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Was du schon immer über mich wissen wolltest – Fragerunde #6

Werbung wegen Namensnennungen ohne Auftrag

2026 startet bereits die sechste Fragerunde. Die Fragen fand ich bisher immer spannend. Oft sind aus den Antworten zusätzliche Blogbeiträge entstanden. Was interessiert dich in diesem Jahr? Die vorherigen Fragrunden kannst du hier nachlesen

Hast du Lust auf eine neue Fragerunde?

Stelle bitte deine neugierigen Fragen in den Kommentaren. Ich beantworte sie im Beitrag, den ich in den kommenden Wochen fortschreibe. Neue Fragen ergänze ich am Ende. Rückfragen zu meinen Antworten und Diskussionen sind in den Kommentaren willkommen.

Deine Fragen – meine Antworten

„Was war dein schönster und zugleich unvernünftigster Kauf? Falls du mal nicht so strukturiert warst?“

Nicole

Allgemein: ein Auto. Es war eine knallrote Ente, 1994.
Bei Mode: ein Seidenkleid von Pucci, 2006.

„Was würdest du dir gerne kaufen, aber die Vernunft hält dich davon ab?“

Nicole

Im Grunde nichts. In Fragerunde #4 habe ich ganz oben im Beitrag eine ähnliche Frage beantwortet. 2024 war es ein großes Kaschmirtuch von Hermés, dass mein Herz durchaus erfreuen würde. Die Vernunft hält mich davon mehr ab als der Preis, weil auch Kaschmir von Hermés Tragespuren bekommt und ich immer mal wieder Mottenlöcher zu verbuchen habe. Die Kosten pro Tragen wären mir am Ende zu hoch. Ich würde es nur haben wollen, wenn ich es über eine Lotterie gewinnen würde.

„Flippst du manchmal beim Puzzeln aus? Ich bin ja sehr geduldig, aber bei euren Bildchen würde ich, glaube ich, nervös.“

Nicole
Puzzleteil in doppelter Ausführung

Mein Mann ich puzzeln sehr viel gemeinsam, bevorzugt grafische oder farbbetonte Muster mit 500 und 1000 Teilen. Nein, ich flippe dabei nie aus und bleibe ruhig. Wenn ich merke, dass ich nicht weiterkomme, lege ich eine Pause ein.

Jetzt ist gerade so eine Pause, in der ich einen Teil der Fragen beantworte, bevor ich an die 1000 Teile eines bunten Blumenladens zurückkehre, die auf dem Esstisch liegen.

Es gibt allerdings drei schwere Puzzle, die ich alleine nicht fertig gestellt hätte, weil ich den Spaß daran alleine verloren hätte. Zu zweit macht es mehr Spaß, sich dadurch zu kämpfen.

„Du hast Dich ja beruflich von manchem verabschiedet: eigenes Firmen-Auto, Make-up Beratung für Kundinnen mit firmeneigenen Schminkset. Wie geht es Dir damit? Gab es dafür andere Dinge, die Du neu aufgenommen hast? Oder Erfahrungen, die dazu positiv sind?“

Sieglinde

@Auto

Auto Skoda Octavia Kombi in Anthrazit Baujahr 2018

Das ist so nicht korrekt. Ich habe seit 2007 durchgehend ein eigenes Firmen-Auto. Mein Mann hat 2025 seinen Privatwagen abgeschafft, als meine Firma das gebrauchte Auto von ihm gekauft hat.

Die Frage wäre also eher, wie es meinem Mann ohne eigenes Auto geht. Mein Firmen-Auto wird so versteuert, dass wir es auch privat nutzen dürfen. Wir haben also de facto nur noch ein Auto im Haushalt, was meiner Firma gehört, und kommen damit super klar.

Es gab im letzten Halbjahr, seit wir das machen, nur einen Tag, an dem ein zweites Auto bequem für eine private Verabredung gewesen wäre. Für den Betrag, den wir seitdem gespart haben, könnte man bei Bedarf viel Taxi fahren oder einen Mietwagen buchen. Bisher sind wir sehr fein mit der Entscheidung.

@Make-up-Beratungen mit firmeneigenen Schminkset

Lippenstiftpalette L'Oreal


Dass ich die Make-up-Beratungen nicht mehr mache, erleichtert mich. Ich bin froh, den Schminkkoffer nicht mehr für wenige Beratungen auf Stand halten zu müssen. Es kann sein, dass ich mit einer Farbberatung evtl. nicht beauftragt wurde, weil die Kundin auch an Make-up Interesse hatte, aber das kann auch am Ort gelegen haben. Ich halte es für eine wirtschaftlich und emotional richtige Entscheidung.

@Neues im Portfolio
Ich habe nichts Neues aufgenommen, konzentriere mich lieber auf die bewährten Dinge, die ich gut kann und die mir Freude machen. Falls jemanden etwas in meinen Portfolio fehlt, bin ich natürlich für Anregungen offen.

„Wie reagierst Du mit Kundinnen auf die veränderte Geschäftswelt in der Innenstadt?“

Sieglinde

Mit Verzweiflung! Das schwindende Angebot stellt mich vor eine Herausforderung, die aktuell noch zu wuppen ist. Wenn Kund_innen ein Personal Shopping in Hamburg buchen, mache ich darauf aufmerksam, was von den Wünschen vor Ort wahrscheinlich zu erfüllen ist und wo Abstriche zu machen sind. Dass es in der City keinen breit aufgestellten Schuhladen mehr gibt, ist zum Beispiel ein Problem dabei.

In den Stadtteilen mit kleinen Boutiquen, in denen ich bis 2019 oft mit Kund_innen war, haut einen spätestens der hohe Leerstand aus den Socken, wenn es die gestiegenen Preise es vorher noch nicht geschafft haben.

Solange es sinnvoll möglich ist, biete ich das Personal Shopping live an. Ich rechne damit, innerhalb der nächsten fünf Jahre komplett auf Onlineshopping umzustellen. Das wäre schade, denn bei den Anproben im Laden sieht man viel mehr und ich kann besser aufzeigen, warum etwas gut oder ungut ist.

„Welche Herausforderung hat Sie am meisten geprägt?“

Eva

Mit dem frühen Tod meiner Eltern umzugehen. Der erste Alleinflug beim Segelfliegen.

„Wir lesen jeden Monat vom Dazulernen: Welche berufliche Fähigkeit würden Sie gerne noch lernen oder verbessern?“

Eva

KI sinnvoll einzusetzen ist mein Lernaufgabe für 2026.

„Gibt es Kleidungsstücke, die Sie früher geliebt haben und heute meiden – nicht unbedingt altersbezogen, sondern wegen der Stilreise?“

Eva

Da gibt es einige Kleidungsstücke. Genaues dazu finden Sie in den Stilreisen. Spontan fallen mir Röcke, Schuhe mit hohen Absätzen und festliche Kleidung ein.

„Welche Farbkombinationen finden Sie modisch unterschätzt – außer blau/braun :-)?“

Eva

Grün und Lila. Leuchtendes Pistaziengrün und dunkles Lila für warme oder leuchtende Farbtypen. Gedämpftes Tannengrün und Flieder für kühle oder gedämpfte Farbtypen.

„Was war das ungewöhnlichste Kleidungsstück (von dem es natürlich kein Foto gibt), das Sie je anprobiert haben und warum war es doch passend oder vielleicht ganz schrecklich?“

Eva

Es ist eine Korsage aus Brokat in Kobaltblau-Schwarz, die ich mir 2006 habe maßanfertigen lassen und nur einmal zu einem Opernbesuch getragen habe. Ich sah mega-sexy aus, die Korsage stand mir hervorragend. Die Blicke waren mir zu viel. Mein Busen stand einfach zu sehr im Mittelpunkt des Raums.

„Welche Farbe unterschätzen Ihre Kundinnen am häufigsten?“

Eva

Tannengrün

„Welche Farbkombination wirkt für Sie sofort billig – und warum (der Verdacht keimt evt. bei pink auf)?“

Eva

Schwarz und Gold finde ich schwierig zusammen. In Hamburg sieht man in einigen Gegenden viele Fakes von Handtaschen und Looks in Schwarz-Gold an Menschen, die sich etwas aus Kleidung machen, denen aber das Geld für die Originale fehlt. Wenn die Fakes abgeschrabbelt sind, was schnell passiert, sehen sie billig aus. Das verbinde ich mit dieser Farbkombination.

„Welche Stil-Frage würden Sie selbst einer Kollegin stellen? Oder anders gefragt: Welche Frage stellt Ihnen fast niemand, obwohl sie wichtig wäre?“

Eva

Fragen würde ich, wie ich bei mir den perfekten Half Tuck stecke. Die Antworten auf die Fragen, die sich meines Erachtens zu wenige Menschen stellen, stehen im Beitrag 7 Outfitsünden. Das sind Punkte, die ich meistens von mir aus in Beratungen anspreche.

„Sie können äußerst gut von sich abstrahieren: Wo unterscheidet sich Ihr persönlicher Stil am meisten von Ihrer Beratung?“

Eva

Danke erst einmal für das Kompliment. Darüber freue ich mich besonders, weil mir wichtig ist, das zu können, und es für die Qualität meiner Arbeit elementar ist.

Mein persönlicher Stil ist wesentlich schlichter und auf weniger Farben beschränkt – minimalistischer – als der meiner meisten Kund_innen. Ich empfehle ganz andere Kleidung als meine, wenn jemand einen anderen Farb- oder Stiltyp hat.

Es gibt viele Sachen, die nicht zu mir passen oder die nicht leiden mag, zum Beispiel Pink und Türkis, Leomuster, plakative Drucke, extrem spitze Schuhe, Overkneestiefel, Hüfthosen, Midikleider, Blousons, betonte Markenlogos. Und es gibt Menschen, denen genau das steht. Dann hat es seine Berechtigung und bekommt meinen Segen.

