Das Kleiderschrank-Projekt: Outfits aus dem wahren Leben

Werbung für den perfekten Kleiderschrank

(Affiliate-Link auf dem Cover)

In dem Buch Das Kleiderschrank-Projekt (Werbung) von Anuschka Rees, das ich als Rezensionsexemplar bekommen habe, befindet sich auf Seite 39f die Anregung, zwei Wochen lang Outfits mit Fotos zu dokumentieren. Das habe ich im März an 14 Tagen gemacht. Ich habe zwar einen guten Überblick über meine Sachen und weiß, was ich mehr und was weniger trage und meistens auch warum, aber die Fotostrecke interessierte mich trotzdem. Alle Outfits habe ich zudem in einer Exceltabelle erfasst, die Du hier als PDF sehen kannst: Outfits Ines Meyrose März 2017. Du kannst das PDF in der Ansicht vergrößern.

Fotos sagen die Wahrheit

Bilder lügen nicht. Du guckst Dich auf Fotos anders an als im Spiegel. Ich weiß nicht, woran das liegt. Ich kann es mir nur so erklären, dass es daran liegt, dass Du Dich im Spiegel spiegelverkehrt siehst und auf den Fotos so, wie Dich andere Menschen sehen.

Gesamtoutfits, die noch so durchdacht komponiert sind, bestehen manchmal vor dem Spiegel und fallen beim Betrachten von Fotos mit Pauken und Trompeten durch. Das kennen alle Fashionblogger. Auf den Bildern ist sofort sichtbar, was das Problem ist: Längen, Farben oder Weiten.

Die Spiegelselfies veröffentliche ich hier nicht, weil sie zu unscharf sind und nur für meine interne Auswertung bestimmt sind. Die Outfits oder Kompositionsteile, die zu relavanten Erkenntnissen geführt haben, habe ich auf Wunsch einiger Leserinnen Ostern noch mal fix nacheinander angezogen und exemplarisch fotografieren lassen. Da das Osterwetter Schauer und Hagel bereit hielt, hat mein Liebster alles gegeben und sich in den Regen gestellt, um mich unterm Schirm zu fotografieren. Das war mein Ostergeschenk.

Paul im April 2017

Wer sich bei der blauen Bluse weiter unten – das ist die aus dem Beitrag über Orange + Blau – über zusätzliche Tupfer wundert: Das sind Regentropfen zwischen der Aprilwettersonne. Völlig verwirrt war Paul irgendwann vom ganzen Umgeziehe und nicht Spazieren gehen trotz Anziehens und geöffneter Tür.

Mein Stil

Zu meinen Kleidungsstil findest Du Details im Stilprofil, wenn Du mich vorher noch nicht kanntest. Wichtig ist mir in Bezug auf die Figur, mit Kleidung den Blick des Betrachters zum Gesicht zu lenken. Im Hüftbereich möchte ich schmaler wirken und insgesamt möglichst lang. Die Betrachtung meiner Bilder hat zu folgenden Erkenntnissen geführt:

Textile Accessoires

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans und Bluse s.Oliver - gelb und blau kombiniert, Schal Fraas

Bei Tüchern und Schals sieht es am besten aus, wenn die Grundfarbe des Tuchs sich in der Grundfarbe des Oberteils wiederholt.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans und Bluse und Schal s.Oliver - gelb und blau kombiniert

Helle Tücher zu dunklen Oberteilen funktionieren auch, weil sie den Blick zum Gesicht lenken.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans und Bluse und Schal s.Oliver - gelb und blau kombiniert

Dunkle Tücher auf hellen Oberteilen sind keine gute Idee, auch wenn sie farblich zur Hose oder dem Oberteil passen, weil es zu gedrungen wirkt.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans s.Oliver, Sweater Braintree Gelb mit blau kombiniert

Die dunkle Farbe drückt optisch von oben drauf.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans s.Oliver, Sweater Braintree Gelb mit blau kombiniert

Wenn beide Farben im Oberteil sind, ist die hellere Farbe ebenso schöner als Tuch dazu. Das ganze Oberteil wirkt damit lebendiger.

