Was ich heute gelernt habe – Juli 2018

Sylt Kampen Wellen im Mai 2017

Manchmal erscheint mir mein Leben etwas sinnlos. Es plätschert so dahin, mir geht es privat und beruflich gut – abgesehen von der Sommerhitze. Es gibt anstrengendere Tage und leichtere. Aber dann gibt es Tage, an denen ich mich abends frage, wofür die gut waren. Was mich zu der Frage führte, was ich an so einem Tag gelernt habe. Was mich auf die Idee brachte, einen ganzen Monat über jeden Abend zu notieren, was ich an dem Tag gelernt habe.

Im Juli 2018 habe ich gelernt

  1. Dass ich nicht mit einem Auto-Lackstift umgehen kann und beim nächsten Katscher lieber gleich Nagellack nehme. Der ist nicht billiger, lässt sich aber besser verarbeiten.
  2. Wie man ein Teil beim Geschirrspüler aus dem Sieb entfernt. Telefonhotline vom Hersteller sei Dank.
  3. Dass ich ab sofort meine Handrücken mit UV-Schutz eincremen werde. Ein schöner Ausflug an die Elbe hat mit eine Pracht “Sommersprossen” beschert. 2018 ist das Jahr, in dem ich erste Altersflecken auf den Händen bekommen habe. Nicht schön.
  4. Dass es einen Menschen gibt, der chronische Unpünktlichkeit immer noch nicht respektlos findet. Ich bin das nicht.
  5. Dass das Verständnis von einer ordentlichen 80%-Lösung weit auseinander liegen kann.
  6. Dass es Hundehalter gibt, die noch schlimmer sind, als ich vorher zu denken vermochte und was ein neuer Geschirrspüler kostet.
  7. Wie man einen Handstaubsauger nahezu vollständig zum Reinigen auseinanderbaut, nachdem etwa 400 g TK-Erbsen damit vom Küchenfußboden aufgesaugt wurden.
  8. Was Thrash Metal ist (hätte auch ohne das Wissen weiterleben können).
  9. Nicht immer ist es, wie es zu sein scheint.
  10. Wie einfach Menschen mit Performance zu beeindrucken sind, die für mich selbstverständlich ist.
  11. Dass man die Gewürzfächer im Schrank über dem Herd nach neun Jahren durchaus mal gründlich reinigen kann. Auch die oberen.
  12. Wie man Reframing richtig schreibt. Der Beitrag dazu erscheint am 19. August 2018.
  13. Dass das Ansehen doch immens sinkt, wenn man beim Einkauf auf dem Wochenmarkt sein Geld zu Hause vergessen hat und nur den Notgroschen aus der Handyhülle hat – an einem Stand, bei dem ich 2002 Kunde bin wohlgemerkt. Memo an mich: Notgroschen erhöhen oder woanders kaufen?
  14. Wie schön eine Überraschung sein kann.
  15. Wo es ein schönes Blumenfeld in der Nähe gibt.
  16. Es gibt Strandkörbe für Hunde. Wirklich! Nicht bei uns …
  17. Ein Anruf beim Internetanbieter kann sehr hilfreich sein.
  18. Es gibt immer mindestens noch einen dummdreisterenwerbekennzeichnungs”vergessenden” Blogger als ich für möglich gehalten habe. Erstaunlich ist eigentlich nur, dass ich darüber immer noch wieder überrascht bin. Zack, wieder jemand raus aus meiner Leseliste.
  19. Bei der Vorbereitung eines Train the Trainer Seminars zu Bewerbungsunterlagen und Onlinebewerbungen habe ich eine technische Lösung im Textverarbeitungsprogramm gefunden, nach der ich Jahre gesucht hatte. Endlich ist kein Umweg mehr nötig!
  20. Ich brauche eine Lesebrille.
  21. Ich werde niemals Menschen verstehen, die keine Himbeeren mögen.
  22. Ein Problem, das sich mit Geld erschlagen lässt, ist kein Problem.
  23. Wenn der Servicehotlinemitarbeiter sagt “der neue Router installiert sich von alleine in 10 Minuten, einfach nur einstöpseln”, heißt das im Klartext “mein hausinterner IT-Spezialist braucht dafür 1 Stunde”.
  24. Erstaunlich, wie hell weiße Gardinen nach einer Wäsche wieder strahlen können und der ganze Raum direkt viel heller aussieht. (Anmerkung der Redaktion: Mit Gardinen waschen und Fenster putzen habe ich es nicht so.)
  25. Es gibt einen Menschen, der noch mehr um sich kreist, als ich es je für möglich gehalten hätte.
  26. Der Hightechrouter löst das Internetproblem nicht.
  27. Angebot für gefakten Blogtraffic gefunden. Das es das gibt, war mir klar. Dass es das sogar kostenfrei gibt, wusste ich nicht. Erstaunlich, was einige Menschen tun, um ihre Statistik zu schönen. Der schnöde Mammon der Auftraggeber muss offenbar nur genug locken. Bei mir ist und bleibt wie immer alles echt.
  28. Eine ganz Schmorgurke kann so bitter schmecken wie früher nur Salatgurkenenden.
  29. Es lohnt sich, bei dem Internetanbieter die Beschwerdehotline anzurufen, nachdem man 4 Stunden vergeblich auf einen Techniker gewartet hat. Gab immerhin einen Sachleistungsgutschein über 100 Euro dafür, der in deren Shop eingelöst werden kann. Besser als nichts.
  30. Kohlrabi hat eine längere Garzeit als 10 Minuten.
  31. Durch das Feedback einer Kundin wurde mir klar, dass ich erfolgreich an einem bisher unterrepräsentierten Teil meiner Persönlichkeit gearbeitet habe, denn genau für den bekam ich warme Worte.