„Was sind deiner Meinung nach deine größten persönlichen Stärken – und welche Stärken haben andere schon in dir gesehen, an die du selbst vielleicht gar nicht gedacht hast. Eine der Stärken, die ich in dir sehe, ist übrigens Präzision. Du bemühst dich, die Fragen so profund wie möglich zu beantworten und ich bin davon überzeugt, dass du auch in beruflichen Dingen sehr detailgenau bist. Ist das ein Wesenszug, der dir schon immer zueigen war oder hast du dich im Lauf des Lebens dazu hintrainiert?“

Traude Zahour

Meine größten Stärken sind Entscheidungsfähigkeit und Klarheit. Eine Stärke, die andere an mir sehen, die ich selbst weniger gut einschätze, ist meine künstlerische Ader.

Zur Präzision: Das ist reine Selbstdisziplin im Job für andere. Von Natur aus bin ich Typ Pareto-Prinzip: Schnell erreichte 80 % reichen mir aus. Die perfekten, mühsamen letzten 20 % brauche ich nicht. Was ich wirklich gut kann, ist in Texten und Gesprächen die zentralen Punkte zu erfassen, mir zu merken und darauf einzugehen. Das ist vermutlich das, was sich dir hier als Präzision zeigt. In beruflichen Dingen versuche ich herauszufinden, wie viel Detailgenauheit jemand braucht und gehe entsprechend darauf ein.

„Warum sollte man eine Stilberaterin buchen, statt direkt Bilder und Prompts an eine KI zu geben, in die bereits so viele Beiträge, auch von MeyRose, Bücher und Stilregeln eintrainiert sind?“

Eva

Weil die KI ziemlich viel Mist an Ergebnissen auswirft. Das Problem bei Beratung durch KI ist das gleiche wie bei Onlinetests für Farbberatungen: Man weiß nicht, ob das Ergebnis korrekt ist, weil es davon abhängt, was man eingegeben hat und wie die KI programmiert ist.

In einer persönlichen Beratung werden erheblich mehr Facetten berücksichtigt und hinterfragt. Irgendwann wird es vielleicht soweit sein, dass eine KI meinen Job wirklich übernehmen kann. Aber das dauert (hoffentlich) noch.

Vielleicht hast du es ja schon einmal erwähnt, aber was passiert mit dem Puzzle, wenn es fertig ist? Landet es dann zerlegt wieder im Karton, bleibt es ein paar Tage liegen oder kommt es verklebt bzw. unverklebt in einen Bilderrahmen?

Uschi aus Bayern

Das fertige Puzzle liegt bis zum nächsten Morgen auf dem Esstisch und wird ab und an im vorbeigehen gestreichelt. Dann kommt es wieder in den Karton und geht auf die Reise.

Wir haben zwei Puzzle-Freundinnen, mit denen wir Puzzles tauschen. Wenn sie es nicht wollen und wir es nicht aufbewahren, um es nochmal mit anders zwischen uns aufgeteilten Bereichen zu legen, wird es verschenkt.

Besonders schöne Puzzle legen wir durchaus zweimal mit etwas Abstand, am liebsten 500er. Die Puzzle mit vielen ähnlichen Teilen, die einen in den Wahnsinn treiben könnten, machen wir nur einmal.

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Was Du schon immer über mich wissen wolltest #5

2025 gibt es die Fragerunde schon zum fünften Mal. Die Fragen fand ich bisher immer spannend, teilweise sind zusätzliche Blogbeiträge aus den Antworten entstanden. Was interessiert Dich in diesem Jahr? Die vorherigen Fragrunden kannst Du hier nachlesen

Lust auf eine neue Fragerunde?

Stelle bitte Deine neugierigen Fragen in den Kommentaren. Ich beantworte sie im Beitrag, der im Lauf der kommenden Wochen fortgesetzt wird. Neue Fragen trage ich am Ende ein. Rückfragen zu meinen Antworten und Diskussionen gibt es gerne in den Kommentaren.

Deine Fragen – meine Antworten

„Kürzlich habe ich in einem Kommentar von dir gelesen, dass du Weihnachten nicht feierst. Darf ich dich fragen, warum es bei dir weder einen Adventskranz noch einen Weihnachtsbaum oder sonstiges gibt?“

Uschi aus Bayern

Na klar darfst Du das fragen. Die Antwort ist kein Geheimnis. Als überzeugte Atheistin gibt es für mich kein zu feierndes Weihnachtsfest und demzufolge auch keinen Advent.

Dass etwas, das nicht gefeiert nicht, nicht dekoriert wird, ist logisch, oder? Außerdem habe ich es als Minimalistin mit Deko eh nicht so – mit jahreszeitlich wechselnder schon gar nicht. Ein paar Geschenke gibt es trotzdem – ein Geschenkanlass ist immer schön!

Christin war ich nie, lange Zeit habe ich mich als Agnostikerin gefühlt und irgendwann war mir klar, dass ich wirklich eine überzeugte Atheistin bin und mit Religionen nichts mehr zu tun haben möchte.

Weihnachten haben wir bis 2013 mit unseren Familien gefeiert – Kindern und Schwiegermutter zuliebe, aber der Gesamtkontext war für mich so anstrengend, dass wir seit 2014 Weihnachtsschwänzer sind.

Bis zu den Corona-Lockdowns sind wir über Weihnachten verreist, um keine Einladungen zu erhalten. Bis dahin hatten sich alle so daran gewöhnt, dass wir Weihnachtsschwänzer sind, dass wir nicht mehr flüchten müssen. Hingegen freue ich mich in jedem Jahr auf die Wintersonnenwende am 21. Dezember, wenn die Tage wieder länger und heller werden!

„Gibt es bei dir neue Projekte in Haus oder Garten, was dieses Jahr umgesetzt werden soll?“

Caro

Nein, bisher nicht und ich hoffe, dass das so bleibt. In den letzten Jahren war mir hier hier genug Unruhe im Haus. Im Garten werden im Frühjahr ein paar Töpfe saisonal bepflanzt, aber das ist jedes Jahr so. Eine Veränderung hat es im Garten vor Weihnachten noch gegeben: Die rote Kletterrose vorne am Haus habe ich entfernt. Das war mühsam …

„War dir deine freundliche Konsequenz bei so vielen Dingen schon immer gegeben oder hast du sie dir erschaffen?“

Nicole

Meine Konsequenz war mir schon immer gegeben, so war ich gerüchteweise schon als Kleinkind. Deinem Zusatz freundlich würden in meinem Umfeld bis heute nicht alle zustimmen. Es gibt Menschen, die mich zu direkt finden und das als unhöflich empfinden. Ich empfinde das als freundliche Bestimmtheit und den Zusatz freundlich habe ich mir dabei in den letzten 20 Jahre bewusst erarbeitet.

Dazu gehört, dass ich mich in Argumentationen bemühe, die Worte nicht, sollen, müssen und aber auszulassen. Anstelle von nicht verwende ich die positive Formulierung dessen, was ich möchte. Anstatt sollen und müssen sage ich dürfen oder möchten oder lasse Modalverben weg. Das Wort aber lässt sich durch und ersetzen.

„Hast Du schon mal Stilberatungen abgelehnt? Falls ja aus welchem Grund?“

Tina

Ja, schon mehrfach. Anfragen von suizidalen Menschen mit gestörtem Körperbild lehne ich ab, denn ich bin keine Therapeutin. Und wenn eine Oma das einzig vermeintlich übergewichtige 14jährige Enkelkind aus ihrer ansonsten schlanken Enkelkinderschar zu mir schicken möchte, braucht das Kind alles, aber keine Wie-mache-ich-mich-optisch-schlanker-Beratung von mir.

Generell mache ich Stil- oder Stylingberatungen bei Minderjährigen nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn es der ausdrückliche Wunsch des Teenagers ist und ich mir sicher bin, dass keine Esstörung dem Beratungsbedürfnis zu Grunde liegt. Dass heißt, ich kommuniziere dazu mit dem anfragenden Elternteil vorher intensiv und offen.

Bis vor einigen Jahren habe ich es generell abgelehnt, Stilberatungen bei Teenagern zu machen, weil ich denke, dass man als junger Mensch besser seinen eigenen Stil findet, wenn man sich selbst durchprobiert. Lernen durch Erfahrung und Fehler sozusagen. Wenn jemand sich aber bewusst mit dem Thema auseinandersetzt und ganz klar Beratung dabei sucht, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es keine Grund gibt, dass bei gesunder Psyche anzulehnen.

„Gab es ein Schlüsselerlebnis, das Sie dazu inspiriert hat, Stilberatung zum Beruf zu machen? Warum gerade Mode/Stil und nicht Psyche, Sprache, Konflikt-Mediation, Ernährung, Interior…?“

Eva

Stilberatung ist Teil meines Beruf, aber tatsächlich bin ich auch Mediatorin. Wie es kommt, dass ich in zwei scheinbar so unterschiedlichen Feldern tätig bin, habe ich in #3 bei der Frage von Sieglinde beantwortet. Kurz gesagt: Es hat beides mit Kommunikation zu tun und ich bin Kommunikationswirtin.

Zur Farb- und Stilberatung hat mich 2005 ein berufliches Coaching geführt. Den ersten Kontakt mit dem Berufsfeld hatte ich Ende der 1980er als Oberstufenschülerin, als Freundinnen meiner Mütter mit ihren Farbkarten ankamen und bei mir individuell bemalte Seidenhalstücher in exakt deren Farben haben wollten.

Dann hat mich 2004 beeindruckt, wie sich eine Freundin optisch und damit auch ihr Auftreten nach einer Farbberatung immens positiv verändert, hat. Das berufliche Coaching hat den Ausschlag gegeben, das zu erlernen und damit zu arbeiten.

„Welcher Moment in Ihrer Karriere hat Ihnen bestätigt, dass Sie mit Ihrem Beruf als Stilberaterin den richtigen Weg eingeschlagen haben?“

Eva

Da gibt es nicht DEN einen Moment, das sind viele kleine. Es sind die Momente, in denen ich in der Beratung oder Jahre später, wenn man sich mal wieder über den Weg läuft, spüre oder gesagt bekomme, wie wohltuend die Auswirkungen der Beratung waren.

