bei Laufhosen Herrenmodelle, die sitzen Vibram Fiver Fingersbei mir besser. Dieses ist von Adidas, der Vorgänger war von Aldi Nord. Von Aldi habe ich auch ein gutes Wintershirt. Die Treckingsocken von Aldi sind die besten, die ich kenne. Jetzt könnte ich sicherlich in Größe 42 schöne Sachen kaufen, aber das mache ich erst, wenn die alten wirklich auseinander fallen. Sie haben mir so gute Dienste geleistet, dass sie in Ehren gehalten werden. Wer an den Füßen Five Fingers trägt, wird sowieso komisch angesehen. So sehr ich also bei Hauskleidung und Nachtwäsche darauf achte, auch für mich selbst gut und ordentlich auszusehen, so wenig Wert lege ich beim Sport darauf. Vielleicht liegt es daran, dass ich in der Sportkleidung an keinem Spiegel vorbeikomme.

#modejahr2016

Modejahr 2016 - Eine Blogaktion bei www.meyrose.de #modejahr2016Im Juli ist das Thema im Modejahr 2016 Beim Sport. Dies ist bereits mein Beitrag dazu. Deine Bilder und Beiträge für die Sommerfarben im Juni kannst Du bis Donnerstag noch verlinken, ab Freitag ist dann das Link up zu den Sportbildern geöffnet. Ich freue mich, dass jeden Monat so viele schöne Beiträge zusammen kommen.

Wie geht es Dir mit Sportkleidung? Was trägst Du zu welchem Sport?

Tipps der Stilberaterin: Rock mit flachen Schuhen

Ines Meyrose #ootd 20130623 mit Rock Armor Lux, Pretty Loafers Zahara, Short Kokon Zwo

Röcke und Kleider, die breiter als eine Po-Manschette* und kürzer als Maxilänge sind, verkürzen optisch die Beine, wenn sie farblich oder durch Muster einen Kontrast innerhalb der Beinfläche bieten. Wenn Du Beine bis zum Mond hast oder insgesamt sehr lang bist, kannst Du das für Dich zum Ausgleich nutzen. Wenn Du normal groß bist oder kurze Beine hast oder länger wirken möchtest, um schlanker auszusehen, kannst Du mit ein paar Tricks aus der Stilberatung arbeiten, um trotzdem in Kleidern und Röcken optisch schön lange Beine zu haben.

Warum stellen wir uns auf Stelzen?

Dass Schuhe mit Absätzen ein schöneres Bein machen, ist kein Geheimnis. Nicht nur die Unterschenkel, auch die Oberschenkel haben eine schönere Form, wenn wir auf Absätzen stehen. Da reichen schon ein paar Zentimeter aus. Das liegt daran, dass die Muskeln in den Beinen anders angespannt werden.

Eine Frage der Absatzform

Der Absatz des Schuhs ist die Verlängerung des Beins. Wenn Deine Beine, speziell die Waden, eher breiter gebaut sind, wähle stabile, kräftige Absatzformen wie Blockabsätze und Keilabsätze. Wenn Du diese Absatzformen trotz schmaler Waden tragen möchtest, wähle Versionen, die von hinten schmal geschnitten sind und nur seitlich die volle Breite haben.

Flache Schuhe zum Rock

Nun haben wir vielleicht nicht jeden Tag Lust auf Schuhe mit Absätzen oder unsere Füße machen das nicht mit. In den Jahren vor 2012 habe ich zum Rock überwiegend Schuhe mit hohen Absätzen oder Stiefel getragen. Dank einer Bänderverletzung war damit dann für die nächsten Jahre mehr oder minder Schluss. Es waren andere Lösungen erforderlich.

Inzwischen kann ich zwar wieder auf hohen Schuhen stehen und gehen, habe aber keinen Spaß mehr daran. Das ist einer der Gründe, warum Kleider in meinem Schrank immer weniger werden, denn Kleider sehen bei einer eher kleinen Person wie mir mit Absätzen getragen einfach schöner aus. Trotzdem gibt es ein paar Tricks, wie auch Du flache Schuhe dazu kombinieren und trotzdem schöne Beine zeigen kannst.