Was hast Du heute gelernt?

Warum ich keine Samstage mag

Daumen runter

Bei der Instagram-Challenge Zeig Dein Business war eine Frage, welches mein liebster Business-Tag ist. Das ist für Kundentermine ganz deutlich der Mittwoch. Es ist meistens wenig los auf den Straßen, man kommt gut durch den Verkehr, alle sind wach nach dem Wochenende und noch nicht im neuen Wochenendmodus.

Es gibt hingegen aber einen anderen Tag, den ich privat gar nicht gerne mag. Das ist der Samstag! Ich habe selten so schlechte Laune wie an Samstagen, bin selten so unausgeglichen und unzufrieden.

Was tut mir der Samstag?

  • Er will was von mir! Wenn ich an einem Samstag frei habe, was nicht immer der Fall ist, verspüre ich den Druck, den freien Tag genießen zu müssen. Ich denke, ihn ausfüllen zu müssen. Wird er vergammelt, war er verschenkt.
  • Ich frühstücke etwas später als in der Woche und alleine das bringt meinen Rhythmus durcheinander. Diese 90 Minuten reicht dafür schon aus. Aber nur dafür eher aufstehen und auf das frische Roggenbaguette verzichten? Geht auch nicht. Ich könnte an dieser Stelle gestehen, dass mein Mann samstags zwischen 7:00 und 8:30 Uhr den kompletten Wochenlebensmitteleinkauf im Supermarkt und auf dem Wochenmarkt erledigt anhand der Einkaufszettel, die ich am Vorabend schreibe. Ich führe in der Hinsicht – und auch in vielen anderen Teilen – ein Luxusleben. O.K., dafür koche ich die ganze Woche über, aber das mache ich gerne.
  • Ihm fehlt die Struktur. Weil die Samstage aber so unterschiedlich verlaufen, kann ich ihnen keine feste Struktur geben. Mal habe ich einen Kundentermin, wenn ein Kunde unter der Woche keine Zeit hat, mal kommen Gäste oder wir sind verabredet. Ab und an machen wir einen Ausflug. Das führt alles dazu, dass ich oft die Zeit verpasse, Mittagessen zu kochen, und dann auf einmal völlig überhungert bin. Dann geht es mir in Windeseile gar nicht gut. Das passiert mir in der Woche und sonntags fast nie.
  • Am Ende eines Samstags ohne besondere Vorkommnisse habe ich oft das Gefühl, den Tag verschenkt zu haben. Sonntage erlaube ich mir zu vertrödeln, Samstage offenbar nicht.

Ist alles eine Frage der inneren Haltung zu dem Samstag, den eigenen Einstellungen und hausgemachten Problemen, ich weiß. Und dennoch ist es, wie es ist: Ich mag keine Samstage. Vielleicht sollte ich sie einfach wieder Sonnabende nennen und mich so mit ihnen versöhnen.