Farbabstimmung von Schuhen und Hose

Farbkontraste zwischen Schuhen und Hose sind bei mir keine gute Idee, weil es die Beine zu kurz macht. Ausgleichen kann Du das, in dem Du dann Oberteil und Unterteil beides hell wählst. Das kannst Du an diesem Outfit aus dem Archiv sehen:

Ines Meyrose #ootd 20170212 mit Ponté-Shirt Plissee von Lands' End, Lederhose von Oakwood, Boots Camper

Foto: Bärbel Ribbeck

Jetzt kommt das positive Beispiel mit Schuhen in ähnlicher Farbe dazu. Dann funktioniert auch ein kontrastreiches Oberteil damit:

Ines Meyrose #ootd 20170408 Tigerlook - gelb kombinieren - vor Graffiti von www.brozilla.org - Sweater Braintree, Lederhose Oakwood, Sneaker New Balance, Schal s.Oliver

Ton-in-Ton

Dass mir Outfits am besten stehen, die Ton-in-Ton gehalten sind, ist auf dem Foto mit der blauen Bluse deutlich zu sehen. Sie lenken weder von meinem Gesicht ab, noch betonen sie einzelne Körperpartien besonders.

Repräsentativ für mein Leben

Die 14 Tage sind aus meinem normalen Berufs- und Privatleben gegriffen. Ich trage die meisten meiner Kleidungsstücke für fast alle Anlässe. Nur so komme ich mit wenig Kleidungsstücken aus. Ich mag das, weil ich meine Lieblingssachen dadurch oft anziehen kann.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans s.Oliver, Kaschmirrollkragenpullover AC AppelrathCüppe, Wollstalo Eva schreiber

Nicht repäsentativ für den Rest des Jahres ist, dass die 14 Tage aus der kurzen Übergangszeit zwischen Winter und Frühling waren. Deshalb sind noch Blusen und Rollkragenpullover zeitgleich im Einsatz. Hätte ich die Liste im Winter erstellt, hätte da sehr oft Rollkragenpullover + Tuch aus Wolle + Jeans + Boots gestanden. Das blaue Rollkragenoutfit war mein Lieblinslook im Winter 2016/17. Ich mag die schmale Silhouette.

Die Jeans von s.Oliver ist neu. Endlich habe ich wieder eine Jeans mit geradem Bein in 32er-Länge, die ich zu Boots mit Absätzen tragen kann. Die Jeans von C&A ist dafür zu kurz, sie ist für flache Absätze ideal. So kommt es, dass ich nach Monaten der Abstinenz ständig die La Martina Stiefel getragen habe, die eingestaubt in der Ecke standen, bevor die Jeans zu mir kam. Das letzte Mal hatte ich sie letzten Sommer zu einer weiten Leinenhose an. Getragen habe ich in den 14 Tagen übrigens 42 Teile. Das sind ca. 23 % des Kleiderschrankinhalts.

Selbsterkenntnis aus dem Kleiderschrank-Projekt

Die Erkenntnisse aus den zwei Wochen sind nicht neu, justieren jedoch den Blick auf mich selbst. Es ist erheblich einfacher, als Stilberaterin diese Aspekte bei Kunden zu sehen, weil der Blick nicht von Emotionen geführt wird, als bei sich selbst. Deshalb hat sich die Mühe für mich gelohnt. Die wichtigsten Erkenntnisse sind, dunkle Schals auf hellen Oberteilen zu meiden, auch wenn mir die Farben an sich stehen und zu hellen Hosen helle Schuhe zu tragen.

Eine der Fragen im Buch auf Seite 39 ist, welche drei Adjektive meinen derzeitigen Stil auf den Bildern am besten beschreiben. Mir fällt dazu spontan ein: casual, locker, fröhlich.

Stylingberatung bei image&impression

image&impression Individuelle Image-, Stil- und FarbberatungDu bist unsicher, wie Du Deine Outfits auswertest? Du möchtest sicherer bei Farben und Kombinationen werden? Dann buche mich für eine Stylingberatung (Werbung).

Wie zufrieden bist Du mit Deinen Outfits auf Fotos auf einer Skala von 1-10?