1. Tipp der Stilberaterin für flache Schuhe zum Rock im Herbst und Winter

Ines Meyrose #ootd mit Strickckleid von invero im Dezember 2015Wenn Du eine blickdichte Strumpfhose in der Farbe der Schuhe trägst, wird die Beinfläche nur einmal geteilt. Für noch mehr streckenden Effekt wähle beides in einer ähnlichen Farbe wie den Rock wählen, mindestens im hellen oder dunklen Bereich bleiben. Dunkelblauer Rock und schwarze oder braune Beine/Schuhe funktionieren beispielsweise also. Das kannst Du im Beitrag 10 Tipps für ein Strickkleid sehen. Aber jetzt ist Sommer! Trotz meiner 5 Gründe gegen den Sommer – wer will da blickdichte Strumpfhosen tragen? Ich nicht!

2. Tipp der Stilberaterin für flache Schuhe zum Rock im Sommer

Pretty Loafers Josephine ZaharaPretty Loafers Josephine ZaharaPretty Loafers Josephine Zahara

Wenn Deine Beine nackt sind oder die Strumpfhose transparent, wähle Schuhe mit möglich weitem Ausschnitt in der Farbe der Beine. Da ich blass bin, brauche ich blasse Schuhe, gerne in matter Oberfläche. Wer braune Beine hat, verträgt auch dunklere Töne. Noch mehr Ausschnitt als die Loafer auf den Bildern hätten Ballerinas, aber in diesen Loafern sieht mein Gangbild besser aus. Für Loafer ist das Blatt relativ klein, so dass vom Fuß noch etwas zu sehen ist. Mit der hauchdünnen Sohle und der zarten Textur des weichen Leders geben die Schuhe kein optisches Gewicht an die Füße.

Loafer von BraxWenn ich die Loafer von Brax dazu tragen würde, wäre der Look sportlicher. Für meinen persönlichen Stil zu sportlich. Das Modell mit dickerer Sohle und hohem Blatt trage ich zum Jeansbermuda oder zu langen Hosen.

Sportliche Alternativen aus meinem Sortiment sind Sandalen, Flippies oder ganz leger Birkenstocks. Eine elegantere Version sind die Pflichtschuhe Ballerina Pumps mit kleinem Blockabsatz. Variationen mit Halbschuhen findest Du bei OceanblueStyle.

Sandalen_Antichi_RomaniMeyrose_Mutiger_Montag_20120723_Gruen_LilaFlache Pumps von Progetto

Die Oberteilfrage: weit, eng, rein, raus?

Zu Röcken sind Oberteile keine so einfache Frage. Je schmaler der Rock ist, umso weiter kann das Oberteil sein. Ich trage diesen Rock von Armor Lux am liebsten wie Marine-Look 2015 mit Ringelshirts. Weil ich aber nicht schon wieder ein Ringelshirt-Outfit zeigen möchte, kommt das Shirt von Kokon Zwo doch noch zur Ehre, hier im Blog zu sehen zu sein. Es ist einer meiner Fehlkäufe von 2014. Bisher wurde es nur unterm Blazer getragen.

Warum? Vor der ersten Wäsche war es geschätzte 10 cm länger und schmaler. Ich hatte zu dem Zeitpunkt aber keinen Nerv, es zu reklamieren trotz hohen Kaufpreises. Es wird jetzt so verbraucht, wie es ist. Zu dem Rock trage ich es bei Hitze wegen seiner Weite gerne, so dass ich Donnerstag damit auch die 33,5 Grad irgendwie überlebt habe.

Worauf ich mit der Oberteilfrage hinaus möchte: Der Rock ist taillenhoch. Wenn ich das Oberteil in irgendeiner Form – auch nur teilweise – hineinstecke, sieht mein Oberkörper gedrungen und kurz aus. Völlig berechtigter Kommentar der Verkäuferin beim Rockkauf, als ich zum Test ein Shirt hinein gesteckt habe: „Oh, Sie haben aber einen kurzen Oberkörper. Das ist so keine gute Idee.“ Recht hat sie. Wer also einen kurzen Oberkörper und/oder großen Busen hat, trägt das Oberteil besser über dem Rock oder höchstens zum Half-Tuck.