Im Sommer nur noch sonntags

Sonnabend erinnert an Sonntag und Sonntage mag ich. Leser_innen mögen Sonntage hier offenbar auch, denn sonntags gibt es die meisten Besucher_innen. Bis zum Blog-Geburtstag am 21. August, zu dem ich gerade eine schöne Verlosung vorbereite, werde ich schreibfaul sein und voraussichtlich nur sonntags einen Beitrag veröffentlichen. Wer an den anderen Tagen neue Beiträge vermisst, ist herzlich eingeladen, im Archiv und auf den festen Seiten des Blogs zu lesen. Besonders beliebt sind in diesem Jahr die Beiträge

Welcher Wochentag hat bei Dir schlechte Karten?

Können Paare gemeinsame Freunde haben?

Schattenpaar

… fragte ich auf Twitter.

  • Drea schrieb “Jap :)”
  • Ela antwortet, dass sie ein lebendes Beispiel sei und
  • Angelika fragt “Warum denn nicht?”

Ich finde die Frage nicht so klar zu beantworten. Natürlich können Paare gemeinsame Freunde haben und sich die beteiligten Personen alle untereinander gut verstehen. Sonst würde es nicht so viele Pärchentreffen geben, die es auch bei uns gibt. Es gibt Freunde, die ich 1:1 alleine treffe, 2:1 Treffen und 2:2 Treffen mit anderen Paaren + ggf. deren Kindern und/oder Hunden. Wir haben beide Männer und Frauen als Freunde, auch in 1:1 Freundschaften. Ich will also nicht auf die Harry und Sally-Frage hinaus.

Worauf ich mit der Frage jedoch hinaus will ist, dass ich denke, dass Paare meiner Erfahrung nach selten gleichberechtigt befreundet sind. Mir fällt kein passenderes Wort ein als gleichberechtigt, obwohl es das auch nicht ganz trifft, was ich meine. Ich meine damit, dass es für mich immer eher seine Freunde oder meine Freunde sind.

Ich lerne Person A kennen und irgendwann trifft man sich das erste Mal zu viert. Der andere Partner und mein Partner – Geschlechter sind dabei auf allen Seiten egal – sind für mich immer eher die Dazugekommenen. Wirklich im gleichen Moment lernt man sich eher selten kennen. Eine Ausnahme ist bei uns das Paar, über das wir uns kennengelernt haben. Oft verstehen sich zwei Frauen gut und die Männer ebenso. Aber dass eine tiefere freundschaftliche Bindung auf allen Seiten entsteht, kommt eher selten vor.

Einerseits finde ich gemeinsame Freundschaften schön, weil man etwas gemeinsam mit seinem Partner in der Freizeit unternehmen kann. Anderseits muss man auch nicht alles zusammen machen und nach getrennt verbrachten Stunden hat man sich etwas zu erzählen. Mich stört es jedenfalls nicht, wenn mein Partner alleinige Freundschaften pflegt. Ich bin hingegen manchmal eher froh, wenn ich alleine zu Hause bleiben darf. Und es dennoch auch völlig O.K. für mich, die Freunde des Partners zu treffen. Nur sind es eben seine Freunde.

Letztlich sehe ich das bei angeheirateter Familie nicht anders. Für mich bleibt das immer seine oder meine Familie. Wir zwei sind eine eigene Familie. Vielleicht hat meine Einstellung mit Selbstschutz zu tun, weil ich bei Trennungen oder Veränderungen der Lebensumstände schon zu oft erlebt habe, wie sich bisherige Freunde und Familie verhalten haben. Oder leben Menschen, die an wirklich gemeinsame Freunde glauben, eine Illusion?

Was denkst Du über gemeinsame Freundschaften und Schwiegerfamilien?

Was ich richtig gut kann!

Hund Paul auf Sylt im Mai 2017

Es gibt Tage, die so unrund laufen, dass man sich fragt, ob man überhaupt etwas so richtig gut kann. Kennst Du das auch? Wenn mich so ein Tag erwischt, frage ich mich, was ich an Alltagsdingen so gut kann, dass ich mit niemandem Tauschen möchte. Dann geht es mir gleich wieder besser. Letztens fielen mir sofort diese

5 Sachen, die ich richtig gut kann

  1. Fingernägel lackieren
  2. Mit Füller schreiben
  3. Tiere anlocken
  4. Beim Kochen improvisieren
  5. Lachen

ein. Am nächsten Frusttag werde ich daran denken!