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Stilprofil November 2016

Ines Meyrose #ootd 201611 mit Kaschmir-Rollkragenpullover von Peter Hahn, Jeans Please!, Boots, Dr. MartensAus dem Feedback zum Beautyprofil hat sich im November 2016 das Interesse der Leserinnen an meinem Stilprofil ergeben. So kannst Du auf einen Blick sehen, was sich auf Dich übertragen lässt und wobei Du vielleicht den gegenteiligen Effekt wünscht, z.B. bei Artikel wie 10 Tipps zum Kauf von …

Danke für Dein Feedback!

Ich habe die Kleidung und Accessoires betreffenden Teile aus dem Beautyprofil entfernt und im neuen Stilprofil mit mehr Informationen dazu zusammengestellt. Im Beautyprofil habe ich dafür Aspekte wie Körperpflegeprodukte aufgenommen, zu denen nach dem Beitrag Fragen kamen. Ich freue mich über ein weiteres Feedback, ob das Stilprofil in der Aussage hilfreich für Dich ist bzw. ob etwas offen oder unklar ist.

Stilprofil Ines Meyrose Stand 14. November 2016

Alter Jahrgang 1971
 
Farbtyp Herbsttyp = warme, dunkle, gedämpfte Farben
 
Augenfarbe Braun
Hauttyp Typ 2, hell/light, warmtonig
Haarfarbe Braun mit grau … oder grau mit braun?
 
Figurtyp A/X
 
Körperlänge 1,65 m
Oberkörper Kurz
Beine Lang
Taille vorhanden
Oberweite 80 F oder 85 E
Oberteile 42 – am liebsten in Kurzgröße
Hosen 40/42 – in normaler 32er Länge
Schuhe 38, bevorzugt flache Absätze
 
Kleidungsstil High Class Leger Chic
 
Muster Uni, kleine bis mittlere Mustergröße
Kontraste Gerne hell-dunkel, warm-kühl nur mit Blau oder Weiß
Accessoires Immer: Ehering
Immer: Ohrringe (Stecker oder kleine Hänger)
Fast immer: Tuch oder Schal
Ab und an: Kette oder Armband
Brille FHONE, Pantoform, havannabraun
 
Fokus Blick zum Gesicht lenken
Kaschieren Breite Hüften
Betonen Beine ab der Oberschenkelmitte

Was möchtest Du noch von mir wissen?

Stilreise – lebenslange Entwicklung des Kleidungsstils

Bei meinem Beruf als Stilberaterin ist es wichtig, dass ich mich selbst gut kenne. Es ist meine Aufgabe, meinen persönlichen Geschmack bei Beratungen herauszulassen oder mindestens zu benennen und im Rahmen der Möglichkeiten objektiv zu beraten. Das ist einer der Gründe, warum ich auch bei mir regelmäßige Kleiderschrankinventuren mache und meine Käufe analysiere. Dazu gehört auch, Biographiearbeit zu leisten. Wie das aussehen kann, zeigt diese Stilreise.

Stilreise – ein Blick auf 45 Jahre Kleidung einer Hamburgerin

Im letzten Monat habe ich mir die Zeit genommen, eine Stilreise in die Vergangenheit zu unternehmen und mir Gedanken zu machen, wie sich mein Stil verändert hat im Lauf des Lebens und was konstant geblieben ist. Auslöser dafür war der Beitrag bei here I am über die Betrachtung ihrer Outfits in den 1990ern.

Vorgehensweise

Bei Überlegungen zur lebenslangen Entwicklung des Stils und dem zeitgleichen Überdenken einer Freundschaft fiel mir auf, dass nicht nur Freundschaften und Hautbeschaffenheit einem 7-Jahre-Zyklus* unterliegen. Auch die Veränderungen in meinem Stil und bevorzugten Farben folgen dem 7-Jahre-Zyklus mit +/- einem Jahr. Das wurde deutlich, als ich eine Tabelle mit folgenden Spalten erstellt habe