Für einige Kund_innen hat eine Beratung wirklich lebensverändernde Auswirkungen im positiven Sinn. Gestern sagte eine Kundin, die über Empfehlung kam, dass die bereits beratene Freundin ihr sagte, dass die Beratung bei mir Balsam für die Seele sei. Das sind Momente, in denen ich denke, dass ich da was richtig mache.

„Haben Sie selbst einmal einen modischen Rat von jemandem erhalten, der Ihr Leben nachhaltig beeinflusst hat?“

Eva

Wenn ein Tipp für eine Haarfarbe auch ein modischer Rat ist: Ja, 2002 hat mir zum ersten Mal ein Friseur orangerote Haare empfohlen anstatt kastanienroten, was mir bis heute einen Spitznamen eingebracht hat. Kastanienrot ist O.K. für mich, aber Orangerot steht mir unendlich viel besser. Die Farbe hat mich bis 2006 begleitet.

„Was ist das gewagteste Styling-Experiment, das Sie jemals an sich selbst ausprobiert haben?“

Eva

Eine Tunika in Leo-Zebra-Muster.

„Welches war der herausforderndste Stilwandel, den Sie bei einem Kunden begleitet haben, und wie hat dieser Prozess Sie persönlich beeinflusst?“

Eva

Die herausforderndste Stilberatung war meine erste Beratung einer trans* Person, die vor der Entscheidung zur körperlichen und optischen Umwandlung vom Mann zur Frau stand und ich das im Bereich der Kleidung begleitet habe. Seitdem habe ich noch mehr Achtung vor Menschen, die mit solchen Herausforderungen leben.

Inzwischen habe ich mehrfach Menschen beraten, die nicht cisgeschlechtlich sind, und entsprechend Übung und Sicherheit darin. Eine Folge davon ist zum Beispiel, dass ich meine Stilmappen 2024 auf unisex umgestellt habe, was gut ankommt. Es steht der Mensch im Fokus, nicht das Geschlecht.

„Gab es unter Deinen Klient*innen auch hoffnungslose Fälle, also beratungsresistente Menschen, die bei jedem Rat ein „Ja, aber …“ parat hatten? Und wie reagierst du darauf?“

Cora

Ja, solche Fälle gab es schon. Zum Glück kam das bisher selten vor. Innerlich reagiere ich genervt, äußerlich versuche ich, ruhig zu bleiben. Zuerst versuche ich bei solchen Kund_innen, noch genauer zu begründen, warum ich etwas so oder so einschätze und welche Empfehlungen ich daraus ableite. Frei nach dem Motto: Erklärung schafft Verständnis.

Wenn jemand partout vom Typ Wasch mich, aber mach mich nicht nass ist, kann ich irgendwann nur noch sagen: Ja, dann machen sie das halt weiter so, wenn es das ist, was sie wollen, und beschweren sich dann bitte nicht, dass sie nicht so aussehen, wie sie gerne würden oder nicht den Job bekommen, denn sie haben wollen (oder was auch immer das Ziel ist, die Person mit ihren Abers selbst torpediert).

„Wann und warum hast du dich dazu entschieden, Deine Naturhaarfarbe zu tragen?“

Cora

2006 (ich bin Jahrgang 1971) habe ich aufgehört, die Haare orangerot zu färben, weil meine Kopfhaut das leider nicht mehr vertragen hat. Da war auch immer Blondierung im Spiel, weil ich braune Haare hatte, die aufgehellt werden mussten für das Endergebnis, und das ging nicht mehr.

2006-2011 hatte ich meine braune Naturhaarfarbe, in die langsam graue Haare kamen. Einmal habe ich mich meinem Mann zu Liebe (er mag graue Haare nicht gerne leiden) vom Friseur überzeugen lassen, eine schokoladenbraune Intensivtönung zu machen mit der Ansage, dass es auf keinen Fall braunrot werden darf, weil ich darauf keine Lust hatte. Was ist passiert? Sie wurden braunrot und wuchsen mit Ansatz heraus, obwohl auch das nicht passieren sollte, weil es ja nur eine Intensivtönung war.

Das war das letzte Mal, dass jemand Farbe an meine Haare gebracht hat. Seitdem muss mein Mann meine Haare so ansehen, wie sie sind. Inzwischen sind sie so grau, dass man schnell einen Ansatz nach dem Färben sähe und das würde mir gar nicht gefallen. Alleine deshalb ist Färben jetzt keine Option mehr für mich.

Lieber trage ich graue Haare mit Würde. Ich mag sie richtig gerne. Die beiden Friseurinnen, die seitdem an meinen Haaren waren, haben meine Ansage, dass Färben keine Option ist, zum Glück klaglos akzeptiert.

„Wenn Du irgendwo, zum Beispiel im Wartezimmer sitzt, stylst du dann in Gedanken die Mitwartenden um?“

Cora

Ja, das mache ich. Nicht bei denen, denen ihre Optik offensichtlich egal ist, sondern bei denen, die sich offensichtlich etwas bei ihrem Styling gedacht haben. Da tausche ich in Gedanken Farben, Accessoires oder Kleidungsstücke aus, die das Gesamtbild für mein Auge runder machen würden. Wenn ich besonders schöne Kombinationen sehe, mache ich fremden Menschen Komplimente dafür und meistens freuen sich sich sehr darüber.

„… ein Foto von Dir mit orangen Haaren“

Susa
Ines Meyrose 2004 mit orangeroten Haaren
2004 auf Hochzeitsreise in Funchal auf Madeira

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Was Du schon immer über mich wissen wolltest #4

Werbung wegen Namensnennungen und Verlinkungen ohne Auftrag

Jetzt gibt es die Fragerunde nun schon zum vierten Mal. Die Fragen fand ich in ihrer Vielfalt bisher immer spannend und es sind teilweise weitere Blogbeiträge aus den Antworten entstanden. Ich bin neugierig, was Dich in diesem Jahr interessiert. Die vorherigen Runden kannst Du hier nachlesen

Lust auf eine neue Fragerunde?

Stelle bitte Deine neugierigen Fragen in den Kommentaren. Ich trage sie hier im Beitrag ein und beantworte alle. Versprochen! Zum Start gibt es direkt zwei ausführliche Antworten auf Fragen, die mir bei bei der Wunschliste für Beiträge in 2024 gestellt wurden.

Dieser Beitrag wird sich im Lauf der kommenden Wochen fortsetzen; neue Fragen trage ich am Ende ein. Rückfragen zu meinen Antworten und Diskussionen dazu gibt es dann gerne in den Kommentaren.

Fakten über mich

“Welche modischen Wünsche würdest Du Dir erfüllen, wenn Geld keine Rolle spielt und Du nicht unbedingt an Deinen (übrigens sehr tollen) Minimalismus-Stil denken würdest? Es geht nicht um Geld spenden und andere gute Dinge tun, sondern mich interessieren Deine Luxusgedanken.”

Anett

Über die Carte blanche-Frage habe ich eine Weile nachgedacht. Die Erkenntnis ist, dass es in Bezug auf Mode bei mir keine unerfüllten Wünsche gibt, die reale Wünsche sind.

Ich besitze alles, was ich haben möchte. Alles, was ich in diesem Leben wirklich haben wollte, konnte ich mir selbst kaufen oder schenken lassen. Offenbar passen meine Wünsche zum finanziellen Rahmen meines Lebens. Das empfinde ich als Glück.

Es gibt viele Menschen, die nie zufrieden sind, wenn sie in ihrem finanziellen Rahmen bleiben und das Gras auf der anderen Seite der Hecke immer grüner finden. So war ich noch nie. Ich bin vielleicht eher zu wenig ehrgeizig und zu früh zufrieden mit dem, was ich habe. Da ich damit aber wirklich zufrieden bin, passt das so für mich.

Wenn ich den in dem Raum geworfenen Luxusgedanken spinne und vor mich hin träume, gibt es allerdings tatsächlich ein Luxusteil, das mein Herz erfreuen würde: ein großes Kaschmirtuch von Hermés. Die Tücher fühlen sich traumhaft an und liegen preislich aktuell zwischen 800 und 1200 Euro.

„Mich würde interessieren, was dein Job dir bringt, oder was genau du arbeitstechnisch überhaupt machst.“

Romy

2005 habe ich meine Firma image&impression gegründet und bin seitdem selbstständige Imageberaterin. 2008 kam Wirtschaftsmediation dazu. Seit 2009 schreibe ich diesen Blog.

Als Imageberaterin berate ich Privatkunden und Firmen in allem, was äußeres Auftreten betrifft. Bei Privatkunden sind das meistens Farb- und Stilberatungen, die oft kombiniert als Typberatung gebucht werden. Ergänzend biete ich produktunabhängige Make-up-Beratungen, Kleiderschrankinventuren und Personal Shopping an.

Ziel der privaten Beratungen ist meistens, dass Kund_innen sich selbstbewusster fühlen mit Kleidung als stärkender zweiter Haut oder zufriedener mit dem eigenen Bekleidungssortiment sind. Durch bessere Käufe und vermiedene Fehlkäufe rentiert sich die Beratung auf Dauer auch finanziell.

Die Beratungen finden in der Regel in Hamburg und Umgebung bei meinen Kund_innen zu Hause statt, weil dann einfacher Kleidung und Accessoires aus deren Bestand einbezogen werden können. Wie das aussehen kann, habe ich zum Beispiel im Blogbeitrag Ablauf einer Farbberatung beschrieben.

Seit 2020 biete ich ergänzend Onlineberatungen an, die den Vorteil haben, ortsunabhängig zu funktionieren und günstiger sind, weil Wegezeiten und Fahrtkosten gespart werden.

Bei Firmenkunden geht es meistens darum, wie die Mitarbeitenden im Kundenkontakt auftreten. Dabei kann es sowohl um uniformartige Kleidung gehen, die zum Dresscode im Sinn der Corporate Identity passt, dem sogenannten Corporate Clothing, oder um individuelle Kleidung, die dem firmeninternen Dresscode entspricht.

Als Mediatorin biete ich Konfliktmanagement und Mediationen für Unternehmen an. Wenn sich in einem Unternehmen zwei oder mehr Mitarbeitende so uneins sind, dass das intern nicht zu klären ist, kommen Unternehmen auf mich zu und buchen mich, um die bestehenden Konflikte mit den beteiligten Personen zu klären.