Cliccessory Signature ArmbandBei schmalen Hüften funktioniert alternativ ein tiefer auf der Hüfte sitzender Rock. Dazu kann das Oberteil dann auch hinein gesteckt schöne Proportionen machen. Mehr strecken in der Länge würde das Outfit, wenn das Oberteil so dunkel wie der Rock wäre. Dann würde es wie ein Kleid wirken. Ich ziehe hier den Kontrast vor, um den Blick nach oben zu lenken, was von der großen Kette verstärkt wirkt.

Was für flache Schuhe trägst Du im Sommer zum Rock oder Kleid?

  1. * So nannte eine Kundin von mir Mini-Mini-Röcke mal so schön. []

Leser_innen-Interview #8: Stephanie

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Stephanie,

in Deinem Blog Die Modeflüsterin – Stil für starke Frauen schreibst Du seit 2012 sonntags über Mode, gibst umfassende Tipps für typgerechte Kleidung und das ganze Drumherum.

Ob es um Figurtypen, passende Farb- und Musterverteilung geht oder modische Accessoires – Dir fällt immer etwas Neues dazu ein. Als Künstlerin illustrierst Du in Deinem ganz eigenen Stil mit Zeichnungen die Themen. Deine Leserinnen schätzen den intensiven Austausch in den Kommentaren und auch per E-Mail mit Dir.

Was ist Deine Motivation, den Blog in dieser Form zu betreiben?

Modeflüsterin Logo http://blog.modefluesterin.de/Die Modeflüsterin ist meine Herzensangelegenheit. Ich habe mich schon immer sehr intensiv mit Mode, Proportionen und Farben auseinander gesetzt.

Mit zunehmenden Jahren und nachdem ich gefühlte Millionen von Mode-Zeitschriften, Mode-Büchern und – später – auch Online-Ratgebern durchforstet habe, stellte ich fest, dass die meisten Tipps entweder viel zu oberflächlich oder eben für mich nicht gültig sind. Dass es niemals darum geht, Frauen wie mir nützliche, umsetzbare Tipps an die Hand zu geben, die sie wirklich attraktiver machen. Sondern vielmehr darum, mit immer neuen, vermeintlichen Must-haves und Trends eine Art kontinuierlichen Kaufzwang herzustellen.

Meinen Freundinnen schien es auch nicht besser zu ergehen: Trotz überfüllter Kleiderschränke hatten sie nie das Richtige zum Anziehen und der Frust in der Umkleidekabine war groß, wenn mal wieder ein aktueller Trend nicht zum eigenen Körper passen wollte. Frauen haben eine selbstmörderische Tendenz, in solchen Situationen sofort die Schuld beim eigenen Körper zu suchen. Das Selbstbewusstsein rutscht in den Keller.

Das wollte ich ändern. Ich dachte mir: Wenn meine Freundinnen und ich diese Probleme haben, dann gibt es sicherlich noch viel mehr Frauen mit unterschiedlichsten Körperformen, Farb- und Mode-Stilen, denen es ähnlich ergeht. Ich wollte meine Leidensgenossinnen einfach an meinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben lassen. Ich will ihnen zurufen:

„Ihr seid gut so, wie Ihr seid! Ihr müsst Euch nicht schlecht fühlen, wenn Ihr in angesagte Trendteile nicht reinpasst oder einen trendy Look nicht tragen könnt! Das liegt nämlich nicht an Euch, sondern an der Mode-Branche. Ihr könnt mit einer ganz normalen weiblichen Figur – ob klein, groß, dick oder dünn – toll aussehen, stolz auf Euch sein und selbstbewusst durchs Leben gehen!“

Ich habe sozusagen meine Mission gefunden.

Illustration von Stephanie Grupe - http://blog.modefluesterin.de/

Da ich hauptberuflich PR-Beraterin bin, war mir klar, dass ein Blog ein tolles Instrument sein würde, um mit anderen Frauen Kontakt aufzunehmen und in den Dialog zu treten. Meine jahrelange künstlerische Betätigung machte es mir leicht, meinen eigenen visuellen Ausdruck für die Modeflüsterin zu finden. Und mein Psychologie-Studium – auch wenn es lange her ist – hilft mir dabei, mich in die psychologischen Aspekte von Mode und Stil einzuarbeiten.