  • Jahreszahlen von meiner Geburt 1971 bis heute
  • einschneidende Erlebnisse
  • Konfektionsgröße
  • Basisfarben
  • Akzentfarben
  • Stil
  • Marken
  • Schmuck (Farbe, Größe, Stil)
  • Einheitslook
  • Key Piece

Außerdem habe ich notiert, welche Kleidungsstücke Dauerbrenner sind und was mir noch nie stand. Den sich herauskristallisierenden Phasen habe ich Namen gegeben. Fotos werde ich Dir nur sehr wenige neue bieten, denn bei den meisten habe ich keine Möglichkeit, den Fotografen um Erlaubnis zu fragen, so dass sie im Familienalbum bleiben. Meine Worte werden bestimmt trotzdem die entsprechenden Bilder vor Deinem inneren Auge entstehen lassen.

1971 – 1976 Fremdbestimmt

Ines Meyrose 1973 in HH-Bergstedt

1973 in Hamburg-Bergstedt

Die ersten Jahre haben meine Eltern und Großeltern die Kleidung ausgesucht. Als Kind der 1970er gab es natürlich große Karos und Gelb als Akzentfarbe. Für feine Anlässe dunkelblaue Trägerkleider mit weißen Spitzenblusen. Angeblich war ich aber schon als Kind eigen darin, was ich letztendlich von den Sachen tragen wollte und was nicht.

1977 – 1984 Erste Schuljahre und Schulwechsel

Ines Meyrose 1977 Einschulung

1977 Einschulung

Schmetterlingsmotiv auf Kinderohrring in Gelbgold

Der Rest meines ersten Ohrrings

Jeans oder Shorts und T-Shirt im Alltag und dunkelblaue Cordhose mit rotem Nickypullover als bessere Alltagskleidung gefielen mir. Dass 1980 H&M nach Hamburg kam, hat mein Kleidungssortiment erweitert. 1980 gab es zu Weihnachten das erste edle Seiden-Nickituch in wunderbarem Rot. Das hat mich ewig begleitet.

Zarten Schmuck gab es aus Gold und Silber. 1981 starb mein Vater, was mich erst 1983 das Lachen hat wieder finden lassen. 1984 hat mich ein Schulwechsel zwei Freundinnen finden lassen, die auch heute noch an meiner Seite stehen. Damit sind die ersten beiden Septennia modisch unspektakulär abgeschlossen.

Ines Meyrose ca. 1979

1979 oder 1980 mit meiner Mutter auf unserer Terrasse mit Blau und Rot

1985 – 1992 Segelfliegerzeit im Anti-Look

Ines Meyrose 1985 in Zürich

1985 in Zürich beim Besuch einer Brieffreundin – man beachte die Swatch der 1. Generation

1985 habe ich Mode entdeckt und angefangen, den Kleiderschrank meiner Mutter für Tanzstunden zu plündern. In der Zeit hätte ich gerne viel mehr Geld für all die schönen Sachen gehabt. Mit Größe 34 passte ich nämlich überall rein!

Ines Meyrose 1988 beim Segelfliegen in Fischbek

1988 im Segelflugzug – auf dem Flugplatz in Fischbek zu Gast, bei dem ich jetzt in der Nähe wohne

1986 habe ich mit Segelfliegen angefangen und seitdem fast die gesamte Freizeit auf dem Flugplatz verbracht. Im Winter in der Werkstatt, den Rest des Jahres draußen. Da wurde ständig etwas dreckig und der bis heute lebende M-51 Parka war der beste Begleiter neben anderen großen, langen Mänteln. Ohne Tuch – von meiner Mutter uncharmant Schweinelappen genannt – war ich kaum zu sehen. Mein dunkelrosa Seidenschal wurde bis zum Zerfetzen getragen. Der Schmuck ist aus Silber und zierlich. 1988 war es mit dem dünnen Leben vorbei und Größe 38/40 ein persönliches Desaster.

Ines Meyrose 1988 in Hörmun auf Sylt

1988 in Hörnum auf Sylt

Ansonsten trug ich am liebsten Jeans mit Sweatshirt, gerne in lila von Jean Pascale. 1991 zog ich direkt nach dem Abitur von zu Hause aus vom Stadtrand mitten in die Stadt nach Eimsbüttel und machte eine Ausbildung zur Speditionskauffrau. Mit Segelfliegen hörte ich 1992 auf, womit sich dieser Zyklus schließt.