Ziel ist die Lösung der Konflikte. Wenn das nicht möglich ist, wird ergebnisoffen nach anderen Optionen geschaut, mit denen es den Betroffenen dennoch besser geht als jetzt.

Dieser Blog ist gewerblich, siehe Impressum. Er wird von mir als eingetragene Kauffrau betrieben. Der Titel meyrose – fashion, beauty & me sagt, worum es geht. Mit dem Blog verdiene ich Geld als kleinen Teil meines Einkommens und er bringt mir über Suchmaschinentreffer Kund_innen. Und wenn ich den nicht schreiben würden, müsste ich ja noch mehr Bücher lesen, um meine Freizeit zu füllen … ;).

Manchmal schreibe ich zusätzlich als Fachautorin auch noch Beiträge für Zeitschriften und bin Co-Autorin einiger Bücher zum Thema Soft Skills in der IT, mehr dazu findest Du bei Presse & Publikationen auf der Firmenwebsite. So kleckert sich mein Einkommen übers Jahr mit allen Bereichen zusammen.

Das führt zur Frage, was mir mein Job bringt: Mein Job ist die selbstgewählte Aufgabe, um meinen Lebensunterhalt zu sichern und mir Spaß zu machen. Er bringt mir zufriedene Kunden, denen es nach der Arbeit mit mir besser geht als vorher.

Sparst du auf das Tuch????“

Nicole

Auf das Tuch von der Luxusgedankenfrage am Beitragsanfang habe ich bereits gespart, aber das Geld bin ich dafür auszugeben erst bereit, wenn Farben und Muster perfekt sind. Also vermutlich nie, denn für den Preis muss (ich verwende das Wort selten, hier ist bewusst das Wort gemeint) das Tuch SEHR perfekt sein und bisher habe ich keins gesehen, das auch nur ansatzweise in Richtung SEHR perfekt ging. Verliebt bin ich bisher nur in die Textur, nicht in die Optik.

„Kennst du alle Schalknoten auswendig (sag bitte unbedingt nein :))“

Nicole
Ines Meyrose - Outfit 2018 - Jeanskleid - mit Hund Paul

Für Dich: nein (ist dann aber gelogen;). Ein eingeschränktes Ja entspricht der Wahrheit. Ich kenne alle Schalknoten auswendig, die ich mit meinen Tüchern binde und Kund_innen in Beratungen an deren Tüchern zeige. Das sind schon einige. Bei welchen, die ich selten knote, zum Beispiel den beim gelben Nickituch, kommt es vor, dass ich etwas überlege oder nachschaue.

Den zum Format und Textur des Tuchs/Schals und zu den Proportionen der Person passenden Schalknoten zu sehen, führt bei Kund_innen oft zu positiver Überraschung, wenn der vermeintlich langweilige Schal aus dem Bestand auf einmal spannend wirkt.

„Wie entscheidest du dich für dein Tagesoutfit?“

Nicole
Ines Meyrose - Outfit 2022 - Rollkragenpullover, Loop, Stulpen, Jeans und Halbschuhe

Kurz gesagt: Ich werfe einen Blick auf die Wettervorhersage und ziehe an, was da ist. Lang gesagt: Bei der Auswahl meiner alltäglichen Outfits bin ich wirklich so pragmatisch. Ich prüfe

  1. Welche Temperaturen erwarten mich heute drinnen und draußen und ggf. wie nass wird es draußen?
  2. Habe ich Kundentermine und/oder private Anlässe?
  3. Ist mir nach Kleid oder Hose zumute?
    => Wenn Kleid: mit Strumpfhose/Leggings oder ohne?
    => Wenn Hose: Welches zu Wetter und Hose passende Oberteil liegt auf dem Kleiderstuhl oder hängt an der Kleiderstange an der Wand zum Lüften und möchte vor der Wäsche nochmal getragen werden? Wenn da nichts ist, öffne ich den Kleiderschrank und schaue, worauf ich Lust habe. Die Farbe der Socken stimme ich auf die Farbe der Hose, Schuhe oder dem Oberteil ab. Es gibt welche Dunkelblau, Dunkelbraun, Anthrazit oder Zinnoberrot.
  4. Accessoires
    – Gürtel trage ich nur selten, die haben dann die Farbe der Hose oder des Oberteils.
    – Ohrringe wähle ich passend zum Oberteil oder Tuch, zum Beispiel Bernstein zu Orange/Braun, Perlen zu hellen Oberteilen oder Tüchern mit hellen Punkten.
    – Tasche und Schuhe werden primär aus praktischen Gründen ausgewählt.

Das Geheimnis hinter diesem effizienten Entscheidungsbaum lautet: Meine Sachen passen in Farben und Stil weitestgehend bis hin zu den Schuhen zueinander. Das Farbkonzept lautet: Dunkelblau und/oder Braun plus ggf. Orange oder Rot als Akzentfarbe.

Das vollständige Sortiment ist bildhaft in meinem Kopf gespeichert. Es gibt keine Überraschungsfunde in meinen Schränken. Bei dem kleinen Bestand ist das leistbar.

Die Tücher haben alle etwas Besonderes an sich: die Farben, das Muster oder die Materialqualität. Die Tücher machen die schlichten ich ziehe mich einfach nur an-Outfits zu einem komponiert erscheinenden Gesamtbild, was ich durchaus schätze.

Gerade bei beim Einsatz von Akzentfarben schaue ich, dass sie sich in den Tüchern möglichst harmonisch wiederfinden. Wenn man z.B. einige Tücher mit Orangeanteilen hat, kann man gut einen orangefarbenen Pulli an die offene Tücherschublade legen zur Auswahl. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Sachen so übersichtlich im Schrank untergebracht sind, dass man jederzeit den ganzen Bestand der Kategorie sieht.

„Wechselst du öfter deinen Friseur oder gehst du lange zum selben Friseur?“ Caro

„Schöne Frage liebe Caro! Das interessiert mich auch. Meine Erfahrung ist, dass Friseure nach einer gewissen Weile nur noch nach Schema F schneiden und gar nicht sehen wollen, das sich die Kundin verändert (Alter, Outfit) hat. Lass‘ mal bitte hören, liebe Ines. Wie hältst Du es mit der Treue (zum Coiffeur)?“ Susa Berg

Caro & Susa Berg

Treuer als meiner Friseurin bin ich nur meinem Mann. Ich gehe nicht gerne zum Friseur, weil ich es nicht mag, wenn man jemand an mir herumtüdelt und es Zeit und Geld kostet. Da mir eine angenehme und schöne Frisur wichtig ist, nehme ich den Friseurbesuch alle 5-6 Wochen auf mich. Wenn ich jemanden gefunden habe, der meine Haare so schneidet, dass sie mir in dem Zeitraum gefallen, folge ich der Person durch mehrere Läden und die halbe Stadt.

Irgendwann waren die Friseurinnen, ein Mann war auch dabei, aber immer lost oder in Läden gelandet, die meinen finanziellen Rahmen gesprengt haben. Damit mir das nicht mehr passiert, bin ich von 2012 bis 2022 zu einer Ladeninhaberin gegangen, die zum Glück in der Zeit weder krank noch schwanger war.

Das hat dann leider irgendwann für mich nicht mehr gepasst. Über die Jahre hat sich bei mir einiges an kleinen Unstimmigkeiten angesammelt. Nachdem sie mir zweimal in Folge die Haare verschnitten hat, war das Fass übervoll und ich habe mir eine anderes Geschäft ausgesucht. 12 Wochen am Stück eine blöde Frisur zu haben, war zu viel, um die Treue zu bewahren.

Jetzt spare ich sogar noch die Autofahrt nach HH-Harburg und die nervige Parkplatzsuche, denn die neue Friseurin sitzt in HH-Neugraben, wo ich wohne. Ich gehe zu Fuß hin und erheblich günstiger ist es dort auch. Paul ist in dem Geschäft genauso willkommen wie im vorherigen.

Weil meine Haare nach dem Schneiden fast trocken sind, bezahle ich jetzt nur fürs Durchpusten und nicht den Pauschalpreis für Damen inkl. Föhnen. Das gehörte zu den Dingen, die mich unter anderen im anderen gestört haben, dass ich für die schnelle Nummer genauso viel bezahlt habe wie Kunden mit langen Haaren, bei denen Schnitt und Föhnen erheblich mehr Zeit und Arbeit kosten.

Das von Susa erlebte Schema F war nicht das Problem, denn wie Du auf den Bildern sehen kannst, haben sich die Frisuren innerhalb des Kurzhaarschnitts über die Jahre durchaus verändert ebenso wie mein Gesicht. Meiner neuen Friseurin bin ich seit Herbst 2022 treu und freue mich auf eine lange Haar-Beziehung.

„Deiner Meinung nach, welche persönlichen Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Farb- und Stilberaterin brauch man? Es handelt sich immer noch um eine Investition, die sich auszahlt, oder wird die Person in einen Markt einsteigen, der vielleicht schon gesättigt ist?“

Claudia
Farbberatung Blaunuancen Farbfächer

Persönliche Voraussetzungen, um sich zur Farb- und Stilberaterin ausbilden zu lassen, sind ein Gespür für Farben und Formen und die Lust, direkt mit Menschen zu arbeiten.

Genügend Kundschaft für eine sich tragende Selbstständigkeit gibt es meines Erachtens nach in Deutschland nur in Großstädten. Da wird jede, die ihren Job versteht seine Kund_innen finden. Kompetente, seriöse Mitbewerberinnen sind mir eine Freude, denn sie stärken den Ruf der Branche.

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Lifestyle Persönliches

Was Du schon immer über mich wissen wolltest #3

Zum ersten Mal gab es 2021 gab es die erste Fragerunde, 2022 folgte #2. Die Fragen fand ich in ihrer Vielfalt spannend und es sind teilweise weitere Blogbeiträge aus den Antworten entstanden. Ich finde es schön, auf diesem Weg zu erfahren, was Dich interessiert.