Was für kleine Dinge kannst Du richtig gut?

dies & das #36

Parkschaden am Stoßfänger des Autos

A*schl*ch 2.0

Danke für die verständnisvollen Kommentare beim Beitrag Ditsch und weg – (k)ein Kavaliersdelikt?. Gerade mal eine Woche danach ist mir nochmal jemand gegen diese Ecke gefahren und auch derjenige hat Fahrerflucht begangen. In der Mitte ist der erste Schaden, der Rest ist neu. Dieses Mal ist es nicht im dafür bekannten Stadtteil Eimsbüttel passiert – da wurde ich Freitag so eingeparkt, dass ich vorm Ausparken geschaut habe, ob noch alles heil ist – sondern vor meiner Haustür! Direkt gegenüber der Ringheide 20 in Hamburg-Neugraben stand das Auto auf einem großen Parkplatz im Parkstreifen von Freitagnachmittag (15.07.2018) bis Montagmorgen (18.07.2018) und in dem Zeitraum ist es passiert.

Zeugen gesucht!

Einen Zettel aufzuhängen mit der Bitte um Zeugen, kann ich mir absolut schenken. Denn erstens wissen die meisten Nachbarn, dass das mein Auto ist, und zweitens steht – immer noch – meine Telefonnummer darauf. Wenn mich also ein Besucher oder Anwohner hätte informieren wollen, hätte er es vermutlich lange getan. Wenn aber dennoch einer der Anwohner vielleicht doch etwas gesehen hat, freue ich mich über einen Hinweis!

Skoda Citogo in weiß Baujahr 2017 von image&impression

Kennst Du die Broken-Window-Theorie? Die spricht übrigens dafür, auch kleine Ditscher ausbessern zu lassen – Überraschung! Auf meine Kosten und Zeit! – weil ansonsten schnell der Eindruck entsteht, dass mir egal ist, ob man gegen mein Auto fährt oder nicht. Frei nach dem Motto: Ob die Kratzer nun mehr oder weniger sind, ist doch auch egal … In diesem Fall sind die Kratzer deutlich mehr geworden und ich bin inzwischen richtig sauer!

Lieblingsbild

Kommen wir zu positiven Erlebnissen: Kerstin hat mich um einen Beitrag für ihre Blogreihe Mein Lieblingsfoto in ihrem Blog Ein zweiter Blick gebeten. Schau mal bei ihr vorbei, welches ich eingereicht habe!

Lust auf herzhaftes Süßkartoffelpüree?

Süßkartoffelpüree aus dem Backofen

Im Foodblog Leckerei bei Kay habe ich ein Rezept veröffentlicht für Süßkartoffelpüree aus dem Backofen. Von ich mag keine Süßkartoffeln hin zu ich liebe Süßkartoffeln ging es bei mir ganz schnell – seit ich köstliche Zubereitungen gefunden habe!

Was gibt es heute bei Dir Leckeres?

Aufsparen oder aufbrauchen – welcher Typ bist Du?

BSF Friederike 800er Silber Kaffeelöffel

Die Hose nur für gut, das Geschirr für Besuch, Weingläser für besondere Momente, Pralinen im Schrank bis über das MHD hinaus – gibt es solche Sachen bei Dir? Frau_e._ schrieb Sonntag auf Instagram* als Denkanstoß:

“Jeder Augenblick, den wir haben, ist ein besonderer. Auch die, die wir mit uns selbst verbringen.”

Wahre Worte! Deshalb koche ich für mich, auch wenn ich alleine bin, und verwende gute Gläser und Geschirr jeden Tag. In meinem Elternhaus habe ich die ersten 15 Jahre nur von versilbertem Silberbesteck gegessen, weil wir gar kein anderes besaßen. Das hatte meine Mutter für die Aussteuer gesammelt und das wurde benutzt. Als sie gestorben ist, war das so abgenutzt, dass es ich es nicht haben wollte. Und genau dafür war es da: Um benutzt zu werden und aufgebraucht zu werden.

Aufsparen für die Erben

Die Teile des Aussteuerbestecks aus 800er Silber von meiner Oma, die nicht im Krieg verkauft wurden, habe ich 1991 quasi unbenutzt geerbt. Völlig bescheuert aus meiner Sicht, dass meine Oma immer mit billigem Besteck gegessen hat, obwohl sie das schöne Silberbesteck besaß.