1993 – 1999 Klassische Jahre

Im Januar 1993 hatte ich letztmalig lange Haare, also bis zum Kinn auf einer Länge außer dem Pony. Seitdem trage ich kurze Haare in verschiedenen Längen. Mit inzwischen Größe 40/42 wurde der Look im Büro klassischer und Sophia Szagun mein Lieblingsladen. Kennen vermutlich nur Hamburger. Diese sechs Jahre stehen unter dem Stern einer Beziehung, die 1997 zu einer Hochzeit und 1999 mit Größe 44 zu einer Scheidung führte. Passend zum klassischen Lebensplan gab es klassische Kleidung. Etwa 1997 habe ich eine Vorliebe für schwarze Kleidung entwickelt, die bis 2005 anhielt. Das ist der einzige Zeitraum, der sich über zwei halbe Septennia erstreckt, in sich aber auch sieben Jahre gedauert hat.

Ines Meyrose 1997 in Dänemark

1997 beim Drachensteigenlassen in Dänemark

Am Anfang dieser Vorliebe gab es noch Sonnenblumengelb dazu bei einer Winterjacke und einem Nickituch. Außerdem war ein riesiger kobaltblauer Seidenschal an mir festgewachsen. Schmuck ist aud Silber oder Bi-Color mit Gold und deutlich größer und mit farbigen Steinen.

Der schwarze Lieblingswollpullover hatte einen V-Ausschnitt, war weit, gerade geschnitten und lang genug für enge Hosen. Er wurde bis zum Auseinanderfallen zusammen mit einer schwarzen engen Stretchhose von Closed getragen, die Modemathematik ging trotz hohem Preis auf. Ich erinnere ich mich heute noch genau an den Kauf in einer Timmendorfer Boutique. Kleider hatten eine im Nachhinein betrachtet ungünstige, der Mode entsprechende 7/8-Länge. Immerhin hatten sie als Kleider eine durchgehende Farbfläche und waren nicht noch Röcke …

2000 – 2007 Schwarze Jahre

2000 habe ich verwendet, um mich – wieder bei Größe 42 – zu sortieren. Der neue Look dazu bestand aus kurzen, engen Oberteilen. Neujahr 2001 war mir klar, dass ich ein neues berufliches und teilweise auch privates Umfeld brauche. Auf Umwegen hat sich dann beides gefunden.

Ines Meyrose 2006

2006 mit roten Haaren

Seit 2002 bin ich mit meinem Mann zusammen. 2003 haben wir ein Haus zusammen gekauft und meine Mutter ist gestorben. Die Hochzeit 2004 hat mir gut getan und den Anstoß zu weiteren Veränderungen gegeben. 2005 habe die Ausbildung zur Farb- und Stilberaterin gemacht, meine Firma gegründet und das Studium zur Kommunikationswirtin begonnen. Damit endeten die schwarzen Jahre in der Kleidung. In der schwarzen Phase hatte ich meistens rot gefärbte Haare. Ein bisschen Farbe musste wohl doch sein. Die kurze Rosa-Phase bei Oberteilen hätte ich mir allerdings besser geschenkt. Bis 2007 habe ich meinen Look durch das neue Umfeld verjüngt und wurde kurzzeitig markenaffiner.

2007-2014 Bunte Phase

Meyrose #ootd 20140727 mit Pullover von TE Hamburg

2014 im Oversized-Pullover

Mit den Ende des Intensiv-Studiums 2007 begann ich, bis zu Größe 48 dicker zu werden, weil ich mehr im Home-Office war als vorher. Bei der Kleidung hat sich seit 2005 die Basisfarbe von Schwarz auf Dunkelbraun verschoben. Akzentfarben wurden Orange und Pistaziengrün. Lila und Petrol gab es auch immer wieder.