Lust auf eine neue Fragerunde?

Stelle bitte Deine neugierigen Fragen in den Kommentaren. Ich trage sie hier im Beitrag ein und beantworte alle. Versprochen!

Fakten über mich

„Meine Frage bezieht sich auf deine Fotos, die du machst. Selbst wenn mich das ein oder andere vorgestellte Produkt inhaltlich nicht anspricht, so fallen mir stets die Produktfotos als ästhetisch und professionell gemacht auf, so dass ich sie gerne betrachte. Wie bist du auf die Produktfotografie gekommen und wo hast du sie erlernt?“

Michael V.
Geschenke aus der Küche: Scharfe Nussmischung und Schoko-Zimt-Mandeln

Danke für Dein Kompliment! Lass mich raten – bei diesem Bild gefällt Dir auch der Inhalt? Learning by doing lautet die Antwort. Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, habe ich bei anderen Bloggern schnell gesehen, was für ein Bilderstil mir gefällt und was ich nicht mag. Fotografie ist bereits seit dem Grundschulalter mein Hobby.

Schon damals stand ich mit meinem Vater in der Dunkelkammer und wir haben zusammen Schwarz-Weiß-Filme entwickelt und Fotos abgezogen. Ab und an durfte ich bereits als Kind mit der Spiegelreflexkamera selbst fotografieren. Das Konzept, wie man fotografiert – vom Bildaufbau bis zu manuellen Belichtungseinstellungen – und mit welchen Details man beim Abziehen der Bilder – heute der digitalen Nachbearbeitung – habe ich also früh verstanden. Gerne hätte ich das zu meinem Beruf gemacht, hatte aber zu viel Angst vor den Kosten in der Ausbildung und den damals nur wenig vorhandenen Stellenangeboten für Fotograf_innen.

Während ich in den ersten 40 Jahren primär Natur und Menschen aufgenommen habe, kam erst mit dem Bloggen die Produktfotografie dazu. Um da besser zu werden, habe ich einige Bücher gelesen und probiere immer wieder Neues aus.

Auf einem kurzen Workshop, der mal auf einem Blogger-Event von einem Kosmetikanbieter angeboten wurde, habe ich Kleinigkeiten gelernt, zum Beispiel lieber weiter weg zu gehen mit der Kamera und das Bild hinterher zu beschneiden, um Verzerrungen zu vermeiden. Bei Food-Fotografie habe ich noch viel zu lernen, mit der bin ich selbst am wenigsten zufrieden.

Die Bilder erstelle ich sowohl mit dem Smartphone als auch einer Systemkamera, die einer Spiegelreflexkamera ähnelt und wechselbare Objektive hat. Je nach Produkt und Licht funktioniert mal das eine, mal das andere besser. In der Regel arbeite ich nur mit natürlichem, indirektem Licht, unabhängig davon, ob ich die Bilder draußen oder drinnen erstelle.

Meine Bilder werden nur wenig bearbeitet. Die Ränder werden manchmal beschnitten, etwas mit Helligkeit, Kontrast und Intensität gespielt – aber das ist es in der Regel auch schon. Wirkliche Retusche mache ich selten. Wer sich vor dem Abdrücken des Auslösers mehr Mühe macht, hat hinterher am Rechner weniger Arbeit.

„Wie war der Übergang zu diesen kurzen Haaren für dich? Ich meine unmittelbar nach dem Schnitt.“

Nicole

Dafür gibt es nur ein Wort: erleichtert. Wenn meine Haare mehrere Zentimeter Länge verlieren, fühle ich mich körperlich wie um einige Kilo erleichtert. Ich fühle direkt nach dem Kürzen der Haare, wie ich innerlich wachse, leichter atmen kann.

Es fühlt sich viel frischer an als vorher, als wäre eine schwere Last von mir genommen. Beim Blick in den Spiegel sehe ich dann mein wahres Ich, was vorher unter den Haaren verschüttet war.

„Mich interessiert, wie Du dazu kamst so doch recht unterschiedliche Beratungsformen wie Stil- und Farbberatung und Mediation auszuüben.
Oder vielleicht ist es gar nicht so unterschiedlich?“

Sieglinde

So unterschiedlich ist das gar nicht. Bei beidem geht es um Kommunikation. Über Kleidung kommunizieren wir mit anderen Menschen ebenso wie mit Sprache/Verhalten bei Konflikten, die mit Mediation gelöst werden können.

Wie kam ich zur Mediation? Die Farb- und Stilberatung war zuerst da. Das war die Geschäftsidee und Grundlage von image&impression. Zum Ende des Studiums zur Kommunikationswirtin, das ich parallel zur Firmengründung absolviert habe, gab es in einer Zeitschrift der Handelskammer monatliche Beiträge, in denen Mediatoren jeweils einen konkreten Mediationsfall vorgestellt haben. Das fand ich spannend. Gerade die nicht stromlinienförmigen Lösungswege haben mich fasziniert.

Eine damalige Freundin war zu dem Zeitpunkt auf der Suche nach einer beruflichen Neuorientierung nach der Elternzeit. Ihr habe ich die Beiträge immer geschickt, weil ich der Überzeugung war, dass das etwas für sie wäre. Sie hatte aufgrund des finanziellen und familiären Rahmens leider nicht die Möglichkeit, die Ausbildung zu machen. Mich lies es aber auch nicht los.

Also war irgendwann der Anruf fällig, ihr zu sagen, dass ich jetzt genau das machen werde, was sie auch gerne würde, sich aber nicht ermöglich kann. Eingeleitet mit den Worten: Ich weiß, dass Du gleich wütend wirst und auflegen möchtest, aber bitte lass mich zu Ende reden … Natürlich hat sie geschluckt, aber zum Glück hat sie sich großherzig gezeigt und sich mit mir gefreut.

Zu Beginn der Ausbildung zur Mediatorin dachte ich, dass das ein ganz anderes Arbeitsfeld sein würde als die Imageberatung. Am Ende habe ich ganz schnell gemerkt, ebenso nach einer angeschlossenen Business-Coaching-Ausbildung, dass die im Bereich Konfliktmanagement und Coaching gelernten Kommunikationsfertigkeiten meine Imageberatungen erheblich verbessern. Warum? Ich bekomme aus Kund_innen im Erstkontakt schneller heraus, was ihre wirklichen Bedürfnisse sind und kann konkreter helfen.

„Warst du schon immer so gut strukturiert und organisiert, auch in der Schule? Oder gab es das berühmte Aha-Erlebnis?“

Caro

Oh weh, ja es gab das berühmte Aha-Erlebnis und ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen. Strukturiert und organisiert war ich in der Schule insofern schon, als dass ich – zumindest meiner Erinnerung nach – selten Sachen komplett vergessen habe und meine Hefte und Bücher sahen wohl einigermaßen ordentlich aus, weil ich das hübsch fand.

ABER … mein Zimmer sah immer aus wie nach einem Orkantief. Ich habe nie freiwillig aufgeräumt und war alles durcheinander. Meine Mutter fand das schlimm, hat das aber toleriert, solange das nur in meinem Zimmer so aussah.

Aber auch an der Garderobe am Eingang habe ich Taschen, Schuhe, Jacke einfach hingeworfen, wenn ich nach Hause gekommen bin. Das gab täglich Zoff. Ich war ein extrem unordentliches Chaoskind – bis zum Spätsommer 1983.

Zur 7. Klasse wurden die Klassen neu zusammengewürfelt nach der zweiten Fremdsprache sortiert und ich war erstmals nach der Schule bei einer neuen Klassenkameradin zu Hause verabredet. Wir haben uns etwas gelangweilt und sie schlug vor, dass wir doch zu mir fahren könnten. Dann würde sie auch mal sehen, wie ich wohne.

Mir setzte fast der Herzschlag aus vor Panik bei der Vorstellung, dass dieses nette Mädchen, was ich zur Freundin haben wollte, deren Zimmer ganz ordentlich war, mein Chaoszimmer sehen könnte. Ich hatte Angst, dass nie wieder jemand in der Klasse jemals mit mir reden würde, wenn diese Peinlichkeit passieren und sie davon erzählen würde. Und das sah so schlimm aus, das hätte niemand für sich behalten.

Panisch habe ich die Ausrede erfunden, dass wir nicht zu mir können, weil meine Mutter spontanen Besuch nicht erlaubt und ich großen Ärger bekommen würde, wenn ich jetzt mit ihr ankäme. Fand sie doof, hat es aber geglaubt.

Zu Hause habe ich abends dann bei meiner Mutter gebeichtet, was sie sagen muss, falls sie das Mädchen mal kennenlernt – gab natürlich Ärger, zurecht, denn die Wahrheit wäre genau das Gegenteil gewesen. Dann habe ich sie darum gebeten, dass wir bitte zusammen einmal mein Zimmer von Grund auf ausmisten und in Ordnung bringen, damit ich spontan jemanden zu Gast haben kann.

Das haben wir gemacht und seitdem bin ich – bis auf ein paar kleine Ausrutscher – ein ordentlicher Mensch. Der Grundstein für meine Ordnung liegt also in der Angst vor Gesichtsverlust. Vielleicht bin ich deshalb heute Imageberaterin?

Ordentlich ist übrigens bei mir nicht gleichbedeutend mit sauber. Bis ich 28 war, stand mein Geschirr gerne mal eine Woche in der Küche (ordentlich gestapelt …), der Staubsauger kam nur alle paar Wochen zum Einsatz und gewischt wurde quasi nie.

Mich hat das gestört, aber nicht genug, um was daran ernsthaft zu ändern. Das hat sich erst schlagartig geändert mit dem Umzug in eine andere Wohnung, bei der ich von Anfang an den Vorsatz hatte, sie nicht nur ordentlich, sondern auch sauber zu halten. Ist mir gelungen und das hat sich dauerhaft verankert.

