Lesetipp: Essen fürs Glück

Werbung – Rezensionsexemplar und Affiliate Links von Amazon

Happy Food: Warum Mangold vor Depressionen schützt und Walnüsse schlau machen - Wie Sie Ihre Psyche durch Ernährung heilen können von Niklas Ekstedt & Henrik Ennhart - Buch

Happy Food: Warum Mangold vor Depressionen schützt und Walnüsse schlau machen – Wie Sie Ihre Psyche durch Ernährung heilen können
von Niklas Ekstedt & Henrik Ennhart

Heute mal ein anderes Thema hier, dass auch in meinen Foodblog gepasst hätte. Beim Blick in selbigen stelle ich gerade fest, dass Schmorgurken hier auch bald mal wieder auf den Teller kommen können. Eine Empfehlung der Autoren bekommen sie wohl eher nicht – zu wenig Farbe auf dem Teller. Weil Ernährung mit unserem Lebensstil und unserem Aussehen zu tun hat, passt das Buch auch in diesen Blog. Erkennst Du das essbare grüne Zeug, in dem ich das Buch fotografiert habe?

Du bist, was Du isst

Sternekoch Niklas Ekstedt und Wissenschaftsjournalist Henrik Ennart haben sich durch aktuelle Studien gewühlt und aus den Erkenntnissen Ernährungsempfehlungen und einfache Rezepte abgeleitet, die für eine gesunde Darmflora sorgen sollen. Dabei wird ausführlich betrachtet, wie gute und schlechte Darmbakterien arbeiten und gefüttert werden können.

Die guten Bakterien sollen dafür sorgen, dass wir uns glücklich und fit fühlen. Die bösen Bakterien können schwerwiegenden negativen Einfluss auf die Psyche haben, zu Depressionen führen und andere psychische Krankheiten begünstigen.

Einseitige oder schlechte Ernährung kann dazu führen, dass wichtige gute Bakterien komplett aus unserem Darm verschwinden. In dem Buch wird natürlich darauf hingewiesen, dass Industriezucker eines der größten Ernährungsprobleme in der westlichen Welt ist. Wobei ich zum Beispiel nur wenige Menschen kenne, die überhaupt noch Softdrinks trinken, die in dem Buch dafür betont angeführt werden. Fertiggerichte gibt es meinem Umfeld auch nur wenig. TK-Pizza esse ich schon deshalb nicht mehr, weil ich umgehend Bauchkrämpfe und Durchfall davon bekomme. Schön, wenn der Körper so direkt nachvollziehbar zeigt, was er nicht mehr zugeführt bekommen möchte.

Was hat mich neugierig auf das Buch gemacht? Ich bin extrem krüsch, so nennt man wählerisch oder mäkelig beim Essen sein in Norddeutschland. Es gibt unzählige Lebensmittel, die ich so ekelig finde, dass sie mir nicht in den Mund kommen, geschweige denn durch den Hals – Bananen, Oliven, Thunfisch, jeglicher roher Fisch, jegliches Streichfett auf Brot, Mayonnaise in allen Variationen, Rindfleisch außer in gemischtem Hack nur so als Beispiel. Dann gibt es welche, die ich O.K. finde, aber nicht gerne mag. Die esse ich aus Vernunft, Rührei zum Beispiel. Und dann gibt es ganz wenige Sachen, die ich so richtig lecker finde. Von denen könnte ich mich durchgehend ernähren. Pasta Bolognese, Nuss-Nougat in allen Formen, Haselnusseis …

Ein Alptraum ist für mich, bei jemandem zu Hause eingeladen zu werden, der für mich kochen möchte, und vorher nicht zu wissen, was es gibt, oder die Frage “Gibt es was, was Du nicht isst?” so zu beantworten, dass ich nicht direkt wieder ausgeladen werde. Wer mich kennt, dreht den Spieß um und fragt bei einem konkreten Rezept, nach dem er kochen möchte, ob ich das mag. So halte ich das umgekehrt auch bei neuen Gästen, es sei denn sie wollen ein Überraschungsessen.