Ines Meyrose Frühlingsoutfit 2015

2015 in tuffig-weiter Bluse

Dann wurden die Farben heller, immer mehr weite weiße Blusen kamen in den Schrank und Rot wurde liebste Akzentfarbe. Im Zuge des immer runder werdenden Körpers wurde der Kleidungsstil verspielter und extravaganter im Stil von TE Hamburg. Ich trug ganzjährig fast nur Kleider.

Allerdings wurde ich immer betrübter, weil mir die Ziele im Leben fehlten. Alles Gewünschte erreicht zu haben, ist so schön. Aber Stillstand ist Rückschritt. Ich wollte und will auch heute keinen Rückschritt. Aber wohin ich wollte, wusste ich nicht.

Mit dem plötzlichen Ende einer Freundschaft, die mich das halbe Leben lang begleitet hat, war meine Krise auf dem Höhepunkt. Ich habe dann ernsthaft überlegt, ob ich anfange Golf zu spielen oder einen Hund haben möchte. Das Ergebnis kennst Du. Ich bin froh, mich für den Hund entschieden und genau diesen gefunden zu haben!

Seit 2015 Hundejahre

Ines Meyrose mit Sneaker Nike Elite Leather SI

2015 mit Sneakern und Paul

Im Januar 2015 hat Paul mein wohl sortiertes Leben aufgewirbelt. Das brachte nach ein paar Monaten – anhaltend bis heute – einen Schwung neuer Klamotten mit sich. Braun ist immer noch viel vertreten, aber es gibt auch wieder mehr Marineblau. Rot und Gelb setzen Farbtupfer und Oliv taucht bei mir immer wieder mal auf. Die im Schrank am meisten vertretene Marke ist Armor Lux und wider Erwarten trage ich sogar freiwillig Sneaker.

Ines Meyrose #ootd 20160228 mit Ringelshirt von Armor Lux, Lederjacke von Lindgroen, Jeans von Please und Camper-Boots - Schal Scandic

2016 Marine on the Rocks

Sportlich-funktionale Kleidung hat sich breit gemacht. Form follows function ist das Motto. In Größe 42 mag ich mich in sportlicher Kleidung auch wieder leiden und bin wieder angekommen in dem, was in den anderen Perioden Standard war: High Class Leger Chic.

No Gos

Niemals standen mir Hellgrau, Türkis, ausgestellte 3/4 Hosen und weite, lange Röcke – trotz einiger Versuche.

Dauerbrenner

Ines Meyrose #ootd mit Rollkragenpullover A4 in schokoladenbraun von Wool Overs

2015 im Dauerbrenner Rollkragenpullover

Immer wieder und völlig modeunabhängig gerne trage ich Rollkragenpullover, V-Ausschnitt-Pullover, Jeans, Stretchhosen, farbig-dunkle Strumpfhosen, weiße (weite) Blusen, feingestrickte Wolle und Kaschmir, matte Stoffe, Kleider mit Bewegungsspielraum, Kapuzen, Halbschuhe, Boots, Tücher aus leichtem Material und Einzelteile bei Schmuck. Marineblau und Dunkelbraun sind meine Basisfarben, Rot und Gelb die dominanten Akzentfarben. Olive und Orange tauchen auch immer wieder auf.

Außerdem kaufe ich schon mein Leben lang das Hochwertigste, was ich mir mit meist gutem Gewissen leisten möchte. Wie heißt es in der Werbung so schön: Weil ich es mir wert bin!

Fazit

Mein Stil unterliegt eindeutig den 7-Jahres-Zyklen und ist gewichtsabhängig. High class leger chic passt insgesamt am besten zu mir. Je schlanker ich bin, umso sportlicher ist meine Kleidung – was nichts mit sportlicher Betätigung zu tun hat.

Je dicker ich wurde, umso extravaganter und verspielter wurde die Kleidung in der Vergangenheit. Das liegt daran, dass Übergewicht bei mir in Jeans und T-Shirt einfach nicht gut angezogen aussieht. Außerdem lenken ungewöhnliche Schnitte und verspielte Details ebenso von ungeliebten Zonen ab wie Muster.