Die Modeflüsterin vereint all das zusammen mit meiner absoluten Loyalität und Wertschätzung für Frauen, die selbstbewusst im Leben stehen, die ihr Leben aktiv, aber auch rücksichtsvoll und achtsam gestalten und die es einfach verdient haben, auch modisch nach ihren eigenen Maßstäben zu leben. Jede Frau kann attraktiv sein – egal wie alt sie ist und wie viele Kilos sie gerade auf die Waage bringt. Das ist meine feste Überzeugung, für die ich als Modeflüsterin stehe.

Was ist für Dich eine starke Frau und was bedeutet Stil für Dich?

Starke Frauen sind für mich Frauen, die ihr Leben vielleicht nicht immer im Griff haben – wer hat das schon? -, aber zumindest immer in Angriff nehmen, anpacken, Probleme lösen. Die ihr Leben aktiv gestalten und sich niemals etwas einreden oder aufdrücken lassen, das nicht ihrer eigenen Persönlichkeit, ihren Werten, Zielen und Träumen entspricht.

Starke Frauen sind Frauen, die konsequent sind, loyal und treu – aber aus den richtigen Gründen und keinesfalls blind. Die Kompromisse eingehen können, für andere da sein können, eine gute Freundin, Partnerin, Mutter, Tochter, Schwester sind – aber ohne sich dabei verbiegen zu müssen. Frauen, die sich nicht ständig mit anderen vergleichen, sondern die ganz normalen menschlichen Unterschiede respektieren – und es einfach aushalten können, dass andere anders denken, anders leben, anders sind. Ohne sie deshalb schlecht zu machen oder sich selbst klein zu fühlen. Frauen, für die Abgrenzung nicht gleich Ausgrenzung bedeutet.

Wenn man die obigen Kriterien für starke Frauen einmal modisch betrachtet, ergibt sich daraus genau mein Anspruch für guten Stil: Am eigenen Stil muss aktiv gearbeitet werden, er fliegt nicht automatisch zu. Man muss sich damit auseinandersetzen, wer man ist, was man will, was einem wichtig ist, wie man gesehen werden will. Guter Stil bedeutet, seiner Persönlichkeit treu zu bleiben, sich aber gleichzeitig anpassen zu können, wenn es der Anlass erfordert. Guter Stil ist, wenn Mode nicht zur gesellschaftlichen Ein- oder Ausgrenzung genutzt wird, sondern ein integraler Bestandteil des Selbstausdrucks, der eigenen Identität ist.

Was ist Dein konkretes Lieblingsteil im Schrank, auf das Du am wenigsten verzichten möchtest und warum?

Diese Frage ist für mich zunehmend schwieriger zu beantworten. Denn ich arbeite ja seit mehreren Jahren daran, nur noch Lieblingsteile im Schrank zu haben. Aber wenn ich einmal Revue passieren lasse, für welche Kleidungsstücke ich – neben Jeans und schwarzen Hosen – am meisten Geld investiert habe, dann kommt eine ganz interessante Liste zusammen:

  • Meine Trenchcoats von Burberry
  • Meine Biker-Jacke von Belstaff
  • Meine drei Kleinen Schwarzen von Talbot Runhof, St. Emile und Laurél
  • Meine Blazer von Max Mara, Ralph Lauren, Marc Cain und Chanel
  • Mein klassischer Hosenanzug von Boss
  • Meine Hemdblusen- und Tageskleider von René Lezard und Marina Rinaldi
  • Meine Seidenblusen von St. Emile, Diane von Fürstenberg und Windsor
  • Meine Hemdblusen von Strenesse, Jil Sander und VanLaack
  • und meine tolle Schuh-Auswahl von Miu Miu, Dolce & Gabbana, Philip Lim, Roger Vivier, Bally und Tods.

Bevor ich jetzt noch mehr Schleichwerbung betreibe, fasse ich einfach mal zusammen: Ich sammle seit Jahren hochwertige, relativ zeitlose Kleidungsstücke. Und wenn ich so über die obige Aufzählung blicke, dann könnte man meinen, ich sei das Luxusgeschöpf schlechthin. Das ist aber nicht so. Denn ich kaufe sehr, sehr wenig.