Alleine aus der Geschichte habe ich gelernt, dass ich nichts aufspare. Ich bin der Typ für einen Keks sofort als zwei später. Wer weiß, ob die Kekse später noch gut sind! Mein Vater ist mit 37 gestorben, meine Mutter mit 58. Ich bin 47 und habe keine Erben, die nicht ausreichend versorgt sind.

Worauf will ich warten?

BSF Friederike 800er Silber Kaffeelöffel

Mir macht Verwenden mehr Freude als Ansehen. Die silbernen Teelöffel von meiner Oma liegen in der Küchenschublade beim Edelstahlbesteck, das wir ansonsten verwenden. Zum Glück hat meine Oma in den 1920ern mit Friederike ein zeitloses Design von BSF ausgewählt, das ich auch heute noch wunderschön finde. Bis in die 1990er war es sogar noch nachgekaufbar.

Kuchengabeln brauche ich selten, die Messer, Gabeln und Löffel von dem Besteck sind mir im Alltag zu groß. Von diesen Teelöffeln aber esse ich am liebsten. Sie vertragen sogar den Geschirrspüler und die beste Nachricht für alle Silber-Schoner ist: Wenn Du Gegenstände aus Silber im Alltag verwendest, laufen sie kaum an. Verwenden erspart Dir das Putzen!

Es geht nicht darum, Dinge über Gebühr zu strapazieren. Bei der Gartenarbeit trage ich keinen Brillantring und auch kein neues T-Shirt. Aber bei sachgerechter Benutzung gehen im Alltag meiner Erfahrung nach weniger Dinge kaputt, als bei gemeinen Einbrüchen geklaut werden oder bei übervorsichtiger Verwendung zerbrechen. Totgeschonte Kleidung wird oft nicht mehr getragen, weil sie schlichtweg nicht mehr passt oder einem nicht mehr gefällt. Deshalb besitze ich primär Dinge, die ich im Alltag verwenden kann und möchte, und für die Dinge, die wirklich für besondere Momente sind, schaffe ich mir besondere Momente.

Wie hältst Du es damit? Zu Tode schonen oder lieber verwenden?

  1. * Das Profil von Frau_e._ ist privat. Du kannst den Beitrag nur sehen, wenn Du ihr folgst. []

Ditsch und weg – (k)ein Kavaliersdelikt?

Parkschaden am Stoßfänger des Autos

A*schl*ch

… ist der erste Gedanke, wenn ich sowas zufällig mit Schrammspur an meinem Auto entdecke. Was ist so schwer daran, seine Schuld einzugestehen und zu klären, wie eine Wiedergutmachung aussehen kann? Von einfachem “ist O.K., ist jedem schon mal passiert”, bis zur fetten Werkstattrechnung ist alles drin – nur das möge man bitte dem Geschädigten überlassen.

Nur ein Kratzer?

Dabei ist es mir egal, ob es nur ein kleiner Kratzer oder eine dicke Beule ist und ob es der erste Kratzer überhaupt am Auto oder der zehnte ist. Es ist mein Eigentum und das hat jemand anders nicht kommentarlos zu beschädigen, womit auch immer – Auto, Fahrrad, Kinderwagen etc. Das ist ein Vergehen.

Genau genommen ist das Fahrerflucht, wenn der Verursacher nicht schwer verletzt ist, und die ist eine Straftat. Ich parke vorschriftsmäßig und nicht zu eng, also gibt es keinen Grund, mein Auto und mich nicht vorschriftsmäßig zu behandeln.

Ruf! Mich! An!

Skoda Citogo in weiß Baujahr 2017 von image&impression

Auf meinem Auto steht meine Handynummer. Man braucht nicht mal die Polizei anrufen, um den Halter herauszufinden. Einfach die Nummer auf dem Auto zu wählen, ist das so schwer? Man kann auf die Idee kommen, dass die Telefonnummer wenigstens in Richtung des Halters führen mag, oder?

Du kannst sicher sein, dass mein Bedürfnis nach Schadensbehebung ziemlich unterschiedlich ausfällt, ob der Täter eine um Verzeihung bittende freundliche Studentin ist (“Danke fürs Bescheid sagen, hätte mir auch passieren können.”) oder eine arrogante SUV-Hausfrau (vermutlich Reparatur in Herstellerwerkstatt mit Ersatzwagen).