„So wie ich dich kennengelernt habe, bist du jemand, der genau weiß, was du willst und da auch keine Gefangenen machst. Du stehst zu deiner Meinung und sagst sie auch recht deutlich.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit einer solchen Haltung recht oft aneckt und viele Menschen damit überhaupt nicht umgehen können. Wie gehst du damit um? Fasst dich das nicht manchmal an?“

Fran

Deine Einschätzung im ersten Satz ist richtig. Deine dazu Frage ist, ob es mir etwas ausmacht, wenn mich jemand wegen meiner direkten Art ablehnt? Nein, mir fällt da gerade keiner ein. Das war bis 2005 anders, als ich noch als Angestellte gearbeitet habe. Da hatte ich den Eindruck, dass stromlinienförmige Menschen es deutlich leichter im Job haben und da wäre ich deshalb auch gerne angepasster gewesen.

Aber bevor ich an etwas platze, ecke ich lieber damit an. Gerade bei meinen Firmenkunden kommt meine klare Art gut an, weil ich Dinge ausspreche, die sie sich selbst manchmal nicht zu sagen trauen – sowohl in Bezug auf das gewünschte äußere Erscheinungsbild der Mitarbeitenden als auch im Umgang mit Konflikten. Privat suche ich mir Menschen, die mit meiner Art klarkommen und mir sagen, wenn ich es damit für sie übertreibe.

Was mich anfasst ist, wenn ich mich in einem Menschen getäuscht habe oder angelogen werde. Das nehme ich zutiefst persönlich. Beim ersten ärgere ich mich schwarz über mich selbst, beim zweiten über den anderen.

„Ich würde gern wissen, ob Du bei Deinem Zeitmanagement ebenso strukturiert bist, wie bei allem anderen. Für eine Selbständige wird das sicher so sein. Vielleicht kannst Du dazu etwas Genaueres sagen.“

Greta

Ja, das bin ich. 2022 habe ich die Frage zu meinem Tagesablauf an sich beantwortet, daran hat sich nichts geändert. Ich arbeite nach wie vor nur Teilzeit und es zupft nach wie vor keiner an mir, das macht es natürlich leichter. Von alleine läuft das aber trotzdem nicht.

Damit ich alles möglichst stressfrei erledigt bekomme, mache ich mir abends vorm Schlafengehen Gedanken, wann ich aufstehen möchte. Wenn ich ab 7 Uhr aufstehe, nehme ich mir 90 Minuten für einen entspannten Start in den Tag, wenn es 6 Uhr oder früher ist, muss eine Stunde reichen.

Den Wecker stelle ich nie auf Wiederholung, stehe sofort auf. Jede Schlafminute ist kostbar, deshalb stelle ich den Wecker lieber gleich auf die späteste Zeit und vertue den Schlaf nicht mit Unterbrechungen durch die Snooze-Taste.

Ich arbeite viel mit Erinnerungen im digitalen Kalender. Da steht alles drin, was zu erledigen ist: von der regelmäßigen Waschmaschinen- und Geschirrspülerreinigung als Serientermine bis zu durchzuführenden PC-Sicherungen. Diese Termine schiebe ich durchaus mal auf Wiedervorlage, wenn es gerade nicht passt, aber nach Möglichkeit nicht mehr als ein paar Tage.

Innerhalb eines Tages stelle ich immer wieder den Wecker im Smartphone. Jetzt steht er zum Beispiel auf 12:00 Uhr, weil ich um 13:00 Uhr hier im Haus jemanden erwarte. So habe ich ausreichend Zeit, um mir ein schnelles Mittagessen zu kochen und um 13:00 Uhr bereit zu sein.

Vorher stand er auf 9:30 Uhr, weil ich meine Schwiegermutter telefonisch an einen gleich stattfindenden Termin erinnern wollte. Wenn ich sowas als Wecker einrichte, ist es bis dahin aus meinem Kopf und der ist dann wirklich frei für das, was ich bis dahin mache – in diesem Falls meine Mails und Blogkommentare lesen und beantworten.

Außerdem nehme ich mir nie zu viel auf einmal vor. Wenn etwas eine Terminsache ist, plane ich das zeitlich realistisch durchführbar ein. Alles, was schnell zu erledigen ist, mache ich nach Möglichkeit sofort, alles andere plane ich mit Termin ein.

Ein Beispiel: Letzte Woche kam der Bescheid für die Grundsteuer und der war fehlerhaft, eine nachträglich eingereichte Änderung war nicht berücksichtigt. Das habe ich bei nächster Gelegenheit, in der ich in Ruhe Zeit hatte, direkt erledigt, auch wenn die Einspruchsfrist vier Wochen betrug und ich keinerlei Lust hatte, mich damit zu beschäftigen.

Jetzt ist der Ordner wieder im Keller und mein Kopf hat Platz für andere Dinge. Aufschieberitis, Prokrastination klänge eleganter, kostet meiner Ansicht nach unnötig Zeit, Nerven und macht ein schlechtes Gewissen. Etwas zügig an einem sinnvollen Zeitpunkt zu erledigen, macht mir ein gutes Gefühl.

Ablage erledige ich sofort. Das kostet in Summe zwar pro Blatt Papier mehr Zeit, weil man die Ordner oder den Scanner öfter anfasst, aber es sorgt für guten Überblick, dauerhafte Ordnung und es entsteht kein Berg, der einem immer gemeiner erscheinen kann und der sich dann eben nicht mehr nebenbei abarbeiten lässt. Das gleiche gilt für den Abwasch in der Küche, das Verräumen von Einkäufen oder einen vollen Wäschekorb.

Fazit: Mein Leben wird nach dem Eisenhower-Prinzip organisiert. Die „kompetenten Mitarbeiter“ an C/III sind mein Mann und externe Dienstleister wie Handwerker oder IT-Profis.

„Viele erfragte Sachen sind sehr rational, mich interessiert Deine emotionale Seite. Bei welchem Tun kannst Du die Welt um Dich herum vergessen bzw. wobei geht Dir so richtig das Herz auf?“

Tanja

Beim Lesen vergesse ich die Welt um mich herum. Das Herz geht mir so richtig auf, wenn der Zausel mir tiefe Blicke schenkt und ich meinen Kopf in seinen Kragen kuscheln darf; es hat viele Jahre gedauert, bis ich das das erste Mal durfte. Außerdem macht es mich glücklich, eine Katze zu streicheln oder auf dem Arm zu haben.

Himbeereis und Schokoladenköstlichkeiten verzücken meinen Gaumen. Jemand hat mal gesagt, dass er mir so gerne beim Essen zusieht, weil ich dabei so zufrieden aussehen würde. Das ist so! Satisfying heißt das in Jugendsprache, habe ich gestern gelernt.

„Ich weiß nicht, ob du schon mal eine Frage zu deinem Musikgeschmack beantwortet hast – aber wenn nein, würde es mich freuen, darüber zu lesen.“

Traude

Hat bisher keiner wissen wollen, wenn ich mich recht entsinne. Mein Musikgeschmack ist nichts Besonderes – Rock-Pop-Blues von den 1960ern bis heute. Es gibt kein Lieblingslied oder -band bzw. -musiker. Ich mache mir mehr aus Stille denn aus Musik.

Wenn mir nach Musik ist, mag ich dazu allerdings auch singen und tanzen – das geht schon morgens um 6 in der Küche mit vollem Körpereinsatz. Dein Musiktipp – siehe Kommentar – ist mir zu sehr Easy Listening.

„Mich würde ja mal interessieren ob du zwischen guten Teilen und Kleidung für daheim unterscheidest.“

Martina

Die Frage habe ich in einem separaten Beitrag ausführlich beantwortet: Kleidung für jeden Tag oder nur für Anlässe?

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Was Du schon immer über mich wissen wolltest #2

Ines Meyrose – Outfit 2021 – Rollkragenpullover dunkelblau, Jeans blau, Chelseaboots braun, Regenjacke gelb - Ü50 Bloggerin mit Hund Paul

Vor einem Jahr gab es hier im Blog die Fragerunde #1 an mich. Ich fand die Fragen vor allem in ihrer Vielfalt spannend und es sind sogar weitere Blogbeiträge aus den Antworten entstanden.

Lust auf eine neue Fragerunde?

Stelle bitte Deine neugierigen Fragen in den Kommentaren. Ich trage sie hier im Beitrag ein und beantworte alle. Versprochen!

Fakten über mich

„Welche Schwimmstile kannst du und wie sind deine Zeiten?“

Claudia

Die Antwort wird Dich vielleicht überraschen: Ich kenne keine Zeiten, denn ich schwimme nicht auf Zeit. Also nicht auf Tempo. Meine maximale Zeit ist 2 Stunden für Brustschwimmen am Stück, danach lösen sich meine Finger und Füße auf, ich bekomme Hunger und werde müde.

Das letzte Mal Strecken auf Zeit musste ich in der 8. Klasse im Schwimmunterricht bei einem Sportlehrer aka Drill Sergeant schwimmen und danach ist mir die Lust darauf vergangen. Ich mag meinen Körper nicht schnell bewegen, deshalb mag ich auch nicht Joggen oder Sprinten. Beim Schwimmen mag ich eher das Gefühl, vom Wasser getragen zu werden.

Bei Schwimmstilen bin ich recht vielfältig. Ich würde behaupten, jeden erlernen zu können, weil ich im Wasser eine gute Körperbeherrschung habe. Ich kann Brustschwimmen, Kraulen und Butterfly. Letzteres aber nur 50 Meter, danach bin ich im Eimer.

Rückenschwimmen mag ich nicht in der offiziellen Technik, ich bevorzuge die Armbewegung vom Brustschwimmen, denn Brustschwimmen ist der organische Schwimmstil für mich.

Ich kann aber noch eine Schwimmart, die nur wenige kennen: Seitenschwimmen. Das war die Lieblingsschwimmart meiner Mutter und ich mag die auch.

Gegenfrage: Wie hoch war Dein höchster Turmsprung? Meiner 7,5 Meter. Einmal und nie wieder.

„Wohin und wann ging deine letzte Fernreise?“

Claudia

Wirklich in die Ferne? 1978 nach Canada. Ein Bruder meines Vaters lebt in der Nähe von Toronto und den haben wir da besucht samt einer Autorundreise zu den Niagarafällen und anderen besonderen Orten.