Da ich sehr genaue Vorstellungen davon habe, was mir steht und was ich brauche, finde ich nur wenig wirklich Passendes. Wenn ich es aber dann doch entdecke, weiß ich, dass ich es jahrelang intensiv tragen werde und kann mir die beste verfügbare Qualität leisten. Dann reden wir von der berühmten Modemathematik oder cost per wear, die wir beide ja auch schon einmal in unserem Interview zur Nachhaltigkeit in der Mode angesprochen hatten.

Welches Kleidungsstück würdest Du gerne erfinden?

Auch das ist eine schwierige Frage. Ich denke, eine perfekt sitzende Jeans, die einen zwei Größen schlanker erscheinen lässt und einen tollen Knackpo macht, wäre nicht schlecht. Nach coolen Jeans suche ich immer ewig. Und dann wäre mein Traum, ein Kleid zu erschaffen, das so wandelbar ist, dass man eine Kleidergröße zu- oder abnehmen kann und immer noch blendend darin aussieht – elegant, stark und eben Best-of-Ich. Und das natürlich so bequem ist, dass man sich darin fühlt wie im Schlafanzug. Und das auch mit flachen Schuhen nichts an Eleganz verliert. Der ganz normale Mode-Wunschtraum eben.

Deine ursprüngliche Haarfarbe ist dunkel, heute bist Du blond. Wie ist Deine Einstellung zu grauen Haaren?

Ich mag graues Haar sehr gerne. Besonders bei kühlen Farbtypen passt das hervorragend. Und ich werde definitiv irgendwann selbst silbergraue Haare haben. Aber wann es so weit sein wird, weiß ich noch nicht. Derzeit überprüfe ich diese Möglichkeit jedes Jahrzehnt aufs Neue 😉 .

Bisher hat mir meine Friseurin Astrid davon abgeraten. Sie sagt, ich wäre noch zu jugendlich für graue Haare. Aber sobald ich 60 werde, werde ich das sicherlich noch einmal neu überdenken. Und dann wieder mit 70 … – wenn das Leben mir diese Chance dann noch einmal gewährt. Es bleibt spannend.

Wenn Du fremde Menschen auf der Straße siehst, was begeistert Dich optisch und worüber schüttelst Du den Kopf?

Ich finde es schade, wenn ich Frauen entdecke, die weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Die ihr Potential nicht ausschöpfen. Weil sie es entweder nicht besser wissen oder vielleicht weil sie aus Frustration irgendwie aufgegeben haben, sich wirklich hübsch zu machen. Ich erkenne in ganz vielen Frauen wunderschöne Details und frage mich dann, warum die Frau dieses Detail nicht modisch mehr betont. Viele Frauen wissen gar nicht, wie schön sie eigentlich sind.

Ein wichtiger Bestandteil des Looks ist dabei die Frisur und das Makeup. Selbst mit dünnen, kurzen Haaren kann eine Frau gepflegt und schick aussehen – mit dem richtigen Haarschnitt und einem dezenten Makeup. Ich würde am liebsten allen Frauen zurufen: Suchen Sie sich den besten Friseur, den Sie sich leisten können! Dieser verwandelt Sie auch in Jeans und T-Shirt zur schicksten Version Ihres Selbst.

Apropos Haare, Makeup und Pflege: Ich sehe leider sehr viele Frauen – aber auch Männer -, die nicht sehr gepflegt sind. Und das geht aus meiner Sicht gar nicht. Denn wer aufgibt, sich selbst zu pflegen und auch seine Kleidung in ordentlichem Zustand zu halten, hat auch im Leben aufgegeben. Selbst einfachste Kleidung sieht attraktiv aus, wenn der Mensch darin gepflegt wirkt und die Kleidung sauber, frisch und glatt ist. Dabei geht es nicht um Geld. Sondern um Disziplin, Selbstwertgefühl, ein bisschen Stolz und eine bestimmte Haltung gegenüber dem eigenen Körper, dem eigenen Leben und den Mitmenschen. Sich hängen lassen und aufgeben kann jeder. Auch unter schwierigeren Umständen einen Rest von Haltung – und Würde – zu bewahren, ist man sich selbst und dem wertvollen Gut Leben einfach schuldig.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Ich liebe es, mich mit anderen starken Frauen auszutauschen. Blogs sind eine hervorragende Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu verbinden, einen Einblick in ihr Leben und ihre Gedankenwelt zu erhaschen. Man merkt recht schnell zwischen den Zeilen, wie Menschen ticken, ob sie authentisch, positiv und lebensfroh sind oder ob sie nur versuchen, sich auf irgendeine Art zu inszenieren. Im besten Fall entwickeln sich freundschaftliche Gefühle.