Stell Dich nicht so an!

Du denkst: Was stellt die sich hier an wegen seines Minikratzers? Ja, ich stelle mich an. Mit Fug und Recht. Wenn ich das Auto irgendwann verkaufen will, wird der Kratzer nämlich MIR vom Kaufpreis abgezogen. Das ist selbst bei kleinen Kratzern gar nicht so wenig.

Wenn ich für die Reparatur meine Vollkaskoversicherung beanspruche, zahle ICH die Eigenbeteiligung UND die Prämienerhöhung. Oder ich zahle es gleich komplett selbst … sind wir wieder bei ICH. ICH war das aber nicht! Die mehrfachen Fahrten zur Werkstatt während MEINER Arbeitszeit habe ich obendrein immer an den Hacken. Alles super, oder? NEIN!

Zahlt doch eh die Firma …

Es ist auch egal, dass es offensichtlich ein Firmenwagen ist. Die Firma bin ebenso ich und auch Firmen müssen Geld erst verdienen, bevor sie es ausgeben können. Auch große Firmen. Wem das Auto gehört, spielt keine Rolle bei der Schuldfrage und des Ausgleichs. Ich habe dafür zusätzlich Umsatz zu machen, weil ein ein rücksichtsloser Mensch mein Eigentum beschädigt hat.

Meine positive Erfahrung mit der Wahrheit

Ich habe auch schon aus Versehen fremde Autos beschädigt und habe bisher jede Tat gestanden und geklärt. Damit es hier heute auch noch etwas Erfreuliches gibt, erzähle ich Dir von einem Schaden, den ich angerichtet habe und positiv überrascht wurde.

Die Tür meines damaligen kleinen Autos wurde mir auf dem Parkdeck eines Elektronikfachmarktes leider vom Wind beim Aussteigen unerwartet aus der Hand gerissen. Sie flog schneller in die Tür des Lotus Elise neben meinem Auto, als dass ich auch nur eine Chance zur Reaktion gehabt hätte. Ein Lotus Elise ist an dieser Stelle aus GFK gebaut. Die Tür beulte sich ein, wieder aus, der Lack riss dabei an der Stelle. Nur eine kleine Stelle, aber deutlich sichtbar, wenn man hinguckt. Ob der Kunststoff darunter zusätzlich beschädigt war, konnte man nicht sehen.

Die Halterin war gar nicht um ihr Auto besorgt, sondern nur um die Reaktion ihres Mannes, der ihr das Auto geschenkt hatte. Sie hätte es lieber vertuscht, aber ich wollte das nicht. Immerhin hatte ich ihr Kennzeichen ausrufen lassen im Markt und ihr Mann hatte das sicher auch gehört. Als ich den Kerl sah, hatte ich auch Angst … (der Teil ist natürlich nicht postiv).

Der Mann war Typ südländischer Bodybuilder, der mit seinem Range Rover neben dem Elise stand. Das sah alles nach reichlich Geld und viel körperlicher Energie aus. Aber: Er hat erfolgreich versucht, seine Wut wegzuatmen, sich gesammelt und wir haben nur die Kontaktdaten ausgetauscht. Er hat mich mehrere Monate warten lassen, ob er den Schaden der Versicherung meldet. Mich hätte die Prämienerhöhung damals finanziell übel belastet. Ich habe gut geschwitzt deshalb, denn ich konnte mir das Auto so schon kaum leisten.

Kurz vor Ablauf der Meldefrist habe ich ihn angerufen und gefragt, was er denn nun unternehmen wolle. Er sagte ganz locker: “Nichts. Ich wollte Sie nur zur Strafe ein bisschen schmoren lassen. Wer sich einen Lotus leisten kann, sollte sich auch einen Lackstift leisten können.”

Tausend Steine fielen mir vom Herzen und ich habe ihm tausendmal gedankt, denn er hat den Schaden vermutlich entweder nicht reparieren lassen oder die Reparatur selbst bezahlt. Auf so einer Tür malt bestimmt kein Autoliebhaber mit einem Lackstift.

Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich in den letzten 19 Jahren als Autobesitzer geschädigt wurde und kein Name dran stand. Es reicht! Vielleicht motiviert mein positives Erlebnis Menschen zu mehr Mut, zu einem Missgeschick zu stehen?

Wie stehst Du zu Flucht bei kleinen Schäden?

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