Es ist für beide Seiten unglücklich, wenn sich jemand Mühe mit dem Kochen gegeben hat und der Gast den Tränen nah verzweifelt hungrig vor dem Teller sitzt und weiß, wie unhöflich sein Verhalten ist, er aber nicht anders kann. Aus Höflichkeit habe ich schon einiges gegessen, aber es gibt Sachen, da hilft der beste Wille nicht. Dafür weiß ich im Gegenzug genau, welcher meiner Gäste zum Beispiel keinen Senf mag, keine rohen Äpfel oder Paprika verträgt, die Tomaten gerne ohne Kerne hat und welche Biersorte bevorzugt wird.

Das Problem bei einseitiger Ernährung ist, dass dem Körper auf Dauer Nährstoffe fehlen. Den Autoren nach bekommt das den Darmbakterien nicht gut, weil zu viele Bakteriensorten sich reduzieren oder sich auf nimmer Wiedersehen verabschieden. Ich habe also nach Anregungen gesucht, wie ich mit kleinen Veränderungen meine einseitige Ernährung etwas vielfältiger machen kann.

Konkrete Veränderungen in meiner Ernährung angeregt durch das Buch

  • Anstatt morgens 12 Mandeln zu meinem Vollkorn-Toast mit Nuss-Nougat-Creme (und nein, die bleibt!) zu essen, kommen Cashewkerne mit ins Programm. Walnüsse sollen auch besonders gesund sein, aber die kann ich leider aus Allergiegründen nur in Minimengen und am besten in warmem Essen zu mir nehmen. Da ich Cashews ebenso so halskratzfrei vertrage wie Mandeln und sie lecker finde, fällt mir die Veränderung leicht. In dem Zusammenhang habe ich den Begriff der resistenten Stärke (RS) gelernt. Das sind Ballaststoffe, die durch menschliche Verdauungsenzyme nicht abbaubar sind. Cashewkerne enthalten davon besonders viel und sollen einer gesunden Darmflora als Nährboden dienen (Seite 92). Paranüsse enthalten viel Selen und dürfen in kleiner Menge auch dazu.
  • Mangold wird vermehrt auf den Speiseplan kommen. Den gibt es bei uns meistens auf dem Markt frisch zu kaufen. Er enthält viele Faserstoffe und Pflanzenfarbstoffe. Allerdings mag ich Mangold nur so geht so gerne, er ist mir an sich zu bitter. Spinat mag ich lieber, Mangold soll aber gesünder sein. Mal sehen, ob ich mich daran gewöhne. Wenn nicht, gibt es halt wieder mehr Spinat. Mehr als jetzt jedenfalls.
  • Über den Sommer kommt Blumenkohl regelmäßig auf den Tisch. Der ist zwar hell, hat aber dennoch viele Vitamine, Mineralien, Polyphenole und Faserstoffe.
  • Currypulver verwende ich künftig
  • zusammen mit schwarzem Pfeffer.

Rezepte sind eher als Ideen zu verstehen

Curry-Blumenkohl mit Schweinefilet und gerösteten Mandeln

Das Rezept aus dem Buch für Curry-Blumenkohl aus dem Ofen mit gerösteten Mandeln (Seite 167) war nichts für mich. Der Blumenkohl wurde im Ofen einfach nicht gar. Da kommen wir zu einem Kritikpunkt an den Rezepten im Buch: Es fehlte die Angabe zur Garzeit und wenn nach 20 Minuten im Ofen so gar nichts an Garung passiert, frage ich mich, wie lange das noch hätte dauern sollen. Die Temperatur hatte ich bereits nach zehn Minuten erhöht, was auch nicht half.

Ich habe dann den Kohl vom Blech genommen und samt Fett und Gewürzen in reichlich Wasser gekocht, denn Blumenkohl dünsten klappt bei mir aus Erfahrung auch nicht. So wurde er gar und schmeckte auch. Das war aber weit von der Idee der Erfinder entfernt.