Bloggen ist ja eine Art Brieffreundschaft zwischen der Bloggerin und ihren Leserinnen, aber eben auch zwischen Bloggerinnen untereinander.

Solche Brieffreundschaften kann man gar nicht genug schätzen. Sie sind oft ein sehr starkes, menschliches Band. Denn von beiden Seiten wird ein gewisser Aufwand erwartet. Dieser setzt ein großes Interesse am anderen voraus. Es ist schon lange meine Überzeugung, dass Frauen viel mehr netzwerken, in entscheidenden Dingen des Lebens zusammen halten, sich auch mal gegenseitig bestärken und Kraft geben sollten. Aus meiner Sicht hervorragende Blogs und die starken Frauen dahinter machen genau das.

Welcher Satz steht für Dein Leben?

Die Quintessenz von über 50 Jahren Leben in einen Satz zu fassen, ist kaum möglich. Und ich möchte jetzt auch nicht zu esoterisch klingen. Aber wenn ich über alles nachdenke, dann komme ich immer wieder auf bestimmte Grundfesten zurück, die für mich das Leben ausmachen: Ich bezeichne diese als Herzenswerte. Diese sind es, die dem Leben Tiefe und Sinn geben.

Dazu gehört es für mich, aufrecht und aufrichtig durchs Leben zu gehen, Menschen mit Neugierde und offenem Herzen zu begegnen. Rücksichtnahme und Respekt in allen Lebenslagen zu beweisen. Niemanden wissentlich zu verletzen. Und möglichst alles, was man tut, mit Liebe, Leidenschaft, Hingabe und Überzeugung zu tun. Es heißt ja immer: „Leben heißt Lernen“. Und ich denke, es könnte tatsächlich sein, dass wir dieses Leben nur geschenkt bekommen haben, damit unsere Herzen Zeit zum Lernen haben.

Vielen Dank für das Interview!

Hast Du weitere Fragen an Stephanie? Dann besuche ihren Fashion-Blog und stell sie dort im Kommentarfeld oder hier. Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir.

Hier findest Du die bisherigen Interviews: Leser_innen-Interview by meyrose.

Graue Haare? Ja bitte!

Ines Meyrose Portrait 20160228In dem aktuellen Ratgeber ÖKO-TEST Kosmetik und Wellness vom 9. Juni 2016 ist ein Beitrag zu grauen Haaren bei Frauen, bei dem ich sowohl als Stilberaterin als auch Trägerin von Braun mit grau oder grau mit braun zu sehen und lesen bin. Ich bin nach wie vor Verfechterin grauer Haare bei Frauen und Männern. Auf den Seiten 88/89 findest Du den Artikel.

Beim Buchtipp Grau ist Great habe ich 2013 schon ausführlich darüber geschrieben. Meine Meinung dazu ist 2016 unverändert. Ich finde natürliche Haare mit grauen Strähnchen oder komplett weiße, silberne oder graue Haare in den meisten Fällen schöner, weil es echt aussieht. Vielen Menschen sagen, dass sie authentisch wirken wollen. Bei Kleidung wird darauf geachtet, aber bei der Haarfarbe in den künstlichen Topf gegriffen? Dass die unechte Haarfarbe, auch wenn sie der vormals natürlichen entspricht, eben genau nicht authentisch wirkt, wird dabei gerne übersehen. Etwas anderes ist es, wenn Du bewusst ein künstliches Bild als Konzept erzielen möchtest.

Ich bin pro Grau!

Ein Foto einer Dame mit wunderschönen grauen Haaren kannst Du übrigens im Blog bei HappyFace313 am Muttertag ganz unten im Beitrag sehen. Ihre Mutter sieht in dem leuchtenden Hosenanzug mit dieser Haarfarbe zusammen einfach nur eins aus: wunderschön.