Jetzt bin ich gespannt auf 2021. Im Moment möchte ich gar keine Veränderung und 2 x 7 geht ja auch. Wir werden es sehen …

Wie sieht Deine Stilreise aus?

  1. * Interessante Artikel dazu findest Du hier http://anthrowiki.at/Siebenjahresperioden und http://www.fuersie.de/lifestyle/kultur/artikel/phaenomen-7-jahres-zyklus/page/2 und http://www.gehvoran.com/2015/04/sieben-jahres-zyklus-der-menschheit-mut-zur-wahrheit/ und http://andy-beyer.de/die-lebenszyklen.html. []

Bin ich ein Trendsetter?

Ich dachte immer: nein. Neuerdings denke ich anders darüber. Betonung liegt auf Trendsetter. Offensichtlich löse ich schon Trends aus, indem ich in den Geschäften nur nach den Dingen frage, die ich mir wünsche. Beispiel gefällig?

Handtasche

Letzten Herbst bin ich bis Weihnachten durch die Geschäfte gelaufen und habe an jeder nur erdenklichen Stelle nach einer olivfarbenen Handtasche gesucht. Nicht nur ich – auch Familie und Freundinnen wurden mit eingespannt. Letzten Ende habe ich dann eine gefunden, sogar mit messingfarbenen Metallösen (nicht silber!) und die zu Weihnachten von meinem Liebsten bekommen. Eine Verkäuferin war so nett, die Handtasche, das keiner haben wollte, aus dem Lager rauszusuchen und dann sogar noch um 30% zu reduzieren. Monatelang durfte ich mir vorher anhören, dass oliv megaout ist und das keiner haben will (außer mir). Und jetzt: In jedem Geschäft hängen Klamotten in oliv und es gibt passende Accessoires in jeder Form.

Kaftankleid

Im Januar habe ich beim Onlinestöbern auf heine.de ein tolles Kleid gesehen. Genau meine Farbe – hummer, matt, mit goldenen Pailletten. Ein tolles Kleid, das meine x-zuviel-Kilos echt passabel versteckt. Mir war klar: Das Kleid polarisiert. Man kann es nur lieben oder hassen – zu mir passt es perfekt. Ich liebe es und freue mich schon seitdem, es am 1. Mai bei einem Besuch der Oper zu tragen. Für normale Anlässe ist es wohl etwas feierlich … leider.

Seit Januar freue ich mich also über mein besonderes Kleid. Und was musste ich am 3. April in der druckfrischen Modezeitschrift Brigitte sehen? MEIN KLEID! In einer Fotostrecke zum Thema Umsetzung des Trends Afrika in der Mode durch die Designer. Das Kleid war auch noch mit Bezugsquelle und Extrafoto abgebildet. Ich hätte Schreien können! Ich stehe nicht besonders drauf, wenn andere das gleiche tragen wie ich! Sollte ich also jemanden in diesem Kleid sehen, wird mich das nicht gerade glücklich machen.

El Naturalista

Zum Sommer 2008 habe ich mir Schuhe von El Naturalista gekauft. So eine Art geschlossener Clog. Niemals vorher habe ich die Dinger in Hamburg auf der Straße oder im Laden gesehen. Kaum, dass ich mit diesen Schuhen unterwegs bin, gibt es sie in einigen (sehr teuren) Läden. Und im Sommer 2009 gibt es ein Fake nach dem anderen davon und die gefühlte halbe Stadt ist damit überlaufen! Und Clogs sind auch wieder in.
Resultat: Gut, dass meine 2010 aufgetragen sind.

Wie sagte mein Liebster so schön: Das Leben als Trendsetter ist schon schwer ;-)

“Stil ist die persönlichste Art, sich zu unterscheiden”

Vorgestern bin ich auf dem Weg zu einem Kunden in Winterhude an dem Geschäft von Bettina Nohe vorbeigefahren und habe auf ihrem Firmenschild diesen tollen Satz gelesen. Ich stand an der Ampel und mir ist das neue Schild an dem Haus aufgefallen. Lange Zeit war da kein Schild und jetzt dieser tolle Slogan in Bezug auf Einrichtungen.