Zählt Türkei als Fernreise? 2002 war ich eine Woche Segeln in der Türkischen Rivera. Madeira, 2004, mit bester Wanderung ever auf den Pico Rivo und Gomera, 2005, mit tollen Wanderungen sind auch nicht gerade um die Ecke.

Seit 2005 war ich nur in der Schweiz, Österreich, Dänemark und Deutschland auf Reisen. Anderes ist aktuell auch nicht geplant und das hat gar nichts mit Corona zu tun, sondern damit, dass ich finde, dass im Umkreis von 300 km von Hamburg noch so viele schöne Orte zu entdecken und wiederholt zu bereisen sind, dass ich weder meinen Körper noch die Umwelt mit einer Fernreise belasten muss.

„Welches sind oder waren deine liebsten amerikanischen Fernsehserien„?

Claudia

The Big Bang Theory ist meine amerikanische Lieblingsserie. Wir schauen sie gerade mal wieder von vorne durch. Ich bin eine Mischung und Sheldon und Penny und mein Mann leidet mit Leonard. Lachen können wir beide dabei.

Die frühen Folgen, in denen die Forschungsarbeit noch eine wesentliche Rolle spielte, mag ich am liebsten. Ich bin immer noch stolz darauf, auf einer Tafel von Sheldon einmal auf den ersten Blick einen Rechenfehler gesehen zu haben, den mein Mann erst viel später gefunden hat.

Früher mochte ich auch noch gerne Navy CIS mit Ziva und DiNozzo und Bones. Bei Navy CIS wurde ich mir irgendwann zu gleichförmig, bei Bones war ich raus, als Booth wieder in die Spielsucht gerutscht ist. Ich mag keine Filme mit Süchtigen sehen.

Jeansjacke mit Jeanshose kombiniert: ja oder nein?“

Simon via Instagram
Ines Meyrose - Outfit 2017 - Texas Tuxedo mit Jeansjacke, weißer Bluser und Bootcutjeans - Foto Bärbel Ribbeck
Copyright Foto: Bärbel Ribbeck

An der Frage nach dem Texas Tuxedo scheiden sich die Geister … Einen echten Jeanshosenanzug, also aus demselben Stoff gefertigt und nicht nur so ähnlich, finde ich für Frauen cool – für Männer … nun ja … nicht.

Wenn es sich bei der Jeansjacke um einen andern anderen Stoff als bei der Jeanshose handelt, lautet meine Antwort: jein. Wenn Jeansstoff auf Jeansstoff trifft, weil das Oberteil unter der Jeansjacke in der Hose steckt oder die Jacke so lang ist, dass das Oberteil darunter verschwindet: nein, das ist aus wie gewollt und nicht gekonnt.

Wenn die Jeansjacke eine ähnliche Waschung hat, kann der Look funktionieren, wenn der Stoff vom Oberteil den Kontakt von Jacke und Hose unterbricht, wie meine weiße Bluse das hier macht. Im Sommer trage ich das in Ermangelung einer anderen kurzen Sommerjacke durchaus mal so.

Wenn die Waschungen ganz anders sind, also zum Beispiel dunkle Jeanshose und helle Jeansjacke, mag ich persönlich die Kombination gar nicht leiden – auch nicht mit Hemd, Shirt oder Pulli dazwischen. Das sieht mir zu bunt gemixt aus. Außerdem staucht das die Silhouette – das wollen am Ende die wenigsten. Also wer das will, kann das ja machen …

Am schönsten finde ich Jeansjacken allerdings zu quasi allen anderen Hose: Chinos, Stoffhosen, Cordhosen – wie zum Beispiel auf dem Bild mit der gemusterten Bluse, die die Farbe der Hoseim Muster aufnimmt.

Ines Meyrose – Outfit 2020 mit dunkelblauer 7/8-Cordhose

„Ach interessieren würde mich ob Du in HH einen Lieblingsladen hast?“

Tina

Nein, habe ich seit einigen Jahren schon nicht mehr. Im Beitrag Wo finde ich schöne Kleidung für mich? habe ich aber verraten, in welchen Straßen in Hamburg ich gerne für mich nach Dingen schaue.

„Ich weiß, dass Du viel und gern kochst. Was trägst Du dabei. Hintergrund meiner Frage: ich bin eine absolute Kleckerelli. Ich schaffe es fast nie, beim Kochen, häufig leider auch beim Essen ohne Flecke zu bleiben. Die machen Arbeit und gehen zuweilen nicht mehr raus. Bekannte tragen Kochpullis. Da vergesse ich dann oft das Umziehen. Wie bleibst Du fleckfrei oder -arm?“

Greta
Küchenschürze mit Tasche

Kleckerelli ist ein schönes Wort :). Das bin ich bei Tischtüchern, die verziere ich anstatt meiner beim Essen gerne mal.

Mein Lösung heißt ganz klar: Küchenschürze. Die trage ich grundsätzlich beim Kochen bei allem, was über Nudeln mit Parmesan hinaus geht – also allem, was farblich oder fettig spritzen könnte.

Das ist inzwischen ein Automatismus, mir die Schürze umzubinden, wenn ich beginne, die Anrichte auf das Kochen vorzubereiten. Ich habe ein Schürzenmodell in zwei Farben – ist hier nicht anders als in meinem Kleiderschrank. Die sind bügelfrei aus einem Baumwoll-Poly-Mix und werden etwa wöchentlich im Wechsel getragen. Wenn ich sehe, wie die nach einer Woche bei genauem Hinsehen bespritzt sind, weiß ich genau, wofür ich die getragen habe.

Bei mir müssen es Schürzen mit Latz sein – eine Tasche vorne ist O.K., aber kein Muss. Den Latz brauche ich aber, weil da viel gegen spritzt. Bei einer größeren Person mag eine Kellnerschürze reichen – bei mir nicht.

Einen Kochpulli hätte ich keine Lust, nach dem Kochen zu wechseln und der würde dann ja auch irgendwo herumliegen oder hängen. Da hänge ich lieber die Schürze an einen Haken neben Geschirrtuch, Händehandtuch und Topflappen an der Wand.

Wenn ich Pullover mit überlangen Ärmeln oder sehe dicke Wollpullover trage, ziehe ich die unter der Schürze aus und zum oder nach dem Essen wieder an. Da meine Unterhemden schwarze oder cremeweiße Tank-Tops aus schönem Material sind, finde ich den Anblick mit Schürze darüber zumutbar, falls ein Nachbar am Küchenfenster vorbei kommt. Wer sich daran stört, möge bitte nicht in mein Fenster sehen. Bisher hat sich keiner beschwert.

Eine weiße Bluse oder helles Shirt würde ich beim Kochen von Tomatensoße auch unter der Schürze ausziehen. Wenn das Unterhemd dabei mal einen Minispritzer abbekommen hat, ist das bisher in der Wäsche immer entfernbar gewesen. Warum ich die Schürze beim Essen nicht trage, verrate ich bei der Frage von Gabriele.

„Mich würde auch interessieren, was du beim Kochen und beim Putzen trägst, beim Kochen patze ich mich immer an, etwas spritzt immer, eine Haushaltsschürze ist ein no go für mich.“

Gabriele

Beim Kochen trage ich eine Küchenschürze und die finde ich gar kein No-Go, solange sie hübsch ist und ihren Dienst tut. Ein No-Go wäre für mich eine Kittelschürze aus 100 % Poly wie in den 1950ern, aber selbst die wäre mir lieber als eingespritzte Oberbekleidung. Was hast Du gegen Schürzen?

Ein No-Go ist für mich nur, die Schürze beim Essen zu tragen, das passt für mich optisch einfach nicht. Ich setze mich nach der Gartenarbeit ja auch nicht in Arbeitskleidung an den Tisch und die Schürze ist für mich Arbeitskleidung.

Beim Putzen, ich mache das ganze Haus in der Regel wöchentlich in einem Schwung sauber mit Saugen, einige Böden Wischen, Staubwischen und Bäder reinigen, trage ich im Winter meinen Schlafanzug, der danach in die Wäsche geht, oder eine Sporthose plus Unterhemd vom Vortrag oder ein Sportshirt, was danach dann auch alles in die Wäsche geht – samt mir.

„Du hast eine sehr gute Freundin in Zürich, darüber schreibst Du ab und an. Wie hast Du sie kennengelernt und wie pflegst Du diese Freundschaft?
Und wann besuchst Du sie und fährst mit ihr zum Bodensee? :)“

Sieglinde

Wie haben uns Mitte der 1980er in der 7. Klasse auf dem Gymnasium kennengelernt, wir sind in der gleichen Ecke des Hamburger Umlands aufgewachsen und hatten eine gemeinsame Freundin, über die ich in deren Klasse gekommen bin.

Sie lebt seit Mitte der 1990er nicht mehr in Hamburg – über Leipzig und Berlin hat es sie nach Zürich verschlagen. Wir haben es bisher immer geschafft, uns mindestens einmal im Jahr persönlich zu sehen, sogar 2020 und 2021. In einigen Jahren sogar mehrfach, denn Teile ihrer Familie leben noch in/bei Hamburg, so dass es sich dann auch ausgeht, sich für ein paar Stunden zu treffen, wenn der Reisegrund eigentlich ein Familienbesuch ist.

In Zürich war ich 2017 das letzte Mal, die für 2020 gebuchten Flüge fielen aus bekannten Gründen aus. Ich werde auch für 2022 nichts buchen – keine Lust auf Stornodiskussionen mit Fluggesellschaften und kurzfristige Flüge sind mir zu teuer. Vielleicht passt es 2023 mal wieder und dann würde ich gerne einen Abstecher zum Bodensee machen. Meine Mann hat auch Lust, mich zu begleiten. Wir werden sehen …

Um den Kontakt im Rest des Jahres zu pflegen gibt es Videoanrufe. Ohne die fände ich es auf Dauer schwer, den Draht zu behalten. Das Schöne bei den Videocalls ist, dass man nicht nur die Person sieht, sondern auch das sich verändernde Umfeld.