Hat sich Deine Einstellung zu grauen Haaren in Lauf des Lebens geändert?

5 Gründe gegen den Sommer

Ostsee Timmendorfer Strand August / Sommer 2015

Heute ist kalendarischer Sommeranfang. Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt bei Dir unbeliebt zu machen, gestehe ich: Ich mag keinen Sommer. Der Sommer ist die Jahreszeit, mit der ich am meisten hadere. Ich liebe es, in einer Region mit Jahreszeiten zu leben. Aber auf den Sommer kann ich gut verzichten. Am liebsten hätte ich Frühling und Herbst im Wechsel. Zwischendrin eine eiskalte Woche, in der der alle Spinnen und Zecken erfrieren, wäre gut. Mit Kälte im Winter habe ich kein Problem, nur mit schlecht geräumten Straßen und Wegen bei Eis oder Schnee.

Warum ich keinen Sommer mag

  1. Er will was von mir. So sagte eine ehemalige Freundin oft zu sonnigen Wetterlagen. An sich schön, aber der Sommer will was von einem. Bei schönem Wetter kann ich am Sonntag schwer lesend auf dem Sofa faul sein. Das Wetter ruft „Komm raus, spiel mit mir!“. Ich will aber vielleicht gar nicht raus. Und zack ist das schlechte Gewissen da. Aber Sonne ist doch nicht da, um sich schlecht zu fühlen, oder? Tue ich dann aber, wenn ich drinnen bleibe.
  2. An keine Jahreszeit werden so hohe Erwartungen geknüpft wie an den Sommer. Er hat gefälligst schön zu sein. Nur was heißt das schon? Was der Sommer macht, er macht es verkehrt. Sommer macht, dass ich unzufrieden bin.
  3. Mir ist entweder zu heiß oder ich bin zu dünn angezogen. Trockene 18-20 Grad liebe ich, bis 25 Grad überlebe ich in leichter Kleidung noch irgendwie. Oberhalb von 25 Grad fühle ich mich krank. Meine Körpertemperatur ist dauerhaft erhöht und es geht mir schlichtweg nicht gut. Da hilft auch die trockenste Wärme nicht. Ab 30 Grad geht nichts mehr, da verbringe ich die Zeit bevorzugt in dunklen Innenräumen weit unten im Haus. Draußen lacht die Sonne und ich habe nichts davon. Wenn es nicht so heiß ist im Sommer, sondern er enttäuschend kalt ist, ziehe ich trotzdem Sommersachen an, denn die wollen schließlich getragen werden. Dann kommt das Frieren, bis ich genervt den Wollpullover wieder heraushole. Dann gräme ich mich, weil Sommer ist und ich Herbstkleidung trage.
  4. Ich fühle mich am Wochenende an meinem Wohnort gefangen. Ein Ausflug an die Ostsee? Keine gute Idee, die A1 ist den ganzen Tag randvoll. Ein Ausflug an den nördlichen Elbstrand in Övelgönne? Keine gute Idee, die A7 ist voll und vorm Elbtunnel geht den ganzen Tag kaum mehr was. Freunde nördlich der Elbe besuchen? Siehe A1 und A7. Ausflüge nur morgens um 6 Uhr zu starten, um schnell und entspannt am Ziel sein, lässt sich nicht mit meinem Schlafbedürfnis vereinen. Kann man mal machen, aber eben nur mal. Von Juni bis September hat am Wochenende der Urlaubsreiseverkehr die Straßen im Griff. Selbst verreisen? Auf keinen Fall. Zur Hauptsaison muss ich ohne Kinder wirklich nicht ins teuere Massengetümmel.
  5. Ich gehören zu den Menschen, die angezogen besser aussehen als ausgezogen. So ähnlich habe ich das mal als Aussage von Ina Müller in der einem Zeitschrifteninterview gelesen und das unterschreibe ich sofort. Ich fühle mich mit mehr Kleidung am Leib einfach besser und schöner als in luftigen Sommerfähnchen. Lieber ziehe ich drei Schichten übereinander an als nur eine halbe.

Wer versteht mich? Wie geht es Dir mit dem Sommer?

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