Ich finde, dieses Statement passt nicht nur für Einrichtungen, sondern auch für Kleidung und Accessoires. Jeder Mensch unterscheidet sich mit seiner Persönlichkeit von anderen. Selbst Menschen, die sich äußerlich ähneln, können innerlich sehr unterschiedlich sein und das im Auftreten und in der Kleidung zum Ausdruck bringen. Der persönliche Stil unterstreicht die Persönlichkeit und hebt sie hervor.

“Schlichtheit bedeutet, …

Werbung zum Lesen

… mit minimalen Mitteln den maximalen Effekt zu erzielen.”

Diese klugen Worte von Dr. Koichi Kawana habe ich auch in dem Buch* über Präsentation gefunden.

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Das ist eine aus meiner Sicht schöne Übertragung des Min-Max-Prinzips der Ökonomie auf Äußerlichkeiten. Konkret beziehe ich hier Schlichtheit auf die äußere Erscheinung einer Person. Und so setze ich dieses Prinzip gezielt in meinen Beratungen ein:

  • Im Kleiderschrank ist weniger mehr. Auf meiner Webseite www.imageandimpression.de finden Sie den Bezug zum Pareto-Prinzip, auch 80:20-Regel genannt. Kernaussage: Sie haben sowieso zuviel im Schrank. Was Sie nicht tragen, gehört da nicht rein. Lieber eine kleine Garderobe und die gerne tragen als viel Mist im Schrank und nicht wissen, wie kombinieren. Geben Sie Ihr Geld für Kleidung aus, die Sie tragen werden und kaufen lieber weniger als mehr.
  • Wer schon mal mit mir Einkaufen war, wird bestätigen, dass ich dazu rate, nur perfekte Sachen zu kaufen. Im Zweifelsfall lieber nicht kaufen, als eine neue oder weitere Schrankleiche nach Hause zu tragen. Auf Dauer spart das ungemein und so ist dann auch mal Budget für eigentlich vielleicht zu teure Sachen da.
  • Thema Make-up: Keine Frau braucht mehr Schminkutensilien, als in ein Kästchen passt. Für die meisten reicht: 1-2 helle Lidschatten und 1-2 dunkle, Wimperntusche, Puder, Rouge, 1-2 Lippenstifte oder Gloss. Dazu noch 2 Lidschattenpinsel, Puder-, Rouge- und ggf. Lippenpinsel und fertig ist das Sortiment! Lieber sicher im Umgang mit diesen reduzierten Sachen sein als wild zu experimentieren. Meine Erfahrung als Visagistin hat mich gelehrt, dass je mehr Artikel Frauen im Schminkkasten haben, sie sich um so weniger trauen, sich etwas überhaupt davon zu benutzen. Dann lieber mit wenigen Mitteln viel erzielen!

Streben Sie ein schlichtes, schönes Ergebnis an mit minimalen Mitteln. Dann sehen Sie gut aus!

*ZEN oder die Kunst der Präsentation von Garr Reynolds, darauf beziehe ich mich auch in dem Artikel vom 8. März 2010

“Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse”

Am Wochenende habe ich dieses Zitat von Leonardo da Vinci in einem Buch* über Präsentation gelesen. Nicht nur in der Präsentation von Angeboten und Inhalten, auch in der Präsentation der eigenen Person spielt Einfachheit eine elementare Rolle.

Was finden Sie schöner:

a) Eine Frau, die schlicht gekleidet ist und einen einzigen großen Ring als Schmuck trägt oder

b) Eine Frau, die mit Ketten, Ohrringen und Ringen von Kopf bis Fuß behängt ist?

Lassen Sie mich raten:  Die schlichte Version finden Sie attraktiver.

Ok – es gibt natürlich auch einen Mittelweg, wie so oft im Leben. Aber: Wenn Sie unsicher sind, ob etwas zuviel sein könnte, lassen Sie es weg. Dann ist es zuviel!

Dieses schöne Zitat gilt für fast alles – Präsentationen, Einrichtung, Sprache, Mode, Schmuck … schlichte Rafinesse ist die wahre Eleganz!

*ZEN oder die Kunst der Präsentation von Garr Reynolds