„Du hast letztens so begeistern vom Segelfliegen erzählt, warum um alles in der Welt hast Du das aufgegeben?“

Trulla
Ines Meyrose 1988 im Segelflugzeug
1988 im Segelflugzug – auf dem Flugplatz in Fischbek zu Gast, bei dem ich jetzt in der Nähe wohne

Das war in dem Beitrag, Was am 13. September 1986 geschah. Die Segelfliegerei habe ich Mitte der 1990er aufgegeben, weil ich es damals gesundheitlich nicht mehr vertragen habe. Es ist mir extrem schwer gefallen, es bleiben zu lassen, aber inzwischen halte ich es sogar gut aus, direkt in der Nähe eines Segelflugplatzes zu wohnen.

Heute würde dieser Sport nicht mehr in mein Leben passen, denn man verbringt den meisten Teil seiner Freizeit damit, was sich mit ein Leben in einer Partnerschaft mit Job und Hund nicht verträgt. Segelfliegen ist ein Gemeinschaftssport, bei dem man viele Menschen am Boden braucht, damit einer fliegen kann.

„Bei Deiner Suche nach Nordsee-Alternativen hast Du Ziele mit Schiff/Fähre ausgeschlossen. Warum das? Die schönsten Flecken, die mir einfallen, sind auf Inseln …“

Trulla

Oh ja, Inseln sind wunderbare Flecken! Das liegt an dem Hund, denn ich möchte nicht mit dem Hund Fähre fahren. Weder möchte ich unter Deck mit ihm im Auto sitzen, noch mit ihm über die Fähre laufen. Er würde das mitmachen, aber es wäre Quälerei für ihn. Das Ziel darf sehr gerne eine Insel sein, aber deshalb über einen Damm zu erreichen.

„Wo und wie würdest Du gerne leben/wohnen, wenn Du nicht Dein jetziges Leben hättest (in der Richtung von z. B. in einer Juchte mit einer Huskyfamilie …).“

Susa Berg
Heideblüte mit Hund Paul

Hmmm … die berühmte Wunderfrage – wenn eine Fee käme und ich mir etwas wünschen dürfte und Geld und bisherige Verpflichtungen keine Rolle spielen würden … Nachdem ich einen Tag darüber nachgedacht habe, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich gar nicht viel verändern wollen würde.

Mein Körper ist für norddeutsches Klima gemacht. Der Wohnort Hamburg gefällt mir, ich würde sogar im selbem Stadtteil Neugraben-Fischbek leben wollen, allerdings – Achtung Luxusproblem – in einem anderen Haus. Ich mag unser Haus sehr gerne, aber wenn Geld egal wäre (und die Besitzer es verkaufen würden), hätte ich gerne eins von zwei Häusern, die etwa 1 km von uns entfernt in der Straße Heidblick stehen.

Die beiden Häuser haben gar keinen Blick in die Heide, der Straßenname täuscht. Das eine hat direkten Waldblick, das andere steht waldnah. Beides sind große, moderne Einfamilienhäuser, bei denen die Autos auf dem Grundstück stehen können und die Eingänge ohne Treppen erreichbar sind. Meine Garage ist 200 m und diverse Treppen vom Haus entfernt, was echt unpraktisch ist. Ich sagte es bereits – Luxusproblem.

Vor Corona hätte ich gesagt, dass ich auf Sylt leben möchte. In den letzten zwei Jahren, in denen ich so viel zu Hause war, wie nie zuvor, und ein Urlaub dort gar nicht so schön war, schätze ich die Infrastruktur der Großstadt vor der Haustür um so mehr. Ich fühle mich wohl in meinem jetzigen Leben.

Da ich kein Fan von Zweitwohnsitzen bin, möchte ich mir keinen wünschen. Aber wenn der Pflicht wäre, dann wäre ein Zweitwohnsitz an der Nord- oder Ostsee wunderbar. Dann bitte unbedingt mit Wasserblick!

Meinen Mann würde ich in das neue Leben mitnehmen und es wäre definitiv – wie in diesem – ein Leben ohne Kinder und mit einem Hund. Ein Hund wäre Pflicht. Ich bin zu 100 % für ein Leben mit Haustier geboren.

Tigerkatzen mag ich nach wie vor sehr gerne, aber es stört mich, dass sie zu Hause betreut werden müssen im Urlaub. Es schränkt zwar bei den Reisezielen ein, den Hund mitzunehmen, aber immerhin kann man ihn oft relativ problemlos mitnehmen oder für ein paar Tage in der Hundepension abgeben, die er von der Tagesbetreuung kennt.

Ich möchte keinen Katzensitter mehr bei mir im Haus wohnen haben, wenn ich weg bin, und die Katze im Urlaub den Nachbarn zu überlassen, finde ich auch für alle Beteiligten nicht gut. Außerdem tun mir die vielen Spaziergänge an der frischen Luft auch nach sieben Jahren mit Hund noch gut.

Es wäre in jedem Fall nur ein Hund, denn ich mag es nicht, wenn zwei Lebewesen gleichzeitig etwas von mir wollen. Das zerrt zu sehr an mir. Ich nehme gerne mal einen befreundeten Hund mit auf Spaziergänge, aber auf Dauer wäre mir das zu viel. Ich mag Ruhe, habe ich das schon mal erwähnt?

„Warst du von Kindheit an ein Zahlenmensch?“

Traude „Rostrose“

Ja, ganz eindeutig. Bei der Einschulung konnte ich nur meinen kurzen Namen schreiben und habe eine Weile gebraucht, bis das S kein Fleischerhaken mehr war (also verkehrt herum). Zahlen konnte ich locker bis 100 und auch schon relativ weit damit rechnen. Mathe ist mir bis in die Mittelstufe immer viel leichter gefallen als Deutsch. Fremdsprachen – Englisch und Latein – waren immer eine Tortur für mich, von den ersten Stunden an.

Erst ab der 9. Klasse habe ich zu deutscher Sprache einen Zugang bekommen, aber Zahlen sind mir bis heute nah. Ich kann mir die merken und verbinde Dinge und Gefühle damit. Wenn ich die Berufswahl zurückdrehen könnte, hätte ich vielleicht Fachinformatikerin lernen sollen anstatt einen kaufmännischen Beruf.

In meinem jetzigen Beruf verbinde ich beides, zum Beispiel beim Bloggen die Sprache und die Zahlen bei der Buchhaltung, die ich selbst mache. Die persönlichen Beratungen haben den menschlichen Aspekt. Das ist ein guter Mix für mich.

„Dein jetziger Beruf ist ja nicht dein erster erlernter. Wärst du lieber nicht den Umweg über deine Erstausbildung gegangen und direkt im jetzigen gelandet?“

Claudia

Für alle, die es nicht wissen: Ich habe nach dem Abi 1991 eine Ausbildung zur Speditionskauffrau gemacht, bis 2005 im Hamburger Schifffahrtsumfeld im weltweiten Seegeschäft gearbeitet und erst danach Marketing/Werbung studiert. Seitdem bin ich selbstständige Imageberaterin und Mediatorin,

Die Antwort ist insofern schwierig, als dass die Umstände zu berücksichtigen sind. Ein Studium kam 1991 für mich aus finanziellen Gründen nicht in Betracht, weil ich sofort nach dem Abi zu Hause ausziehen wollte. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass es dennoch möglich gewesen wäre. Und nur mit entsprechender Weiterbildung hätte ich meinen jetzigen Beruf nicht ergreifen können.

Farbberaterin zu sein, kam mir schon Ende der 1980er in den Sinn, als ich die erste Berührung damit hatte, als ich einer Freundin meiner Mutter zum Farbfächer passende Seidenmaltücher gefertigt habe. Aber dass ich davon leben kann, hätte ich nicht gedacht. Zudem wäre ich damals viel zu jung gewesen, um entsprechende lebensunterhaltsichernde Aufträge zu bekommen.

Dass ich vor der Selbstständigkeit einen kaufmännischen Beruf erlernt habe, finde ich bis heute gut. Das ermöglicht mir zum Beispiel, meine Buchhaltung kostengünstig selbst zu machen und den Überblick über die Firmenfinanzen zu haben. Das ist es etwas, an dem viele kreative Selbstständige scheitern. Ich weiß monatsgenau, wie viel Umsatzsteuer und Steuern das Finanzamt nach dem Jahresabschluss von mir haben möchte und lege das beiseite. Das empfinde ich als wertvolle Fertigkeit. Die Arbeit mit Zahlen liegt mir durchaus, ist mir singulär auf Dauer nur zu langweilig.

Wenn ich die Frage so auffasse, ob ich etwas anderes gelernt hätte, wenn man die Zeit zurückdrehen könnte: ja. Ich hätte mir im Nachhinein mehr Informationen über verschiedene Berufe gewünscht. Ich kannte über das Segelfliegen viele Berufe von Vereinskollegen, habe mich mit denen unterhalten und habe mich beim Arbeitsamt informiert. Aber von zu Hause aus kam da zu wenig. Da kam nur Ablehnung, weil ich nicht studieren wollte, und keine Unterstützung für anderes.

Mit dem Wissen von heute hätte ich mir einen ausführlichen Berufseignungstest und ein Coaching gewünscht. Hätte ich Teenagerkinder, würde ich denen das ermöglichen. 1991 hat niemand in meiner Familie an so etwas gedacht. Am Geld wäre das jedenfalls nicht gescheitert.

So gesehen ist die Antwort: nein. Aber vielleicht wäre ich heute in einem ganz anderen Beruf gelandet, wenn ich eine andere Erstausbildung gemacht hätte. Ich hätte vielleicht Fotografin lernen sollen. Das war etwas, was mich interessiert hat und auch von zu Hause aus unterstützt worden wäre, was mir an finanziellen Aussichten aber zu gering war. Die Tochter von Bekannten war damals grandios daran gescheitert – wobei die eigentlich an fast allem gescheitert ist und mich das hätte nicht beindrucken sollen.

Das habe ich zu kurzsichtig betrachtet. Ich denke, dass ich mit entsprechender Ausbildung eine gute selbstständige Fotografin geworden wäre. Das hätte meinen jetzigen Beruf nicht ausgeschlossen.

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