Außerdem steht im Rezept, dass es für 4 Portionen sein soll mit 1-2 ganzen Blumenkohlköpfen, Fett, Gewürzen und etwas Mandeln. Es geht daraus aber nicht hervor, ob es eine Beilage oder ein Hauptgericht sein soll. Für mich ist es eine Beilage, nur dann weiß ich nicht, ob es im Sinn der Autoren in Bezug auf die Ernährung ist.

Zudem wundert mich, dass Curry ohne den Zusatz von schwarzem Pfeffer im Rezept steht, weil die Autoren an anderer Stelle (Seite158) darauf hinweisen, dass Kurkuma – Bestandteil von Curry – am besten vom Körper aufgenommen wird, wenn es mit schwarzem Pfeffer zusammen gegessen wird. Das Piperin im schwarzen Pfeffer soll die Zerstörung von Curcumin im Darm verhindern.

Süßkartoffeln aus dem Ofen mit Mangold, Walnüssen, Knoblauch und Olivenöl

Bei dem Rezept für Süßkartoffeln mit Mangold, Knoblauch, Olivenöl und Walnüssen, was von der Menge eindeutig ein Hauptgericht war und an sich lecker, sind auf dem Foto des Essens im Buch Zutaten, die nicht im Rezept stehen. Ob das weiße Zeug, was über das Essen geraspelt ist, Parmesan, Sellerie oder ganz was anderes isst, erschließt sich mir nicht. Ebenso kann ich die großzügig im Essen verteilten ganzen Kräuterblätter nicht zuordnen. Von Melisse bis Pfefferminze kann das alles sein.

Es wäre aber vielleicht für die positive Wirkung des Gerichtes schön zu wissen, was es ist, da es eindeutig nach mehr als nur Deko aussieht. Mir fehlten zudem in jedem Fall Salz und andere Gewürze bei diesem Gericht. Gedünsteter Mangold schmeckt in erster Linie bitter und braucht noch etwas mehr aromatische Begleitung als Knoblauch und Olivenöl für meinen Geschmack.

Die meisten anderen Rezepte sprechen mich nicht an, weil sie mehrheitlich Zutaten enthalten, die ich nicht mag. Da die Autoren zwar zum Probieren – ja, ich habe das meiste davon irgendwann mal und manchmal auch mal wieder probiert – raten, aber nicht dazu, etwas zu essen, das man abstoßend findet, bleibe ich also bei den lediglich keinen Kurskorrekturen. Da können offenere Leser als ich sicherlich mehr Inspiration bekommen.

Am Rande

Lustig finde ich die Happy-Tipps am Buchende auf Seite 228. Einer lautet

“Legen Sie sich einen Hund zu – aber nur, wenn sie Hunde wirklich mögen.”

Ich glaube jeder Hundehalter war bei Anschaffung entsetzt, wie viel Dreck ein Hund ins Haus bringt. Dagegen sind nasse Katzen völlig harmlos. Frei nach dem Motto Dreck reinigt den Magen bringen Hunde aber auch Bakterien ins Haus, die unserer Gesundheit förderlich sind. Vom Einsatz von Desinfektionsmitteln im Alltag raten die Autoren vehement ab.

Fazit

Ein lesenswertes Buch für Menschen, die sich mit zeitgemäßer Ernährung und ihrer Verwertung im Körper beschäftigten möchten. Wegen der Kritikpunkte an den Rezepten gibt es eindeutig von mir Punktabzug. Da der Rest aber unabhängig davon interessant ist und man die Zutaten, deren positive Wirkung jeweils benannt und erklärt wird, in eigene Rezepte einbauen kann, finde ich die Lektüre dennoch empfehlenswert.

Es ist ansprechend aufgemacht, illustriert und bebildert, so dass es Spaß macht, darin zu Lesen. Da auch kleine Veränderungen, wie ich sie für mich aus dem Buch entwickelt habe, etwas bewirken können, freue ich mich, es gelesen zu haben. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Südwest Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt. Andrea vom Blog here I am macht Werbung für das gleiche Buch, bei ihr habe ich es entdeckt.

(Affiliate Link)